Content

8.2.3 Die publizitätspolitischen Ziele der Jahresabschlusspolitik in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 982 - 1002

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_982

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 953 somit zunächst auf die Einhaltung dieser Vorschrift konzentrieren, die damit zur finanzpolitischen liquiditätsorientierten Zielgröße der Jahresabschlusspoli4 tik wird. Das finanzpolitische Ziel der Sicherstellung jederzeitiger Liquidität deckt sich insofern mit dem Ziel, die strenge Nebenbedingung der Legalität einzuhalten (vgl. Abschnitt 8.1.2.3.2). n9B9I 8%( U*$&%'%:A:>U7&%:%>-.(" W%(&( 1() X!.)(>L !$>-.&*>>U7&%:%# n9B9I9[ G7)$(;()#*"+(" Steht im Rahmen der rein finanzpolitischen Ziele noch die Zahlungsbemes4 sungsfunktion (Periodenerfolgsermittlung) im Vordergrund, so ist bei den publizitätspolitischen Zielen die Informationsfunktion des Jahresabschlusses Ansatzpunkt jeglicher Jahresabschlusspolitik. Damit tritt neben dem handels4 rechtlichen Einzelabschluss oder sogar an dessen Stelle auch der IFRS4 Jahresabschluss in den Fokus der Betrachtung. W%(& der Publizitätspolitik ist es, 1%( (\:()"(" X!.)(>!$>-.&*>>!1)(>>!:(" 1()!): '* $((%"=&*>>("C 1!>> >%( >%-. ;%: %.)(" R":>-.(%1*"+(" *":()"(.;*"+>'%("=7); 6().!&:(" (vgl. auch Q'01-H+01- 1992a, S. 1014102). Jahresabschluss und Lagebericht als Pflichtinstrumente der Publizität dienen dabei zur Selbstdarstellung des Instituts nach außen. Einerseits sollen auf die4 sem Wege durch Vermittlung positiver Informationen über die Erfolgs4, Ver4 mögens4, Risiko4 und Liquiditätslage und damit über die Bonität des Instituts die finanzpolitischen Ziele unterstützt werden (=%"!"'U7&%:%>-. ;7:%6%():( <*$&%'%:A:>U7&%:%#). Die )(%" U*$&%'%:A:>U7&%:%>-.(" W%(&( dienen andererseits – eher allgemeiner – dem Aufbau und Erhalt eines positiven Unternehmungs4 images (1"#4"#'%, (.,2%(%O). Dies geschieht vor allem durch Darstellung ge4 planter und erreichter Leistungs4 und Volumenziele. Grundsätzlich lassen sich zwei Ausprägungen der Jahresabschlusspolitik bei deutschen Instituten erkennen (vgl. ausführlich Q'01-H+01- 1992a, S. 1024 106). Man spricht von !#:%6() U*$&%'%:A:>U7&%:%>-.() X!.)(>!$>-.&*>>U7&%L :%#, wenn das Institut über die gesetzlichen Pflichtangaben hinaus bereit ist, Informationen offenzulegen. Die Unternehmungsleitung will sich damit als offenes, vertrauenswürdiges Institut darstellen. Eine U!>>%6( U*$&%'%:A:>U7&%L :%>-.( X!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%# zeichnet sich dagegen dadurch aus, dass die Unternehmungsleitung lediglich die gesetzlich geforderten Mindestangaben macht. Die publizitätsorientierte Jahresabschlusspolitik der Institute war lange Zeit durch eine passive Jahresabschlusspolitik geprägt, die sich an der normierten e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,954 Finanzberichterstattung orientierte. Da aber die Mittelbeschaffung über den Kapitalmarkt im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, er4 folgt damit einhergehend eine immer stärker werdende Ausrichtung der Be4 richterstattung an die Informationsbedürfnisse der Kapitalgeber. Eine aktive Jahresabschlusspolitik zur Sicherung einer vertrauenswürdigen Beziehung zu den Kapitalmarktakteuren ist die Folge. Dabei werden neben den Pflichtanga4 ben freiwillig auch nicht normierte Informationen über die aktuelle und künf4 tige wirtschaftliche Lage des Kreditinstituts offen gelegt ()'*+, #,4"#%(2/). Diese Feststellung gilt allerdings nur noch sehr eingeschränkt für die Zeit kurz vor der Finanzmarktkrise, mehr noch für die Zeit der Finanzmarktkrise selbst (ab 2007). Die Finanzmarktkrise machte zweierlei deutlich: Zum einen ist mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation des publizierenden In4 stituts häufig die Rückkehr zur passiven Jahresabschlusspolitik verbunden. Zum anderen wurden gerade die riskanten Geschäfte, die die Finanzmarktkri4 se auslösten, in einer Weise durchgeführt, dass eine Information der Öffent4 lichkeit unterbleiben konnte. Das )"&*$ #$@%#20.= besteht insbesondere aus freiwillig gemachten Angaben, die zum Abbau von Informationsasymmetrien zwischen der Geschäftsleitung einer Unternehmung und ihren Adressaten führen (vgl. 9,+5'22 2005, S. 12). n9B9I9B 8%( =%"!"'U7&%:%>-. ;7:%6%():(" U*$&%'%:A:>U7&%:%>-.(" W%(&( n9B9I9B9[ N$()$&%-# Die 0(>:!&:*"+ 1(> X!.)(>!$>-.&*>>(> kann bewusst %; /%"$&%-# !*= 1%( zu erwartende X!.)(>!$>-.&*>>!"!&^>( (\:()"() X!.)(>!$>-.&*>>!1)(>>!:(" erfolgen. Diese versuchen, sich anhand von jahresabschlussanalytisch gebilde4 ten Kennzahlen und Kennzahlensystemen ein Bild von der Erfolgs4, Vermö4 gens4, Liquiditäts4 und Risikolage des Instituts zu verschaffen. Der Ersteller des Jahresabschlusses kann gezielt einzelne Kennzahlen als Zielgrößen der Jahresabschlusspolitik beeinflussen, um die von ihm gewünschte publizitäts4 politische Wirkung zu erzielen. Man unterscheidet dabei zwischen absoluten und relativen Kennzahlen, wobei sich Letztere eher für eine Jahresabschluss4 analyse eignen. Aufgrund der Vielzahl der angebotenen Kennzahlen sollen in den folgenden Abschnitten lediglich die wichtigsten Kennzahlen exemplarisch vorgestellt werden. Die positive Publizität solcher Kennzahlen dient in der Hauptsache dem fi4 nanzpolitischen Ziel der Verbesserung der Außenfinanzierungsmöglichkeiten. Hierbei sind zwei Aspekte zu berücksichtigen. Zum einen soll die M)(1%:L ?E)1%+#(%: 1(> 2">:%:*:> erhalten und verbessert werden, von der im Wesent4 e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 955 lichen die Möglichkeiten der Kreditfinanzierung abhängen. Zielgruppe hierbei sind die Gläubiger des Instituts, insbesondere andere Institute und bei Banken private Einleger, die in erster Linie in Erfahrung bringen wollen, ob das Insti4 tut aufgrund der derzeitigen und zukünftigen Ertrags4 und Liquiditätslage sei4 nen vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen termingerecht wird nachkommen können. Darüber hinaus werden die Gläubiger Informationen über die Sicherheit ihrer Kredite und Einlagen aus der Darstellung der Risiko4 lage ziehen, wobei hier insbesondere die gegenwärtige Schuldendeckung bzw. das vorhandene Nettohaftungskapital und eigene bzw. fremde bevorrechtigte Zugriffsmöglichkeiten auf verschiedene Vermögenswerte relevant sind. Zum anderen ist es Ziel der Finanzpolitik, die R%+("#!U%:!&!*>>:!::*"+ 1(> 2">:%:*:> zu erhalten und zu verbessern. Dies geschieht im Rahmen der Betei4 ligungsfinanzierung als zweitem Element der Außenfinanzierung dadurch, dass gegenwärtigen und potenziellen Anteilseignern ein möglichst positives Bild der Erfolgs4, Vermögens4, Liquiditäts4 und Risikolage vermittelt wird. Im Vordergrund stehen dabei in der Regel Höhe und Sicherheit der Gewinnaus4 schüttungen, die mitentscheidendes Motiv für die Begründung und Fortset4 zung bzw. für den Aus4 oder Abbau eines Engagements von Eigenkapitalge4 bern sind. Eine Verbesserung der Eigenkapitalausstattung des Instituts ergibt sich aber auch aus der Selbstfinanzierung. Im Falle der offenen Selbstfinan4 zierung müssen die Eigentümer zur Gewinnthesaurierung bereit sein. Auch dieses verstärkte Engagement ist von den gegenwärtigen wie potenziellen An4 teilseignern eher zu erwarten, wenn die Dividende sichergestellt ist und sie einen möglichst positiven Eindruck von der Lage des Instituts haben. Der Jahresabschluss soll also bei beiden Zielgruppen eine Akquisitionswir4 kung erzielen, mit der die Unternehmungsleitung den externen Zufluss von Fremd4 bzw. Eigenkapital sowie den Abfluss von Vermögen und damit die Verringerung des Eigenkapitals zwar nicht genau steuern, jedoch zumindest in die gewünschte Richtung beeinflussen kann. n9B9I9B9B 8%( ()=7&+>7)%(":%():(" W%(&( Die zur Darstellung der Ertragslage wichtigste Größe ist zunächst der X!.)(>L E$()>-.*>> bzw. der Bilanzgewinn (vgl. Abschnitt 8.2.2.2). Als absolute Größen dienen sie dem unternehmungsbezogenen Zeitvergleich. Im Interesse der in Abschnitt 8.2.3.2.1 angesprochenen Akquisitionswirkung wird insbe4 sondere von Banken seit Jahrzehnten versucht, eine kontinuierliche Entwick4 lung der Periodenerfolge zu vermitteln (M7":%"*%:A:>>:)($("), die darüber hinaus der Entwicklung vergleichbarer Kreditinstitute entspricht oder diese übertrifft (M7"=7);%:A:>L $'?9 5*U()%7)%:A:>>:)($("). Unter Einsatz jahres4 abschlusspolitischer Instrumente bleiben selbst außerordentlich starke Verän4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,956 derungen der wirtschaftlichen Lage der Banken ohne erkennbare Auswirkun4 gen auf den ausgewiesenen Jahreserfolg und die vermittelten Informationen. Diese seit Jahrzehnten hinsichtlich der Darstellung der Kontinuität und Kon4 formität (bzw. Superiorität) äußerst erfolgreiche Jahresabschlusspolitik der Kreditinstitute ist nicht ohne Auswirkungen auf die Erwartungen der Jahres4 abschlussleser hinsichtlich des Erfolgsausweises geblieben. Jahresabschluss4 leser haben heute aufgrund fehlender anderer Erfahrungen eine auf Kontinui4 tät und Konformität gerichtete Erwartungshaltung. Die Jahresabschlusspolitik der Kreditinstitute hat somit letztlich genau die Einstellung der Jahresab4 schlussadressaten hervorgerufen, auf die sich die in Banken für die Bilanzie4 rung Verantwortlichen berufen (vgl. Abschnitt 4.1.4.3). Besondere publizitätspolitische Wirkung zeigt dabei die von der Zielgröße Bilanzgewinn unmittelbar abhängige F*>>-.E::*"+>.D.(. Auch hier ist eine Tendenz zur Verstetigung zu erkennen: Die Gruppe der R%+(":E;() akzep4 tiert trotz ihres grundsätzlich positiven Zahlungsbemessungsinteresses stets gleich hohe Gewinnausschüttungen. Diese durch langjährige Gewöhnung ent4 standene Einstellung wird dann wiederum als Argument verwendet, um auch die zukünftige jahresabschlusspolitische Berücksichtigung dieser Prinzipien zu rechtfertigen und die Beibehaltung der zur entsprechenden Jahresab4 schlussgestaltung notwendigen institutsspezifischen Rechnungslegungsvor4 schriften zu fordern. Über Jahre hinweg – trotz steigender Gewinne – gleichbleibende Gewinnaus4 schüttungen mögen insoweit zwar im Sinne der 0&A*$%+() (Einleger) sein, als in Höhe der nicht ausgewiesenen Gewinnsteigerung zurückbehaltene Gewinne das Nettohaftungskapital erhöhen (negatives Zahlungsbemessungsinteresse der Gläubiger). Für alle Jahresabschlussleser verhindert aber die Bildung stil4 ler Rücklagen nicht nur, dass sie durch den Jahresabschluss über die eigentli4 che Höhe des Jahreserfolges informiert werden. Weitaus gefährlicher ist es einzuschätzen, wenn in Jahren geschrumpfter Gewinne und vor allem in Ver4 lustperioden das Potenzial stiller Rücklagen zur Verschleierung dieser Situati4 on eingesetzt wird, indem früher gebildete Rücklagen zur Stabilisierung des ausgewiesenen Periodenerfolges unerkannt aufgelöst werden. Damit erhalten die Jahresabschlussleser gerade in einer wichtigen Situation nicht die Informa4 tionen, die sie für Entscheidungen hinsichtlich der Gestaltung ihres Engage4 ments in dem betreffenden Institut benötigen. Damit wird aber auch verständlich, dass eine tatsächlich vorgenommene Her4 absetzung der Gewinnausschüttung bei $(%1(" Zielgruppen geradezu alarmie4 rend wirken muss, konnte diese Situation doch offensichtlich trotz der vielfäl4 tigen jahresabschlusspolitischen Möglichkeiten und trotz der so häufig be4 schworenen Höhe der stillen Rücklagen nicht vermieden werden. e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 957 Dieser Zielsetzung der interperiodischen Kontinuität entgegen steht die zu4 nehmende Verbreitung des 2345LX!.)(>!$>-.&*>>(> für Zwecke der Infor4 mation. Im Gegensatz zu den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschrif4 ten existieren in den IFRS nur wenige branchen4 und keine bankenspezifi4 schen Vorschriften. Damit entfällt insbesondere die Möglichkeit, über bank4 spezifische stille Rücklagenbildung Jahresabschlusspolitik zu betreiben. Zur Beurteilung der Ertragslage im Branchenvergleich finden relative 4(":!L $%&%:A:>#(""'%==()" Anwendung, bei denen Erfolgsgrößen ins Verhältnis zum Volumen der Geschäftstätigkeit gesetzt werden. Es handelt sich bei den meis4 ten Kennzahlen um Prozentzahlen. Bei Industrieunternehmungen wird hier regelmäßig die @;>!:')(":!$%&%:A: m Umsatz SteuernvorberschussuJahres genannt, die bei 2">:%:*:(" allerdings aufgrund ihrer besonderen Geschäfts4 struktur wenig sinnvoll ist. Deshalb wird hier üblicherweise als Bezugsgröße das Geschäftsvolumen (vgl. Abschnitt 8.2.3.3.3) verwendet. Daraus ergibt sich die Kennzahl 0(?%"">U!""( = ftsvolumenaGesch SteuernvorberschussuJahres Die Gewinnspanne gibt an, wieviel Prozent des Geschäftsvolumens als Jah4 resüberschuss vor Steuern verbleiben. Ihr liegt die Überlegung zugrunde, dass der Periodenerfolg wesentlich von der Geschäftstätigkeit des Instituts abhängt, deren Volumen mit der Größe Geschäftsvolumen gemessen wird. Aus der Gewinn4 und Verlustrechnung ist nicht nur die Erfolgshöhe zu ent4 nehmen. Vielmehr gibt sie auch Auskunft über o*(&&(" *"1 5:)*#:*) 1(> R)=7&+(>. Gerade aus der Ergebnisaufspaltung können wichtige Erkenntnisse zur Beurteilung der Ertragslage in der Zukunft gewonnen werden. Durch den Vergleich des Provisionsgeschäfts mit dem Zinsgeschäft ist es möglich, Aus4 sagen über die Konjunkturanfälligkeit des Erfolges zu treffen. Nachfolgende Kennziffern geben jeweils den Anteil der nach Entstehungs4 quellen geordneten Erfolgsbeiträge am Geschäftsvolumen an. Die R):)!+>>U!""( = olumenGeschäftsv gebnisBetriebser kann analog zum e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,958 (:)%($>()+($"%> = Zinsüberschuss + Provisionsüberschuss +/− Handelsüberschuss − Verwaltungsaufwand +/− Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge/Aufwendungen +/− Risikovorsorge weiter aufgespalten werden in W%">>U!""( = olumenGeschäftsv hussZinsübersc <)76%>%7">>U!""( = olumenGeschäftsv überschussProvisions /!"1(&>>U!""( = olumenGeschäftsv rschussHandelsübe . Während bei der 0(?%"">U!""( ein möglichst hoher Wert als gut beurteilt wird, ist bei den M(""'!.&(" "!-. R)+($"%>!*=>U!&:*"+ zu differenzieren. So könnte etwa eine im Vergleich zur Zinsspanne relativ höhere Provisions4 spanne insoweit positiv bewertet werden, als das Ergebnis aus dem Provisi4 onsgeschäft aufgrund der weitgehenden Unabhängigkeit von Zinsen und Kon4 junktur als beständiger angesehen wird, zumal die Zinsmargen ständig zu4 rückgehen. Den aufgeführten Kennzahlen ist gemeinsam, dass sie einen günstigeren Wert annehmen, wenn entweder die Ergebnisgrößen im Zähler steigen und/oder das Geschäftsvolumen sinkt oder wenn die Ergebnisgrößen relativ stärker steigen bzw. relativ weniger sinken als das Geschäftsvolumen. Eine bewusste Sen4 kung des Geschäftsvolumens durch jahresabschlusspolitische Maßnahmen wird allerdings aufgrund des Strebens nach gewissen Volumenzielen (vgl. Abschnitt 8.2.3.3.3) in der Regel unterbleiben, so dass letztlich jahresüber4 schusserhöhende oder ertragsstrukturverändernde Instrumente zur Verbesse4 rung der Kennzahlenwerte anzuwenden sind. e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 959 Die R%+("#!U%:!&)(":!$%&%:A: = alEigenkapit SteuernvorschussJahresüber drückt die „Verzinsung“ der der Unternehmung zur Verfügung gestellten ei4 genen Mittel aus. Sie wird zunehmend auch in der Bankbetriebslehre und der Wirtschaftspresse als branchenbezogener Vergleichsmaßstab herangezogen und von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht. Auch diese Kennzahl lässt sich durch eine Erhöhung des Jahresüberschusses verbessern. Zwar führt dies am Ende des betrachteten Jahres zur Erhöhung des Eigenkapitals, also der Nennergröße, um den gleichen absoluten Betrag, so4 weit nicht eine Ausschüttung vorgesehen ist. Die Zunahme des Gesamtaus4 drucks ist aber dadurch gesichert, dass der Jahresüberschuss (Zählergröße) regelmäßig kleiner sein wird als das Eigenkapital (Nennergröße). Relativ wird die Eigenkapitalrentabilität demnach auf alle Fälle steigen, auch wenn sich Zähler und Nenner um den gleichen absoluten Betrag erhöhen. Die Größe Ei4 genkapital selbst scheidet als Aktionsparameter zur Erhöhung der Eigenkapi4 talrentabilität deshalb aus, weil ein niedrigeres Eigenkapital (vgl. Abschnitt 8.2.3.2.3) grundsätzlich negativ eingeschätzt wird. Bei allen aufgeführten Rentabilitätsgrößen ergibt sich eine Schwierigkeit da4 durch, dass zeitraumbezogene Stromgrößen (Erfolgsgrößen) zu zeitpunktbe4 zogenen Bestandsgrößen (Geschäftsvolumen bzw. Eigenkapital) in Beziehung gesetzt werden. Der Jahresabschlussanalytiker wird deshalb versuchen, für die Bestandsgrößen 8*)-.>-."%::>?():( zu bilden. Dies wird ihm nur in befrie4 digendem Maße gelingen, wenn er Zugang zu unterjährigen Zahlen (z. B. durch Zwischenberichte) erlangt. Relevant wird dieser Sachverhalt, falls das Institut die Bestandsgrößen gezielt allein nur für den Abschlussstichtag zu beeinflussen versucht. n9B9I9B9I 8%( )%>%#77)%(":%():(" W%(&( (Potenzielle) Eigentümer haben ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, wie sicher ihr in das Kredit4 bzw. Finanzdienstleistungsinstitut eingebrachte bzw. einzubringende Kapital ist. Ebenso sind die Gläubiger des Kredit4 bzw. Finanzdienstleistungsinstituts nicht nur an einer angemessenen Verzinsung interessiert, sondern wollen darüber hinaus sichergestellt wissen, dass die Rückzahlung ihrer Einlagen und sonstigen Forderungen termingerecht erfol4 gen wird. Daher ist die Veröffentlichung der Risikolage von großem Interesse. Die Risikolage lässt sich in drei verschiedenen Kategorien von Kennzahlen darstellen. Zur ersten Kategorie zählen die Kennzahlen zur G();D+(">>:)*#L :*). Sie spiegeln das von den Entscheidungsträgern des Instituts eingegangene e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,960 Erfolgsrisiko wider. Zur zweiten Kategorie zählen die Kennzahlen zur M!U%L :!&>:)*#:*). Sie geben die Risikotragfähigkeit eines Instituts an. Die Kenn4 zahlen dieser ersten beiden Gruppen kennzeichnen die vertikale Bilanzstruk4 tur. Die dritte Kategorie beinhaltet die horizontalen Kennzahlen, die das )%>%L #7$(.!=:(:( G();D+(" %"> G().A&:"%> '*; )%>%#7:)!+("1(" M!U%:!& setzen. Die Aktiva (G();D+(">>:)*#:*)) sind das Ergebnis geschäftspolitischer Ent4 scheidungen der Geschäftsleitung des Instituts. Sie drücken die Bereitschaft zur Risikoübernahme aus. In diesem Zusammenhang relevante Risiken sind das in der Form des Ausfall4 und des Erfüllungsrisikos vorkommende F1)(>L >(")%>%#7 und die P!)#:U)(%>A"1()*"+>)%>%#(", die das Zinsänderungsrisi4 ko, das Währungsrisiko, das Rohwarenpreisrisiko sowie die sonstigen Wert4 änderungsrisiken von Vermögenswerten (etwa das Aktienkursrisiko) umfas4 sen. Währungsrisiko und Zinsänderungsrisiko betreffen jedoch in gleichem Maße Aktiva und Passiva. Daher wird auf diese beiden Risiken im Rahmen der dritten Kategorie eingegangen. Auf die Darstellung des F1)(>>(")%>%#7> und der >7">:%+(" f():A"1()*"+>L )%>%#(" kann mithilfe der Jahresabschlusspolitik Einfluss genommen werden. Zur Analyse dieser beiden Risiken können im Kreditgewerbe folgende Akti4 vagruppen unterschieden werden (in Anlehnung an G>01- 1992, S. 157): (1) ?(%:+(.("1 )%>%#7&7>( !"#!#:%6!j − Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken und Postgiroämtern; − Schuldtitel öffentlicher Stellen; Bei den von G>01- ebenfalls in dieser Risikokategorie genannten Sachan4 lagen, insbesondere Grundstücken und Bauten, die von Kreditinstituten im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit genutzt werden, ist Skepsis ange4 bracht. (2) )%>%#7!);( !"#!#:%6!j − Guthaben bei Zentralnotenbanken und Postgiroämtern, sofern sie in Auslandswährungen gehalten werden; − Forderungen an Kreditinstitute; (3) )%>%#7)(%-.( !"#!#:%6!j − Forderungen an Kunden; − Börsennotierte Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere; − Börsennotierte Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere; − Beteiligungen; e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 961 − Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese grobe Einteilung in mehrere Risikogruppen wird erst dann aussagefä4 hig, wenn man ihren Anteil an der Bilanzsumme bestimmt. Es ergeben sich folgende Kennzahlen: [9 4%>%#7+)!1 O)%>%#7&7>Q = eBilanzsumm Bankaktivarisikolose B9 4%>%#7+)!1 O)%>%#7!);Q m eBilanzsumm Bankaktivarisikoarme I9 4%>%#7+)!1 O)%>%#7)(%-.Qm eBilanzsumm Bankaktivaherisikoreic Würde die Publizitätspolitik allein unter Risikoaspekten betrieben, so wäre der 2. und 3. Risikograd so gering wie möglich zu halten. Dies kann einmal durch die Erhöhung des Nenners, also der Bilanzsumme, geschehen. Da jede Bilanz4 summenerhöhung aber gleichzeitig eine Erhöhung irgendeines Aktivums be4 deutet, muss dies dann zugunsten der risikolosen Bankaktiva geschehen, so dass sich gleichzeitig die Kennziffer des ersten Risikogrades erhöht. Effekti4 ver ist allerdings die Umschichtung von vorwiegend risikoreichen in risikolo4 se Aktiva. Bei der Beurteilung der Risikolage ist allerdings zu beachten, dass die Rentabilität einer Kapitalanlage und ihr Risikograd in aller Regel positiv miteinander korrelieren. Doch nicht allein die Aktivseite der Bilanz eines Instituts gibt Auskunft über seine Risikolage. Auch die Risikotragfähigkeit der Passiva (M!U%:!&>:)*#:*)) ist in die Beurteilung der Risikolage des Instituts mit einzubeziehen. Die Risi4 kotragfähigkeit wird gemessen in der Fähigkeit der Passiva zum Verlustaus4 gleich. Wichtigste Komponente in diesem Zusammenhang ist das Eigenkapi4 tal, da es im Fall der Fortführung des Instituts die Verlustausgleichsfunktion, im Fall der Insolvenz die Haftungsfunktion übernimmt. Insofern stellt das Ei4 genkapital einen Verlustpuffer dar (vgl. zu den Funktionen des Eigenkapitals G(,/U7+Y5'+* 2009b, S. 37442). Die absolute Höhe des bilanziellen Eigenka4 pitals eines Instituts lässt sich entsprechend §§ 272 und 340g HGB in der in 5,#UQ'01-H+01- 2009, S. 81487). E> G8+$)"6)# 3%4)"J8(%$8@ !> ;)0"J8(%$8@ b30#$08"41%$$)@d Eingezahltes Kapital + offene Rücklagen + Sonderposten für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB + Vermögenseinlagen stiller Gesellschafter + nachgewiesenes freies Vermögen des Inhabers oder der persönlich haftenden Gesellschafter, soweit von der BaFin anerkannt + Bilanzgewinn, soweit seine Zuweisung zum Geschäftskapital, zu den Rücklagen oder den Geschäftsguthaben beschlossen ist + Zwischengewinne ./. Bilanzverlust ./. immaterielle Vermögensgegenstände ./. Korrekturposten gemäß § 10 Abs. 3b KWG ./. Entnahmen des Inhabers oder der persönlich haftenden Gesellschafter ./. Kredite an den Inhaber oder an persönlich haftende Gesellschafter ./. Schuldenüberhang beim freien Vermögen des Inhabers ./. Buchwert des Bestandes an eigenen Aktien oder Geschäfts6 anteilen (ohne kumulative Vorzugsaktien) ./. Nennwert der kumulativen Vorzugsaktien ./. Geschäftsguthaben ausscheidender Genossen einschließlich der diesen zustehenden Anteile an der Ergebnisrücklage nach § 73 Abs. 3 GenG ./. Kredite an einen Kommanditisten, GmbH6Gesellschafter, Aktio6 när, Kommanditaktionär, stillen Gesellschafter i. S. d. § 10 Abs. 4 KWG oder an Anteilseigner eines öffentlich6rechtlichen Instituts (unter bestimmten Voraussetzungen) ./. Zwischenverluste e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,964 ./. zwischen Zweigstelle im Inland und Hauptstelle im Ausland be6 stehender aktiver Verrechnungssaldo (unter bestimmten Vor6 aussetzungen) = Summe des Kernkapitals (A.I.) !!> 3045"*&"4#J8(%$8@ bT=)%$08"41%$$)@d F> 3045"*&"4#J8(%$8@ F> ;@8##) ungebundene Vorsorgereserven nach § 340f HGB + Nennwert der kumulativen Vorzugsaktien ./. Buchwert des Bestandes an eigenen kumulativen Vorzugsaktien + 45 % der Rücklagen nach § 6b EStG (unter bestimmten Voraussetzungen) + Genussrechtsverbindlichkeiten ./. Buchwert der in Wertpapieren verbrieften eigenen Genuss6 rechte, die im Rahmen der Marktpflege erworben wurden + die im Anhang des letzten festgestellten Jahresabschlusses ausgewiesenen nicht realisierten Reserven bei Grundstü6 cken, grundstücksgleichen Rechten, Gebäuden und bestimm6 ten Anlagebuchpositionen (unter Beachtung von Obergren6 zen) = Zwischensumme „Ergänzungskapital 1. Klasse“ o K> 3045"*&"4#J8(%$8@ K> ;@8##) längerfristige nachrangige Verbindlichkeiten ./. Buchwert der in Wertpapieren verbrieften eigenen längerfris6 tigen nachrangigen Verbindlichkeiten, die im Rahmen der Marktpflege erworben wurden + Haftsummenzuschlag (bei eingetragenen Genossenschaften) = Zwischensumme „Ergänzungskapital 2. Klasse“ (begrenzt auf maximal 50 % des Kernkapitals) ./. Korrekturposten gemäß § 10 Abs. 3b KWG = Summe des Ergänzungskapitals insgesamt (A.II.) (begrenzt auf maximal 100 % des Kernkapitals) ./. Korrekturposten gemäß § 10 Abs. 3b KWG ./. verschiedene Abzugsposten vom Kern6 und Ergänzungskapital nach § 10 Abs. 6 KWG = = Summe aus Kernkapital und Ergänzungskapital Haftendes Eigenkapital (A.) e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 965 7> E"0),-)"<80) U0%$$08"41%$$)@ Nettogewinn + kurzfristige nachrangige Verbindlichkeiten ./. Buchwert der in Wertpapieren verbrieften eigenen kurzfristigen nachrangigen Verbindlichkeiten, die im Rahmen der Marktpflege erworben wurden + Kappungsbeträge, des Ergänzungskapitals gemäß § 10 Abs. 2c Satz 1 Nr. 3 KWG = Drittrangmittel (B.) (die Drittrangmittel können nur bis zu einem Betrag berücksichtigt werden, der zusammen mit dem freien Ergänzungskapital 250 % des freien Kernkapitals nicht übersteigt [=anrechenbare Drittrang6 mittel]) = Summe aus haftendem Eigenkapital (A.) und Drittrangmitteln (B.) = 3%4)"1%$$)@ %#7&!+( 1*)-. 2"#)!=::)(:(" 1() G()7)1"*"+ E$() 1%( !"+(;(>>("( R%+(";%::(&!*>>:!::*"+ 67" 2">:%:*:("C 2">:%:*:>L +)*UU(" *"1 3%"!"'.7&1%"+L0)*UU(" O57&6!$%&%:A:>6()7)1"*"+Q 1)!>:%>-. +(>:%(+(", sodass eine externe Beurteilung wesentlich vereinfacht wird. So legt § 324 SolvV fest, dass neben dem Gesamtbetrag des modifizierten verfügbaren Eigenkapitals (dieses ergibt sich durch einige Hinzufügungen und Kürzungen aus dem haftenden Eigenkapital) und der anrechenbaren Drittrangmittel auch der Gesamtbetrag des Kernkapitals, der Gesamtbetrag des Ergänzungskapitals sowie die Summe der Kapitalabzugspositionen anzugeben ist. Es ist allerdings zu beachten, dass (%"%+( (>:!"1:(%&( 1() R%+(";%::(& "%-.: 1%( e*!&%:!:%6(" F"=7)1()*"+(" ()=E&&(", die gemeinhin in theoretischen Abhandlungen an die Eigenmittel gestellt werden. Aber auch wenn man die mangelnde Qualität bei einigen Bestandteilen berücksichtigt, bleibt die Größe der Eigenmittel aussagekräftiger als die des bilanziellen Eigenkapitals. Die Darstellung der Risikolage eines Instituts ist aber erst durch eine Gesamt4 betrachtung der tatsächlichen Verhältnisse möglich. Dabei werden die einge4 gangenen Risiken des Instituts mit seiner Risikotragfähigkeit verglichen. Im Rahmen der durch die Solvabilitätsverordnung vorgegebenen Relationen der eingegangenen Risiken einerseits zu der zur Verfügung stehenden Risikode4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,966 ckungsmasse andererseits kann die Risikotragfähigkeit des Instituts ermittelt werden. Die Solvabilitätsverordnung unterscheidet dabei F1)(>>(")%>%#("C 7U()!:%7"(&&( 4%>%#(" *"1 P!)#:U)(%>)%>%#("9 F1)(>>(")%>%#(" ergeben sich aus der Gefahr, dass ein Institut eine Gewinn4 minderung bzw. eine Verluststeigerung aufgrund einer verschlechterten Boni4 tät, d. h. einer verminderten Leistungsfähigkeit des Geschäftspartners erfährt. Die 7U()!:%7"(&&(" 4%>%#(" ergeben sich aus den Gefahren für die Erfolgsla4 ge eines Instituts, die sich aus der Schaffung der Voraussetzungen zum insti4 tutsbetrieblichen Handeln sowie aus dem laufenden Geschäftsbetrieb des In4 stituts selbst ergeben. Adressenrisiken und operationelle Risiken werden in einer einzelnen Risikobegrenzungsnorm zusammengefasst. So sind gemäß § 2 Abs. 2 SolvV „die Eigenkapitalanforderungen für Adres4 senrisiken und das operationelle Risiko (…) erfüllt, wenn der Gesamtanrech4 nungsbetrag für Adressenrisiken und der (…) ermittelte Anrechnungsbetrag für das operationelle Risiko insgesamt das modifizierte verfügbare Eigenkapi4 tal eines Instituts nicht überschreiten“. Es gilt demnach die folgende Relation: modifiziertes verfügbares Eigenkapital ≥ Gesamtanrechnungsbetrag für Adressenrisiken + Anrechnungsbetrag für das operationelle Risiko Der 0(>!;:!")(-."*"+>$(:)!+ =E) F1)(>>(")%>%#(" ist die mit 8 % ge4 wichtete Summe der entsprechend ihres Risikos gewichteten Positionswerte eines Instituts. Zur Ermittlung dieser sogenannten risikogewichteten Positi4 onswerte sind die Adressenrisikopositionen eines Instituts in speziellen, vor4 gegebenen Forderungsklassen mit einheitlichem Risikoprofil (z. B. Forde4 rungsklasse Mengengeschäft, Forderungsklasse Unternehmen, Forderungs4 klasse Institute) zusammenzufassen. Der sich für jede einzelne Forderungs4 klasse ergebende Anrechnungsbetrag, mithin die aus jeder einzelnen Forde4 rungsklasse resultierende Eigenkapitalanforderung, ist nach § 325 Abs. 2 SolvV offenzulegen. Gleiches gilt für die Eigenkapitalanforderung, die sich aus dem ermittelten Anrechnungsbetrag für das 7U()!:%7"(&&( 4%>%#7 ergibt. Damit kann ein externer Jahresabschlussanalyst einerseits die Einhaltung der bankenaufsichtsrechtlichen Risikobeschränkungsnormen im Hinblick auf Ad4 ressenrisiken und operationelle Risiken überprüfen und andererseits sogar den weiteren +(>-.A=:>U7&%:%>-.(" 5U%(&)!*; des Institutes abschätzen, der sich aus einem Überschuss des modifizierten verfügbaren Eigenkapitals über die genannten Risikopositionen ergibt. e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 967 Die P!)#:U)(%>)%>%#(" ergeben sich aus der Gefahr, dass Änderungen von Preisen negative Auswirkungen auf die Erfolgssituation eines Instituts haben können. Gemäß § 2 Abs. 3 SolvV darf die Summe der Anrechnungsbeträge für die Marktpreisrisikopositionen nicht größer sein als das um die Eigenkapi4 talanforderungen für Adressenrisiken und das operationelle Risiko verminder4 te modifizierte verfügbare Eigenkapital zuzüglich der verfügbaren Drittrang4 mittel. Somit gilt für die (+)("'*"+ 1() P!)#:U)(%>)%>%#(": Summe der Anrechnungsbeträge für Marktrisikopositionen ≤ modifiziertes verfügbares Eigenkapital ./. Gesamtanrechnungsbetrag für Adressenrisiken ./. Anrechnungsbetrag für operationelle Risiken + verfügbare Drittrangmittel Durch die in § 325 Abs. 2 Nr. 3 SolvV geforderte Offenlegung der Eigenkapi4 talanforderungen für Marktrisikopositionen kann der externe Jahresabschluss4 analyst auch hier die Auslastung der Marktrisiko4Begrenzungsvorschrift nachvollziehen. Die 0(>!;:)%>%#7U7>%:%7" ist sodann als Kennzahl bezogen auf Gesamtei4 genmittel (Gesamtkapitalquote) und Kernkapital (Kernkapitalquote) an4 zugeben (vgl. § 325 Abs. 2 Nr. 5 SolvV). Hierzu eignet sich die sogenannte 0(>!;:#(""'%==(), wobei neben den anrechenbaren Eigenmitteln auch das Kernkapital als Zählergröße heranzuziehen ist: )ABABAB4(Gesamt12,5 lEigenmittereanrechenbazifferGesamtkenn MRORAdress ++⋅ = Dabei gilt: Gesamt4ABAdress = Gesamtanrechnungsbetrag für Adressenrisiken ABOR = Anrechnungsbetrag für operationelle Risiken ABMR = Anrechnungsbeträge für Marktrisikopositionen. Die anrechenbaren Eigenmittel entsprechen der Summe aus dem modifizierten verfügbaren Eigenkapital und den genutzten Drittrangmitteln. Die umfangreichen Offenlegungsanforderungen der Solvabilitätsverordnung können somit als ein M()">:E-# 1() 4%>%#7U*$&%'%:A: 67" 2">:%:*:(" angese4 hen werden. Es reicht zukünftig nicht mehr aus, alleine festzustellen, dass die regulatorischen Eigenkapitalanforderungen erfüllt werden, sondern es ist dar4 zustellen, wie umfassend die regulatorische Risikodeckungsmasse im Ver4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,968 gleich zu den eingegangenen Risiken ist. Die ausgewiesene Risikodeckungs4 masse ist für potenzielle Fremdkapitalgeber von entscheidender Bedeutung bei der Entscheidung über eine mögliche Kreditvergabe und die Höhe der Entgeltung für die Kapitalbereitstellung. Deshalb ist es naheliegend, dass In4 stitute darauf bedacht sind, das ausgewiesene Verhältnis von Risiken und re4 gulatorischem Eigenkapital und damit insbesondere die Kennzahlen Gesamt4 und Kernkapitalquote möglichst niedrig zu halten. Maßnahmen hierzu können einerseits darauf abzielen, weniger Risiken im Bestand zu halten (z. B. durch Verkauf von Risikopositionen oder durch Aufnahme risikoarmer Positionen), und andererseits das regulatorische Eigenkapital z. B. durch Aufnahme geeig4 neter Finanzierungsformen wie stille Beteiligungen, Genussscheine oder Nachrangdarlehen zu stärken. n9B9I9B9J 8%( &%e*%1%:A:>7)%(":%():(" W%(&( Über die Einhaltung der in Abschnitt 8.1.2.3.3 erläuterten wirtschaftlich und gesetzlich zwingenden Liquidität hinaus werden insbesondere Kreditinstitute bestrebt sein, eine mindestens dem Branchendurchschnitt entsprechende Li4 quidität im Jahresabschluss darzustellen (M7"=7);%:A:>LC 5*U()%7)%:A:>>:)(L $("). Zudem strebt man nach einer Verstetigung des Liquiditätsbildes im Zeitablauf, um die negative Publizitätswirkung einer nachlassenden Liquidität zu vermeiden (M7":%"*%:A:>>:)($("), denn externe Adressaten werden trotz der Mängel, die dem bilanziellen Liquiditätsausweis anhaften (z. B. fehlender Ausweis von Dauerschuldverhältnissen und Kreditreserven, keine präzisen Zahlungsterminangaben, Bewertungswahlrechte und Manipulationsmöglich4 keiten; vgl. kritisch hierzu G(,/ 1991, S. 2134216 sowie Abschnitt 2.1.1.2), den Jahresabschluss regelmäßig besonders auf die Liquidität untersuchen (vgl. auch Q'01-H+01- 1992b, S. 39). Neben den im vorherigen Abschnitt behandelten Begrenzungsnormen zu Ad4 ressenrisiken, operationellen Risiken sowie Marktpreisänderungsrisiken eines Instituts existieren zur Erfassung der Liquiditätsrisiken – und damit der Liqui4 ditätslage – die im Folgenden aufgeführten, weitgehend anerkannten horizon4 talen Strukturregeln (vgl. auch Q'01-H+01- 1992b, S. 39). Dabei wird auf die Definition der institutsbetrieblichen Liquiditätsbegriffe in Abschnitt 8.2.2.3 zurückgegriffen. Y%e*%1%:A:[90)!1(> = Gelderfälligetäglich iditätPrimärliqu Y%e*%1%:A:B90)!1(> = Gelderfälligetäglich quiditätSekundärli+iditätPrimärliqu e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 969 Y%e*%1%:A:I90)!1(> = Geldertigemittelfrisund4kurz+Gelderfälligetäglich quiditätSekundärli+iditätPrimärliqu Y%e*%1%:A:J90)!1(> = Geldergelangfristiund4mittelkurz4,+Gelderfälligetäglich quiditätSekundärli+iditätPrimärliqu Die täglich fälligen, kurz4, mittel4 und langfristigen Gelder stellen G()$%"1L &%-.#(%:(" *":()>-.%(1&%-.() 3)%>:%+#(%: dar (vgl. zur Restlaufzeitendarstel4 lung Abschnitt 5.1.3.1). Insbesondere bei diesen Größen ergibt sich für die externen Adressaten die Schwierigkeit der Abgrenzung, da einerseits die Län4 ge der einzelnen Fristen umstritten ist, andererseits der Jahresabschluss von Instituten, worauf soeben hingewiesen wurde, die benötigten Informationen nicht vollständig liefert. Eine wesentliche Verbesserung ergab sich allerdings seit dem Geschäftsjahr 1998, da seither nicht mehr die Ursprungslaufzeiten, sondern die Restlaufzeiten zu bestimmten Forderungen und Verbindlichkeiten anzugeben sind (vgl. die Abschnitte 5.1.3.1 und 5.1.3.1.3). Jahresabschluss4 analytiker werden zwar auch die handelsrechtlich unter dem Bilanzstrich auf4 geführten Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften, Plat4 zierungs4 und Übernahmeverpflichtungen und unwiderruflichen Kreditzusa4 gen sowie die aus dem Anhang ersichtlichen Angaben über Zahlungsver4 pflichtungen berücksichtigen. Der Aussagegehalt dieser Kennziffern ist aber aufgrund der oben aufgeführten Mängel des bilanziellen Liquiditätsausweises (vgl. Abschnitt 2.1.1.2.3) kritisch zu sehen. Die aufgeführten Liquiditätskennzahlen setzen die in Betracht kommenden Einzahlungen im Zähler zu den zu erwartenden Auszahlungen im Nenner in Relation, so dass im Interesse eines hohen Liquiditätsausweises ein möglichst hoher Wert der Kennziffern anzustreben ist. Wenn allerdings davon ausge4 gangen wird, existenzgefährdende Liquiditätsanspannungen ließen sich nur vermeiden, wenn den am Abschlussstichtag vorhandenen Verbindlichkeiten einer bestimmten Frist Vermögenswerte gegenüberstehen, die sich in gleicher Frist in mindestens gleicher Höhe liquidisieren lassen, dass also der Kennzah4 lenwert nicht unter 1 liegen soll, so stellt dies eine rein statische Betrachtung dar, die – das zeigt die Liquidität 1. Grades besonders deutlich – zu einem unrentablen Halten liquider Mittel und damit zu einer ineffizienten Finanzpo4 litik führt. Da am Abschlussstichtag bestehende, aber später fällige Verbind4 lichkeiten auch aus erst später zugehenden liquidisierbaren Vermögenspositi4 onen beglichen werden können, dürfen die Kennzahlen auch Werte unter 1 annehmen. Entscheidend für den Jahresabschlussanalytiker ist deswegen beim Zeitvergleich auch nicht etwa die Höhe der einzelnen Liquiditätsgrade, son4 dern deren Veränderungen im Zeitverlauf. Die Liquiditätskennzahlen können positiv beeinflusst werden durch eine Ausweitung des Zählers, also der Primär4 bzw. Sekundärliquidität (vgl. Ab4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,970 schnitt 8.2.2.3) oder durch eine Verkleinerung des Nenners. Letzteres ge4 schieht – bei der Liquidität 1. und 2. Grades – vor allem durch Umschichtung täglich fälliger oder kurzfristiger Gelder in langfristige Gelder und – bei allen Liquiditätsgraden – durch Nutzung überschüssiger Primärliquidität zum Ab4 bau von kurz4 oder mittelfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Instituten, um dadurch die Fälligkeitsstruktur des Fremdkapitals positiver zu gestalten. Al4 lerdings sind die Maßnahmen zur Beeinflussung des Nenners wesentlich be4 grenzter, da der Erfolg hier von den Anlagewünschen anderer Institute und der Nichtinstitutskundschaft abhängt. Aufgrund ihrer allgemein anerkannten Unzulänglichkeiten werden die klassi4 schen Finanzierungsregeln (Goldene Bankregel, Goldene Finanzierungsregel, Goldene Bilanzregel) hier außer Acht gelassen (kritisch zu diesen Regeln G(,/ 1991, S. 2094216). n9B9I9B9c 8%( $7"%:A:>7)%(":%():(" W%(&( Das Zusammenspiel von Liquidität und Bonität wurde bereits weiter oben dargestellt (vgl. Abschnitt 8.1.2.3.4). Es kann festgehalten werden, dass sich Bonität praktisch durch die Erfüllung der vorgenannten finanzpolitisch moti4 vierten publizitätspolitischen Ziele erreichen lässt. Bonität wird vor allem da4 durch erreicht, dass die Erfolgs4, Vermögens4, Risiko4 und Liquiditätslage des Instituts ein positives Gesamtbild vermittelt. Eigenständige finanzpolitisch motivierte bonitätsorientierte Ziele lassen sich insofern nicht definieren. n9B9I9I 8%( )(%" U*$&%'%:A:>U7&%:%>-.(" W%(&( n9B9I9I9[ G7)$(;()#*"+(" Ein veröffentlichter Jahresabschluss soll seinen Lesern Informationen bereit4 stellen. Er ist deswegen in besonderem Maße geeignet, Publizitätswirkung zu entfalten. Rein publizitätspolitische Ziele werden hauptsächlich durch die quantitative und qualitative Gestaltung des Anhangs und des Lageberichts verfolgt. Da der Gesetzgeber lediglich den Mindestumfang von Anhang und Lagebericht festgelegt hat, können diese Informationsinstrumente über den gesetzlichen Umfang hinaus erweitert werden. Der Verzicht auf eine generelle Begrenzung dieser beiden Publizitätsinstru4 mente bedeutet jedoch nicht, dass die Erweiterung willkürlich erfolgen kann. Vielmehr ergibt sich aus der grundsätzlichen Aufgabe des Jahresabschlusses eine materielle Begrenzung der Erweiterungsmöglichkeiten. So dürfen in den Anhang – und entsprechend auch in den Lagebericht – nur Angaben aufge4 nommen werden, „die in einem sachlichen Zusammenhang mit dem Jahres4 e;W 3(, E(,*, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 971 abschluß stehen, der Vermittlung des nach § 264 Abs. 2 HGB geforderten Bildes von der Lage des Unternehmens dienen und die Klarheit und Über4 sichtlichkeit (des Jahresabschlusses; Anm. d. Verf.) nicht beeinträchtigen“ (G(,2,#UG,#2,=, 1986, S. 247). Indem von dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestumfang der Berichter4 stattung in Anhang und Lagebericht abgewichen wird, kann die Geschäftsfüh4 rung das Institut in dem oben beschriebenen Rahmen ihren Wünschen ent4 sprechend darstellen. Dabei lässt sich der 2"=7);!:%7">+(.!&: 1(> X!.)(>!$L >-.&*>>(> e*!":%:!:%6 *"1 e*!&%:!:%6 >:(*()". Quantitative Steuerung bedeu4 tet hierbei, dass die Informationsmenge über den Mindestumfang hinaus ge4 steigert wird. Die zielgerichtete Qualität des Informationsgehalts wird durch die besondere Dokumentation der in der Bilanz und Gewinn4 und Verlust4 rechnung dargestellten Sachverhalte erreicht. Auch im Rahmen des veröffent4 lichten Geschäftsberichts kann entsprechend Publizititätspolitik betrieben werden (vgl. Abschnitt 8.3.4.2.2.3). n9B9I9I9B 8%( &(%>:*"+>7)%(":%():(" W%(&( Das Institut kann insbesondere den Lagebericht dazu nutzen, sein Y(%>:*"+>L !"+($7: so darzustellen, dass das Image des Instituts positiv beeinflusst wird. Ziel ist es dabei zum einen, die angebotenen Leistungen so zu präsentieren, dass bei den angesprochenen Kunden das Interesse an diesen Leistungen ge4 weckt wird bzw. sich neue Kundengruppen aufgrund dieser Leistungen für das Institut interessieren. Zum anderen sollen die Jahresabschlussadressaten davon überzeugt werden, dass das Leistungsangebot des Instituts den Markt4 tendenzen entspricht. Darüber hinaus ist im Sinne einer aktiven Publizitätspo4 litik darauf einzugehen, wie auf zukünftige Marktentwicklungen zu reagieren geplant ist. So werden Jahresabschlussanalytiker regelmäßig diejenigen Insti4 tute positiver bewerten, die ihre Anpassungsfähigkeit und Flexibilität durch frühzeitiges Erkennen veränderter Marktverhältnisse und entsprechend recht4 zeitige Ausweitung bzw. Modifikation ihres Leistungsangebots unter Beweis stellen können. Das wohl bedeutendste Publikationsmittel zur Darstellung ihrer Leistungsziele nach außen ist für Institute der 0(>-.A=:>$()%-.:. Da er nicht Teil von Jahres4 abschluss und Lagebericht ist und seine Aufstellung und Veröffentlichung gesetzlich nicht verpflichtend ist, stellt er bei enger Auslegung des Begriffs der Jahresabschlusspolitik kein jahresabschlusspolitisches Instrument dar. Dennoch hat sich der Geschäftsbericht in der Praxis zu 1(; Publikationsin4 strument schlechthin entwickelt, so dass er im Interesse einer aktiven, auf übergeordnete Unternehmungsziele gerichteten Publizitätspolitik !&> (%+("L >:A"1%+(> 2">:)*;(": 1() X!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%# 1() 2">:%:*:( zur Darstel4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,972 lung und Interpretation von Jahresabschluss und Lagebericht aufgefasst wer4 den muss. Wachsende Bedeutung erlangt im Zusammenhang mit den leistungsorientier4 ten publizitätswirksamen Zielen die 8!)>:(&&*"+ (%"(> +(>(&&>-.!=:&%-. 6()L !":?7):*"+>67&&(" *"1 *;?(&:+()(-.:(" G().!&:("> von Instituten (vgl. hierzu auch Abschnitt 8.3.4.2.2.3). n9B9I9I9I 8%( 67&*;("7)%(":%():(" W%(&( Volumenorientierte Ziele, die rein publizitätspolitisch motiviert sind, können durch Gestaltung der Bilanz verwirklicht werden. Die in diesem Zusammen4 hang relevanten Zielgrößen %&!"'>*;;( und 0(>-.A=:>67&*;(" wurden bereits oben kritisch betrachtet (vgl. Abschnitt 8.1.2.2.4). Trotz der kritischen Einwände sind sie insbesondere im Kreditgewerbe als Maßstab für die Expan4 sionskraft des Instituts allgemein anerkannt und übernehmen insofern eine Repräsentationsfunktion (vgl. Q'01-H+01- 1992a, S. 15). Während sich die Bilanzsumme problemlos aus der Bilanz ablesen lässt, ist die Bestimmung des Geschäftsvolumens mit einigen Schwierigkeiten verbun4 den, da unterschiedliche Auffassungen über seine Zusammensetzung existie4 ren. Nach den Vorstellungen der 3,+%01-,2 G+2.,0H'2= (2009c, S. 52) um4 fasst das Geschäftsvolumen die in &%0)"*+5,2 2'1- &%0)"*+5,20 Im Rahmen der rein publizitätspolitischen Zielsetzung kann es hier nur darum gehen, eine möglichst hohe Bilanzsumme bzw. ein möglichst hohes Ge4 schäftsvolumen auszuweisen, um die Größe des Instituts hervorzuheben. n9B9J 8%( W%("=&%#:( 1() T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" W%(&( Bei gleichzeitiger Verfolgung mehrerer Ziele der Finanz4 und Publizitätspoli4 tik im Rahmen der Jahresabschlusspolitik von Instituten treten insbesondere dann Konflikte auf, wenn die Interessen der Unternehmungsleitung denen einzelner Gruppen von Jahresabschlussadressaten widersprechen oder wenn die Interessen einzelner Adressatengruppen untereinander unvereinbar sind. Im erstgenannten Fall kann etwa wegen des Interesses der Eigenkapitalgeber an einer möglichst hohen Gewinnausschüttung ein hoher Bilanzgewinnaus4 weis von ihnen als wünschenswert angesehen werden, während innenfinanzie4 rungspolitische Gesichtspunkte für eine hohe offene Rücklagenbildung und damit für einen eher niedrigen Bilanzgewinnausweis sprechen. Ein weiterer Zielkonflikt ergibt sich z. B., wenn eine für die Außenfinanzierung günstige Bilanzstruktur nur dadurch erreicht werden kann, dass bestimmte Vermögens4 positionen unterbewertet, andere hingegen volumenmäßig erhöht werden, gleichzeitig aber aus Gründen des „0%'2.(2/“ eine aktive Publizitätspolitik verfolgt wird, die auf die Darstellung eines möglichst den tatsächlichen Ver4 hältnissen entsprechenden Bildes der Vermögenslage zielt. Interessenkonflikte treten aber auch zwischen externen Jahresabschlussadres4 satengruppen auf. So sind beispielsweise nicht alle Unternehmungseigentümer an einer möglichst hohen Gewinnausschüttung interessiert. Es ist möglich, dass etwa Großaktionäre eher eine Thesaurierung der Gewinne präferieren, damit der Unternehmungswert (und damit ihr Vermögen) wächst, während z. B. Kleinaktionäre eher an Gewinnausschüttungen interessiert sind. Dabei können die geschilderten denkbaren Interessen der Großaktionäre mit den In4

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.