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4.1.8 Derivative Finanzinstrumente in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 546 - 642

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_546

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,512 Folgt man der Vorstellung des Gesetzgebers vom Zustandekommen der be4 sonderen Deckung, so müssen die genannten organisatorischen Voraussetzun4 gen nicht unbedingt bereits bei Abschluss des Deckungsgeschäfts erfüllt sein. Da das Motiv des Geschäftsabschlusses zwar die Grundlage einer besonderen Deckung sein kann („spezielles Deckungsgeschäft für ein Grundgeschäft“), für das Vorliegen einer besonderen Deckung aber keineswegs von Bedeutung ist („besondere Beziehung zwischen den Geschäften hergestellt“), da also zwischen Geschäften auch dann eine Deckungsbeziehung bestehen kann, wenn dies beim Abschluss der Geschäfte (noch) nicht beabsichtigt war, ist es nicht zwingend erforderlich, dass der Beschluss bereits beim Abschluss des Gegengeschäfts gefasst und dokumentiert wird. Vielmehr kann ein Beschluss über die Herstellung einer solchen Beziehung auch später, d. h. spätestens zum Jahresabschlussstichtag, gefasst und dokumentiert werden. Da das Stetigkeitsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB sich nur auf Fremdwäh4 rungsgeschäfte beziehen kann, die sich über mehrere Bilanzstichtage erstre4 cken – was recht selten ist –, verbleibt den Instituten an jedem Abschlussstich4 tag ein weitreichender R);(>>(">>U%(&)!*; bei der Erfüllung des für das Vorliegen einer besonderen Deckung bedeutsamen Kriteriums der Dokumen4 tation (vgl. 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 621). J9[9n 8()%6!:%6( 3%"!"'%">:)*;(":( J9[9n9[ (+)%==&%-.( 0)*"1&!+(" Der Begriff „Derivate“ stammt von dem lateinischen „derivare“ (ableiten, umlei4 ten) ab. Es handelt sich bei derivativen Finanzinstrumenten also um Instrumente, die aus den Konditionselementen der traditionellen Finanzinstrumente entwickelt wurden. Sie weisen keine eigenständige Wertentwicklung auf, vielmehr ist ihre Wertentwicklung von der Wertentwicklung ihrer Basiswerte abhängig. Somit ist sowohl ihre Konstruktion als auch ihr Wert von anderen Finanzinstrumenten bzw. von einem Basiswert abgeleitet. Als Basiswerte („+2.,#*O(2/0“) kommen z. B. Aktien, Zinsen, Währungen oder auch Waren in Frage. Beim Handel im +2.,#*O(2/ werden in der Regel M!>>!+(>-.A=:( getätigt. Bei ihnen erfolgen die Konditionenfestlegung, d. h. der Vertragsabschluss, und die Kapitalbereitstellung, also die Erfüllung des Vertrags, grundsätzlich im glei4 chen Zeitpunkt. Aus technischen Gründen können allerdings Vertragsab4 schluss und Kapitalbereitstellung (Vertragserfüllung) zeitlich geringfügig voneinander abweichen. Der Derivatehandel ist dagegen durch den Abschluss von ]();%"+(>-.A=:(" gekennzeichnet. Bei diesen Geschäften fallen Geschäftsabschluss (Vertrags4 abschluss) und Erfüllung des Vertrages zeitlich auseinander; der Zeitpunkt der Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 513 Konditionenfestlegung liegt vor dem Zeitpunkt der Kapitalbereitstellung. Man nennt solche zweiseitig verpflichtende („synallagmatische“), auf Leistungs4 austausch gerichtete Geschäfte, die bereits abgeschlossen, deren gegenseitige Ansprüche und Verpflichtungen allerdings noch von keiner Seite erfüllt sind, >-.?($("1( 0(>-.A=:( (vgl. hierzu G(,/ 1977b, S. 25429). Der Beginn des Schwebezustands ist der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses; die Erfüllung durch einen der beiden Kontraktpartner beendet den Schwebezustand. Auf4 grund des bei Vertragsabschluss völlig fehlenden oder nur geringen Kapital4 einsatzes sind Derivate als schwebende Geschäfte zu klassifizieren. Aufgrund ihrer Bindung an ein Basisinstrument weisen Derivate zwar ein ein4 zelnen oder mehreren originären Finanzinstrumenten vergleichbares Chancen4 und Risikoprofil auf, erfordern aber keinen oder nur einen wesentlich geringe4 ren Kapitaleinsatz als die originären Instrumente. Bei einem Derivat handelt es sich demnach um „ein schwebendes Vertragsverhältnis, dessen Wert auf Änderungen des Wertes eines Basisobjektes (…) reagiert, bei dem Anschaf4 fungskosten nicht oder nur in sehr geringem Umfang anfallen und das erst in der Zukunft erfüllt wird“ (G?8 2007, S. 105). Je nachdem, ob eine Pflicht zur Erfüllung besteht oder ob ein Vertragspartner ein Wahlrecht besitzt, zu dem vereinbarten Termin Erfüllung zu verlangen, un4 terscheidet man unbedingte und bedingte Termingeschäfte. @"$(1%"+:( ]()L ;%"+(>-.A=:(, zu denen Futures sowie Swaps und Forward Rate Agreements (FRA) zählen, sind durch eine *"$(1%"+:( R)=E&&*"+>U=&%-.: charakterisiert. Beide Kontraktpartner sind bei diesen Geschäften dazu verpflichtet, die zum Zeitpunkt des Kontraktabschlusses vereinbarten Leistungen zum festgelegten Zeitpunkt zu erbringen. Ein Wahlrecht über die Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen besteht somit für beide am Geschäft beteiligten Parteien nicht. Dagegen zählen Optionen und Zinsbegrenzungsvereinbarungen (Caps, Floors, Collars) zu den $(1%"+:(" ]();%"+(>-.A=:(". Hier steht einer Vertragsseite das Recht zu, zwischen Erfüllung und Aufgabe des vereinbarten Geschäfts zu wählen. Da dieses Recht nur einem Vertragspartner zusteht und dieser sein Recht nur in einer ihm vorteilhaften Art und Weise wahrnehmen wird, ist sein Kontrahent, dem ein vergleichbares Recht nicht zusteht, ihm gegenüber be4 nachteiligt. Aus diesem Grunde wird der durch das der anderen Vertragspartei zustehende Wahlrecht benachteiligte Kontrahent den Vertrag nur dann abzu4 schließen bereit sein, wenn er für seine Benachteiligung entschädigt wird. Der für die Einräumung eines Wahlrechts zu zahlende Preis ist im Falle von Opti4 onsgeschäften zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zu entrichten. Eine weitere Differenzierung der Derivate kann schließlich danach erfolgen, ob die entsprechenden Kontrakte an einer ]();%"$D)>( 71() !*V()$D)>&%-. („"),# %-, 1"+2%,#“; OTC) gehandelt werden. An der einzigen deutschen 3%L "!"':();%"$D)>( +*#$A in Frankfurt sind zurzeit sowohl Futures als auch Optionen auf eine große Palette von Basiswerten zum Handel zugelassen. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,514 Durch die detaillierten Kontraktbedingungen der :+#,M kommt es zu einer Standardisierung der Handelsprodukte. Erst diese Standardisierung ermöglicht die Handelbarkeit der Instrumente an der Börse (Fungibilität). Die 5:!"1!)1%L >%()*"+ erfolgt hierbei insbesondere in • sachlicher Hinsicht (Festlegung des Basiswerts und der dem Kontrakt zugrunde liegenden Mengen und Qualitäten des Basiswertes sowie einheit4 licher Erfüllungskonditionen), • zeitlicher Hinsicht (Festlegung bestimmter Fälligkeitstermine), • räumlicher Hinsicht (Festlegung des Handelsortes und des Erfüllungsortes) und • persönlicher Hinsicht (Abschlüsse ausschließlich durch Börsenmitglieder). Bei Z]hL8()%6!:(" fehlt dagegen eine solche Standardisierung; die Kon4 traktdaten können frei vereinbart werden und lassen sich somit individuell („maßgeschneidert“) auf die Bedürfnisse der Vertragspartner abstimmen (vgl. Q(**2"$ 1996, S. 12). Derivative Finanzinstrumente wurden in der Regel als Sicherungsgeschäfte im Rahmen von -,./,4Geschäften entwickelt, um aus entsprechenden Grundge4 schäften drohende Preisänderungsrisiken, wie Zins4, Währungskurs4, Aktien4 kurs4 und Rohstoffpreisänderungsrisiko, zu vermindern oder zu eliminieren. Sie dienen aber nicht nur der 4%>%#7!$>%-.()*"+. Sie können auch als isolier4 te Positionen zum Zwecke der Erzielung von Erträgen aufgebaut werden; die4 se Positionen sind allerdings immer auch mit Verlustrisiken verbunden. !$>-.&*>> Die Zwecksetzung beim Einsatz von Derivaten liegt einerseits in der 5U(#*&!L :%7", d. h. der Absicht, einen kurzfristigen Gewinn zu erzielen. Da Derivate die Definition eines Finanzinstruments erfüllen (vgl. G?8 2007, S. 105), sind sie in diesem Fall der Gruppe der 3%"!"'%">:)*;(":( 1(> /!"1(&>$(>:!"1> zuzuordnen. Zu beachten ist dabei jedoch, dass die Handelsabsicht bereits bei Zugang des Derivats bestehen muss. Wird das Derivat zu Spekulationszwecken erworben, so ist es – wie alle ande4 ren Finanzinstrumente des Handelsbestands – gemäß § 340e Abs. 3 Satz 1 HGB sowohl bei Zugang als auch im Rahmen der Folgebewertung erfolgs4 wirksam zum $(%'*&(+("1(" W(%:?(): zu erfassen. Vor dem Inkrafttreten des BilMoG fanden die als schwebende Geschäfte ein4 zuordnenden derivativen Finanzinstrumente wegen des Grundsatzes der Bi4 lanzunwirksamkeit schwebender Geschäfte grundsätzlich keinen Eingang in Hauptbuchkonten. Nur bei drohenden Verlusten aus diesen schwebenden Ge4 schäften waren diese aufwandswirksam in einer „Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften“ auszuweisen. Eine vollständige Be4 rücksichtigung des gesamten Geschäfts erfolgte jedoch auch in diesem Fall nicht (vgl. Abschnitt 2.1.2.3.3.1). Mit der durch das BilMoG eingeführten Verpflichtung zur Bewertung der Fi4 nanzinstrumente des Handelsbestands zum beizulegenden Zeitwert ergibt sich auch für die hierunter fallenden derivativen Finanzinstrumente eine Pflicht zur buchhalterischen Erfassung im Hauptbuch und zur vollständigen Berücksich4 tigung im Jahresabschluss (vgl. B1-'#4& 2009, S. 229). 8()%6!:(, die zu ;!)#:+()(-.:(" M7"1%:%7"(" abgeschlossen werden, wei4 sen allerdings im Moment des Vertragsabschlusses einen Marktwert von null EUR auf, da die sich gegenüberstehenden Leistungsversprechen der bei4 den Vertragspartner den gleichen Wert aufweisen. Aus diesem Grund löst der ein Derivat begründende Vertragsabschluss in der Regel nach deutschem Handels4 und Steuerrecht keine Buchung und keine Bilanzierung aus. Bu4 chungs4 und Bilanzierungsverpflichtungen ergeben sich im Rahmen der Zu4 gangsbewertung eines Derivats nur, wenn 3"#=0.LC <)A;%("L 71() W%">'!.L &*"+(" >7?%( ()=7)1()&%-.( <()%71("!$+)("'*"+(" zu leisten sind oder wenn das Derivat ausnahmsweise zu nicht marktgerechten Konditionen abge4 schlossen wurde, was grundsätzlich mit einer buchhalterisch zu erfassenden Ausgleichszahlung einhergeht. Zu denken ist hier vor allem an das *@3$.2 und das 8"&&%%. @">3$.2, also die Ausgleichszahlung im Falle eines zu nicht marktgerechten Konditionen abgeschlossenen Swaps, die bei Ge4 schäftsabschluss oder am Laufzeitende zu leisten ist. Zu leisten hat diese Aus4 gleichszahlung derjenige Kontraktpartner, der – verglichen mit dem bei Ver4 tragsabschluss herrschenden Preisniveau – zu hohe Zahlungen erhalten wird Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,516 oder zu niedrige Zahlungen zu leisten hat. Diese Ausgleichszahlungen haben wirtschaftlich den gleichen Zweck wie ein Disagio bzw. ein Agio bei einem Kredit, dessen Nominalzins unter bzw. über dem Marktzins zum Zeitpunkt der Kreditvergabe liegt. Deswegen sind sie analog zu Agio und Disagio in der Periode des Vertragsabschlusses nicht in vollem Umfang erfolgswirksam zu erfassen. Im Falle eines +46&#"2% 4'O5,2%0 ist eine transitorische, im Falle ei4 nes H'**""2 4'O5,2%0 eine antizipative Rechnungsabgrenzung vorzunehmen; der jeweilige aktiv bzw. passiv ausgewiesenen Betrag ist pro rata temporis über die Laufzeit des Kontrakts erfolgswirksam aufzulösen (vgl. G(,/ 2003b, S. 2594260 und B1-$'#C 2006, S. 1084111 m. w. N.). Soweit der Marktwert bei Vertragsabschluss wegen marktgerechter Konditio4 nen null EUR beträgt, entspricht ein positiver Marktwert am folgenden Ab4 schlussstichtag einerP!)#:?():>:(%+()*"+. Sie ist nach § 340e Abs. 3 Satz 1 HGB durch aktivischen Ansatz des Derivats in der Bilanz sowie durch Er4 tragserfassung in der Gewinn4 und Verlustrechnung zu berücksichtigen. An den folgenden Abschlussstichtagen ist eine entsprechende erfolgswirksame Veränderung des Wertansatzes vorzunehmen. Soweit der Marktwert bei Vertragsabschluss wegen marktgerechter Konditio4 nenvereinbarungen null EUR beträgt, entspricht ein negativer Marktwert am folgenden Abschlussstichtag einer P!)#:?():6()>-.&(-.:()*"+. Diese Marktwertverschlechterung ist durch passivischen Ansatz des Derivats in der Bilanz sowie durch eine entsprechende Aufwandserfassung in der Gewinn4 und Verlustrechnung zu berücksichtigen. An den folgenden Abschlussstichtagen ist eine entsprechende erfolgswirksame Veränderung des Wertansatzes vorzuneh4 men. Ergibt sich also an einem späteren Abschlussstichtag ein noch geringerer Marktwert, so entspricht die Marktwertverschlechterung der Differenz der Marktwerte an den beiden aufeinander folgenden Abschlussstichtagen. Trotz der beschriebenen Behandlung der Derivate im Hauptbuch sind alle De4 rivate mit allen relevanten Geschäftsdaten (vgl. dazu &%,2 Kreditinstitute sind darüber hinaus nach den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) verpflichtet, alle Handelsgeschäfte und somit auch Geschäfte in Derivaten, die zu Handelszwecken getätigt wurden, unver4 züglich nach Geschäftsabschluss mit allen maßgeblichen Abschlussdaten zu erfassen sowie bei der Ermittlung der jeweiligen Position zu berücksichtigen (vgl. G'S(2 2007, S. 21). Bei Erfüllung, also bei Beendigung des Schwebezu4 standes, sind die Geschäfte auf den Haupt4 und Einzelkonten zu buchen (valu4 tagerechte Buchung). Diese Vorgehensweise entspricht im Grundsatz den Vorgaben, die das damalige G<7#,. den Kreditinstituten im Zusammenhang mit dem damals eingeführten Grundsatz Ia 1975 (als Reaktion auf den Zu4 sammenbruch des Bankhauses F; 3; 9,#0%'%% 7D'<, Köln) für Termingeschäf4 te in Devisen und Edelmetallen gemacht hat. Die zweite mit Derivaten verbundene Zwecksetzung ist die Absicherung offe4 ner Positionen, die Absicherung von Zahlungsströmen oder zukünftigen Transaktionen. Werden Derivate zu F$>%-.()*"+>'?(-#(" gehalten, so stel4 len sie regelmäßig einen Teil einer Bewertungseinheit i. S. d. § 254 HGB dar und sind in der in Abschnitt 4.1.7.2 beschriebenen Weise zu behandeln. Einschränkend ist allerdings auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass Derivate in der %":()"(" 4%>%#7>:(*()*"+ zu Absicherungszwecken gehalten werden, dass diese aber "%-.: die Kriterien einer Bewertungseinheit nach § 254 HGB erfüllen, bspw. weil die Wahrscheinlichkeit einer abgesicherten zukünftigen Transaktion zu gering ist. In Ermangelung der Handelsabsicht dürfen diese Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,518 Derivate – im Unterschied zu den IFRS – dann auch nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Für sie gelten die allgemeinen Bewertungsvor4 schriften gemäß dem Realisations4 und Imparitätsprinzip. Insbesondere ist bei Derivaten als schwebende Geschäfte der Grundsatz der Nichtbilanzierung schwebender Geschäfte von Bedeutung, so dass keine bilanzielle Erfassung dieser zu Absicherungszwecken gehaltenen Derivate erfolgt. J9[9n9I 8%( ()%-.:()>:!::*"+ %" F".!"+ *"1 Y!+($()%-.: Das HGB und die RechKredV enthalten spezielle Vorschriften zu F".!"+L !"+!$(" in Bezug auf Derivate, die in Abschnitt 5.1.3.3 ausführlich darge4 stellt werden. Nach den Empfehlungen des G+2.,0),#H'2.,0 .,+%01-,# G'2=,2 ,; !; sollen die Kreditinstitute ihren Anhang darüber hinaus um qualitative und quantitati4 ve Angaben ergänzen. Zu den empfohlenen =)(%?%&&%+(" e*!":%:!:%6(" F"L +!$(" zählen insbesondere Angaben über • Kontraktvolumina und Fristigkeiten, • Marktwerte, • Adressenrisiken sowie • Marktrisiken ()'*+,6'%6#(0=). Bezüglich der nach Fristigkeiten zu gliedernden Kreditvolumina und der Ad4 ressenrisiken schlägt der G+2.,0),#H'2. .,+%01-,# G'2=,2 ,; !; in Anlehnung an § 36 und § 9 Abs. 2 RechKredV die in F'M f> > M f> I&11) E60)#' #)"' 0%#%J/ T%"#<)*/4)") H)#,-5+$) Forward Rate Agreements Zins6Swaps (gleiche Währung) Zinsoptionen: Käufe Zinsoptionen: Verkäufe 666 OTC Sonstige Zinskontrakte Zins6Futures 666börsen6 gehandelt Zinsoptionen 666 [5-0&"4#<)*/4)") H)#,-5+$) Devisentermingeschäfte Cross Currency Swaps Devisenoptionen: Käufe Devisenoptionen: Verkäufe 666 OTC Sonstige Devisenkontrakte Devisen6Futures 666börsen6 gehandelt Devisenoptionen 666 EJ$%)"'g!"6)h<)*/4)") H)#,-5+$) Aktien6/Index6Swaps Aktien6/Index6Optionen: Käufe Aktien6/Index6Optionen: Verkäufe 666 OTC Sonstige Aktien6/Index6Kontrakte Aktien6/Index6Futures 666börsen6 gehandelt Aktien6/Index6Optionen 666 I/"#$%4) H)#,-5+$) EdelmetallgeschäfteOTC Sonstige Geschäfte Futures 666börsen6 gehandelt Optionen 666 Y G+2.,0),#H'2. .,+%01-,# G'2=,2 ,; !; Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,520 Das F20%(%+% .,# Q(#%01-'&%04#@&,# hat in seinem Rechnungslegungsstandard F3Q RS 9S< 1: „Aufstellung des Lageberichts“ ausführlich zum Inhalt des Lageberichts Stellung bezogen und im Anhang des Standards eine Sammlung möglicher Berichtsgegenstände aufgelistet, die der Praxis bei der Aufstellung des Lageberichts als Anhaltspunkt dienen sollen. Im Hinblick auf Finanzderi4 vate sind dabei die in /%4;,/ ?=8) @6#$4%?,/ – Finanzierungsstrategie, Entwicklung der Kreditpolitik – Strategien zur Absicherung gegen Währungs6, Zins6 und Kursrisiken – Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten :) *%$+',--./0 1,$ A%0, B,$;C0,/+-%0, – Angaben zum nicht ausgewiesenen Vermögen, z. B. bilanzunwirksame Finanzinstrumente D) E&/8,&+, %." 8,+,/'-&34, F&+&9,/ 1,$ 9G/"'&0,/ 7/'8&39-./0 – Wirtschaftliche Bestandsgefährdungspotenziale – Angaben über die voraussichtliche Entwicklung der Zahlungsfähigkeit – Langfristig sich abzeichnende Vermögensverluste – Sonstige Risiken mit besonderem Einfluss auf die Vermögens6, Finanz6 und Ertragslage :)*;(":( %" *-.=E.)*"+ *"1 X!.)(>!$>-.&*>> J9[9n9J9[ 37)?!)1 4!:( F+)((;(":> Z;T;e;Z;T;T S"#$'#. P'%, %C*(1-,0 Das Forward Rate Agreement (FRA), ein unbedingtes Zinstermingeschäft, unterliegt einer %"1%6%1*(&&(" G():)!+>!*>+(>:!&:*"+ zwischen den Kon4 traktpartnern (vgl. zum Folgenden G(,/U7+Y5'+* 2009b, S. 3104324). Da kei4 ne Börse dem Handel zwischengeschaltet ist, wird die außerbörsliche Verein4 barung _%)$# 2!$ 1%*.2$# OZ]hQ` gehandelt. Insbesondere im internationalen Handel und zwischen Kreditinstituten findet das Forward Rate Agreement aufgrund relativ starker Zinsschwankungen und daraus resultierender Kurs4 schwankungen am Geld4 und Kapitalmarkt großes Interesse. Die Kontrakt4 partner eines Forward Rate Agreements sind bemüht, ihre sich aus Zins4 und damit verbunden auch Kursschwankungen ergebenden Risiken auszuschalten oder zumindest soweit möglich einzuschränken. Durch die individuelle Aus4 gestaltung des Kontraktes ist das FRA ein maßgeschneidertes Instrument zur Absicherung von Zinssatzänderungen in der Zukunft. Konkret vereinbaren die Vertragspartner eines Forward Rate Agreements am Abschlusstag • einen festen Zinssatz (FRA4Satz), • einen bestimmten Kapitalbetrag, der aber in keinem Fall zwischen den Ver4 tragspartnern ausgetauscht werden soll, sondern ausschließlich als Basis zur Berechnung einer Ausgleichszahlung dient, • einen festgelegten Anfangstermin der Verzinsung in der Zukunft (0,%%*,6 5,2% .'%,), • eine bestimmte, mit diesem Termin beginnende Laufzeit (Zinsperiode bzw. FRA4Laufzeit), • einen Referenzzins, der das Marktzinsniveau der vereinbarten FRA4 Laufzeit in der jeweiligen Währung widerspiegelt (bei Kontrakten in EUR in der Regel einen EURIBOR4Satz). Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,522 Z;T;e;Z;T;T;W 3(, E(,*, .,# !,#%#'/04'#%2,# Eine Unternehmung A beabsichtigt bereits heute, in einem späteren Zeitpunkt, z. B. in drei Monaten, einen Kredit in einem bestimmten Umfang aufzuneh4 men bzw. einen in drei Monaten in seiner Zinsbindung auslaufenden Kredit zu verlängern. Sie möchte sich bereits heute die derzeitigen Zinsen für einen be4 stimmten, meist kurzfristigen Zeitraum in der Zukunft, z. B. für sechs Monate, allerdings erst beginnend in drei Monaten, sichern. Es soll also das Risiko, dass sich in drei Monaten die Zinssituation für die Unternehmung verschlech4 tert haben wird, d. h. dass die Zinsen gestiegen sein werden, ausgeschaltet werden. Mit der Sicherung der heutigen Zinsen ist allerdings zwingend ver4 bunden, dass auch die Chance einer zukünftigen Zinssenkung nicht genutzt werden kann. Unternehmung A, der als MA*=() eines FRA bezeichnete Vertragspartner, 6()U=&%-.:(: sich, den Kapitalbetrag (die R%"&!+() zu den vereinbarten Bedin4 gungen gedanklich zu E$()"(.;(". Sie tritt quasi als (zukünftiger) Kredit4 nehmer auf, wobei sie einen festen Zinssatz zu zahlen hat. Käufer eines FRA = = Schuldner des Festzinssatzes (FRA4Satz) „Festzinszahler“ Eine andere Unternehmung B möchte in drei Monaten bis dahin zugeflossene liquide Mittel für sechs Monate verzinslich anlegen oder aber eine in drei Monaten auslaufende Geldanlage für weitere sechs Monate verlängern. Auch diese Unternehmung möchte sich die heutigen Zinsen sichern und damit der Gefahr entgegenwirken, dass die Zinsen in drei Monaten niedriger sein wer4 den als heute. Dabei muss sie allerdings akzeptieren, dass die Chance der Zinserhöhung nicht genutzt werden kann. Unternehmung B tritt als G()#A*=() des FRA auf, der sich 6()U=&%-.:(:, den Kapitalbetrag (die R%"&!+() zu den vereinbarten Bedingungen gedanklich zu &(%>:(". Sie tritt quasi als (zukünftiger) Kreditgeber bzw. Anleger auf, wobei sie Gläubiger eines festen Zinssatzes ist. Verkäufer eines FRA = = Gläubiger des Festzinssatzes (FRA4Satz) „Festzinsempfänger“ Beide Unternehmungen werden (voraussichtlich) in drei Monaten die (%+(":&%L -.( M)(1%:!*="!.;( OFQ $'?9 0(&1!"&!+( O Q für sechs Monate am Finanz4 markt :!:>A-.&%-. '* 1(" 1!"" .())>-.("1(" W%">$(1%"+*"+(" 67)"(.;(". Wenn beide Unternehmungen bereits heute ein entsprechendes FRA abschlie4 ßen, so erhalten bzw. leisten sie in drei Monaten eine Ausgleichszahlung, die von der Entwicklung des Referenzzinssatzes abhängig ist. Die F*>+&(%-.>L Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 523 '!.&*"+ erhält derjenige FRA4Partner, für den sich am Finanzmarkt im Hin4 blick auf sein Grundgeschäft die Situation gegenüber dem Zeitpunkt des Ab4 schlusses des FRA verschlechtert hat (vgl. FRA6Satz (Marktzinssatz; (vereinbart) 6 Monate) ⇒ B zahlt an A Differenz (EURIBOR – FRA6Satz) In 3 Monaten gelte: EURIBOR < FRA6Satz (Marktzinssatz; (vereinbart) 6 Monate) ⇒ A zahlt an B Differenz (FRA6Satz – EURIBOR) A: Kreditaufnahme am Markt zu EURIBOR – Zahlung von B (EURIBOR – FRA6Satz) = effektive Zinszahlung: FRA6Satz A: Kreditaufnahme am Markt zu EURIBOR + Zahlung an B (FRA6Satz – EURIBOR) = effektive Zinszahlung: FRA6Satz B: Geldanlage am Markt zu EURIBOR – Zahlung an A (EURIBOR – FRA6Satz) = effektive Verzinsung der Anlage: FRA6Satz B: Geldanlage am Markt zu EURIBOR + Zahlung von A (FRA6Satz – EURIBOR) = effektive Verzinsung der Anlage: FRA6Satz !*>+&(%-.>'!.&*"+ '* &(%>:(". Die Laufzeit der fiktiven Geldanlage – und damit auch die Zinsperio4 de – ist die Differenz zwischen neun und drei Monaten, somit sechs Monate, d. h., während dieser sechs Monate in der Zukunft findet eine Verzinsung des zugrunde liegenden Kapitalbetrags statt. Die Gesamtlaufzeit beträgt schließ4 lich neun Monate (Summe aus Vorlaufzeit und Laufzeit des Vertrags). Wie +(:!*>-.: wird, d. h. keine effektive Erfüllung des Vertrages erfolgt. Es besteht keine Verpflichtung, das Kapital zu liefern oder bereitzustellen. Der vereinbarte Kapitalbetrag dient vielmehr lediglich zur Berechnung einer Ausgleichszahlung, die vergleichbar mit dem 1'0- 0,%%6 *,5,2% eines Zins4Futures ist. Das 1'0- 0,%%*,5,2% eines Zins4Futures ist der monetäre Ausgleich des Kontraktes am Liefertag, falls der Future tatsächlich erfüllt und nicht vorzeitig glattgestellt wird. Der zeitliche Ablauf einer FRA4Vereinbarung und deren Erfüllung soll mittels des Beispiels FRA 349 anhand von $:)D ,()- ,()- ,()t '"2$ (Zeitpunkt t4), finden keine Zahlungen mehr statt, dieser Termin dient lediglich zur Bestimmung der Zinsperiode, d. h., FRA4Laufzeit = Zeitraum zwischen 0,%%*,5,2% .'%, und 5'%+#(%O .'%,. Die Ausgleichszahlung ist der einzige Cashflow, der beim Forward Rate Agreement anfällt; er gewährleistet, dass sowohl Käufer als auch Verkäufer so gestellt werden, als hätten sie die Einlage zu den vereinbarten Konditionen effektiv übernommen bzw. geleistet. Dies geschieht dadurch, dass eine auf das 0,%%*,5,2% .'%, abgezinste Kompensationszahlung in Höhe der Zinsdifferenz zwischen vereinbartem FRA4Satz und Referenzzinssatz ermittelt wird. Die Ausgleichszahlung entspricht dem Ausgleichsbetrag, der nachschüssig für die Zinslaufzeit errechnet und dann auf das 0,%%*,5,2% .'%, abgezinst wird. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die effektive Zinszahlung für eine Einlage normalerweise während oder am Ende der Zinslaufzeit, hier also am 5'%+#(%O .'%,, erfolgt. Für die Berechnung der Ausgleichszahlung sind von der G#(%(0- G'2=,#0 <06 0"1('%("2 einheitliche Richtlinien (FRABBA Terms) entwickelt worden. Da4 nach ergibt sich die Höhe der Ausgleichszahlung A durch eine Verzinsung des Kapitalbetrags K mit der Differenz zwischen dem aktuellen Referenzzins4 satz iR und dem FRA4Satz iFRA für die vereinbarte FRA4Laufzeit in Ta4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,526 gen TFRA und der anschließenden linearen Abzinsung auf den Beginn der FRA4Laufzeit (0,%%*,5,2% .'%,) mit dem Referenzzinssatz iR. Der Zinsberech4 nung liegt die 365/3604Tage Methode zugrunde. Diese Methode beinhaltet die taggenaue, kalendermäßige Berechnung der Laufzeit und bezieht diese auf 360 Zinstage im Jahr. Die sich ursprünglich ergebende Formel ( ) 360 T i+1 360 Ti4iK =A FRA R FRA FRAR ⋅ ⋅⋅ . lässt sich umformen zu FRAR FRAFRAR Ti+360 T)i4(iK=A ⋅ ⋅⋅ . Z;T;e;Z;T;T;_ G,(04(,* Mit dem Forward Rate Agreement sichert man sich vor einer ungünstigen Zinsentwicklung in der Zeit zwischen Vertragsabschluss und &(M(2/ .'%,. Die durch die Zinsausgleichszahlung für beide Kontraktpartner erreichte Zinsabsi4 cherungswirkung entsprechend der in >!:' !; 3%\%"+ 8!:( E$() 1(; 34FL5!:' &%(+: O[9 3!&&Q. Hier kann der Käufer Mittel lediglich zum höheren Marktzinssatz (64Monats4EURIBOR) aufnehmen. Für ihn besteht die Absicherung dem4 nach darin, dass er mit dem Verkäufer einen niedrigeren Zinssatz vereinbart hatte und er den Überhang vom FRA4Zins zum Marktzinssatz nun vom Ver4 käufer vergütet bekommt. Umgekehrt &(%>:(: der MA*=() die Ausgleichszahlung dann an den Verkäufer, wenn der 4(=()("''%">>!:' !; 3%\%"+ 8!:( *":() 1(; 34FL5!:' &%(+: OB9 3!&&Q. Der Verkäufer kann den Kapitalbetrag, der dem Kontrakt zugrunde liegt, in diesem Fall nämlich nur zum niedrigeren Marktzinssatz (64Monats4 EURIBOR) tatsächlich anlegen, hatte aber („glücklicherweise“) mit dem Käu4 fer die Verzinsung zum höheren FRA4Satz vertraglich vereinbart, weshalb er jetzt diesen Ausgleichsbetrag zwischen FRA4Zins und Marktzinssatz vom Käufer vergütet bekommt. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 527 7$"%++./0+?,-,0H E5/1-,$'&39,' H)#,-5+$#80$S ?2E B'P Abschlussdatum / Wertstellung 30.01.01/01.02.01 Name des Kontrahenten B6Bank AG Kauf/Verkauf Kauf Gesamtlaufzeit 01.02.01 6 01.11.01 Zinslaufzeit 01.05.01 6 01.11.01 Nominalbetrag 50 Mio. EUR Basiszinssatz (Festsatz) 5,0000 % Referenzzinssatz 66Monats6EURIBOR Zuordnung zum Handels6 bestand, zur Liquiditätsreserve oder zum Anlagevermögen (subjektive Zweckbestimmung) Handelsbestand Geschäftsdaten gemäß § 238 Abs. 1 HGB ggf. Bewertungseinheits6 nummer (Angabe des Grundgeschäfts) 66 Transaktionsnummer (ticket) 040508 Händler / Gesprächspartner Mustermann Uhrzeit des Abschlusses 09:20 Kontoverbindung .... Daten für internes Rechnungs6 wesen/ Abwicklung/ Kontrolle Nebenabreden keine 2.*,#%(1=,% .,0 C+/#+2., *(,/,2.,2 S"#$'#. P'%, DK>DF 7)4%"" 6)0 9/0@8&+*)%$ (2 Tage nach Vertrags6 abschluss) DF>DM>DF I)$$@)1)"$ U8$) (2 Tage nach Fixing Date) DF>FF>DF `8$&0%$j U8$) 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 Gesamtlaufzeit BF>FK>DF E<#,-@&###$%,-$84 1. Fall: 66Monats6EURIBOR am Fixing Date: 5,75% > FRA6Satz +&,#0\ Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,528 ()(-."*"+ 1() F*>+&(%-.>'!.&*"+ =E) 1!> %" D880&'*.= EF O59 cBpQ 1!)L +(>:(&&:( (%>U%(&j [9 3!&&j 64Monats4EURIBOR am S(M(2/ 3'%, 5,75 % > FRA4Satz Berechnung der Ausgleichszahlung des FRA4Verkäufers an den FRA4Käufer: 186.195 1840,0575+360 1840,0500)6(0,057550.000.000 ≈ ⋅ ⋅⋅ B9 3!&&j 64Monats4EURIBOR am S(M(2/ 3'%, 4,00 % < FRA4Satz Berechnung der Ausgleichszahlung des FRA4Käufers an den FRA4Verkäufer: 250.4366 1840,0400+360 1840,0500)6(0,040050.000.000 ≈ ⋅ ⋅⋅ Z;T;e;Z;T;W 3(, &%0'H01-*+00 Wurde ein Forward Rate Agreement zu ;!)#:+()(-.:(" M7"1%:%7"(" abge4 schlossen, so entsprechen sich bei Vertragsabschluss die Barwerte der in der Zukunft liegenden Leistungen und Gegenleistungen; der Marktwert des For4 Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 529 ward Rate Agreements ist damit gleich null EUR. Folglich kommt es beim Abschluss eines FRA zu Marktkonditionen zu diesem Zeitpunkt zu keinen Zahlungen zwischen den Kontraktpartnern und demnach auch zu keiner buch4 halterischen Erfassung im Hauptbuch. Das Forward Rate Agreement ist ledig4 lich mit allen bewertungsrelevanten Daten in der S($("$*-..!&:*"+ in Vor4 merk4 oder Memokonten zu erfassen. Z;T;e;Z;T;W;W;W 3,# E'-*+2/0)"#/'2/ '5 B,%%*,5,2% 3'%, Der Schwebezustand des Kontrakts endet mit der Zahlung bzw. dem Erhalt der Ausgleichszahlung am 0,%%*,5,2% .'%,, deren Höhe nach der in Ab4 schnitt 4.1.8.4.1.1.4 dargestellten Formel zu ermitteln ist. Sie ist in voller Hö4 he erfolgswirksam (vgl. N#'-*UK'+5'22 2000, S. 54455). Strittig ist, in welchen Positionen der Gewinn4 und Verlustrechnung Nicht4 Kreditinstitute diese Erfolgsbeiträge auszuweisen haben. Wurde das FRA, wie in Abschnitt 4.1.8.4.1.2.2 angenommen, unter rein spekulativen Gesichtspunk4 ten abgeschlossen, so besitzt die Ausgleichszahlung keinen Zinscharakter. Der Erfolgsausweis hat in diesem Fall in den Positionen „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ bzw. „Sonstige betriebliche Erträge“ zu erfolgen (vgl. B1-'#4&UL+C 2000, S. 530). Dagegen stellen bei FRA, die zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos ab4 geschlossen wurden, die Ausgleichszahlungen letztlich Zinszahlungen dar. In diesem Fall ist ein Erfolgsausweis unter den Positionen „Zinsen und ähnliche Erträge“ bzw. „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ vorzuziehen (vgl. B1-'#4&UL+C 2000, S. 530). Bei M)(1%:%">:%:*:(" fließen die Erfolgsbeiträge in die Positionen „Nettoer4 träge des Handelsbestands“ bzw. „Nettoaufwand des Handelsbestands“ (GuV4 Position 7) ein, sofern es sich bei den Forward Rate Agreements um spekula4 tive Geschäfte handelt. Steht ein Kontrakt dagegen im Zusammenhang mit dem Zinsmanagement des Kreditinstituts, so ist auch hier wegen des Zinscharakters der Ausgleichszah4 lung ein Ausweis unter den „Zinserträgen“ bzw. „Zinsaufwendungen“ ange4 zeigt; damit wirkt sich die Ausgleichszahlung in derselben GuV4Position aus, in der auch die Erfolgswirkung des Gegengeschäfts erfasst wird. Z;T;e;Z;T;W;W;V 3(, G,-'2.*+2/ '5 -.&*>>>:%-.:!+ %" 1() G7)&!*='(%:, so führte das zu diesem Zeitpunkt im Schwebezustand befindliche Forward Rate Agreement 67) In4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,530 krafttreten des BilMoG wegen des Grundsatzes der Bilanzunwirksamkeit schwebender Geschäfte nur im Falle einer am Abschlussstichtag drohenden Zahlungsverpflichtung aus dem FRA zur erfolgsmindernden Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. S!-. Inkrafttreten des BilMoG hat sich die Situation völlig verändert. Wurde das FRA aus )(%" >U(#*&!:%6(" 0(>%-.:>U*"#:(" abgeschlossen, so erfolgt aufgrund der Zurechnung des FRA zu den Finanzinstrumenten des Handels4 bestands nun eine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und somit eine Erfassung des Kontrakts im Jahresabschluss. Demnach ist für den Fall, dass der Kontrakt infolge einer für den Bilanzierenden günstigen Entwicklung des Referenzzinssatzes den Erhalt einer Ausgleichszahlung er4 warten lässt und somit einen positiven Marktwert besitzt, ()=7&+>().D.("1 eine Aktivposition und in dem Fall einer ungünstigen Entwicklung des Refe4 renzzinssatzes, die die Leistung einer Ausgleichszahlung befürchten lässt und somit einen negativen Marktwert aufweist, ()=7&+>;%"1()"1 eine Passivposi4 tion zu bilden. Der Marktwert eines schwebenden FRA am Abschlussstichtag entspricht dem Betrag, zu dem der Bilanzierende am Abschlussstichtag seine offene Risiko4 position mit einem gegenläufigen FRA mit derselben FRA4Laufzeit, demsel4 ben 0,%%*,5,2% .'%,, Kapitalbetrag und Referenzzinssatz schließen kann. Er wird mit der Formel zu Berechnung der Ausgleichszahlung ermittelt, indem anstelle des am Abschlussstichtag noch unbekannten Referenzzinssatzes iR an dem erst im folgenden Geschäftsjahr liegenden &(M(2/ .'%, der FRA4Satz des potenziellen Gegengeschäfts eingesetzt wird. Die sich hierbei ergebende Zins4 ausgleichszahlung ist anschließend noch mit dem für den verbleibenden Teil der Vorlaufperiode gültigen Geldmarktzinssatz auf den Abschlussstichtag zu diskontieren. Den dargestellten Sachverhalt behandelt folgendes (%>U%(&: Eine Unter4 nehmung schließt am 28.11.01 als Käufer ein FRA 349 über 20 Mio. EUR (FRA4Satz: 5,0 %) ab. Am Abschlussstichtag 31.12.01 könnte diese offene Position durch den Kauf eines gegenläufigen FRA 248 über 20 Mio. EUR ge4 schlossen werden. Der FRA4Satz betrage hier 4,25 %, der 24Monats4 EURIBOR am Abschlussstichtag 4,5 % (siehe dazu auch >%6U7>%:%7" ergibt sich aufgrund der folgenden Überle4 gungen: Unter Zugrundelegung des am Abschlussstichtag gültigen FRA4Satzes des möglichen Gegengeschäfts (4,25 %) müsste die Unternehmung am 0,%%*,5,2% .'%, eine F*>+&(%-.>'!.&*"+ in Höhe von Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 531 EUR70,036.75 1840,0425+360 184)05,00425,0(000.000.20=A −= ⋅ ⋅−⋅ &(%>:(". Da dieser Betrag aber erst in zwei Monaten am 0,%%*,5,2% .'%, fällig wird, ist noch eine lineare Abzinsung dieses Betrages mit dem 24Monats4 EURIBOR am Abschlussstichtag (4,5 %) auf den Abschlussstichtag vorzu4 nehmen. EUR36,487.74 360 590,0451 EUR70,036.75=31.12.01amMarktwert −= ⋅+ − In dieser Höhe ist eine Passivposition zu bilden und ein entsprechender Auf4 wand in der GuV4Position 7: „Nettoertrag bzw. Nettoaufwand des Handelsbe4 stands“ zu verrechnen. %:%7" in Höhe der ()?!):(:(" und auf den Abschlussstichtag abgezinsten F*>+&(%-.>'!.&*"+ und ein entsprechender R):)!+ in der GuV4 Position 7: „Nettoertrag bzw. Nettoaufwand des Handelsbestands“ auszuwei4 sen ist. Die Verwendung des FRA4Satzes eines potenziellen Gegengeschäfts zur Er4 mittlung des Marktwertes des Kontrakts ist nur dann zulässig, wenn sich die Quotierung auf einem ausreichend liquiden Markt ergibt und damit gewähr4 leistet ist, dass es sich bei dem FRA4Satz um einen fairen Marktwert handelt. – dem Käufer drohende Ausgleichszahlung Vorlaufzeit FRA6Laufzeit/Zinslaufzeit Zeit FR A 6Z in ss ät ze in % p. a. V)0)%"<80$)0?2E'I8$* DF>FK>DF 7)4%"" 6)0 9/0@8&+*)%$ (2 Tage nach Vertragsabschluss) DF>DB>DK +,''-,;,/' 1%', (2 Tage nach I:J:+< ,()-) DF>DP>DK ;%'.$&'I 1%', 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 Gesamtlaufzeit BF>FK>DF E<#,-@&###$%,-$84 Abzinsung mit Geldmarktzinssatz FRA6Satz des Gegengeschäfts am Bilanzstichtag: 4,25 % < FRA6Satz Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,532 Liegen keine geeigneten Marktquotierungen vor, so muss der faire FRA4Satz mithilfe der am Abschlussstichtag geltenden Zinsstrukturkurve ermittelt wer4 den. Dies gilt auch für den Fall, dass der Erfüllungstag des (Ursprungs4)FRA kein Monatsultimo ist, weil Marktquotierungen in der Regel nur für solche Kontrakte existieren, deren 0,%%*,5,2% .'%, auf ein Monatsende fällt. Höhe und Richtung der am 0,%%*,5,2% .'%, :!:>A-.&%-. '* &(%>:("1(" F*>L +&(%-.>'!.&*"+ ist abhängig von der Zinssituation am &(M(2/ .'%,. Lag – wie hier angenommen – der F$>-.&*>>>:%-.:!+ %" 1() G7)&!*='(%: und ist nun %" 1() 37&+(U()%71( (%"( F*>+&(%-.>'!.&*"+ '* &(%>:(", so führt diese Aus4 gleichszahlung in voller Höhe zu einem Liquiditätsabfluss. Die Erfolgs4 wirkung in der Zahlungsperiode ist jedoch auch von der Zinssituation am vor4 angegangenen Abschlussstichtag abhängig. (1) Wurde am vorangegangenen Abschlussstichtag aufgrund der damals herr4 schenden Zinssituation erwartet, dass eine F*>+&(%-.>'!.&*"+ '* &(%>:(" sein wird und wurde dementsprechend erfolgsmindernd eine entsprechen4 de Passivposition für das FRA gebildet, so ist das nun durch die Aus4 gleichszahlung erfüllte FRA auszubuchen. In der Zahlungsperiode wird die 8%==()("' '?%>-.(" 1() >(%:.()%+(" U!>>%6(" 34FL<7>%:%7" *"1 1() :!:>A-.&%-. '* &(%>:("1(" F*>+&(%-.>'!.&*"+ ()=7&+>?%)#>!;. Liegt die F*>+&(%-.>'!.&*"+ E$() 1() auszubuchenden 34FL<7>%:%7", so belastet nur die 8%==()("' der beiden Beträge als F*=?!"1 die Zahlungsperiode. Der Rest, nämlich der Betrag der ausgebuchten FRA4Position wurde be4 reits im Vorjahr erfolgsmindernd gebucht. Liegt dagegen die F*>+&(%-.>L '!.&*"+ *":() 1() auszubuchenden 34FL<7>%:%7", so wird in der Zah4 lungsperiode in Höhe der 8%==()("' ein R):)!+ gebucht, da die in der Vorperiode vorgenommene Aufwandsverrechnung sich nun als zu hoch erwiesen hat. Alle Erfolgsbuchungen erfolgen in der GuV4Position 7: „Nettoertrag bzw. Nettoaufwand des Handelsbestands“; dies gilt auch für die folgenden Fallkonstellationen. (2) Ist eine Ausgleichszahlung zu leisten, wurde aber am vorangegangen Ab4 schlussstichtag mit dem W*+!"+ (%"() F*>+&(%-.>'!.&*"+ gerechnet und dementsprechend erfolgserhöhend eine Aktivposition für das FRA gebil4 det, so ist auch hier das durch die Ausgleichszahlung erfüllte FRA auszu4 buchen. Unter dieser Annahme wird in der Zahlungsperiode die 5*;;( !*> 1(; %; G7)T!.) !#:%6%():(" $(%'*&(+("1(" W(%:?(): 1(> 34F *"1 1() %" 1%(>(; X!.) '* &(%>:("1(" F*>+&(%-.>'!.&*"+ ()=7&+>;%"1()"1 gebucht. Die Zahlungsperiode trägt als Aufwand also nicht nur den Betrag der tatsächlich zu leistenden Ausgleichszahlung, sondern zusätzlich die „Rückgängigmachung“ des in der Vorperiode vorgenommenen Ertrags4 ausweises. Lag der F$>-.&*>>>:%-.:!+ %" 1() G7)&!*='(%: und ().A&: man %" 1() 37&+(L U()%71( (%"( F*>+&(%-.>'!.&*"+, so führt diese Ausgleichszahlung in voller Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 533 Höhe zu einem Liquiditätszufluss. Für die Erfolgswirkung in der Zahlungs4 periode ist auch hier die Zinssituation am vorangegangenen Abschlussstichtag mitentscheidend. (1) Erwartet man am vorangegangen Abschlussstichtag, eine F*>+&(%-.>'!.L &*"+ &(%>:(" zu müssen, so wurde erfolgsmindernd eine entsprechende Passivposition gebildet. Diese Passivposition ist nun nach Erfüllung des FRA durch die Ausgleichszahlung auszubuchen. Unter dieser Annahme wird in der Zahlungsperiode die 5*;;( !*> 1(; %; G7)T!.) U!>>%6%()L :(" $(%'*&(+("1(" W(%:?(): 1(> 34F *"1 1() %" 1%(>() <()%71( ().!&L :("(" F*>+&(%-.>'!.&*"+ ()=7&+>().D.("1 gebucht. Die Zahlungsperio4 de weist als Ertrag nicht nur den Betrag der tatsächlich zugeflossenen Ausgleichszahlung aus, sondern zusätzlich die „Rückgängigmachung“ der in der Vorperiode vorgenommenen Aufwandsverrechnung. (2) Erhält man eine Ausgleichszahlung und wurde schon !; 67)!"+(+!"+(L "(" F$>-.&*>>>:%-.:!+ ;%: 1(; W*+!"+ (%"() F*>+&(%-.>'!.&*"+ +(L )(-."(:, so wurde zu diesem Zeitpunkt erfolgserhöhend eine Aktivpositi4 on für das FRA gebildet, die nun nach Erfüllung des FRA durch die Aus4 gleichszahlung auszubuchen ist. In der Zahlungsperiode wird die 8%==(L )("' '?%>-.(" 1() >(%:.()%+(" !#:%6(" 34FL<7>%:%7" *"1 1() :!:>A-.L &%-. '*+(=&7>>("(" F*>+&(%-.>'!.&*"+ ()=7&+>?%)#>!;. Liegt die F*>L +&(%-.>'!.&*"+ E$() 1() auszubuchenden 34FL<7>%:%7", so wirkt nur die 8%==()("' der beiden Beträge ()=7&+>().D.("1. Der Rest, nämlich der Be4 trag der ausgebuchten FRA4Position, wurde bereits im Vorjahr erfolgser4 höhend gebucht. Liegt dagegen die F*>+&(%-.>'!.&*"+ *":() 1() auszu4 buchenden 34FL<7>%:%7"C so wird in der Zahlungsperiode in Höhe der 8%==()("' ein F*=?!"1 gebucht, da die in der Vorperiode vorgenommene Ertragsverrechnung sich nun als zu hoch erwiesen hat. Der Schwebezustand des Kontrakts endet mit der Leistung der Ausgleichszah4 lung durch einen der beiden Kontraktpartner am 0,%%*,5,2% .'%,. Liegt der F$>-.&*>>>:%-.:!+ %" 1() 34FLY!*='(%:C also nach dem 0,%%*,5,2% .'%,, aber vor dem 5'%+#(%O .'%,, so sind im abgeschlossenen Geschäftsjahr sämtliche aus dem Forward Rate Agreement resultierenden Ansprüche und Verpflich4 tungen durch die Zinsausgleichszahlung erfüllt; das Geschäft ist vollständig abgewickelt. Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Betrag der Ausgleichszahlung zum Zweck der periodenrichtigen Erfolgsermittlung mittels einer (transitorischen) Rechnungsabgrenzung über den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (im Falle der Leistung der Ausgleichszahlung) bzw. über den passiven Rech4 nungsabgrenzungsposten (im Falle des Empfangs der Ausgleichszahlung) über die FRA4Laufzeit zu verteilen ist. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,534 Es wird nach h. M. als notwendige Voraussetzung für die Bildung aktiver bzw. passiver Rechnungsabgrenzungsposten angesehen, dass sie sich i. d. R. aus einem schwebenden Geschäft ergeben und dass nach der Zahlung noch ein Gegenleistungsanspruch bzw. eine Gegenleistungsverpflichtung besteht (vgl. J#@%C01-*,# 1995, S. 778 und 780). Da aber nach der Zinsausgleichszah4 lung ein derartiger Gegenleistungsanspruch bzw. eine derartige Gegenleis4 tungsverpflichtung gegenüber dem FRA4Kontraktpartner nicht mehr besteht und das Vertragsverhältnis durch Erfüllung beendet wurde, somit ein schwe4 bendes Geschäft nicht mehr vorliegt, >-.(%1(: (%"( G():(%&*"+ 1() F*>L +&(%-.>'!.&*"+ ;%::(&> 4(-."*"+>!$+)("'*"+>U7>:(" !*= 1%( '?(% 0(L >-.A=:>T!.)( $(:)(==("1( 34FLY!*='(%: !*>. Somit ist das Derivat an dem auf das 0,%%*,5,2% .'%, folgenden Abschlussstichtag mit Ausnahme der in vol4 ler Höhe bereits am 0,%%*,5,2% .'%, erfolgsrechnerisch erfassten Ausgleichs4 zahlung nicht weiter im Jahresabschluss zu berücksichtigen. Z;T;e;Z;T;W;W;Z 3(, D*'%%0%,**+2/ ,(2,0 SP< .+#1- ,(2 D,/,2/,01->&% Derivate können grundsätzlich dadurch neutralisiert werden, dass eine offene Position durch ein entsprechendes Gegengeschäft geschlossen wird. Geschieht dies an einer Börse wie bspw. der :+#,M, so ist diese Glattstellung juristisch als Aufhebungsvertrag zwischen der Unternehmung und dem 1*,'#(2/6-"+0, der Börse anzusehen, womit die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Ver4 tragspartner aufgehoben werden. Zwar ist bei den OTC4Geschäfte darstellen4 den Forward Rate Agreements theoretisch ebenfalls eine rechtliche Aufhe4 bung des Kontrakts möglich. Die Kontraktpartner könnten einen F*=.(L $*"+>6():)!+ („1&% $ %*2“) schließen. Dies hätte zur Folge, dass die Aus4 gleichszahlung schon mit Abschluss des Aufhebungsvertrages fällig wird und sofort voll ergebniswirksam zu erfassen ist. Aufhebungsverträge haben aller4 dings bei FRA4Kontrakten #!*; U)!#:%>-.( (1(*:*"+. Allerdings wird eine ?%):>-.!=:&%-.( 0&!::>:(&&*"+ durch den Abschluss ei4 nes gegenläufigen Forward Rate Agreements mit derselben FRA4Laufzeit, demselben 0,%%*,5,2% .'%,, Kapitalbetrag und Referenzzins erreicht. Der Ge4 winn bzw. Verlust aus der Glattstellung ergibt sich hierbei aus der Differenz der FRA4Sätze aus dem Ursprungs4 und dem Kompensationsgeschäft. Beide Geschäfte sind auch nach erfolgter (wirtschaftlicher) Glattstellung rechtlich noch bis zum 0,%%*,5,2% .'%, existent. Daher ist es auch nicht zuläs4 sig, einen sich aus der Schließung der offenen Position ergebenden Gewinn im Zeitpunkt der Schließung zu erfassen, wie dies etwa bei börsengehandelten Futures möglich ist. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass zu diesem Zeitpunkt die genaue Höhe der am 0,%%*,5,2% .'%, fälligen Ausgleichszahlung noch nicht feststeht. Sie kann in Abhängigkeit von dem am 0,%%*,5,2% .'%, gültigen Referenzzinssatz geringfügig variieren (vgl. hier4 zu ausführlich G(,/U7+Y5'+* 2009b, S. 3174319). Beide Forward Rate Agree4 Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 535 ments sind als Finanzinstrumente anzusehen und entsprechend in Buchfüh4 rung und Jahresabschluss zu behandeln. Somit könnten sie beide als Finanzin4 strumente des Handelsbestands am Abschlussstichtag mit ihren beizulegenden Zeitwerten in der Bilanz ausgewiesen werden, was entsprechende gegenläufi4 ge Erfolgswirkungen in unterschiedlicher Höhe zur Folge hätte. Es bietet sich hier allerdings an, beide Kontrakte in einer (?():*"+>(%".(%: zusammenzufassen, um dadurch die aus den Kontrakten resultierenden Er4 folgsbeiträge gegeneinander verrechnen zu können (vgl. hierzu die nachfol4 genden Ausführungen zu Mikro4Bewertungseinheiten in Abschnitt 4.1.8.4.1.2.3.1). Soweit das FRA bislang Teil des Handelsbestands war und zum Glattstellungszeitpunkt zum Zwecke der Bildung einer Bewertungsein4 heit aus dem Handelsbestand in den Anlagebestand umgewidmet wurde, ist dann aber ein möglicher Gewinn aus der Glattstellung des FRA erfolgswirk4 sam zu erfassen. Z;T;e;Z;T;W;V S"#$'#. P'%, &%,2 Von nicht4zinsinduziert bewerteten Positionen spricht man, wenn, wie bei *-.=7)1()*"+(" und *-.6()$%"1&%-.#(%:(" eine Änderung des Zinsni4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,536 veaus zwar zu einer Veränderung des Wertes der Positionen führt, diese Wert4 änderung jedoch keinerlei Einfluss auf deren Wertansatz am Abschlussstich4 tag hat. Marktzinserhöhungen führen bei den nicht4zinsinduziert bewerteten Positionen nicht zu erfolgsmindernden Abschreibungen des Forderungsbe4 stands, Marktzinsrückgänge nicht zu erfolgsmindernden Zuschreibungen bei den Verbindlichkeiten; die jeweils gegenläufige Zinsentwicklung wirkt sich wegen des Anschaffungskostenprinzips bzw. des Nichtausweises unrealisier4 ter Gewinne, soweit es sich nicht um Finanzinstrumente des Handelsbestands handelt, ohnehin nicht in Bilanz und Gewinn4 und Verlustrechnung aus. Weil es hier also zwar einen Zusammenhang zwischen dem am Abschlussstichtag herrschenden Marktzinssatz und dem Marktwert des Vermögensgegenstandes bzw. der Schuld gibt, jedoch keinen Zusammenhang zwischen marktzinsab4 hängigen Wert der Position und ihrem Bilanzansatz, besteht auch keine Not4 wendigkeit, eine solche Position aus jahresabschlussbezogenen Überlegungen, also zur Vermeidung einer Abschreibung bzw. Zuschreibung auf einen niedri4 geren bzw. höheren Marktpreis oder beizulegenden Wert, mithilfe eines For4 ward Rate Agreements abzusichern. Wird dies trotzdem getan, so geschieht dies nicht im Hinblick auf den Jahresabschluss, sondern aus Überlegungen des W%">)%>%#7;!"!+(;(":>, nämlich um sich für die Dauer der FRA4Periode einen bestimmten Zinssatz zu sichern. In diesem Fall steht dann aber neben dem Sicherungsgeschäft (Forward Rate Agreement), dessen Marktwert auf Zinsänderungen reagiert, das Grundge4 schäft (Buchforderung bzw. 4verbindlichkeit), dessen Marktwert zwar eben4 falls auf Zinsänderungen reagiert, deren Bilanzansatz sich aber völlig unbe4 einflusst vom Marktzinssatz ergibt. Da aus dem Grundgeschäft die für eine Verrechnung notwendigen, auf Marktzinsänderungen zurückzuführenden Be4 wertungsverluste oder 4gewinne sich im Jahresabschluss also überhaupt nicht auswirken können, ist es bei Vorliegen einer Mikro4Bewertungseinheit buch4 technisch auch nicht möglich, die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus dem Forward Rate Agreement mit entsprechenden gegenläufigen Verlusten oder Gewinnen aus dem Grundgeschäft zu verrechnen. Völlig unabhängig von diesem Gesichtspunkt der buchhalterischen Behand4 lung und von den sich isoliert aus den beiden Einzelgeschäften ergebenden Auswirkungen auf den Jahresabschluss erfolgt dennoch in vielen Fällen aus Risikoüberlegungen eine Absicherung des aus dem Grundgeschäft resultie4 renden Zinsänderungsrisikos durch das sich erfolgsmäßig gegenläufig entwi4 ckelnde Sicherungsgeschäft. Bei Zinsänderungen entstehende „Verluste“ aus dem einen Geschäft werden durch aus dem gleichen Grund entstehende „Ge4 winne“ aus dem anderen Geschäft (und umgekehrt) bei genügend hoher nega4 tiver Korrelation beider Geschäfte annähernd ausgeglichen. Wenn aber ein Zinsänderungsrisiko aus beiden als Bewertungseinheit anzuse4 henden Geschäften nicht oder nur in kleinem Umfang besteht, wenn zudem Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 537 die Wertentwicklung des Grundgeschäfts sich auf den Jahreserfolg in keinem Fall auswirkt, so darf sich auch eine negative Wertentwicklung des Siche4 rungsgeschäftes FRA nicht erfolgsmindernd auswirken. Man verhindert diese bei Einzelbewertung des FRA erforderliche Aufwandsverrechnung durch eine Festbewertung. Bei dieser 3(>:$(?():*"+ bleiben Grund4 und Sicherungsgeschäft ab ihrer Zusammenführung zu einer geschlossenen Position unbewertet, die Werte werden quasi „eingefroren“. Eine 8)7.6()&*>:)E-#>:(&&*"+ ist allerdings dann zu bilden, wenn und soweit ein unrealisierter Verlust aus dem Derivat nicht vollständig durch einen unrealisierten Gewinn, der bei einer rechneri4 schen Barwertbewertung des Grundgeschäfts ermittelt wird, kompensiert wer4 den kann. Z;T;e;Z;T;W;V;T;V 3(, ="54,20'%"#(01-, G,$,#%+2/ H,( C(20(2.+C(,#% H,$,#%,%,2 D#+2./,01->&%,2 Eine Renditebewertung liegt dann vor, wenn nicht nur der Marktwert des Grundgeschäfts, sondern damit auch dessen Wertansatz in der Bilanz vom aktuellen Kapitalmarktzinssatz abhängt, so wie dies bspw. bei =(>:6()'%">L &%-.(" f():U!U%()(" der Fall ist. Wie bei den Buchforderungen hat ein stei4 gender Marktzinssatz einen sinkenden Marktwert, ein sinkender Marktzinssatz umgekehrt einen steigenden Marktwert des festverzinslichen Wertpapiers zur Folge. Im Gegensatz zu den Buchforderungen hat dies aber im Falle gesunke4 ner Marktwerte auch erfolgsmindernde Auswirkungen auf den Bilanzansatz der Schuldverschreibungen. Man spricht hier von einem '%">%"1*'%(): $(?()L :(:(" 0(>-.A=:. Bei Vorliegen einer Mikro4Bewertungseinheit werden sowohl Grund4 als auch Sicherungsgeschäft einzeln mit ihren Marktpreisen bewertet. Da die beiden Geschäfte als Bewertungseinheit behandelt werden, werden die sich aufgrund der Bewertung ergebenden, im Idealfall gleich hohen, positiven und negativen Erfolgsbeiträge miteinander verrechnet. Verbleibt nach dieser Kompensation ein "(+!:%6() 5!&17, so ist dieser Nettoaufwand der Bewertungseinheit auf4 grund der funktionalen Interpretation des Imparitätsprinzips ()=7&+>?%)#>!; entweder in Form einer Abschreibung des Grundgeschäfts oder durch Bildung einer Drohverlustrückstellung zu berücksichtigen. Die Form der Berücksichti4 gung ist davon abhängig, aus welchem der beiden Geschäfte die Bewertungs4 verluste resultieren. Der Ausweis in der GuV4Rechnung erfolgt in der Positi4 on, in der auch die Ergebnisse aus dem Grundgeschäft auszuweisen wären. Ein U7>%:%6() 5!&17, also ein Nettoertrag der Bewertungseinheit, bleibt dage4 gen ()=7&+>)(-."()%>-. *"$()E-#>%-.:%+:; dies ist eine Folge der Anwendung des Realisationsprinzips auf die Bewertungseinheit. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,538 Z;T;e;Z;T;W;V;W ?'=#"6G,$,#%+2/0,(2-,(%,2 Werden Forward Rate Agreements mit anderen Positionen unter Berücksich4 tigung entsprechender Voraussetzungen zu Makro4Bewertungseinheiten zu4 sammengefasst, so hat der Bilanzierende bezüglich der Bewertung im Jahres4 abschluss zwei Alternativen: die globale Festbewertung und die globale Marktbewertung. Die +&7$!&( 3(>:$(?():*"+ kann angewandt werden, wenn gewährleistet ist, dass sich die positiven und negativen Wertänderungen der in der Bewertungs4 einheit zusammengefassten Geschäfte vollständig kompensieren. Die der Makro4Bewertungseinheit zugehörigen Bestände werden vom Zeitpunkt des Schließens der offenen Position an nicht mehr bewertet und zu Buchwerten fortgeführt. Bei der +&7$!&(" P!)#:$(?():*"+ werden dagegen sämtliche der Bewer4 tungseinheit zugehörigen Geschäfte mit ihren Marktwerten bewertet; an4 schließend werden die positiven und negativen Wertänderungen verrechnet. Verbleibt hierbei ein "(+!:%6() 5!&17, also ein S(::7!*=?!"1 !*> 1() P!#L )7L (?():*"+>(%".(%:, so muss dieser zwingend erfolgsmindernd als Auf4 wand berücksichtigt werden (Anwendung des Imparitätsprinzips auf die Be4 wertungseinheit). Da ein negativer Saldo möglicherweise negative Erfolgsbeiträge sowohl aus Grundgeschäften als auch aus Forward Rate Agreements enthält, stellt sich die Frage, welche Bilanzpositionen als Gegenposition zur Aufwandsverrechnung dienen sollen und wie die konkrete Verteilung des Nettoaufwands auf die ein4 zelnen Bilanzpositionen erfolgen soll. Eine solche Verteilung eines aus einer Makro4Bewertungseinheit resultierenden negativen Saldos auf einzelne Kom4 ponenten aus dieser Bewertungseinheit wird letztlich immer willkürlich sein, weshalb die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste in Höhe des Gesamtbetrags m. E. aus Transparenzgründen die zu präferierende Methode darstellt. Die Gegenbuchung sollte dem Sicherungszweck entsprechend unter den Zinsaufwendungen erfolgen. Z;T;e;Z;T;W;V;V N"#%&"*("6G,$,#%+2/0,(2-,(%,2 Für die bei Kreditinstituten übliche Portfolio4Bewertung der Handelsbestände gelten die eben bei den Makro4Bewertungseinheiten gemachten Ausführungen entsprechend; es kommt jedoch ausschließlich die +&7$!&( P!)#:$(?():*"+ zum Einsatz. Ein verbleibender negativer Saldo wird in der Gewinn4 und Ver4 lustrechnung in der Position „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbe4 stands“ ausgewiesen. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 539 J9[9n9J9B 3%"!"-%!& 3*:*)(> Z;T;e;Z;W;T D#+2.0>%C*(1-,0 C+ S(2'21('* S+%+#,0 Z;T;e;Z;W;T;T 3(, <#%,2 )"2 S(2'21('* S+%+#,0 Z;T;e;Z;W;T;T;T `H,#H*(1= Bei einem Future4Kontrakt handelt es sich um ein *"$(1%"+:(> ]();%"+(L >-.A=:, bei dem für die beiden anonymen Kontraktpartner eine unbedingte Leistungsverpflichtung besteht (vgl. G(,/ 2002, S. 429). Der MA*=() (%"(> 3*:*)(> 6()U=&%-.:(: sich, zu einem vereinbarten Zeitpunkt (Liefertag) eine festgelegte Menge des zugrunde liegenden Handelsobjekts (Basiswert) zum beim Vertragsabschluss vereinbarten Terminkurs (Future4Preis) !$'*"(.;(". Der G()#A*=() (%"(> 3*:*)(> verpflichtet sich entsprechend, dem Käufer den Basiswert '* &%(=()". Die Zahlung erfolgt erst bei Lieferung des Handelsob4 jekts und nicht bei Vertragsabschluss. In Abgrenzung zu den Forward Rate Agreements, die als unbedingte Termin4 geschäfte außerhalb organisierter Märkte zwischen zwei Vertragspartnern („"),# %-, 1"+2%,#“; OTC) individuell vereinbart werden, zeichnen sich Futu4 res durch ihren standardisierten D)>(".!"1(& aus. Futures lassen sich nach ihrem Basiswert in zwei Hauptgruppen unterteilen, die A"55".(%O S+%+#,0 und die Financial Futures. Die klassischen G%33%'0< 2> :*2*#$ basieren auf U.^>%>-.() f!)(, den sogenannten lagerfähigen „1"55".(%O +2.,#*O(2/0“ (z. B. Rohstoffe, Agrarprodukte oder Edelmetalle). Um die Qualität dieser Waren beurteilen zu können, werden auf den Roh4 stoffmärkten Qualitätsstandards (z. B. hinsichtlich des Reifegrades von Ge4 treide oder der Reinheit von Edelmetallen) festgelegt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich an den 1"55".(%O4Börsen die 3%"!"-%!& 3*:*)(>, deren Funktionsprinzip auf dem Konzept der Waren4Futures beruht. Die 0)*"1&!+( von Financial Futures bilden 7)%+%"A)( 3%"!"'%">:)*;(":(, sogenannte „&(2'21('* +2.,#*O(2/0“ wie Devisen, Aktien, festverzinsliche Wertpapiere (Zinsen), aber auch fiktive Handelsobjekte wie bspw. Aktienin4 dizes. Im Folgenden werden einige dieser Financial Futures (Zins4, Index4 und Devisen4Futures) genauer betrachtet. Z;T;e;Z;W;T;T;W 3,# E(206S+%+#, Ein Termingeschäft auf Zinsinstrumente (Geldmarktanlagen oder Anleihen) wird als W%">L3*:*)( bezeichnet. Der standardisierte Kontrakt beinhaltet den Kauf bzw. Verkauf eines kurz4, mittel4 oder langfristig zinstragenden Wertpa4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,540 piers zu einem börsennotierten, im Voraus festgelegten Preis (Kurs) an einem späteren Abwicklungsdatum. Die zugrunde liegenden Basiswerte sind verzins4 liche Wertpapiere, wobei deren Besonderheit darin liegt, dass die Verzinsung während der gesamten Laufzeit des Wertpapiers vertraglich fixiert ist. Damit können Zins4Futures als Kontrakte gesehen werden, die den Kauf oder Ver4 kauf eines speziellen Zinssatzes vorsehen. Beispielhaft ist der EUR4Bund4 Future an der :+#,M zu nennen, der zu den liquidesten Zins4Future4Kontrakten weltweit gehört. Der <)(%> für ein festverzinsliches Wertpapier hängt – sieht man von der 7L "%:A: des Schuldners ab – von dem !#:*(&&(" P!)#:'%"> und der Y!*='(%: 1(> f():U!U%()> ab. Er ergibt sich durch Abzinsung der zukünftig aus ihnen vertragsgemäß resultierenden Zins4 und Tilgungszahlungen, die mit dem aktu4 ellen Kapitalmarktzinssatz diskontiert werden. Liegt der aktuelle Marktzins über dem Festzins des Wertpapiers, so ist der Preis (in Prozent des Nennwerts eines Wertpapiers) unter pari, d. h. unter 100 %. Entsprechend ist der Preis über pari bzw. über 100 %, falls der vereinbarte Zins des Wertpapiers über dem aktuellen Marktzins liegt. Das Marktzinsniveau wiederum hängt von der Laufzeit des Wertpapiers ab. Geht man von einer "7);!&(" W%">>:)*#:*) aus, werden für längerfristige Anlagen höhere Zinsen gezahlt als für kür4 zerfristige. Dagegen werden bei %"6()>() W%">>:)*#:*) für längerfristige An4 lagen geringere Zinsen als für kürzerfristige Anlagen bezahlt. Schließlich wei4 sen Wertpapiere verschiedener Laufzeiten bei gleicher Zinsniveauänderung unterschiedliche Kursbewegungen auf. Ein einjähriges Wertpapier reagiert auf eine Marktzinsschwankung nicht so stark mit Kursveränderungen wie ein zweijähriges Papier, wirkt sich doch der veränderte Marktzins beim zweijäh4 rigen Papier längerfristig aus. Der MA*=() eines Zins4Futures rechnet damit, dass der entsprechende Markt4 zinssatz des zugrunde liegenden Wertpapiers in naher Zukunft fallen und in Konsequenz hieraus der Kurs des Wertpapiers steigen wird. Der G()#A*=() eines Zins4Futures kalkuliert demnach mit steigenden Marktzinsen und fallen4 den Preisen bzw. Kursen. Z;T;e;Z;W;T;T;V 3,# F2.,M6S+%+#, Ein Kontrakt über einen 2"1(\L3*:*)( basiert auf einem hypothetischen Port4 folio von Wertpapieren, welches durch einen Index (z. B. Aktienindex) reprä4 sentiert wird. Die Kursbewegung des gesamten Portfolios wird anhand einer errechneten Größe – dem Index – abgebildet. Die gegenseitige Vereinbarung eines Index4Futures lautet, dieses Portfolio zu einem bestimmten Index an einem zukünftigen Datum zu kaufen bzw. zu verkaufen. Im Gegensatz zu den Devisen4 und Zins4Futures beruhen Index4Futures nicht auf einem konkreten Basiswert, der zum Fälligkeitsdatum physisch geliefert werden kann, sondern auf einem =%#:%6(" !>%>?():, zu dem bei Fälligkeit ein !)!*>+&(%-. (1" ! Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 541 $22&$3$.2) in Höhe der Differenz des vereinbarten Indexes zum aktuellen Indexstand am Fälligkeitsdatum stattfindet. Dieser fiktive Basiswert ist dem4 nach ein spezieller Preis eines bestimmten Portfolios, dessen Wertpapiere in ihren Anteilen genau definiert sind. Der Indexhandel ist ein Handel, bei dem der Investor z. B. anstatt Aktien einer bestimmten Unternehmung einen Marktdurchschnitt von Aktien erwirbt oder veräußert. Dabei zeigt eine Indexbewegung die durchschnittliche Entwicklung aller Titel eines Marktes auf. Index4Futures können sowohl auf Aktienindizes (z. B. DAX, Dow Jones, Nikkei) als auch auf Obligationen4, Währungs4 oder Warenindizes basieren. Sie sind nicht nur als Spekulationsinstrumente ein4 setzbar, sondern stellen auch geeignete Absicherungsinstrumente gegen den Wertverfall des zugrunde liegenden Portfolios dar. Ein Index4Future soll am Beispiel des DAX4Futures dargestellt werden. Dem DAX liegen die Kursentwicklungen der 30 wichtigsten deutschen Standard4 werte zugrunde. Im folgenden (%>U%(& (modifiziert entnommen aus G(,/ 1998c, S. 106) seien 10 DAX4Future4Kontrakte mit einem Future4Preis von 7.500 Punkten, fällig in sechs Monaten, vereinbart worden. Der Wert eines Future4Kontraktes be4 trägt 25,00 EUR pro Indexpunkt. Der Stand des DAX am Abschlussdatum Januar des Jahres 01 sei 7.100 Punkte. Würde der Investor dieses hypotheti4 sche DAX4Portfolio heute erwerben, müsste er 10 25,00 EUR pro Index4 punkt 7.100 Indexpunkte = 1.775.000,00 EUR bezahlen. Dies ist jedoch auf4 grund des hohen Liquiditätsbedarfs nicht in seinem Interesse. Der Investor spekuliert auf einen Anstieg des DAX während der sechs Monate auf über 7.500 Punkte, womit er sich in der Gewinnzone befinden würde. Notiert der DAX z. B. am 1. Juli des Jahres 01 7.700 Punkte, so kann sich der Käufer sei4 nen Gewinn in Höhe von (7.700 – 7.500) 10 25,00 EUR = 50.000,00 EUR bar auszahlen lassen. Liegt der Schlussabrechnungspreis jedoch um z. B. 150 Punkte unter dem vereinbarten Preis von 7.500 Indexpunkten, so hat der Käufer 37.500,00 EUR zu zahlen. Z;T;e;Z;W;T;T;Z 3,# 3,)(0,26S+%+#, Ein 8(6%>("L3*:*)( ist ein Termingeschäft auf Währungen, d. h. ein Kon4 trakt, der den Tausch eines bestimmten Geldbetrages einer Währung in eine andere Währung zu einem festgelegten Wechselkurs an einem vereinbarten Abwicklungsdatum regelt. Die ursprüngliche Intention des MA*=()> eines Devisen4Futures ist die Absi4 cherung eines in Zukunft benötigten Währungsbetrages gegen eine Aufwer4 tung dieser Währung gegenüber der ihm zur Verfügung stehenden Währung. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,542 Auf der Gegenseite des Kontraktes will sich der G()#A*=() eines Devisen4 Futures gegen eine Abwertung der dem Future zugrunde liegenden Währung absichern. Er muss einen bestimmten Währungsbetrag in der Zukunft zur Ver4 fügung stellen. Devisen4Futures werden an der einzigen deutschen Terminbörse :+#,M nicht gelistet und können daher nur auf ausländischen Märkten gehandelt werden. Als (%>U%(& sei ein USD4Future in Höhe von 100.000,00 USD zu einem Kurs von 1,50 USD/EUR, fällig am 1. Juni des Jahres 01, vereinbart worden. Der MA*=() dieses Futures rechnet mit dem Fallen der Wechselkursrelation USD/EUR bis zum 1. Juni 01, d. h. mit einer Aufwertung des US4Dollars ge4 genüber dem EUR. Der G()#A*=() hingegen kalkuliert mit einer steigenden Wechselkursrelation, d. h. mit einer Abwertung des US4Dollars gegenüber dem EUR. Fällt der Kassakurs USD/EUR bis zum 1. Juni 01 auf 1,30 USD/EUR, so hat der 3*:*)(LMA*=() einen Gewinn von 1,50 USD/EUR – 1,30 USD/EUR = 0,20 USD/EUR. Dieser Gewinn wird realisiert, wenn der Future4Käufer die bei Erfüllung des Futures zu 1,50 USD/EUR vom Future4 Verkäufer gekauften 100.000,00 USD (100.000,00 USD =̂ 66.666,67 EUR) im Juni 01 unmittelbar nach dem Erwerb wieder am Kassamarkt zu 1,30 USD/EUR (100.000,00 USD =̂ 76.923,08 EUR) veräußert. Der Gewinn aus der 5U(#*&!:%7" ist dann 10.256,41 EUR. Wenn der Käufer des Futures den Kontrakt jedoch abgeschlossen hat, um eine bereits bestehende (offene) Lieferverpflichtung in Höhe von 100.000,00 USD zu schließen (-,./(2/), so erzielt er aus dem Future keinen Gewinn. Er hat sich aber gegen den beschriebenen Kursverfall abgesichert, da er die im Ju4 ni 01 für die Erfüllung der offenen Lieferverpflichtungen notwendigen 100.000,00 USD nicht zu 1,30 USD/EUR am Kassamarkt erwerben muss, sondern durch Erfüllung des Futures zu 1,50 USD/EUR vom Future4 Verkäufer erwirbt. Muss der 3*:*)(LG()#A*=() sich die 100.000,00 USD zum Stichtag am Kas4 samarkt zur Erfüllung seiner Vertragsverpflichtung beschaffen, so realisiert er einen entsprechenden Verlust von 10.256,41 EUR. Hat aber der Future4 Verkäufer den Kontrakt abgeschlossen, um eine bereits bestehende (offene) Devisenforderung in Höhe von 100.000,00 USD gegen einen Kursanstieg ab4 zusichern, so kann er den ohne den Future4Kontrakt entstehenden Gewinn von 10.256,41 EUR nicht vereinnahmen, da er die aus der Devisenforderung zu4 fließenden US4Dollar nicht am Kassamarkt zu 1,30 USD/EUR verkaufen kann, sondern zur Erfüllung des Futures an den Future4Käufer zu 1,50 USD/EUR liefern muss. Steigt dagegen der Wechselkurs (USD/EUR) über den Future4Preis, so reali4 siert der Verkäufer des Devisen4Futures entsprechend den Gewinn und der Käufer den Verlust in gleicher Höhe, wenn der Future für sie eine offene Posi4 Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 543 tion darstellte und nicht zum Schließen einer ansonsten offenen Devisenposi4 tion abgeschlossen wurde. Die folgenden Ausführungen beschränken sich auf die wichtigsten Financial Futures (Devisen4, Zins4 und Aktienindex4Future). Gleichwohl gelten sie im Grundsatz für alle denkbaren Future4Arten. Z;T;e;Z;W;T;W 3,# 9'2.,* 5(% S(2'21('* S+%+#,0 Z;T;e;Z;W;T;W;T `H,#H*(1= Financial Futures werden an verschiedenen Terminbörsen gehandelt. Zu den bedeutendsten und größten Terminbörsen zählen die A-(1'/" G"'#. "& J#'., [AGjJ\, die :+#"2,M%6L(&&, sowie die :+#,M als gemeinsamer Terminmarkt der Deutschen Börse AG und der Schweizerischen Börse für Finanzderivate. Die :+#,M verfügt über eine weitreichende Produktpalette verschiedener Futu4 re4Typen. Gehandelt werden u. a. Futures auf Zinsen, Aktien und Aktienindi4 zes. Die Standardisierung erfolgt u. a. mit vorgeschriebenen Kontraktwerten und festgelegten Verfall4 bzw. Liefermonaten. Z;T;e;Z;W;T;W;W 3(, A*,'#(2/6B%,**, Die Clearing4Stelle spielt als dritte Partei an der Terminbörse eine wichtige Rolle, da bei einem Handelssystem mit Clearing4Haus die Verträge zwischen den Marktpartnern nicht direkt abgeschlossen werden. Vielmehr tritt die Clea4 ring4Stelle (im Falle der :+#,M ist dies die :+#,M A*,'#(2/ :(;> ab, wodurch die Marktteilnehmer verpflichtet werden, 5'#/(24Einschüsse zu leisten, die ihrer eingegangenen Risikoposition entsprechen. Hierzu werden die (unrealisierten) Gewinne oder Verluste aus den täglichen Börsenkursver4 änderungen der Kontrakte berechnet und auf einem internen Geldverrech4 nungskonto (5'#/(2 '11"+2%) verbucht. Am Ende eines jeden Handelstages wird der Saldo dieses Verrechnungskontos dem Konto des Clearing4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,544 Teilnehmers gutgeschrieben bzw. belastet ()'#('%("2 5'#/(2). Durch dieses „5'#=6%"65'#=,%4Verfahren“ werden die potenziellen Glattstellungsgewinne bzw. 4verluste vorgezogen, so dass bei Glattstellung des Kontrakts lediglich noch der am Glattstellungstag entstandene Gewinn bzw. Verlust über das 5'#/(2 '11"+2% gebucht werden muss. Damit die Erfüllung der Kontrakte aber nicht nur „heute“, sondern auch „morgen“, d. h. am nächsten Börsentag, gewährleistet ist, müssen die Markt4 teilnehmer zusätzlich zu dem täglichen Gewinn4 und Verlustausgleich in Form der )'#('%("2 5'#/(2 zum Zeitpunkt der Positionseröffnung einen Mindestka4 pitaleinschuss als Bareinlage oder als Einschuss in Wertpapieren, die (2(%('* 5'#/(2, in der Terminologie der :+#,M als '..(%("2'* 5'#/(2 bezeichnet, leis4 ten und bis zur Schließung der Position aufrecht erhalten.25 Ihre Höhe wird bei Futures aufgrund der erwarteten Preis4Volatilität (Kursschwankungsintensität) des Future4Kontraktes berechnet. Sofern sich die Preis4Volatilität des Futures während der Laufzeit des Kontrakts ändert, ist auch die '..(%("2'* 5'#/(2 gegebenenfalls entsprechend anzupassen. Sinn und Zweck der '..(%("2'* 5'#/(2 ist die Abdeckung der möglicherweise am nächsten Börsentag unter Annahme der ungünstigsten Kursentwicklung ($"#0% 1'0, *"00) zusätzlich ent4 stehenden Verluste. Kommt ein Marktteilnehmer seiner Verpflichtung zur Leistung der täglichen )'#('%("2 5'#/(2 nicht nach, so werden seine offenen Positionen automatisch durch die Terminbörse glattgestellt. Verbleiben nach einer zwangsweisen Glattstellung noch negative Salden, so werden diese mit der als Sicherheit hinterlegten '..(%("2'* 5'#/(2 verrechnet (vgl. G,1=5'22 1993, S. 29; G,1=,# 1994, S. 439). Die an der Terminbörse getätigten Geschäfte kommen immer zwischen der Clearing4Stelle und dem Clearing4Mitglied zustande. Das Clearing4Mitglied haftet für alle von ihm in das Handelssystem eingestellten Aufträge und muss insbesondere auch die erforderlichen 5'#/(20 erbringen. Handelt ein Clea4 ring4Mitglied im eigenen Namen für fremde Rechnung, gibt also z. B. ein Kreditinstitut einen Kundenauftrag an die Börse, so entstehen hier zwei Ge4 schäfte: einerseits zwischen dem Kunden und dem Kreditinstitut und anderer4 seits zwischen dem Kreditinstitut und der Terminbörse (vgl. 7,**,#UP,.,*6 H,#/,#UB1-$'(/,# 1992, S. 3). Das Kreditinstitut ist verpflichtet, von seinem Kunden Sicherheitsleistungen mindestens in der Höhe einzufordern, in der dies auch die Terminbörse vom Kreditinstitut als Clearing4Mitglied verlangt. 25 Neben der )'#('%("2 5'#/(2 und der (2(%('* 5'#/(2 existiert häufig auch eine so genannte 3"0.2$.".1$ 3"#=0.. Sie stellt einen Mindestkontostand dar, den das Clearing4Mitglied auf seinem 5'#/(2 '11"+2% unterhalten muss und beträgt i. d. R. 75 % der (2(%('* 5'#/(2. Erst wenn diese Grenze, z. B. durch die tägliche Verlustverrechnung, unterschritten wird, muss der Investor Nachschüsse im Rahmen der )'#('%("2 5'#/(20 leisten (5'#/(2 1'**). Die :+#,M kennt keine 5'(2%,2'21, 5'#/(2. Vgl. <20%,%% 1997, S. 34. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 545 Z;T;e;Z;W;T;V 3(, :#&@**+2/ ,(2,0 S+%+#,67"2%#'=%,0 Sowohl die Standardisierung als auch die besondere Organisationsform der Terminbörse gewährleisten die Effizienz der Future4Märkte und damit die hohe Fungibilität der Futures. Letztere kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass Futures nur zu einem geringen Teil tatsächlich erfüllt, sondern vielmehr vor Fälligkeit durch ein entsprechendes Gegengeschäft mit identischen Ver4 tragsbedingungen zum dann gültigen Terminkurs glattgestellt werden. Der Käufer eines Future4Kontraktes (&%.= @% 020%.) kann durch eine äquivalente Verkaufsposition ( !%#2 @% 020%.) sein Termingeschäft glattstellen, bzw. eine 0-"#% 4"0(%("2 wird durch eine entsprechende *"2/ 4"0(%("2 glattgestellt. Die Glattstellung eines offenen Kontraktes ist möglich, weil sich die Ansprüche des Marktteilnehmers und der Clearing4Stelle, die als Vertragspartner in den Vertrag eingetreten ist, nach Abschluss des Gegengeschäftes gegenseitig auf4 heben. Der Gewinn bzw. Verlust ergibt sich aus der Differenz des Terminkur4 ses bei Abschluss des Futures und des Terminkurses bei seiner Glattstellung. (%>U%(& (modifiziert entnommen aus G(,/ 1998c, S. 1084109): Ein Investor geht bspw. im Januar des Jahres 01 eine *"2/ 4"0(%("2 ein, indem er einen Devisen4Future zum Preis von 1,50 USD/EUR, Kontraktgröße 100.000,00 USD und fällig am 1. Juli 01, kauft. Er hätte damit die Möglich4 keit, am 1. Juli die vereinbarte Menge Dollar zum Preis von 1,50 USD/EUR (100.000,00 USD =̂ 66.666,67 EUR) effektiv zu kaufen. Will er jedoch seine *"2/ 4"0(%("2 durch ein Gegengeschäft vorzeitig glattstellen, so geht er wäh4 rend der Kontrakt4Laufzeit eine 0-"#% 4"0(%("2 mit derselben Kontraktgröße ein, d. h., er verkauft z. B. im März 01 einen 100.000,00 USD Future mit Fäl4 ligkeit im Juli 01 zu einem bestimmten Preis. Der Gewinn bzw. Verlust aus den zwei Future4Kontrakten ist die Differenz zwischen Verkaufs4 und Kauf4 preis. Geht der Investor z. B. am 1. März 01 die 0-"#% 4"0(%("2 über den Juli Dollar4Future zum Preis von 1,45 USD/EUR (100.000,00 USD =̂ 68.965,52 EUR) ein, so hat er einen Gewinn von (68.965,52 EUR – 66.666,67 EUR) = 2.298,85 EUR realisiert. Wird der Kontrakt im Gegensatz zur vorzeitigen Glattstellung am Liefertag tatsächlich erfüllt, so unterscheidet man je nach Future4Art und Kontraktspe4 zifikation zwischen der physischen Lieferung des Basiswerts (@!> 01"& $22< &$3$.2) und dem monetären Ausgleich (1" ! $22&$3$.2). Bei Letzterem er4 gibt sich die Höhe des Ausgleichsbetrags aus der Differenz zwischen verein4 bartem Terminkurs und dem Kassakurs des Basiswerts am Liefertag. Z;T;e;Z;W;T;Z 3(, N#,(0H(*.+2/ )"2 S(2'21('* S+%+#,0 Die Theorie der Preisbildung von Financial Futures wird im Folgenden bei4 spielhaft anhand des Terminkurses einer Aktie dargestellt. Der Future4Preis Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,546 (Terminkurs) hängt zunächst vom Preis des zugrunde liegenden Basiswerts (Kassakurs) ab. Bestünde zwischen dem Halten des Basiswerts und dem Ter4 minkauf (also dem zukünftigen Halten des Basiswerts) kein Unterschied, so würden sich Kassa4 und Terminkurs entsprechen. Dies ist in der Realität nur im Zeitpunkt der Fälligkeit des Kontrakts der Fall. Ansonsten beruht der Un4 terschied zwischen Kassa4 und Terminkurs, der als !>%> bezeichnet wird, auf zwei Gruppen von R%"=&*>>=!#:7)(". Die sogenannte )"&*$ 8" 0 ergibt sich aufgrund nicht messbarer Faktoren wie Erwartungen der Marktteilnehmer, Tagesereignisse, Angebots4 und Nachfragestrukturen und der Marktliquidität. Die zweite Gruppe beinhaltet die (messbaren) Faktoren, die durch das Halten des entsprechenden Basiswerts verursacht werden (z. B. Finanzierungs4 und Lagerkosten). Die Kosten, die durch das Halten des Basiswerts entstehen, er4 geben abzüglich der Erträge aus dem Basiswert (z. B. Zinserträge) die 1"##> 8" 0 (Nettofinanzierungskosten), den zweiten Bestandteil der Basis: Basis = Terminkurs – Kassakurs Basis = )'*+, H'0(0 + 1'##O H'0(0 Lässt man die nicht messbaren Einflussfaktoren (also die )'*+, H'0(0) außer Betracht, so ergibt sich der sogenannte /"0# )"&*$ als theoretischer Terminkurs aus dem Kassakurs und der 1'##O H'0(0: &'(# )'*+, = Kassakurs + 1'##O H'0(0 Diese Zusammenhänge sollen durch folgende Ausführungen verdeutlicht werden, die vereinfachend von einem unterjährigen Betrachtungszeitraum ausgehen und keine Transaktionskosten oder sonstige Kosten (wie z. B. De4 potgebühren) berücksichtigen. Ein Investor kauft zum Zeitpunkt t0 eine Aktie zum Kassakurs S0. Er nimmt dazu ein Darlehen in der gleichen Höhe zum Zinssatz f auf, das zum Zeitpunkt t1 fällig ist. Gleichzeitig verkauft der Inves4 tor auf Termin t1 die Aktie zum gesuchten Terminkurs (Future4Preis) F0. Das Portfolio des Investors hat damit zum Zeitpunkt t0 den Wert von Null, da in diesem Zeitpunkt t0 die Höhe der Darlehenssumme genau dem Wert der Aktie entspricht. Im Zeitpunkt t1 erhält er eine Dividende, die sich aus dem Dividendensatz d, angewendet auf den Kassakurs S0 für die entsprechende Laufzeit (t1 – t0), ergibt. Eine Dividende wird im Normalfall für ein Jahr be4 zahlt, weshalb hier der Dividendensatz d als zeitabhängig verstanden wird. Der Investor erhält gleichzeitig nach Lieferung der Aktie in den Terminkon4 trakt den vereinbarten Terminkurs F0 und zahlt das Darlehen mit den aufge4 laufenen Zinsen zurück. #+2/ .,# N#,(0H(*.+2/ )"2 S(2'21('* S+%+#,0 Geht man von einem vollkommenen Kapitalmarkt aus, ergibt sich also auf4 grund von Arbitrageprozessen ein Gleichgewicht zwischen Kassa4 und Ter4 minmarkt, so muss der Wert des Portfolios auch im Zeitpunkt t1 null betragen. Es gilt demnach folgende Gleichung: 0 360 )tt()df(1SF 0100 = −⋅−+⋅− . Löst man die Gleichung nach dem gesuchten Terminkurs F0 auf und berück4 sichtigt, dass c = f – d gilt, so erhält man: −⋅+⋅= 360 )tt(c1SF 0100 . Dabei bezeichnet die Variable c den sogenannten 1"0% "& 1'##O4Satz, der sich aus den Kosten (hier: f, die Zinsen für das aufgenommene Darlehen) abzüg4 lich der Erträge aus dem Basiswert (hier: d, die Dividende) ergibt. Der Term 360 )t(t cS 010 − ⋅⋅ bildet demnach die 1'##O H'0(0, die zusammen mit dem Kas4 sakurs S0 den fairen (theoretischen) Terminkurs F0 ergibt; dieser wird jedoch in aller Regel vom tatsächlichen Terminkurs abweichen, da in der Realität kein vollkommener Kapitalmarkt existiert, so dass die hier unterstellten Arbi4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,548 trageprozesse nicht stattfinden, und außerdem nicht messbare Faktoren ()'*+, H'0(0) den Terminkurs beeinflussen: I(:$ K('>- = Kassakurs + ?($$D &(;:; ⇔ F0 = S0 + 360 )t(t cS 010 − ⋅⋅ Das Beispiel lässt sich leicht auf andere Future4Arten übertragen, indem man den 1"0% "& 1'##O4Satz entsprechend anpasst. So ergibt sich der 1"0% "& 1'##O4 Satz unter den obigen vereinfachenden Annahmen bei Zins4Futures aus der Differenz zwischen Kredit4 und Anlagenzinssatz und bei Devisen4Futures aus der Differenz zwischen inländischem und ausländischem Zinssatz. Z;T;e;Z;W;W 3(, ?%)#*"+ !*= 1(" <()%71("()=7&+ hat; die Gewinn4 und Verlustrechnung wird in beiden Fällen nicht tangiert. Z;T;e;Z;W;W;T;V 3(, )'#('%("2 5'#/(2 Im Gegensatz zur (2(%('* 5'#/(2, die eindeutig als Sicherungsleistung zu qua4 lifizieren ist, gehen bei der Beurteilung der )'#('%("2 5'#/(2 die Literaturmei4 nungen auseinander. Der Auffassung, dass erhaltene bzw. gezahlte 5'#/(20 realisierte Gewinne bzw. Verluste darstellen, die sofort ergebniswirksam zu behandeln sind26, ist entgegenzuhalten, dass zumindest die Einzahlungen nicht erfolgsrechnerisch erfasst werden dürfen, weil es sich bei )'#('%("2 5'#/(24 Zahlungen lediglich um vorläufige Gutschriften bzw. Belastungen handelt. Eine sofortige erfolgswirksame Vereinnahmung der 0*:>-.)%=:(" würde folg4 lich dem Realisationsprinzip zuwiderlaufen, da sie „wirtschaftlich unter dem Vorbehalt (erfolgen; der Verf.), dass sich die relevanten Kurse nicht zuun4 gunsten des bis dahin gewinnenden Vertragspartners entwickeln“ (j,0%#,(1-,# 1992, S. 206). Während also erhaltene 5'#/(24Zahlungen eindeutig erfolgsunwirksam zu vereinnahmen sind (vgl. G,1=5'22 1993, S. 29 und S. 2064207; ?,22(2/,# 1993, S. 130; j,0%#,(1-,# 1992, S. 207; 7N?D 1995, S. 97; 8+%C 1989, S. 157; <+001-+00 &@# G(*'2C(,#+2/ .,0 G+2.,0),#H'2.,0 .,+%01-,# G'2=,2 ,; !; 1991, S. 106), stellt sich nun noch die Frage, wie die an die Clearing4Stelle gezahlten )'#('%("2 5'#/(20 (Y!>:>-.)%=:(") buchtechnisch erfasst werden 26 Kreditinstitute, die an der :+#,M für ihre Kunden Geschäfte abschließen, haben die von ihren Kunden zu erbringende (2(%('* 5'#/(24Leistung als „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ oder, sofern der Auftraggeber ein Kreditinstitut ist, als „Verbindlichkeiten ge4 genüber Kreditinstituten“ auszuweisen, falls diese in Form einer Bareinlage geleistet wird. Wird der Einschussverpflichtung durch die Hinterlegung von Wertpapieren nach4 gekommen, so erscheinen diese Wertpapiere gemäß § 246 Abs. 1 Satz 1 HGB nicht in der Bilanz des Kreditinstituts. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 551 müssen. Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage ist, wie die )'#('%("2 5'#/(2 letztlich einzuordnen ist. Die in der Literatur z. T. vorgenommene Einordnung als Vorleistung, die als geleistete oder erhaltene „F"'!.&*"+“ erfolgsneutral zu erfassen ist (vgl. 8+%C 1989, S. 157; <+001-+00 &@# G(*'2C(,#+2/ .,0 G+2.,0),#H'2.,0 .,+%01-,# G'2=,2 ,; !; 1991, S. 106), ist deshalb problematisch, weil Anzahlungen normalerweise Vorleistungen des MA*=()> auf die spätere Kaufpreiszahlung darstellen. Beim Handel mit Financial Futures kann es bei entsprechender Kursentwicklung jedoch nicht nur dazu kommen, dass an den Future4 Verkäufer geleistete )'#('%("2 5'#/(24Zahlungen zurückerstattet werden müs4 sen, es kann sogar die Situation eintreten, dass der G()#A*=() eine )'#('%("2 5'#/(2 an den Käufer leisten muss. Insbesondere wegen der letztgenannten Möglichkeit ist die Interpretation der )'#('%("2 5'#/(2 als „Anzahlung“ nicht überzeugend (so zutreffend j,0%#,(1-,# 1992, S. 206). Daher werden die im Rahmen der täglichen Erfassung der geleisteten bzw. erhaltenen )'#('%("2 5'#/(24Beträge zu Recht von einem großen Teil der Au4 toren (vgl. G,1=5'22 1993, S. 29 und S. 2064207; ?,22(2/,# 1993, S. 130; j,0%#,(1-,# 1992, S. 207; 7N?D 1995, S. 97) – genau wie die (2(%('* 5'#/(2 – als erfolgsunwirksam zu buchende 5%-.().(%:>&(%>:*"+(" für die spätere Erfüllung des Geschäfts angesehen. Dem steht auch nicht entgegen, dass die geleisteten 5'#/(20 bei Erfüllung bzw. Glattstellung des Geschäfts nicht zu4 rückgezahlt, sondern mit dem endgültigen Zahlungsanspruch bzw. der endgül4 tigen Zahlungsverpflichtung verrechnet werden. Dies stellt letztlich nur eine abwicklungstechnische Vereinfachung des Clearings dar. Um die erfolgsneutrale Behandlung der )'#('%("2 5'#/(20 zu erreichen, sind sie auf einem gesonderten Abgrenzungskonto, dem „)'#('%("2 5'#/(24 Konto“, zu erfassen. Am Abschlussstichtag ist ein aufgelaufener Verlustsaldo (Sollsaldo), der sich aus einer gezahlten Sicherheitsleistung ergibt, in der Ak4 tivposition 14: „Sonstige Vermögensgegenstände“ auszuweisen; bei Kreditin4 stituten ist – wie bei der (2(%('* 5'#/(2 – auch ein Ausweis unter der Aktivpo4 sition 4: „Forderungen an Kunden“ möglich. Ein Habensaldo, d. h. ein aufge4 laufener Gewinnsaldo, der aus einer erhaltenen Sicherheitsleistung resultiert, ist dagegen in der Passivposition 5: „Sonstige Verbindlichkeiten“ zu zeigen. Bei Kreditinstituten ist auch ein Ausweis unter der Passivposition 2: „Ver4 bindlichkeiten gegenüber Kunden“ möglich. Kreditinstitute, die an der :+#,M für ihre Kunden Geschäfte abschließen, haben von ihren Kunden geleistete v'#('%("2 5'#/(20 entsprechend als „Sonstige Verbindlichkeiten“ bzw. „Ver4 bindlichkeiten gegenüber Kunden“, an die Kunden gezahlte )'#('%("2 5'#/(20 als „Sonstige Vermögensgegenstände“ bzw. „Forderungen an Kunden“ aus4 zuweisen. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,552 Z;T;e;Z;W;W;T;Z 3(, G,-'2.*+2/ '5 : $'?9 ()?!):(:() 0(?%"" ()L =7&+>?%)#>!; im Jahresabschluss berücksichtigt werden, da Financial Futures bei Einzelbetrachtung als Finanzinstrumente des Handelsbestands anzusehen und mit dem beizulegenden Zeitwert anzusetzen sind.27 Ein drohender Verlust ist dann gegeben, wenn bei gekauften (verkauften) Futures der Kurs am Ab4 schlussstichtag unter (über) dem Einstandskurs liegt, während ein Gewinn erwartet wird, wenn bei gekauften (verkauften) Futures der Kurs am Ab4 schlussstichtag über (unter) dem Einstandskurs liegt. Der Future ist bei einem Verlust aufwandswirksam als Passivposition und bei einem Gewinn ertrags4 wirksam als Aktivposition in der Bilanz auszuweisen. Die Behandlung eines Futures am Abschlussstichtag soll im Folgenden an einem (%>U%(& veranschaulicht werden (entnommen aus G(,/ 2003a, S. 128): Eine Unternehmung hat am 28.12.01 20 EUR4Bund4Future4Kontrakte zu einem Future4Preis von 110,00 %, fällig am 10.06.02, gekauft. Der Wert eines Future4 Kontraktes beträgt 100.000 EUR. Bis zum Börsenschluss des Kauftages steigt der Future4Kurs auf 110,09 %. Damit erhält die Unternehmung auf ihrem Konto eine )'#('%("2 5'#/(24Zahlung gutgeschrieben. Die Höhe der 5'#/(2 ergibt sich aus dem Produkt aus Tick4Anzahl, Tick4Wert und Kontraktanzahl. Ein ]%-# ist die kleinstmögliche Preisänderung eines Kontraktes, beim EUR4Bund4Future sind dies 0,01 %; dies entspricht bei einem Kontraktwert von 100.000 EUR ei4 nem Tickwert von 10 EUR. Folglich ergibt sich eine )'#('%("2 5'#/(2 in Höhe von 9 Ticks 10 EUR/Tick 20 = 1.800 EUR. Die folgende &% Financial Futures können – wie in Abschnitt 4.1.8.4.2.1.3 bereits erläutert – jederzeit durch den Abschluss eines entsprechenden Gegengeschäfts glattge4 stellt werden. Eine solche Glattstellung ist – anders als bei Forward Rate Agreements – „zivilrechtlich als Aufhebungsvertrag anzusehen, mit dem die gegenseitigen Rechte und Pflichten gegenüber dem Clearing4Haus erlöschen“ (DI%%/,20UN#'-* 1993, S. 505) und der Schwebezustand des Kontrakts beendet wird. Der Gewinn oder Verlust aus dem Futuregeschäft, der sich wiederum aus einem Vergleich des Einstandskurses und des Kurses am Tag der Glatt4 stellung ergibt, gilt als realisiert und ist folglich in voller Höhe – unter Be4 rücksichtigung des Buchwertes des Futures – erfolgswirksam zu vereinnah4 men. Die aufgrund der Glattstellung zu leistende/zu erwartende Ausgleichs4 zahlung wird mit der )'#('%("2 5'#/(2 verrechnet. Die (2(%('* 5'#/(2 wird erfolgsunwirksam zurückgezahlt bzw. zurückübertragen, womit die im Falle einer Barleistung bei Positionseröffnung erfolgte Umbuchung wieder rück4 gängig gemacht wird. Der Ausweis der Glattstellungsgewinne bzw. 4verluste erfolgt in der Gewinn4 und Verlustrechnung von Nichtbanken unter den „Sonstigen betrieblichen Erträgen“ bzw. den „Sonstigen betrieblichen Auf4 wendungen“. Bei Kreditinstituten gehen die Erfolgsbeiträge in GuV4Posi4 tion 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands“ ein (vgl. ?,26 2(2/,# 1993, S. 1404141; B1-'#4&UL+C 2000, S. 228). Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,554 Z;T;e;Z;W;W;T;a 3(, :#&@**+2/ ,(2,0 S(2'21('* S+%+#,0 Die Erfüllung eines Financial Futures am Abrechnungstag geschieht je nach Future4Art und Kontraktspezifikation entweder durch Lieferung des zugrunde liegenden Basiswertes (4-O0(1'* 0,%%*,5,2%) oder – etwa bei Index4Futures, bei denen keine lieferbaren Basiswerte existieren – mittels einer Ausgleichszah4 lung (1'0- 0,%%*,5,2%). Weil die R)=E&&*"+ 1*)-. F*>+&(%-.>'!.&*"+ grund4 sätzlich bilanztechnisch genauso zu behandeln ist wie die eben diskutierte Glattstellung des Kontrakts, kann hierzu auf die obigen Ausführungen verwie4 sen werden. Unabhängig von der Art der Erfüllung ist auch die Rückübertra4 gung der (2(%('* 5'#/(2 analog der Vorgehensweise bei der Glattstellung zu behandeln. Ein @!> 01"& $22&$3$.2 ist in der Praxis eher selten anzutreffen, weil die Kon4 trakte in der Regel am oder vor dem Abrechnungstag glattgestellt werden. Der 3*:*)(LG()#A*=() muss den Basiswert gegen Zahlung des vereinbarten Ter4 minkurses unter Berücksichtigung bereits gezahlter/erhaltener )'#('%("2 5'#6 /(20 liefern. Der hierbei entstandene Gewinn bzw. Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Buchwert der hingegebenen und ausgebuchten Ver4 mögensgegenstände und dem vereinbarten Terminkurs; er ist unter Berück4 sichtigung der am vorangegangenen Abschlussstichtag für den Future gebilde4 ten Aktiv4 bzw. Passivposition erfolgswirksam zu berücksichtigen. Der Aus4 weis erfolgt bei Nichtbanken wiederum unter den „Sonstigen betrieblichen Erträgen“ bzw. „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ bzw. bei Kreditin4 stituten unter der GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Han4 delsbestands“ (vgl. 7N?D 1995, S. 89). Der 3*:*)(LMA*=() muss am Abrechnungstag als Gegenleistung für die Übertragung der Vermögensgegenstände den vereinbarten Terminkurs unter Berücksichtigung bereits gezahlter/erhaltener )'#('%("2 5'#/(20 aufbringen. Maßgeblich für den Ansatz der Vermögensgegenstände in seiner Bilanz ist nicht der Kassakurs, sondern ausschließlich der im Kontrakt vereinbarte Ter4 minkurs. Damit ist die Erfolgsneutralität des Beschaffungsvorgangs gewähr4 leistet. Erst im Rahmen einer Folgebewertung kann eine Anpassung des akti4 vierten Betrags an einen niedrigeren Marktpreis des +2.,#*O(2/0 erfolgen. Ei4 ne am vorangegangenen Abschlussstichtag für den Future gebildete Aktiv4 bzw. Passivposition ist im Zeitpunkt der Erfüllung erfolgswirksam aufzulösen (vgl. ?,22(2/,# 1993, S. 144). Z;T;e;Z;W;W;W S(2'21('* S+%+#,0 H,( ="54,20'%"#(01-,# G,$,#%+2/ Für die bilanzielle Behandlung von W%">L3*:*)(> im Falle einer kompensato4 rischen Bewertung gelten grundsätzlich die bei den Forward Rate Agreements gemachten Ausführungen in analoger Weise (vgl. Abschnitt 4.1.8.4.1.2.3). Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 555 Insbesondere muss auch bei Zins4Futures zwischen zinsinduziert und nicht4 zinsinduziert bewerteten Grundgeschäften unterschieden werden. Auch für 8(6%>("L *"1 2"1(\L3*:*)(> gelten grundsätzlich die bei den For4 ward Rate Agreements angestellten Überlegungen entsprechend, weshalb an dieser Stelle auf weitergehende Ausführungen verzichtet werden kann. Aller4 dings spielt sowohl bei Devisen4 als auch bei Index4Futures die Unterschei4 dung in zinsinduziert und nicht4zinsinduziert bewertete Grundgeschäfte keine Rolle, weil es hier nicht wie bei Zins4Futures und Forward Rate Agreements um die Absicherung von Zinsänderungsrisiken geht, sondern um die Absiche4 rung gegen Währungs4 bzw. Aktienkursrisiken. Die Problematik, dass bei manchen Grundgeschäften – wie z. B. bei Buchforderungen – Änderungen des Marktpreises, vor denen man sich durch den Abschluss des Future4 Kontrakts schützen wollte, gar keinen Einfluss auf den Wertansatz des durch den Future abgesicherten Grundgeschäfts am Abschlussstichtag haben, besteht hier nicht. Die nur bei den Financial Futures anzutreffenden 5'#/(24Zahlungen werden bei allen Future4Arten auch bei der Bildung von Bewertungseinheiten genau so behandelt wie im Falle einer Einzelbewertung des Futures. J9[9n9J9I 5?!U> Z;T;e;Z;V;T D#+2.0>%C*(1-,0 C+ B$'40 Z;T;e;Z;V;T;T !"#H,5,#=+2/,2 Mithilfe von Swaps wird versucht, den Umstand, dass bestimmte Marktteil4 nehmer sich an den Finanzmärkten günstiger als andere refinanzieren können, zum Vorteil von beiden Parteien auszunutzen. Hierbei wird das von 3')(. P(1'#." (177241823) für den internationalen Güteraustausch entwickelte The4 orem der F*>"*:'*"+ #7;U!)!:%6() M7>:("67):(%&( auf den Finanzsektor übertragen. Mithilfe seiner Theorie zeigte P(1'#.", dass sich internationaler Handel zwi4 schen zwei Ländern im Vergleich zum Autarkiezustand nicht nur dann lohnt, wenn jedes Land nur dasjenige Gut produziert, bei dessen Herstellung es ei4 nen absoluten Kostenvorteil gegenüber dem anderen Land besitzt. Er wies nach, dass beide Länder Kostenvorteile durch Güteraustausch auch dann reali4 sieren können, wenn ein Land jedes Gut billiger herstellen kann. Dieselbe Ausgangssituation lässt sich nun auf den Finanzmärkten beobachten. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,556 Z;T;e;Z;V;T;W 3,# G,/#(&& .,0 B$'40 Der Begriff „Swap“ kann mit Tausch oder Tauschgeschäft übersetzt werden. Bis Ende der 1970er Jahre wurde mit einem Swapgeschäft eine Sonderform des 8(6%>(":();%"+(>-.A=:(> bezeichnet. Hierbei werden Devisen per Kasse gekauft und gleichzeitig per Termin verkauft. Es handelt sich somit um einen simultanen Abschluss von Devisenkassa4 und Devisentermingeschäften. Mit dem Begriff des Swaps wurde aber auch ein Tausch von Termindevisen unter4 schiedlicher Fälligkeiten bezeichnet (vgl. K'HH,2 1990, S. 10). Diese beiden Arten des klassischen Devisenswaps können dazu verwendet werden, Wechselkursrisiken zu eliminieren. Der in diesem Zusammenhang verwendete Begriff „Swapsatz“ bezeichnet die Differenz zwischen Devisen4 kassa4 und Devisenterminkurs. Liegt der Devisenkassakurs über dem Devi4 senterminkurs, so wird von einem 8(U7): gesprochen; im umgekehrten Fall liegt ein 4(U7): vor. Von dem soeben beschriebenen Begriff der Devisenswaps unterscheidet sich der seit etwa 1980 gebräuchliche Begriff der „&(2'21('* 0$'40“ oder kurz Swaps. Bei diesen in den letzten Jahren stark expandierenden Finanzinnovati4 onen lassen sich zwei 0)*"1=7);(" unterscheiden: • Zinsswaps und • Währungsswaps bzw. kombinierte Zins4/Währungsswaps. Neben diesen beiden Grundformen existiert eine Vielzahl von Varianten. Im Gegensatz zu den klassischen Devisenswaps werden bei diesen neueren Tauschgeschäften während der gesamten Laufzeit des Kontraktes periodische Zahlungen ausgetauscht. Allerdings werden dabei die dem Swap zugrunde liegenden Kapitalbeträge im Allgemeinen nicht ausgetauscht. Z;T;e;Z;V;T;V 3(, B$'4'#%,2 Z;T;e;Z;V;T;V;T 3,# E(200$'4 Beim reinen Zinsswap (4*'(2 )'2(**' 0$'4) tauschen zwei Partner Zinszah4 lungen in einer Währung. In der Regel erfolgt ein F*>:!*>-. 67" 3(>:'%">L '!.&*"+(" +(+(" 6!)%!$&( W%">'!.&*"+(", wobei die der Zinsberechnung zugrunde liegenden M!U%:!&$(:)A+( "%-.: +(:!*>-.: werden. Ein (%>U%(& (modifiziert entnommen aus G(,/ 1998e, S. 66467) soll die Vor4 gehensweise verdeutlichen. Zwei Unternehmungen A und B haben einen Kre4 ditbedarf über jeweils 10 Mio. EUR für einen Zeitraum von zwei Jahren, wo4 bei Unternehmung A an einem variabel verzinslichen Kredit und Unterneh4 mung B an einem festverzinslichen Kredit interessiert ist. Bedingt durch un4 Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 557 terschiedliche Bonitäten der beiden Unternehmungen ergeben sich folgende Finanzierungskonditionen (vgl. -.&*>> (%"(> W%">>?!U> darstellt. Im Vergleich zur Refinanzierungssituation ohne Abschluss eines Zinsswaps ergeben sich die in 67):(%&(. Insgesamt ergibt sich ein Finanzierungsvorteil in Höhe von 1,2 %4Punkten p. a. Dieser stellt die aus der Summe der bei beiden Unternehmungen auf4 grund der Swapvereinbarung zu erzielenden Konditionenvorteile (vgl. 67):(%& auf die beiden am Swap beteiligten Parteien 6():(%&: wird, hängt von der jeweiligen G().!"1&*"+>;!-.: 1() @":()"(.;*"+(" ab. In diesem Beispiel hat Unternehmung A offensichtlich eine größere Verhandlungsmacht besessen, da sie einen Finanzierungsvorteil in Höhe von 0,8 %4Punkten p. a. heraushandeln konnte, während der Finan4 zierungsvorteil bei Unternehmung B lediglich 0,4 %4Punkte p. a. beträgt. Die einzelnen Zinszahlungsströme sind nochmals in %7" zu4 sammen oder treten selbst als Kontraktpartner in einen Swap ein. Der Finan4 zierungsvorteil ist dann auf insgesamt drei Parteien zu verteilen. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,560 Z;T;e;Z;V;T;V;W 3,# Q>-#+2/00$'4 Im Gegensatz zum Zinsswap werden bei einem Währungsswap "($(" 1(" W%">'!.&*"+>6()U=&%-.:*"+(" !*-. 1%( M!U%:!&$(:)A+( +(:!*>-.:. Die je4 weils getauschten Beträge lauten dabei auf unterschiedliche Währungen. Beim Währungsswap lassen sich drei Phasen identifizieren: (1) Phase 1: Zu (+%"" 1() Y!*='(%: 1(> 5?!U> tauschen die Swappartner die verein4 barten, auf unterschiedliche Währung lautenden Kapitalbeträge, die zuvor am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Die Umrechnung zwischen den Partnern des Währungsswapvertrags erfolgt üblicherweise zum aktuellen Kassakurs. Auf den anfänglichen Tausch der Währungsbeträge kann al4 lerdings auch verzichtet werden. Stattdessen können sich die Swappartner die Devisenbeträge auch am Devisenmarkt zum gültigen Devisenkassa4 kurs besorgen. (2) Phase 2: fA.)("1 1() Y!*='(%: 1(> 5?!U> tauschen die Swappartner die Zinszah4 lungen auf die in Phase 1 getauschten Kapitalbeträge. Die Zinszahlungen lauten auf die Währung der der Zinsberechnung zugrunde liegenden Kapi4 talbeträge. (3) Phase 3: Am R"1( 1() Y!*='(%: 1(> 5?!U> werden die Kapitalbeträge aus Phase 1 zu den ursprünglichen Wechselkursen zurückgetauscht. Aufgrund dieser Vereinbarung sind die Swappartner vor dem Risiko potenzieller Wechsel4 kursveränderungen geschützt. Diese drei Phasen sind in U%(& nochmals grafisch dargestellt (vgl. G(,/ 1998e, S. 67468). Es wird angenommen, dass Unternehmung A festverzinsliche USD4Mittel und Unternehmung B festverzinsliche EUR4Mittel benötigt. Der Devisenkassakurs betrage 1,60 USD/EUR bei Abschluss des Swapvertrags. Der zu tauschende Kapitalbetrag betrage 125 Mio. EUR bzw. 200 Mio. USD. In diesem Beispiel werden Festzinssatzpositionen getauscht. Aus diesem Grunde wird diese Art eines Währungsswaps „3(>:>!:'LfA.)*"+>>?!U“ genannt. Sind die Kapitalbeträge jeweils variabel verzinslich, so wird von ei4 nem „Variabel/Variabel4Währungsswap“ gesprochen. Daneben existiert noch der „kombinierte Zins4 und Währungsswap“, bei dem fest verzinsliche und variabel verzinsliche Währungspositionen getauscht werden. Ebenso wie beim Zinsswap werden die Rechtsverhältnisse aus Verträgen mit Dritten – also die Kapitalaufnahme, Zinszahlung und Rückzahlung – durch den Abschluss eines Währungsswaps nicht berührt. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 561 W-8#) F: Beginn der Laufzeit des Swaps: Austausch der Kapitalbeträge W-8#) K: Während der Laufzeit des Swaps: Austausch der Zinszahlungen W-8#) BS Ende der Laufzeit des Swaps: Rücktausch der Kapitalbeträge Unternehmung A Unternehmung B Zahlung der fixen EUR6Zinsen Zahlung der fixen USD6Zinsen fixe EUR6Zinsen fixe USD6Zinsen fixe EUR6Zinsen fixe USD6Zinsen Unternehmung A Unternehmung B Rückzahlung der 125 Mio. EUR Rückzahlung der 200 Mio. USD 125 Mio. EUR 200 Mio. USD 125 Mio. EUR 200 Mio. USD Unternehmung A Unternehmung B Geldaufnahme 125 Mio. EUR zu Festzinssatz Geldaufnahme 200 Mio. USD zu Festzinssatz 125 Mio. EUR 200 Mio. USD 200 Mio. USD 125 Mio. EUR -#+2/00$'40 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,562 Z;T;e;Z;V;T;Z 3(, :#5(%%*+2/ .,0 ?'#=%$,#%,0 ,(2,0 B$'40 Z;T;e;Z;V;T;Z;T !"#H,5,#=+2/,2 Da Swapvereinbarungen OTC4Geschäfte darstellen, kann bei der Ermittlung des Marktwertes auch nicht auf Börsenkurse zurückgegriffen werden; der Marktwert des Swaps muss also – insbesondere im Zusammenhang mit der Aufstellung des Jahresabschlusses – auf andere Art und Weise festgestellt werden. Im Folgenden wird die Marktwertermittlung bei W%">>?!U> mit drei verschiedenen Verfahren demonstriert (vgl. 9'44, 1996, S. 894113). Z;T;e;Z;V;T;Z;W 3(, E(20.(&&,#,2C5,%-"., Bei der Zinsdifferenzmethode (vgl. A*,55UK"22,25'1-,# 1988, S. 73; 8+%C 1989, S. 1414142) werden jeweils alle künftigen Swap4Einzahlungen und alle künftigen Swap4Auszahlungen summiert. Da die Höhe der variablen Zinszah4 lungen aus dem Swap lediglich bis zum nächsten Zinsfixing feststeht, wird unterstellt, dass die Verhältnisse am Abschlussstichtag bis zum Laufzeitende des Swaps gelten. 8%( 8%==()("' !*> 1() 5*;;( 1() 5?!ULR%"'!.&*"+(" *"1 1() 5*;;( 1() 5?!ULF*>'!.&*"+(" ()+%$: 1(" P!)#:?(): 1(> 5?!U>. Hierzu ein (%>U%(&: Eine Unternehmung A hat am 31.12.01 einen Swap im Bestand, bei dem sie jährlich zum 31.12. Festzinsen in Höhe von 3 % auf den Grundbetrag von 20 Mio. EUR zahlt und ebenfalls jährlich zum 31.12. variab4 le Zinsen (Referenzzins: 124Monats4EURIBOR) erhält. Die Höhe der am 31.12. eines jeden Jahres zu zahlenden variablen Zinsen ist also abhängig von dem am 31.12. des Vorjahres (&(M(2/ .'%,28) gültigen 124Monats4EURIBOR. Die Restlaufzeit der Swapvereinbarung beträgt am Abschlussstichtag 01 5 Jahre, der 124Monats4EURIBOR 5 %. Während die von der Unternehmung bis zum Laufzeitende an den Swappart4 ner B zu zahlenden Festzinsen in ihrer Höhe feststehen (3 % von 20 Mio. EUR = 600.000 EUR p. a.), stehen die variablen Zinszahlungen, die die Unternehmung erhält, nur bis zum nächsten Zinsfixing (31.12.02) fest. Für die nach dem 31.12.02 liegenden Zinsperioden wird bei der Zinsdifferenzme4 thode einfach unterstellt, dass der am 31.12.01 maßgebliche EURIBOR4Satz (hier: 5 %) bis zum Ende der Laufzeit des Swaps konstant bleibt. Damit ergibt sich folgender Marktwert nach der Zinsdifferenzmethode (vgl. '!.&*"+(" bemessen, $%> '*; Y!*='(%:("1( *"6()A"1(): bleibt. Somit ist also zu fragen, ob der Marktwert des Swaps am 31.12.01 tatsächlich der mit 5 multiplizierten Diff4 erenz zwischen den festen Swap4Auszahlungen (0,6 Mio. EUR) und den vari4 ablen Swap4Einzahlungen (1,0 Mio. EUR) entspricht. Ferner muss man berücksichtigen, dass der 6!)%!$&( W%">>!:' (%"() 5?!UL 6()(%"$!)*"+ bei einer normalen Swapzinsstrukturkurve immer *":() 1(; 6()(%"$!):(" =(>:(" W%">>!:' liegt. Bei Anwendung der Zinsdifferenzmetho4 de würde sich damit bereits bei Vertragsschluss ein von null verschiedener Marktwert ergeben. Der Swap des Vertragspartners, der den (niedrigeren) va4 riablen Zins erhält, hätte somit bei Vertragsschluss stets einen negativen, der Swap seines Kontraktpartners dagegen einen positiven Marktwert. Ein zu Marktkonditionen abgeschlossener Swap hat stets einen Wert von null; beim Geschäftsabschluss kommt es zu keinen Zahlungen zwischen den Swappart4 nern, weil sich die Barwerte der in der Zukunft liegenden Leistungen und Ge4 genleistungen entsprechen. Die W%">1%==()("';(:.71( ist daher für die Be4 rechnung des Marktwertes eines Swaps (und damit auch für die gegebenen4 falls erforderliche Dotierung der Drohverlustrückstellung) *"+((%+"(: (vgl. 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 513; 9'44, 1996, S. 108). Es kommt hinzu, dass !*-. die Addition bzw. Subtraktion von eindeutig be4 kannten Zahlungsgrößen, die zu völlig unterschiedlichen Zahlungszeitpunkten anfallen, aus investitionstheoretischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll ist. Eine Addition bzw. Subtraktion setzt vielmehr voraus, dass die Zahlungsgrößen durch 8%>#7":%()*"+ auf einen bestimmten Zeitpunkt „vergleichbar“ gemacht werden. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,564 Z;T;e;Z;V;T;Z;V 3(, ?'#=%$,#%5,%-"., Auch bei der Marktwertmethode (vgl. 9'44, 1996, S. 924104) wird der Zinsswap in einen Einzahlungs4 und einen Auszahlungsstrom zerlegt. Der P!)#:?(): (%"(> 5?!U> ergibt sich dabei aus der 5*;;( 1() !)?():( 1() $(%1(" W!.&*"+>>:)D;(. Ein Unterschied zur zuvor erläuterten Zins4 differenzmethode besteht also darin, dass die festen bzw. variablen Zinszah4 lungen nicht einfach addiert, sondern zuvor noch mit laufzeitadäquaten Zero4 bondzinssätzen auf den Abschlussstichtag abgezinst werden. Ferner wird hier bei der Quantifizierung der unbekannten zukünftigen variab4 len Zinszahlungen nicht von der unrealistischen Annahme ausgegangen, dass der am Bewertungsstichtag geltende Referenzzinssatz bis zum Laufzeitende in seiner Höhe unverändert bleiben wird. Stattdessen werden '*) (>:%;;*"+ 1() 6!)%!$&(" W%">'!.&*"+(" !$ 1(; "A-.>:(" /0A0.= '"2$ 1%( T(?(%&%+(" 37)?!)1L5A:'( .()!"+('7+(". Somit beseitigt diese Methode die bei der Zinsdifferenzmethode bemängelten Defizite. Auch diese Methode wird an einem (%>U%(& dargestellt, wobei die Daten des obigen Beispiels gelten. Der !)?(): der F*>'!.&*"+(" aus dem Swap er4 gibt sich aus *"+>=!#:7)(" lassen sich aus der Swapzinsstrukturkurve am 31.12.01 berechnen. Für dieses Beispiel wurden folgende Zinssätze unterstellt: 1 Jahr: 5 %, 2 Jahre: 5,9 %, 3 Jahre: 6,2 %, 4 Jahre: 6,5 %, 5 Jahre: 6,7 % (zur Berechnung der Zerobond4Abzinsungs4 faktors aus diesen Daten vgl. ausführlich 9'44, 1996, S. 944101). Zahlungs6 zeitpunkt feste Swap6 Auszahlungen in Mio. EUR Zerobond6 Abzinsungs6 faktoren Marktwert am 31.12.01 in Mio. EUR 31.12.02 60,6 0,9524 60,571 31.12.03 60,6 0,8912 60,535 31.12.04 60,6 0,8340 60,500 31.12.05 60,6 0,7755 60,465 31.12.06 60,6 0,7204 60,432 Summe 62,503 1() 5?!ULR%"'!.&*"+(" wird das Problem der unbekannten zukünftigen variablen Zinssätze durch die Verwendung der jeweiligen aktuellen Forwardsätze gelöst, die wiederum aus den Zerobond4 Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 565 Abzinsungsfaktoren abgeleitet werden können (vgl. 9'44, 1996, S. 1014102). Im Beispiel gelten die in @)>U)*"+>L *"1 0(L +(">?!U )(>*&:%()("1(" W%">'!.&*"+>>:)D;( werden einander +(+("E$()L +(>:(&&: und die 8%==()("' ;%:.%&=( 67" W()7$7"1LF$'%">*"+>=!#:7)(" !*= 1(" F$>-.&*>>>:%-.:!+ !$+('%">:. Es gelten die Ausgangsdaten des obigen Beispiels. Am Abschlussstichtag könnte die Unternehmung einen Gegenswap abschließen, bei dem sie einen variablen Zins in Höhe des 124Monats4EURIBOR zahlen muss und als Ge4 genleistung eine feste Verzinsung in Höhe von 6,7 % erhält. Bei Abschluss des Gegenswaps ergeben sich folglich die in *"+ 1() !*> 1(" W!.&*"+>>:)D;(" )(>*&:%()("1(" 5!&1(" erhält man dann denP!)#:?(): 1(> 5?!U>. Ursprungsswap Gegenswap Zahlungs6 zeitpunkt variable Swap6 Einzah6 lungen in Mio. EUR feste Swap6 Auszah6 lungen in Mio. EUR variable Swap6 Auszah6 lungen in Mio. EUR feste Swap6 Einzah6 lungen in Mio. EUR Saldo Zerobond6 Ab6 zinsungs6 faktoren Bar6 wert in Mio EUR 31.12.02 EURIBOR 60,6 6EURIBOR 1,34 0,74 0,9524 0,705 31.12.03 EURIBOR 60,6 6EURIBOR 1,34 0,74 0,8912 0,659 31.12.04 EURIBOR 60,6 6EURIBOR 1,34 0,74 0,8340 0,617 31.12.05 EURIBOR 60,6 6EURIBOR 1,34 0,74 0,7755 0,574 31.12.06 EURIBOR 60,6 6EURIBOR 1,34 0,74 0,7204 0,533 Summe: 3,088 &%0'H01-*+00 Wird ein W%">>?!U zu ;!)#:+()(-.:(" M7"1%:%7"(" abgeschlossen, so kommt es bei Geschäftsabschluss zu keinen Zahlungen zwischen den Ver4 tragsparteien, weil sich die Barwerte der in der Zukunft liegenden Leistungen und Gegenleistungen entsprechen und der Marktwert des Swaps somit null EUR ist. Die buchhalterische Behandlung beschränkt sich in diesem Fall wiederum auf die bei allen Derivaten notwendige Erfassung der bewertungs4 relevanten Daten in der S($("$*-..!&:*"+ auf Vormerk4 oder Memokonten. Entsprechen die ausgehandelten Konditionen "%-.: 1(; 5?!U;!)#:"%6(!* und hat ein Swap daher einen von null EUR abweichenden Marktwert, so wird diese Marktabweichung durch eine Ausgleichszahlung vergütet, die ent4 weder bei Geschäftsabschluss (*@3$.2) oder am Laufzeitende des Swaps (8"&&%%. @">3$.2) fällig wird. Empfänger der Zahlung ist derjenige Swappartner, der im Vergleich zum Marktniveau zu niedrige Zinszahlungen aus dem Swap erhält bzw. zu hohe Zinszahlungen leisten muss. Die Aus4 gleichszahlung dient also letztlich wirtschaftlich dem gleichen Zweck wie ein Disagio (Agio) bei einem festverzinslichen Wertpapier, dessen Nominalzins unter (über) dem Marktzinsniveau liegt. Nach h. M. sind +46&#"2% 4'O5,2%0 bzw. H'**""2 4'O5,2%0 im Jahr der Zah4 lung nicht voll erfolgswirksam zu erfassen, sondern durch eine transitorische (im Falle des +46&#"2% 4'O5,2%) bzw. antizipative Rechnungsabgrenzung (im Falle des H'**""2 4'O5,2%) pro rata temporis über die Laufzeit des Swaps zu verteilen. Der Ausweis in der Gewinn4 und Verlustrechnung erfolgt in der Position, in der auch die laufenden Swap4Erträge bzw. 4Aufwendungen aus4 zuweisen sind (vgl. dazu Abschnitt 4.1.8.4.3.2.1.2 sowie 9'44, 1996, S. 1324 134; SI#01-*,U7#"2,# 2006, S. 111). Ein (%>U%(& verdeutlicht diesen Sachverhalt: Eine Unternehmung A schließt am 01.12.01 mit der Unternehmung B einen Zinsswapvertrag mit einer Lauf4 zeit von 12 Monaten zu nicht marktgerechten Konditionen ab. Im Vertrag wird vereinbart, dass A als $("!-.:(%&%+:(; G():)!+>U!):"() eine Aus4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,568 gleichszahlung von 12.000 EUR zusteht. Im Jahresabschluss der Unterneh4 mung A ist dies folgendermaßen zu erfassen: Wird diese Zahlung als *@3$.2 geleistet, so erhält A bei Vertrags4 abschluss am 01.12.01 eine Zahlung in Höhe von 12.000 EUR, die in diesem Jahr nicht in voller Höhe erfolgswirksam zu vereinnahmen, sondern pro rata temporis über die zwölfmonatige Laufzeit des Swaps zu verteilen ist. Weil nur 1/12 der Swaplaufzeit das alte Jahr 01 betrifft (den Monat Dezember), ist auch nur 1/12 (1.000 EUR) der Ausgleichszahlung in diesem Jahr erfolgswirksam zu erfassen. Der Rest (11.000 EUR) betrifft das neue Jahr 02 (Monate Januar bis November) und ist daher auch in diesem erfolgswirksam zu verbuchen. Hierzu werden, nachdem am 01.12.01 zunächst der volle Betrag (12.000 EUR) als ertragswirksamer Zugang auf einem Finanzkonto gebucht wurde, am Ende des alten Jahres 11.000 EUR mit einer ertragsmindernden Buchung in den passivischen Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt, der dann im neuen Jahr erfolgswirksam aufzulösen ist. Auch im Falle eines 8"&&%%. @">3$.2, d. h. bei einer Ausgleichszahlung am Ende der Swaplaufzeit, gilt die eben getroffene Feststellung, dass im Hinblick auf eine periodenrichtige Gewinnermittlung 1.000 EUR im alten und 11.000 EUR im neuen Jahr erfolgswirksam zu berücksichtigen sind. Da die Ausgleichszahlung hier allerdings erst im neuen Jahr zahlungswirksam wird, muss im alten Jahr eine antizipative, d. h. eine den Zahlungsvorgang im neuen Jahr vorwegnehmende Abgrenzung vorgenommen werden. Als Gegenkonto zu der im alten Jahr notwendigen Ertragsbuchung in Höhe von 1.000 EUR dient dabei die Aktivposition: „Sonstige Vermögensgegenstände“. Bei Zahlung des fälligen Betrages (12.000 EUR) im neuen Jahr am Ende der Swaplaufzeit wer4 den dann die dieses Jahr betreffenden 11.000 EUR erfolgswirksam erfasst und die im alten Jahr aktivierte Forderung in Höhe von 1.000 EUR ausgebucht. Bei der Unternehmung B, im Beispiel der $(67):(%&:( G():)!+>U!):"(), wird entsprechend spiegelbildlich gebucht. Die zu leistende Ausgleichszahlung stellt hier einen Aufwand dar, der ebenfalls pro rata temporis zu erfassen ist. Die Rechnungsabgrenzung geschieht hier über die Aktivposition: „Aktivi4 scher Rechnungsabgrenzungsposten“ (im Falle eines +46&#"2% 4'O5,2%) bzw. über die Passivposition: „Sonstige Verbindlichkeiten“ (im Falle eines H'**""2 4'O5,2%). Bei M)(1%:%">:%:*:(" erfolgt der Ausweis in der Bilanz bei antizipativer Ab4 grenzung dagegen gemäß § 11 RechKredV wegen des zinsähnlichen Charak4 ters der Ausgleichszahlung je nach Kontrahent unter den Aktivpositionen 4 bzw. 3: „Forderungen an Kunden“/„Forderungen an Kreditinstitute“ bzw. den Passivpositionen 2 bzw. 1: „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“/„Verbind4 lichkeiten gegenüber Kreditinstituten“. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 569 Im Unterschied zu Zinsswaps kommt es bei fA.)*"+>>?!U> bzw. #7;$%L "%():(" W%">LtfA.)*"+>>?!U> bei Geschäftsschluss zu einem Austausch der Kapitalbeträge. Dieser Austausch ist in der Buchführung erfolgsneutral zu behandeln (Aktivtausch), da der Umtausch in der Regel zum aktuellen Devi4 sen4Kassakurs erfolgt (vgl. N#'-*UK'+5'22 2000, S. 62; B1-'#4&UL+C 2000, S. 457 und S. 504). Z;T;e;Z;V;W;T;W 3(, E(20C'-*+2/,2 '+0 .,5 B$'4 Mit dem Abschluss der Swapvereinbarungen verpflichten sich die Vertrags4 parteien beim Zins4 und beim kombinierten Zins4/Währungsswap zum Aus4 tausch von Zinszahlungen. Diese sind – wie alle Zinszahlungen – im Rahmen einer periodenrichtigen Gewinnermittlung !":%'%U!:%6 bzw. :)!">%:7)%>-. !$L '*+)("'(" und pro rata temporis erfolgswirksam zu erfassen. Der Ausweis in der Gewinn4 und Verlustrechnung sollte, sofern es sich um >U(#*&!:%6( 0(>-.A=:( handelt, in den „Sonstigen betrieblichen Erträgen“ bzw. den „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ – bei Kreditinstituten in der GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands“ – erfolgen. Wird dagegen ein Swapkontrakt zur (+)("'*"+ 1(> W%">A"1(L )*"+>)%>%#7> abgeschlossen, steht er also im Zusammenhang mit dem Zinsri4 sikomanagement, so ist hier wegen des Zinscharakters der Zahlungen ein Ausweis unter den „Zinserträgen“ bzw. „Zinsaufwendungen“ sinnvoll (vgl. 7N?D 1995, S. 103; B1-'#4&UL+C 2000, S. 4884489); bei Kreditinstituten also in den GuV4Positionen 1 und 2. Die Zinsabgrenzung soll nun an einem (%>U%(& verdeutlicht werden. Eine Un4 ternehmung A schließt einen Zinsswap mit den in :(" W%"> in Höhe von 5 % (500.000 EUR) an ihren Kontraktpartner B zu zahlen. Im Gegenzug erhält sie .!&$TA.)&%-. (01.06./01.12.) von ihrem Kontraktpartner eine 6!)%!$&( W%">'!.&*"+, deren Höhe vom am &(M(2/ .'%, gültigen 64 Monats4EURIBOR abhängt (vgl. A*,55UK"22,25'1-,# 1988, S. 73; 8+%C 1989, S. 1414142). Damit ergibt sich für die Unternehmung A die in FK>DF E<#,-@&##' #$%,-$84 BF>FK>DK 01.06.01 RCV VAR t WEl ?!m 01.12.01 01.12.0201.06.02 01.06.03 Y!*='(%:L $(+%"" WEl ?!m RCV VAR RCV VAR RCV VAR RCV = $-?-:K- (erhalten) PAY = C(D (zahlen) VAR = variabler Zinssatz FIX = Festsatz :%:*:(" erfolgt der Ausweis dieser antizipativen Zinsen in der Bilanz gemäß § 11 RechKredV je nach Kontrahent unter den Aktivpositio4 nen 3 bzw. 4: „Forderungen an Kreditinstitute“/„Forderungen an Kunden“ bzw. unter den Passivpositionen 1 bzw. 2: „Verbindlichkeiten gegenüber Kre4 ditinstituten“/„Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“. Z;T;e;Z;V;W;T;V 3(, G,-'2.*+2/ '5 %:%6( P!)#:?(): des Swapkontrakts am Ab4 schlussstichtag gegenüber der Ausgangssituation nicht nur die Marktwertstei4 gerung, sondern auch den am Abschlussstichtag aus dem Kontrakt zu erwar4 tenden Gewinn dar. Er ist als Aktivposition (Handelsbestand) in der Bilanz erfolgserhöhend (GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Han4 delsbestands“) zu berücksichtigen. Ein "(+!:%6() P!)#:?(): der Swapvereinbarung am Abschlussstichtag stellt dagegen eine gegenüber der Ausgangssituation eingetretene Verschlechterung der Situation, also einen erwarteten Verlust dar, der im Jahresabschluss er4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,572 folgsmindernd in der GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands“ zu berücksichtigen ist. BeifA.)*"+>L bzw. #7;$%"%():(" W%">LtfA.)*"+>>?!U> besteht bei einer für den Bilanzierenden negativen Devisenkursentwicklung grundsätzlich kei4 ne Notwendigkeit, für drohende Kursverluste eine Rückstellung zu bilden, weil die bei Vertragsabschluss ausgetauschten Kapitalbeträge am Ende der Swaplaufzeit zu den historischen Kursen zurückgetauscht werden. Auch wenn auf die Anfangstransaktion verzichtet wird und sich die Swappartner die Be4 träge über den Kapitalmarkt besorgen (vgl. Abschnitt 4.1.8.4.3.1.3.2), liegt eine geschlossene Position vor, weshalb auch in diesem Fall die Notwendig4 keit der Bildung einer Drohverlustrückstellung entfällt. Eine Ausnahme gilt allerdings dann, wenn die vom Swappartner erhaltenen Devisen in Inlandswährung getauscht wurden. In diesem Fall besteht keine geschlossene Position und es muss gegebenenfalls eine Drohverlustrück4 stellung gebildet werden (vgl. B1-'#4&UL+C 2000, S. 5044505). Z;T;e;Z;V;W;T;Z 3(, K,+%#'*(0'%("2 ,(2,0 B$'40 Swaps können zum einen dadurch neutralisiert werden, dass mit dem Swap4 partner ein F*=&D>*"+>6():)!+ geschlossen wird (1&% $ %*2). Mit dieser in der Praxis durchaus üblichen Vereinbarung erlöschen sämtliche Rechte und Pflichten aus dem Swapvertrag. Dabei verpflichtet sich der Swappartner, der zum Auflösungszeitpunkt einen negativen Marktwert aus dem Swap besitzt, an seinen Kontrahenten eine entsprechende Ausgleichszahlung zu leisten. Diese 1&% $ %*2LW!.&*"+ ist nach h. M. von beiden Swappartnern >7=7): %" 67&&() /D.( unter Ausbuchung von am vorangegangenen Abschlussstichtag gegebenenfalls gebildeten Bilanzpositionen ()=7&+>?%)#>!; '* 6()(%""!.L ;(". Da mit der 1*"0, "+%4Zahlung, also mit der Erfüllung des Auflösungsver4 trags, die ursprüngliche Swapvereinbarung erloschen ist, der erloschene Swapkontrakt zukünftige Geschäftsjahre also überhaupt nicht mehr betrifft, kann die 1*"0, "+%4Zahlung nicht in irgendeiner Weise auf zukünftige Ge4 schäftsjahre verteilt werden. Der Ausweis in der Gewinn4 und Verlustrech4 nung erfolgt unter den „Sonstigen betrieblichen Erträgen“ bzw. den „Sonsti4 gen betrieblichen Aufwendungen“ (vgl. B1-'#4&UL+C 2000, S. 4924493; 7N?D 1995, S. 1044105), bei Kreditinstituten in GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands“. Eine andere Möglichkeit der Neutralisation besteht darin, die offene Swappo4 sition durch den Abschluss eines entsprechenden gegenläufigen Geschäfts zu schließen. Durch eine solche 0&!::>:(&&*"+ wird – wie bei den bereits behan4 delten Forward Rate Agreements – lediglich eine wirtschaftliche Glattstellung des Ursprungsgeschäfts erreicht. Der Abschluss eines Gegenswaps führt also nicht wie die 1*"0, "+%4Vereinbarungen zu einer juristischen Aufhebung der Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 573 ursprünglichen Swapvereinbarungen und zu einer sofortigen Ausgleichszah4 lung. Vielmehr bleiben hier beide Swapgeschäfte bis zum jeweiligen Laufzeit4 ende bestehen. Allerdings entsteht in dem Moment des Abschlusses des Ge4 gengeschäfts zusammen mit dem ursprünglichen Swap eine geschlossene Po4 sition, wodurch genau wie beim 1*"0, "+% ein Gewinn oder Verlust entsteht, der sich nach der im Abschnitt 4.1.8.4.3.1.4.4 vorgestellten Glattstellungsme4 thode aus den Zahlungsströmen des Ursprungs4 und des Gegenswaps berech4 nen lässt. Fraglich ist nun, wie dieser Gewinn oder Verlust bilanziell zu be4 handeln ist. Diese Frage ist maßgeblich davon abhängig, mit welchem Zweck der Swap bis zum Zeitpunkt der Glattstellung gehalten wurde. Handelt es sich um einen H#"'0.=L5?!U, stand also die Handelsabsicht im Vordergrund, so wurde der Swap gemäß § 340e Abs. 3 Satz 1 HGB erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Hieran ändert sich durch die wirtschaftliche Glattstellung des Swaps durch einen Gegenswap nichts. Beide derivativen Geschäfte kön4 nen demnach in der Folge als Teil des Handelsbestands erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Es ist allerdings auch möglich, die beiden Swaps ab dem Zeitpunkt der Glatt4 stellung als (?():*"+>(%".(%: zu interpretieren. Dann ist der Glattstellungs4 gewinn aus dem J#'.(2/4Swap zum Zeitpunkt der Glattstellung erfolgswirk4 sam zu erfassen. In der Folge sind die Vorschriften über Bewertungseinheiten anzuwenden. Wurde der Swap bislang im F"&!+($(>:!"1 geführt – insbesondere dann wenn er Teil einer Bewertungseinheit war – so gehen die Auffassungen über eine Verbuchung eines Glattstellungserfolgs im Schrifttum auseinander. Nach einer weit verbreiteten Auffassung (vgl. 7N?D 1995, S. 105; SI#01-*,U7#"2,# 2006, S. 111) entspricht bei einer nur wirtschaftlichen Glatt4 stellung die sofortige erfolgswirksame Vereinnahmung des Barwerts der Mar4 gen nicht den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Vielmehr seien die Margen generell – also sowohl positive als auch negative Margen – „nicht en4bloc, sondern pro rata temporis“ (7N?D 1995, S. 105) in den Abschlüssen der Jahre zu berücksichtigen, in denen die Bewertungseinheit besteht. Dieser Auffassung wird hier nicht gefolgt. Stattdessen wird eine differenzierte Ent4 scheidung getroffen. Im Hinblick auf die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ist es zweifel4 los unzulässig, den aus einer geschlossenen Position resultierenden, zwar fest4 geschriebenen, aber dennoch nach handelsrechtlichen Maßstäben immer noch *")(!&%>%():(" 0(?%"" sofort in voller Höhe zu erfassen. Genauso unzulässig ist es jedoch, im Falle eines aus der geschlossenen Position resultierenden Verlusts auf die erfolgswirksame Berücksichtigung dieses festgeschriebenen, somit in besonders sicherer Weise drohenden Verlusts zu verzichten. Letzteres Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,574 ergibt sich m. E. zwingend aus dem Imparitätsprinzip und dem Wortlaut des § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB (in diese Richtung wohl auch B1-'#4&UL+C 2000, S. 493). Damit sind also U7>%:%6( P!)+(" !*> 1() 0&!::>:(&&*"+ aufgrund des Reali4 sationsprinzips U)7 )!:! :(;U7)%> ()=7&+>().D.("1 '* 6()(%""!.;(", wäh4 rend die Summe der "(+!:%6(" P!)+(" wegen des Imparitätsprinzips en4bloc %" 1(; 0(>-.A=:>T!.)C %" 1(; 1%( 7==("( <7>%:%7" +(>-.&7>>(" ?%)1C ()L =7&+>;%"1()"1 '* $()E-#>%-.:%+(" ist. Die Behandlung dieses Mikro4-,./,0 – um nichts anderes handelt es sich schließlich bei einer Glattstellung – ent4 spricht damit ganz genau der imparitätischen Marktbewertung der Mikro4 Bewertungseinheiten (vgl. Abschnitt 4.1.7.2.2 und 4.1.8.4.1.2.3.1.3). Würde man dagegen im Falle einer Glattstellung des Ursprungsswaps auf die vollständige erfolgsmindernde Berücksichtigung des gesamten in der Bewer4 tungseinheit fortgeschriebenen Verlusts verzichten, so ergäbe sich für den Bi4 lanzierenden allein aus der Wahlmöglichkeit zwischen 1*"0, "+% und Glattstel4 lung ein erheblicher jahresabschlusspolitischer Gestaltungsspielraum (hierauf weisen die Befürworter dieser Vorgehensweise sogar ausdrücklich hin; vgl. 7N?D 1995, S. 105). Dieser jahresabschlusspolitische Gestaltungsspielraum würde es dem Bilanzierenden insbesondere ermöglichen, drohende Verluste aus Swapvereinbarungen zu kaschieren. Während er nämlich bei einem 1*"0, "+% die Verluste in Höhe der gesamten Ausgleichszahlung im Jahre ihrer Zah4 lung zwingend erfolgswirksam zu berücksichtigen hätte, könnte er bei Glatt4 stellung den gesamten festgeschriebenen Verlust auf die Perioden verteilen, in denen die Bewertungseinheit besteht. In der Periode der Glattstellung wäre also nicht der gesamte festgeschriebene Verlust erfolgsmindernd auszuweisen – und dies, obwohl die Glattstellung aus wirtschaftlicher Sicht genauso zu bewerten ist wie die 1*"0, "+%4Vereinbarung. Damit würde ein und derselbe wirtschaftliche Sachverhalt in Abhängigkeit von der gewählten rechtlichen Konstruktion unterschiedlich abgebildet. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten, einen Swap zu neutralisieren, besteht darin, dass beim 1*"0, "+% im Gegensatz zur Glattstel4 lung durch Abschluss eines gegenläufigen Swapkontrakts im Zeitpunkt des Abschlusses der Auflösungsvereinbarung eine Ausgleichszahlung fällig wird und somit der Swapkontrakt erlischt. Aufgrund der fehlenden Ausgleichszah4 lung und des Fortbestehens der alten Swapvereinbarung und des Hinzukom4 mens einer neuen, gegenläufigen Swapvereinbarung ist m. E. der gesamte festgeschriebene Verlust der Bewertungseinheit der Periode der Glattstellung zuzuweisen, während sich bei einer Glattstellung aufgrund des Realisations4 prinzips die sofortige vollständige erfolgserhöhende Erfassung des durch die Glattstellung festgeschriebenen Gewinns verbietet. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 575 Z;T;e;Z;V;W;W B$'40 H,( ="54,20'%"#(01-,# G,$,#%+2/ Z;T;e;Z;V;W;W;T !"#H,5,#=+2/,2 Auch für Swaps gelten grundsätzlich die bereits bei den Forward Rate Agreements gemachten Ausführungen zu der kompensatorischen Bewertung (vgl. Abschnitt 4.1.8.4.1.2.3). Im Folgenden wird daher lediglich auf einige Besonderheiten von Zinsswapvereinbarungen bei Mikro4-,./,0 eingegangen. Z;T;e;Z;V;W;W;W ?(=#"6G,$,#%+2/0,(2-,(%,2 H,( E(200$'40 Eine häufig genutzte Einsatzmöglichkeit von Swaps besteht darin, eine Aktiv4 oder Passivposition mit festem (variablem) Zinssatz in eine synthetische Posi4 tion mit variablem (festem) Zinssatz umzuwandeln. Hat eine Unternehmung z. B. eine =(>:6()'%">&%-.( F"&(%.( im Bestand, so kann sie durch den Ab4 schluss eines 5?!U>, bei dem sie feste Zinsen an ihren Swappartner zahlt und von diesem variable Zinszahlungen in Abhängigkeit von der Höhe des verein4 barten Referenzzinssatzes erhält, diese festverzinsliche Anleihe in eine >^"L :.(:%>-.( 6!)%!$(& 6()'%">&%-.( F"&(%.( O3&7!:%"+ 4!:( S7:(Q umwandeln. Sofern die Voraussetzungen zur Bildung von Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB erfüllt sind, werden die beiden zusammengefassten Geschäfte in der Bilanz auch genau so behandelt, als handele es sich um eine Floating Rate Note. Soweit sich die Marktwertänderungen aus beiden Geschäften annähernd vollständig ausgleichen (perfekter -,./,), entfällt damit also insbesondere die Notwendigkeit, im Falle eines Marktzinsanstiegs eine Abschreibung des Wertpapiers vorzunehmen, weil am Abschlussstichtag nicht mehr der Kurs des festverzinslichen Wertpapiers der maßgebliche Korrekturwert (Börsen4 oder Marktpreis, beizulegender Wert) ist, sondern vielmehr auf den von Marktzinsänderungen (nahezu) unbeeinflussten Marktwert der (synthetischen) Floating Rate Note abzustellen ist (vgl. hierzu und zum Folgenden: 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 5164518; B1-'#4&UL+C 2000, S. 4964499). Wird allerdings keine vollständige Absicherung erreicht (imperfekter -,./,), so sind die negativen Kompensationsüberhänge in gewohnter Weise zu berücksichtigen (vgl. Ab4 schnitt 4.1.8.4.1.2.3.1.3). Umgekehrt kann die Unternehmung auch eine im Bestand befindliche Floa4 ting Rate Note in ein >^":.(:%>-.(> =(>:6()'%">&%-.(> f():U!U%() umwan4 deln, in dem sie einen Swapkontrakt eingeht, bei dem sie variable Zinsen leis4 ten muss und im Gegenzug feste Zinsen erhält. Werden die beiden Positionen zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst, so entspricht deren bilanzielle Behandlung der einer festverzinslichen Anleihe. Kommt es in diesem Fall zu Marktzinssteigerungen, so muss ein Verlust in der GuV4Rechnung berück4 sichtigt werden. Hinsichtlich der Frage, ob die notwendige Gegenbuchung zur Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,576 Abschreibung der Floating Rate Note oder zur Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften führen soll, ist der differen4 zierten Auffassung von 7#+52"$ ,% '*; (2004, S. 518) zuzustimmen. Danach ist die Verlustursache entscheidend. Resultiert der Verlust aus der Floating Rate Note, so ist eine Abschreibung der Bilanzposition vorzunehmen; liegt die Verlustursache im Swap, so ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden. Neben Anleihen können auch *-.=7)1()*"+(" *"1 L6()$%"1&%-.#(%:(" mit festem (variablem) Zinssatz in analoger Weise in synthetische Forderungen und Verbindlichkeiten mit variablem (festem) Zinssatz umgewandelt werden. Wird zum Zwecke der Bilanzierung aus beiden Geschäften eine Bewertungs4 einheit gebildet, so gilt auch hier, dass für die Bilanzierung auf die syntheti4 sche Position abzustellen ist, d. h. variabel verzinsliche Forderun4 gen/Verbindlichkeiten in Verbindung mit einem Swap werden dann wie fest4 verzinsliche Forderungen/Verbindlichkeiten, festverzinsliche Forderun4 gen/Verbindlichkeiten entsprechend wie variabel verzinsliche Forderun4 gen/Verbindlichkeiten behandelt. Da sowohl Buchforderungen als auch Buchverbindlichkeiten – unabhängig davon, ob es sich um variable oder feste Zinsen handelt – "%-.:L'%">%"1*'%(): $(?():(:( <7>%:%7"(" darstellen, be4 steht in der Bilanz auch niemals ein Abschreibungsbedarf bei Forderungen bzw. Zuschreibungsbedarf bei Verbindlichkeiten aufgrund einer Marktzinsän4 derung (vgl. Abschnitt 4.1.8.4.1.2.3.1.2; so auch B1-'#4&UL+C 2000, S. 4994 500; 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 516). So sehr man die fehlende Berücksichtigung negativer Auswirkungen von Marktzinsänderungen auf den Buchwert von Forderungen und Verbindlich4 keiten und auf den Periodenerfolg beklagen mag (vgl. Abschnitt 4.1.8.4.3.2.1.3), sowenig wird man einen Ausweis drohender Verluste etwa aus dem zur Sicherung des Zinsbuchs abgeschlossenen Zinsswap vorschlagen können, denen unrealisierte Gewinne aus der gesicherten Position gegenüber4 stehen, wenn selbst bei Verzicht auf den Zinsswap drohende Verluste aus der ungesicherten Position, dem Zinsbuch, nicht auszuweisen wären. Auf eine Marktbewertung des Swaps kann hier folglich verzichtet werden. J9[9n9J9J ZU:%7"(" Z;T;e;Z;Z;T D#+2.0>%C*(1-,0 C+ j4%("2,2 Z;T;e;Z;Z;T;T 3,# G,/#(&& .,# j4%("2 Der Käufer einer Option (ZU:%7">%".!$()) erwirbt gegen Zahlung des Opti4 onspreises (ZU:%7">U)A;%() gegenüber seinem Kontrakt4Partner (5:%&&.!&:()) das Recht, an oder bis zu einem bestimmten Fälligkeitstermin (G()=!&&:();%") zu einem im Voraus vereinbarten Preis ( !>%>U)(%>) eine bestimmte Menge Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 577 (M7":)!#:+)DV() eines bestimmten Handelsobjekts ( !>%>?():C *.'$#&>0.=) zu kaufen (M!*=7U:%7"C 1"&&) oder zu verkaufen (G()#!*=>7U:%7"C @*2). Al4 ternativ kann statt der tatsächlichen physischen Lieferung des Basiswerts auch vereinbart werden, dass der Stillhalter dem Käufer der Option bei Ausübung derselben die Differenz zwischen dem in dem Options4Kontrakt vereinbarten Basispreis und dem aktuellen Marktpreis des +2.,#*O(2/ zahlen muss. Als Handelsobjekt kommen bei Optionen sowohl Waren als auch originäre und derivative Finanzinstrumente in Frage. Ist die Ausübung der Option nur zu einem bestimmten Zeitpunkt möglich, so spricht man von einer (*)7UA%>-.(" ZU:%7" (,+#"4,'2 0%O*, "4%("2), während eine Option, die jederzeit während der Laufzeit der Option ausgeübt werden kann, !;()%#!"%>-.( ZU:%7" ('5,#(1'2 0%O*, "4%("2) genannt wird. In Deutschland sind beide Optionstypen anzutreffen. Der Verkäufer einer Option (5:%&&.!&:()C 5-.)(%$()) übernimmt die Verpflich4 tung, dem Optionsinhaber bei Ausübung der Option den Basiswert zum Ba4 sispreis zu verkaufen (verkaufte Kaufoption) oder abzunehmen (verkaufte Verkaufsoption) bzw. eine Differenzzahlung zu leisten. Als Gegenleistung für diese Verpflichtung erhält er vom Käufer der Option die ZU:%7">U)A;%(. Der Optionsinhaber hat die Möglichkeit, die Option bis zu ihrer Fälligkeit zu behalten, um dann entweder von seinem Optionsrecht Gebrauch zu machen oder es verfallen zu lassen. Er kann jedoch auch die Option an einen Dritten weiterveräußern. In diesem Falle muss ihm der Dritte einen Optionspreis (Op4 tionsprämie) bezahlen, wofür ihm wiederum das Optionsrecht gegenüber dem Stillhalter zusteht. Z;T;e;Z;Z;T;W :(2, BO0%,5'%(0(,#+2/ )"2 j4%("2,2 &@# .(, E$,1=, .,# G(*'2C(,#+2/ Optionen lassen sich auf verschiedene Art und Weise systematisieren. Eine häufig anzutreffende Variante ist die Unterscheidung nach dem der Option zugrunde liegenden +2.,#*O(2/. Da die bilanzielle Behandlung von Optionen jedoch grundsätzlich unabhängig vom jeweiligen Handelsobjekt erfolgt, ist eine derartige Differenzierung hier nicht sachgerecht. Stattdessen wird in !): (standardisiert, nicht4standardisiert) und Z)+!"%>!:%7" 1(> ZU:%7">.!"1(&> (börslich, außerbörslich) vorgenom4 men (vgl. hierzu und zum Folgenden: G#,=,# 1993, S. 28436; 9"00&,*. 1997, S. 124141242). Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,578 Optionsart Optionsscheine 6 Aktienoptionen 6 Rentenoptionen 6 Sonstige Optionen nicht standardisiert EUREX6Optionen standardisiert Organisation des Optionshandels börslich EUREX Wertpapierbörsen #K-$2)@-2?#>+)-$2 Optionen außerbörslich :!"1!)1%>%():(" ZU:%7"(". Dies bedeutet, dass es hinsicht4 lich des Kontraktvolumens, der Festlegung und Staffelung der Basispreise, der Optionsfristen, der Abstufung der Optionspreise sowie der Modalitäten der Optionsausübung detaillierte Regelungen gibt, die einheitlich für alle an der jeweiligen Börse gehandelte Optionen Gültigkeit besitzen. Eine solche Standardisierung fehlt bei den Optionsscheinen und bei den "),# %-, 1"+2%,# gehandelten Optionskontrakten ("%-.:L>:!"1!)1%>%():( ZU:%7L "("). Während Letztere – wie schon ihre Bezeichnung verdeutlicht – nicht zum Handel an einer Wertpapierbörse zugelassen sind, verfügt der überwie4 gende Teil der Optionsscheine in Deutschland (trotz fehlender Standardisie4 rung) über ein Börsenlisting. Optionsscheine waren ursprünglich an die Emis4 sion einer Anleihe (Optionsanleihe) oder eines Genussscheins (Optionsge4 nussschein) gekoppelt. Sie wurden dann nach einer bestimmten Zeit von dem Stammtitel abgetrennt und separat an der Börse gehandelt. Mitte der 1980er Jahre ist man dann dazu übergegangen, Optionsscheine als eigene Emissionen ohne die vorherige Bindung an Anleihen bzw. Genussscheine an der Börse zu platzieren. In diesem Fall spricht man dann von „2'=,. $'##'2%0“. Die Be4 zeichnung „2'=,. $'##'2%0“ wird häufig auch für solche Optionsscheine ge4 braucht, die (im Gegensatz zu den 1"),#,. $'##'2%0, also den gedeckten Op4 tionsscheinen) nicht durch einen entsprechenden Deckungsbestand unterlegt sind (vgl. hierzu E'-2 1991, S. 219). 30 Modifiziert entnommen aus 9"00&,*. 1997, S. 1242. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 579 Z;T;e;Z;Z;T;V 3,# j4%("204#,(0 [j4%("204#>5(,\ Der Preis, der beim Kauf einer Option zu entrichten ist, setzt sich aus den bei4 den Komponenten innerer Wert und Zeitwert zusammen (vgl. zum Folgenden G(,/U7+Y5'+* 2009b, S. 3784381). Der %""()( f(): ((2%#(20(1 )'*+,) einer Option stellt den Gewinn (unter Ver4 nachlässigung der Transaktionskosten) dar, den der Optionsinhaber bei sofor4 tiger Ausübung der Option und gleichzeitigem Abschluss des entsprechenden Kompensationsgeschäftes (bei Kaufoptionen: Verkauf des Basiswerts; bei Verkaufsoptionen: Kauf des Basiswerts) erzielen würde. Somit bezeichnet der innere Wert einer Option die 8%==()("' '?%>-.(" 1(; !#:*(&&(" P!)#:U)(%> 1(> !>%>?():> *"1 1(; 6()(%"$!):(" !>%>U)(%> 1() ZU:%7". Zu beachten ist, dass der innere Wert einer Option "%-.: "(+!:%6 werden kann, da der Optionsinhaber von seinem Ausübungsrecht keinen Gebrauch machen wird, wenn die Preiskonstellation für ihn ungünstig sein sollte. Je nachdem, ob der Optionsinhaber eine Kauf4 oder Verkaufsoption besitzt, stellt sich eine für ihn ungünstige Preiskonstellation anders dar. Der Inhaber einer M!*=7U:%7" hat das Recht, den Basiswert zum vereinbarten Basispreis vom Stillhalter zu erwerben. Liegt der aktuelle Marktpreis des Ba4 siswerts unterhalb des Basispreises, so würde er den Basiswert durch Aus4 übung der Option teurer erwerben als bei einem Kauf des Basiswerts zum Marktpreis. Bei einer derartigen Preiskonstellation wäre eine Ausübung der Option mit gleichzeitigem Abschluss des entsprechenden Kompensations4 geschäftes für den Inhaber einer Kaufoption mit einem Verlust verbunden. Ein rational handelnder Optionsinhaber wird die M!*=7U:%7" daher "%-.: !*>L E$(", wenn der aktuelle Marktpreis des Basiswerts kleiner ist als der im Opti4 onskontrakt vereinbarte Basispreis. Bei einer derartigen Preiskonstellation wird davon gesprochen, dass die Kaufoption _!*> 1(; 0(&1` ist. Der innere Wert der Kaufoption ist dann null. Liegt hingegen der aktuelle Marktpreis des Basiswerts über dem vereinbarten Basispreis, so ist die Kaufoption _%; 0(&1`. Diese Preiskonstellation ist für den Inhaber der Kaufoption vorteilhaft, da er den Basiswert durch F*>E$*"+ 1() ZU:%7" zum vereinbarten Basispreis vom Stillhalter beziehen und sofort zum (höheren) aktuellen Marktpreis veräußern kann. In diesem Fall würde sein Gewinn (unter Vernachlässigung der Transaktionskosten) der Differenz aus aktuellem Marktpreis des Basiswerts und dem vereinbarten Basispreis entsprechen. Die Kaufoption besitzt demnach einen inneren Wert in Höhe eben dieser Differenz. Entspricht hingegen der vereinbarte Basispreis dem aktuellen Marktpreis, so wird gesagt, die Kaufoption ist _!; 0(&1`. Der Inhaber der Kaufoption ist hinsichtlich des Erwerbs des Basiswerts durch Ausübung der Option oder Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,580 durch Kauf am Markt %"1%==()(":, da ihn der Erwerb des Basiswerts in beiden Fällen gleich viel kostet bzw. bei Ausübung der Option und unmittelbar an4 schließendem Verkauf des Basiswerts Ein4 und Verkaufspreis identisch sind. Handelt es sich bei der Kaufoption jedoch um eine !;()%#!"%>-.( ZU:%7", so ist zu beachten, dass die Option während der Laufzeit einen bestimmten Wert besitzt. Übt der Optionsinhaber die Option während der Laufzeit der Option aus, so erwirbt er zwar den Basiswert zum vereinbarten Basispreis und in die4 sem Fall nicht teurer als bei einem direkten Kauf über den Markt; durch Aus4 übung der Option geht aber sein Optionsrecht unter. Da dieses bei amerikani4 schen Optionen während der Laufzeit der Option einen positiven Wert besitzt, würde der Optionsinhaber (verglichen mit dem Erwerb des Basiswerts über den Markt) bei Ausübung der „am Geld“4Option einen Vermögensverlust er4 leiden. Es ist für ihn daher sinnvoller, die am Geld stehende amerikanische Kaufoption nicht vorzeitig auszuüben, sondern diese weiterzuveräußern und den Basiswert am Markt zu erwerben. Für (*)7UA%>-.( ZU:%7"(" gelten diese Überlegungen nicht, da Optionen die4 ses Typs lediglich am Ende der Laufzeit ausgeübt werden können, die Wahl zwischen Weiterveräußerung der Option und Ausübung der Option also zu keinem Zeitpunkt besteht. Hier hat der Optionsinhaber während der Laufzeit der Option die Wahl zwischen Halten oder Verkaufen der Option; am Ende der Laufzeit der Option kann er nur noch zwischen Ausüben und Verfallenlas4 sen der Option wählen. Für M!*=7U:%7"(" gilt somit, dass ihr innerer Wert der Differenz zwischen aktuellem Marktpreis des Basiswerts und vereinbartem Basispreis entspricht, mindestens jedoch null beträgt. Für G()#!*=>7U:%7"(" gelten analoge Überlegungen. Zu beachten ist bei die4 sen Kontrakten, dass sich für den Optionsinhaber, der das Recht hat, den Ba4 siswert zum vereinbarten Basispreis an den Stillhalter zu verkaufen, eine vor4 teilhafte Preiskonstellation ergibt, wenn der Marktpreis unter dem Basispreis liegt, die Option also _%; 0(&1` ist. Der Optionsinhaber könnte dann den dem Kontrakt zugrunde liegenden Basiswert zum (niedrigeren) Marktpreis erwer4 ben und sofort an den Stillhalter zum (höheren) Basispreis weiterverkaufen. Er würde durch F*>E$*"+ 1() ZU:%7" also einen Gewinn in Höhe der Diffe4 renz zwischen Basispreis und aktuellem Marktpreis des Basiswerts erzielen. Der Optionsinhaber wird die G()#!*=>7U:%7" "%-.: !*>E$(", wenn der Ba4 sispreis unter dem aktuellen Marktpreis des Basiswerts liegt, die Option also _!*> 1(; 0(&1` ist; er müsste in diesem Fall den Basiswert am Markt zu ei4 nem Preis erwerben, der über dem bei Ausübung seines Optionsrechts vom Stillhalter zugesagten Basispreis läge. Bei Verkaufsoptionen, die _!; 0(&1` stehen, bei denen also der Marktpreis des Basiswerts dem Basispreis der Option entspricht, ist der Optionsinhaber Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 581 bezüglich des Verkaufs über den Markt oder des Verkaufs durch Ausübung seines Optionsrechtes %"1%==()(":. Es gilt jedoch hinsichtlich amerikanischer und europäischer Verkaufsoptionen das über _!; 0(&1` stehenden Kaufopti4 onen Gesagte. Für G()#!*=>7U:%7"(" lässt sich somit sagen, dass ihr innerer Wert der Diffe4 renz zwischen vereinbartem Basispreis und aktuellem Marktpreis des Basis4 werts entspricht, mindestens jedoch null beträgt. Basispreis Innerer Wert = 0 am Geld aktueller Marktpreis des Basiswertes = Basispreis Innerer Wert = 0 aktueller Marktpreis des Basiswertes = Basispreis Innerer Wert = 0 im Geld aktueller Marktpreis des Basiswertes > Basispreis Innerer Wert = S – E aktueller Marktpreis des Basiswertes < Basispreis Innerer Wert = E – S :&!*='(%: 1() ZU:%7", also vom W(%:)!*; $%> '*; G()=!&& 1() ZU:%7". Der Zeitwert fällt mit abnehmender Restlaufzeit der Option, da die Chance, dass sich der Preis des Basiswerts während der Restlaufzeit in einer für den Optionsinhaber vorteilhaften Art und Weise verändert, umso kleiner ist, je kürzer die verbleibende Restlaufzeit der Option ist. Am Verfall4 tag der Option, wenn die Restlaufzeit der Option also null beträgt, besitzt auch der Zeitwert einen Wert von null, da sich die Vermögenssituation des Opti4 onsinhabers nicht mehr durch ein Steigen des Werts der Option im Zeitablauf verbessern kann. Der Wert der Option entspricht am Verfalltag der Option somit dem inneren Wert der Option. Neben der Restlaufzeit der Option sind noch andere Faktoren für die Höhe des Zeitwerts relevant. Hierzu zählen insbesondere „die erwarteten Preisschwan4 kungen des zugrunde liegenden Basiswerts, der aktuelle Zinssatz sowie die Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,582 Höhe der Dividende“ (3JG 3,+%01-, J,#5(2HI#0, 1993, S. 11). Je mehr eine Option „aus dem Geld“ oder „im Geld“ ist, umso mehr geht der Zeitwert ge4 gen null; liegt der Marktpreis des Basiswerts in der Nähe des Basispreises, ist die Option also „am Geld“, so ist der Zeitwert ceteris paribus am höchsten (vgl. G(2="$0=(UG,,1= 1995, S. 131). Die 4(>:&!*='(%: (%"() ZU:%7" gibt den W(%:)!*; $%> '*; G()=!&& 1() ZU:%L 7" an. Je länger die verbleibende Restlaufzeit der Option ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Preis des Basiswerts während der Rest4 laufzeit der Option zugunsten des Optionsinhabers verändert. Aus diesem Grunde sinkt der Zeitwert einer Option mit abnehmender Restlaufzeit der Op4 tion. Der Rückgang des Zeitwerts ist für „am Geld“ stehende Optionen umso größer, je kürzer die Restlaufzeit der Option ist (vgl. 3JG 3,+%01-, J,#5(26 HI#0, 1993, S. 11). Z;T;e;Z;Z;T;Z 3(, D,$(226 +2. !,#*+0%4#"&(*, Z;T;e;Z;Z;T;Z;T D#+2.0>%C*(1-,0 Die Gewinn4 und Verlustmöglichkeiten für Käufer und Verkäufer von Optio4 nen werden häufig in Gewinn4 und Verlustprofilen dargestellt, bei denen die gezahlte bzw. erhaltene Optionsprämie mit der Differenz aus Preis des Basis4 werts zum Ausübungszeitpunkt und Basispreis verrechnet wird. Zu beachten ist, dass es sich dabei um eine =%"!"';!:.(;!:%>-. *"#7))(#:( 8!)>:(&&*"+ handelt, da die zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallenden Zahlungen 7."( ()E-#>%-.:%+*"+ 1() W%">?%)#*"+ addiert werden. Z;T;e;Z;Z;T;Z;W 3(, 7'+&"4%("2,2 Die Gewinn4 und Verlustprofile des Käufers und Verkäufers einer Kaufoption können den beiden folgenden 0 0 < 0 Options6 prämie 45° Basispreis + Optionsprämie Gewinn/Verlust aktueller Preis des Basiswerte Basis6 preis Optionsprämie +&,# ,(2,# 7'+&"4%("2 > 0 < 0 aktueller Preis des Basiswertes 45° Basispreis + Optionsprämie Gewinn/Verlust Basis6 preis Options6 prämie 0 Optionsprämie +&,# ,(2,# 7'+&"4%("2 Liegt der aktuelle Preis des Basiswerts unter der Summe aus Basispreis und Optionsprämie, aber über dem Basispreis, so wird der Käufer der Kaufoption die Option ausüben und einen Verlust in Höhe der Differenz zwischen Basis4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,584 preis und bereits bezahlter Optionsprämie einerseits und aktuellem Preis des Basiswerts andererseits erzielen. Liegt der aktuelle Preis des Basiswerts dagegen unter dem Basispreis, so wird der Käufer der Kaufoption die Option nicht ausüben und so seinen Verlust auf die geleistete Optionsprämie beschränken. Der Käufer der Kaufoption wird dagegen die Option ausüben, wenn der aktu4 elle Preis des Basiswerts über der Summe aus Basispreis und bereits bezahlter Optionsprämie liegt, kann er doch in Höhe der Differenz einen Gewinn erzie4 len; dabei ist – unter der Annahme unbegrenzt hoher aktueller Kurse des Ba4 siswerts – sein Gewinnpotenzial unbegrenzt. Die spiegelbildliche Position ergibt sich für den G()#A*=() (%"() M!*=7U:%L 7"; sein Erfolg aus dem Optionsverkauf wird durch das soeben beschriebene Verhalten des Optionskäufers bestimmt. Der Gewinn des Verkäufers der Kaufoption ist auf die erhaltene Optionsprämie begrenzt, während sein Ver4 lustpotenzial unbegrenzt ist (vgl. 0 < 0 Basispreis – Options6 prämie Gewinn/Verlust Optionsprämie45° Basis6 preis Optionsprämie Basis6 preis – Options6 prämie aktueller Preis des Basiswertes0 +&,# ,(2,# !,#='+&0"4%("2 > 0 0 < 0 Basis6 preis –Options6 prämie Basispreis –Options6 prämie Basis6 preis Optionsprämie Gewinn/Verlust aktueller Preis des Basis6 wertes Optionsprämie 45° +&,# ,(2,# !,#='+&0"4%("2 Liegt der aktuelle Preis des Basiswerts dagegen über dem Basispreis, so wird der Käufer der Verkaufsoption die Option nicht ausüben und so einen Verlust in Höhe der bereits geleisteten Optionsprämie erzielen. Auf diesen Betrag ist also sein Verlustrisiko beschränkt. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,586 Der G()#A*=() (%"() G()#!*=>7U:%7" hingegen erwartet steigende Preise des Basiswerts. Erfüllen sich seine Erwartungen, so wird der Käufer seine Ver4 kaufsoption nicht ausüben, kann er doch den Basiswert zu einem höheren Preis verkaufen. Dem Stillhalter verbleibt dann die vereinnahmte Options4 prämie als maximaler Gewinn, während sein Verlust aus diesem Geschäft die Differenz zwischen Basispreis und erhaltener Optionsprämie nicht überschrei4 ten kann (vgl. >:(%+()*"+ der betreffenden Kontrakte. Da die Kurse von Zinskontrakten von dem herrschenden Zinsniveau abhängen, ist das Erwarten einer Kurssteigerung von Zinskontrakten gleichbedeutend mit dem Erwarten eines 5%"#("> 1(> W%">"%6(!*>. Der Käufer einer Verkaufsop4 tion über Zinskontrakte erwartet somit steigende Zinsen und sinkende Kurse. Die folgenden Ausführungen zur Behandlung von Optionen im Jahresab4 schluss beschränken sich ausschließlich auf die vier Grundpositionen. Auf die zahlreichen komplexen Konstruktionen kann hier nicht eingegangen werden. Z;T;e;Z;Z;W 3(, &%0'H01-*+00 Erworbene Optionsrechte waren bereits gemäß GS< 2/1995 als "%-.: !$"*:'L $!)( G();D+(">+(+(">:A"1( zu aktivieren. Dies galt selbst dann, wenn die Übertragbarkeit der Option per Gesetz oder durch eine entsprechende vertrag4 liche Vereinbarung ausgeschlossen war (vgl. F3Q 1995a, S. 421). Es genügte, dass das Optionsrecht durch die entgeltliche Nutzungsüberlassung an Dritte verwertbar war, bei der sich der bisherige Optionsinhaber verpflichtete, die Option nach Anweisung des Dritten auszuüben und an ihn einen Geldbetrag in Höhe des aus der Optionsausübung resultierenden Vorteils zu zahlen (vgl. Q(2.5I**,#UG#,=,# 1995, S. 3924393). Die seitherige (*):(%&*"+ hat sich durch das BilMoG "%-.: +(A"1():. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 587 Eine Berücksichtigung als !$"*:'$!)() G();D+(">+(+(">:!"1 scheidet aus, weil trotz der zeitlichen Befristung des Kontrakts „ein planmäßig absehbarer und regelmäßiger Wertverzehr nicht gegeben ist“ (Q(2.5I**,#UG#,=,# 1995, S. 393). Der während der Restlaufzeit der Option abnehmende Zeitwert des Kontrakts kann nämlich durch eine Zunahme des inneren Werts der Option mehr als kompensiert werden (vgl. Q(2.5I**,#UG#,=,# 1995, S. 393; B1-'#4&UL+C 2000, S. 401). Die F">-.!==*"+>#7>:(" des zu aktivierenden Vermögensgegenstandes erge4 ben sich aus der in der Regel sofort bei Vertragsabschluss zu zahlenden Opti4 onsprämie (Anschaffungspreis) und den Anschaffungsnebenkosten. Zu Letz4 teren zählen insbesondere beim Kauf anfallende Transaktionskosten, wobei diese aus Vereinfachungsgründen häufig direkt aufwandswirksam erfasst und somit also nicht aktiviert werden (vgl. G+2.,0),#H'2. .,+%01-,# G'2=,2 ,; !; 1990, S. 213). Für Optionen, die Teil der Finanzinstrumente des Handelsbe4 stands sind, besteht bei Zugang sogar eine Pflicht zur sofortigen erfolgswirk4 samen Verbuchung der Anschaffungsnebenkosten. Wird die Optionsprämie wie z. B. beim &+%+#,60%O*,4Verfahren an der :+#,M nicht sofort bei Vertragsabschluss gezahlt, sondern erst bei Ausübung, Glatt4 stellung oder Verfall, so ist in Höhe der noch nicht fälligen Prämie eine Ver4 bindlichkeit zu passivieren. Optionen können sowohl dem Anlage4 als auch dem Umlaufvermögen ange4 hören. Entscheidend für die Zuordnung ist – wie grundsätzlich bei allen Ver4 mögensgegenständen – die Frage, ob sie dazu bestimmt sind, gemäß § 247 Abs. 2 HGB dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen. Der Sichtweise des GS<, der sich in seiner Stellungnahme GS< 2/1995 ohne weitere Begründung dafür ausspricht, Optionsrechte stets dem Umlaufvermögen zuzuordnen (vgl. F3Q 1995a, S. 421), wird hier nicht gefolgt. Eine Ausnahme bilden Options4 rechte, die „zu Handelszwecken erworben“ wurden; sie sind als Bestandteile des Handelsbestands stets dem Umlaufvermögen zuzuordnen. Es mag zwar in der Praxis häufig zutreffen, dass Optionsrechte – insbesondere dann, wenn sie, wie in dem soeben angesprochenen Fall, zu Spekulationszwe4 cken erworben werden – nicht dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dau4 ernd zu dienen und dass sie folglich dem Umlaufvermögen zuzurechnen sind. Es sind aber auch Fälle denkbar, bei denen eine solche pauschale Zuordnung nicht sachgerecht erscheint. Als Beispiel seien hier nicht börsengehandelte europäische Optionen mit mehrjährigen Laufzeiten erwähnt. Diese können nur am Ende der Laufzeit ausgeübt und aufgrund der fehlenden Börsennotierung möglicherweise nur sehr schwer oder überhaupt nicht kurzfristig veräußert werden (so auch B1-'#4&UL+C 2000, S. 403). Aufgrund der fehlenden kurzfris4 tigen Veräußerungsmöglichkeit ist hier m. E. – völlig unabhängig vom Willen des Bilanzierenden – zwingend ein Ausweis im Anlagevermögen geboten (vgl. dazu Abschnitt 2.1.3.5.1.2). Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,588 Sofern die Optionen dem @;&!*=6();D+(" zugerechnet werden, erfolgt der Ausweis bei Nicht4Kreditinstituten und bei Kreditinstituten grundsätzlich in der Aktivposition: „Sonstige Vermögensgegenstände“ (bei Kreditinstituten Aktivposition 14). Handelt es sich dagegen um zu Spekulationszwecken er4 worbene Optionen, so erfolgt der Ausweis in Aktivposition 6a: „Handelsbe4 stand“. Handelt es sich dagegen um Vermögensgegenstände des F"&!+(6()L ;D+(">, so sind sie bei Nicht4Kreditinstituten unter den „Immateriellen Ver4 mögensgegenständen“, bei Kreditinstituten in der trotz unterschiedlicher Posi4 tionsbezeichnung inhaltsgleichen Aktivposition 11: „Immaterielle Anlagewer4 te“ auszuweisen. Die obige Positionszuordnung gilt allerdings nur, sofern es sich nicht um ZUL :%7"> 1!$0.$ handelt. Optionsscheine sind bei Nicht4Kreditinstituten als „Wertpapiere“ auszuweisen. Da Optionsscheine auch stets, d. h. unabhängig von Verbriefung, Vinkulierung, Börsenfähigkeit und Börsennotierung die Wertpapierdefinition des § 7 RechKredV erfüllen, sind sie auch in Bilanzen von Kreditinstituten unter der entsprechenden Wertpapierposition 6: „Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere“ auszuweisen (zum Wertpa4 pierbegriff vgl. Abschnitt 2.1.2.4.6). Insbesondere bei Kreditinstituten stellt sich jedoch die Frage, ob der zuvor erläuterte Ausweis von Optionsrechten eine sinnvolle Vorgehensweise dar4 stellt (vgl. hierzu ausführlich 9"00&,*. 1997, S. 124141245). Sinn und Zweck der Wertpapierdefinition von § 7 RechKredV, die sich von der privatrechtli4 chen Wertpapierdefinition unterscheidet, ist, nur solche Wertpapiere auch un4 ter den Wertpapieren in der Bankbilanz auszuweisen, die über eine hohe Li4 quiditätsnähe und Fungibilität verfügen. Explizit genannt werden in § 7 RechKredV nur die Options01-,(2,, nicht aber die anderen in ist aufgrund des strengen Niederstwertprinzips sowohl bei einer dauernden als auch bei einer nur vor4 übergehenden Wertminderung gemäß § 253 Abs. 4 HGB zwingend eine au4 ßerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren Börsen4 oder Marktpreis bzw. den niedrigeren beizulegenden Wert vorzunehmen. Der am Abschlussstichtag heranzuziehende Vergleichswert entspricht bei bör4 sennotierten Kontrakten dem Börsenkurs am Abschlussstichtag. Sofern ein solcher Börsenpreis nicht vorliegt bzw. mangels Börsennotierung nicht exis4 tiert, ist der beizulegende Wert mithilfe eines geeigneten Optionspreismodells zu schätzen. Auf eine ausführliche Darstellung solcher Schätzverfahren, zu denen bspw. das von S(0-,# G*'1= (193841995) und ?O#"2 B1-"*,0 (geb. 1941) entwickelte Black/Scholes4Modell gehört, wird an dieser Stelle verzich4 tet (vgl. G*'1=UB1-"*,0 1973, S. 6374645; dieses Modell wurde in der Folgezeit stetig erweitert: vgl. hierzu 9+** 2009, S. 7314828; B'2.5'22 2001, S. 2494 286). Die auf der Grundlage solcher Optionspreismodelle gewonnenen Werte werden zumindest für einige gängige OTC4Optionen auch in der Wirtschafts4 presse veröffentlicht. Sind die Gründe für eine an einem vorangegangenen Abschlussstichtag vor4 genommene außerplanmäßige Abschreibung auf Optionen des Anlage4 oder Umlaufvermögens weggefallen, so besteht nach § 253 Abs. 5 HGB ein Wert4 aufholungsgebot. Aufgrund des Realisationsprinzips darf eine Zuschreibung allerdings nur bis zur Höhe der historischen Anschaffungskosten erfolgen. Ist die Option zu Spekulationszwecken erworben worden, so ist sie den 3%L "!"'%">:)*;(":(" 1(> /!"1(&>$(>:!"1> zuzuordnen und somit nach § 340e Abs. 3 Satz 1 HGB erfolgswirksam zum beizulegenden (niedrigeren oder hö4 heren) Zeitwert zu bewerten. Z;T;e;Z;Z;W;T;T;W;W 3,# <+0$,(0 (2 .,# D,$(226 +2. !,#*+0%#,1-2+2/ Bei M)(1%:%">:%:*:(" fließen Abschreibungen und Zuschreibungen auf alle Optionsarten in die GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand“; im Gegensatz zur Bilanz – jedenfalls bei der hier kritisierten wortgenauen Ausle4 gung der diesbezüglichen Bestimmung in der RechKredV – wird in der GuV4 Rechnung kein Unterschied zwischen verbrieften und nicht verbrieften Opti4 onsrechten gemacht. Entscheidend ist für den Ausweis in der Gewinn4 und Verlustrechnung lediglich, dass es sich um ein „Finanzinstrument“ (vgl. § 340c Abs. 1 Satz 1 HGB) handelt. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 591 Eine über die gegebenenfalls erforderliche außerplanmäßige Abschreibung hinausgehende Notwendigkeit zur erfolgsmindernden Bildung einer Passivpo4 sition bzw. (früher) einer Rückstellung für drohende Verluste aus schweben4 den Geschäften besteht bei Optionen – im Gegensatz zu allen anderen bisher besprochenen derivativen Finanzinstrumenten – nicht. Dies ist allein damit zu erklären, dass Optionen zu den bedingten Termingeschäften zählen. Das be4 deutet, dass die Erfüllung des Termingeschäfts davon abhängig ist, ob der Op4 tionsinhaber an (bei europäischen Optionen) bzw. bis zu dem Verfalltag (bei amerikanischen Optionen) sein Optionsrecht auch ausübt. Liegt z. B. bei einer Kaufoption der Marktwert des Basiswerts am potenziellen Ausübungstag un4 ter dem im Kontrakt festgeschriebenen Basispreis, so wird der Optionsinhaber die Option nicht ausüben, weil er sich den gewünschten Basiswert über den Kassamarkt billiger besorgen kann. Er kann somit höchstens seine bei Ge4 schäftsabschluss erbrachte Optionsprämie „verlieren“. Eine über die Ab4 schreibung der aktivierten Optionsprämie hinausgehende Notwendigkeit zu einer Aufwandsverrechnung besteht damit nicht. Z;T;e;Z;Z;W;T;T;W;V 3(, <+0@H+2/ ,(2,0 j4%("20#,1-%0 Bei F*>E$*"+ (%"() M!*=7U:%7" erwirbt der Optionsberechtigte vom Still4 halter den der Option zugrunde liegenden Basiswert gegen Zahlung des ver4 einbarten Basispreises. Die Anschaffungskosten, mit denen der erworbene Vermögensgegenstand in der Bilanz des Optionsberechtigten zu aktivieren ist, setzen sich nach h. M. aus dem vereinbarten Basispreis und dem Buchwert der bei Vertragsabschluss geleisteten Optionsprämie zusammen; Letztere ist Be4 standteil der Anschaffungsnebenkosten (vgl. 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 555; G#,=,# 1993, S. 106; B1-'#4&UL+C 2000, S. 4094410; a. A. F3Q 1995a, S. 421, das die historischen Anschaffungskosten berücksichtigt sehen will, was letzt4 lich bedeutet, dass in Vorjahren gemachte Abschreibungen rückgängig ge4 macht werden müssen). Durch die Heranziehung des Buchwerts wird im Gegensatz zum historischen Anschaffungskurs der Option ein erfolgsneutraler Anschaffungsvorgang er4 möglicht. Die Berechnung der zu aktivierenden Anschaffungskosten in der beschriebenen Weise ist m. E. auch dann vorzunehmen, wenn die Summe aus Basispreis und Buchwert des Optionsrechts am Ausübungstag den Betrag übersteigt, zu dem der Basiswert ohne Option zu beschaffen gewesen wäre. Eine Anpassung an einen niedrigeren Vergleichs4 oder Korrekturwert sollte – ähnlich wie bei den Financial Futures – erst im Rahmen der Folgebewertung am Abschlussstichtag vorgenommen werden. Hierzu ein (%>U%(&: Der im Options4Vertrag vereinbarte Basispreis der A4 Aktie sei 100 EUR, der Börsenkurs am Ausübungstag 101 EUR, die Option habe einen Buchwert von 2 EUR. In diesem Fall wird der Optionsinhaber die Option ausüben, weil der vereinbarte Basispreis (100 EUR) niedriger ist als Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,592 der Kurs am Ausübungstag (101 EUR). Die Anschaffungskosten, die den Ba4 sispreis und den Buchwert der Option umfassen, betragen somit 102 EUR. Mit diesem Betrag ist die A4Aktie einzubuchen, obwohl der Marktwert der Aktie am Ausübungstag nur 101 EUR beträgt. Eine außerplanmäßige Ab4 schreibung auf den niedrigeren Börsenkurs kommt erst – sofern er dann im4 mer noch gegeben ist – im Rahmen der Folgebewertung am Abschlussstichtag in Frage. In der Praxis werden aktivierte Optionsrechte bei Ausübung aus Vereinfa4 chungsgründen häufig erfolgsmindernd ausgebucht; sie gehen damit nicht in die Anschaffungskosten ein. Sofern die Optionsprämie im Verhältnis zu dem Basispreis von untergeordneter Bedeutung ist und folglich der Grundsatz der Wesentlichkeit nicht verletzt wird, ist diese Vorgehensweise auch nicht zu beanstanden; dies gilt in besonderer Weise für dem Handelsbestand zugerech4 nete Optionen (vgl. F3Q 1995a, S. 421; B1-'#4&UL+C 2000, S. 410; Q(2.5I*6 *,#UG#,=,# 1995, S. 395). Im Falle der F*>E$*"+ (%"() G()#!*=>7U:%7" überträgt der Optionsberech4 tigte den Basiswert gegen Zahlung des vereinbarten Basispreises auf den Stillhalter. Der übertragene Vermögensgegenstand ist damit auszubuchen, die bei Vertragsabschluss geleistete und aktivierte Optionsprämie ist nach h. M. mit dem Verkaufserlös zu verrechnen (Nettobuchung; vgl. 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 555, F3Q 1995, S. 421; B1-'#4&UL+C 2000, S. 410; a. A. J#,+6 H,#/UB1-'#4& 1991b, S. 665, die eine Bruttoverbuchung, d. h. einen getrennten Ausweis des Aufwandes aus der Ausbuchung der Optionsprämie einerseits und des Erfolges aus dem Verkauf des +2.,#*O(2/0 andererseits vorschlagen). Ein nach dieser Verrechnung verbleibender positiver Saldo stellt einen „Sons4 tigen betrieblichen Ertrag“ dar, ein negativer Saldo einen „Sonstigen betrieb4 lichen Aufwand“. Bei M)(1%:%">:%:*:(" erfolgt der Ausweis des verbleiben4 den Saldos in der GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Han4 delsbestands“. Auch bei Verkaufsoptionen ist es jedoch möglich und grund4 sätzlich zulässig, den Buchwert der Option aus Vereinfachungsgründen aus4 zubuchen; die Ausführungen im Rahmen der Ausübung einer Kaufoption gel4 ten entsprechend. Sofern es sich um ZU:%7"(" ;%: !)!*>+&(%-. handelt, bei denen keine Über4 tragung eines Vermögensgegenstandes stattfindet, wird das aktivierte Options4 recht mit der vom Stillhalter erhaltenen Ausgleichszahlung verrechnet. Eine in der Regel auftretende Differenz ist unter den „Sonstigen betrieblichen Erträ4 gen“ (falls die Ausgleichszahlung größer ist als der Buchwert der Option) bzw. den „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ (falls die Ausgleichszah4 lung kleiner ist als der Buchwert der Option) auszuweisen. Bei M)(1%:%">:%:*L :(" wird ein verbleibender Saldo in der GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands“ ausgewiesen (vgl. B1-'#4&UL+C 2000, S. 412). Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 593 Z;T;e;Z;Z;W;T;T;W;Z 3(, K,+%#'*(0'%("2 ,(2,# j4%("2 Im Bestand befindliche Optionen können entweder durch den Abschluss eines entsprechenden gegenläufigen Geschäfts (Glattstellung), durch einen Auflö4 sungsvertrag (1*"0, "+%) oder aber durch Verkauf der Option neutralisiert werden. Bei einem 1&% $ %*2 erlöschen sämtliche Rechte und Pflichten aus dem Opti4 ons4Kontrakt. Der Optionsberechtigte wird einen solchen Aufhebungsvertrag nur eingehen, wenn er vom Stillhalter als Gegenleistung eine Ausgleichszah4 lung erhält. Der umgekehrte Fall, d. h. eine Ausgleichszahlung des Optionsbe4 rechtigten an den Stillhalter, kann grundsätzlich nicht eintreten, weil eine Op4 tion als bedingtes Termingeschäft für den Optionsinhaber stets einen nicht negativen Marktwert besitzt. Die Ausgleichszahlung ist unter Verrechnung der aktivierten Optionsprämie unmittelbar bei Zugang der Zahlung erfolgs4 wirksam zu erfassen; steht die vereinbarte Zahlung noch aus, so ist im Jahres4 abschluss erfolgswirksam eine Forderung auszuweisen. Bei Industrieunter4 nehmungen erfolgt der Erfolgsausweis in den „Sonstigen betrieblichen Erträ4 gen“, bei M)(1%:%">:%:*:(" wiederum in der GuV4Position 7: „Nettoertrag des Handelsbestands“. Bei einem G()#!*= 1(> ZU:%7">)(-.:> an einen Dritten erhält der Optionsbe4 rechtigte in Abhängigkeit von dem zu diesem Zeitpunkt herrschenden Markt4 preis des Basiswerts eine Kaufpreiszahlung, die unter Verrechnung der akti4 vierten Optionsprämie sofort erfolgswirksam zu erfassen ist. Bezüglich des Ausweises gelten die im Rahmen des 1&% $ %*2 gemachten Ausführungen ent4 sprechend. Im Falle einer Neutralisation durch den F$>-.&*>> (%"(> +(+("&A*=%+(" 0(L >-.A=:> kommt es im Gegensatz zum 1&% $ %*2 grundsätzlich nicht zu einer Aufhebung der aus den Options4Kontrakten resultierenden Rechte und Pflich4 ten. Vielmehr bestehen beide Geschäfte bis zu ihrem Verfalltag weiter. Somit kommt es im Zeitpunkt der Glattstellung insbesondere auch nicht zu einer Ausgleichszahlung. Wurde die Option bislang als Teil des /!"1(&>$(>:!"1> erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, so ändert sich an dieser Bewertungsweise durch die Glattstellung nichts. Das gegenläufige Geschäft kann in der Folge ebenfalls als Teil des Handelsbestands zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Es bietet sich jedoch auch hier an, beide Geschäfte zu einer Mikro4Bewer4 tungseinheit zusammenzufassen. Wurde die Option bislang im Handelsbe4 stand gehalten, so sind die zum Zeitpunkt der Glattstellung auftretenden Glatt4 stellungserfolge erfolgswirksam zu verbuchen. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,594 Etwas anderes gilt, sofern die Option bislang im F"&!+($(>:!"1 geführt wur4 de; in diesem Fall sind die Glattstellungserfolge wie üblich imparitätisch zu behandeln ist. Damit muss ein aus der Glattstellung resultierender Verlust so4 fort erfolgswirksam berücksichtigt werden; ein zwar festgeschriebener, nach handelsrechtlichen Grundsätzen jedoch immer noch unrealisierter Gewinn darf dagegen nicht ausgewiesen werden (vgl. dazu auch Abschnitt 4.1.8.4.3.2.1.4; a. A. B1-'#4&UL+C 2000, S. 413, die auch einen aus dem Ab4 schluss eines gegenläufigen Geschäfts resultierenden Gewinn im Zeitpunkt der Glattstellung erfolgswirksam erfassen. Diese Auffassung ist nicht einsich4 tig, zumal B1-'#4&UL+C etwa in einer vergleichbaren Situation beim Forward Rate Agreement die erfolgswirksame Berücksichtigung eines aus einer Glatt4 stellung resultierenden Gewinns mit Hinweis auf das Realisationsprinzip ab4 lehnen (vgl. B1-'#4&UL+C 2000, S. 5314532); nichts anderes kann aber für Op4 tionen gelten). Etwas anderes gilt allerdings für !" 1() +*#$A +(.!"1(&:( ZU:%7"(", weil es hier durch den Abschluss eines Gegengeschäfts nicht nur zu einer wirtschaft4 lichen Glattstellung, sondern auch zu einer zivilrechtlichen Aufhebung der vertraglichen Rechte und Pflichten zwischen Clearing4Mitglied und Clearing4 Haus und damit zu einer Ausgleichszahlung im Zeitpunkt der Glattstellung kommt. Es handelt sich also folglich um einen 1&% $ %*2. Der daraus resultie4 rende Gewinn ist im Zeitpunkt der Glattstellung sofort erfolgswirksam zu er4 fassen. Der Ausweis des aus einer Glattstellung resultierenden Gewinns (nur bei :+#,M4Optionen) bzw. Verlusts erfolgt in den „Sonstigen betrieblichen Erträgen“ bzw. den „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“, bei M)(1%:%"L >:%:*:(" in der GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handels4 bestands“. Z;T;e;Z;Z;W;T;T;W;_ 3,# !,#&'** ,(2,# j4%("2 Macht der Options4Inhaber von seinem Optionsrecht keinen Gebrauch, so ver4 fällt dadurch das Recht aus der Option. Die aktivierte Optionsprämie ist folg4 lich erfolgsmindernd auszubuchen. Bezüglich des Ausweises in der Gewinn4 und Verlustrechnung wird auf die Ausführungen im Abschnitt 4.1.8.4.4.2.1.2.2 verwiesen. Z;T;e;Z;Z;W;T;W 3(, G,-'2.*+2/ H,(5 B%(**-'*%,# .,# j4%("2 Z;T;e;Z;Z;W;T;W;T 3,# D,01->&%0'H01-*+00 Der Stillhalter erhält in der Regel bei Geschäftsabschluss vom Optionskäufer als Gegenleistung für seine Stillhalterleistung die Optionsprämie. Hinsichtlich der Berücksichtigung der Optionsprämie in der Bilanz werden in der Literatur Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 595 drei verschiedene Vorschläge gemacht (vgl. hierzu ausführlich G#,=,# 1993, S. 1254134 m. w. N.): • 57=7):%+( +(?%""().D.("1( G()(%""!.;*"+ 1() ZU:%7">U)A;%( Sie scheidet aus, weil der Stillhalter bei Abschluss des Vertrags seine Still4 halterleistung noch nicht erbracht hat (Realisationsprinzip). • >%6%()*"+ !&> 4(-."*"+>!$+)("'*"+>U7>:(" *"1 )!:%()&%-.( G()(%"L "!.;*"+ E$() 1%( Y!*='(%: Voraussetzung für die Dotierung eines passivischen Rechnungsabgrenzungs4 postens ist, dass Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag anfallen, die „Er4 trag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen“ (§ 250 Abs. 2 HGB). Problematisch ist hierbei zunächst das Kriterium der „bestimmten Zeit“. Obwohl grundsätzlich bei allen Optionen eine Optionsfrist existiert, stellt dies doch – insbesondere bei börsengehandelten Optionen – bedingt durch die jederzeitige Veräußerungsmöglichkeit allenfalls eine maximale Dauer der Stillhalterverpflichtung dar, d. h. in vielen Fällen wird die Option vorher neutralisiert werden. Selbst wenn eine solche vorzeitige Neutralisation wie etwa bei nicht börsengehandelten europäischen Optionen nicht oder nur sehr schwer möglich ist, scheitert die Bildung eines Rechnungsabgrenzungs4 postens daran, dass der Stillhalter seine Leistung nicht gleichmäßig während der Laufzeit erbringt, sondern vielmehr „eine bedingte Verpflichtung zur Erbringung einer einmaligen Leistung im Zeitpunkt der Optionsausübung“ (G#,=,# 1993, S. 128) vorliegt. Dies wird auch dadurch verdeutlicht, dass der Wert des Optionsrechts beim Käufer der Option, der dem Wert der Stillhal4 terverpflichtung mit umgekehrtem Vorzeichen entspricht, wie in Ab4 schnitt 4.1.8.4.4.2.1.1.2.1 ausgeführt, keiner planmäßigen Abnutzung unter4 liegt. Damit ist auch diese Ausweisalternative abzulehnen. • >%6%()*"+ !&> G()$%"1&%-.#(%: Auch diese letzte verbliebene Möglichkeit scheint auf den ersten Blick keine sachgerechte Lösung zu sein, weil seitens des Stillhalters keine dem Grunde und der Höhe nach bestimmte Verpflichtung besteht, die erhaltene Options4 prämie in der Zukunft an den Optionsberechtigten zurückzuzahlen. Aller4 dings hat die Optionsprämie den Charakter einer Vorleistung/Anzahlung auf die vom Stillhalter zu erbringende Stillhalterleistung. Solange diese Leistung noch geschuldet wird, ist die Optionsprämie daher als „Sonstige Verbind4 lichkeit“ zu passivieren (gl. A. F3Q 1995a., S. 422; G#,=,# 1993, S. 1314132; Q(2.5I**,#UG#,=,# 1995, S. 395; 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 553). Aufgrund des Höchstwertprinzips für Verbindlichkeiten kann es auch bei einer Wert4 minderung der Stillhalterverpflichtung nicht zu einer Verminderung des Buchwerts der Verbindlichkeit und somit zu einer aufgrund des Realisations4 prinzips unzulässigen Ertragsrealisierung kommen. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,596 Bei M)(1%:%">:%:*:(" sind bezüglich des Ausweises der Verbindlichkeit in der Bilanz die §§ 21 und 22 RechKredV zu beachten, die eine inhaltliche Abgren4 zung zwischen den Passivpositionen „1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditin4 stituten“, „2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ und „3. Verbriefte Ver4 bindlichkeiten“ vornehmen (vgl. dazu Abschnitt 2.1.4). Danach sind unter den beiden erstgenannten Positionen nur solche Verbindlichkeiten zu subsumieren, die nicht als „Verbriefte Verbindlichkeiten“ zu klassifizieren sind; bei den Pas4 sivpositionen 1 und 2 handelt es sich somit um Residualpositionen. Als _G()L $)%(=:( G()$%"1&%-.#(%:("` gelten nach § 22 Abs. 1 RechKredV Verbindlich4 keiten dann, wenn für sie nicht auf den Namen lautende übertragbare Urkunden ausgestellt sind. Folglich sind ZU:%7"> 1!$0.$ in dieser Position auszuweisen. Bei allen !"1()(" ZU:%7">!):(" erfolgt der Ausweis unter der Passivpositi4 on 2: _G()$%"1&%-.#(%:(" +(+("E$() M*"1("`. Dies gilt selbst dann, wenn der Vertragspartner ein Kreditinstitut ist, was zunächst einen Ausweis unter der Passivposition 1: „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ vermu4 ten lässt. Dies scheitert jedoch daran, dass in dieser Position im Gegensatz zu den „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ nur solche Verbindlichkeiten auszuweisen sind, die aus Bankgeschäften resultieren und Optionsgeschäfte nicht zu den Bankgeschäften nach § 1 KWG zählen (a. A. 9"00&,*. 1997, S. 124441245, der die Stillhalterverpflichtung aus Optionsgeschäften mit an4 deren Kreditinstituten nicht unter den „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“, sondern unter den „Sonstigen Verbindlichkeiten“ zeigen möchte). Z;T;e;Z;Z;W;T;W;W 3(, G,-'2.*+2/ '5 E$*"+>;(:.71( wird am Abschlussstichtag der in dem Optionskontrakt vereinbarte Basispreis mit dem aktuellen Markt4 bzw. Bör4 senpreis der Option verglichen. Sofern bei einer verkauften Kaufoption (Ver4 kaufsoption) der Markt4 bzw. Börsenwert des Basiswerts über (unter) dem vereinbarten Basispreis liegt, ist in Höhe des Differenzbetrages eine Passivpo4 sition zu bilden.31 Von dem Differenzbetrag ist allerdings zuvor noch die er4 31 Nicht nachvollziehbar ist die bei N#'-*UK'+5'22 2000 (S. 76) zu findende Feststellung, wonach die Anwendung der Ausübungsmethode bei solchen Optionen ausscheidet, „die nicht durch Lie4 ferung des Underlyings, sondern nur durch Glattstellung bzw. Cash Settlement erfüllt werden können.“ Bei der Ausübungsmethode geht es letztlich um die Bestimmung des inneren Wertes einer Option. Dieser lässt sich auch bei den genannten Optionen problemlos ermitteln. Die Er4 mittlung der Ausgleichszahlung im Rahmen eines 1'0- 0,%%*,5,2%, etwa bei einer Option auf den DAX, setzt gerade die fiktive Ausübung und Lieferung der Option voraus. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 597 haltene Optionsprämie in Abzug zu bringen (vgl. N#'-*UK'+5'22 2000, S. 75; B1-'#4&UL+C 2000, S. 4214422). Das folgende (%>U%(& erklärt die Zusammenhänge: Die Unternehmungen A und B vereinbaren am 01.10.01 in einem Optionsvertrag, dass A berechtigt ist, der B im Juni des folgenden Jahres eine C4Aktie zum Preis von 100 EUR zu verkaufen. Die Optionsprämie betrage 5 EUR. Am 31.12.01 liegt der Börsen4 kurs der A4Aktie bei 85 EUR. Unternehmung B muss die erhaltene Optionsprämie, die eine Vorleistung auf die von ihr zu erbringende Stillhalterleistung darstellt, am 01.10.01 als Ver4 bindlichkeit verbuchen. Am 31.12.01 stellt sich die Frage, ob dem Stillhalter ein Verlust aus dem abgeschlossenen Optionskontrakt droht. Zur Beantwor4 tung dieser Frage muss bei Anwendung der Ausübungsmethode der vereinbar4 te Basispreis (hier: 100 EUR) mit dem Börsenkurs am Abschlussstichtag (hier 85 EUR) verglichen werden. Es ergibt sich für den Stillhalter B ein drohender Verlust in Höhe von 15 EUR. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass bereits am 01.10.01 eine Verbindlichkeit in Höhe von 5 EUR gebildet worden ist. In die Passivposition sind damit erfolgsmindernd lediglich noch die verbleibenden 10 EUR einzustellen. Eine andere Möglichkeit zur Bewertung der Passivposition ist die 0&!::>:(&L &*"+>;(:.71(, bei der die passivierte Optionsprämie des (Ursprungs4) Geschäfts mit der eines potenziellen gegenläufigen Geschäfts verglichen wird. Sofern es sich um börsennotierte Kontrakte handelt, ist die Bestimmung der Optionsprämie für das Gegengeschäft problemlos möglich. Sie ergibt sich aus dem Börsenkurs am Abschlussstichtag. Liegt ein solcher Börsenkurs aller4 dings nicht vor, so muss die Prämie für das Gegengeschäft mithilfe von Opti4 onspreismodellen bestimmt werden (vgl. N#'-*UK'+5'22 2000, S. 75; B1-'#4&UL+C 2000, S. 422). Dazu das folgende (%>U%(&: Unternehmung B hat am 01.10.01 eine Option zum Preis von 4 EUR verkauft und ist damit in der Rolle des Stillhalters. Am 31.12.01 könnte die B diese offene Position durch den Abschluss eines Ge4 gengeschäfts glattstellen. Die für dieses fiktive Geschäft zu zahlende Prämie betrage 7 EUR. Damit ergibt sich nach der Glattstellungsmethode ein drohen4 der Verlust von 3 EUR, der durch erfolgsmindernde Bildung einer Passivposi4 tion zu antizipieren ist. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die beiden genannten Verfah4 ren in der Regel nicht zum gleichen Ergebnis führen. Dies liegt daran, dass bei der F*>E$*"+>;(:.71( lediglich auf den Markt4 bzw. Basispreis des Basis4 werts abgestellt wird. Damit wird bei dieser Methode ausschließlich der inne4 re Wert der Option berücksichtigt. Dagegen kommt es bei der 0&!::>:(&L &*"+>;(:.71( zu einem Vergleich der Optionsprämie des Ursprungsgeschäfts mit der eines entsprechenden Gegengeschäfts. Damit fließt neben dem inneren Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,598 Wert auch der Zeitwert der Optionen mit in die Berechnung ein. Da der Still4 halter im Regelfall, insbesondere beim Handel standardisierter Optionen, ein Gegengeschäft abschließen wird, ist die Ermittlung des aus dem Optionskon4 trakt drohenden Verlustes mithilfe der 0&!::>:(&&*"+>;(:.71( sachgerecht (so auch F3Q 1995a, S. 422; N#'-*UK'+5'22 2000, S. 76). Die Anwendung der Erfüllungsmethode ist allenfalls sinnvoll, wenn der Stillhalter tatsächlich die körperliche Lieferung des Basiswerts beabsichtigt. Aber auch in diesem eher seltenen Fall ist ablehnend einzuwenden, dass hier die Erfüllung am Ab4 schlussstichtag unterstellt wird, obwohl zu diesem Zeitpunkt ein Optionsbe4 rechtigter, der die Option glattstellen kann, dies keinesfalls tun würde (vgl. 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 5544555). Als Gegenkonto in der Gewinn4 und Verlustrechnung bei Bildung bzw. Auf4 lösung der Passivposition dienen bei Nicht4Kreditinstituten die Konten „Sons4 tige betriebliche Aufwendungen“ bzw. „Sonstige betriebliche Erträge“. Bei M)(1%:%">:%:*:(" erfolgt der Ausweis in der GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands“. Z;T;e;Z;Z;W;T;W;V 3(, <+0@H+2/ ,(2,0 j4%("20#,1-%,0 Übt der Optionsberechtigte die Option aus, so muss der Stillhalter bei einer M!*=7U:%7" den vereinbarten Basiswert zu dem vereinbarten Basispreis lie4 fern. Sofern er den Basiswert nicht im Bestand hat, muss er sich diesen am Markt beschaffen und (zunächst) in seinen Bestand nehmen. Im Zuge der Übertragung des Basiswerts an den Optionsberechtigten ist dieser aus dem Bestand des Stillhalters auszubuchen. Gleiches gilt für die passivierte Opti4 onsprämie und eine gegebenenfalls am vorherigen Abschlussstichtag erfolgs4 mindernd gebildete Passivposition. Im Gegenzug erhält der Stillhalter den Optionspreis. Ein verbleibender positiver Saldo fließt als Veräußerungsge4 winn bei Nicht4Kreditinstituten in die „Sonstigen betrieblichen Erträge“, als Ertrag bei M)(1%:%">:%:*:(" in die GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Netto4 aufwand des Handelsbestands“, ein negativer Saldo als Veräußerungsverlust in die „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“, bei M)(1%:%">:%:*:(" als Aufwand in die GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Nettoaufwand des Han4 delsbestands“ (vgl. hierzu und zum folgenden Absatz: F3Q 1995a, S. 422). Im Falle einer G()#!*=>7U:%7" muss der Stillhalter den Basiswert bei Aus4 übung der Option zum vereinbarten Preis vom Optionsberechtigten überneh4 men. Die Anschaffungskosten und damit der zu aktivierende Betrag ergeben sich aus dem Basispreis abzüglich der erhaltenen Optionsprämie. Eine gege4 benenfalls früher erfolgsmindernd gebildete Passivposition ist erfolgserhö4 hend aufzulösen. Die Berücksichtigung eines niedrigeren Korrekturwerts er4 folgt erst im Rahmen der Bewertung des erworbenen Basiswerts am nächsten Abschlussstichtag; im Zeitpunkt der Ausübung der Option ist der zu diesem Zeitpunkt gegebene Marktwert des übernommenen Basiswerts unbeachtlich. Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 599 Für die in der Praxis aus Vereinfachungsgründen vorkommende erfolgswirk4 same Ausbuchung der passivierten Optionsprämie gilt das im Rahmen der Behandlung beim Optionsberechtigten (vgl. Abschnitt 4.1.8.4.4.2.1.2.3) Ge4 sagte. Findet bei Optionsausübung keine effektive Lieferung, sondern ein 1" ! $22< &$3$.2 statt, so ist die zu leistende Ausgleichszahlung mit der bei Vertragsab4 schluss erhaltenen und passivierten Optionsprämie zu verrechnen. Sofern die zu leistende Ausgleichszahlung die passivierte Prämie übersteigt (unterschrei4 tet), ist die Differenz bei Nicht4Kreditinstituten als „Sonstiger betrieblicher Aufwand“ („Sonstiger betrieblicher Ertrag“) zu zeigen. Bei M)(1%:%">:%:*:(" erfolgt der Ausweis wiederum in der GuV4Position 7: „Nettoertrag oder Net4 toaufwand des Handelsbestands“ (vgl. N#'-*UK'+5'22 2000, S. 75). Z;T;e;Z;Z;W;T;W;Z 3(, K,+%#'*(0'%("2 ,(2,# j4%("2 Beim Stillhalter können Optionen durch den Abschluss eines entsprechenden gegenläufigen Geschäfts (0&!::>:(&&*"+) oder durch Abschluss eines Auflö4 sungsvertrags (1&% $ %*2) neutralisiert werden. Die bilanzielle Behandlung erfolgt nach den beim Optionskäufer dargestellten Grundsätzen (vgl. Ab4 schnitt 4.1.8.4.4.2.1.1.2.4). Z;T;e;Z;Z;W;W j4%("2,2 H,( ="54,20'%"#(01-,# G,$,#%+2/ Auch Optionen können mit anderen Bilanzpositionen zu Mikro4, Makro4 oder Portfolio4Bewertungseinheiten zusammengefasst werden. Sie unterscheiden sich jedoch von allen anderen bisher behandelten derivativen Finanzinstru4 menten dadurch, dass es sich um $(1%"+:( ]();%"+(>-.A=:( handelt. Das bedeutet, dass das Geschäft über den Kauf bzw. Verkauf des Basiswerts (bzw. ein alternatives 1'0- 0,%%*,5,2%) nur dann zustande kommt, wenn der Opti4 onsberechtigte sein erworbenes Optionsrecht am Ende (europäische Option) oder während der Optionsfrist (amerikanische Option) tatsächlich ausübt. Der Stillhalter hat dagegen keinerlei Einfluss auf die Erfüllung dieses Geschäfts. Daraus folgt, dass durch das Eingehen einer Stillhalterverpflichtung auch kei4 ne bilanzwirksamen oder außerbilanziellen Geschäfte abgesichert werden können, weil der Kontraktpartner die Option immer nur dann ausüben wird, wenn dies für ihn vorteilhaft ist. Bei einer Kaufoption wäre das z. B. dann der Fall, wenn man den Basiswert über die Option billiger beschaffen kann, als wenn man ihn zum aktuellen Marktwert über den Markt besorgen würde. Eine derartig vorteilhafte Situation beim Optionsberechtigten ist jedoch stets mit einer entsprechenden nachteiligen Situation beim Stillhalter verbunden, d. h. beim Stillhalter entsteht bei Ausübung der Option durch den Optionsinhaber grundsätzlich (über die positive Vereinnahmung der Optionsprämie am Aus4 übungs4 bzw. Verfalltag hinaus) kein positiver Erfolgsbeitrag, mit dem etwai4 Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,600 ge Wertverluste einer anderen Position ausgeglichen werden könnten. I$'< =0.= eines Bestandes und die daraus möglicherweise resultierende Bildung von Mikro4 bzw. Makro4Bewertungseinheiten ist also grundsätzlich "*) 1*)-. 1(" M!*= 67" ZU:%7"(" und damit beim Optionsberechtigten möglich. Umgekehrt können Stillhalterpositionen als Grundgeschäfte allerdings mithil4 fe anderer bilanzieller oder außerbilanzieller Sicherungsgeschäfte abgesichert werden (vgl. P'H,2-"#0% 1999, S. 2074213; G(,/ 2000, S. 1034104; bei Portfo4 lio4Bewertungseinheiten gilt diese Einschränkung nicht, weil die Bildung sol4 cher Bewertungseinheiten nicht in Zusammenhang mit einem -,./(2/4 Vorgangs stehen muss, vgl. hierzu G(,/ 2002, S. 475). Aus der Bedingtheit der Optionsgeschäfte folgt ein weiterer Unterschied etwa im Vergleich zu Financial Futures. Ein Optionsberechtigter kann höchstens seine eingesetzte Optionsprämie verlieren. Der "%(1)%+>:( ;D+&%-.( f(): (%"(> ZU:%7">#7":)!#:> %>: !&>7 "*&&, er kann niemals einen negativen Wert besitzen. Der hierdurch im Rahmen der Bewertung von Mikro4 und Makro4 Bewertungseinheiten entstehende Unterschied soll im Folgenden an einem (%>U%(& verdeutlicht werden, bei dem ein Aktienbestand durch den Kauf einer Verkaufsoption abgesichert wird. Eine Unternehmung möchte am 29.12.01 eine %; (>:!"1 $(=%"1&%-.( F#:%( (Anschaffungskosten = Buchwert = Börsenkurs bei Options4Vertrags4 abschluss: 100 EUR) gegen einen möglichen Kursverfall durch den M!*= (%L "() G()#!*=>7U:%7" auf diese Aktie sichern, die es ihr erlaubt, die Aktie bis Dezember 02 zu einem Preis von 101 EUR zu verkaufen (Mikro4-,./,). Hier4 für zahlt sie eine Optionsprämie von 3 EUR, die sich aus einem inneren Wert von 1 EUR und einem Zeitwert von 2 EUR zusammensetzt. Die Vorausset4 zungen zur Bildung einer Bewertungseinheit seien erfüllt. Liegt der M*)> 1() F#:%( am Abschlussstichtag unter den vereinbarten 101 EUR, z. B. bei ac R@4 (3!&& !), so geht dies einher mit einem Anstieg des Werts der Option. Der Wertzuwachs ist auf den infolge des Basiswert4 rückgangs gestiegenen inneren Wert der Option zurückzuführen. Sofern sich der Zeitwert der Option nicht verändert hat, müsste die Option nunmehr einen Wert von 8 EUR aufweisen, was einem Wertanstieg von 5 EUR im Vergleich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses entspricht. Sowohl Grundgeschäft als auch Sicherungsgeschäft weisen somit am Abschlussstichtag betragsgleiche positive (Sicherungsgeschäft) bzw. negative (Grundgeschäft) Wertänderungen auf, die im Zuge der kompensatorischen Bewertung der Bewertungseinheit in gewohnter Weise zu verrechnen sind. Bewertungsuntergrenze für den Basis4 wert ist der vereinbarte Basispreis. Steigt der M*)> 1() F#:%( dagegen auf [Kc R@4C weist das Grundgeschäft also einen (unrealisierten) Gewinn von 5 EUR aus (3!&& $), so ist dies – wie4 derum einen unveränderten Zeitwert vorausgesetzt – allerdings nicht wie im Fall a mit einer betragsmäßig gleichhohen negativen Wertminderung des Op4 Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 601 tionsrechts verbunden. Im Beispiel beträgt der Wert der Option nun nämlich 2 EUR. Sie ist „aus dem Geld“, d. h. der innere Wert der Option ist null und sie weist lediglich noch einen Zeitwert von 2 EUR auf. Im Fall b steht also einer Wertsteigerung aus dem Grundgeschäft von 5 EUR eine Wertminderung aus dem Sicherungsgeschäft von nur 1 EUR gegenüber. Bei Durchführung einer imparitätischen Marktbewertung kommt es folglich zu einer Kompensa4 tion der Wertminderung aus dem Sicherungsgeschäft in Höhe von 1 EUR durch die Wertsteigerung des Grundgeschäfts. Der verbleibende positive Sal4 do darf jedoch nicht gezeigt werden, da das 4(!&%>!:%7">U)%"'%U auf die Be4 wertungseinheit anzuwenden ist. Die W*&A>>%+#(%: 1() #7;U(">!:7)%>-.(" (?():*"+ in dem gerade geschil4 derten Fall b ist in der Literatur *;>:)%::(". Teilweise wird argumentiert, zwar sei die Aktie durch die Option, nicht aber umgekehrt die Option durch die Aktie gesichert (vgl. G+2.,0),#H'2. .,+%01-,# G'2=,2 ,; !; 1990, S. 214; Q(2.5I**,#UG#,=,# 1995, S. 399). Angenommen, der im 3!&& $ für den 31.12.01 unterstellte Börsenpreis der Aktie behielte seine Gültigkeit bis zum Ablauf der Optionsfrist. In diesem Fall würde der Optionsinhaber sein Recht verfallen lassen, die Option also nicht ausüben. Neben dem inneren Wert würde auch der Zeitwert am Verfalltag null EUR betragen. Die gezahlte Opti4 onsprämie wäre erfolgswirksam auszubuchen, es entstünde folglich ein Auf4 wand in Höhe von 3 EUR. Diese Erfolgsminderung könnte nur kompensiert werden, wenn der Bilanzierende die Aktie tatsächlich am Verfalltag verkaufen und damit einen Ertrag in Höhe von 5 EUR (Kurswert – Buchwert) realisieren würde. Da aber am 31.12.01 nicht von diesem Verkauf des Grundgeschäfts, der jedoch zur Kompensation des durch die Abschreibung der Optionsprämie entstandenen negativen Erfolgsbeitrages zwingend erforderlich ist, ausgegan4 gen werden könne, sei auch eine M7;U(">!:%7" im Jahresabschluss nicht zu4 lässig. Dieser Ansicht wird hier nicht gefolgt (so im Ergebnis, nicht jedoch in der Begründung auch: B1-'#4&UL+C 2000, S. 429; P'H,2-"#0% 1999, S. 2104211). Richtig ist zwar, dass am Abschlussstichtag nicht mit Sicherheit gesagt wer4 den kann, dass der abgesicherte Basiswertbestand auch zeitgleich mit dem Verfall der Option verkauft wird, um mit den dann realisierten positiven Er4 folgsbeiträgen (Ertrag) aus dem Basiswertverkauf den negativen Erfolgsbei4 trag (Aufwand) aus dem Verfall der Option zu kompensieren. Es liegt jedoch einzig und allein am Willen des Bilanzierenden, ob er am Verfalltag der Opti4 on eine solche Kompensation wünscht. Gerade weil es in der Macht des Bi4 lanzierenden liegt, durch Verkauf des Basiswerts zum Marktpreis am Verfall4 tag der Option für einen Ausgleich zu sorgen, ist aber m. E. auch eine M7;L U(">!:%7" am vorhergehenden Abschlussstichtag '*&A>>%+. Genauso kann er im 3!&& ! durch seine Entscheidung, am Verfalltag die Option auszuüben, den sich zu diesem Zeitpunkt ergebenden negativen Erfolgsbeitrag aus der Aktie egalisieren. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,602 Als Begründung für die kompensatorische Bewertung am Abschlussstichtag genügt es m. E., wenn – unter der Annahme eines unveränderten Marktpreises des Basiswerts – am Verfalltag durch das soeben dargestellte Handeln des Bilanzierenden eine Kompensation tatsächlich möglich wäre. Ein Verlustaus4 weis in der dem Verfalltag der Option vorausgehenden Periode erscheint unter diesen Umständen auch aus Vorsichtsgründen nicht notwendig. Eine ()E-#>%-.:%+*"+ 1(> !*> 1() (?():*"+>(%".(%: (":>:(.("1(" G()L &*>:(> sollte erst dann erfolgen, wenn der Bilanzierende am Verfalltag der Op4 tion von seiner Kompensationsmöglichkeit keinen Gebrauch macht, weil der Verlust durch diese Entscheidung letztlich auch erst bei Auflösung der Bewer4 tungseinheit entsteht. Lehnt man diesen Ausweis des Verlusts erst in der Peri4 ode, in der die Kompensation tatsächlich nicht vorgenommen wird, ab, so muss man konsequenterweise die Anerkennung der imparitätischen Behand4 lung der Mikro4Bewertungseinheit insgesamt ablehnen, denn stets gibt es nach dem Abschlussstichtag, zu dem man die Bewertungseinheit noch imparitätisch behandelte, die Möglichkeit, die Mikro4Bewertungseinheit aufzulösen und von diesem Moment an eine Einzelbewertung der Komponenten der früheren Bewertungseinheit vorzunehmen, somit also u. U. einen Verlust in die Periode der Auflösung der Bewertungseinheit zu verschieben. Vertritt man die Position der Gegenmeinung, so müsste man außerdem konse4 quenterweise auch dann auf eine Kompensation verzichten, wenn im obigen Beispiel die Aktie statt mit einer Option mithilfe eines Futures abgesichert wird. Dem im 3!&& $ dann entstehenden negativen Erfolgsbeitrag aus dem Future steht nämlich am Verfalltag desselben auch nur dann ein positiver Er4 folgsbeitrag gegenüber, wenn gleichzeitig die im Bestand befindliche Aktie verkauft wird. Ungeachtet dessen hält die h. M. jedoch eine Kompensation in diesem Fall für zulässig (vgl. etwa N#'-*UK'+5'22 2000, S. 106; B1-'#4&UL+C 2000, S. 650; 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 528). Nichts anderes kann daher auch für Optionen gelten. Ein weiterer Anwendungsfall der kompensatorischen Bewertung neben der gerade erläuterten Absicherung eines Aktienbestandes durch den Kauf einer Verkaufsoption liegt dann vor, wenn eine 6()#!*=:( M!*=7U:%7" O5:%&&.!&L :()U7>%:%7"Q durch einen vorhandenen Bestand an den der Option zugrunde liegenden Basiswerten !$+(>%-.(): wird. 5:(%+: in diesem Fall 1() P!)#:L U)(%> des Basiswerts zum Abschlussstichtag, so bedeutet dies gleichzeitig ei4 nen Anstieg der Stillhalterverpflichtung. Aufgrund der Deckung entfällt je4 doch die Notwendigkeit der Berücksichtigung des drohenden Verlusts. Liegt der Buchwert der zur Deckung dienenden Vermögenswerte jedoch über dem in der Verkaufsoption vereinbarten Basispreis, so droht dem Stillhalter bei Ausübung der Option ein Verlust in Höhe dieses Unterschiedsbetrages (ab4 züglich der bereits passivierten Stillhalterprämie), der durch die Abschreibung Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 603 des Deckungsbestandes zu antizipieren ist (vgl. 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 5614 562; J#,+H,#/UB1-'#4& 1991b, S. 6664667). Eine vollständige Absicherung der Aktien durch die Stillhalterposition ist – wie bereits erläutert – nicht möglich. Die bei =!&&("1(" P!)#:U)(%>(" not4 wendige Abschreibung des Deckungsbestandes vermindert sich allerdings um die passivierte Optionsprämie (partielle Absicherung). J9[9n9J9c W%">$(+)("'*"+>6()(%"$!)*"+(" Z;T;e;Z;_;T D#+2.0>%C*(1-,0 C+ E(20H,/#,2C+2/0),#,(2H'#+2/,2 Zinsbegrenzungsvereinbarungen weisen hinsichtlich ihrer Konstruktion sehr große Ähnlichkeit mit den im vorangegangenen Abschnitt besprochenen Op4 tionen auf. Sie lassen sich grundsätzlich auf die beiden Grundformen Cap und Floor zurückführen. Bei einem h!U vereinbaren die Kontraktpartner für einen bestimmten Zeit4 raum (Zinsperiode, TCap) bezogen auf einen fiktiven Kapitalbetrag (K) eine W%">7$()+)("'( (iCap). Dabei verpflichtet sich der Verkäufer des Caps, dem Käufer eine F*>+&(%-.>'!.&*"+ zu leisten, sofern an einem bestimmten Zeit4 punkt (&(M(2/ .'%,) der 6()(%"$!):( 4(=()("''%">>!:' (iR) E$() 1%( 6()(%"L $!):( Z$()+)("'( !">:(%+:. Die Höhe der Ausgleichszahlung, die in der Re4 gel am Ende der Zinsperiode erfolgt, lässt sich mithilfe der Formel ( ) 360 T iiK=A CapCapR ⋅−⋅ . berechnen. Liegt der Referenzzinssatz am &(M(2/ .'%, dagegen unterhalb des im Kontrakt vereinbarten Vergleichszinssatzes oder stimmen die beiden Zinssätze überein, so ist beim Cap keine Ausgleichszahlung zu leisten. Damit unterscheidet sich ein Cap also von einem Forward Rate Agreement dadurch, dass hier nur eine Vertragspartei, nämlich der Verkäufer des Caps, die Verpflichtung eingeht, bei einem entsprechenden Verlauf des Referenzzinssatzes eine Ausgleichszah4 lung leisten zu müssen. Mit dem Kauf eines Caps kann sich der Käufer damit gegen das Risiko steigender Zinsen absichern, ohne sich dabei gleichzeitig die Möglichkeit zu nehmen, von sinkenden Zinsen zu profitieren. Als Ausgleich für dieses asymmetrische Risikoprofil erhält der Verkäufer des Caps bei Ver4 tragsabschluss vom Käufer eine <)A;%(. Aus dieser Beschreibung eines Caps wird deutlich, dass es sich letztlich um nichts anderes als um eine europäische Option auf Zinsen handelt, wobei bei Ausübung der Option keine physische Lieferung eines Basiswerts erfolgt, sondern ein 1'0- 0,%%*,5,2%. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,604 Ausübung eines Caps nicht vom Willen des Käufers, d. h. vom Optionsbe4 rechtigten, abhängt. Die Zahlung wird stattdessen bei Überschreitung des ver4 einbarten Referenzzinssatzes automatisch fällig. Dieser Unterschied ist aller4 dings faktisch bedeutungslos, weil auch ein rational handelnder Optionsbe4 rechtigter stets und nur in diesem Fall sein Optionsrecht ausüben würde. Fol4 gendes (%>U%(& soll die Funktionsweise eines Caps verdeutlichen. Eine Unternehmung A hat am 01.01.01 bei Unternehmung B einen Kredit in Höhe von 1 Mio. EUR aufgenommen. Die Laufzeit des Kredits beträgt drei Jahre, die Verzinsung richtet sich nach dem 64Monats4EURIBOR. In der Pra4 xis wird eine Unternehmung in der Regel noch einen Aufschlag auf den EU4 RIBOR, z. B. von 1 %4Punkt, zahlen müssen. Aus Vereinfachungsgründen wird in diesem Beispiel darauf verzichtet. Um sich gegen einen bis zu den kommenden &(M(2/ .'%,0 möglichen Anstieg des Referenzzinssatzes abzusichern (der Zinssatz für die ersten sechs Monate steht bereits fest), schließt Unternehmung A am gleichen Tag als Käufer einen Cap mit Unternehmung C mit folgenden Daten ab: Nominalbetrag: 1.000.000 EUR Zinsobergrenze: 5 % Laufzeit: 3 Jahre Referenzzinssatz: 64Monats4EURIBOR Wie aus der folgenden L +&(%-.>'!.&*"+ leisten. Im Unterschied zum Forward Rate Agreement wird diese Zahlung allerdings nicht zu Beginn, sondern erst !; R"1( 1() F$L >%-.()*"+>U()%71( am 01.01.02 geleistet, also zum gleichen Zeitpunkt, zu dem die Unternehmung A auch die unter Zugrundelegung des EURIBOR vom 29.06.01 berechneten Zinsen für das Darlehen an die Unternehmung B zahlen muss. Aus diesem Grund entfällt die beim Forward Rate Agreement not4 wendige Abzinsung der Ausgleichszahlung auf den Beginn der Sicherungs4 periode. Die vom Kontraktpartner C an die A zu leistende Ausgleichszahlung beträgt: ( ) EUR56,555.2 360 1840,0560,0551.000.000=A =⋅⋅ Gleichzeitig muss die Unternehmung A an die Unternehmung B Zinsen in Höhe von 28.111,11 EUR (= 1.000.000 EUR 5,5 % 184/360) zahlen. Sal4 diert man bei der Unternehmung A die Einzahlung aus dem 1'4*,% von 2.555,56 EUR mit der Auszahlung aus dem Kredit von 28.111,11 EUR, so erhält man eine Netto4Auszahlung von 25.555,55 EUR. Dieser Betrag ent4 spricht der Zinszahlung, die die Unternehmung A bei Zugrundelegung der Zinsobergrenze von 5 % an die Unternehmung B zu leisten hätte. Die Unter4 nehmung A hat somit ihr Ziel erreicht und zahlt netto trotz Anstiegs des Zins4 niveaus maximal die vereinbarte Zinsobergrenze. Allerdings müsste bei die4 sem Belastungsvergleich exakterweise auch noch die bei Abschluss des Caps zu zahlende Prämie berücksichtigt werden. Liegt der Referenzzinssatz dagegen am &(M(2/ .'%, 29.06.01 unterhalb des vereinbarten Höchstsatzes, z. B. bei 4,5 %, so wird am 01.01.02 keine Aus4 gleichszahlung fällig. Bei den anderen Zinssicherungsperioden wird völlig analog vorgegangen. Möchte man sich gegen fallende Zinsen absichern, etwa weil man einen vari4 abel verzinslichen Kredit vergeben hat, so kann man dies durch den Kauf ei4 nes Floors erreichen. Bei einem solchen 3&77) wird eine W%">*":()+)("'( vereinbart, bei deren Unterschreitung der Verkäufer eine Ausgleichszahlung an den Käufer des Floors leisten muss. Der Floor ist also das Gegenstück zum Cap; die dort gemachten Ausführungen, insbesondere hinsichtlich der Be4 rechnung der Ausgleichszahlung, gelten entsprechend. Z 3(, G,$,#%+2/ (5 8'-#,0'H01-*+00 .,# F20%(%+%,606 Mithilfe der beiden Grundformen Cap und Floor lassen sich eine Reihe von P%>-.=7);(" konstruieren. Die am weitesten verbreitete Mischform ist der h7&&!). Hierbei handelt es sich um eine M7;$%"!:%7" !*> h!U *"1 3&77), bei der gleichzeitig eine obere und eine untere Zinsbegrenzung, d. h. also eine Zinsbandbreite, vereinbart wird. Liegt der zugrunde liegende Referenzzinssatz am &(M(2/ .'%, über der Zinsobergrenze, so erhält der Käufer des Collars von seinem Kontraktpartner eine entsprechende Ausgleichszahlung. Ist der Refe4 renzzinssatz stattdessen unter die vereinbarte Zinsuntergrenze gefallen, so muss der Käufer des Collars seinerseits eine Ausgleichszahlung an den Ver4 käufer leisten. Keine Ausgleichszahlung wird fällig, wenn sich der Referenz4 zinssatz am &(M(2/ .'%, innerhalb der vereinbarten Bandbreite bewegt. Der Käufer eines Collars ist damit letztlich gleichzeitig Käufer eines Caps und Verkäufer eines Floors, der Verkäufer eines Collars dagegen Verkäufer eines Caps und Käufer eines Floors. Z;T;e;Z;_;W 3(, !$>-.&*>> sind erworbene Zinsbegrenzungsvereinbarungen zu aktivieren, bei geschriebenen (verkauften) Caps und Floors erfolgt dagegen eine Passivierung der erhaltenen Prämie. Hinsichtlich des konkreten Auswei4 ses in der Bilanz gilt das bei den Optionen Gesagte (vgl. Abschnit4 te 4.1.8.4.4.2.1.1.2.1 und 4.1.8.4.4.2.1.2.1). Erstreckt sich die Zinsbegrenzungsvereinbarung – wie der Cap in U()%71( 6()=A&&: (%"( 1%(>() ](%&LZU:%7"("; die auf diese Teil4Option entfallende Prämie ist auszu4 buchen. Allerdings liegen in der Regel keine konkreten Werte für den auszu4 buchenden Anteil vor. Deswegen wird in der Praxis aus Vereinfachungsgrün4 den eine lineare Auflösung der bei Vertragsabschluss gezahlten bzw. erhalte4 nen Prämie vorgenommen, d. h. die Prämie wird durch die Anzahl der Siche4 rungsperioden bzw. &(M(2/ .'%,0 dividiert (vgl. N#'-*UK'+5'22 2000, S. 83; Z;T 3(, G,$,#%+2/ 2'1- 9DG 607 B1-'#4&UL+C 2000, S. 5694571, mit kritischen Anmerkungen zu dieser verein4 fachten Vorgehensweise). Beim Käufer erfolgt die Ausbuchung der aktivierten Teil4Prämie über die „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“, beim Verkäufer mindert sich die passivierte Verbindlichkeit über die „Sonstigen betrieblichen Erträge“. Bei M)(1%:%">:%:*:(" fließen die Erfolgsbeiträge in beiden Fällen in den „Nettoer4 trag oder Nettoaufwand des Handelsbestands“. Sofern die erworbenen bzw. geschriebenen Zinsbegrenzungen zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken eingesetzt werden, ist ein Ausweis der aus dem Verfall der Teil4Optionen re4 sultierenden Aufwendungen und Erträge aufgrund ihres Zinscharakters auch im Zinsergebnis möglich (vgl. N#'-*UK'+5'22 2000, S. 83). An den auf den Vertragsabschluss folgenden F$>-.&*>>>:%-.:!+(" entspricht die bilanzielle Behandlung der Vorgehensweise bei Optionen. Der MA*=() des Caps oder Floors muss daher seine aktivierte Prämie mit dem Markt4 oder Börsenpreis bzw. dem beizulegenden Wert vergleichen und gegebenenfalls eine Abschreibung bzw. Zuschreibung vornehmen. Der G()#A*=() eines Kon4 trakts muss dagegen überprüfen, ob die Notwendigkeit besteht, über die als Verbindlichkeit passivierte Prämie hinaus eine Passivposition zu bilden bzw. eine solche an vorangegangenen Stichtagen gebildete Passivposition (ganz oder teilweise) aufzulösen. Auch hier kann der Ausweis der dabei zu berück4 sichtigenden Erfolgsbeiträge im Falle eines in einem Sicherungszusammen4 hang stehenden Kontrakts im Zinsergebnis erfolgen. Liegt an einem &(M(2/ .'%, der Referenzzinssatz über der Zinsobergrenze (im Falle eines Caps) bzw. unter der Zinsuntergrenze (im Falle eines Floors), so wird eine F*>+&(%-.>'!.&*"+ an den Erwerber des Caps bzw. Floors fällig. Diese wird allerdings nicht wie beim Forward Rate Agreement zu Beginn der Sicherungsperiode (vorschüssig) gezahlt, sondern erst am Ende der Siche4 rungsperiode (nachschüssig). Beim Käufer des Kontrakts ist jedoch zu Beginn der Sicherungsperiode der am &(M(2/ .'%, bereits bekannte Anspruch auf die Zahlung entstanden, weshalb eine Forderung an den Kontrakt4Verkäufer er4 folgswirksam zu aktivieren ist. Dieser muss entsprechend spiegelbildlich eine Verbindlichkeit passivieren. Für den daraus resultierenden Erfolgsausweis kommen wiederum die „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen/Erträge“ (bei M)(1%:%">:%:*:(": „Nettoaufwand/Nettoertrag des Handelsbestands“) bzw. aufgrund des Zinscharakters der Ausgleichszahlung das Zinsergebnis in Frage (vgl. B1-'#4&UL+C 2000, S. 569). J9B 8%( (?():*"+ "!-. 2345 J9B9[ N$()$&%-# Die umfangreichsten Positionen in Institutsbilanzen sind Forderungen, Wert4 papiere und Verbindlichkeiten (vgl. dazu Abschnitt 1.3.1.2), so dass für Kre4 ditinstitute die Frage nach der Bewertung dieser Positionen eine große Rolle spielt. IAS 39 regelt die Bewertung von Finanzinstrumenten, wozu auch die genannten Positionen zählen; deswegen wird im Folgenden näher auf die Re4 gelungen dieses Standards eingegangen. Dabei greifen die Ausführungen auf G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009 (S. 1494193) zurück. Darüber hinaus enthält IAS 39 auch Vorschriften zur Bewertung von Deriva4 ten sowie zur bilanziellen Berücksichtigung von Absicherungszusammenhän4 gen (-,./, '11"+2%(2/). Neben IAS 39 spielt auch IAS 21 bei Kreditinstituten für Bewertungsfragen eine Rolle, da er Regelungen zur Währungsumrechnung enthält. J9B9B (?():*"+ 67" 3%"!"'%">:)*;(":(" J9B9B9[ 0)*"1&!+(" *"1 8(=%"%:%7" 67" 3%"!"'%">:)*;(":(" Die Vorschriften zur Behandlung von Finanzinstrumenten im Jahresabschluss sind auf 1)(% 5:!"1!)1> verteilt. IAS 32 und IFRS 7 regeln Ausweis4 und Offenlegungsfragen, während sich die Regelungen zu Ansatz und Bewertung, um die es hier in erster Linie gehen soll, in IAS 39 finden. IAS 32.11 enthält zudem eine Reihe von Definitionen, die nach IAS 39.8 auch für diesen Stan4 dard Gültigkeit besitzen. 3%"!"'%">:)*;(":( sind nach IAS 32.11 Verträge, die gleichzeitig bei einer Unternehmung zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts (&(2'21('* '00,%) und bei einer anderen Unternehmung zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit (&(2'21('* *('H(*(%O) oder eines Eigenkapitalinstruments (,i+(%O (20%#+5,2%) führen. Entgegen dem Wortlaut des IAS 32.11 muss sich die For4 derung der bilanzierenden Unternehmung nicht unbedingt gegen eine Unter4 nehmung richten; entsprechendes gilt für Verbindlichkeiten. Die wortgetreue Anwendung würde Forderungen und Verbindlichkeiten unberücksichtigt las4 sen, deren Partner keine Unternehmung ist. Dies ist nicht als sachgerecht an4 zusehen. Insgesamt gehören zu den Finanzinstrumenten nach dieser sehr weiten Defini4 tion also sowohl originäre Finanzinstrumente als auch alle derivativen Finanz4

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References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.