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3.6 Literaturhinweise in:

Norbert Hirschauer, Oliver Mußhoff

Modernes Agrarmanagement, page 153 - 155

Betriebswirtschaftliche Analyse- und Planungsverfahren

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4743-9, ISBN online: 978-3-8006-4457-5, https://doi.org/10.15358/9783800644575_153

Bibliographic information
140 3 Kontrolle und Analyse hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit einzelner Produktionsverfahren, weil er grundsätzlich auf das Gesamt-unternehmen und ein Wirtschaftsjahr bezogen ist.An diesen Kritikpunkten, die sich mit Blick auf eine betriebswirtschaftliche Analyse eines Betriebs er-geben, setzt die LKR an. Sie berücksichtigt explizit kalkulatorische Kosten und fokussiert auf bestimmteKalkulationsobjekte (z.B. Endprodukte). Insbesondere die Deckungsbeitragsrechnung, die von ihrerGrundstruktur auf die Leistungen und Kosten abzielt, die bei Entscheidungen auf unterschiedlichenEbenen disponibel werden, kann als Anwendung des Grenzwertprinzips verstanden werden. Sie ist da-mit als Standardrechnung für die Entscheidungsunterstützung in besonderer Weise geeignet. Durch diekonsequente Unterscheidung in beschäftigungsvariable und beschäftigungsfixe Kosten gilt dies vorallem für die Produktionsmengenentscheidung. Die Vollkostenrechnung unterscheidet dagegen nichtzwischen variablen und fixen Kosten. Zudem nimmt sie eine Gemeinkostenschlüsselung vor, die immermit einer gewissen Willkür behaftet ist. Dadurch ist sie zwar eine Ergänzung der Teilkostenrechnungund eine erste Hilfestellung bei der Identifizierung möglicher Einsparpotenziale über horizontale undvertikale Vergleiche. Sie muss aber immer durch eine entscheidungsorientierte Grenzbetrachtungergänzt werden. Tab. 3-22: Zusammenfassende Gegenüberstellung von Jahresabschluss und Leistungs-KostenrechnungJahresabschluss Leistungs-KostenrechnungTeilkostenrechnung VollkostenrechnungFragestellung Wie erfolgreich ist ein Unter-nehmen in einem bestimm-ten Geschäftsjahr? Wie rentabel sind die verschiedenen wirtschaftlichenAktivitäten im Betrieb unabhängig von denEigentumsverhältnissen?Grundlage derErfolgsrechnung Erträge/Aufwendungen Leistungen/Kosten;Kostenarten- und KostenstellenrechnungHilfsmittel Bilanz sowie Gewinn- undVerlustrechnung Einstufige Deckungsbei-tragsrechnung sowiemehrstufige Fixkosten-deckungsrechnung Betriebszweigabrech-nungsbogen RechtlicheVorgaben Gegeben Keine KeineErgebnis Unternehmensgewinn ineinem Geschäftsjahr;Residualgröße, die für dieEntlohnung aller eigenenProduktionsfaktoren (eigeneArbeit, eigener Boden undeigenes Kapital) zur Verfü-gung steht Bruttoerfolge, d.h. Beiträ-ge zur Deckung fixer Kos-ten auf unterschiedlichenStufen und ggf. zur Erzie-lung eines Unternehmer-gewinns Stückkosten bzw. Stück-gewinn Probleme beiAnwendung aufbetriebswirt-schaftliche Frage-stellungen Gesamtunternehmens- undZeitraumbezogenheit sowiekeine Berücksichtigung kal-kulatorischer Kosten Keine Annäherung derlangfristigen Grenzkostenje Produkteinheit Keine Unterscheidungzwischen den Kostenkate-gorien variabel/fix;willkürliche Gemeinkos-tenschlüsselung 3.6 LiteraturhinweiseBMELV (2008): Codekatalog zum BMELV-Jahresabschluss. Bundesministerium für Ernährung, Landwirt-schaft und Verbraucherschutz, Berlin. 3.6 Literaturhinweise 141 COENENBERG, A.G. (2003): Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse. Schäffer-Poeschel, Stuttgart.COENENBERG, A.G., HALLER, A., MATTNER, G., SCHULTZE, W. (2009): Einführung in das Rechnungswesen:Grundzüge der Buchführung und Bilanzierung. Schäffer-Poeschel, Stuttgart.DLG (Hrgs.) (2004): Die neue Betriebszweigabrechnung. Band 197. DLG, Frankfurt am Main.DLG (Hrgs.) (2006): Effiziente Jahresabschlussanalyse. Band 194. DLG, Frankfurt am Main.HALBIG, W., MANTHEY, R.P. 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Vahlen, München. 4 Produktionstheorie 4.1 VorbemerkungenProduktion heißt, Inputs (Produktionsfaktoren) einzusetzen und mit einer bestimmten Produktions-technologie in Outputs (Produkte) zu transformieren. Die Produktionstheorie behandelt die grundlegendenökonomischen Zusammenhänge, die bei Input- und Outputentscheidungen zu berücksichtigen sind. Die drei zentralen Fragestellungen der Produktionstheorie bestehen in der Bestimmung (1) der optima-len speziellen Intensität, (2) der Minimalkostenkombination und (3) der optimalen Produktionsrichtung.Bei der optimalen speziellen Intensität geht es darum, welche Menge eines bestimmten Faktors einge-setzt werden soll (wie intensiv ein spezieller Faktor optimalerweise zu nutzen ist). Man spricht in diesemZusammenhang auch von der optimalen Faktorintensität. Ein Beispiel in der landwirtschaftlichen Produk-tion ist die Ermittlung der optimalen Höhe des Stickstoffeinsatzes pro ha Weizen. Bei der Minimalkostenkombination wird gefragt, in welchen Mengenverhältnissen Produktionsfaktoren ein-gesetzt werden sollen (welche Faktorkombination die kostenminimale Produktion einer bestimmten Out-putmenge gewährleistet). Man spricht hier auch von der optimalen Faktorallokation. Ein gut bekanntesBeispiel sind Rationalisierungsmaßnahmen, die die kostengünstigere Herstellung einer gegebenen Out-putmenge durch eine Veränderung des Einsatzverhältnisses von Kapital und Arbeit ermöglichen. Bei derFrage nach der optimalen Produktionsrichtung geht es darum, das Mengenverhältnis zu bestimmen, indem verschiedene Produkte hergestellt werden sollen (welche Ausrichtung der Produktion beieiner bestimmten Kapazitätsausstattung optimalerweise zu wählen ist). Man bezeichnet dies alsoptimale Produktallokation. Ein Beispiel ist die Ermittlung des optimalen Anteils von Weizen und Gersteauf einer gegebenen Ackerfläche.Stellvertretend für eine Vielzahl von Produktionsfaktoren, über deren Einsatz entschieden werden muss,und stellvertretend für eine Vielzahl von Produkten, die man in verschiedenen Kombinationen erzeugenkann, nehmen wir im Folgenden eine Zwei-Variablen-Perspektive ein. Tab. 4-1 verdeutlicht denZusammenhang. Tab. 4-1: Die variablen Größen der drei produktionstheoretischen Fragestellungen Faktormenge 1 (z.B. Stickstoff) Faktormenge 2 (z.B. Saatgut) Produktmenge 1 (z.B. Weizen) Produktmenge 2 (z.B. Kartoffeln) Faktormenge 1 Minimalkosten-kombination Faktormenge 2 Minimalkosten-kombination Produktmenge 1 OptimaleProduktionsrichtung Produktmenge 2 OptimaleProduktionsrichtungWir betrachten zwecks Übersichtlichkeit insgesamt nur vier Größen: zwei Inputs und zwei Outputs. Beiden einzelnen Fragestellungen nimmt die Produktionstheorie jeweils eine partielle Perspektive (Ceteris- O p t i m a l e s p e z i e l l eI n t e n s i t ä t O p t i m a l e s p e z i e l l eI n t e n s i t ä t

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References

Zusammenfassung

Gemäß dem Motto „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“ geht es im vorliegenden Lehrbuch darum, Studierenden und Praktikern beim Erwerb analytischer Fähigkeiten und einer problemlösungsorientierten Methodenkompetenz zu helfen.

Für die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren stark verändert. Insbesondere der Wettbewerbsdruck und das unternehmerische Risiko sind infolge der Liberalisierung der Agrarmärkte und des Klimawandels angestiegen. Hinzu kommen ein laufender Anpassungsdruck an veränderte Verbraucherwünsche, neue gesellschaftliche Anforderungen sowie eine zunehmende Verflechtung zwischen den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. Das vorliegende Lehrbuch trägt diesen Entwicklungen durch die Fokussierung auf die praktische unternehmerische Entscheidungsunterstützung unter Risiko Rechnung.

Dieses Buch schafft zum einen das theoretisch-konzeptionelle Verständnis für die grundlegenden ökonomischen Strukturen der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungsanlässe. Zum anderen vermittelt es das handwerkliche Können im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Analyse- und Planungsinstrumenten, über das Manager in einer unsicheren Unternehmensumwelt verfügen müssen, um erfolgreiche Entscheidungen fällen zu können.

Aus dem Inhalt:

• Grundlagen und Ziele unternehmerischen Entscheidens

• Kontrolle und Analyse

• Produktionstheorie

• Produktionsprogrammplanung

• Investitionsplanung und Finanzierung

• Querschnittsaufgabe Risikomanagement

• Bewertung und Taxation

• Corporate Social Responsibility

Über die Autoren:

Prof. Dr. Oliver Mußhoff leitet den Arbeitsbereich für Landwirtschaftliche Betriebslehre am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg-August-Universität Göttingen.

Prof. Dr. Norbert Hirschauer ist Inhaber der Professur für Unternehmensführung im Agribusiness am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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Für Dozenten steht auf der Website ein auf das Buch abgestimmter Foliensatz mit den Abbildungen und Tabellen des Buches zur Verfügung. Für Studierende sind Übungsaufgaben formuliert.