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5.1.4 Der institutsspezifische Verzicht auf Anhangangaben in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 820 - 822

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_820

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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_ 3,# F2-'*% )"2 <2-'2/ +2. L'/,H,#(1-% .,# F20%(%+%,788 Im Übrigen weisen 7#+52"$ ,% '*; nach, dass ein Verzicht auf die vorge4 schriebene Aufgliederung unter Berufung auf dadurch entstehende Nachteile (vgl. § 34 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 RechKredV) nur sehr schwer zu rechtfertigen sein wird (vgl. 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 1233). c9[9I9a9B 8%( F"+!$( *"1 R)&A*:()*"+ ?%-.:%+() R%"'(&$(:)A+( $(% $(>:%;;:(" 5!;;(&U7>%:%7"(" § 35 Abs. 1 Nr. 4 RechKredV schreibt für Bilanzpositionen und GuV4 Positionen, die Sammelpositionen darstellen, für die also eine ihrer spezifi4 schen Art entsprechende Position nicht vorhanden ist (so 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 1271), die Angabe von Einzelbeträgen sowie die Erläuterung ihrer Art im Anhang vor, sofern sie für die Beurteilung des Jahresabschlusses nicht unwesentlich sind. In der Gewinn4 und Verlustrechnung handelt es sich dabei um die • GuV4Position 8: „Sonstige betriebliche Erträge“, • GuV4Position 12: „Sonstige betriebliche Aufwendungen“, • GuV4Position 20: „Außerordentliche Erträge“, • GuV4Position 21: „Außerordentliche Aufwendungen“. Zur Zielsetzung dieser Vorschrift und zur Interpretation der Vorschrift („nicht unwesentlich“) vgl. die Abschnitte 5.1.1.5 und 5.1.3.8.5. Allerdings dürfte sich hier das Wesentlichkeitskriterium vor allem auf die Ertragslage beziehen. c9[9J 8() %">:%:*:>>U('%=%>-.( G()'%-.: !*= F".!"+!"+!$(" Die durch Aufnahme einer Vielzahl von Detailinformationen in den Anhang generell angestrebte Verbesserung der Aussagekraft der handelsrechtlichen Rechnungslegung wird für Institute durch die F*>"!.;()(+(&*"+(" 1() HH IJK! F$>9 B, IJK= F$>9 J /0 jedoch teilweise wieder eingeschränkt. In verschiedenen Fällen soll mit dem Verzicht auf Angaben im Anhang aus4 schließlich ermöglicht werden, dass die Institute die durch § 340f Abs. 1 HGB anerkannten stillen Vorsorgereserven still bilden und auflösen können (vgl. hierzu ausführlich Abschnitt 4.1.4.2.4). Die folgenden, von Kapitalgesellschaften anderer Branchen zwingend in den Anhang aufzunehmenden Informationen müssen %; F".!"+ 67" 2">:%:*:(" "%-.: (":.!&:(" sein: • die Stellungnahme zu einem Jahresfehlbetrag oder Verlust, der das Jahres4 ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr wesentlich beeinträchtigt hat (§ 176 Abs. 1 Satz 3 und 4 AktG); _;T 3,# <2-'2/ 2'1- 9DG 789 • Unterschiedsbeträge bei Anwendung der Gruppenbewertung oder von Verbrauchsfolgeverfahren, wenn die Bewertung im Vergleich zu einer Be4 wertung auf der Grundlage des letzten vor dem Abschlussstichtag bekann4 ten beizulegenden Zeitwerts einen erheblichen Unterschied aufweist (§ 284 Abs. 2 Nr. 4 HGB; § 340a Abs. 2 Satz 1 HGB); • die Erläuterung der in der Passivposition 7c: „Andere Rückstellungen“ nicht gesondert ausgewiesenen Rückstellungen, wenn sie einen nicht uner4 heblichen Umfang haben (§ 285 Nr. 12 HGB; § 340a Abs. 2 Satz 1 HGB). c9B 8() F".!"+ "!-. 2345 c9B9[ G7)$(;()#*"+(" Der Anhang stellt neben den Rechenwerken Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung einen Pflichtbestandteil eines nach den IFRS aufgestellten Jahresabschlusses dar. Im IFRS4Anhang sind die Zahlenwerte aus den Rechenwerken zu ()&A*:()" sowie um wichtige zusätzliche Informatio4 nen zu ()+A"'(", die nicht in einem der Rechenwerke zum Ausdruck kommen (vgl. IAS 1.112). Die Angaben im Anhang sind über einen o*()6()?(%> mit den dazugehörigen Informationen in Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung und Eigen4 kapitalveränderungsrechnung in Beziehung zu setzen (vgl. IAS 1.113). Im Gegensatz zu den Regelungen des HGB, die keine Vorgabe oder Empfeh4 lung hinsichtlich der Gliederung des Anhangs geben, sieht IAS 1.114 eine empfohlene Gliederungssystematik vor. Demnach wird folgendes 0&%(1(L )*"+>>-.(;! als zweckmäßig im Sinne einer besseren Verständlichkeit der Angaben im Anhang angesehen: • Erklärung über die Übereinstimmung mit den IFRS, • Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs4 und Bewertungsmethoden, • ergänzende Informationen zu den in Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellten Positionen in der Reihenfolge, in der jede Position dargestellt wird sowie • andere Angaben, einschließlich der Eventualschulden, der nicht bilanzier4 ten vertraglichen Verpflichtungen und der nicht4finanziellen Angaben. Nichts einzuwenden ist gegen zusätzliche Angaben auf freiwilliger Basis, so4 fern die Systematik und Verständlichkeit des Anhangs nicht darunter leiden (vgl. so auch L@.,2H'1- 2008, S. 235). Die Rechenwerke und der Anhang stehen nach IFRS in einem viel engeren Zusammenhang, als dies nach HGB der Fall ist. Dies ergibt sich aus der IFRS4 Besonderheit, dass eine Vielzahl von Angaben wahlweise im Anhang oder in Bilanz bzw. GuV gemacht werden können; die Berichtselemente sind somit nicht klar voneinander zu trennen (vgl. L@.,2H'1- 2008, S. 234). c9B9B 8() !&&+(;(%"( ](%& 1(> F".!"+> Der allgemeine Teil des Anhangs nach IFRS enthält Angaben grundsätzlichen Charakters, die keiner spezifischen Position in einem Rechenwerk zuzurech4 nen sind, so bspw. Angaben zu den angewandten Bilanzierungs4 und Bewer4

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Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.