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1.1 Überblick in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 24 - 25

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_24

Bibliographic information
Begriffsdefinition und Einordnung 1 1.1 Überblick Der Begriff und das Leistungsprofil „Real Estate Asset Management“ wurden in der deutschen Immobilienwirtschaft erstmals 2006 von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen und haben seitdem eine ähnlich dynamische Entwicklung vollzogen, wie das Thema „Facility Management“ in den 1990er Jahren in Deutschland. Immer wenn sich eine bedeutende, neue Entwicklung Bahn bricht, ist dies mit einem großen Angebot an Definitions- und Deutungsversuchen von verschiedensten interessierten Stellen verbunden. Nicht zuletzt wird damit oft Absicht verküpft, den neuen Begriff mit den Inhalten des eigenen Geschäftsfelds zu belegen. In diesem Zusammenhang gibt das nachfolgende Kapitel Hilfestellung bei der objektiven Begriffsfindung im Real Estate Assset Management ausgehend von dem seit langem etablierten Ansatz in der Finanzwirtschaft. Die Sicht der Immobilie als Anlageobjekt eines rational handelnden Investors steht dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus wird das Leistungsprofil des Real Estate Asset Management den übrigen (immobilienwirtschaftlichen) Profilen des Fund Management, Portfolio Management, Property Management und Facility Management gegen über gestellt. 1.2 Der Begriff des Real Estate Asset Management 1.2.1 Allgemeine Definition des Asset Management „Assetmanagement ist die Verwaltung von Vermögenswerten Dritter durch spezialisierte Dienstleister im Rahmen von Vollmachtsverträgen.“1 In diesem Zusammenhang steht das Asset Management für umfassende (treuhänderische) Vermögensverwaltung. Es findet überall dort Anwendung, wo es um die Anlage bzw. die Verwendung von Vermögenswerten geht.2 „Zielsetzung des Assetmanagements ist die optimale Vermögensstrukturierung durch Anlage in Assets einzelner oder mehrerer Asset-Klassen unter Beachtung der Präferenzen der Vermögenseigentümer.“ 3 Dabei orientiert es sich an den durch den Investor bzw. Eigentümer vorgegebenen Rahmenbedingungen. Hinsichtlich der Zielvorstellungen der Vermögenseigentümer können sich die Präferenzen unterscheiden. Die wichtigsten finanzwirtschaftlichen Kriterien sind Rendite (inkl. Steuern), Liquidität und Sicherheit. Daneben gibt es indirekte Faktoren, die Einfluss auf Rendite, Liquidität und Sicherheit haben. Aufgabe des Asset Management ist es, das Vermögen des Eigentümers in Hinblick auf Rendite-Risiko-Eigenschaften optimal auf die verschiedenen Asset-Klassen zu verteilen und zu verwalten.4 „Ein Asset ist ein Vermögenswert“ 1 Klages, A. (2002), S. 517. 2 Vgl. Brauer, K-U. (2006), S. 683. 3 Klages, A. (2002), S. 517. 4 Vgl. ebenda, S. 517.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.