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6.5.1 Die Gliederung der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 906 - 907

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_906

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
b9c 8%( (>7"1().(%:(" 1() M7"'()"$%&!"' *"1 1() M7"'()"L0(?%""L *"1 G()&*>:)(-."*"+ b9c9[ 8%( 0&%(1()*"+ 1() M7"'()"$%&!"' *"1 1() M7"'()"L 0(?%""L *"1 G()&*>:)(-."*"+ Grundsätzlich haben Institutskonzerne – wie in Abschnitt 6.4.2.5 bereits auf4 gezeigt – die Gliederung von Konzernbilanz und Konzern4Gewinn4 und Ver4 lustrechnung entsprechend den Formblättern in den Anlagen zur RechKredV vorzunehmen. Selbstverständlich sind zusätzlich die folgenden #7"'()"L >U('%=%>-.(" <7>%:%7"(" mit aufzunehmen, soweit entsprechende Beträge aus4 zuweisen sind: • ein aktivischer Unterschiedsbetrag aus der Vollkonsolidierung oder der anteilsmäßigen Konsolidierung als „Geschäfts4 oder Firmenwert“ gemäß § 301 Abs. 3 Satz 1 HGB bzw. als „/"".$(**“ nach IFRS 3.32; • ein passivischer Unterschiedsbetrag aus der Vollkonsolidierung oder der anteilsmäßigen Konsolidierung als „Unterschiedsbetrag aus der Kapital4 konsolidierung“ nach dem Eigenkapital gemäß § 301 Abs. 3 Satz 1 HGB; nach IFRS 3.34 ist ein passivischer Unterschiedsbetrag zunächst einer er4 neuten Überprüfung zu unterstellen; erst wenn sich der passivische Unter4 schiedsbetrag bestätigt, ist dieser sofort erfolgswirksam zu erfassen; • die „Anteile anderer Gesellschafter“ gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1 HGB bzw. IAS 27.33 als gesonderter Posten im Eigenkapital sowie der „anderen Ge4 sellschaftern zustehende Gewinn und der auf sie entfallende Verlust“ ge4 mäß § 307 Abs. 2 HGB bzw. IAS 27.34 als gesonderte Position nach dem Jahresüberschuss; • die „Anteile an assoziierten Unternehmen“ gemäß § 311 Abs. 1 HGB bzw. IAS 28.13 und die „Erträge und Aufwendungen aus assoziierten Unter4 nehmen“ gemäß § 312 Abs. 4 HGB bzw. die Gewinn4 und Verlustanteile an assoziierten Unternehmen und Unternehmungen, die nach der Equity4 Methode bilanziert werden (0-'#, "& %-, 4#"&(% "# *"00 "& '00"1('%,0 '2. l"(2% ),2%+#,0 '11"+2%,. &"# +0(2/ %-, ,i+(%O 5,%-".) nach IAS 1.82(c). Darüber hinaus ist unter Berücksichtigung der Grundsätze der Klarheit und Übersichtlichkeit, der Einheitlichkeit sowie der Wesentlichkeit im Einzelfall abzuwägen, ob %">:%:*:>+)*UU(">U('%=%>-.( (z. B. Hypothekenbanken, Bausparkassen) oder +(>-.A=:>'?(%+>U('%=%>-.( (vor allem Versicherungsun4 ternehmungen) <7>%:%7"(" in die Konzernbilanz und Konzern4Gewinn4 und Verlustrechnung aufzunehmen sind. Dies trifft in jedem Fall dann zu, wenn a 3(, G,0"2.,#-,(%,2 .,# 7"2C,#2#,1-2+2/0*,/+2/ )"2 F20%(%+%,2876 die betreffenden Konzernunternehmen die Vermögens4, Finanz4 und Ertrags4 lage des Konzerns nicht unwesentlich (mit)prägen. Dagegen dürfte ein Ver4 stoß gegen den Grundsatz der Klarheit oder Übersichtlichkeit oder gegen den Einheitsgrundsatz nur in Ausnahmefällen vorstellbar sein. b9c9B 8%( (>7"1().(%:(" 1() M7">7&%1%()*"+ b9c9B9[ 8%( (%".(%:&%-.( %&!"'%()*"+ *"1 (?():*"+ b9c9B9[9[ 8%( G7)>-.)%=:(" 1(> /0 Aus dem Einheitsgrundsatz des § 297 Abs. 3 Satz 1 HGB folgt i. V. m. § 300 Abs. 2 HGB (Bilanzansatz) und § 308 HGB (Bewertung), dass Ansatz und Bewertung im Konzernabschluss nach einheitlichen Grundsätzen zu erfolgen haben, die sich aus dem auf das Mutterunternehmen anzuwendenden Recht ergeben. Dabei können die nach dem Recht des Mutterunternehmens beste4 henden Ansatz4 und Bewertungswahlrechte unabhängig von der Ausübung im Einzelabschluss des Mutterunternehmens und unabhängig von der Ausübung in den Einzelabschlüssen des Tochterunternehmens (neu) ausgeübt werden. Bei Neuausübung der Wahlrechte sind somit zunächst die Einzelabschlüsse der Mutter4 und/oder Tochterunternehmen entsprechend anzupassen (soge4 nannte Handelsbilanz II). Ein Anpassungszwang ergibt sich ohnehin, wenn – bspw. bei ausländischen Tochterunternehmen – die Bilanzierung und/oder Bewertung bestimmter Sachverhalte gegen das Recht des Mutterunternehmens verstößt. Nach Zu4 sammenfassung der Einzelabschlüsse zu einer Summenbilanz sind in einem weiteren Schritt die konzerninternen Beziehungen und Transaktionen durch die in Abschnitt 6.2 aufgeführten Konsolidierungsmaßnahmen zu eliminieren (vgl. auch Abschnitt 6.5.2.4). Für Mutterunternehmen, die Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute oder Finanzholdings sind, gelten – wie in Abschnitt 6.4.2.5 gezeigt – die er4 gänzenden institutsspezifischen Rechnungslegungsvorschriften. Hier ergibt sich die Frage, inwieweit diese institutsspezifischen Vorschriften vor dem Hintergrund des Einheitsgrundsatzes auch auf Tochterunternehmen anzuwen4 den sind, die weder Kredit4 noch Finanzdienstleistungsinstitut sind. M. E. können ausschließlich die Vorschriften zur institutsspezifischen Risiko4 vorsorge (vgl. die §§ 340f und 340g HGB) als Spezialvorschriften angesehen werden, da sich alle anderen institutsspezifischen Vorschriften innerhalb der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung bewegen und lediglich ergänzende oder klarstellende Funktion haben. Somit ist lediglich die Anwendung der

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Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.