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5.2.2 Der allgemeine Teil des Anhangs in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 822 - 824

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_822_1

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
c9B 8() F".!"+ "!-. 2345 c9B9[ G7)$(;()#*"+(" Der Anhang stellt neben den Rechenwerken Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung einen Pflichtbestandteil eines nach den IFRS aufgestellten Jahresabschlusses dar. Im IFRS4Anhang sind die Zahlenwerte aus den Rechenwerken zu ()&A*:()" sowie um wichtige zusätzliche Informatio4 nen zu ()+A"'(", die nicht in einem der Rechenwerke zum Ausdruck kommen (vgl. IAS 1.112). Die Angaben im Anhang sind über einen o*()6()?(%> mit den dazugehörigen Informationen in Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung und Eigen4 kapitalveränderungsrechnung in Beziehung zu setzen (vgl. IAS 1.113). Im Gegensatz zu den Regelungen des HGB, die keine Vorgabe oder Empfeh4 lung hinsichtlich der Gliederung des Anhangs geben, sieht IAS 1.114 eine empfohlene Gliederungssystematik vor. Demnach wird folgendes 0&%(1(L )*"+>>-.(;! als zweckmäßig im Sinne einer besseren Verständlichkeit der Angaben im Anhang angesehen: • Erklärung über die Übereinstimmung mit den IFRS, • Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs4 und Bewertungsmethoden, • ergänzende Informationen zu den in Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellten Positionen in der Reihenfolge, in der jede Position dargestellt wird sowie • andere Angaben, einschließlich der Eventualschulden, der nicht bilanzier4 ten vertraglichen Verpflichtungen und der nicht4finanziellen Angaben. Nichts einzuwenden ist gegen zusätzliche Angaben auf freiwilliger Basis, so4 fern die Systematik und Verständlichkeit des Anhangs nicht darunter leiden (vgl. so auch L@.,2H'1- 2008, S. 235). Die Rechenwerke und der Anhang stehen nach IFRS in einem viel engeren Zusammenhang, als dies nach HGB der Fall ist. Dies ergibt sich aus der IFRS4 Besonderheit, dass eine Vielzahl von Angaben wahlweise im Anhang oder in Bilanz bzw. GuV gemacht werden können; die Berichtselemente sind somit nicht klar voneinander zu trennen (vgl. L@.,2H'1- 2008, S. 234). c9B9B 8() !&&+(;(%"( ](%& 1(> F".!"+> Der allgemeine Teil des Anhangs nach IFRS enthält Angaben grundsätzlichen Charakters, die keiner spezifischen Position in einem Rechenwerk zuzurech4 nen sind, so bspw. Angaben zu den angewandten Bilanzierungs4 und Bewer4 _;W 3,# <2-'2/ 2'1- FSPB 791 tungsmethoden, zum Geschäftsjahr und zur zugrunde liegenden Währungs4 einheit. Darüber hinaus sind ;%"1(>:("> =7&+("1( F"+!$(" '* ;!-.(" (vgl. L@.,2H'1- 2008, S. 2384239): • Versicherung der Übereinstimmung des Abschlusses mit den IFRS; • Angaben über die vorzeitige Anwendung eines neuen oder neu gefassten Standards; • Angaben zum Konsolidierungskreis und zur Konsolidierungsmethode im Konzernabschluss; • Angaben zu Ermessensausübungen bei Bilanzierungs4 und Bewertungsent4 scheidungen; • Angaben zum Risiko einer zukünftigen Anpassung bzw. Fehlerkorrektur bei Verwendung geschätzter Werte. IAS 1.112a fordert die Information über die 0)*"1&!+(" 1() F*=>:(&&*"+ 1(> F$>-.&*>>(> sowie über die zugrunde gelegten %&!"'%()*"+>L *"1 (?()L :*"+>;(:.71(". Es ist auf die bei der Aufstellung des Abschlusses zugrunde gelegten Wertmaßstäbe einzugehen, wobei es genügt, pro Gruppe von Ver4 mögensgegenständen und Schulden den verwendeten Wertmaßstab zu nennen (z. B. Anschaffungs4 oder Herstellungskosten, Tageswert, Nettoveräuße4 rungswert, beizulegender Zeitwert oder erzielbarer Betrag) (vgl. IAS 1.118). Auf angewandte Bilanzierungs4 und Bewertungsmethoden ist einzugehen, sofern es für das Verständnis des Abschlusses erforderlich ist; eine entspre4 chende Einschätzung ist vom Management der Unternehmung zu treffen (vgl. IAS 1.119). Bspw. kann es hilfreich sein, darauf einzugehen, ob Anteile an Gemeinschaftsunternehmen '% ,i+(%O oder quotal konsolidiert wurden. Neben solchen Angaben zur Ausübung von in den IFRS vorgesehenen echten Wahlrechten ist es auch erforderlich, auf die konkreten Verfahren einzugehen, die zum Wertansatz der jeweiligen Position geführt haben. Denn erst diese Angaben ermöglichen ein tiefergehendes Verständnis des im Abschluss ent4 haltenen Zahlenwerks. So ist es angebracht darzustellen, ob der beizulegende Zeitwert aus einem Marktpreis abgeleitet oder über ein mathematisches Be4 wertungsverfahren ermittelt wurde (vgl. auch L@.,2H'1- 2008, S. 239). Von großer Bedeutung sind auch F"+!$(" E$() R);(>>(">!*>E$*"+(" bei Bilanzierungs4 und Bewertungsentscheidungen, da gerade die Rechnungsle4 gung nach IFRS von Ermessensentscheidungen bestimmt wird. Ermessensent4 scheidungen sind einerseits bei der Auslegung unbestimmter Begriffe und Re4 geln zu treffen. So ist bspw. bei Ausbuchungsentscheidungen zu prüfen, ob alle wesentlichen Risiken und Chancen aus einem finanziellen Vermögens4 wert auf eine dritte Partei transferiert wurden (vgl. IAS 1.123b). Über derarti4 ge Auslegungsentscheidungen ist im Anhang allerdings auch nur dann zu be4 richten, wenn ihnen im Gesamtkontext des Jahresabschlusses wesentliche Be4 _ 3,# F2-'*% )"2 <2-'2/ +2. L'/,H,#(1-% .,# F20%(%+%,792 deutung beizumessen ist. Insofern stellt die Angabe über Auslegungsentschei4 dungen selbst wieder eine Ermessensentscheidung dar (vgl. L@.,2H'1- 2008, S. 246). Andererseits erfordert eine zukunftsgerichtete Berichterstattung auch, wesent4 liche Annahmen bezüglich zukünftiger Umweltzustände zu treffen. Ohne Verpflichtung zur Darstellung zukunftsbezogener Annahmen stellen die In4 formationen des Jahresabschlusses aber nur eine sehr eingeschränkte Ent4 scheidungsgrundlage für den externen Jahresabschlussadressaten dar. Deshalb fordert IAS 1.125 die Angabe der wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie Angaben zu sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzunsicherheiten, aus denen ein beträchtliches Risiko einer zukünftigen wesentlichen Anpas4 sung resultiert. Diese Angabe ist für alle Vermögenswerte und Schulden er4 forderlich, für die ein beträchtliches Risiko einer wesentlichen Anpassung besteht, allerdings nur insoweit dieses Risiko innerhalb des nächsten Ge4 schäftsjahres schlagend werden kann (vgl. IAS 1.128). Art und Buchwert der von Schätzunsicherheiten betroffenen Vermögenswerte und Schulden sind im Anhang anzugeben. c9B9I (>7"1()( F".!"+!"+!$(" =E) !*>+(?A.&:( %&!"'%()*"+>L *"1 (?():*"+>>!-.6().!&:( c9B9I9[ G7)$(;()#*"+(" Viele der in den IFRS geforderten Anhangangaben werden in den Einzelstan4 dards zu bestimmten Bilanzierungs4 und Bewertungsfragen formuliert. Dement4 sprechend bietet es sich an, die Anhangangabevorschriften für bestimmte bank4 spezifische Sachverhalte in den Abschnitt zu integrieren, der auch die Bilanzie4 rungs4 bzw. Bewertungsfragen zu dem jeweiligen Sachverhalt behandelt. Demgegenüber wurden die Anhangangabepflichten zu Finanzinstrumenten, die aus IFRS 7 resultieren, bislang noch nicht gewürdigt. Die nach IFRS 7 geforderten Angaben zu Finanzinstrumenten erstrecken sich auf zwei Berei4 che: Es sind einerseits Angaben zur (1(*:*"+ 1() 3%"!"'%">:)*;(":( für die Unternehmung zu machen (IFRS 7.747.30), andererseits fordert IFRS 7.3147.42 Angaben zu Art und Umfang der aus Finanzinstrumenten re4 sultierenden 4%>%#(".

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References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

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- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.