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Michael Ketterl, 24.6 Zusammenfassung der Ergebnisse in:

Jochen Drukarczyk, Dietmar Ernst (Ed.)

Branchenorientierte Unternehmensbewertung, page 635 - 636

3. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3654-9, ISBN online: 978-3-8006-4464-3, https://doi.org/10.15358/9783800644643_635

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24 Bewertung von Beteiligungen an Containerschiffen 629 sich für solche Käufer anders darstellen als für die Investoren im Beispiel. Die in Kapitel 24.2 dargestellte hohe Volatilität der Charterraten trifft sie in vollem Umfang, während sie bei den Investoren im Beispiel risikostreuend wirkt. 24.6 Zusammenfassung der Ergebnisse Die Bewertung von Beteiligungen an Containerschiffen ist besonders vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses am Zweitmarkt für Beteiligungen an geschlossenen (Schiffs)Fonds interessant. Die DCF-Methoden sind auch auf die Bewertung von Containerschiffen anwendbar. Der APV- Ansatz ist dem Equity- Ansatz aus überlegen, da er in der Lage ist, unter der gegebenen autonomen Finanzierungspolitik ein eigenständiges Bewertungsergebnis abzuleiten. Ein Steuervorteil aus der Fremdfinanzierung besteht aufgrund der Besonderheiten der Tonnagesteuer nicht. Sie erlaubt keinen Abzug von Zinszahlungen von der steuerlichen Bemessungsgrundlage. Die für die Überschüsse der Einschiffsgesellschaft resultierende Steuerbelastung ist zustandsunabhängig und sehr gering. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Bewertung ohne die Berücksichtigung von Steuern auskommen kann, da die Alternativrendite in der Regel der Besteuerung unterliegt. Es wurde gezeigt, wie sich die Bewertungssituation im APV- Ansatz modellieren lässt. Dabei wurde eine sehr puristische Version gewählt, die die Wertbeiträge der einzelnen Einflussfaktoren deutlich macht. Der größte Problembereich ist die Bestimmung von risikoäquivalenten Diskontierungssätzen. Durch eine Ausweitung der Grundidee des CAPM auf Schiffsbeteiligungen als Teil des Portefeuilles der zu betrachtenden Investoren lässt sich die Unsicherheit im Bewertungskalkül jedoch einfangen. Die ermittelten Risikoprämien sind erstaunlich niedrig – die errechneten Werte liegen um 4 % – befinden sich jedoch in der Region der langfristig mit Schiffsbeteiligungen erzielten Renditen. Somit bleibt weiter festzuhalten, dass sich die Anlage in Schiffsbeteiligungen zur Risikostreuung im Rahmen einer rationalen Portfeuillebildung eignet. Ein Vergleich der Bewertungsergebnisse mit empirischen Verkaufspreisen für gebrauchte Schiffe ergibt deutliche Unterschiede: Die errechneten Werte liegen deutlich über den empirischen Preisen. Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Risikoeinschätzung der Investoren, die ganze Containerschiffe erwerben und derer, die lediglich Beteiligungen daran als Teil ihres hochdiversifizierten Portefeuilles halten. Michael Ketterl630 Anhang 1: Entziehbare Überschüsse der „NV Portugal Senator“ Variante I Die folgende Tabelle gibt die entziehbaren Überschüsse der „NV Portugal Senator“ für die Variante I der Beispielbewertung an. 1t 2 3 4 5 31022102110201029002rhaJ Charterrate/ Verkaufserlös 11.060.000 11.060.000 11.060.000 11.060.000 11.237.917 - Schiffsbetriebskosten -3.598.900 -3.706.867 -3.818.073 -3.932.615 -4.050.594 - Kosten der Einschiffsgesellschaft -1.106.000 -1.106.000 -1.106.000 -1.106.000 -1.123.792 - Steuer -22.913 -22.913 -22.913 -22.913 -22.913 =entziehbarer Überschuss 6.332.187 6.224.220 6.113.014 5.998.472 6.040.618 019876t 81027102610251024102rhaJ Charterrate/ Verkaufserlös 11.237.917 11.237.917 11.237.917 11.237.917 11.237.917 - Schiffsbetriebskosten -4.172.111 -4.297.275 -4.555.111 -4.828.418 -5.118.123 - Kosten der Einschiffsgesellschaft -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 - Steuer -22.913 -22.913 -22.913 -22.913 -22.913 =entziehbarer Überschuss 5.919.101 5.793.937 5.536.101 5.262.794 4.973.089 5141312111t 32022202120202029102rhaJ Charterrate/ Verkaufserlös 11.237.917 11.237.917 11.237.917 11.237.917 11.237.917 - Schiffsbetriebskosten -5.425.210 -5.750.723 -6.095.766 -6.461.512 -6.849.203 - Kosten der Einschiffsgesellschaft -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 - Steuer -22.913 -22.913 -22.913 -22.913 -22.913 =entziehbarer Überschuss 4.666.002 4.340.489 3.995.446 3.629.700 3.242.009 0291817161t 82027202620252024202rhaJ Charterrate/ Verkaufserlös 11.237.917 11.237.917 11.237.917 11.237.917 11.237.917 - Schiffsbetriebskosten -7.260.155 -7.695.765 -8.157.511 -8.810.111 -9.514.920 - Kosten der Einschiffsgesellschaft -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 -1.123.792 - Steuer -22.913 -22.913 -22.913 -22.913 -22.913 =entziehbarer Überschuss 2.831.057 2.395.447 1.933.701 1.281.101 576.292 Tab. 24-14: Entziehbare Überschüsse der „NV Portugal Senator“ – Variante I

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Zusammenfassung

Beschäftigt man sich mit der Praxis der Unternehmensbewertung, so zeigt sich, dass hier zahlreiche Spezifika vorliegen, die vom Bewerter berücksichtigt werden müssen. Diese sind zum einen in Marktpotenzialen begründet, in Lebenszyklen, in potenziellen Synergieeffekten oder in Integrationsproblemen.

Eine detaillierte Branchenkenntnis und -analyse ist Basis einer fundierten Unternehmensplanung, die wiederum maßgeblich die Qualität der Unternehmensbewertung beeinflusst.

Es gehört also zum Selbstverständnis, dass sich der Bewerter intensiv mit entsprechenden Branchen sowie deren Besonderheiten beschäftigt.

Dieses Buch wird ihm dabei wertvolle Hilfe sein.

- zur Bewertung von Unternehmen sind Branchenkenntnisse notwendig

- neue Beiträge über die Bewertung von Brauereien und von Infrastrukturprojekten wie dem Eurotunnel

- das maßgebliche Werk zur branchenorientierten Bewertung von Unternehmen

"Die Beiträge sind sehr anschaulich … Das Werk und seine einzelnen Beiträge können jedem empfohlen werden, der sich mit Fragen der Unternehmensbewertung … beschäftigt."

Peter Bömelburg, Die Wirtschaftsprüfung 2/2009

Die einzelnen Beiträge folgen einem einheitlichen und praxisorientierten Grundgerüst:

- Charakterisierung der Branche

- Ermittlung der Plandaten der Unternehmensbewertung

- Branchenspezifische Ansätze der Unternehmensbewertung

- Praxisbeispiele.

Prof. Dr. Dr. h.c. Jochen Drukarczyk war Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung an der Universität Regensburg. Er hat darüber hinaus zahlreiche Gastprofessuren in England, Frankreich, Österreich und Deutschland wahrgenommen. Seine bevorzugten Arbeitsgebiete sind Bewertung, Sanierung und Analyse institutioneller Regelungen auf Kreditmärkten.

Dr. Dr. Dietmar Ernst ist Professor für Corporate Finance an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen. Ferner ist er Direktor des Deutschen Instituts für Corporate Finance (DICF).

Für Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Finanzierung, Rechnungslegung und Controlling, für Experten in Kreditinstituten sowie für Unternehmens-, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.