Content

6.1 Die von Instituten zu beachtenden Normen zur Konzernrechnungslegung und das Verhältnis der Normen untereinander in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 887 - 890

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_887

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
5(-.>:() F$>-."%:: 8%( (>7"1().(%:(" 1() M7"'()")(-."*"+>&(+*"+ 67" M)(1%:%">:%:*:("C 3%"!"'1%(">:&(%>:*"+>%">:%:*:(" *"1 3%"!"'.7&1%"+> 6.1 Die von Instituten zu beachtenden Normen zur Konzernrechnungs4 legung und das Verhältnis der Normen untereinander ....................... 857 6.2 Die Begründung und die Aufgaben der Konzernrechnungslegung.... 859 6.3 Der Konzernbegriff nach HGB und nach IFRS.................................. 863 6.3.1 Der Konzernbegriff nach HGB ................................................ 863 6.3.2 Der Konzernbegriff nach IFRS ................................................ 864 6.4 Die besondere Verpflichtung zur Konzernrechnungslegung für Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Finanzholdings ... 867 6.4.1 Die grundsätzliche Pflicht zur Aufstellung .............................. 867 6.4.2 Die Befreiung von der Aufstellungspflicht .............................. 869 6.5 Die Besonderheiten der Konzernbilanz und der Konzern4Gewinn4 und Verlustrechnung........................................................................... 875 6.5.1 Die Gliederung der Konzernbilanz und der Konzern4 Gewinn4 und Verlustrechnung ................................................. 875 6.5.2 Die Besonderheiten der Konsolidierung .................................. 876 6.6 Die Besonderheiten des Konzernanhangs........................................... 890 6.7 Die Besonderheiten des Konzernlageberichts .................................... 908 b 8%( (>7"1().(%:(" 1() M7"'()")(-."*"+>L &(+*"+ 67" M)(1%:%">:%:*:("C 3%"!"'1%(">:L &(%>:*"+>%">:%:*:(" *"1 3%"!"'.7&1%"+> b9[ 8%( 67" 2">:%:*:(" '* $(!-.:("1(" S7);(" '*) M7"'()")(-."*"+>&(+*"+ *"1 1!> G().A&:"%> 1() S7);(" *":()(%"!"1() Der Zusammenschluss rechtlich selbstständiger Unternehmungen zu einem – zumindest in Teilbereichen – einheitlich handelnden Wirtschaftssubjekt ist in einer arbeitsteiligen Wirtschaft eine von vielen Möglichkeiten der Koordi4 nation des Austausches von Gütern und Dienstleistungen, um Transaktions4 kosten und Unsicherheiten zu reduzieren (vgl. B1-(*.H'1- 2008, S. 7). Dass hierbei jede Form des Zusammenschlusses auch branchenübergreifend mög4 lich sein muss, ist offensichtlich. Damit hat auch die Beantwortung der Frage, unter welchen Voraussetzungen ein M7"'()" !&> $(>7"1()( W*>!;;("L >-.&*>>=7); vorliegt, geschäftszweigunabhängig zu erfolgen. Diese Feststel4 lung gilt unabhängig vom Untersuchungsgegenstand, also auch für den hier interessierenden Teil des Konzernrechts: den Vorschriften zur handelsrechtli4 chen Rechnungslegung von Konzernen sowie den Vorschriften zur Konzern4 rechnungslegung nach IFRS. Da die Bestimmung des M7"'()"$(+)%==> geschäftszweigunabhängig erfolgt, finden sich unter den institutsspezifischen Vorschriften des HGB keine ent4 sprechenden Ausführungen. Vielmehr verweist § 340i Abs. 1 Satz 1 HGB diesbezüglich auf die geschäftszweigunabhängigen Vorschriften über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht, also auf die §§ 2904315a HGB. Ist der Tatbestand der Konzernabschlusspflicht nach § 290 HGB gegeben (vgl. hierzu Abschnitt 6.3.1), so ist grundsätzlich ein Konzernabschluss nach den Vorschriften der §§ 2944315 HGB zu erstellen. Allerdings wurde mit Um4 setzung der :D4Verordnung Nr. 1606/2002 (vgl. :+#"4>(01-,0 N'#*'5,2%UP'% .,# :+#"4>(01-,2 R2("2 Wgg2) vom 19. Juli 2002 über die Anwendung inter4 nationaler Rechnungslegungsstandards (IAS4Verordnung) durch das Bilanz4 rechtsreformgesetz (BilReG) vom 4. Dezember 2004 für kapitalmarktorien4 tierte Konzerne die Verpflichtung geschaffen, ihren Konzernabschluss nicht mehr nach den Vorschriften der §§ 2944315 HGB, sondern nach den Regelun4 gen der IFRS aufzustellen. Nicht kapitalmarktorientierte Konzerne dürfen ei4 nen IFRS4Konzernabschluss aufstellen. a 3(, G,0"2.,#-,(%,2 .,# 7"2C,#2#,1-2+2/0*,/+2/ )"2 F20%(%+%,2858 Die Aufstellung eines Konzernabschlusses nach den IFRS wirkt befreiend auf die Konzernabschlusserstellungspflicht nach HGB; muss also ein IFRS4 Konzernabschluss aufgestellt werden oder wird dieser auf freiwilliger Basis aufgestellt, so entbindet dies den Abschlussersteller von der Verpflichtung, einen HGB4Konzernabschluss aufstellen zu müssen. Das Erfordernis, über4 haupt einen Konzernabschluss aufstellen zu müssen, leitet sich aber auch bei IFRS4Anwendern aus den Regelungen des HGB, also aus den §§ 2904293 HGB ab (vgl. G*'01-=,UB1-(*.H'1- 2005, S. 310). Ist ein Konzernmutter4 unternehmen schließlich zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach IFRS verpflichtet, so ergibt sich der Konsolidierungskreis alleine aus den Regelun4 gen der IFRS. b9B 8%( (+)E"1*"+ *"1 1%( F*=+!$(" 1() M7"'()")(-."*"+>&(+*"+ Die Begründung und die Aufgaben der Konzernrechnungslegung sind grund4 sätzlich nicht abhängig von den Geschäftszweigen der Konzernunternehmen. Zur detaillierten Darstellung kann daher wiederum auf die Ausführungen zur geschäftszweigunabhängigen Konzernrechnungslegung verwiesen werden (vgl. etwa G',%/,U7(#01-UJ-(,*, 2004, S. 35453; B1-(*.H'1- 2008, S. 13416; QO0"1=(UQ"-*/,5+%- 1996, S. 344). An dieser Stelle genügt es, die Gründe zusammenfassend aufzuführen: (1) Die rein additive Verknüpfung der Einzelabschlüsse kann – ungeachtet der ihnen eigenen Mängel – schon allein aufgrund der #!U%:!&;AV%+(" G()=&(-.:*"+(" der Konzernunternehmen kein den tatsächlichen Verhält4 nissen entsprechendes Bild der Vermögens4, Finanz4 und Ertragslage der wirtschaftlichen Einheit des Konzerns liefern. So weist bspw. die Einzel4 bilanz des Mutterunternehmens die Anteile an Tochterunternehmen, an denen sie unmittelbar beteiligt ist, als Vermögenswerte aus. Die durch die4 se Anteile verbrieften Vermögenswerte werden wiederum in den Einzelbi4 lanzen der Tochterunternehmen ausgewiesen. Die externen Jahresab4 schlussadressaten können diese Doppelerfassungen aber aufgrund fehlen4 der Informationen nicht selbst bereinigen. Insbesondere die Anteilseigner und Gläubiger der rechtlich selbstständigen Konzernunternehmen, die aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtungen eher als Anteilseigner oder Gläubiger des Konzerns anzusehen sind, bedürfen einer Konzernrech4 nungslegung, die diese Doppelerfassungen bereinigt. (2) Die einheitliche Konzernleitung kann aus #7"'()"U7&%:%>-. ;7:%6%():(" Gründen zwischen den rechtlich selbstständigen Konzernunternehmen G();D+(">L *"1 1!;%: !*-. M!U%:!&6()&!+()*"+(" durch Abschluss von Darlehensverträgen veranlassen. Die auf diese Weise innerhalb des Konzerns entstehenden Gläubiger4Schuldner4Beziehungen haben keine Veränderung der Vermögens4 und Kapitalsituation des Konzerns zur Fol4 ge. Sofern diese Darlehensverträge allerdings zu unter unabhängigen Marktpartnern "%-.: ;!)#:E$&%-.(" M7"1%:%7"(" abgeschlossen werden, verfälschen diese Verträge und ihre wirtschaftlichen Folgen nicht nur die in den Einzelabschlüssen wiedergegebenen Informationen über die tat4 sächliche Vermögens4 und Finanzlage. Sie können auch materielle Auswirkungen auf die (Minderheits4)Anteils4 eigner (Ausschüttungshöhe/Liquidationsanteil) sowie die Gläubiger (Haf4 tungsmasse) der einzelnen Konzernunternehmen haben, soweit sich deren Ansprüche aus den Einzelabschlüssen herleiten oder sie sich ausschließ4 lich anhand der Einzelabschlüsse informieren.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.