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4.7 Literaturhinweise in:

Norbert Hirschauer, Oliver Mußhoff

Modernes Agrarmanagement, page 197 - 198

Betriebswirtschaftliche Analyse- und Planungsverfahren

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4743-9, ISBN online: 978-3-8006-4457-5, https://doi.org/10.15358/9783800644575_197

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4.7 Literaturhinweise 185 konkrete betriebliche Entscheidungssituationen geeignete partielle Planungsverfahren (vgl. Punkt 2.5.3)entwickeln und sachgerecht anwenden zu können.Kurz zusammengefasst lässt sich der Beitrag, den diese Einführung in die Produktionstheorie leistet,wie folgt zusammenfassen: • Die Produktionstheorie stellt Entscheidungshilfen für einfache unternehmerische Fragestellungen bereit. Ein Beispiel ist die optimale Ausgestaltung von Produktionsverfahren mit Blick aufden Einsatz von Produktionsfaktoren, wie z.B. Stickstoff, die beliebig teilbar und in jeder beliebigenMenge beschaffbar sind. Hier reicht eine partielle Betrachtung aus, da die Bestimmung der optimalenStickstoffmenge weitgehend losgelöst vom Restbetrieb erfolgen kann. Allerdings setzt dies voraus,dass die Produktionsfunktion bekannt ist. • Die Behandlung einfacher produktionstheoretischer Fragen führt in die grundlegende ökonomischeDenkweise ein und ist die didaktische Voraussetzung für das Verständnis schwierigerer Entscheidungssituationen und der Abhängigkeit unternehmerischer Entscheidungen von denRahmenbedingungen. Dies bezieht sich insbesondere auf das Grenzwertdenken: Welche Leistungs-und Kostenveränderungen sind mit einer Veränderung der Betriebsorganisation verbunden? Über-steigen die Leistungen die Kosten, so dass der betrachtete Veränderungsschritt sinnvoll ist? • Die Produktionstheorie erlaubt im Rahmen komparativer Analysen - auch bei Abstraktion von vielenrealwirtschaftlichen Details - die Ableitung von Aussagen zu den grundsätzlichen Wirkungsrichtungen, die von Veränderungen der unternehmerischen Rahmenbedingungen ausgehen. Dies istmit Blick auf die Veränderung natürlicher Produktionsbedingungen, mit Blick auf die Veränderungenvon Preisrelationen durch wirtschafts- und agrarpolitische Maßnahmen oder auch mit Blick auf dieFolgen technischen Fortschritts von Interesse. So sind bspw. Aussagen möglich, wie sich gewinnmaxi-mierende Landwirte mit ihrer Produktion an veränderte Preisrelationen anpassen, die bspw. durcheine Stickstoffsteuer entstehen würden. 4.7 LiteraturhinweiseBERGEN, V., LÖWENSTEIN, W., OLSCHEWSKI, R. (2002): Forstökonomie. Volkswirtschaftliche Grundlagen.Vahlen, München.DABBERT, S., BRAUN, J. (2012): Landwirtschaftliche Betriebslehre - Grundwissen Bachelor. Ulmer, Stuttgart.DEBERTIN, D.L. (1986): Agricultural Production Economics. Macmillan, New York.SCHNEEWEIß, C. (2008): Einführung in die Produktionswirtschaft. Springer, Berlin.STEINHAUSER, H., LANGBEHN, C., PETERS, U. (1992): Einführung in die landwirtschaftliche Betriebslehre.Band I: Allgemeiner Teil. Ulmer, Stuttgart.VARIAN, H.R. (1992): Microeconomic Analysis. Norton & Company, New York. 5 Produktionsprogrammplanung 5.1 VorbemerkungenDie Identifizierung der optimalen Betriebsorganisation ist aufgrund der vielschichtigen innerbetrieblichenVerflechtungen sowie der Abhängigkeit des unternehmerischen Erfolgs von den jeweiligen Rahmenbe-dingungen nicht trivial. Eine simultane Lösung aller miteinander zusammenhängenden Fragestellungenist aufgrund der hohen Komplexität des Systems „Unternehmen“ gar nicht möglich. Deshalb versucht manvielfach, durch mehrere aufeinander aufbauende Partialplanungen den praktischen Anforderungen an dieunternehmerische Entscheidungsunterstützung gerecht zu werden. Im Rahmen einer hierarchischen Planung (vgl. Punkt 2.5.3) wird oftmals dreistufig vorgegangen.Auf der Stufe A geht es darum, Produktionsverfahren technisch sinnvoll auszugestalten. Zum einenist festzulegen, welche Betriebsmittel in welchem Umfang und auf welche Art und Weise eingesetztwerden sollen. Bei pflanzlichen Produktionsverfahren geht es bspw. um die Bestimmung des Aussaatzeit-punktes, der Aussaatstärke, der Stickstoffintensität etc. Bei tierischen Produktionsverfahren sind z.B.Fragen nach dem Grund- und Kraftfuttereinsatz sowie der konkreten Futtermittelmischung zu beantwor-ten. Zum anderen sind die Ansprüche zu bestimmen, die die einzelnen Verfahren gemäß ihrer technischenAusgestaltung an die fixe Faktorausstattung (z.B. Maschinen, Gebäude und Arbeit) haben. Dabei kann esum die Bestimmung des Arbeitszeitanspruchs in der Milchviehhaltung oder um die Umtriebszeit vonMasttieren (Anspruch an Stallplatzkapazität) gehen. Im Ergebnis können für dasselbe Produkt zunächstverschiedene Verfahren (z.B. Weizen bei frühem oder spätem Aussaatzeitpunkt, Weizen mit oder ohneLagerung, Weizen intensiv oder extensiv etc.) spezifiziert werden. Es wird zunächst noch nicht das besteVerfahren ausgewählt, das zum Einsatz kommen soll. Allerdings muss die unendliche Vielzahl grundsätz-lich denkbarer Verfahrensausgestaltungen auf eine handhabbare Zahl begrenzt werden. KonzeptionelleHilfestellungen bei der technischen Ausgestaltung von Verfahren geben das Grenzwertprinzip im Allge-meinen und die optimale spezielle Intensität sowie die Minimalkostenkombination im Besonderen.Auf der Stufe B geht es darum, Produktionsverfahren im Rahmen der vorgegebenen fixen Faktorausstattung zielgerichtet zu kombinieren, d.h. es ist das optimale Produktionsprogramm festzulegen.Die auf der Stufe A bestimmte endliche Menge grundsätzlich zur Auswahl stehender Produktionsverfah-ren bildet dabei die Grundlage. Auf der Stufe B fragt man bspw. danach, wie viel Hektar Ackerfläche unterBeachtung der verfügbaren Maschinen- und Arbeitskapazitäten mit Weizen, Kartoffeln, Raps etc. bewirt-schaftet werden sollen, um den maximalen Unternehmenserfolg zu erzielen. Konzeptionelle Hilfe-stellungen hierfür bieten das Grenzwertprinzip im Allgemeinen und die produktionstheoretischenErkenntnisse zur optimalen Produktionsrichtung im Besonderen.Auf der Stufe Cwird eine längerfristige Planungsperspektive eingenommen. Man fragt danach, ob Veränderungen der Kapazitätsausstattung vorgenommen und ob vorhandene Produktionskapazitäten, wie z.B.Gebäude oder Maschinen, nach Ablauf ihrer Nutzungsdauer ersetzt werden sollen. Möglicherweise würdesich unternehmerisches Wachstum durch eine Erweiterung bestehender oder die Aufnahme neuer Betriebs-zweige lohnen. Wenn dies der Fall ist, müssten die Produktionskapazitäten aufgestockt werden. Auch fürEntscheidungen, die im Zusammenhang mit der Auf- bzw. Abstockung von Produktionskapazitäten getroffenwerden, stellen das Grenzwertprinzip und die Produktionstheorie konzeptionelle Hilfestellungen dar.

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Zusammenfassung

Gemäß dem Motto „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“ geht es im vorliegenden Lehrbuch darum, Studierenden und Praktikern beim Erwerb analytischer Fähigkeiten und einer problemlösungsorientierten Methodenkompetenz zu helfen.

Für die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren stark verändert. Insbesondere der Wettbewerbsdruck und das unternehmerische Risiko sind infolge der Liberalisierung der Agrarmärkte und des Klimawandels angestiegen. Hinzu kommen ein laufender Anpassungsdruck an veränderte Verbraucherwünsche, neue gesellschaftliche Anforderungen sowie eine zunehmende Verflechtung zwischen den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. Das vorliegende Lehrbuch trägt diesen Entwicklungen durch die Fokussierung auf die praktische unternehmerische Entscheidungsunterstützung unter Risiko Rechnung.

Dieses Buch schafft zum einen das theoretisch-konzeptionelle Verständnis für die grundlegenden ökonomischen Strukturen der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungsanlässe. Zum anderen vermittelt es das handwerkliche Können im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Analyse- und Planungsinstrumenten, über das Manager in einer unsicheren Unternehmensumwelt verfügen müssen, um erfolgreiche Entscheidungen fällen zu können.

Aus dem Inhalt:

• Grundlagen und Ziele unternehmerischen Entscheidens

• Kontrolle und Analyse

• Produktionstheorie

• Produktionsprogrammplanung

• Investitionsplanung und Finanzierung

• Querschnittsaufgabe Risikomanagement

• Bewertung und Taxation

• Corporate Social Responsibility

Über die Autoren:

Prof. Dr. Oliver Mußhoff leitet den Arbeitsbereich für Landwirtschaftliche Betriebslehre am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg-August-Universität Göttingen.

Prof. Dr. Norbert Hirschauer ist Inhaber der Professur für Unternehmensführung im Agribusiness am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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Für Dozenten steht auf der Website ein auf das Buch abgestimmter Foliensatz mit den Abbildungen und Tabellen des Buches zur Verfügung. Für Studierende sind Übungsaufgaben formuliert.