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2.2.2 Die Bilanzierung von Pensionsgeschäften nach IFRS in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 344 - 353

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_344

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
W;W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- FSPB 307 zugrunde liegen, um Einblicke in die Liquiditäts4, Risiko4 und Ertragsverhält4 nisse einer Bank zu geben (vgl. Abschnitt 2.1.1). Die IFRS geben keine Glie4 derung und damit auch kein Gliederungsprinzip vor. Außerdem ist auf die Tatsache hinzuweisen, dass die RechKredV die Inhalte der einzelnen Bilanz4 positionen detailliert definiert, was in den IFRS nicht der Fall ist. Bei zwi4 schenbetrieblichen Vergleichen tritt damit das Problem auf, dass selbst im Falle gleichlautender Bilanzpositionen deren Inhalte nicht unbedingt überein4 stimmen. Unterschiede im Einzelnen finden sich auf der Aktivseite hinsichtlich der Darstellung der Wertpapiere. Die RechKredV differenziert vor allem in be4 stimmte Wertpapiere, die bei Zentralnotenbanken refinanzierbar sind, in (fest4 verzinsliche) Schuldverschreibungen und (nicht festverzinsliche) Aktien, Be4 teiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen. Auf der Passivseite ist bei den IFRS im Vergleich zur RechKredV insbesondere das Fehlen von Eventualverbindlichkeiten und Anderen Verpflichtungen „unter dem Strich“ bemerkenswert, die im deutschen Recht einen Hinweis auf nicht bilanzierte typische Kreditinstitutsgeschäfte liefern. Nach der hier einschlägigen Vor4 schrift IAS 37.86 sind entsprechende Angaben im Anhang zu machen. B9B9B 8%( %&!"'%()*"+ 67" <(">%7">+(>-.A=:(" "!-. 2345 B9B9B9[ G7)$(;()#*"+(" Bei der Darstellung der bei Pensionsgeschäften auftretenden Bilanzierungs4 fragen nach IFRS wird – wie bei der Bilanzierung nach HGB (vgl. Ab4 schnitt 2.1.2.4.1.4) – auf die ansonsten in diesem Buch vorgenommene Tren4 nung zwischen Ausweis4 und Bewertungsfragen verzichtet, um die Zusam4 menhänge deutlicher sichtbar machen zu können. Im Gegensatz zum deutschen Recht existiert nach IFRS keine eigenständige Vorschrift, die sich mit der Bilanzierung von Pensionsgeschäften beschäftigt. Maßgeblich für die bilanzielle Abbildung von Pensionsgeschäften nach IFRS sind die allgemeinen Ausbuchungsregelungen des IAS 39 (vgl. N$A 2005, S. 417), da es sich bei dem in Pension zu gebenden Vermögensgegenstand in der Regel um einen Vermögenswert handelt, der die Kriterien eines Finanzin4 struments i. S. d. IAS 39 erfüllt (vgl. dazu Abschnitt 4.2.2.1). Während im deutschen Recht keine expliziten Ausbuchungsvorschriften bestehen und so4 mit allgemein auf das wirtschaftliche Eigentum abgestellt werden muss, ent4 halten die IFRS eine eigenständige Regelung zu der Frage, wer einen Vermö4 genswert zu bilanzieren hat (vgl. dazu ausführlich G(,/UQ'01-H+01-U7>+&,# 2008, S. 71473). Der Begriff Vermögensgegenstand ist ein Begriff des deut4 schen Handelsrechts, während der Begriff Vermögenswert in den IFRS ge4 braucht wird. Der Begriff des Vermögenswerts nach IFRS ist im Vergleich W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2308 zum Vermögensgegenstand nach HGB dynamisch geprägt und darüber hinaus weiter gefasst (vgl. dazu G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 77). Im Folgenden werden daher zunächst die allgemeinen Ausbuchungsregeln des IAS 39 dargestellt, bevor auf die Bilanzierung von echten und unechten Pen4 sionsgeschäften nach den IFRS eingegangen wird. Dabei wird zurückgegrif4 fen auf 7>+&,# 2009, S. 2264262. B9B9B9B 8%( F*>$*-.*"+ =%"!"'%(&&() G();D+(">?():( "!-. 2F5 Ia Ein finanzieller Vermögenswert ist gemäß IAS 39.17(a) immer dann auszubu4 chen, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus diesem Ver4 mögenswert auslaufen, z. B. durch Tilgung bei Fälligkeit. Des Weiteren kann es gemäß IAS 39.17(b) zu einer Ausbuchung kommen, wenn eine Übertra4 gung des finanziellen Vermögenswertes stattgefunden hat. Eine Übertragung liegt dann vor, wenn entweder die vertraglichen Rechte auf Erhalt der Zah4 lungsströme des Vermögenswertes auf einen Dritten übergegangen sind oder wenn zwar die vertraglichen Rechte auf Erhalt der Zahlungsströme behalten werden, aber gleichzeitig eine vertragliche Verpflichtung zur Weiterleitung der Zahlungsströme an einen oder mehrere Empfänger eingegangen wurde (vgl. IAS 39.18; LI$UB1-(*.H'1- 2004, S. 878). Sind die vorgenannten Kriterien für eine Übertragung des finanziellen Ver4 mögenswertes gegeben, so ist in einem zweiten Schritt gemäß IAS 39.20 zu prüfen, ob im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des Vermögenswertes verbunden sind, übertragen wurden. Sofern im Wesent4 lichen alle Risiken und Chancen auf den Erwerber des Vermögenswertes übergegangen sind, ist der Vermögenswert bei der übertragenden Unterneh4 mung auszubuchen. Verbleiben hingegen im Wesentlichen alle Risiken und Chancen bei der übertragenden Unternehmung, darf der Vermögenswert nicht ausgebucht werden. Für den Fall, dass weder im Wesentlichen alle Risiken und Chancen übertragen noch zurückbehalten werden, muss in einem dritten Schritt geprüft werden, ob die übertragende Unternehmung weiterhin die Verfügungsmacht (Kontrolle) über den Vermögenswert ausübt (vgl. zu diesen Ausführungen IAS 39.20; G'#6 1="$UD*'+5 2004, S. 188). Hat die übertragende Unternehmung die Verfü4 gungsmacht nicht behalten, so ist der Vermögenswert nach IAS 39.20(c)(i) aus4 zubuchen. Ein Übergang der Verfügungsmacht liegt dann vor, wenn der Emp4 fänger des Vermögenswertes in der Lage ist, diesen zu veräußern (vgl. I4 AS 39.23; G(,=,#U9'1=,2H,#/,# 2004, S. 1626). Wurde dagegen die Verfü4 gungsmacht einbehalten, so ist der Vermögenswert in dem Umfang des anhal4 tenden Engagementsweiterhin bei der übertragenden Unternehmung zu erfassen (vgl. :1=,0UB(%%5'2269'+#OUQ,(/,* 2004, S. 120). „Der Umfang des anhalten4 W;W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- FSPB 309 den Engagements des Unternehmens an dem übertragenen Vermögenswert ent4 spricht dem Umfang, in dem es Wertänderungen des übertragenen Vermögens4 wertes ausgesetzt ist“ (IAS 39.30). %7">+(>-.A=:(" Da bei einem Pensionsgeschäft nicht die vertraglich festgelegten Ansprüche auf die Zahlungsströme aus dem Vermögenswert auslaufen, sondern lediglich das zivilrechtliche Eigentum auf den Pensionsnehmer übergeht, muss zu4 nächst überprüft werden, ob die Voraussetzungen einer Übertragung gegeben sind. Die Kriterien für eine Übertragung sind bei einem echten Pensionsge4 schäft erfüllt, da die Zahlungsströme aus dem Vermögenswert dem Pensions4 nehmer als zivilrechtlichem Eigentümer zustehen. Da der Pensionsnehmer den Vermögenswert am Ende der Laufzeit in jedem Fall zurückübertragen muss, behält der Pensionsgeber im Wesentlichen alle Chancen und Risiken aus dem W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2310 Vermögenswert, so dass er diesen nicht ausbuchen darf (vgl. IAS 39.AG51(a) und (b)). Der <(">%7">+($() $%&!"'%(): gemäß IAS 39.29 1(" G();D+(">?(): daher ?(%:().%" (":>U)(-.("1 >(%"() $%>.()%+(" M!:(+7)%>%()*"+ (vgl. Q'$#C(6 2,= 2006, S. 79). Außerdem hat er nach IAS 39.29 %" /D.( 1(> 67; <(">%L 7">"(.;() ().!&:("(" (:)!+(> (%"( =%"!"'%(&&( G()$%"1&%-.#(%: !*>'*L ?(%>(". Die Bilanzierung erfolgt somit wie die Bilanzierung einer besicherten Kreditaufnahme (vgl. F3Q 2007, S. 40 und S. 61). Ein eventueller Unter4 schiedsbetrag zwischen Hingabe4 und Rücknahmepreis ist mittels der Effek4 tivzinsmethode über die Laufzeit des Pensionsgeschäftes zu verteilen und der Verbindlichkeit hinzuzurechnen bzw. von ihr abzuziehen (vgl. auch :#20% o p"+2/ [9#0/;\ 2004, S. 68; 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 1513). Nach IAS 39.9 ist die Effektivzinsmethode „eine Methode zur Berechnung der fort4 geführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit … und der Allokation von Zinserträgen und Zinsaufwendungen auf die jeweiligen Perioden“ (vgl. hierzu genauer Ab4 schnitt 4.2.2.3.3). Der Pensionsgeber vereinnahmt gemäß IAS 39.29 die wäh4 rend der Laufzeit des Pensionsgeschäfts anfallenden Erträge aus dem übertra4 genen Vermögenswert und verbucht Zinsaufwendungen aus der Verbindlich4 keit gegenüber dem Pensionsnehmer. Der <(">%7">"(.;() bilanziert gemäß IAS 39.AG50 eine entsprechende 37)1()*"+, die der Bewertungskategorie „*"'20 '2. #,1,()'H*,0“ (siehe Ab4 schnitt 4.2.2.3.2.2.3) zugeordnet wird. Analog zur Vorgehensweise beim Pen4 sionsgeber ist auch hier ein eventuell bestehender Unterschiedsbetrag zwi4 schen Hingabe4 und Rücknahmebetrag mittels der Effektivzinsmethode zu verteilen und der Forderung entsprechend zu4 bzw. abzuschreiben (vgl. :#20% o p"+2/ [9#0/;\ 2004, S. 68; 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 1514). In der GuV sind außerdem die Zinserträge aus der Forderung gegenüber dem Pensionsgeber zu erfassen. B9B9B9J 8%( %&!"'%()*"+ 67" *"(-.:(" <(">%7">+(>-.A=:(" Auch beim unechten Pensionsgeschäft sind – mit derselben Begründung wie beim echten Pensionsgeschäft (vgl. Abschnitt 2.2.2.3) – die Kriterien einer Übertragung erfüllt. Beim unechten Pensionsgeschäft hat der Pensionsnehmer das Recht, den Vermögenswert auf den Pensionsgeber zurückzuübertragen. Dieses Recht wird er in der Regel dann ausnutzen, wenn der Marktwert des Vermögenswertes zum Zeitpunkt der Rückgabe niedriger ist als der Rück4 nahmebetrag. Somit trägt der Pensionsgeber beim unechten Pensionsgeschäft grundsätzlich die Risiken. Das 4(-.: 1(> <(">%7">"(.;()> auf Rückübertra4 gung des Vermögenswertes wird in der Literatur häufig als eine G()#!*=>7UL :%7" eingestuft, bei der der <(">%7">+($() 1%( <7>%:%7" (%"(> 5:%&&.!&:()> ein4 W;W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- FSPB 311 nimmt (vgl. :#20% o p"+2/ [9#0/;\ 2004, S. 68; 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 1514). Der Pensionsnehmer hat die Option, den Vermögenswert an den Pensionsgeber zurückzugeben, und der Pensionsgeber ist verpflichtet, den Vermögenswert bei entsprechender Entscheidung des Pensionsnehmers zu4 rückzunehmen. Um die Frage der Ausbuchung zu beantworten, muss daher nach IAS 39 der Wert der Verkaufsoption näher untersucht werden (vgl. 7,-5UL@.,2H'1- 2009, S. 1410). Für den Fall, dass die Option ?(%: %; 0(&1 ist, d. h., dass der aktuelle Markt4 preis des übertragenen Vermögenswertes weit unter dem Rücknahmebetrag liegt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Pensionsnehmer die Opti4 on ausüben, also den Vermögenswert an den Pensionsgeber zurückgeben wird. In diesem Fall darf nach IAS 39.AG51(f) #(%"( F*>$*-.*"+ erfolgen, da der Pensionsgeber im Wesentlichen alle Risiken und Chancen trägt. Neben der weiteren Erfassung des Pensionsgegenstands hat der <(">%7">+($() eine finanzielle Verbindlichkeit in Höhe der erhaltenen Gegenleistung zu erfassen (vgl. IAS 39.29). Der <(">%7">"(.;() aktiviert in Höhe des hingegebenen Betrags eine Forderung gegenüber dem Pensionsgeber. Die bilanzielle Abbil4 dung des unechten Pensionsgeschäfts entspricht in diesem Fall somit der bi4 lanziellen Abbildung eines echten Pensionsgeschäfts. Ist die Option dagegen ?(%: !*> 1(; 0(&1, d. h. liegt der aktuelle Marktpreis des übertragenen Vermögenswertes weit über dem Rücknahmebetrag, so sind nach IAS 39.AG51(g) im Wesentlichen alle Risiken und Chancen auf den Pensionsnehmer übergegangen, da die Wahrscheinlichkeit einer Rückübertra4 gung des Vermögenswertes auf den Pensionsgeber sehr gering ist. In diesem Fall muss daher eine F*>$*-.*"+ erfolgen. Der <(">%7">+($() hat als Ge4 genbuchung die Stillhalterverpflichtung aus der Verkaufsoption des Pensions4 nehmers zu passivieren (vgl. :#20% o p"+2/ [9#0/;\ 2004, S. 69). Sofern der Hingabebetrag vom Buchwert des Pensionsgegenstands abweicht, ist beim Pensionsgeber ein Erfolg in Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert und der Summe aus der erhaltenen Gegenleistung abzüglich des Wertes der Still4 halterverpflichtung und aller kumulierten Gewinne und Verluste, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden, zu berücksichtigen (vgl. IAS 39.26). Der <(">%L 7">"(.;() dagegen aktiviert die übertragenen Vermögenswerte wie bei ei4 nem Kauf in Höhe des Hingabebetrags und bilanziert daneben die erhaltene Verkaufsoption, die nach IAS 39.25 zum &'(# )'*+, zu bewerten ist. Befindet sich die Option jedoch ?(1() ?(%: %; 0(&1 "7-. ?(%: !*> 1(; 0(&1, so werden weder im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Pensionsnehmer übertragen noch verbleiben sie beim Pensionsgeber. Aus die4 sem Grund muss nach den Ausbuchungsvorschriften des IAS 39 in einem nächsten Schritt überprüft werden, ob dem Pensionsgeber weiterhin die Ver4 fügungsmacht über den Vermögenswert zusteht. W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2312 Grundsätzlich hat der Pensionsnehmer bei einem unechten Pensionsgeschäft das Recht, den Vermögenswert zu veräußern; er ist nicht verpflichtet, ihn an den Pensionsgeber zurückzugeben. Das würde bedeuten, dass die Verfü4 gungsmacht auf ihn übergegangen ist und der Pensionsgeber den Vermö4 genswert auszubuchen hat. IAS 39 stellt jedoch nicht auf die rechtliche Mög4 lichkeit der Veräußerung ab, sondern auf die tatsächliche Fähigkeit, d. h., ob der Erwerber des Vermögenswertes diesen tatsächlich verkaufen würde und auch könnte (vgl. :#20% o p"+2/ [9#0/;\ 2004, S. 64465). Aus diesem Grund wird zwischen marktgängigen und nicht marktgängigen Vermögenswerten unterschieden. Handelt es sich um ;!)#:+A"+%+( G();D+(">?():(, so verliert der Pensi4 onsgeber nach IAS 39.AG51(h) die Verfügungsmacht und hat den Vermö4 genswert auszubuchen. Liegen jedoch #(%"( ;!)#:+A"+%+(" G();D+(">?():( vor und ist die Option hinreichend wertvoll, so kommt es nach IAS 39.AG51(i) nicht zu einem Ver4 lust der Verfügungsmacht, da der Pensionsnehmer den Vermögenswert mit großer Wahrscheinlichkeit nicht anderweitig verkaufen wird (vgl. 7,-5UL@.,2H'1- 2009, S. 1411). Der <(">%7">+($() muss daher den G()L ;D+(">?(): im Umfang des anhaltenden Engagements (1"2%(2+(2/ (2)"*),6 5,2%) $%&!"'%()(" (vgl. :#20% o p"+2/ [9#0/;\ 2004, S. 69). Bei einer Ver4 kaufsoption ergibt sich der Umfang des anhaltenden Engagements gemäß IAS 39.30 aus dem Betrag des übertragenen Vermögenswerts, den der Pensi4 onsgeber wieder zurückerhält, d. h. in Höhe der fortgeführten Anschaffungs4 kosten des übertragenen Vermögenswerts, sofern der Vermögenswert zu fort4 geführten Anschaffungskosten bewertet wird. Wird der übertragene Vermö4 genswert hingegen zum &'(# )'*+, bewertet, dann ergibt sich das Engagement als niedrigerer Betrag aus &'(# )'*+, des übertragenen Vermögenswerts und Ausübungspreis der Option, d. h. dem Rücknahmebetrag, da der Übertragende keinen Anspruch auf Steigerungen des &'(# )'*+, des übertragenen Pensions4 gegenstands mehr hat (vgl. IAS 39.30(b) sowie IAS 39.AG48(d)). Neben der weiteren Bilanzierung des Pensionsgegenstands in Höhe des anhal4 tenden Engagements hat der <(">%7">+($() auch eine entsprechende G()L $%"1&%-.#(%: (%"'*$*-.(" (IAS 39.31). Dementsprechend hat der <(">%7">L "(.;() eine entsprechende Forderung zu aktivieren. Der Ansatz der bei Nichtausbuchung des Vermögenswerts zu passivierenden Verbindlichkeit ori4 entiert sich an der Bewertung des übertragenen Vermögenswertes. Wird der E$():)!+("( G();D+(">?(): '* =7):+(=E.):(" F">-.!==*"+>#7>:(" $(L ?():(:, so ist die Verbindlichkeit mit ihren F">-.!==*"+>#7>:(" (Hingabebe4 trag) anzusetzen. Im Rahmen der Folgebewertung sind die Anschaffungskos4 ten um die Amortisation der Differenz zwischen Anschaffungskosten und fortgeführten Anschaffungskosten des übertragenen Vermögenswertes am W;W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- FSPB 313 Fälligkeitstermin der Option mittels der Effektivzinsmethode zu bereinigen (vgl. IAS 39.AG48(b)). Wird hingegen der E$():)!+("( G();D+(">?(): '*; /"0# )"&*$ $(?():(:, so erfolgt die Bewertung der zugehörigen Verbindlichkeit zum F*>E$*"+>L U)(%> 1() ZU:%7", d. h. zum Rücknahmebetrag, plus deren Zeitwert zum Übertragungszeitpunkt (= &'(# )'*+,). Da der finanzielle Vermögenswert in diesem Fall maximal zum niedrigeren Wert aus &'(# )'*+, und Ausübungs4 preis der Option zu bewerten ist, wird gewährleistet, dass der Nettobuchwert des Vermögenswertes und der zugehörigen Verbindlichkeit dem &'(# )'*+, der Verpflichtung aus der Verkaufsoption entspricht (vgl. IAS 39.AG48(d)). Im Rahmen der Folgebewertung sind Veränderungen des &'(# )'*+, des Pensions4 gegenstands und der damit verbundenen Verbindlichkeit unsaldiert zu erfas4 sen (vgl. IAS 39.33). Da sich die Rückübertragungsoption bei einem unechten Pensionsgeschäft und somit das anhaltende Engagement in der Regel auf den gesamten Vermö4 genswert beziehen, ist der gesamte Vermögenswert weiterhin beim Pensions4 geber zu erfassen (vgl. :#20% o p"+2/ [9#0/;\ 2004, S. 68). &%,2 2'1- F>(">>U%(&)A*;( eröffnet. Weiterhin ist dieses Merkmal zu Beginn des Pensionsgeschäftes, also $(% G():)!+>!$>-.&*>>, zu überprüfen, so dass eine eventuell spätere Änderung der Ausübungswahrscheinlichkeit nicht mehr berücksichtigt wird, was zu falschen Informationen für den Jahresabschluss4 adressaten führen kann. Außerdem kann trotz Vorliegens sämtlicher Tatbe4 stände, die für eine Ausübung der Option des Pensionsnehmers sprechen, z. B. aus persönlichen Gründen auf die Ausübung der Option verzichtet werden. In diesem Fall würde der Pensionsgeber einen Vermögenswert in seiner Bilanz ausweisen, über den er schon seit längerer Zeit nicht mehr verfügen kann (vgl. G(,/UQ'01-H+01-U7>+&,# 2008, S. 73). Weiterhin ist es m. E. auch fraglich, ob das Rückgaberecht des Pensionsneh4 mers tatsächlich einer typischen Verkaufsoption mit Vereinbarung einer Opti4 onsprämie und meist Handel am Kapitalmarkt entspricht. Meiner Meinung nach ist daher eher der F*==!>>*"+ 67" B"6#;0.$9 '*'*>:%;;(", der beim unechten Pensionsgeschäft auch nach IFRS stets die Ausbuchung des Vermö4 genswertes vertritt (vgl. Q'$#C(2,= 2006, S. 79), denn bei einem unechten Pensionsgeschäft verbleiben die Risiken beim Pensionsgeber und die Chancen gehen auf den Pensionsnehmer über. Außerdem liegt die Verfügungsmacht im Sinne einer Veräußerungsmöglichkeit ebenfalls beim Pensionsnehmer. Dem Pensionsgeber stehen keinerlei Rechte mehr aus dem Vermögenswert zu, so dass er ihn auch nicht mehr in seiner Bilanz auszuweisen hat. Um die Jahres4 abschlussadressaten ausreichend zu informieren, ist eine F".!"+!"+!$( be4 züglich der Ausübungswahrscheinlichkeit des Rückgaberechts des Pensions4 nehmers sowie des im Falle einer Rückgabe zu zahlenden Rücknahmebetrags !*>)(%-.("1 (vgl. auch G(,/UQ'01-H+01-U7>+&,# 2008, S. 73). B9B9B9c G()+&(%-. ;%: 1(" G7)>-.)%=:(" "!-. /0 Während nach HGB für die Bilanzierung von Pensionsgeschäften mit § 340b HGB eine eigenständige Regelung besteht, ergibt sich die Behandlung von Pensionsgeschäften nach IFRS lediglich aus der Anwendung der allgemeinen W;W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- FSPB 315 Ausbuchungsregelungen des IAS 39. Da Pensionsgeschäfte in den IFRS nicht explizit erwähnt werden, kommt es zu den dargestellten unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der Frage, wer den Vermögenswert im Rahmen eines *"(-.:(" <(">%7">+(>-.A=:> auszuweisen hat. Während im deutschen Recht diese Frage eindeutig in § 340b HGB geregelt ist, ergeben sich nach IAS 39 diesbezüglich Ermessensspielräume. Bei der Bilanzierung (-.:() <(">%7">+(>-.A=:( bestehen zwischen den Vor4 schriften des HGB und der IFRS kaum Unterschiede. Auch bei der Bilanzie4 rung nach IFRS besteht beim echten Pensionsgeschäft das Problem, dass zu Beginn des Pensionsgeschäftes sowohl die Forderung des Pensionsnehmers als auch die Verbindlichkeit des Pensionsgebers – sofern Hingabe4 und Rück4 nahmebetrag voneinander abweichen – nicht mit der tatsächlich vorhandenen Höhe angesetzt werden. Von dieser Vorgehensweise kann auch nicht abgewi4 chen werden, da nach IAS 39 weder die Verbindlichkeit zum Rückzahlungs4 betrag anzusetzen ist noch die Möglichkeit einer Nominalwertbilanzierung für Forderungen besteht. Im Gegensatz zu den in der Literatur bestehenden unter4 schiedlichen Auffassungen bezüglich des Ansatzes nach HGB, besteht in die4 sem Punkt somit eine klare Regelung und es kann eine einheitliche Vorge4 hensweise gewährleistet werden. Da hierbei die tatsächliche Höhe der Forde4 rung bzw. der Verbindlichkeit nicht anhand der Bilanz zu erkennen ist, sollte jedoch zumindest im Anhang eine entsprechende Angabe diesbezüglich erfol4 gen. Darüber hinaus ist die Verteilung des Unterschiedsbetrags nach der Ef4 fektivzinsmethode, wie sie IAS 39 vorschreibt, vorzuziehen, da damit eine genauere Verteilung erreicht wird als mit der linearen Methode nach HGB. Erhebliche Unterschiede zwischen HGB und IFRS ergeben sich hinsichtlich der Regelungen zur Bilanzierung *"(-.:() <(">%7">+(>-.A=:(, wenn die Auf4 fassung vertreten wird, dass das Rückgaberecht des Pensionsnehmers nach IFRS als Verkaufsoption zu bilanzieren ist. Wie jedoch bereits aufgezeigt, ist diese Vorgehensweise m. E. nicht sachgerecht, so dass demzufolge auch bei der Bilanzierung unechter Pensionsgeschäfte zwischen HGB und IFRS keine wesentlichen Unterschiede bestehen (vgl. auch G(,/UQ'01-H+01-U7>+&,# 2008, S. 74). Im Gegensatz zum deutschen Recht ist positiv zu beurteilen, dass IAS 39 den Fall, in dem beim unechten Pensionsgeschäft der Hingabebe4 trag vom Buchwert abweicht, eindeutig regelt. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass sich diese Regelung aufgrund der Tatsache ergibt, dass nach IFRS kein Realisationsprinzip existiert. Nach HGB besteht das Problem, dass Gewinne erst dann angesetzt werden dürfen, wenn sie auch realisiert sind. Da jedoch hinsichtlich der Frage, wann überhaupt eine Gewinnrealisation vorliegt, Aus4 legungsspielräume bestehen, kommt es zu den in Abschnitt 2.1.2.4.1.4.2 dar4 gestellten unterschiedlichen Meinungen. Trotz der aufgezeigten Unterschiede kann festgehalten werden, dass hinsicht4 lich des Ausweises des Pensionsgegenstands sowohl nach HGB als auch nach W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2316 IFRS grundsätzlich auf die wirtschaftliche Betrachtungsweise abgestellt wird (vgl. j*.,2H+#/,# 2000, S. 272). Dies ist positiv zu beurteilen, denn nur, wenn der wirtschaftliche Gehalt eines Geschäftes berücksichtigt wird, erhalten die Jahresabschlussadressaten entscheidungsrelevante Informationen. Die do4 minierende wirtschaftliche Betrachtungsweise der IFRS wird jedoch m. E. nach in der Praxis auf Grenzen stoßen. Sowohl nach HGB als auch nach IFRS bestehen in bestimmten Fällen unterschiedliche Auffassungen bezüglich der bilanziellen Behandlung von Pensionsgeschäften, so dass es in beiden Rech4 nungslegungswelten zu Ermessensspielräumen kommt. Obwohl die Absicht geäußert wurde, das deutsche Handelsrecht verstärkt an die internationale Rechnungslegung anzupassen (vgl. BMJ 2003), sind die HGB4Vorschriften zu den Pensionsgeschäften durch das Bilanzrechtsmoder4 nisierungsgesetz nicht geändert worden. B9B9I 8%( f():U!U%()&(%.( B9B9I9[ %&!"'%()*"+ 1() f():U!U%()&(%.( "!-. 2345 Im Gegensatz zu den Pensionsgeschäften wird in IAS 39 die bilanzielle Be4 handlung einer Wertpapierleihe explizit erwähnt. So wird die Wertpapierleihe in IAS 39.AG40(b), IAS 39.AG51(a) sowie IAS 39.AG51(b) als Beispiel dafür aufgeführt, dass bei einer solchen Übertra4 gungsform der Übertragende im Wesentlichen alle Risiken und Chancen be4 halten hat. Da der Übertragende bei der Wertpapierleihe – wie auch beim ech4 ten Pensionsgeschäft – den übertragenen Vermögenswert im Regelfall wieder zurückerhält, ist er zum Rückübertragungszeitpunkt dem Risiko eines Wert4 verfalls bzw. der Chance einer Wertsteigerung ausgesetzt. „Bei Wertpapier4 leihegeschäften trägt der Verleiher das Marktpreisrisiko, da der Entleiher zur Rückübertragung von Wertpapieren gleicher Art, Güte und Menge verpflich4 tet ist“ (F3Q 2007, S. 60). Demnach sind die f():U!U%()( ?(%:().%" %" 1() %&!"' 1(> G()&(%.()> !*>'*?(%>(" *"1 (":>U)(-.("1 %.)() M!:(+7)%>%(L )*"+ '* $(?():(". Bei dieser Bewertung ist nach Ansicht einiger Autoren im Schrifttum neben dem Emittentenrisiko auch das Kontrahentenrisiko zu erfas4 sen (vgl. GI1=(2/ULI$UQ"-*5'220%,%%,# 2008, S. 1925; F3Q 2007, S. 62; 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 143). Obwohl eine solche Bewertung in IAS 39 nicht explizit vorgeschrieben ist, ist sie sinnvoll, da bei einem Ausfall des Entlei4 hers der Verleiher die Wertpapiere nicht mehr zurückbekommt Erhält der G()&(%.() zum Zeitpunkt der Übertragung keine liquiden Mittel als Gegenleistung, so hat er zu diesem Zeitpunkt keine Buchung vorzunehmen. Da dem Entleiher jedoch das Veräußerungsrecht in Bezug auf die Wertpapiere zusteht, muss der Verleiher nach IAS 39.AG51(a) die Wertpapiere umgliedern

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References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

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- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

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- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

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