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1.1.1 Das externe Rechnungswesen als Teil des betrieblichen Rechnungswesens in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 40 - 42

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_40

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
R)>:() F$>-."%:: 8%( 0)*"1&!+(" 1.1 Die bilanztheoretischen Grundlagen....................................................... 3 1.1.1 Das externe Rechnungswesen als Teil des betrieblichen Rechnungswesens......................................................................... 3 1.1.2 Theorie der Unternehmung und Bilanztheorie ............................. 4 1.1.3 Die Aufgaben des handelsrechtlichen Jahresabschlusses von Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstituten und die Interessen der Jahresabschlussadressaten..................................... 5 1.2 Die Rechtsgrundlagen für das externe Rechnungswesen der Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstitute........................................................ 40 1.2.1 EG4Bankbilanzrichtlinie, Bankbilanzrichtlinie4Gesetz und neuere Entwicklungen in der Rechnungslegung ........................ 40 1.2.2 Anwendungsbereich der für Kredit4 bzw. Finanzdienstleis4 tungsinstitute spezifischen Rechnungslegungsvorschriften ....... 45 1.2.3 Die Normenhierarchie der Rechnungslegungsvorschriften für Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstitute ........................... 47 1.2.4 Dem Jahresabschluss zugrunde liegende Währungseinheit ....... 59 1.3 Der Einfluss der besonderen Geschäftstätigkeit der Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstitute auf die externe Rechnungslegung ........ 61 1.3.1 Banktypische Aktivitäten und ihre Auswirkungen auf den Jahresabschluss von Kreditinstituten.......................................... 61 1.3.2 Spezielle Vorschriften zur Aufstellung des Jahresabschlus4 ses von Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstituten nach der Rechnungslegungsverordnung ............................................. 66 [ 8%( 0)*"1&!+(" [9[ 8%( $%&!"':.(7)(:%>-.(" 0)*"1&!+(" [9[9[ 8!> (\:()"( 4(-."*"+>?(>(" !&> ](%& 1(> $(:)%($&%-.(" 4(-."*"+>?(>("> Das betriebliche Rechnungswesen eines Kreditinstituts bzw. eines Finanz4 dienstleistungsinstituts1 hat – wie das jeder anderen Unternehmung auch – die F*=+!$(, die Geld4 und Leistungsströme in systematischer Weise zahlenmä4 ßig zu erfassen und zu speichern sowie das erhaltene Zahlenmaterial nach ent4 sprechender Aufbereitung in geeigneter Weise abzubilden. Zu diesem Zweck sind in der doppelten Buchhaltung zunächst >A;:&%-.( 0(>-.A=:>67)=A&&( 67&&>:A"1%+C )%-.:%+ *"1 '(%:"!. '* ()=!>>(". Dabei handelt es sich einerseits um Beziehungen zur Umwelt des einzelnen Instituts, andererseits um Vorgän4 ge der betrieblichen Leistungserstellung. Allerdings finden nur solche Vor4 gänge in der Buchhaltung Berücksichtigung, die im Rahmen der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung als buchungspflichtige Geschäftsvorfälle an4 gesehen werden. An diese überwiegend auf systematische Zahlenerfassung gerichteten Aufga4 ben knüpfen die 1!:("!*>?():("1(" 3*"#:%7"(" des betrieblichen Rech4 nungswesens an. Auf der einen Seite sind dies die Dispositionsaufgaben des %":()"(" 4(-."*"+>?(>(">, zu deren Erfüllung primär innerbetriebliche Verfahren zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit sowie zur Steuerung des ge4 genwärtigen und Planung des zukünftigen Unternehmungsgeschehens zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite handelt es sich dabei um die Aufga4 ben des (\:()"(" 4(-."*"+>?(>(">, also um die freiwillige oder auf gesetz4 lichen Vorschriften beruhende Informationsvermittlung und Rechenschafts4 legung gegenüber außenstehenden, an der Unternehmung interessierten Per4 sonenkreisen und Institutionen im Wege der Veröffentlichung von Jahres4 abschlüssen. Will man die Informationen und die Rechenschaftslegung in der gewünschten Weise sicherstellen und zudem Vergleiche verschiedener Unter4 nehmungen einer Rechtsform, Branche und/oder Größenkategorie ermögli4 1 Nach § 340 Abs. 4 HGB haben Finanzdienstleistungsinstitute grundsätzlich nach den4 selben Vorschriften wie Kreditinstitute Rechnung zu legen. Vereinfachend wird im Fol4 genden entsprechend § 1 Abs. 1b KWG der Begriff „2">:%:*:(“ als Oberbegriff für „Kredit4 *"1 Finanzdienstleistungsinstitute“ verwendet. T 3(, D#+2.*'/,24 chen, so muss das gewünschte Mindestmaß an Informationen und Rechen4 schaftslegung durch geeignete gesetzliche Vorschriften erzwungen werden. [9[9B ].(7)%( 1() @":()"(.;*"+ *"1 %&!"':.(7)%( Unternehmungen sind als Organisationen, als zielgerichtete, durch die Interes4 sen der Beteiligten (im weitesten Sinne) geprägte Sozialsysteme zu verstehen (vgl. hierzu G(,/ 1977b, S. 75490; AO,#%U?'#1- 1963, S. 27428; B(5"2 1955, S. 13414; B1-*,55,# 1979, S. 21426; B1-5(.% 1967, S. 2334238). Sie verdan4 ken ihre Existenz der Initiative und den Zielvorstellungen autonomer Wirt4 schaftssubjekte. Jeder dieser Unternehmungsbeteiligten versucht letztlich, mithilfe der Unternehmung seine wirtschaftlichen und außerwirtschaftlichen Ziele zu realisieren. Die Koalition „Unternehmung“ ist in aller Regel durch unterschiedliche Zielvorstellungen der an ihr Beteiligten gekennzeichnet, wo4 bei als Beteiligte hier keineswegs nur die mit Eigentumsrechten ausgestatteten Personen oder gar nur Beteiligte i. S. d. § 271 Abs. 1 HGB gemeint sind. Bei unterschiedlichen ökonomischen und außerökonomischen Zielsetzungen der Unternehmungsbeteiligten bedarf es aber einer Zielabstimmung zwischen den Beteiligten sowie einer dementsprechenden Transformation in die W%(&L #7"'(U:%7" 1() @":()"(.;*"+. Dies gelingt problemlos, soweit die Ziele einzelner Beteiligter übereinstimmen bzw. sich zumindest nicht widerspre4 chen. Sobald jedoch W%("=&%#:( auftreten, d. h. sobald verschiedene Ziele zueinander in Konkurrenz stehen oder sich gegenseitig ausschließen, ist eine Einigung auf eine gemeinsame Zielsetzung nur durch Verhandlungen bzw. durch monetäre oder nicht monetäre Ausgleichsleistungen zu erreichen. Dabei ist die Zielbildung jedes Beteiligten bzw. jeder Gruppe von Beteiligten ent4 scheidend von den jeweils zur Verfügung stehenden Informationen abhängig. Das Verhalten der einzelnen Personen bzw. Personengruppen richtet sich au4 ßerdem auch nach den Zielsetzungen und dem Verhalten der jeweils anderen Personen bzw. Personengruppen. Diese Theorie der Unternehmung kann nicht ohne Auswirkungen auf die Bi4 lanztheorie2 bleiben. Sobald man die Unternehmung als einen Zusammen4 schluss der Beteiligten (im weitesten Sinne) zur Verfolgung ihrer unterschied4 lichen ökonomischen wie außerökonomischen Ziele ansieht, ist es unmöglich, die „Unternehmung an sich“ oder lediglich eine einzelne Person oder Perso4 nengruppe als Adressat des handelsrechtlichen Jahresabschlusses anzusehen. Dementsprechend ist auch die Jahresabschlusspolitik geprägt von den Zielvor4 stellungen der Ersteller sowie der Adressaten des Jahresabschlusses. 2 Der umfassendere und zutreffendere Begriff „Jahresabschlusstheorie“ hat sich noch nicht durchgesetzt.

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Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.