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2.2.1 Grundsätzliches in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 342 - 344

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_342

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
B9B 8() F*>?(%> %" 1() %&!"' "!-. 2345 B9B9[ 0)*"1>A:'&%-.(> Anders als die RechKredV im deutschen Recht legen die IFRS keine verbind4 liche Bilanzgliederung fest. Die sich aus der fehlenden verbindlichen Bilanz4 gliederung ergebende Befürchtung, die zwischenbetriebliche Vergleichbarkeit sei erschwert, trifft dann nicht zu, wenn sich die Banken ohne Mitwirkung des Standardsetzers in Eigeninitiative auf eine bestimmte Bilanzgliederung eini4 gen. Sobald diese Gliederung vom Kapitalmarkt akzeptiert wird, erlangt sie ebenso Verbindlichkeit wie eine vom Standardsetzer verbindlich vorgegebene Bilanzgliederung. In IAS 1.54 werden für die Bilanz lediglich verschiedene gesondert auszuwei4 sende Posten vorgegeben, die sich allerdings eher an Industrieunternehmun4 gen orientieren, z. B. Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Liefe4 rungen und Leistungen und finanzielle Vermögenswerte und Schulden. Da vorgenannte Posten für eine Bankbilanz irrelevant oder nicht detailliert genug sind, ist IAS 1.54 wenig hilfreich im Hinblick auf die Erstellung einer Bankbi4 lanzgliederung. Entsprechend enthält IAS 1.57 Öffnungsklauseln, wonach Posten hinzugefügt, ihre Bezeichnungen und Reihenfolge oder ihre Zusam4 menfassung geändert werden können, wenn dies für das Verständnis der Fi4 nanzlage relevant ist. Als Beispiel werden explizit Finanzinstitutionen ge4 nannt, die obige Elemente anpassen sollten, um Informationen bereit zu stel4 len, die relevant im Hinblick auf ihre Geschäftstätigkeit sind. Folglich könnte man sich die in %7">+(>-.A=:(" "!-. 2345 B9B9B9[ G7)$(;()#*"+(" Bei der Darstellung der bei Pensionsgeschäften auftretenden Bilanzierungs4 fragen nach IFRS wird – wie bei der Bilanzierung nach HGB (vgl. Ab4 schnitt 2.1.2.4.1.4) – auf die ansonsten in diesem Buch vorgenommene Tren4 nung zwischen Ausweis4 und Bewertungsfragen verzichtet, um die Zusam4 menhänge deutlicher sichtbar machen zu können. Im Gegensatz zum deutschen Recht existiert nach IFRS keine eigenständige Vorschrift, die sich mit der Bilanzierung von Pensionsgeschäften beschäftigt. Maßgeblich für die bilanzielle Abbildung von Pensionsgeschäften nach IFRS sind die allgemeinen Ausbuchungsregelungen des IAS 39 (vgl. N$A 2005, S. 417), da es sich bei dem in Pension zu gebenden Vermögensgegenstand in der Regel um einen Vermögenswert handelt, der die Kriterien eines Finanzin4 struments i. S. d. IAS 39 erfüllt (vgl. dazu Abschnitt 4.2.2.1). Während im deutschen Recht keine expliziten Ausbuchungsvorschriften bestehen und so4 mit allgemein auf das wirtschaftliche Eigentum abgestellt werden muss, ent4 halten die IFRS eine eigenständige Regelung zu der Frage, wer einen Vermö4 genswert zu bilanzieren hat (vgl. dazu ausführlich G(,/UQ'01-H+01-U7>+&,# 2008, S. 71473). Der Begriff Vermögensgegenstand ist ein Begriff des deut4 schen Handelsrechts, während der Begriff Vermögenswert in den IFRS ge4 braucht wird. Der Begriff des Vermögenswerts nach IFRS ist im Vergleich

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Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.