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6.1 Überblick in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 171 - 172

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_171

Bibliographic information
Aspekte der Bewertung und Bilanzierung im Real Estate Asset Management 6 6.1 Überblick Dieses Kapitel beschäftigt sich überblicksartig mit den verschiedenen deutschen und internationalen Ansätzen der Immobilienbewertung und differnziert nach den verschiedenen Bewertungsanlässen. Vertiefend wird dabei die Immobilienbewertung nach dem Discounted Cashflow-Verfahren behandelt, die auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung ge winnt. Im Weiteren werden die Bilanzierungsansätze für Immobilien nach HGB und IFRS vorgestellt und die jeweiligen Konsequenzen für ein marktorientiertes Asset Management beleuchtet. 6.2 Wertermittlung für Immobilien 6.2.1 Wertbegriffe national/international Genau wie die Wertermittlungsverfahren haben durch die zunehmende Internationalisierung neben den deutschen Wertbegriffen auch internationale Wertbegriffe zunehmend an Bedeutung gewonnen.1 Am häufigsten stößt man hierbei auf den Verkehrswert beziehungsweise den Marktwert von Immobilien. In der deutschen Immobilienbewertung ist der Verkehrswert im § 194 BauGB definiert. Vereinfacht gesagt soll er den Preis einer Immobilie widerspiegeln, der am Markt zum Zeitpunkt der Wertermittlung erzielbar wäre, unter Berücksichtigung der Lage, der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Beschaffenheit und der tatsächlichen Eigenschaften, bei Ausblendung persönlicher Präferenzen. Somit soll der Verkehrswert den realistischen Wert, gemessen an den vorherrschenden Wertvorstellungen des Grundstücksmarktes, darstellen. Zum Verkehrswert gibt es den Market Value als entsprechendes Gegenstück. Es muss allerdings festgestellt werden, dass für diesen noch keine endgültige einheitliche Begriffsdefinition existiert2. Bedingt ist das in erster Line dadurch, dass der Begriff, anders als in Deutschland, nicht durch eine hoheitliche Instanz wie den Staat selbst definiert wurde, sondern durch Verbände und Organisationen, die sich in Ermangelung einer einheitlichen Vorgabe eigene Begriffsdefinitionen schufen. Zu den drei wesentlichen Verbänden und Organisationen gehören: das International Valuation Standards Commitee, The European Group of Valuer’s Assotiation und Royal Institution of Chartered Surveyors.3 Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Formulierungen wird aber deutlich, dass alle drei Wertbegriffe inhaltlich weitgehend mit dem Verkehrswert übereinstimmen.4 Einzig die Tatsache, dass es bei dem internationalen Market Value möglich ist, auch eine alternative Nutzung der Immobilie zu unterstellen, unterscheidet diese.5 Ein weiterer Wertbegriff ist der Beleihungswert, ein wesentlicher Begriff für die Kreditwirtschaft. Seine inhaltliche Ausgestaltung erfährt er durch die Beleihungs wert verordnung und das Pfandbriefgesetz. Er würdigt das Anspruchsdenken der Kreditgeber. Als Bewertungs- 1 Vgl. Ranker, D. (2006) S. 15 ff. 2 Vgl. Weppler, M. (2008), S. 10 ff. 3 Vgl. Gondring, H. (2009) S. 878 f. 4 Vgl. Weppler, M. (2008), S. 12. 5 Vgl. Gondring, H. (2009), S. 879 f.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.