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9.1 Überblick in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 249 - 250

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_249

Bibliographic information
Risikomanagement für Immobilien 9 9.1 Überblick Das Kapitel Risikomanagement befasst sich zunächst mit der Differnzierung der verschiedenen Informationslagen in denen Investitionsentscheidungen getroffen werden. Da Investitionen auf die Zukunft gerichtet sind und zukünftige Entwicklungen nie mit Sicherheit prognostiziert werden können, kommt der Untersuchung von Entscheidungssituationen unter Unsicherheit und Risiko eine große Bedeutung zu. Es werden weiterhin verschiedene Messgrößen für Risiko und deren praktischen Einsatzmöglichkeiten vorgestellt. Der Prozess des Risikomanagements spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine wichtige Rolle. Das Kapitel schließt mit der Betrachtung und Systematisierung von konkreten Risiken im Zusammenhang mit Immobilien investments. Hier wird im besonderen Maße auf die Risikoperspektive der einzelnen Beteiligten im immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungsprozess abgestellt. 9.2 Definition des Entscheidungsfeldes 9.2.1 Entscheidung unter Sicherheit und Unsicherheit Der Begriff Risiko wird in den Wirtschaftswissenschaften als eine bestimmte Form der Unsicherheit definiert. Unsicherheit ist eine Größe, die abhängig ist von der zum Zeitpunkt der Entscheidung gegebenen Informationsdichte. Die Informationsdichte beträgt in der Gegenwart 100 % (Sicherheit) – sofern der Entscheider Zugang zu allen für die Entscheidung relevanten Informationen hat – und nimmt, je weiter der Betrachtungszeitraum in die Zukunft reicht, überproportional ab (Unsicherheit). Da jede Investition eine Wirkung in der Zukunft hat, ist jede Entscheidung zunächst eine Entscheidung unter unvollkommener Information, also unter Unsicherheit.1 Bei einer Entscheidung unter Sicherheit treten die Ergebnisse der Handlungsalternativen mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % ein, d. h. jeder Entscheidung kann bzw. soll ein sicherer Wert zugeordnet werden. Diese Situation, die nur unter der Annahme der „vollkommenen Information“ denkbar ist, spielt beispielsweise bei deterministischen Entscheidungsmodellen im Rahmen der Investitionsrechnung eine zentrale Rolle. Als Ziel eines aktiven Finanzmanagements in einer von hoher Volatilität gekennzeichneten Umwelt kann jedoch auch der Versuch angesehen werden, durch den Einsatz bestimmter innovativer oder derivativer Finanzinstrumente Situationen sogenannter „künstlicher Sicherheit“ zu erzeugen. Zur Schaffung „risikoloser Situationen“ werden verschiedene Finanzinstrumente so kombiniert, dass unabhängig von der künftigen Umweltentwicklung ein bestimmter vorhersehbarer Return fließt.2 Bei einer Entscheidung unter Unsicherheit, sozusagen dem „Normalfall“ finanz- bzw. immobilienwirtschaftlicher Entscheidungsprozesse, lassen sich die Ergebnisse nicht mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % vorhersagen. Unsicherheit (auch Risiko i. w. S.) bedeutet somit, dass aufgrund einer unvollkommenen Informationslage über das Eintreten künftiger Umweltzustände oder mangelhafter Kenntnislage des Entscheidungsträgers eine Abweichung von einem erwarteten Referenzwert möglich ist. Eine negative Abweichung von einer Zielgröße 1 Vgl. Gondring, H. (2007), S. 5. 2 Vgl. Maier, K. (2004), S. 6.

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.