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6.4 Anwendungen und Erweiterungen in:

Norbert Hirschauer, Oliver Mußhoff

Modernes Agrarmanagement, page 284 - 295

Betriebswirtschaftliche Analyse- und Planungsverfahren

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4743-9, ISBN online: 978-3-8006-4457-5, https://doi.org/10.15358/9783800644575_284

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274 6 Investitionsplanung und Finanzierung 6.4 Anwendungen und ErweiterungenFinanzmathematische Berechnungen werden mittlerweile größtenteils mit Tabellenkalkulationspro-grammen durchgeführt. Wir zeigen deshalb in Punkt 6.4.1, wie man MS-EXCEL nutzen kann, umpraktisch die Rentabilität von Investitionen zu bewerten. Zudem haben wir bei unseren bisherigenInvestitionsanalysen aus Vereinfachungsgründen von Inflation und Steuern abstrahiert. Dies stellt keinerealistische Annahme dar. In den Punkten 6.4.2 und 6.4.3 gehen wir deshalb der Frage nach, welcheRentabilitätswirkungen Inflation und Steuern haben und wie man sie in der Investitionsplanung berück-sichtigen kann. 6.4.1 Nutzung von TabellenkalkulationsprogrammenUm zu verdeutlichen, wie man die Rentabilität von Investitionen mit Hilfe von Tabellenkalkulationspro-grammen, wie z.B. MS-EXCEL, beurteilt, betrachten wir noch einmal die in Punkt 6.3.1 beschriebeneKaktusinvestition: Der Anschaffungswert beträgt 1 000 € und nach einer Nutzungsdauer von 2 Jahrenwird ein einmaliger Investitionsrückfluss in Höhe von 1 500 € erzielt. Die Investition wird zu jeweils 50%eigen- und fremdfinanziert. Die Opportunitätskosten des Eigenkapitals betragen 5% p.a. und das Fremd-kapital ist zu einem Zinssatz von 9% p.a. verfügbar. Unter Anwendung der finanzmathematischen Funkti-onen von MS-EXCEL berechnen wir den Kapitalwert, den internen Zinsfuß und die Leistungs-Kostendifferenz. Um die allgemeine Vorgehensweise aufzuzeigen, verzichten wir auf rechentechnischeVereinfachungen, die für diese einfache Investition mit nur einer Auszahlung und einer Einzahlungmöglich wären. Der Aufbau des MS-EXCEL-Arbeitsblatts in Tab. 6-16 verdeutlicht, dass wir wiederumdarauf geachtet haben, ein funktionsfähiges Modell zu erstellen, in dem lediglich die Ausgangsparameterals Zahlenwerte eingegeben sind. Dies ermöglicht eine schnelle Durchführung von Variantenrechnungen(vgl. auch Punkt 5.3.2).In den Zeilen 1 bis 5 der Tab. 6-16 ist der Investitionsplan angezeigt. In Zeile 5 werden die Annahmenbzgl. der Ein- und Auszahlungen aggregiert. Dazu wird die in Zelle B5 formulierte Formel:B5: =B3-B4in die Zellen C5 und D5 kopiert. Zeile 5 stellt die sog. letzte Zeile des Investitionsplans dar und bildet dieGrundlage der Rentabilitätsanalyse. In den Zeilen 7 bis 11 sind die weiteren Annahmen festgehalten, die zurBestimmung des in Zeile 12 berechneten Kalkulationszinsfußes (vgl. Gleichung (6-16)) erforderlich sind:B12: =(B8*B9+B10*B11)/B4Die Zelle B11 ist dabei wie folgt definiert:B11: =B4-B9Für finanzmathematische Kalkulationen stellt MS-EXCEL eine Vielzahl von Funktionen zur Verfügung.Über das Funktionssymbol ݂ݔ, das sich neben der Eingabezeile befindet, können die Funktionen in derKategorie „Finanzmathematik“ aufgerufen werden. Die Nettobarwert- bzw. NBW-Funktion erlaubt dieBerechnung des Kapitalwertes einer Investition (vgl. Gleichung (6-18)). Bezogen auf das betrachteteBeispiel ist zu formulieren:B15: =NBW(B12;C5:D5)+B5Zur Diskontierung wird der Kalkulationszinsfuß verwendet, der in Zelle B12 definiert ist. In den Zellen C5bis D5 stehen die jährlichen Investitionsrückflüsse, die zu diskontieren sind. Zahlungen des Jahres 0 dürfen nicht in die NBW-Funktion integriert werden, da die erste der in der Funktion angegebenen Zahlungen alsZahlung des Jahres 1 verstanden und unter Verwendung des Diskontierungsfaktors für ein Jahr abgezinstwird. Man könnte auch sagen, dass durch die NBW-Funktion der Barwert der zukünftigen Investitionsrück-flüsse berechnet wird, von dem dann noch der Anschaffungswert der Investition zu subtrahieren ist. 6.4 Anwendungen und Erweiterungen 275 Tab. 6-16: Modell zur Rentabilitätsanalyse von Investitionen für das Beispiel „Kaktuskauf“ a)A B C D1 Aufstellung des Investitionsplans2 Jahr ݐ 0 1 23 Einzahlungen ݁௧ (€) 0 1 5004 Auszahlungen ܽ௧ (€) 1 000 0 05 Einzahlungsüberschüsse ݁௧ − ܽ௧ (€) -1 000 0 1 50067 Bestimmung des Kalkulationszinsfußes8 Zinsansatz für Eigenkapital ݅ா௄ 5%9 Eigenkapitaleinsatz ܧܭ (€) 50010 Zinssatz für Fremdkapital ݅ி௄ 9%11 Fremdkapitaleinsatz ܨܭ (€) 50012 Kalkulationszinsfuß ݅௞௔௟௞ 7%1314 Berechnung der Investitionskalküle15 Kapitalwert ܭܹ (€) 31016 Interner Zinsfuß ݅௜௡௧ 22,47%17 Leistungs-Kostendifferenz ܮܭܦ (€) 17218 Durchschnittsleistung ܦܮ (€) 72519 Durchschnittskosten ܦܭ (€) 553a) Zellen, die Formeln beinhalten, sind grau unterlegt.Die Interne-Kapitalverzinsung- bzw. IKV-Funktion liefert den internen Zinsfuß einer Zahlungsreihe (vgl.Gleichung (6-20)) und wird wie folgt umgesetzt:B16: =IKV(B5:D5)Es ist zu beachten, dass die IKV-Funktion nur anwendbar ist, wenn die anfängliche Zahlung ein anderesVorzeichen aufweist als der verbleibende Zahlungsstrom.Die Leistungs-Kostendifferenz kann über das Verrenten des Kapitalwertes bestimmt werden (vgl. Glei-chung (6-24)). Dies erfolgt über die Regelmäßige-Zahlungen- bzw. RMZ-Funktion, die den Wieder-gewinnungsfaktor liefert, der multipliziert mit dem Gegenwartswert zur gesuchten Annuität führt:B17: =B15*-RMZ(B12;D2;1)Bei der Berechnung der Leistungs-Kostendifferenz wird auf den in Zelle B15 berechneten Kapitalwert,den in Zelle B12 definierten Kalkulationszinsfuß und die in Zelle D2 spezifizierte Nutzungsdauer zurück-gegriffen. Bei Verwendung der RMZ-Funktion wird ein automatischer Vorzeichenwechsel vorgenommen:Wenn der zu verrentende Barwert positiv ist, wird eine negative Annuität ausgewiesen und umgekehrt.Diese formelmäßige Umkehrung des Zahlungsstroms ist darin begründet, dass die RMZ-Funktion implizitdie Perspektive eines Annuitätendarlehens (vgl. Punkt 6.6.1c) einnimmt: Die Vergabe (der Erhalt) einesDarlehens im Jahr 0 stellt für die Bank (den Darlehensnehmer) eine Auszahlung (Einzahlung) dar. In derZukunft entstehen dafür Kapitaldienstzahlungen, die für die Bank (den Darlehensnehmer) Einzahlungen(Auszahlungen) sind. Der automatische Vorzeichenwechsel kann neutralisiert werden, indem die RMZ-Funktion mit -1 multipliziert wird.Die Formulierung „=-RMZ(B12;D2;1)“ liefert den Wiedergewinnungsfaktor für einen Zinssatz von 7% undeine Laufzeit von 2 Jahren (ܹܨ଻%;ଶ) in Höhe von 0,5531 (vgl. Gleichung (6-11)). Zur Berechnung der zumKapitalwert gehörigen Annuität könnte auch direkt formuliert werden: 276 6 Investitionsplanung und Finanzierung B17: =-RMZ(B12;D2;B15)Neben dem Verrenten des Kapitalwertes kann die Leistungs-Kostendifferenz auch als Differenz zwischender Durchschnittsleistung und den Durchschnittskosten der Investition ermittelt werden (vgl.Gleichung (6-25)). Hat man - wie im vorliegenden Beispiel - keine homogenen zukünftigen Investitions-rückflüsse, so muss zunächst die jährliche Durchschnittsleistung berechnet werden, indem man den Bar-wert der Einzahlungen berechnet und diesen anschließend verrentet:B18: =NBW(B12;C3:D3)*-RMZ(B12;D2;1)Alternativ könnte in diesem einfachen Beispiel mit nur einer Einzahlung am Ende der Nutzungsdauer dieDurchschnittsleistung auch unter Verwendung des Kehrwertes der Zukunftswert- bzw. ZW-Funktionberechnet werden. Die ZW-Funktion selbst liefert den Endwertfaktor und - multipliziert mit einer vorge-gebenen Annuität - den Endwert einer Annuität. 1/ZW führt demzufolge zum Kehrwert des Endwertfaktors,d.h. dem sog. Endwertverteilungsfaktor, und - multipliziert mit einem vorgegebenen Zukunftswert - zurdazugehörigen Annuität. Bezogen auf das betrachtete Beispiel ist zu formulieren:B18: =D3*(-1/ZW(B12;D2;1)) Tab. 6-17: Übersicht häufig gebrauchter finanzmathematischer MS-EXCEL-FunktionenFunktionsname Beschreibung Syntax BesonderheitDeutsch EnglischNBW NPV(netpresentvalue) Liefert den Barwert zukünftigerZahlungen oder Zahlungsüber-schüsse =NBW(݅௞௔௟௞;݁ଵ − ܽଵ;…;݁ே − ܽே) Der erste in die Funktionintegrierte Wert wird be-reits diskontiert a)IKV IRR(internalrate ofreturn) Liefert die interne Verzinsungeiner Zahlungsreihe =IKV(݁଴ − ܽ଴;…;݁ே − ܽே) Die anfängliche Zahlungmuss ein von den übrigenZahlungen verschiedenesVorzeichen aufweisenBW PV(presentvalue) Liefert den Barwert einer Annui-tät bei gegebenem Zins und ge-gebener Laufzeit; Spezialfall vonNBW = −BW(݅௞௔௟௞; ܰ; ܣ) AutomatischerVorzeichenwechsel RMZ PMT(paymentmade eachperiod) Liefert die Annuität für einenGegenwartswert bei gegebenemZins und gegebener Laufzeit;Umkehroperation zu BW = −RMZ(݅௞௔௟௞; ܰ; ܥ଴) AutomatischerVorzeichenwechsel KAPZ PPMT(principalpaymentfor a givenperiod) Liefert den Kapitalanteil einerAnnuität in einer bestimmtenPeriode ݐ (z.B. Tilgungsanteil desKapitaldienstes im Jahr 10 beieinem 20-jährigen Annuitäten-darlehen) = −KAPZ(݅௞௔௟௞; ݐ;ܰ; ܥ଴) Automatischer Vorzei-chenwechsel (die Summeaus KAPZ und ZINSZergibt immer RMZ) ZINSZ IPMT(interestpaymentfor a givenperiod) Liefert den Zinsanteil einer An-nuität in einer bestimmten Peri-ode ݐ (z.B. Zinsanteil des Kapi-taldienstes im Jahr 10 bei einem20-jährigen Annuitätendarle-hen) = −ZINSZ(݅௞௔௟௞; ݐ;ܰ; ܥ଴) Automatischer Vorzei-chenwechsel (die Summeaus KAPZ und ZINSZergibt immer RMZ) ZW FV(futurevalue) Liefert den zukünftigen Wert ei-ner Annuität bei gegebenem Zinsund gegebener Laufzeit = −ZW(݅௞௔௟௞; ܰ; ܣ) AutomatischerVorzeichenwechsela) Bei der Berechnung des Kapitalwertes muss der Anschaffungswert außerhalb der NBW-Funktion be-rücksichtigt werden: ܭܹ = NBW(݅௞௔௟௞; ݁ଵ − ܽଵ;… ; ݁ே − ܽே) − ܽ଴. 6.4 Anwendungen und Erweiterungen 277 Die Durchschnittskosten entsprechen dem verrenteten Anschaffungswert:B19: =B4*-RMZ(B12;D2;1)Für die Berechnung der Leistungs-Kostendifferenz gilt also alternativ:B17: =B18-B19Das Kapitalisieren eines homogenen Zahlungsstroms (Umkehroperation des Verrentens bzw. der RMZ-Funktion) kann unter Verwendung der Barwert- bzw. BW-Funktion durchgeführt werden. Mit anderenWorten: Wenn unter Rückgriff auf die Durchschnittsleistung und die Durchschnittskosten zunächst dieLeistungs-Kostendifferenz berechnet worden wäre und anschließend nach dem dazugehörigen Kapital-wert gefragt wird, dann könnte man formulieren:B15: =B17*-BW(B12;D2;1)Während die NBW-Funktion sowohl zur Berechnung des Barwertes eines heterogenen als auch eines ho-mogenen Zahlungsstroms verwendet werden kann, ist die Anwendung der BW-Funktion nur im Spezial-fall einer Rente möglich. Sowohl bei Verwendung der ZW- als auch der BW-Funktion ist - wie bei der RMZ-Funktion - der automatische Vorzeichenwechsel zu beachten.In Tab. 6-17 sind die wichtigsten finanzmathematischen MS-EXCEL-Funktionen nochmals zusammen-fassend dargestellt. Neben den hier für das Beispiel genutzten Funktionen sind zusätzlich die häufiggenutzten Funktionen „KAPZ“ und „ZINSZ“ aufgenommen. 6.4.2 InflationGanz allgemein bezeichnet man mit Inflation eine Geldentwertung, d.h. eine Verminderung der Kaufkraftje Geldeinheit infolge eines Anstiegs des allgemeinen Preisniveaus in einer Volkswirtschaft. Die Höhe derInflation wird über Preisindizes gemessen. Um „echte Preisänderungen“ (Änderungen der Preisverhält-nisse) von einer Verschiebung des allgemeinen Preisniveaus (Inflation) zu unterscheiden, differenziertman zwischen Realzins und Nominalzins sowie zwischen realen Preisen und nominalen Preisen. DerZusatz „real“ bezeichnet dabei die um die Inflation bereinigten, d.h. die deflationierten Größen. „Nominal“bezieht sich dagegen auf die Zinssätze und Preise, so wie sie inkl. Inflation ausgewiesen werden.Wenn ein Investor einen Betrag ܥ଴ = 1 000 € zum Nominalzins ݅௡௢௠ = 4% p.a. anlegt, erhält er nacheinem Jahr einen Betrag von ܥଵ௡௢௠ = ܥ଴ ∙ (1 + ݅௡௢௠) = 1 040 €. Beträgt die Inflationsrate ݅௜௡௙௟ allerdingsauch 4% p.a., so erzielt er eine reale Verzinsung ݅௥௘௔௟ von 0%. Er hat durch die einjährige Kapitalanlagekeine zusätzliche Kaufkraft gewonnen, da der inflationsbereinigte zukünftige Wert dem investierten Kapi-talbetrag entspricht (ܥଵ௥௘௔௟ = ܥଵ௡௢௠ ∙ (1 + ݅௜௡௙௟)ିଵ = 1 040 ∙ 1,04ିଵ = 1 000). Die Herleitung des Realzins-satzes und damit den allgemeinen Zusammenhang zwischen realem Zinssatz ݅௥௘௔௟, nominalem Zinssatz݅௡௢௠ und Inflationsrate ݅௜௡௙௟ verdeutlicht die folgende Gleichung:ܥ଴ = ܥ௧௥௘௔௟ ∙ (1 + ݅௜௡௙௟)௧ᇣᇧᇧᇤᇧᇧᇥூ௡௙௟௔௧௜௢௡ᇣᇧᇧᇧᇧᇧᇤᇧᇧᇧᇧᇧᇥ஼೟೙೚೘ ∙ (1 + ݅௡௢௠)ି௧ᇣᇧᇧᇧᇤᇧᇧᇧᇥ஺௕௭௜௡௦௨௡௚ = ܥ௧௥௘௔௟ ∙ (1 + ݅௥௘௔௟)ି௧ ⇔ ݅௥௘௔௟ = 1 + ݅௡௢௠1 + ݅௜௡௙௟ − 1 (6-38) Gleichung (6-38) verdeutlicht, dass die finanzmathematische Behandlung nominaler Preise oder Zah-lungsströme mit nominalen Zinssätzen (ܥ଴ = ܥ௧௡௢௠ ∙ (1 + ݅௡௢௠)ି௧) zum gleichen Ergebnis führt wie dieBehandlung realer Preise oder Zahlungsströme mit realen Zinssätzen (ܥ଴ = ܥ௧௥௘௔௟ ∙ (1 + ݅௥௘௔௟)ି௧). Es gibtalso zwei Möglichkeiten zur Berücksichtigung von Inflation bei der Rentabilitätsanalyse von Investiti-onen, die zum gleichen Ergebnis führen: Entweder werden nominale Zahlungsströme mit dem Nominal-zins auf- und abgezinst oder man arbeitet mit realen Zahlungsströmen und dem Realzins. Andere 278 6 Investitionsplanung und Finanzierung „Mischungen“ sind unzulässig und führen zum falschen Ergebnis. Welche der beiden Varianten man wählt,hängt vom Planungsumfeld ab. Bei sehr hohen Inflationsraten wird man eher mit realen Größenarbeiten, da diese bei aller Unsicherheit besser zu prognostizieren sind als nominale Größen. Beispiel 6-18Investitionsplanung und Inflation - WildgehegeNehmen wir an, Sie können in ein Wildgehege investieren, das 10 000 € kostet, eine Nutzungsdauer von5 Jahren hat und in jedem Nutzungsjahr einen nominalen Investitionsrückfluss von 3 000 € liefert. Die In-vestition ist eigenkapitalfinanziert. Die Opportunitätskosten des Eigenkapitals betragen nominal݅௞௔௟௞௡௢௠ = 10% p.a. Die Inflationsrate ݅௜௡௙௟ liegt bei 4% p.a. Werden die nominalen Einzahlungsüberschüssedieser Investition (Tab. 6-18, Zeile 1) unter Verwendung des nominalen Kalkulationszinsfußes ݅௞௔௟௞௡௢௠ dis-kontiert (Zeile 2) und die diskontierten Zahlungen aufsummiert, ergibt sich ein Kapitalwert in Höhe von1 372 € (Zeile 3).Zum gleichen Kapitalwert gelangt man, wenn man auf den realen Zahlungsstrom zurückgreift (Zeile 4).Bei dieser Vorgehensweise wird letztlich der Abzinsungsvorgang in zwei Schritte aufgeteilt: Zunächstwerden die nominalen Einzahlungsüberschüsse mit der Inflationsrate deflationiert und somit auf dasPreisniveau von ݐ = 0 normiert. Dann werden die so berechneten realen Einzahlungsüberschüsse mitdem realen Kalkulationszinsfuß ݅௞௔௟௞௥௘௔௟ diskontiert. ݅௞௔௟௞௥௘௔௟ liegt gemäß Gleichung (6-38) bei 5,77% p.a.(= 1,10/1,04 − 1). Tab. 6-18: Berücksichtigung von Inflation für den Kauf eines Wildgeheges (€) a)Jahr ݐ 0 1 2 3 4 5 Kapitalwert unter Rückgriff auf nominalen Zahlungsstrom und Nominalzins1 Nominale Einzahlungsüberschüsse ݁௧ − ܽ௧ -10 000 3 000 3 000 3 000 3 000 3 0002 Diskontierte nominale Einzahlungsüber-schüsse (݁௧ − ܽ௧) ∙ (1 + ݅௞௔௟௞௡௢௠)ି௧ -10 000 2 727 2 479 2 254 2 049 1 8633 Kapitalwertࡷࢃ: 1 372 Kapitalwert unter Rückgriff auf realen Zahlungsstrom und Realzins4 Reale Einzahlungsüberschüsse(݁௧ − ܽ௧) ∙ (1 + ݅௜௡௙௟)ି௧ -10 000 2 885 2 774 2 667 2 564 2 4665 Diskontierte reale Einzahlungsüberschüsse(݁௧ − ܽ௧) ∙ (1 + ݅௞௔௟௞௥௘௔௟ )ି௧ -10 000 2 727 2 479 2 254 2 049 1 8636 Kapitalwertࡷࢃ: 1 372a) ݅௞௔௟௞௡௢௠ = 10%, ݅௜௡௙௟ = 4% und ݅௞௔௟௞௥௘௔௟ = 5,77% p.a.Ende des Beispiels Der Realzins wird vielfach approximativ als Differenz zwischen dem Nominalzins und der Inflationsratebestimmt: ݅௥௘௔௟ = ݅௡௢௠ − ݅௜௡௙௟. Das ist bei geringen Zinssätzen akzeptabel. Mit steigenden Zinssätzennimmt der Approximationsfehler aber zu. Im Folgenden betrachten wir nominale Zahlungsströme undnominale Zinssätze. Es wird - sofern keine Unterscheidung zwischen realen und nominalen Größen erfor-derlich ist - auf das Kürzel „݊݋݉“ verzichtet, d.h. es gilt: ܥ௧௡௢௠ = ܥ௧ und ݅௞௔௟௞௡௢௠ = ݅௞௔௟௞. 6.4.3 SteuernHinsichtlich der Auswirkungen von Steuern auf die Rentabilität von Investitionen ist zunächst zu unter-scheiden, ob die Steuern gewinnunabhängig oder gewinnabhängig sind. Zu den Steuern i.w.S. gehören 6.4 Anwendungen und Erweiterungen 279 auch Arbeitsleistungen im Dienste der Steuererhebung, wie z.B. die dafür benötigte Verwaltungsarbeitund die Kosten für den Steuerberater, die im Folgenden aber nicht weiter beachtet werden.Zu den gewinnunabhängigen Steuern gehören: • Verbrauchsteuern, die auf den Verbrauch von Gütern erhoben werden, im Verkaufspreis enthaltensind und vom Verkäufer abgeführt werden (z.B. Mineralölsteuer oder Stromsteuer), • Verkehrsteuern, die wirtschaftliche Vorgänge besteuern (z.B. Umsatzsteuer, bei Abschluss einerVersicherung anfallende Versicherungsteuer oder bei Erwerb eines Grundstücks zu zahlende Grund-erwerbsteuer) und • Substanzsteuern, die sich allein auf der Grundlage eines bestimmten Vermögensbestands ergeben(z.B. Grundsteuer oder Erbschaftsteuer).Gewinnunabhängige Steuern sind bei der Aufstellung des Investitionsplans zum Zeitpunkt ihrer Fälligkeit als Auszahlungen zu erfassen. Sie sind methodisch bei der Rentabilitätsanalyse genauso wieAuszahlungen für z.B. Reparaturen, Treibstoff oder Strom zu berücksichtigen, die durch die Investitionausgelöst werden. Nur hinsichtlich der Berücksichtigung der Umsatzsteuer, die umgangssprachlich auchals Mehrwertsteuer bezeichnet wird, ist eine Fallunterscheidung vorzunehmen: Bei regelumsatzbesteuerten Unternehmen ist sie ein durchlaufender Posten. Man arbeitet mit Nettopreisen, da die beimEinkauf von Produktionsmitteln gezahlte Umsatzsteuer, d.h. die sog. Vorsteuer, vom Finanzamt erstattetwird und die beim Verkauf eingenommene Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden muss. Pauschalierende Unternehmen bekommen dagegen die Vorsteuer nicht erstattet und müssen die beimVerkauf ihrer Produkte eingenommene Umsatzsteuer auch nicht abführen. Demzufolge ist bei der Aufstel-lung des Investitionsplans mit Bruttopreisen zu rechnen. Allerdings ist bei der Umsatzsteuer wegen derVorsteuerberücksichtigung auch der Wechsel zwischen den Besteuerungsformen (Pauschalierung vs. Re-gelbesteuerung) rentabilitäts- und investitionsrelevant.In Tab. 6-19 sind die wichtigsten gewinnabhängigen Steuern beschrieben, die in Unternehmen unter-schiedlicher Rechtsformen (vgl. Punkt 2.3.1) anfallen. Tab. 6-19: Kurzcharakterisierung der ErtragsteuernPersonensteuer GewerbesteuerEinkommensteuer KörperschaftsteuerSteuersubjekt Natürliche Personen Juristische Personen GewerbebetriebeBemessungs-grundlage Zu versteuerndes Einkommengemäß den sieben Einkunfts-arten a) Zu versteuerndes Ein-kommen gemäß demSteuerbilanzgewinn Gewerbeertrag (Steuerbi-lanzgewinn zzgl. Zurechnun-gen abzgl. Kürzungen)Steuersatz(Stand: 2013) Progressiver Grenzsteuersatz(Einzelveranlagung; § 32a EStG):- bis 8 130 €: Grundfreibetrag- 8 131 € bis 13 685 €: Grenz-steuersatz von 14% bis 24%- 13 686 € bis 53 727 €: Grenz-steuersatz von 24% bis 42%- 53 728 € bis 249 999 €: 42%- über 250 000 €: 45% 15% der Bemessungs-grundlage (vgl. §23 KStG) Bemessungsgrundlagex Gewerbesteuersatz b)(z.B. 14,35% in Berlin)= Gewerbesteuerschuld a) Dabei handelt es sich um Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständigerArbeit, nichtselbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie sonstigeEinkünfte (vgl. §2 EStG).b) Gewerbesteuersatz = Steuermesszahl (3,5%; vgl. §11 GewStG) x gemeindeabhängiger Hebesatz (z.B.410% in Berlin). 280 6 Investitionsplanung und Finanzierung Gewinnabhängige Steuern werden auch als Ertragsteuern bezeichnet. In diesem Zusammenhang sind zu-nächst die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer zu nennen. Zu diesen gewinnab-hängigen Steuern kommen Zuschlag- bzw. Annexsteuern, also der Solidaritätszuschlag und die Kirchen-steuer, hinzu. Die Bemessungsgrundlage des Solidaritätszuschlags ist die Einkommensteuer oder die Kör-perschaftsteuer. Mit „Bemessungsgrundlage“ ist dabei die Größe gemeint, auf die der Steuersatz ange-wendet wird, um die Steuerschuld zu ermitteln. Der Satz für den Solidaritätszuschlag beträgt 5,5%. Be-trägt die Einkommensteuer bspw. 1 000 €, dann fallen 55 € Solidaritätszuschlag an. Die Kirchensteuer, dienur für konfessionsgebundene Natürliche Personen erhoben wird, liegt - je nach Bundesland - zwischen8% und 9% der Einkommensteuer. Da sie bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens als Son-derausgabe absetzbar ist, ist die effektive Belastung geringer. Die genannten Steuersätze spiegeln denStand von 2013 wider und sollen einen Eindruck über das ungefähre Niveau der jeweiligen Ertragsteuervermitteln. Zu beachten ist aber, dass Steuersätze häufigen Veränderungen unterworfen sind.Das maßgebliche Gesetz für die Einkommensteuer, die auf das Einkommen von Natürlichen Personenerhoben wird, ist das Einkommensteuergesetz (EStG). Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer auf dasEinkommen Juristischer Personen. Im Körperschaftsteuerrecht gelten insbesondere hinsichtlich der Ein-kommens- und Gewinnermittlung die Vorschriften des Einkommensteuerrechts (vgl. Körperschaftsteuer-gesetz, KStG). Die rechtliche Basis der Gewerbesteuer bildet das Gewerbesteuergesetz (GewStG). Mit derGewerbesteuer werden Natürliche und Juristische Personen belastet, die Einkünfte aus einem Gewerbe-betrieb im Sinne des EStG haben. Zu beachten ist, dass auch Ausschüttungen an Anteilseigner einer Kapital-gesellschaft oder Genossenschaft der Einkommensteuer unterliegen. Mit anderen Worten: Ein Unterneh-men zahlt bspw. Körperschaft- sowie Gewerbesteuer und auf Ausschüttungen des schon versteuerten Ge-winns an die Anteilseigner wird Einkommensteuer erhoben. Um die Rechtsform „Juristische Person“ nichtper se bzgl. der Steuerbelastung schlechter zu stellen als die Rechtsform „Natürliche Person“, sind Ein-künfte aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften vom Anteilseigner nur zum Teil zu versteuern (Teil-einkünfteverfahren).Gewinnabhängige Steuerzahlungen ergeben sich nicht ausschließlich auf der Grundlage der Einzahlungs-überschüsse einer einzelnen Investition. Vielmehr sind Ertragsteuern auf der Grundlage des Einkommensdes Gesamtunternehmens zu zahlen. Hinzu kommt, dass die Einkommenshöhe nicht nur die Bemessungs-grundlage bestimmt, sondern wegen der Progression der Einkommensteuer auch den Steuersatz. Kurzgesagt: Zur Ermittlung der steuerlichen Effekte, die durch ein Investitionsvorhaben ausgelöst werden, istnicht nur die Rentabilität der Investition, sondern auch der Gewinn des „Restunternehmens“ maßgeblich. Um diese Effekte genau zu berücksichtigen, müsste man auch für die Beurteilung einzelner Investiti-onen das Gesamtunternehmen mit und ohne Investition durchkalkulieren.Da diese Vorgehensweise sehr aufwändig ist und auch Planungsrechnungen nicht mehr kosten dürfen alssie bringen, versucht man vielfach, die steuerlichen Rentabilitätseffekte im Rahmen einer isoliertenBetrachtung zu approximieren. Dabei trifft man zwei vereinfachende Annahmen: Erstens, es wird miteinem allgemeinen konstanten Grenzsteuersatz gearbeitet. „Allgemein“ meint, dass verschiedenegewinnabhängige Steuern zu einem Steuersatz zusammengefasst werden. „Konstant“ meint, dass vonjedem Euro Zusatzgewinn, der durch die Investition generiert wird, ein fester Steuersatz ݏ an das Finanz-amt abgeführt werden muss. Dies entspricht der Annahme, dass der Grenzsteuersatz nicht durch diebetrachtete Investition beeinflusst wird. Zweitens, man unterstellt einen sofortigen und vollständigen Verlustausgleich. Das bedeutet, dass steuerliche Verluste, die ggf. in bestimmten Perioden auftreten,sofort zu einer zahlungswirksamen Steuerminderung führen. Man geht also davon aus, dass das Unter-nehmen in der Gewinnzone ist und auch ohne Investition Ertragsteuern zahlt, die dann bei Verlusten ausder Investition entsprechend geringer ausfallen.Steuerliche Effekte haben sowohl einen Einfluss auf die zu berücksichtigenden Einzahlungsüberschüsseals auch auf den relevanten Kalkulationszinsfuß. Ersetzt man in der Kapitalwertformel (6-18) die Vor- 6.4 Anwendungen und Erweiterungen 281 steuergrößen durch die Nachsteuergrößen, so erhält man schließlich die Kapitalwertformel nach Steuern (ܭܹ௦௧; after-tax net present value):ܭܹ௦௧ =෍(݁௧ − ܽ௧)௦௧ ∙ (1 + ݅௞௔௟௞௦௧ )ି௧ே௧ୀ଴ (6-39)Dabei kennzeichnet (݁௧ − ܽ௧)௦௧ die Einzahlungsüberschüsse nach Steuern und ݅௞௔௟௞௦௧ den Kalkulationszins-fuß nach Steuern.Zur Ermittlung der Einzahlungsüberschüsse nach Steuern (݁௧ − ܽ௧)௦௧ sind die Einzahlungsüberschüssevor Steuern um die zusätzlich zu zahlenden oder gesparten Steuern zu bereinigen: (݁௧ − ܽ௧)௦௧ =൞−ܣܹ,(݁௧ − ܽ௧) − ݏ ∙ [(݁௧ − ܽ௧) − ܣ݂ܽ௧௦௧],(݁ே − ܽே) − ݏ ∙ [(݁ே − ܴܹ − ܽே) − ܣ݂ܽே௦௧] − ݏ ∙ (ܴܹ − ܤ ேܹ௦௧), wenn ݐ = 0wenn 0 < ݐ < ܰwenn ݐ = ܰ (6-40)In Worten bedeutet Gleichung (6-40): • Zeile 1: Im Jahr Null entspricht der durch die Investition ausgelöste Einzahlungsüberschuss den amEnde des Jahres Null anfallenden Anschaffungskosten. Durch die Investition werden weder Steuer-zahlungen noch Steuereinsparungen ausgelöst, da die Anschaffungskosten eine Auszahlung, aberkeinen Aufwand darstellen. • Zeile 2: Vom Jahr 1 bis zum vorletzten Nutzungsjahr ergibt sich der durch die Investition ausgelösteEinzahlungsüberschuss aus dem Einzahlungsüberschuss vor Steuern abzgl. der zusätzlich gezahltenbzw. zzgl. der gesparten Steuern. Der durch die Investition ausgelöste und zu versteuernde Zusatz-gewinn bzw. -verlust entspricht dem um die steuerlichen Abschreibungen ܣ݂ܽ௧௦௧ verminderten jähr-lichen Einzahlungsüberschuss der Investition. Dabei ist zu beachten, dass sich die relevanten Ab-schreibungen aus dem Anschaffungswert ܣܹ und der steuerlichen Nutzungsdauer ܰ௦௧ (z.B. gemäßAbschreibungstabelle der Finanzverwaltungen) ergeben. Durch die Multiplikation des steuerpflichtigenZusatzgewinns oder -verlusts mit dem Grenzsteuersatz ݏ ergibt sich die zusätzliche Steuerschuld bzw.-ersparnis. • Zeile 3: Am Ende der betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauer ܰ ist bei der Ermittlung der durchdie Investition verursachten Steuerschuld bzw. -ersparnis zu beachten, dass ein Restwert ܴܹ inForm eines Veräußerungserlöses anfallen kann, der vom Buchwert in der Bilanz ܤ ேܹ௦௧ abweicht.Eine solche Differenz führt zu einem steuerlich relevanten Veräußerungsgewinn oder -verlust. DerBuchwert selbst ist nicht zu versteuern, da ein Verkauf zum Buchwert einen reinen Aktivtauschdarstellt.Neben den Effekten, die von Ertragsteuern auf die Einzahlungsüberschüsse ausgehen, senkt die Berück-sichtigung von Ertragsteuern den Kalkulationszinsfuß. Zum einen sind im Fall einer Fremdfinanzierungdie Fremdkapitalzinsen steuerlich als Betriebsaufwand abzugsfähig. Zum anderen unterliegen im Fall ei-ner Eigenfinanzierung die Zinsen der Alternativanlage der Besteuerung (abgesehen von evtl. Freibeträ-gen). Beides senkt den Kalkulationszinsfuß nach Steuern ݅௞௔௟௞௦௧ , der bei einem einheitlichen Grenzsteu-ersatz wie folgt ermittelt wird:݅௞௔௟௞௦௧ = ݅௞௔௟௞ − ݏ ∙ ݅௞௔௟௞ = (1 − ݏ) ∙ ݅௞௔௟௞ (6-41) Beispiel 6-19Investitionsplanung und Steuern - WildgehegeUm zu verdeutlichen, wie man Steuereffekte im Rahmen der oben beschriebenen Betrachtung eines ein-zelnen Vorhabens berücksichtigt, greifen wir erneut das Beispiel „Wildgehege“ auf. In den ersten drei 282 6 Investitionsplanung und Finanzierung Zeilen der Tab. 6-20 ist die Rentabilitätsbetrachtung vor Steuern noch einmal dargestellt. Wie wir bereitsgesehen haben (vgl. Beispiel 6-18), ergibt sich bei einem Kalkulationszinsfuß ݅௞௔௟௞ = 10% p.a. ein Kapital-wert vor Steuern von 1 372 €. Der interne Zinsfuß beträgt 15,2%.Der allgemeine Grenzsteuersatz ݏ, der alle relevanten Steuerbelastungen zusammenfassen soll, wird mitkonstant 35% angenommen. Steuerlich sei das Wildgehege über 6 Jahre (steuerliche Nutzungsdauerܰ௦௧ = 6 Jahre) linear auf einen Erinnerungswert von 1 € abzuschreiben. Sonderabschreibungen sind nichtmöglich. Die steuerliche Abschreibung ܣ݂ܽ௧௦௧ beträgt - wie in Zeile 5 angezeigt - in jedem Jahr also 1 667 €(= (10 000 − 1)/6). Die voraussichtliche betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer liegt aber nur bei ܰ = 5Jahren.Wie in Zeile 7 dargestellt ist, ergibt sich in den ersten vier Nutzungsjahren ein steuerlich relevanterGewinn von 1 333 € (jährlicher Investitionsrückfluss von 3 000 € abzgl. der jährlichen steuerlichen Ab-schreibung von 1 667 €). Im Jahr 5 ist zusätzlich noch der Buchverlust in Höhe von 1 667 € zu berück-sichtigen, durch den es zu einem negativen steuerlichen Gewinn von 333 € kommt. Die in Zeile 8 ausge-wiesenen, in den ersten vier Jahren zusätzlich zu zahlenden Steuern sowie die im Jahr 5 durch denVerlustausgleich erzielte Steuerminderung ergeben sich durch Multiplikation des zusätzlichen steuerlichrelevanten Gewinns (Zeile 7) mit dem allgemeinen konstanten Grenzsteuersatz ݏ = 35%. Die durch dieInvestition ausgelöste zusätzliche Steuerschuld beträgt in den ersten vier Jahren jeweils 467 €. Die Steuer-minderung im Jahr 5 beläuft sich auf 117 €. Der Kalkulationszinsfuß vor Steuern liegt bei 10%. DerKalkulationszinsfuß nach Steuern ݅௞௔௟௞௦௧ beträgt gemäß Gleichung (6-41) 6,5%. Für den Kapitalwert nachSteuern - verstanden als Summe der mit dem Kalkulationszinsfuß nach Steuern diskontierten Ein-zahlungsüberschüsse nach Steuern - ergibt sich dann ein Wert von 953 € (Zeile 9 bis 11). Mit anderenWorten: Der Kapitalwert sinkt mit der Berücksichtigung von Steuern, aber die vor Steuern rentableInvestition bleibt auch bei der Betrachtung nach Steuern rentabel. Der interne Zinsfuß nach Steuern be-trägt 9,9%. Tab. 6-20: Kapitalwert und steuerliche Effekte für den Kauf eines Wildgeheges (€) a)Jahr t 0 1 2 3 4 51 Einzahlungsüberschüsse vorSteuern ݁௧ − ܽ௧ -10 000 3 000 3 000 3 000 3 000 3 0002 Diskontierte Einzahlungsüberschüssebei ݅௞௔௟௞ = 10% -10 000 2 727 2 479 2 254 2 049 1 8633 Kapitalwert vor Steuernࡷࢃ: 1 3724 Buchwert der Anlage ܤ ௧ܹ 10 000 8 333 6 667 5 000 3 333 1 6675 Steuerliche Abschreibung ܣ݂ܽ௧௦௧ 1 667 1 667 1 667 1 667 1 6676 Buchgewinn -1 6677 Steuerlicher Gewinn 1 333 1 333 1 333 1 333 -3338 Zusätzliche Steuerschuld 467 467 467 467 -1179 Einzahlungsüberschüsse nachSteuern (݁௧ − ܽ௧)௦௧ -10 000 2 533 2 533 2 533 2 533 3 11710 Diskontierte Einzahlungsüberschüssebei ݅௞௔௟௞௦௧ = 6,5% -10 000 2 379 2 234 2 097 1 969 2 27511 Kapitalwert nach Steuernࡷࢃ࢙࢚: 953a) ݅௞௔௟௞ = 10% p.a., ݏ = 35%, ݅௞௔௟௞௦௧ = 6,5% p.a., ܰ௦௧ = 6 Jahre und ܴܹ = 0 €.Ende des Beispiels Wenn man bei einer isolierten Betrachtung einzelner Vorhaben einen einheitlichen Grenzsteuersatzunterstellt, ergeben sich verschiedene Effekte: (1) Die Reduzierung der Einzahlungsüberschüsse um die 6.4 Anwendungen und Erweiterungen 283 Steuerschuld wirkt mindernd auf die Rentabilität einer vor Steuern vorteilhaften Investition. (2) DieReduzierung des Kalkulationszinsfußes wirkt hingegen erhöhend auf die Rentabilität einer Investition.(3) In Abhängigkeit vom zeitlichen Anfall der abschreibungsbedingten Steuerminderungen und eines Buch-gewinns oder -verlusts kann es zu einer Veränderung der zeitlichen Struktur des Zahlungsstroms kom-men. Dies kann sich fallabhängig positiv oder negativ auf die Rentabilität auswirken. Die Wirkungen derbeiden erstgenannten Effekte kompensieren sich teilweise. Dabei überwiegt i.d.R. aber der rentabilitäts-senkende Effekt verringerter Einzahlungsüberschüsse. Es kommt jedoch meist nur zu einer Verschiebung des Rentabilitätsniveaus verschiedener Alternativen und nicht zu einer Veränderung ihrer Rangfolge. Eine vor Steuern rentable (rentablere) Investition bleibt auch nach der Berücksichtigung eineseinheitlichen Grenzsteuersatzes rentabel (rentabler). Ausnahmen hiervon können sich bei Investitionsal-ternativen ergeben, bei denen die Zahlungsstromstruktur sehr heterogen ist. Zudem ist möglicherweisenach der Berücksichtigung von Steuern die Rentabilität einer Investition zwar noch gegeben, fällt aber sogering aus, dass sie nicht mehr realisiert wird. Dies könnte darin begründet sein, dass die Mühen, die mitder Investition verbunden sind und die nicht in die Kalkulationen einbezogen wurden, zu hoch sind. Umdies einschätzen zu können, kann eine Berücksichtigung von Steuern bei der Investitionsplanung über ei-nen allgemeinen konstanten Grenzsteuersatz hilfreich sein.In der Regel kann aber die Entscheidung, ob eine Investition oder welche Investition durchgeführt wer-den soll, bei Unterstellung eines allgemeinen konstanten Grenzsteuersatzes unabhängig von der Be-rücksichtigung von Steuern erfolgen. Oder vorsichtiger formuliert: Im Interesse der Handhabbarkeitund Wirtschaftlichkeit der Planung ist es sinnvoll, die beiden Entscheidungsbereiche „Investitionspla-nung“ und „unternehmerische Steuerplanung“ zu separieren und die Optimierung der Steuerzahlungen als nachgelagertes Planungsproblem anzugehen. Allerdings stellt dies eine Vereinfachung dar,durch die - wie bei allen planerischen Vereinfachungen - in spezifischen Situationen die Gefahr vonFehlentscheidungen entstehen kann.Folgende Spezialfälle, bei denen nach Berücksichtigung von Steuern die Rangfolge zwischen verschiede-nen Handlungsalternativen verändert wird, sind vorstellbar: • Die Berücksichtigung von Ertragsteuern führt dazu, dass eine vor Steuern rentable Investition nach Steuern unrentabel oder im Vergleich zu Alternativinvestitionen weniger rentabel wird. DieserEffekt kann durch zwei Konstellationen verursacht werden: (1) Eine Investition weist vor Steuerneinen fallenden bzw. degressiven Zahlungsstrom auf, durch den es zu Beginn der Nutzungsdauer zusteuerlichen Gewinnen und damit Steuerzahlungen und später zu steuerlichen Verlusten und damitSteuerersparnissen kommt. Im Vergleich zur Betrachtung vor Steuern kommt es in diesem Fall durchden Verlustausgleich zu einer Verschiebung von Einzahlungen in Richtung Zukunft, die auf den Zeit-punkt der Investitionsdurchführung bezogen entsprechend weniger wert sind. (2) Ein Unternehmenmacht aus steuerlicher Sicht Sprünge, so dass der Grenzsteuersatz de facto größer wird als 100%.Denken Sie in diesem Zusammenhang bspw. an einen landwirtschaftlichen Betrieb, der nach einergrößeren Investition in die Schweinemast zu einem Gewerbebetrieb wird. • Die Berücksichtigung von Ertragsteuern führt dazu, dass eine vor Steuern unrentable Investition nach Steuern rentabel oder im Vergleich zu Alternativinvestitionen rentabler wird. Der Effekt, dassder Kapitalwert einer Investition ansteigt, wird auch als „Steuerparadoxon“ bezeichnet (vgl. Bei-spiel 6-20). Ein Steuerparadoxon kann entstehen, wenn eine Investition vor Steuern einen steigendenbzw. progressiven Zahlungsstrom aufweist, der zu Beginn der Nutzungsdauer steuerliche Verlusteund damit Steuerersparnisse und später steuerliche Gewinne und damit Steuerzahlungen verursacht.Im Vergleich zur Betrachtung vor Steuern kommt es in diesem Fall durch den Verlustausgleich zu ei-ner Verschiebung von Einzahlungen in Richtung Gegenwart, die auf den Zeitpunkt der Investitions-durchführung bezogen entsprechend mehr wert sind. Dieser Effekt kann sich in Verbindung mit demGesamtunternehmen noch zusätzlich verstärken. Ebenfalls kann bspw. der Investitionsabzugsbetrag 284 6 Investitionsplanung und Finanzierung (§7g EStG) dazu führen, dass eine vor Steuern unrentable Investition rentabel wird. Der Investitions-abzugsbetrag, der bis zum Jahr 2008 als Ansparabschreibung bezeichnet wurde, ermöglicht es einemUnternehmen, Abschreibungen in bis zu drei Wirtschaftsjahren vor der Anschaffung oder Herstellungeines Wirtschaftsgutes in Höhe von bis zu 40% der Anschaffungskosten anzusetzen.Wenn (Anzeichen für) derartige Sonderfälle vorliegen, muss die Rentabilität einer Investition nach Steu-ern im Rahmen einer fallspezifischen Analyse der gesamtbetrieblichen Situation untersucht werden. Diessetzt die Kenntnis der bis dato vorgenommenen unternehmerischen Steuerplanung sowie fundierteKenntnisse im komplexen und sich laufend ändernden Steuerrecht voraus. Hierfür wird in aller Regel einSpezialist, wie z.B. ein Steuerberater, erforderlich sein. Beispiel 6-20Steuerparadoxon - WildgehegeZur Verdeutlichung des Steuerparadoxons bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Wildgehege. Im Unter-schied zu den in Beispiel 6-19 beschriebenen Planannahmen unterstellen wir nun aber keinen konstanten,sondern einen progressiven Verlauf für den Investitionsrückfluss (vgl. Tab. 6-21, Zeile 1). Gedanklich kannman sich vorstellen, dass der Wildbestand in den ersten Jahren der Nutzung langsam heranwächst underst nach einer mehrjährigen Wachstumsperiode zur Schlachtreife gelangt. Bei einem Kalkulationszinsfußvon 10% p.a. ergibt sich ein Kapitalwert vor Steuern von -192 € (Zeile 3) und der interne Zinsfuß beträgt9,5%. Die Investition ist vor Steuern also nicht rentabel.Nach Steuern ergeben sich bei einem Grenzsteuersatz ݏ = 35% in den Jahren 1 und 2 aufgrund des unter-stellten sofortigen Verlustausgleichs höhere Einzahlungsüberschüsse (Zeile 9) als vor Berücksichtigungvon Steuern (Zeile 1). Dies wirkt rentabilitätserhöhend. In den Jahren 3 bis 5 sind die Rückflüsse dannzwar geringer. Das wirkt sich aber nicht so stark rentabilitätsmindernd aus, weil spätere Rückflüsse aufdas Jahr 0 bezogen ohnehin weniger wert sind. Letztlich ergibt sich bei einem Kalkulationszinsfuß nachSteuern von 6,5% ein Kapitalwert von 124 € und der interne Zinsfuß nach Steuern beträgt 6,8%. Damit istdie Investition nach Steuern rentabel. Tab. 6-21: Steuerparadoxon für den Kauf eines Wildgeheges (€) a)Jahr t 0 1 2 3 4 51 Einzahlungsüberschüsse vorSteuern ݁௧ − ܽ௧ -10 000 0 500 3 000 5 000 6 0002 Diskontierte Einzahlungsüberschüssebei ݅௞௔௟௞ = 10% -10 000 0 413 2 254 3 415 3 7263 Kapitalwert vor Steuernࡷࢃ: -1924 Buchwert der Anlage ܤ ௧ܹ 10 000 8 333 6 667 5 000 3 333 1 6675 Steuerliche Abschreibung ܣ݂ܽ௧௦௧ 1 667 1 667 1 667 1 667 1 6676 Buchgewinn -1 6677 Steuerlicher Gewinn -1 667 -1 167 1 333 3 333 2 6678 Zusätzliche Steuerschuld -583 -408 467 1 167 9339 Einzahlungsüberschüsse nachSteuern (݁௧ − ܽ௧)௦௧ -10 000 583 908 2 533 3 833 5 06710 Diskontierte Einzahlungsüberschüssebei ݅௞௔௟௞௦௧ = 6,5% -10 000 548 801 2 097 2 980 3 69811 Kapitalwert nach Steuernࡷࢃ࢙࢚: 124a) ݅௞௔௟௞ = 10% p.a., ݏ = 35%, ݅௞௔௟௞௦௧ = 6,5% p.a., ܰ௦௧ = 6 Jahre und ܴܹ = 0 €.Ende des Beispiels 6.5 Verschiedene Investitionssituationen 285 6.5 Verschiedene InvestitionssituationenEine fachkundige und zielgerichtete Interpretation von Investitionskalkülen (vgl. Abschnitt 6.3) setzt diegedankliche Durchdringung der zugrunde liegenden Entscheidungssituation voraus. Dies bedeutet, dassman sich darüber im Klaren sein muss, welche Handlungsalternativen zur Verfügung stehen. InPunkt 6.5.1 erläutern wir deshalb zunächst, wie Investitionsvorhaben zu bewerten sind, die nicht mit-einander in Beziehung stehen und unabhängig voneinander durchgeführt und kombiniert werden können.In Punkt 6.5.2 legen wir dar, wie vorzugehen ist, wenn Entweder-Oder-Entscheidungen, d.h. Auswahlent-scheidungen zwischen Investitionsalternativen zu treffen sind, die sich gegenseitig ausschließen. InPunkt 6.5.3 gehen wir der Frage nach, wie lange Investitionsgüter genutzt werden sollten. Dabei unter-scheiden wir danach, ob Folgeinvestitionen möglich sind oder nicht. 6.5.1 Investitionen ohne wechselseitige InterdependenzenBei der Rentabilitätsbewertung von Investitionen sind - wie bei allen Planungsrechnungen - die Kalkulati-onen so komplex wie nötig, aber so einfach wie möglich zu halten. In diesem Zusammenhang sind zweiAspekte zu beachten: (1) Wenn mehrere voneinander unabhängige Investitionsvorhaben durchführbarsind, kann die Rentabilität jeder Investition für sich beurteilt werden. Alle rentablen Investitionsalternativen werden realisiert. (2) Mit Blick auf die Vorgehensweise und den Aufwand bei der Bestimmung der zu berücksichtigenden Zahlungsströme eines Vorhabens lassen sich drei Situationen unterscheiden: • Eine Beschränkung auf die Auszahlungen und die alleinige Nutzung des Investitionskalküls „Durch-schnittskosten“ ist sinnvoll, wenn von vornherein klar ist, dass eine bestimmte Leistung erbrachtwerden muss und man im Rahmen eines reinen Kostenvergleichs nur noch nach dem kostengüns-tigsten Verfahren der Arbeitserledigung sucht. Derartige Verfahrensfragen treten in der Landwirt-schaft relativ häufig auf. Ein klassisches Beispiel ist die Make-or-Buy-Entscheidung, also z.B. dieFrage, ob der Drusch einer gegebenen Getreidefläche mit einem eigenen Mähdrescher oder durcheinen Lohnunternehmer günstiger ist. • Ist die Frage dagegen grundsätzlich offen, ob eine Investition getätigt werden soll, so muss auch dieEinzahlungsseite berücksichtigt werden. Bei der sog. isolierten Leistungsermittlung eines Vor-habens bestimmt man die Zahlungsströme der Investition losgelöst vom Restbetrieb. Diese Heran-gehensweise ist maßgeblich, wenn es sich um ein Investitionsvorhaben „auf der grünen Wiese“handelt, ein Betrieb also erst aufgebaut wird. Sie ist auch möglich, wenn die Verflechtung der betrach-teten Investition mit dem bestehenden Betrieb wenig komplex ist, so dass sich die dort verursachtenZahlungsstromänderungen einfach bestimmen lassen. Ein Beispiel ist die Bewertung einer Erweite-rungsinvestition in die Schweinemast in einem Marktfruchtbetrieb auf der Basis von Zukaufs-futtermitteln und neu einzustellenden Spezialarbeitskräften. Hier würde die Bestimmung der Zah-lungen, die ursächlich der Investition zuzurechnen sind, leicht fallen. • Wenn die betrachtete Investition die gesamte bestehende Betriebsorganisation beeinflusst, lassensich zwar planerische Annahmen für die Zahlungsströme des Gesamtbetriebs mit Investition treffen.Die Bestimmung der Zahlungsströme, die ursächlich durch die Investition ausgelöst werden, ist aberschwierig. In einer solchen Situation muss eine gesamtbetriebliche Betrachtung in Form einer sog. simultanen Leistungsermittlung vorgenommen werden. Hierbei werden zunächst die gesamtenZahlungsströme für die Situationen mit und ohne Vorhaben bestimmt und anschließend die Differenzzwischen den beiden Zahlungsströmen berechnet. Man bezeichnet dies auch als vollständigen Alter-nativenvergleich. Ein gutes Beispiel ist die Bewertung der Umstellung eines Betriebs auf den Öko-landbau: Man kann nicht den gesamten betrieblichen Deckungsbeitrag nach der Umstellung alsLeistung der Umstellungsinvestition verstehen. Gedanklich prognostiziert man deswegen zuerst die

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References

Zusammenfassung

Gemäß dem Motto „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“ geht es im vorliegenden Lehrbuch darum, Studierenden und Praktikern beim Erwerb analytischer Fähigkeiten und einer problemlösungsorientierten Methodenkompetenz zu helfen.

Für die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren stark verändert. Insbesondere der Wettbewerbsdruck und das unternehmerische Risiko sind infolge der Liberalisierung der Agrarmärkte und des Klimawandels angestiegen. Hinzu kommen ein laufender Anpassungsdruck an veränderte Verbraucherwünsche, neue gesellschaftliche Anforderungen sowie eine zunehmende Verflechtung zwischen den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. Das vorliegende Lehrbuch trägt diesen Entwicklungen durch die Fokussierung auf die praktische unternehmerische Entscheidungsunterstützung unter Risiko Rechnung.

Dieses Buch schafft zum einen das theoretisch-konzeptionelle Verständnis für die grundlegenden ökonomischen Strukturen der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungsanlässe. Zum anderen vermittelt es das handwerkliche Können im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Analyse- und Planungsinstrumenten, über das Manager in einer unsicheren Unternehmensumwelt verfügen müssen, um erfolgreiche Entscheidungen fällen zu können.

Aus dem Inhalt:

• Grundlagen und Ziele unternehmerischen Entscheidens

• Kontrolle und Analyse

• Produktionstheorie

• Produktionsprogrammplanung

• Investitionsplanung und Finanzierung

• Querschnittsaufgabe Risikomanagement

• Bewertung und Taxation

• Corporate Social Responsibility

Über die Autoren:

Prof. Dr. Oliver Mußhoff leitet den Arbeitsbereich für Landwirtschaftliche Betriebslehre am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg-August-Universität Göttingen.

Prof. Dr. Norbert Hirschauer ist Inhaber der Professur für Unternehmensführung im Agribusiness am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

(Logo Vahlens Online Materialien)

Für Dozenten steht auf der Website ein auf das Buch abgestimmter Foliensatz mit den Abbildungen und Tabellen des Buches zur Verfügung. Für Studierende sind Übungsaufgaben formuliert.