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4.2.3 Hedge accounting nach IAS 39 in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 681 - 714

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_681

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 647 te Neuregelung, Umwidmungen aus dem -,*.6&"#6%#'.(2/4Bestand in den An4 lagebestand vornehmen zu können, wieder revidiert. J9B9I /(1+( !--7*":%"+ "!-. 2F5 IaII J9B9I9[ G7)>-.)%=:(" Auch in der IFRS4Welt führt die Anwendung der in Abschnitt 4.2.2 erläuter4 ten „herkömmlichen“ Bilanzierungs4 und Bewertungsvorschriften des IAS 39 nicht immer zu einem Bild von der Lage der Unternehmung, das den tatsäch4 lichen Verhältnissen entspricht. Damit ist der Fall gemeint, dass Positionen Bestandteil von Absicherungszusammenhängen sind. Neben der auch nach IFRS bestehenden Problematik antizipativer Sicherungsgeschäfte34 ergibt sich die S7:?("1%+#(%: >U('%(&&() !$'=$ "11%*.20.=L4(+(&" aus den unterschied4 lichen Wertmaßstäben, die im Rahmen der Folgebewertung für die verschie4 denen Bewertungsklassen heranzuziehen sind, sowie aus der unterschiedli4 chen erfolgsrechnerischen Behandlung der dabei auftretenden Bewertungser4 gebnisse (5(M,. 5".,* '44#"'1-; vgl. - )@$#><@ C$#I:) #$ '#;;L kurz: () I(:$ K('>- (K(:'(&'- I#$ ;('- I:+(+?:(' (;;-); '#(+; (+, $-?-:K(&'-; @-', )#%()>$:)D :+K-;)%-+); #)@-$ ':(&:':):-; ?/@4)<)=)0$&"4 I(:$ K('>- (erfolgswirksam) I(:$ K('>- (erfolgsneutral) (Fortgeführte) Anschaffungskosten (Fortgeführte) Anschaffungskosten (Fortgeführte) Anschaffungskosten *"1 %2!$# &0"80&020$ eine Folgebewertung zu (fortgeführten) Anschaffungskosten durchzuführen, wodurch Marktpreis4 änderungen weder in die Bilanz noch in die Gewinn4 und Verlustrechnung durchschlagen. Daneben existiert jedoch auch die Kategorie "2 /"0# )"&*$, de4 ren Finanzinstrumente, darunter insbesondere die häufig als Sicherungsin4 strumente eingesetzten Derivate, stets erfolgswirksam zum &'(# )'*+, zu be4 33 Die Ausführungen dieses Abschnitts greifen auf B1-$'#C 2006 (S. 2104280) zurück. 34 Die diesbezüglichen Ausführungen für das HGB in Abschnitt 4.1.7.2 gelten entspre4 chend für die IFRS. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,648 werten sind. Hier schlagen sich Marktpreisänderungen folglich unabhängig von der Richtung der Wertänderung unmittelbar in Bilanz sowie Gewinn4 und Verlustrechnung nieder. Schließlich gibt es noch die Kategorie ")"0&"8&$+(L >-.A=:( mit originären wie derivativen Finanzinstrumenten zwingend in die Teilkategorie "2 /"0# )"&*$ einzustufen sind, woraus sich eine erfolgswirksame Erfassung sowohl negativer als auch positiver Erfolgsbeiträge ergibt. Ähnlich verhält es sich, wenn von der /"0# )"&*$ %@20%. Gebrauch gemacht wird und infolgedessen Grund4 und Sicherungsgeschäft(e) erfolgswirksam zum &'(# )'*+, bewertet werden. Als hinderlich für die praktische Nutzung der Option und damit der daraus resultierenden Vorteile erweist sich aber das Er4 fordernis, $()(%:> %; W*+!"+>'(%:U*"#: eines Finanzinstruments von dieser Option Gebrauch machen zu müssen. Unterbleibt dies, z. B. weil im Zugangs4 zeitpunkt noch keine Absicherung angestrebt wird, so muss bei einem sich später ergebenden Absicherungsbedarf auf -,./, '11"+2%(2/4Regeln zurück4 gegriffen werden. Erschwerend kommt für den Bilanzierenden hinzu, dass die Nutzung der &'(# )'*+, "4%("2 %))(6()>%$(& ist, dass also eine einmalige Zu4 ordnung in die Kategorie '% &'(# )'*+, in der Folgezeit grundsätzlich nicht mehr umkehrbar ist (vgl. dazu Abschnitt 4.2.2.3.2.2.1). J9B9I9B 8%( ]^U(" 67" 5%-.()*"+>$('%(.*"+(" J9B9I9B9[ G7)$(;()#*"+(" IAS 39 kennt drei verschiedene Typen von Sicherungsbeziehungen: den &'(# )'*+, -,./,, den 1'0- &*"$ -,./, sowie den -,./, "& ' 2,% (2),0%5,2% (2 ' &"#,(/2 "4,#'%("2 (Absicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Teileinheit) gemäß IAS 21 (vgl. IAS 39.86). Die Regeln für die letztgenannte Sicherungsbeziehung ergänzen lediglich die Vorschriften des IAS 21 und Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 649 werden daher im Folgenden nicht weiter vertieft. Sie entsprechen zudem im Wesentlichen denen beim 1'0- &*"$ -,./, (vgl. N$A 2005, S. 3264327). J9B9I9B9B 8%( =!%) 6!&*( .(1+(> Bei einem &'(# )'*+, -,./, handelt es sich um die Absicherung eines 0)*"1L +(>-.A=:> (-,./,. (%,5) gegen Änderungen seines &'(# )'*+,0. Diese &'(# )'6 *+,4Änderungen müssen auf ein bestimmtes Risiko zurückzuführen sein und Auswirkungen auf den Erfolg der Unternehmung haben können (vgl. IAS 39.86(a)). Als -,./,. (%,50 kommen zunächst $%&!"'%():( G();D+(">?():( *"1 G()L U=&%-.:*"+(" in Betracht. Das immer wieder herangezogene Beispiel für ei4 nen solchen -,./, ist die Absicherung einer bilanzierten festverzinslichen Forderung bzw. Verbindlichkeit gegen einen Anstieg bzw. Rückgang des Marktzinsniveaus und die daraus resultierenden &'(# )'*+,4Änderungen (vgl. IAS 39.AG102). Die Tatsache, dass derartige Instrumente in aller Regel den Kategorien *"'20 '2. #,1,()'H*,0 bzw. "%-,# *('H(*(%(,0 zuzuordnen sind und sich somit Marktzins4 bzw. &'(# )'*+,4Änderungen gar nicht auf die Höhe des Bilanzansatzes auswirken, macht eine Absicherung aus ökonomischer Sicht nicht überflüssig. 8%( S7:?("1%+#(%: (%"() F$>%-.()*"+ $(>:(.: *"!$.A"L +%+ 67; !"'*?("1("1(" (?():*"+>;!V>:!$ $'?9 1() ()=7&+>)(-."()%L >-.(" (.!"1&*"+ (:?!%+() O"(+!:%6()Q f():A"1()*"+(", kann es doch z. B. bei einem Abgang vor Laufzeitende zu einem Verlust und damit zu einer Beeinflussung des Periodenerfolgs kommen (vgl. hierzu und zum Folgenden IAS 39.AG1024104 sowie 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 155541556). Neben bilanzwirksamen Positionen lassen sich auch bilanzunwirksame feste Verpflichtungen (+2#,1"/2(0,. &(#5 1"55(%5,2%0) im Rahmen eines &'(# )'6 *+, -,./, gegen Zeitwertänderungen absichern (vgl. IAS 39.86(a)). Dabei handelt es sich um rechtlich bindende Vereinbarungen zum Austausch einer bestimmten Menge an Ressourcen zu einem festgesetzten Preis zu einem fest4 gesetzten Zeitpunkt (oder zu festgesetzten Zeitpunkten) (vgl. IAS 39.9), also um $%&!"'*.60#9 "3$ >-.?($("1( 0(>-.A=:(. Da sämtliche schwebende Geschäfte, welche die Derivate4Definition des IAS 39.9 erfüllen, als finanziel4 le Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten Eingang in die Bilanz finden, können sie nicht unter die +2#,1"/2(0,. &(#5 1"55(%5,2%0 fallen. Hierfür kommen nur solche schwebenden Geschäfte in Frage, welche die 8(L )%6!:(L8(=%"%:%7" 1(> 2F5 Ia9a "%-.: ()=E&&(", also insbesondere Kontrakte in nicht4finanziellen Basiswerten, bei denen die speziellen Anforderungen des Standards unerfüllt bleiben. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,650 J9B9I9B9I 8%( -!>. =&7? .(1+(> Wie beim &'(# )'*+, -,./, geht es auch beim 1'0- &*"$ -,./, um die Absi4 cherung gegen ein bestimmtes, den Erfolg der Unternehmung möglicherweise beeinflussendes Risiko. Während jedoch bei ersterem der &'(# )'*+, des -,.6 /,. (%,5 Gegenstand der Absicherung ist, wird nun versucht, 1%( ;%: 1(; !$'=$' 02$3 6()$*"1("(" W!.&*"+>>:)D;( Oh!>.=&7?>Q '* >%-.()" (vgl. IAS 39.86(b)). So besteht etwa bei einer variabel verzinslichen Forderung das Risiko eines Marktzinsrückgangs. Gegen die damit einhergehenden rückläufi4 gen Zinszahlungen kann man sich bspw. durch Abschluss eines Zinsswaps schützen, bei dem der Bilanzierende variable Zinsen an seinen Kontraktpart4 ner zahlt und im Gegenzug von diesem fixe Zinsen erhält. Insgesamt wird da4 durch die ursprünglich variable Position in eine synthetische festverzinsliche Position gedreht (vgl. IAS 39.AG103, allerdings für ein Beispiel mit einer Verbindlichkeit). Als -,./,. (%,50 kommen neben $%&!"'?%)#>!;(" G();D+(">?():(" $'?9 G()$%"1&%-.#(%:(" auch .7-. ?!.)>-.(%"&%-.( '*#E"=:%+( ])!">!#:%7"(" (-(/-*O 4#"H'H*, &"#,1'0% %#'20'1%("20) in Betracht (vgl. IAS 39.86(b)). Dies bedeutet, dass in den IFRS antizipative -,./,0 zulässig sind. Voraussetzung ist jedoch, dass eine „hohe Wahrscheinlichkeit“ für das Zustandekommen des gesicherten Geschäfts gegeben ist, wobei der Standard die geforderte Wahr4 scheinlichkeit nicht genauer quantifiziert. Das F54*,5,2%'%("2 D+(.'21, A"55(%%,, (FDA) hat sich dieser Frage angenommen (vgl. hierzu und im Fol4 genden IAS 39.IG F.3.7) und zunächst die wenig hilfreiche Feststellung ge4 troffen, dass die Bezeichnung „-(/-*O 4#"H'H*,“ eine viel größere Wahr4 scheinlichkeit zum Ausdruck bringen soll als der an anderen Stellen im IFRS4 Regelwerk auftauchende Term „5"#, *(=,*O %-'2 2"%“. Ferner wurde festge4 stellt, dass nicht allein die Absichten des Managements für eine entsprechende Einschätzung der Wahrscheinlichkeit entscheidend sind, sondern dass viel4 mehr !*= $(7$!-.:$!)( 3!#:(" *"1 1%( (+&(%:*;>:A"1( !$'*>:(&&(" ist, wie etwa • die Häufigkeit ähnlicher Transaktionen in der Vergangenheit, • die finanzielle und betriebliche Fähigkeit der Unternehmung, die geplante Transaktion überhaupt tatsächlich durchführen zu können, • wesentliche Mittelbindungen für eine bestimmte Geschäftstätigkeit (z. B., wenn eine Produktionsanlage kurzfristig nur einen bestimmten Rohstoff verarbeiten kann), • das Ausmaß des Verlusts oder der Störungen, die bei Ausbleiben der ge4 planten Transaktion entstehen könnten, Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 651 • die Wahrscheinlichkeit, dass die Unternehmung das mit der geplanten Ak4 tion anvisierte Ziel auch durch eine andersartige Maßnahme erreichen kann, • der Business Plan, • die Zeitspanne bis zum geplanten Durchführungszeitpunkt der Transaktion, • das (Miss4)Verhältnis zwischen dem Volumen der erwarteten Transaktion und dem Volumen ähnlicher Transaktionen in der Vergangenheit und • inwieweit in der Vergangenheit geplante Transaktionen tatsächlich umge4 setzt worden sind. Die vom FDA gegebene Hilfestellung, die zudem nicht bindend ist, vermag die unscharfe Formulierung im Standard nicht wirklich so zu konkretisieren, dass eine intersubjektive Nachprüfbarkeit gegeben ist. An deren Stelle treten statt4 dessen Formulierungen, die ihrerseits mehr oder weniger interpretationsbe4 dürftig sind. Zu fragen ist jetzt, was bspw. „wesentliche“ Mittelbindungen sind oder ab wann der zeitliche Abstand zur geplanten Transaktion nicht mehr tolerierbar ist. Somit besteht hier ein erheblicher Manipulationsspielraum, der dazu missbraucht werden kann, Verluste aus spekulativen Derivategeschäften zu kaschieren, indem auf angeblich geplante Transaktionen verwiesen wird. J9B9I9I 8%( '*&A>>%+(" 5%-.()*"+>+(>-.A=:( *"1 0)*"1+(>-.A=:( J9B9I9I9[ 8%( 5%-.()*"+>+(>-.A=:( Z;W;V;V;T;T D#+2.0>%C*(1- C+*>00(/, S(2'2C(20%#+5,2%, Die Anwendung der -,./, '11"+2%(2/4Regeln des IAS 39 setzt voraus, dass es sich bei dem Absicherungsinstrument um ein 8()%6!: %; 5%""( 1%(>(> 5:!"1!)1> handelt, dessen Wertänderungen bzw. Cashflow4Änderungen ent4 sprechende gegenläufige Veränderungen beim abgesicherten Grundgeschäft ausgleichen (vgl. IAS 39.9). S(#5 1"55(%5,2%0 (schwebende Geschäfte), die die Definitionsmerkmale eines Derivats nicht erfüllen, können somit kein -,./(2/ (20%#+5,2% sein. Nicht zulässig sind außerdem geschriebene Optio4 nen, bei denen der Bilanzierende eine Stillhalterposition einnimmt. Hier steht als Ausgleichspotenzial lediglich die vergleichsweise geringe Optionsprämie zur Verfügung, die der Stillhalter bei Vertragsabschluss als Gegenleistung erhalten hat. Z)%+%"A)( 3%"!"'%">:)*;(":( können nur dann als -,./(2/ (20%#+5,2% de4 signiert werden, wenn sie der Absicherung gegen Fremdwährungsrisiken die4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,652 nen (vgl. IAS 39.9). Im Zuge der Neufassung des IAS 39 (#,)(0,. WggV) hatte das F&%,2 5(% 'H$,(1-,2.,# L'+&C,(% Der Standard schreibt #(%"( Y!*='(%:#7"+)*("' vor, verlangt jedoch, dass die Y!*='(%: 1() 5%-.()*"+>$('%(.*"+ "%-.: #E)'() sein darf !&> 1%( 1(> 5%-.()*"+>%">:)*;(":> (vgl. IAS 39.75). Die Anwendung des -,./, '11"+26 %(2/ ist also z. B. nicht möglich, wenn ein Grundgeschäft für eine Zeitspanne von drei Jahren durch ein Derivat gesichert wird, das erst in vier Jahren aus4 läuft. Andererseits ist es jedoch möglich, nur für einen Teil der Laufzeit eines Grundgeschäfts eine Sicherungsbeziehung einzugehen (4'#%('* %,#5 -,./(2/) (vgl. IAS 39.IG F.2.17). Diese Beschränkung beim Derivat ist nicht nur überflüssig und gänzlich un4 begründet, sie führt möglicherweise auch dazu, dass die Effektivität des -,.6 /,0 Schaden nimmt. Sichert man etwa eine fünf Jahre laufende Anleihe für die nächsten drei Jahre gegen Zinsrisiken ab, so kann man für diesen -,./, nur dann das -,./, '11"+2%(2/ anwenden, wenn auch das Derivat eine Laufzeit von drei Jahren hat. Eine tendenziell bessere Effektivität ergäbe sich aber, wenn man ein Zinsderivat mit gleicher Laufzeit wie die Anleihe abschließen würde, da sich Zinsniveauänderungen in Abhängigkeit von der Laufzeit unter4 schiedlich auswirken (vgl. 7+-2UB1-'#4& 2006, S. 3694371). Z;W;V;V;T;Z Q,(%,#, :(201-#>2=+2/,2 Neben den bereits erwähnten Einschränkungen nimmt der Standardsetter wei4 tere potenzielle Sicherungsgeschäfte von der Anwendung der -,./, '11"+26 %(2/4Regeln aus. Hierzu gehören: • R%+("( R%+("#!U%:!&%">:)*;(":( $'?9 8()%6!:(C 1%( !&> (%+("( R%+("L #!U%:!&%">:)*;(":( '* #&!>>%=%'%()(" >%"1 Bei derartigen Instrumenten handelt es sich nach IAS 39.AG97 nicht um finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten i. S. d. IAS 39. Damit können sie auch nicht als -,./(2/ (20%#+5,2% designiert werden. • 3%"!"'%">:)*;(":(C 1()(" /"0# )"&*$ "%-.: 6()&A>>&%-. ();%::(&: ?()1(" #!"" Besitzt ein Finanzinstrument keinen verlässlich ermittelbaren &'(# )'*+,, so ist auch eine verlässliche Bestimmung der Effektivität des -,./,0 nicht möglich. Das Erreichen einer bestimmten Effektivität ist aber, wie in Ab4 schnitt 4.2.3.4.2 noch zu zeigen sein wird, eine der wesentlichen Voraus4 setzungen für die Anwendung des -,./, '11"+2%(2/ (vgl. IAS 39.88(d) und 39.AG96). Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,654 • 2":()"( 0(>-.A=:( Bei den Sicherungsgeschäften muss es sich um Verträge handeln, die mit außerhalb der berichtenden Einheit stehenden Vertragspartnern geschlossen wurden. Interne Kontrakte sind dagegen vollständig zu eliminieren (vgl. IAS 39.73). Dies gilt gemäß IAS 39.80 analog für Grundgeschäfte. J9B9I9I9B 8%( 0)*"1+(>-.A=:( Z;W;V;V;W;T D#+2.0>%C*(1-,0 Sowohl bei &'(# )'*+, -,./,0 als auch bei 1'0- &*"$ -,./,0 kommen als abge4 sicherte Grundgeschäfte (-,./,. (%,50) die bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie nicht bilanzwirksame, feste Verpflichtungen (+2#,6 1"/2(0,. &(#5 1"55(%5,2%0] schwebende Geschäfte) in Betracht. Bei den ge4 nannten (%,50 muss es sich nicht zwangsläufig um finanzielle Positionen han4 deln. Darüber hinaus ist es bei 1'0- &*"$ -,./,0 möglich, auch geplante und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Transaktionen (-(/-*O 4#"H'H*, &"6 #,1'0% %#'20'1%("20) als Grundgeschäfte zu designieren (vgl. IAS 39.78). Für alle -,./,. (%,50 gilt, dass die Unternehmung dem 4%>%#7 (%"() g"1()*"+ 1(> $(%'*&(+("1(" W(%:?():> 1(> 0)*"1+(>-.A=:> 71() 1() !*> 1%(>(; )(L >*&:%()("1(" #E"=:%+(" h!>.=&7?> ausgesetzt ist (vgl. IAS 39.9). Ein Ver4 weis auf das allgemeine Geschäftsrisiko genügt an dieser Stelle nicht. Es muss sich vielmehr um ein >U('%=%>-.(> %1(":%=%'%()L *"1 $(>:%;;$!)(> 4%>%#7 handeln (vgl. IAS 39.AG110). Z;W;V;V;W;W 3(, &%,2 Als -,./,. (%,5 kann sowohl ein einzelnes Grundgeschäft als auch eine Gruppe (ein Portfolio) von mehreren Geschäften bestimmt werden (vgl. IAS 39.78). Im letztgenannten Fall ist allerdings Voraussetzung, dass die ein4 bezogenen Geschäfte dem gleichen abzusichernden Risikofaktor unterliegen und die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführenden &'(# )'*+,4 Änderungen bei den einzelnen Positionen sich annähernd proportional zu der gesamten &'(# )'*+,4Änderung des Portfolios verhalten (vgl. IAS 39.83). Da4 mit ist einP!#)7L!$'=$ in dem hier verstandenen Sinne, bei dem eine offene Nettoposition abgesichert wird, "%-.: !$$%&1$!), da hierbei im allgemeinen die geforderte Proportionalität nicht gegeben ist. Es kann immer nur eine Gruppe von Vermögenswerten ".,# eine Gruppe von Verbindlichkeiten als -,./,. (%,5 designiert werden. Die F$>%-.()*"+ (%"() S(::7U7>%:%7" wird vom Standardsetter (F+(>-.&7>>(". Damit sind die in der Praxis weit verbreiteten und zudem ökonomisch sinn4 und risikopolitisch wirkungs4 Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 655 vollen Makro4-,./,0 unter IAS 39 nicht adäquat abbildbar (vgl. 7+-2UB1-'#4& 2006, S. 3894390). Dieser Umstand ist dem Standardsetter durchaus bewusst, weshalb er in IAS 39.AG101 auf eine alternative Vorgehensweise aufmerksam macht, die zu einem praktisch identischen Ergebnis führt (o*!>%LP!#)7L!$'=$). Verfügt eine Unternehmung bspw. über USD4Forderungen von 120 und USD4 Verbindlichkeiten von 100, so besteht per Saldo eine offene Forderungsposi4 tion von 20 USD. Anstatt die Netto4Risikoposition selbst als -,./,. (%,5 zu designieren, wird ein entsprechender Teil des Portfolios – im Beispiel auf4 grund des Aktivüberhangs konkrete Forderungen in Höhe von 20 USD – als abzusicherndes Grundgeschäft bestimmt. Als Gruppe bzw. Portfolio i. S. d. IAS 39.78 gelten hier also Forderungen in Höhe von 20 USD, nicht das Ge4 samtportfolio aus Forderungen und Verbindlichkeiten. Eine sehr hohe Hürde bei der praktischen Anwendung stellt die bereits ange4 sprochene Forderung des IAS 39.83 dar, wonach sich die auf das abgesicherte Risiko entfallenden /"0# )"&*$Lg"1()*"+(" 1() (%"'(&"(" <7>%:%7"(" 1(> <7):=7&%7> !""A.()"1 U)7U7):%7"!& '* 1() +(>!;:(" /"0# )"&*$Lg"1()*"+ 1(> <7):=7&%7> 6().!&:(" ;E>>(". Kritisch anzumerken ist zweierlei. Zum einen unterlässt es das F&% '+0/,01-*"00,2, S(2'2C(20%#+5,2%, Der Standard schließt bestimmte Grundgeschäfte von der Anwendung der -,./, '11"+2%(2/4Regeln aus. So ist es +)*"1>A:'&%-. "%-.: ()&!*$:C G();DL +(">?():( 1() M!:(+7)%( !$&'<2%<3"2*#02> im Rahmen von Absicherungen gegen Zinsänderungsrisiken bzw. Risiken der vorzeitigen Rückzahlung (4#,6 4'O5,2% #(0=) !&> 0)*"1+(>-.A=:( '* 1(>%+"%()(" (vgl. zum Folgenden IAS 39.79 sowie IAS 39.IG F.2.9). Unter dem Risiko der vorzeitigen Rück4 zahlung ist die Gefahr gemeint, dass der Schuldner zu einem – im Vergleich zur Situation bei Endfälligkeit – möglicherweise niedrigeren Marktwert tilgt. Gelegentlich spricht man auch von Vorauszahlungsrisiko. Das F?():( 1() M!:(+7)%( &%". ".' #$1$0)"8&$ #(%"( 1()!):%+( (>-.)A"#*"+ existiert (vgl. IAS 39.79). Vermögenswerte der letztgenannten Kategorie sind im Gegensatz zu -,*.6%"65'%+#(%O4Instrumenten nicht an einem aktiven Markt notiert und somit im Regelfall wesentlich illiquider, ein vorzei4 tiger Verkauf derartiger Buchforderungen ist damit weniger wahrscheinlich. Beide Kategorien unterschiedlich zu behandeln, ist nicht konsequent (vgl. da4 zu ausführlich B1-$'#C 2006, S. 2274228). Selbst wenn man die vom F:)*L ;(":( +)*"1>A:'&%-. "%-.: !$'=$' 02$3 (>:!"1:(%& (%"() 5%-.()*"+>$('%(L .*"+ werden; eine Ausnahme besteht lediglich für geschriebene Optionen (vgl. IAS 39.9 sowie IAS 39.AG94). Sie müssen stets in die Kategorie '% &'(# )'*+, eingestuft und folglich erfolgswirksam zum &'(# )'*+, bewertet werden. Auch die Notwendigkeit dieser Einschränkung ist fraglich, da in der Praxis durchaus auch Derivate abgesichert werden. Andererseits ist sie im Hinblick auf das Gebot, dass als Sicherungsgeschäfte ausschließlich Derivate in Frage kommen, wenigstens konsequent, denn wenn sowohl das Grund4 als auch das Sicherungsgeschäft ein zum &'(# )'*+, zu bewertendes Derivat ist, dann kommt es automatisch zu einer Kompensation der Erfolgsbeiträge aus den Geschäften; !$'=$ "11%*.20.=L4(+(&*"+(" sind insoweit E$()=&E>>%+. An dieser Stelle soll auch darauf hingewiesen werden, dass eine Unterscheidung in „das Grundgeschäft“ (oder das abzusichernde Geschäft) einerseits und „das Sicherungsgeschäft“ (oder das sichernde Geschäft) andererseits eigentlich wenig Sinn macht, denn im Grunde sichern sich beide Positionen gegenseitig ab: Genau wie das Derivat das Grundgeschäft sichert, schützt auch das Grundgeschäft das Derivat. Es hat sich lediglich so eingebürgert, das Derivat als „das Sicherungsgeschäft“ zu bezeichnen – vielleicht auch, weil es häufig zeitlich nach dem anderen Geschäft abgeschlossen wird. Z;W;V;V;W;Z 3(, &%0 Sofern das Grundgeschäft eine finanzielle Position ist, ist es zulässig, ledig4 lich bestimmte Risikokomponenten (z. B. nur das Währungsrisiko oder nur das Zinsänderungsrisiko oder nur das Kreditrisiko) oder nur einen prozentua4 len Anteil des &'(# )'*+, oder der Cashflows eines finanziellen Vermögens4 werts oder einer finanziellen Verbindlichkeit (z. B. trotz einer Laufzeit des Grundgeschäfts von zehn Jahren nur die Cashflows der nächsten fünf Jahre) zu sichern (4'#%('* %,#5 -,./(2/). Voraussetzung ist, dass die auf das gesi4 cherte Risiko entfallenden Wertänderungen verlässlich bestimmt werden kön4 nen (vgl. IAS 39.81, IAS 39.88(d) und IAS 39.IG F.2.17). Bei nicht4finanziellen Positionen hat der Bilanzierende dagegen nur die Mög4 lichkeit, entweder nur das Währungsrisiko separat oder aber die Position in ihrer Gesamtheit, also sämtliche damit verbundenen Risiken, abzusichern. Begründet wird die Einschränkung damit, dass eine Aufspaltung der &'(# )'6 *+,4 bzw. Cashflow4Änderungen auf die einzelnen Risiken, abgesehen vom Währungsrisiko, bei diesen Positionen sehr schwierig ist. Dies erschwert die Messung der bei allen Sicherungszusammenhängen nachzuweisenden -,./,4 Effektivität (vgl. IAS 39.82). Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,658 J9B9I9J f(%:()( G7)!*>>(:'*"+(" =E) 1%( W*&A>>%+#(%: (%"() 5%-.()*"+>$('%(.*"+ *"1 F"?("1*"+ 1(> .(1+( !--7*":%"+ J9B9I9J9[ 8%( =7);!&( G7)!*>>(:'*"+j 8(>%+"!:%7" *"1 87#*;(":!:%7" Grundvoraussetzung für die Zulässigkeit eines Absicherungszusammenhangs ist seine formelle Designation und Dokumentation durch den Bilanzierenden. Hierzu gehören die Angabe des Grund4 und Sicherungsgeschäfts, die Art des gesicherten Risikos und die Methode, mit der die Effektivität (vgl. Ab4 schnitt 4.2.3.4.2) des -,./,0 bestimmt wird, sowie die Erläuterung der Risi4 komanagementzielsetzung und 4strategie (vgl. IAS 39.88(a)). Die Herstellung des Absicherungszusammenhangs durch Designation und Dokumentation muss nicht gleichzeitig mit dem Abschluss des Grund4 und/oder Sicherungsgeschäfts erfolgen. Es können folglich auch Instrumente zusammengeführt werden, die sich bereits längere Zeit im Bestand der Unter4 nehmung befinden. Entscheidend ist, dass dies niemals rückwirkend gesche4 hen kann, d. h. eine Sicherungsbeziehung kann zeitlich niemals vor dem Zeit4 punkt der Designation bestehen (vgl. IAS 39.IG F.3.8f). J9B9I9J9B 8%( ;!:()%(&&( G7)!*>>(:'*"+j /7.( R==(#:%6%:A: 1() F$>%-.()*"+ Z;W;V;Z;W;T 9"-, ,#$'#%,%, Q(#=0'5=,(% .,# %\ Eine Sicherungsbeziehung ist nur dann für das -,./, '11"+2%(2/ geeignet und zugelassen, wenn eine hohe Wirksamkeit der Absicherungsmaßnahme für die gesamte Sicherungsperiode oder – bei einer dynamischen -,./(2/4Strategie – bis zum nächsten Anpassungszeitpunkt zu erwarten ist („,M4,1%,. %" H, -(/-*O ,&&,1%(),“ (vgl. IAS 39.88(b))) (vgl. IAS 39.AG107). Der Nachweis dieser U)7>U(#:%6(" R==(#:%6%:A: ist nicht nur bei der erstmaligen Designation der Sicherungsbeziehung, sondern auch an den darauf folgenden (Zwischen4)Ab4 schlussstichtagen immer wieder neu zu erbringen (vgl. IAS 39.AG106). Entscheidend für die Beurteilung der Wirksamkeit eines -,./,0 ist, inwieweit sich die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführenden &'(# )'*+,4 bzw. Cash4 flow4Änderungen bei Grund4 und Sicherungsgeschäft ausgleichen (vgl. IAS 39.88(b)). Hinsichtlich der Methoden, mit denen diese Effektivitätsmes4 sung erfolgen soll, macht das F(":&%-.(" M7"1%:%7"(" der einbezogenen Geschäfte E$()(%">:%;;(" (1#(%(1'* %,#5 5'%1-), also etwa bei der Absicherung mit einem Swap: Nominalbetrag, Laufzeit, Zinsanpassungstermine, Zahlungszeit4 punkte sowie die Bemessungsgrundlage zur Festsetzung der Zinsen. Die Iden4 tität der Konditionen spricht bereits für eine hohe Wirksamkeit der Absiche4 rung (vgl. IAS 39.AG108). Z;W;V;Z;W;W 9"-, %'%0>1-*(1-, Q(#=0'5=,(% .,# %\ Inwieweit sich die Erwartung einer hohen Wirksamkeit der Absicherung er4 füllt hat, ist an jedem (Zwischen4)Abschlussstichtag zu überprüfen. Hierzu werden die tatsächlichen Wert4 bzw. Cashflow4Änderungen von Grund4 und Sicherungsgeschäft zueinander ins Verhältnis gesetzt (vgl. IAS 39.88(e) und IAS 39.AG106). Ein G()?(%> !*= %1(":%>-.( M7"1%:%7"(";()#;!&( (0-"#%6 1+%4Methode) wie beim prospektiven Effektivitätstest +("E+: .%() "%-.:. Hier unterscheidet sich IAS 39 auch von den US4GAAP, die zumindest bei Zins4 swaps eine solche 0-"#%1+% 5,%-". für den retrospektiven Effektivi4 tätsnachweis zulassen. Das F% Der Nachweis der prospektiven und retrospektiven Effektivität setzt deren Messbarkeit voraus. S'(# )'*+,4 bzw. Cashflow4Änderungen von Grund4 und Sicherungsgeschäft müssen demnach verlässlich bestimmt werden können. Hinsichtlich der Methode der Effektivitätsmessung macht das F!$>-.&*>> J9B9I9c9[ G7)$(;()#*"+(" Sofern die in den Abschnitten 4.2.3.3 und 4.2.3.4 erläuterten Voraussetzungen gegeben sind, wird die Sicherungsbeziehung im Abschluss nach den speziel4 len -,./, '11"+2%(2/4Vorschriften behandelt, die eine risikoadäquate Abbil4 dung ermöglichen (vgl. IAS 39.71). Die Abbildungsregeln, die zwischen &'(# )'*+, -,./,0 und 1'0- &*"$ -,./,0 unterscheiden, werden im Folgenden nä4 her erläutert. J9B9I9c9B 8() =!%) 6!&*( .(1+( Im Falle eines &'(# )'*+, -,./, wird das >%-.()"1( 8()%6!: ()=7&+>?%)#>!; '*; /"0# )"&*$ $(?():(: (vgl. IAS 39.89(a)). Insoweit ergeben sich keine Veränderungen zu den herkömmlichen Bilanzierungs4 und Bewertungsregeln. Sofern das Sicherungsinstrument ein originäres Finanzinstrument darstellt, was aufgrund der obigen Ausführungen nur im Falle einer Absicherung gegen Währungsrisiken der Fall sein kann, wird auch der Gewinn bzw. Verlust aus der Bewertung der Fremdwährungskomponente des nach IAS 21 ermittelten Buchwerts erfolgswirksam erfasst. Um die gewünschte Kompensationswirkung im Abschluss zu erreichen, muss auch beim 0)*"1+(>-.A=: der auf das abgesicherte Risiko entfallende R)L =7&+>$(%:)!+ ()=7&+>?%)#>!; $(.!"1(&: werden. Handelt es sich um ein In4 strument der Kategorie ")"0&"8&$-.!==*"+>#7>:(" $(?():(:(" G();D+(">+(+(">:A"1(" muss Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 661 darüber hinaus eine Buchwertanpassung in Höhe des dem abgesicherten Risi4 ko zuzurechnenden Gewinns oder Verlusts vorgenommen werden. Die Ge4 genbuchung erfolgt ()=7&+>?%)#>!; und liefert die gewünschte Kompensati4 on in der Gewinn4 und Verlustrechnung (vgl. IAS 39.89(b)). Unterstellt man, dass das Sicherungsinstrument ein Derivat ist, lässt sich also zusammenfas4 send feststellen, dass die Kompensationswirkung durch Anpassung der bilan4 ziellen Behandlung des Grundgeschäfts an die des Sicherungsgeschäfts gelöst wird. Das folgende (%>U%(& soll die Vorgehensweise und den damit erreichten Ef4 fekt verdeutlichen (vgl. B1-$'#C 2006, S. 2364239). Eine Unternehmung er4 wirbt am 01.01.01 ein festverzinsliches ')'(*'H*,6&"#60'*,4Wertpapier über nominal 1 Mio. EUR zum Kurs von 100 %. Zur Sicherung gegen Zinsände4 rungsrisiken wird am gleichen Tag ein Swap abgeschlossen, bei dem die Un4 ternehmung feste Zinsen an seinen Swappartner zahlt und von diesem variable Zinszahlungen erhält. Auf diese Weise entsteht letztlich ein synthetisches, variabel verzinsliches Wertpapier. Der zu marktgerechten Konditionen abge4 schlossene Swap besitzt im Abschlusszeitpunkt einen Marktwert von null EUR. Die für das -,./, '11"+2%(2/ notwendigen Voraussetzungen seien erfüllt. Am 31.12.02 ist bei dem festverzinslichen Wertpapier ein Kursrückgang auf 94 % zu verzeichnen. Der Wertverlust von 60.000 EUR ist zum einen auf ei4 nen Anstieg des Zinsniveaus (43.750 EUR), zum anderen auf eine Bonitäts4 verschlechterung des Anleiheschuldners (16.250 EUR) zurückzuführen. Der Swap weist dagegen einen (positiven) Marktwert von 35.000 EUR auf. Bei Anwendung der herkömmlichen Bilanzierungs4 und Bewertungsregeln schlagen sich die Geschäfte wie folgt im Jahresabschluss nieder: I[9[B9K[ Beide Geschäfte sind bei Geschäftsabschluss im Rechnungswesen mit dem &'(# )'*+,X dem Wert der Gegenleistung, zu erfassen: Anleihe 1.000.000 an Bank 1.000.000 Swap 0 an Bank 0 I[9[B9KB Die Folgebewertung ist abhängig von der Einstufung der Finanzinstrumente in die verschiedenen Kategorien. Bei der ")"0&"8&$"(*:)!& im Eigenkapital gebucht. Hiervon soll an dieser Stelle ausgegangen werden. Das 8()%6!: ist als !$&'L ?%)#>!; mit dem &'(# )'*+, zu bewerten. Es ergeben sich die folgenden Bu4 chungen: Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,662 Neubewertungsrücklage 60.000 an Anleihe 60.000 Swap 35.000 an Ertrag 35.000 Durch die unterschiedliche erfolgsrechnerische Behandlung der Geschäfte kommt es zu #(%"() )%>%#7!1Ae*!:(" F$$%&1*"+ 1() 5%-.()*"+>$('%(.*"+. Per Saldo wird ein Ertrag ausgewiesen, der eigentlich dazu dient, die nicht erfolgswirksam erfassten negativen Wertänderungen beim Grundgeschäft zu kompensieren. Die Vorschriften zum -,./, '11"+2%(2/ sehen vor, dass die &'(# )'*+,4 Änderung des Sicherungsderivats weiterhin unverändert erfolgswirksam er4 fasst wird. Die korrespondierende auf das abgesicherte Risiko entfallende &'(# )'*+,4Änderung des Grundgeschäfts wird jedoch nunmehr nicht mehr erfolgs4 neutral gegen das Eigenkapital gebucht, sondern in die Gewinn4 und Verlust4 rechnung überführt. Dies setzt allerdings voraus, dass der -,./, die )(:)7L >U(#:%6(" R==(#:%6%:A:>!"=7)1()*"+(" erfüllt. Hierzu sind die gegenläufigen, auf das abgesicherte Risiko entfallenden &'(# )'*+,4Änderungen der beiden Geschäfte zueinander ins Verhältnis zu setzen. Dabei ergibt sich, je nach Wahl des Bezugspunktes, eine -,./,4Effektivität von (35.000/43.750 =) 80 % bzw. (43.750/35.000 =) 125 %. Am 31.12.02 ergeben sich somit folgende Buchungen: Neubewertungsrücklage 60.000 an Anleihe 60.000 Swap 35.000 an Absicherungsertrag 35.000 Absicherungsaufwand 43.750 an Neubewertungs4 rücklage 43.750 Diese Vorgehensweise führt nicht nur zu der gewünschten Kompensation der positiven und negativen Absicherungserfolge, sondern auch zu einer automa4 tischen Erfassung etwaiger Ineffektivitäten. So vermag der Swap die zinsin4 duzierte Wertänderung des Grundgeschäfts nicht vollständig auszugleichen; es verbleibt ein negativer Saldo von (43.750 – 35.000 =) 8.750 EUR. Handelte es sich bei dem Grundgeschäft nicht um ein ')'(*'H*,6&"#60'*,6 Instrument, sondern um eines der Kategorie &%". ".' #$1$0)"8&$ , das im Rahmen der Folgebewertung zu (fortgeführten) Anschaffungskosten zu be4 werten ist, so müsste zunächst eine Buchwertanpassung (H'0(0 '.l+0%5,2%) der Kreditforderung vorgenommen werden. Deren seitheriger Buchwert müsste also um die auf das abgesicherte Risiko, d. h. auf die Zinsniveauerhöhung zu4 rückzuführende &'(# )'*+,4Änderung gekürzt werden. Da annahmegemäß kein (54'(#5,2% vorliegt, bleibt die Bonitätsänderung ohne Einfluss auf den Bi4 lanzansatz. Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 663 Am 31.12.02 wäre somit wie folgt zu buchen: Absicherungsaufwand 43.750 an Kreditforderung 43.750 Swap 35.000 an Absicherungsertrag 35.000 Genau wie im Falle des ')'(*'H*,6&"#60'*,4Instruments verbleibt auch hier in der Gewinn4 und Verustrechnung ein negativer Saldo aus der Sicherungsbe4 ziehung in Höhe von 8.750 EUR. @":()>-.%(1( ergeben sich jedoch %; %L &!"'!">!:'. Die unterschiedlichen Folgebewertungsregeln führen dazu, dass sich bei dem ')'(*'H*,6&"#60'*,4Vermögenswert auch die Bonitätsänderung auf den ausgewiesenen Betrag – den &'(# )'*+, – auswirkt; es sind 940.000 EUR auszuweisen. Der Buchkredit erscheint dagegen mit 956.250 EUR und lässt somit die Bonitätsverschlechterung außer Acht. Die Anwendbarkeit der -,./, '11"+2%(2/4Regeln endet, wenn • das Sicherungsgeschäft ausläuft, es veräußert, beendet oder ausgeübt wird. Dies gilt allerdings nicht für den Ausnahmefall einer dokumentierten #"**6 "),#4Strategie, bei der das Sicherungsgeschäft durch ein neues Geschäft er4 setzt werden soll; • die für das -,./, '11"+2%(2/ notwendigen Voraussetzungen, insbesondere die Effektivitätsbedingungen, nicht mehr erfüllt werden oder • die Unternehmung die Designation der Sicherungsbeziehung aufhebt (vgl. IAS 39.91). J9B9I9c9I 8() -!>. =&7? .(1+( Während das Kompensationsproblem beim &'(# )'*+, -,./, durch eine An4 passung der Behandlung des Grundgeschäfts an die des Sicherungsgeschäfts erfolgt, kommt es hier zu einer P71%=%#!:%7" $(% 1() (.!"1&*"+ 1(> >%L -.()"1(" 8()%6!:>. Dieses findet zwar wie üblich mit seinem &'(# )'*+, Ein4 gang in die Bilanz, jedoch wird hinsichtlich der Ergebniswirksamkeit der &'(# )'*+,4Änderungen in einen effektiven Teil und einen ineffektiven Teil der Wertänderung unterschieden (vgl. IAS 39.95). Eine (==(#:%6( f():A"1()*"+ liegt vor, soweit die kumulative, d. h. periodenübergreifende Wertänderung des Derivats die des Grundgeschäfts betragsmäßig nicht übersteigt (+2.,#6 -,./,). Sie ist ()=7&+>"(*:)!& %; R%+("#!U%:!& OR)+($"%>)E-#&!+(Q '* $*L -.("; die Erfolgswirksamkeit wird also in die Zukunft verschoben. Ein %"(=L =(#:%6() ](%& ist dagegen gegeben, wenn die Wertänderung des Derivats grö4 ßer ist als die korrespondierende Wertänderung beim Grundgeschäft ("),#6 -,./,). Der 8%==()("'$(:)!+ ist dann ()=7&+>?%)#>!; in der Gewinn4 und Verlustrechnung zu erfassen. Das nachfolgende (%>U%(& (in Anlehnung an N,**,20US@*H(,#UD'00,2 2008, S. 6024603) soll die Vorgehensweise verdeutlichen. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,664 Bei einem 1'0- &*"$ -,./, sind folgende 8!:(" gegeben (vgl. - des Sicherungsinstruments 0 23 32 -.A=: unmittelbar zu einem F*=?!"1 71() R):)!+, wie etwa bei der Absicherung variabler Zinszahlungen oder eines geplanten Verkaufs, so wird die Rücklage unmittelbar ergebniswirksam aufgelöst (vgl. IAS 39.100). • Führt das 0)*"1+(>-.A=: dagegen zur Erfassung eines G();D+(">?():> 71() (%"() G()$%"1&%-.#(%:, so hängt die weitere Vorgehensweise davon ab, ob es sich um eine finanzielle oder um eine nicht4finanzielle Position handelt: − Bei Zugang einer =%"!"'%(&&(" <7>%:%7" verbleiben die eingestellten Be4 träge zunächst in der Neubewertungsrücklage. Die ()=7&+>?%)#>!;( F*>$*-.*"+ erfolgt erst in der Periode bzw. den Perioden, in denen sich das gesicherte Geschäft auf das Periodenergebnis auswirkt, etwa durch Zinserträge oder Zinsaufwendungen. Handelt es sich bei den in die Neu4 bewertungsrücklage eingestellten Beträgen um einen Verlust und erwar4 tet der Bilanzierende, dass dieser Verlust in den Folgeperioden ganz oder teilweise nicht wieder hereingeholt werden kann, so ist der voraussicht4 lich nicht wieder hereinzuholende Betrag in die Gewinn4 und Verlust4 rechnung umzubuchen (vgl. IAS 39.97). − Bei einer nicht4finanziellen Position kann die Unternehmung die einge4 stellten Beträge wahlweise neben der gerade beschriebenen Vorgehens4 weise35 auch im Rahmen der Zugangsbewertung vollständig mit den An4 schaffungskosten der Position verrechnen (H'0(0 '.l+0%5,2%) (vgl. IAS 39.98). Das f!.&)(-.: ist einmalig und stetig für alle Sicherungs4 beziehungen anzuwenden (vgl. IAS 39.99). Problematisch im Hinblick auf die praktische Umsetzung ist die Beschrän4 kung des H'0(0 '.l+0%5,2% auf nicht4finanzielle Positionen, die es in der Vor4 gängerfassung des IAS 39 (rev. 2000) noch nicht gab (vgl. IAS 39.160 (rev. 2000); vgl. hierzu auch B1-$'#C 2006, S. 2424245). Dadurch muss „eine Ver4 knüpfung zwischen den zugegangenen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten und der Cashflow4Rücklage geschaffen wer4 den, um buchungstechnisch die aus der Rücklage zu entnehmenden Anpas4 35 Wurde bspw. der geplante Kauf einer Maschine abgesichert, so bleibt das Eigenkapital im Moment des tatsächlichen Kaufs und damit des Zugangs unangetastet. Erst wenn die Maschine abgeschrieben bzw. veräußert wird, wird die Rücklage (anteilig) aufgelöst. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,666 sungsbeträge zu bestimmen. Es bedarf hierzu gegebenenfalls umfangreicher Nebenrechnungen“ (7+-2UB1-'#4& 2006, S. 4544455). Hinsichtlich der Voraussetzungen, unter denen das -,./, '11"+2%(2/ einzu4 stellen ist, gilt grundsätzlich das beim &'(# )'*+, -,./, Gesagte (vgl. Ab4 schnitt 4.2.3.5.2). Beim 1'0- &*"$ -,./, ergibt sich diese Notwendigkeit dar4 über hinaus, wenn mit dem Eintritt der geplanten Transaktion nicht mehr ge4 rechnet werden kann (vgl. IAS 39.101). Bei der Absicherung geplanter Transaktionen stellt sich noch die Frage, wie bei (("1%+*"+ 1(> !$'=$ "11%*.20.= mit den seither in die S(*$(?()L :*"+>)E-#&!+( eingestellten Beträgen zu verfahren ist. Hier sieht der Standard vor, dass sie dort bis zum Eintritt der geplanten Transaktion verbleiben. So4 dann sind die gerade erläuterten Regeln der Paragrafen IAS 39.97, 39.98 bzw. 39.100 anzuwenden. Lediglich wenn mit dem Eintritt der geplanten Transak4 tion nun nicht mehr gerechnet wird, erfolgt eine sofortige Umbuchung der seither erfolgsneutral im Eigenkapital geparkten Beträge in die Gewinn4 und Verlustrechnung (vgl. IAS 39.101). J9B9I9c9J <7):=7&%7 .(1+( 7= %":()(>: )!:( )%># Z;W;V;_;Z;T !"#H,5,#=+2/,2 Die in Abschnitt 4.2.3.5.2 erläuterten -,./, '11"+2%(2/4Regeln des IAS 39 ermöglichen lediglich die Abbildung von Mikro4-,./,0. Auf Makro4-,./,0, bei denen mehrere Geschäfte auf aggregierter Basis betrachtet und eine offene Netto4Risikoposition abgesichert wird, ist das -,./, '11"+2%(2/ ausdrücklich nicht vorgesehen. Die beharrliche Weigerung des F&%, (2 L'+&C,(%H>2.,# In jedem Portfolio richtet die Unternehmung Laufzeitbänder ein, in welche die einbezogenen Instrumente (":>U)(-.("1 %.)() ()?!):(:(" 3A&&%+#(%:(" 71() Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 669 W%">!"U!>>*"+>:();%"( eingestellt werden (vgl. IAS 39.AG114(b); maßgeb4 lich ist der frühere der beiden Zeitpunkte (vgl. IAS 39.AG117)). Hierbei greift die Unternehmung auf die Erfahrungen der Vergangenheit zurück und berück4 sichtigt zukünftige Erwartungen, z. B. hinsichtlich der zukünftigen Zinsent4 wicklung und deren Einfluss auf die vorzeitige Rückzahlung ausgereichter Gelder. Nötigenfalls greift sie auf die Daten anderer Unternehmungen (etwa Beratungsgesellschaften) zurück (vgl. IAS 39.117). Hinsichtlich der Breite bzw. der Zahl der pro Portfolio einzurichtenden Y!*=L '(%:$A"1() enthält der Standard keine Angaben. Hier soll der Bilanzierende vielmehr selbstständig in Übereinstimmung mit seiner Risikomanagementpra4 xis verfahren (vgl. IAS 39.IE2). Dabei ist zu beachten, dass die -,./,4 Effektivität tendenziell höher sein wird, je enger die Bänder definiert werden (vgl. IAS 39.AG125 sowie N$A 2004, S. 25). Auch die W*7)1"*"+ '* 1(" Y!*='(%:$A"1()" erfolgt unter Berücksichti4 gung des unternehmungsspezifischen Risikomanagements. So kann der Rück4 zahlungsbetrag etwa in das Laufzeitband der erwarteten Endfälligkeit einge4 stellt werden, er kann entsprechend der Rückzahlungswahrscheinlichkeit auf mehrere Laufzeitbänder verteilt werden oder es kann bei der Zuordnung auf die erwarteten Zahlungsströme (Zinsen und Tilgung) abgestellt werden (vgl. IAS 39.AG114(b)). Im hier betrachteten (%>U%(& (entnommen aus B1-$'#C 2006, S. 2564258) soll das Portfolio zum 1. Januar eines Jahres aus Vereinfachungsgründen aus le4 diglich zwei Laufzeitbändern bestehen, in die die Unternehmung die in der folgenden /, 4#" L'+&C,(%H'2. Z;W;V;_;Z;W;Z 3(, 3,0(/2'%("2 .,0 'HC+0(1-,#2.,2 G,%#'/,0 l, L'+&C,(%H'2. In jedem Laufzeitband wird durch Saldierung der Aktiva und Passiva die of4 fene Netto4Risikoposition berechnet. Allerdings gestattet es auch das '5,2.6 5,2% nicht, diese offene Position selbst als -,./,. (%,5 zu designieren. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,670 Es wird stattdessen ein der Nettoposition entsprechender Betrag36 der Aktiva (bei einem Aktivüberhang) bzw. der Passiva (bei einem Passivüberhang) des jeweiligen Laufzeitbandes als abzusicherndes Grundgeschäft designiert (vgl. IAS 39.AG114 sowie IAS 39.AG118). Anders als beim oben erläuterten „Quasi4Makro4-,./,“ nach IAS 39.AG101 ist hier #(%"( W*7)1"*"+ '* #7"#)(:(" <7>%:%7"(" ()=7)1()&%-.. Vielmehr wird ein bestimmter Prozent4 satz aller Aktivpositionen (bei einem Aktivüberhang) bzw. Passivpositionen (bei einem Passivüberhang) des jeweiligen Laufzeitbandes gesichert. Die folgende %:%7" und deren prozentualen Anteil am jeweiligen Laufzeitband. Y8&+*)%$<8"6 EJ$%V' :<)0-8"4 b3X2d W8##%V' :<)0-8"4 b3X2d %" i 1 200.000 – 200.000/500.000 = 40 % 2 – 350.000 350.000/800.000 = 43,75 % 2/, 4#" L'+&C,(%H'2. Im Beispielfall werden im Laufzeitband 1 Vermögenswerte in Höhe von 200.000 EUR, im Laufzeitband 2 Verbindlichkeiten von 350.000 EUR als zu sicherndes Grundgeschäft designiert; konkrete Instrumente müssen dabei al4 lerdings nicht benannt werden. Z;W;V;_;Z;W;_ 3(, 3,0(/2'%("2 .,0 /,0(1-,#%,2 E(20>2.,#+2/0#(0(="0 Wie bereits erwähnt, betrifft das 4"#%&"*(" -,./, '5,2.5,2% !*>>-.&%(V&%-. W%">L!$'=$ , nicht jedoch andere Preisrisiken wie etwa Aktien4 oder Wäh4 rungsrisiken. Das gesicherte Zinsrisiko muss (\!#: >U('%=%'%(): werden. Hier4 bei kann es sich, analog zum -,./(2/ auf Mikro4Ebene, um einen Teil des gesamten Zinsänderungsrisikos handeln, d. h., es kann z. B. ein Referenzzins4 satz wie der EURIBOR als abgesichertes Risiko bestimmt werden (vgl. IAS 39.AG114(d)). Damit bleiben die 1#,.(% 04#,'.0 der einbezogenen Positi4 onen, also der bonitätsbedingte Aufschlag auf diesen risikofreien Zinssatz, sowie deren Veränderung im Zeitablauf unberücksichtigt. Sie werden auch bei der Ermittlung der Effektivität nicht berücksichtigt (vgl. 7+-2UB1-'#4& 2006, S. 468). 36 Der abzusichernde Betrag muss nicht zwingend exakt der Höhe der Nettoposition ent4 sprechen, es kann auch ein anderer Betrag designiert werden (vgl. IAS 39.AG118). Im Regelfall werden die beiden Größen allerdings betragsmäßig übereinstimmen (vgl. N$A 2004, S. 25). Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 671 Z;W;V;_;Z;W;a 3(, 3,0(/2'%("2 .,# B(1-,#+2/0(20%#+5,2%, Im nächsten Schritt werden den in den jeweiligen Laufzeitbändern ermittelten abzusichernden Beträgen geeignete Sicherungsgeschäfte zugeordnet (vgl. IAS 39.114(e)), wobei es sich in der Praxis meist um 5?!U+(>-.A=:( handelt. Genau wie auf Mikro4Ebene (vgl. hierzu und zum Folgenden IAS 39.77) kann es sich um ein einzelnes Instrument oder um ein Portfolio aus mehreren, ge4 gebenenfalls auch gegenläufigen Sicherungsgeschäften handeln. Letzteres ist wichtig, da in der Praxis auf Veränderungen der Nettoposition im Zeitablauf nicht durch das Eingehen eines neuen, auf die veränderte Nettoposition pas4 senden Swapvertrages, sondern durch Abschluss zusätzlicher und mitunter eben auch gegenläufiger Swaps reagiert wird (vgl. G"-2UQ"2.#'= 2004, S. 136). Um die gewünschte Absicherung zu erzielen, schließt der Bilanzierende im Beispiel für das Laufzeitband 1 einen Swap ab, bei dem er feste Zinsen an seinen Kontraktpartner zahlt und von diesem variable Zinsen erhält (4'O,#4 Zinsswap). Im Laufzeitband 2 kommt dagegen ein #,1,(),#4Swap zum Ein4 satz, bei dem der Bilanzierende variable Zinsen zahlt und im Gegenzug fixe Zinsen erhält. Z;W;V;_;Z;W;b 3,# :&&,=%()(%>%0%,0% Auch auf Makro4Ebene setzt die Anwendung der -,./, '11"+2%(2/4Regeln die erfolgreiche Durchführung sowohl prospektiver als auch retrospektiver Effektivitätstests voraus (vgl. IAS 39.AG114(g)). Hierbei gilt grundsätzlich das in Abschnitt 4.2.3.4.2 Gesagte entsprechend. Allerdings ist der S!-.?(%> 1() U)7>U(#:%6(" R==(#:%6%:A: insofern ()&(%-.:():, als er nicht für die Ge4 samtdauer des -,./,0 zu erbringen ist; es genügt eine Betrachtung einer Si4 cherungsperiode bis zur nächsten Anpassung des -,./,0 (vgl. IAS 39.AG107). Vor dem Hintergrund, dass bei einem Portfolio4-,./, keine konkrete Zuord4 nung von Grund4 und Sicherungsgeschäft besteht, gestaltet sich der Nachweis der )(:)7>U(#:%6(" R==(#:%6%:A: am Ende jeder Sicherungsperiode etwas schwieriger und aufwändiger. Wie bei der Absicherung auf Einzelgeschäfts4 ebene ist auch hier zu überprüfen, inwieweit sich &'(# )'*+,4Änderungen des -,./,. (%,5 einerseits und der Sicherungsgeschäfte andererseits entsprechen, wobei das Verhältnis der Wertänderungen auch hier in der !"1$)(%:( 67" nKL[Bc q liegen muss (vgl. IAS 39.AG105(b)). Als problematisch erweist sich an dieser Stelle die Bestimmung der f():A"L 1()*"+ 1() 0)*"1+(>-.A=:(, da sich die W*>!;;(">(:'*"+ 1(> <7):=7&%7> am Ende der Sicherungsperiode im Vergleich zum Beginn der Sicherungspe4 riode regelmäßig 6()A"1(): .!$(" wird. So werden manche der zu Beginn Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,672 der Sicherungsperiode im Portfolio befindlichen Geschäfte möglicherweise nicht mehr im Bestand der Unternehmung sein, etwa weil ein Kunde einen Kredit zurückgezahlt oder eine Einlage abgezogen hat. Andererseits wurden in der Zwischenzeit möglicherweise neue Geschäfte abgeschlossen. Ferner än4 dert sich die ursprüngliche Zusammensetzung der Portfolios, wenn sich die Erwartungen hinsichtlich der Fälligkeit der einbezogenen Geschäfte, die für die Einordnung in die Laufzeitbänder maßgeblich waren, verändern. Diese Erwartungsänderungen führen in dem Laufzeitband, in welches das Geschäft ursprünglich eingestuft wurde, zu einem Abgang, während in einem anderen Laufzeitband, das der neuen Erwartung entspricht, ein Zugang zu verzeichnen ist. Ineffektivitäten entstehen hier also nicht nur dadurch, dass Grundgeschäfte einerseits und Sicherungsgeschäfte andererseits nicht exakt kongruente Wert4 entwicklungen aufweisen, sondern auch dadurch, dass sich die Bestände der abzusichernden Geschäfte im Vergleich zum Designationszeitpunkt geändert haben. Damit stellt sich die Frage, wie mit diesen Ab4 und Zugängen umzuge4 hen ist. Vor dem Hintergrund, dass beim 4"#%&"*(" -,./, "& (2%,#,0% #'%, #(0= keine Nettoposition aus Aktiva und Passiva gebildet wird, sondern vielmehr ein Währungsbetrag der Aktiva (wie im Beispiel in Laufzeitband 1) 71() ein Währungsbetrag der Passiva (wie im Beispiel in Laufzeitband 2) zugrunde zu legen ist, >U%(&(" G()A"1()*"+(" 1() T(?(%&> !"1()(" %&!"'>(%:( #(%"( 47&&( $(% 1() (>:%;;*"+ 1() R==(#:%6%:A:. Wenn etwa im Laufzeitband 1 die &'(# )'*+,4Änderung des -,./,. (%,5 bestimmt werden soll, dann ist aus4 schließlich auf Veränderungen der Aktivseite abzustellen. Wertänderungen der Passiva sind dagegen unbeachtlich. Entsprechend gilt für Laufzeitband 2, dass nur die Passivseite von Belang ist. Unterstellt man beispielhaft, im Laufzeitband 1 seien Vermögenswerte von nominal 80.000 EUR abgegangen, so ist es für die Beurteilung der -,./,4 Effektivität entscheidend, in welcher Beziehung diese 80.000 EUR zu dem abgesicherten Betrag von 200.000 EUR stehen. Anders formuliert: Waren die abgegangenen Vermögenswerte Bestandteil der abgesicherten Vermögens4 werte von 200.000 EUR oder gehörten sie zu den ungesicherten 300.000 EUR dieses Laufzeitbandes? Da, wie eben erläutert, eine Designation konkreter Vermögenswerte nicht stattfindet und lediglich ein Währungsbetrag bestimmt wird, muss hier, ähnlich wie bei den Bewertungsvereinfachungsverfahren im Rahmen der Vorratsbewertung, eine =%#:%6( _G()$)!*-.>=7&+(` hergestellt werden. Hierfür hat das F:(&&:C 1!>> (%" $(>:%;;:() <)7'(":>!:' 1(> <7):=7&%7> *"1 1!;%: (%" $(>:%;;:() <)7'(":>!:' T(1(> G();D+(">?():> !$+(>%-.(): ?%)1. Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 673 Im (%>U%(& sind dies 40 % (Laufzeitband 1) bzw. 43,75 % (Laufzeitband 2). Der abgesicherte Betrag, dessen &'(# )'*+,4Änderung im Rahmen des Effekti4 vitätstest mit der des Swaps zu vergleichen ist, wird ermittelt, indem dieser Prozentsatz auf die am Ende der Sicherungsperiode vorhandenen Vermö4 genswerte angewendet wird. Somit führen Bestandsveränderungen anteilig zu Ineffektivitäten. Bei einem Abgang von 80.000 EUR ergibt sich am Ende der Sicherungsperiode somit ein gesicherter Betrag von (40 % von 420.000 =) 168.000 EUR, er ist folglich um 32.000 EUR (= 40 % von 80.000 EUR) ge4 sunken (vgl. hierzu und zum Folgenden B1-$'#C 2006, S. 261ff.). Bei der Berechnung des am Ende der Sicherungsperiode maßgebenden Be4 standes dürfen und müssen nach IAS 39.AG121 und IAS 39.AG127 nur sol4 che W*L *"1 F$+A"+( Berücksichtigung finden, die einen ('*+ '*; !$+(L >%-.():(" 4%>%#7 haben, also • Abgänge, die in einer Zinsänderung begründet sind (z. B. Rückzahlung ei4 nes festverzinslichen Kredites aufgrund eines Marktzinsrückganges); • Abgänge, die auf veränderte Erwartungen hinsichtlich der Restlaufzeiten zurückzuführen sind und diese veränderte Erwartung ihre Ursachen in einer Zinsänderung hat; • Zugänge in anderen Laufzeitbändern aufgrund der veränderten Erwartung. Alle anderen Bestandsveränderungen (z. B. neu ausgereichte Kredite oder neu eingegangene Verbindlichkeiten) dürfen grundsätzlich nicht berücksichtigt werden (vgl. auch N$A 2004, S. 25). Kann die tatsächliche Ursache für die Veränderung nicht ermittelt werden, so ist nach IAS 39.AG121 %; W?(%=(& von einer '%">%"1*'%():(" (>:!"1>6()A"1()*"+ auszugehen, welche die -,./,4Effektivität beeinflusst. Um die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführende &'(# )'*+,4Änderung des -,./,. (%,5 unter Berücksichtigung der eben genannten Bestandsverände4 rungen approximativ zu berechnen, gibt der Standard ein 6()(%"=!-.:(> G()L =!.)(" vor (vgl. IAS 39.AG126(b) sowie das Anwendungsbeispiel in IAS 39.IE1ff). Es wird anhand des hier gegebenen (%>U%(&> (vgl. B1-$'#C 2006, S. 2634268) erläutert. Zunächst wird in beiden Laufzeitbändern die seit Beginn der Sicherungsperi4 ode eingetretene &'(# )'*+,4Änderung des zu Beginn der Sicherungsperiode vorhandenen gesicherten Bestandes berechnet. Für das Laufzeitband 1 lässt sich hierbei insgesamt ein Anstieg von 490.000 EUR um 5.000 EUR auf nunmehr 495.000 EUR feststellen. Da jedoch nur ein Prozentsatz von 40 % der Vermögenswerte als -,./,. (%,5 designiert wurde, beträgt der auf den abgesicherten Bestand entfallende Teil der Wertänderung lediglich (40 % von 5.000 EUR =) 2.000 EUR. Im Laufzeitband 2 ergibt sich entsprechend eine gesicherte &'(# )'*+,4Änderung von 44.375 EUR. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,674 bFd bKd bBd bCd bMd bLd bNd bOd EJ$%V8 "%&$ 6%-., W8##%V8 "%&$ 6%-., Y8&+*)%$' <8"6 DF>DF> BF>DF> DF>DF> BF>DF> r"6)0&"4 8<#/@&$ bBd'bKd <*=> bCd'bMd H)#%' ,-)0$)0 W0/*)"$' #8$* H)#%,-)0$) "%&$ 6%-.,' r"6)0&"4 <)*/4)" 8&+ DF>DF> bNd n bLd b3X2d b3X2d b3X2d b3X2d b3X2d b3X2d 1 490.000 495.000 – – 5.000 40 % 2.000 2 – – 780.000 790.000 610.000 43,75 % 64.375 -6 Änderung des abgesicherten Betrages bezogen auf den Bestand am Ende der Periode = "(:$ K('>-6Änderung des abgesicherten Betrages bezogen auf den Bestand am Beginn der Periode × abgesicherter Nominalbetrag zu Beginn der Periode DF> b3X2d W8##%V8 "/1%"8@ BF>DF> b3X2d H)#%,-)0$)0 W0/*)"$#8$* E<4)#%,-)0$)0 ./1%"8@<)$084 BF>DF> b3X2d 1 420.000 – 40 % 168.000 2 – 700.000 43,75 % 306.250 DF> b3X2d E<4)#%,-)0$)0 ./1%"8@<)$084 81 BF>DF> b3X2d E<4)#%,-)0$)0 ./1%"8@<)$084 81 DF>DF> b3X2d <%&$ 6%-.,' r"6)0&"4 6)# 8<4)#%,-)0$)" 7)$084)# <)*/4)" 8&+ 6)" 7)#$8"6 81 BF>DF> b3X2d 1 2.000 168.000 200.000 1.680 2 64.375 306.250 350.000 63.828,13 -.A=:( '* 1() f():A"1()*"+ 1(> 5%-.()*"+>%">:)*;(":> %"> G().A&:"%> +(>(:': wird. Unterstellt man für das Sicherungsinstrument &'(# )'*+,4Änderungen von 42.000 EUR (Laufzeitband 1) bzw. 4.375 EUR (Lauf4 zeitband 2), so ergibt sich eine -,./,4Effektivität von 84 % bzw. 87,5 % (vgl. DF> b3X2d <%&$ 6%-.,' r"6)0&"4 6)# I%,-)0&"4#' %"#$0&1)"$)# b3X2d E,10,' 3++)J$%V%$5$ bKd S bBd 1 1.680 62.000 84 % 2 63.828,13 4.375 87,5 % % .,0 -,./,0Vb Z;W;V;_;Z;W;e 3(, ?%)#>!; zu berücksichtigen (vgl. IAS 39.89(a) sowie IAS 39.AG114(h)). Anders als beim Mikro4-,./, kommt es aber zu keiner Buchwertanpassung, sondern es wird eine separate Bilanzposition (*(2, (%,5) auf der Aktivseite (sofern der abgesicherte Betrag einen Vermögenswert darstellt) oder auf der Passivseite (sofern der abgesicherte Betrag eine Verpflichtung darstellt) ge4 bildet (vgl. IAS 39.89A). In Abhängigkeit von der Richtung der Anpassung kann damit auch ein negativer Betrag in diesem Korrekturposten erscheinen (vgl. LI$UL"#,2C 2005, S. 599). Eine Saldierung aktivischer und passivischer *(2, (%,50 ist nicht zulässig (vgl. IAS 39.AG123). Am 31. Januar sind damit folgende Buchungen durchzuführen (vgl. %C, '5 VT;gT; 37 Die Ineffektivität resultiert hier allein aus den Bestandsveränderungen. Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 677 Die Wertänderungen der Grund4 und Sicherungsgeschäfte in beiden Laufzeit4 bändern gleichen sich nicht vollständig aus – in Laufzeitband 1 verbleibt ein negativer Saldo von 320 EUR, in Laufzeitband 2 ein positiver Saldo von 546,87 EUR. Durch die obigen Buchungssätze schlagen sich diese Ineffektivi4 täten automatisch im Jahresabschluss nieder. Liegt dagegen für ein Laufzeitband #(%"( %; 5%""( 1(> 5:!"1!)1> (==(#:%6( 5%-.()*"+>$('%(.*"+ vor, so dürfen in dem betreffenden Laufzeitband auch #(%"( F"U!>>*"+>$*-.*"+(" $(% 1(" 0)*"1+(>-.A=:(" vorgenommen werden. Wurde in den Vorperioden ein *(2, (%,5 gebildet, so ist es auf die im nächsten Abschnitt beschriebene Weise aufzulösen. Die /"0# )"&*$Lg"1()*"L +(" 1(> 8()%6!:> sind jedoch entsprechend seiner Einstufung in die Teilkate4 gorie -,*.6&"#6%#'.(2/ ()=7&+>?%)#>!; im Handelsergebnis zu erfassen. Z;W;V;_;Z;W;f 3(, G,-'2.*+2/ .,0 *(2, (%,5 (2 .,# S"*/,C,(% Die Verwendung eines *(2, (%,50 anstatt einer Anpassung der Buchwerte sämtlicher zum abgesicherten Betrag gehörenden Positionen bedeutet zu4 nächst eine N$()(%">:%;;*"+ ;%: 1(; G7)+(.(" %" 1() 4%>%#7;!"!+(L ;(":U)!\%>. Darüber hinaus stellt es im Hinblick auf den Bilanzausweis zu4 nächst auch eine Vereinfachung dar. Allerdings darf man nicht verhehlen, dass die weitere Behandlung eines *(2, (%,5 im Rechnungswesen mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist. Für die Behandlung eines einmal gebildeten *(2, (%,50 gilt nach IAS 39.92 zunächst, dass es E$() 1%( 4(>:&!*='(%: 1(> (":>U)(-.("1(" Y!*='(%:$!"1(> ()=7&+>?%)#>!; !*='*&D>(" ist. Die Gegenbuchung erfolgt – wie grundsätz4 lich bei allen im Folgenden besprochenen Veränderungen des *(2, (%,5 – im W%">()+($"%> (vgl. N$A 2004, S. 33434). Spätester Beginn der Amortisation ist die Beendigung der Sicherungsbeziehung, z. B. bei Nichterfüllung der Ef4 fektivitätsbedingungen. Anders als sonst im Standard üblich, verzichtet der Standardsetzer auf eine Verteilung nach der Effektivzinsmethode und gestattet stattdessen eine lineare Verteilung über die Restlaufzeit des betreffenden Laufzeitbandes (vgl. IAS 39.92 und IAS 39.BC212). Bei F$+A"+(" (z. B. durch Verkauf) 67" 3%"!"'%">:)*;(":(", die Bestand4 teil des abgesicherten Betrags waren, ist der !":(%&%+ auf das abgehende Fi4 nanzinstrument entfallende Betrag der separaten Bilanzposition sofort ()L =7&+>?%)#>!; !*>'*$*-.(" (vgl. IAS 39.89A) und in den Gewinn oder Ver4 lust, der bei der Ausbuchung der Position entsteht, einzubeziehen (vgl. IAS 39.AG128). Gleiches gilt, wenn ein Laufzeitband ausläuft, wobei die Er4 fassung im Zinsergebnis erfolgt (vgl. IAS 39.92). Zu G()A"1()*"+(" des *(2, (%,5 kommt es zudem regelmäßig bei jeder nach4 folgenden Anpassung der Netto4Risikoposition, wenn der abzusichernde Be4 trag reduziert wurde und sich die Finanzinstrumente, die Bestandteil des ur4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,678 sprünglich gesicherten Betrags waren, immer noch im Bestand befinden. Die Verminderung des abgesicherten Betrags muss folglich aus einem Anstieg der kleineren Bilanzseite (im Laufzeitband 1 des Beispiels war dies die Passivsei4 te) resultieren. Vermindert sich der abzusichernde Betrag dagegen infolge von Abgängen auf der größeren Bilanzseite (im Laufzeitband 1 die Aktivseite), so ist nach der im vorangegangenen Absatz beschriebenen Art und Weise zu ver4 fahren. Der anteilige Betrag muss in diesem Fall über die Restlaufzeit des Laufzeit4 bandes aufgelöst werden. Im hier gegebenen (%>U%(& lag am Ende der Siche4 rungsperiode ein gesicherter Betrag von 168.000 EUR vor, für den ein aktivi4 sches *(2, (%,5 in Höhe von 1.680 EUR gebildet wurde. Wird nun in der dar4 auf folgenden Periode nur noch ein Betrag von 126.000 EUR als -,./,. (%,5 designiert, so ist der sich auf die ergebende Differenz von 42.000 EUR entfal4 lende Anteil des *(2, (%,5 über die Restlaufzeit des Laufzeitbandes zu amorti4 sieren. Konkret müssten damit (25 % von 1.680 EUR =) 420 EUR über die verbleibende Laufzeit aufgelöst werden. Ähnliches gilt, wenn im Zuge der Neuberechnung der Nettoposition die maßgebliche Bilanzseite wechselt, wenn also aus einem Aktiv4 ein Passivüberhang oder umgekehrt aus einem Passiv4 ein Aktivüberhang wird. In diesem Fall ist das gesamte vormals gebildete *(2, (%,5 über die Restlaufzeit des Laufzeitbandes aufzulösen (vgl. N$A 2005, S. 367). Z;W;V;_;Z;W;Tg 7#(%(01-, Q@#.(/+2/ .,0 N"#%&"*("6-,./,6<20'%C,0 Die durch das Portfolio4-,./, '5,2.5,2% geschaffenen Regelungen können zweifellos als eine Verbesserung der seither geltenden Vorschriften bezeich4 net werden (vgl. G'0,* A"55(%%,, j2 G'2=(2/ B+4,#)(0("2 2003, S. 243; G+26 .,0),#H'2. 3,+%01-,# G'2=,2 ,; !; 2003, S. 1; N#'-*U7#"44 2003, S. 18; <#6 2"*.(UL,"4"*. 2005, S. 38). Mit ihrer Hilfe wurden zahlreiche der insbesonde4 re von Bankenseite beklagten Hürden aus dem Weg geräumt oder zumindest entschärft, die einer risikoadäquaten Abbildung der mithilfe der modernen Risikomanagementsysteme erzielten Sicherungsmaßnahmen entgegenstanden. Zu erwähnen sind an dieser Stelle insbesondere: • die R)&(%-.:()*"+(" $(% 1() <7):=7&%7$%&1*"+: Vermögenswerte *"1 Verbindlichkeiten können in einem Portfolio zusammengefasst werden, wobei die Wertänderungen der einbezogenen Geschäfte zudem nicht mehr proportional zu der gesamten Wertänderung des Portfolios sein müssen so4 wie • der f(+=!&& der ansonsten erforderlichen *-.?():!"U!>>*"+(" durch die Nutzung einer separaten Bilanzposition (*(2, (%,5). Dennoch verbleiben einige gewichtige Probleme, die zu erheblichen 2"#7;L U!:%$%&%:A:(" '?%>-.(" 4%>%#7;!"!+(;(": *"1 4(-."*"+>&(+*"+ führen Z;W 3(, G,$,#%+2/ 2'1- FSPB 679 können. Hier sind insbesondere folgende Aspeke anzuführen (vgl. hierzu aus4 führlich B1-$'#C 2006, S. 272): • Es ist weiterhin nicht zulässig, die S(::7U7>%:%7" selbst als -,./,. (%,5 zu designieren. Dies hat insbesondere Auswirkungen auf den Effektivitätstest, bei dem bekanntlich auf die Wertänderungen dieses -,./,. (%,5 abzustel4 len ist. Wird, wie durch den Standard vorgeschrieben, lediglich ein Betrag der Aktiva 71() der Passiva designiert, so bleiben folgerichtig Veränderun4 gen der jeweils anderen Bilanzseite unberücksichtigt. • Im Rahmen des Risikomanagements berücksichtigen die Institute die soge4 nannte Bodensatztheorie, wonach ein gewisser Prozentsatz der #*)'=)%>:%+ )E-#'!.&$!)(" G()$%"1&%-.#(%:(" (Sichteinlagen (1"#, .,4"0(%0) oder Kündigungsgelder (.,5'2. .,4"0(%0), also Einlagen, über die der Bank4 kunde nach Kündigung und Einhaltung einer Kündigungsfrist verfügen kann) der Unternehmung längerfristig zur Verfügung steht. Solche Gelder können zwar entsprechend ihrer erwarteten Fälligkeit in die Laufzeitbänder eingestellt werden, können jedoch nicht selbst Bestandteil des -,./,. (%,5 sein (vgl. IAS 39.AG118(b) sowie IAS 39.BC185). Begründet wird dies damit, dass der &'(# )'*+, dieser Verbindlichkeiten unabhängig ist vom Zinsniveau und sich somit Auswirkungen auf die Gewinn4 und Verlust4 rechnung ergeben können. Genau dies ist aber grundlegende Voraussetzung für die Anwendung der -,./, '11"+2%(2/6Regeln, sei es nun auf Mikro4 oder Makro4Ebene. Die :R67"55(00("2 hat im Zuge des Anerkennungs4 verfahrens die Bestimmung des IAS 39.118(b) modifiziert, so dass eine 8(>%+"!:%7" 67" #*)'=)%>:%+ )E-#'!.&$!)(" G()$%"1&%-.#(%:(" %" 1() +K ()&!*$: ist. • Obwohl %":()"( 0(>-.A=:( ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestand4 teil der bankinternen Risikomanagementsysteme darstellen, versagt das FL *"1 *-.*"+>!*=?!"1 einher und sind A*L V()>: #7;U&(\ (vgl. <#2"*.(UL,"4"*. 2005, S. 24). Dies könnte eine (ent4 sprechend teurere) praktische Umsetzung erheblich erschweren oder ihr so4 gar entgegenstehen. Vor diesem Hintergrund hat die :R67"55(00("2 beim ,2."#0,5,2% des IAS 39 erneut von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Standardtext zu modifizieren und die in Abschnitt 4.2.3.5.4.2.7 erläu4 terten Vorschriften zur Effektivitätsmessung, insbesondere IAS 39.AG126, nicht übernommen. Die :R4Fassung des Standards verlangt in :R4 IAS 39.AG126 lediglich die )(+(&;AV%+( N$()U)E=*"+ 1() f%)#>!;#(%: und schreibt nicht weiter vor, wie dieser Nachweis zu erbringen ist. Der modifizierte Standard soll so lange in Kraft bleiben, bis der :+#"4>(01-, Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,680 G'2=,2),#H'2. und das F(01-, 7"55(00("2 2005). J9B9J 8%( fA.)*"+>*;)(-."*"+ "!-. 2345 J9B9J9[ 0)*"1&!+(" *"1 8(=%"%:%7"(" Die IFRS formulieren, ebenso wie das HGB, !&&+(;(%" 6()$%"1&%-.(C )(-.:>L =7);*"!$.A"+%+( G7)>-.)%=:(" zur Behandlung von Fremdwährungsge4 schäften und zur Einbeziehung ausländischer Unternehmungen in einen Kon4 zernabschluss. Im hierbei relevanten Rechnungslegungsstandard IAS 21 „Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse“ geht es um die Frage, „welche(r) Wechselkurs(e) heranzuziehen sind und wie die Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse im Abschluss zu berücksichtigen sind“ (IAS 21.2; ausführlich zum Gesamtkomplex G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*U Q'01-H+01- 2009, S. 3534359). Das F"?("1*"+>+($%(: dieses Standards lässt sich in drei Bereiche unter4 gliedern: • die %&!"'%()*"+ 67" %" =)(;1() fA.)*"+ !$+(?%-#(&:(" ])!">!#:%7L "(", da alle Positionen des Jahresabschlusses in derselben Währung aufge4 führt werden müssen, • die notwendige @;)(-."*"+ 1() R%"'(&!$>-.&E>>( !*>&A"1%>-.() 0(L >-.A=:>$(:)%($( (%"(> M7"'()"> im Rahmen der Konsolidierung (vgl. N$A 2005, S. 506) und • die @;)(-.*"+ %" (%"( 8!)>:(&&*"+>?A.)*"+, wenn eine Unternehmung ihren Abschluss in einer anderen als der funktionalen Währung erstellt. Nicht in den Anwendungsbereich des IAS 21 fallen Fremdwährungsderivate sowie Sicherungsgeschäfte für Fremdwährungspositionen, die jeweils Be4 standteil der Regelungen des IAS 39 sind. Die =*"#:%7"!&( fA.)*"+ nach IAS 21.8 ist die Währung des primären Wirt4 schaftsumfelds, in dem die Unternehmung tätig ist. IAS 21.9 konkretisiert die4 se Definition. Demnach ist bei Bestimmung der funktionalen Währung zu be4 rücksichtigen, welche Währung den größten Einfluss auf die Verkaufspreise der Waren und Dienstleistungen der Unternehmung hat und in welchem Wäh4 rungsraum das Hauptabsatzgebiet der Waren und Dienstleistungen liegt. Fer4 ner ist zu berücksichtigen, in welcher Währung die wesentlichen Verpflich4 tungen der Unternehmung, also insbesondere Lohn4 und Gehaltszahlungen,

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References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

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