Content

2.1.1 Die Gliederungsprinzipien in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 129 - 150

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_129

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
W?(%:() F$>-."%:: 8() F*>?(%> %" 1() %&!"' 67" M)(1%:%">:%:*:(" *"1 3%"!"'1%(">:&(%>:*"+>%">:%:*:(" 2.1 Der Ausweis in der Bilanz nach HGB.................................................. 93 2.1.1 Die Gliederungsprinzipien ......................................................... 93 2.1.2 Die Besonderheiten der Bilanzen von Kreditinstituten und Finanzdienstleistungsinstituten ................................................ 113 2.1.3 Erläuterungen ausgewählter Aktivpositionen .......................... 186 2.1.4 Erläuterungen ausgewählter Passivpositionen ......................... 263 2.1.5 Erläuterungen der Positionen unter dem Bilanzstrich .............. 288 2.2 Der Ausweis in der Bilanz nach IFRS................................................ 305 2.2.1 Grundsätzliches ........................................................................ 305 2.2.2 Die Bilanzierung von Pensionsgeschäften nach IFRS ............. 307 2.2.3 Die Wertpapierleihe.................................................................. 316 B 8() F*>?(%> %" 1() %&!"' 67" M)(1%:%">:%:*:(" *"1 3%"!"'1%(">:&(%>:*"+>%">:%:*:(" B9[ 8() F*>?(%> %" 1() %&!"' "!-. /0 B9[9[ 8%( 0&%(1()*"+>U)%"'%U%(" B9[9[9[ G7)$(;()#*"+(" Um der 2"=7);!:%7">=*"#:%7" des Jahresabschlusses eines Kredit4 bzw. Fi4 nanzdienstleistungsinstituts, insbesondere der Aufgabe, „unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnis4 sen entsprechendes Bild der Vermögens4, Finanz4 und Ertragslage … zu ver4 mitteln“ (§ 264 Abs. 2 Satz 1 HGB), gerecht werden zu können, ist dem ex4 ternen Jahresabschlussadressaten ein Einblick in die • (besonders wichtigen) Liquiditätsverhältnisse, • Risikoverhältnisse und • Ertragsgrundlagen des jeweils betrachteten Kredit4 bzw. Finanzdienstleistungsinstituts zu geben. Darüber hinaus haben Institute grundsätzlich auch die allgemeinen Grundsätze für die Gliederung von Bilanzen und Gewinn4 und Verlustrechnungen des § 265 HGB zu beachten, welche ausführlich in Abschnitt 3.1.3 behandelt werden. Die Gliederungsvorschriften des HGB sind aber – wie bereits dargestellt (vgl. Abschnitt 1.3.1) – auf die Verhältnisse von Industrieunternehmungen zuge4 schnitten, die eine gegenüber den Instituten grundsätzlich andere Vermögens4 und Kapitalstruktur aufweisen. Der für Industrieunternehmungen typische pro4 duktionswirtschaftliche Leistungsprozess mit seinem Kreislauf „Geld – Sachin4 vestitionen (Roh4, Hilfs4 und Betriebsstoffe/Betriebsmittel, wie z. B. Maschinen und Werkzeuge) – Fertigerzeugnisse – Forderungen – Geld“ ist bei Instituten nicht zu beobachten. Der %">:%:*:>>U('%=%>-.( M)(%>&!*= vollzieht sich vielmehr allein in 3%"!"'$(?(+*"+(", also im Geld4 und Kreditsektor. Die Schwer4 punkte einer Institutsbilanz liegen deshalb auf der Aktivseite eindeutig bei den W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,294 4(-.:>:%:(&", während bei Unternehmungen anderer Branchen im Wesentlichen nur die Passivseite aus solchen Rechtstiteln besteht. Damit kommt es in Institutsbilanzen teilweise zum Ausweis anderer Aktivpo4 sitionen, die eine weitergehende, einengendere und z. T. auch andersartige Gliederung und Untergliederung als in den Bilanzen der Industrieunterneh4 mungen erfordern, um einen sachgerechten Einblick in die Y%e*%1%:A:>6()L .A&:"%>>(C 4%>%#76().A&:"%>>( und in die R):)!+>+)*"1&!+(" eines Instituts zu ermöglichen. Aus dem gleichen Grund ist für den Ausweis der Verpflich4 tungen von Instituten eine andersartige, vor allem aber eine viel differenzierte4 re Haupt4 und Untergliederung notwendig, als dies für die Unternehmungen anderer Branchen vorgesehen ist. B9[9[9B 8!> 0&%(1()*"+>U)%"'%U 1(> R%"$&%-#> %" 1%( Y%e*%1%:A:>&!+( B9[9[9B9[ 8() Y%e*%1%:A:>$(+)%== *"1 1%( (1(*:*"+ 1() Y%e*%1%:A: =E) M)(1%:L $'?9 3%"!"'1%(">:&(%>:*"+>%">:%:*:( Bei allen unternehmerischen Entscheidungen, die das Ziel verfolgen, den Er4 folg langfristig zu maximieren, ist die >:)("+( S($("$(1%"+*"+ zu beachten, dass die Liquidität ständig gesichert sein muss. Da nämlich durch unsere Rechtsordnung die Einhaltung von Liefer4 und Zahlungsversprechen erzwun4 gen werden kann, wird durch Nichtbeachtung der Liquiditätsfrage der Bestand der Unternehmung bedroht (vgl. B%@%C,* 1959a, S. 625). Eine Unternehmung ist demnach nur bei ständiger Erhaltung der Liquidität zur langfristigen Ge4 winnmaximierung in der Lage (vgl. zum Folgenden G(,/ 1983, S. 2654274). Diesen Zusammenhang meint auch 9'M (vgl. 9'M 1955, S. 2964297), wenn er darauf hinweist, dass kurzfristig gesehen die Zielsetzung der Liquidität für die Existenz einer Unternehmung entscheidender sein kann als die Rentabilität. Wird Y%e*%1%:A: !&> R%+(">-.!=: 67" f%):>-.!=:>>*$T(#:(" verstanden, so kann es sich im Rahmen einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung nur um die Eigenschaft von Unternehmungen handeln. Der den folgenden Ausfüh4 rungen zugrunde liegende Liquiditätsbegriff wurde am prägnantesten von Q(%6 %, formuliert: „Liquidität (oder Zahlungsfähigkeit) ist die Fähigkeit der Unter4 nehmung, die zu einem Zeitpunkt zwingend (d. h. vertraglich oder gesetzlich zwingend bzw. wirtschaftlich unumgänglich) fälligen Zahlungsverpflichtun4 gen uneingeschränkt erfüllen zu können; sie muß während des Bestehens der Unternehmung zu jedem Zeitpunkt gegeben sein“ (Q(%%, 1963, S. 3 und S. 15). 2&&%e*%1%:A: (oder Zahlungsunfähigkeit) liegt nach der hier vertretenen Auffas4 sung bereits dann vor, wenn an einem Tag die zwingend fälligen Zahlungs4 W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 95 verpflichtungen unter Ausnutzung der gesamten Zahlungskraft, also nicht nur durch den vorhandenen Zahlungsmittelbestand, sondern auch durch zusätzli4 che Zahlungsmittelbeschaffung (entweder durch Verkauf von zur ungestörten Fortführung der Unternehmung nicht erforderlichen Vermögensgegenständen oder durch Kreditaufnahme) nicht erfüllt werden können. Diese rigorose Haltung hinsichtlich des Begriffsinhalts der Liquidität deckt sich mit der B%@%C,*0, der die Liquidität – sicherlich nicht unbeeinflusst von den Zuständen im Kredit4 und Finanzdienstleistungsgewerbe – im Zusam4 menhang mit der Vertragstreue sieht, und der hinsichtlich Vertragstreue und Liquidität nur zwei Alternativen unterscheidet: „erfüllt“ und „nicht erfüllt“ (vgl. B%@%C,* 1959a, S. 625; ebenso Q(%%, 1963, S. 15). Die hier im Zusam4 menhang mit Bilanzierungsfragen vertretene Auffassung wird damit begrün4 det, dass der in irgendeiner Form an einer Unternehmung Beteiligte – sei er Interner, sei er Externer – schließlich in erster Linie Informationen über eine 6():)!+>+(;AV( *"1 :();%"+()(-.:( R)=E&&*"+ der Zahlungsverpflichtun4 gen durch die Unternehmung benötigt. Er will nicht über die Möglichkeit in4 formiert werden, wie eine vorübergehende Zahlungsstockung auf irgendeine Weise zu überwinden ist. Die Voraussetzungen für Illiquidität nach der Insolvenzordnung (Zahlungsun4 fähigkeit gemäß § 17 InsO und drohende Zahlungsunfähigkeit gemäß § 18 InsO) entsprechen der hier vertretenen Auffassung. Für diese rigorose Haltung gibt es verschiedene Gründe. Das 5:!"1%"+ insbesondere (%"(> M)(1%:%">:%:*:> erlaubt es nicht, dass es seine fälligen Verbindlichkeiten nicht absolut fristgemäß begleicht. Dieses Erfordernis !$>7&*:() :%:*:(" M*&!"' bei kurzfris4 tigen Terminüberschreitungen ebenso ()?!):(: wie bei der ursprünglich nicht vorgesehenen Prolongation fälliger Kreditforderungen oder der Inanspruch4 nahme von eingeräumten Krediten vor dem vereinbarten Termin. In der Mehr4 zahl der Fälle werden Kreditinstitute aus Kulanz auch einem vorzeitigen Aus4 zahlungsbegehren von Einlagen der Nichtbanken4Kundschaft nachkommen, selbst wenn diese Einlagen vertraglich nicht fällig sind. B9[9[9B9B 8%( +)*"1>A:'&%-.( R%+"*"+ 1() /!"1(&>$%&!"' =E) 1%( 8!)>:(&&*"+ 1() Y%e*%1%:A:>&!+( Informationsinstrument der externen Jahresabschlussadressaten über die Li4 quiditätslage von Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstituten ist der handels4 rechtliche Jahresabschluss dieser Institute, und hier insbesondere die Handels4 bilanz. Diese enthält die nach den Vorschriften des Handelsrechts bilanzierten Vermögensgegenstände und Schulden eines Instituts. Mangels anderer Infor4 mationsinstrumente ist der externe Jahresabschlussleser darauf angewiesen, die Liquidität der bilanzierten Objekte zu bestimmen und von dieser auf die Liquidität des Instituts zu schließen. Es soll an dieser Stelle nicht auf die grundsätzliche Diskussion, ob eine Bilanz überhaupt geeignet ist, die Liquiditätslage einer Unternehmung absolut zutref4 fend darzustellen, eingegangen werden. Auch die Frage, ob nicht Kapitalfluss4 rechnungen diese Informationen besser vermitteln könnten, wird hier nicht angesprochen (vgl. dazu auch G(,/ 1983, S. 2684272). Vielmehr soll der Frage nachgegangen werden, wie der Jahresabschluss zu gestalten ist, um die exter4 nen Jahresabschlussadressaten über die Liquiditätsverhältnisse eines Instituts möglichst ausreichend zu informieren. Deshalb mögen zur Problematik der grundsätzlichen Eignung des Rechnungslegungsinstruments „Handelsbilanz“ hinsichtlich der Darstellung der Liquiditätsverhältnisse folgende Anmerkun4 gen genügen. Dass Bilanzen von Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstituten durchaus Rückschlüsse auf die '*#E"=:%+( Y%e*%1%:A:>&!+( zulassen, wird daraus deut4 lich, dass den externen Jahresabschlussadressaten nicht nur Informationen über die am Jahresabschlussstichtag 67).!"1("(" W!.&*"+>;%::(&$(>:A"1( gegeben werden, sondern auch Hinweise auf die '* ()?!):("1(" G()A"1(L )*"+(" dieses Bestandes, also auf zukünftige Ein4 und Auszahlungen. Infor4 mationen hierüber vermögen die Aktiva und die Passiva zu liefern, denn die Passiva geben nicht nur die Herkunft der finanziellen Mittel, die Aktiva nicht nur ihre Verwendung an. Die Positionen der >%6>(%:( zeigen gleichzeitig die zukünftige „Entfinanzierung“, also den M!U%:!&!$=&*>>. Sie liefern dem4 nach Informationen, wohin und wann ungefähr die genannten Positionen zu W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 97 Auszahlungen führen werden, wobei keine Gegenleistung mehr erfolgt. Die F#:%6! zeigen die in der Zukunft liegenden „S*:'&(%>:*"+>()?!):*"+("“. Hier hat die Unternehmung keine Gegenleistung mehr zu erbringen (vgl. 7>6 &,# 1960, S. 11414 und S. 50). Diese Feststellungen gelten allerdings nicht für etwaige Berichtigungspositionen auf beiden Seiten der Bilanz, durch die Posi4 tionen der jeweils anderen Bilanzseite korrigiert werden. Der Bedeutung der Liquidität im Kredit4 und Finanzdienstleistungsgewerbe soll in den Institutsbilanzen dadurch Rechnung getragen werden, dass die Gliederung der Vermögenspositionen und der Schulden „vornehmlich unter dem Gesichtspunkt der Kenntlichmachung der Liquiditätsverhältnisse“, so G(#1=U?,O,# (G(#1=U?,O,# 1976, S. II/27), erfolgt. Generell kann man für alle Unternehmungen feststellen, dass die Bilanzpositi4 onen der F#:%6>(%:( nach ihrer Y%e*%1%>%()$!)#(%: gegliedert sind. Dafür sind allgemein zwei Aspekte bestimmend: Einerseits der Zeitraum, in dem sich die einzelnen Vermögenspositionen im Rahmen des üblichen betrieblichen Um4 satzprozesses wieder in Zahlungsmittel umwandeln („verflüssigen“; 0,*&*(i+(6 .'%(2/ 4,#(".), und andererseits die Möglichkeit, einen Vermögensgegenstand bereits vor Ablauf seiner Selbstliquidationsperiode vorzeitig zu liquidisieren (0-(&%'H(*(%O). Die Bilanzen von Industrieunternehmungen orientieren sich gliederungsmäßig an dem ersten Aspekt und ordnen die Vermögensgegenstände in der Rangfol4 ge kürzer werdender Selbstliquidationsperioden (bzw. steigender Liquiditäts4 grade). Dagegen erfolgt auf der Aktivseite von 2">:%:*:>$%&!"'(", die in der Rangfolge fallender Liquiditätsgrade gegliedert sind, ohne eine sichtbare Un4 terscheidung von Anlage4 und Umlaufvermögen vorzunehmen, eine Ausrich4 tung an der !0/2"80&02>. Dies lässt sich zum einen z. B. durch die Aktivpositi4 on 2: „Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind“ belegen, werden hier doch Werte ausgewiesen (vgl. ausführlicher Abschnitt 2.1.3.2), die ausdrücklich dazu ge4 eignet sind, vor Ablauf ihrer Selbstliquidationsperiode – im Falle von Finanz4 titeln ist dies die Fälligkeit – an Zentralnotenbanken veräußert oder bei diesen beliehen zu werden. Zum anderen spricht hierfür, dass in Institutsbilanzen die Unterscheidung von Buchforderungen und Wertpapieren von besonderer Be4 deutung ist und Letztere durch ihre Fungibilität charakterisiert sind (vgl. aus4 führlicher Abschnitt 2.1.3.5). Fungibilität im Sinne leichter Handelbarkeit ist nur dann relevant, wenn man davon ausgeht, dass Vermögensgegenstände veräußert werden (sollen, müssen). Dies wird auch durch den gesonderten Ausweis der „Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere“ (Ak4 tivposition 6) deutlich, die ohne Fälligkeit sind und nur durch Veräußerung in Geld umgewandelt werden können. Allerdings soll durch den gesonderten Ausweis der Aktien auch verdeutlicht werden, welche Wertpapiere Anteils4 eignerrechte verbriefen. Bei Aktiva, die bis zu ihrer Fälligkeit im Bestand W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,298 gehalten werden (sollen), ist demgegenüber die Fungibilität zur Beurteilung ihrer Liquidisierbarkeit unerheblich. Der Aspekt der 0-(&%'H(*(%O kommt auch in der Ausgliederungsposition „beleihbar bei der 3,+%01-,2 G+2.,0H'2=“ der Aktivposition 5b: „Anleihen und Schuldverschreibungen“ zum Ausdruck, weil diese Wertpapiere vor ihrer Fälligkeit – wenn auch nicht durch Veräuße4 rung – verflüssigt werden können. Eine Gliederung der F#:%6>(%:( von Institutsbilanzen nach der 5(&$>:&%e*%1!L :%7">U()%71( der Aktiva im Rahmen des Umsatzprozesses könnte für Institute aber ohnehin nicht dasselbe bedeuten wie für Industrieunternehmungen, da es in Instituten keinen mit Industrieunternehmungen vergleichbaren Umsatzpro4 zess gibt. Dort wird (abnutzbares) Anlagevermögen eingesetzt, um mit be4 stimmtem Umlaufvermögen (Vorräte) direkt oder nach Vornahme noch aus4 zuführender Fertigungsschritte Umsatz am Markt zu erzielen. Die Selbstliqui4 dation der Vermögenswerte von Instituten vollzieht sich dagegen überwiegend durch Rückfluss der ausgeliehenen Finanzmittel über die entsprechende Lauf4 zeit; dies gilt allerdings nicht für „laufzeitlose“ Anteilsrechte und für Invest4 mentfondsanteile (außer Laufzeitfonds). Für die Beurteilung der Liquidität eines Kredit4 bzw. Finanzdienstleistungsinstituts ist deshalb die M("":"%> 1() 4(>:&!*='(%: 1() F#:%6! von großer Bedeutung. In der Bilanz gibt es hierfür nur wenig Anhaltspunkte, wie den Ausweis von „täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute“ (Aktivposition 3a) und von (üblicherweise kurzfristigen) „Geldmarktpapieren“ (Aktivposition 5a). Im Anhang sind deshalb die Rest4 laufzeiten von bestimmten Aktiva (und Passiva) anzugeben (vgl. § 9 i. V. m. § 39 RechKredV und ausführlich hierzu die Abschnitte 2.1.1.2.4 und 5.1.3.1). Die >%6>(%:( der Institutsbilanzen ist tendenziell nach der G()=E+*"+>1!*L () 1() P%::(& gegliedert. So lässt sich feststellen, dass das auf der Passivseite zuletzt ausgewiesene „Eigenkapital“ (Passivposition 12) den Instituten grund4 sätzlich unbefristet und damit länger zur Verfügung steht als die ganz oben ausgewiesenen Passivpositionen 1 und 2, also die „Verbindlichkeiten gegen4 über Kreditinstituten“ bzw. die „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“. Im Verhältnis der beiden letztgenannten Passiva zueinander kann generell eine längere Verfügbarkeit der Kundenverbindlichkeiten – und hier insbesondere der gesondert kenntlich gemachten „Spareinlagen“ (Passivposition 2a) – als der „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ festgestellt werden. Zu4 dem kann davon ausgegangen werden, dass die „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ stets termingerecht zu Liquiditätsabflüssen führen, während Kunden häufiger Gelder über den Fälligkeitstermin hinaus „stehen“ lassen, mit denen das Institut somit längerfristig arbeiten kann. Um Kenntnisse über die „Liquidität“ von Passivpositionen zu erlangen, sind F"+!$(" '* 1(" 4(>:&!*='(%:(" der verschiedenen Positionen erforderlich. Wie auch bei den Aktivpositionen werden im Anhang hierzu Informationen gegeben (vgl. hier4 zu ausführlicher die Abschnitte 2.1.1.2.4 und 5.1.3.1). Bezüglich der sonstigen Passivpositionen ist im Hinblick auf Informationen über die Liquiditätslage W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 99 eines Instituts noch erwähnenswert, dass bei den „anderen verbrieften Ver4 bindlichkeiten“ (Passivposition 3b) die in der Regel kurzfristigen „Geld4 marktpapiere“ und „eigenen Akzepte und Solawechsel im Umlauf“ und beim „Genussrechtskapital“ (Passivposition 10) die „vor Ablauf von zwei Jahren fälligen“ Beträge in Ausgliederungspositionen gesondert ausgewiesen werden. Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, inwieweit Bilanzzahlen, also Zahlen aus einer Stichtagsrechnung, die für die Beurteilung der wirtschaftli4 chen Lage der Institute entscheidende zukünftige Liquidität zutreffend darzu4 stellen vermögen. Dabei werden zwei Problembereiche herausgegriffen: Ei4 nerseits die Auswirkungen der Bewertungsvorschriften auf die Möglichkeit der Beurteilung der Liquiditätssituation, andererseits die Bedeutung der Fris4 tengliederung von Forderungen und Verbindlichkeiten. Während es beim ers4 ten Problembereich darum geht, ob die Wertansätze Aussagen über die /D.( der zukünftigen Zahlungsströme erlauben, handelt es sich beim zweiten The4 menkomplex um die Frage der zukünftigen W!.&*"+>:();%"(. B9[9[9B9I 8%( R%+"*"+ 1() f():!">A:'( 1() %&!"'U7>%:%7"(" =E) Y%e*%1%:A:>*":()>*-.*"+(" Bei Liquiditätsuntersuchungen ist grundsätzlich auf die erwarteten Ein4 und Auszahlungen abzustellen. Die Höhe der Einzahlung aus einem Vermögens4 gegenstand wird jedoch entscheidend davon beeinflusst, ob die Einzahlung am Ende der Selbstliquidationsperiode des Aktivums, also planmäßig im Rahmen des betrieblichen Umsatzprozesses, erfolgt oder bereits früher. Da der Bilanz das 07%"+Lh7"-()"L<)%"'%U zugrunde liegt, kann auch bei der Beurteilung der zukünftigen Liquiditätslage mithilfe von Bilanzzahlen nur von einer U&!";AV%+ ?(%:()!)$(%:("1(" @":()"(.;*"+ ausgegangen werden. Das bedeutet u. a., dass die Vermögenspositionen erst am Ende ihrer individuellen Selbstliquidationsperioden zu Einzahlungen führen. Die von den einzelnen Bilanzpositionen ausgelösten Zahlungsvorgänge sind unter dieser Annahme zu ermitteln. Für die Liquiditätsbeurteilung können alle Positionen unverändert herangezo4 gen werden, bei deren Einstellung in die Bilanz #(%"( (?():*"+>;!V"!.L ;(" erforderlich waren. In diesem Fall wurde der Wertansatz entweder durch einfaches Zählen ermittelt, z. B. bei Zahlungsmittelbeständen, oder durch ein Rechtsgeschäft festgelegt, z. B. bei Verbindlichkeiten (in inländischer Wäh4 rung), die mit dem vereinbarten Rückzahlungsbetrag anzusetzen sind. Dage4 gen sind alle Bilanzpositionen, bei denen eine (?():*"+ vorgenommen werden musste, auf ihre Eignung hinsichtlich der Beurteilung der Liquidität zu überprüfen. Die f():!">A:'( 1(> für Liquiditätsuntersuchungen besonders wichtigen, in Institutsbilanzen allerdings nur intern gesondert erfassten @;&!*=6();D+("> W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2100 sind nach dem >:)("+(" S%(1()>:?():U)%"'%U zu ermitteln, d. h. der Bilanz4 ansatz wird entweder durch die historischen Anschaffungs4 oder Herstel4 lungskosten oder durch den niedrigeren Börsen4 oder Marktpreis bzw. den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag bestimmt (vgl. § 253 Abs. 4 HGB). Bei den zu Handelszwecken erworbenen Finanzinstrumenten erfolgt ausnahmsweise auch ein Ausweis zu einem über den historischen An4 schaffungskosten liegenden beizulegenden Zeitwert am Abschlussstichtag (vgl. § 340e Abs. 3 HGB). Die Vorschrift, unrealisierte Verluste durch Aus4 weis des niedrigeren Tageswertes zu berücksichtigen, ist im Augenblick der notwendig werdenden Verrechnung auch vom Liquiditätsgesichtspunkt aus zu befürworten. Fällt der Grund für den niedrigeren Ansatz weg, so ergibt sich nach § 253 Abs. 5 Satz 1 HGB ein Wertaufholungsgebot. Diese Vorschrift ist aus Liquiditätsgesichtpunkten ebenfalls positiv zu sehen. Der handelsrechtliche Bilanzausweis für Forderungen und bestimmte Wertpa4 piere des Umlaufvermögens entsprechend § 253 Abs. 1 Satz 1 sowie Abs. 4 HGB kann bei Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstituten durch die G()L )(-."*"+ 67" 0&7$!&!$>-.)(%$*"+(" nach § 340f Abs. 1 HGB unterschrit4 ten werden. Dieser Bilanzansatz kann auch beibehalten werden (vgl. § 340f Abs. 1 Satz 3 HGB), da hier bereits zur Verrechnung der Globalabschreibun4 gen keine in der einzelnen Vermögensposition liegenden Gründe erforderlich waren (vgl. Abschnitt 4.1.4.1.1). In jedem Fall führt eine § 340f Abs. 1 HGB entsprechende Bewertung zu einer unzutreffenden Liquiditätsdarstellung. Eine zu günstige Darstellung der Liquiditätslage machen diese Vorschriften selbstverständlich unmöglich. Klarheit über die wirkliche Liquidität vermag eine Bilanz jedoch auch aus einem anderen Grund nicht zu schaffen. Diejeni4 gen Bewertungsvorschriften, die – aus Vorsichtsgründen im Sinne einer Ver4 hinderung von Ausschüttungs4 und Besteuerungsansprüchen – den Ausweis unrealisierter Gewinne verhindern, beeinträchtigen gleichzeitig auch eine kla4 re Aussage über die Liquiditätslage der Unternehmung, soweit man zu deren Beurteilung ausschließlich auf Zahlen des Jahresabschlusses angewiesen ist. Für die Beurteilung der Liquiditätslage wäre ein F">!:' '*; !; G()#!*=>L ;!)#: ()'%(&$!)(" <)(%> (abzüglich noch anfallender Aufwendungen), etwa für Wertpapiere, besser geeignet, auch wenn er über den Anschaffungs4 bzw. Herstellungskosten liegt. Für Finanzinstrumente des Handelsbestands wird eine solche Vorgehensweise seit dem BilMoG bei Instituten auch praktiziert, indem diese mit ihrem auch über den Anschaffungs4 bzw. Herstellungskosten liegenden beizulegenden Zeitwert anzusetzen sind (vgl. § 340e Abs. 3 HGB). Aus diesen Ausführungen folgt unmittelbar, dass für Liquiditätsuntersuchun4 gen eine Auflösung aller stillen Rücklagen erfolgen müsste und dass Zwangs4 rücklagen zwar zu einer „vorsichtigen“ Liquiditätsberechnung führen, aber keinen zutreffenden Einblick in die Liquiditätslage einer Unternehmung ver4 mitteln. Es ist deshalb falsch, den Grundsatz der Vorsicht aus der Gewinner4 W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 101 mittlungs4 und vor allem aus der Gewinnverwendungsrechnung für Liquidi4 tätsuntersuchungen zu übernehmen. Allerdings muss deutlich gesagt werden, dass der Ausweis von Tageswerten zwei Probleme aufwirft. Zum einen ist in vielen Fällen eine zuverlässige Ermittlung der Tageswerte nicht möglich, zum anderen trifft ein derartiger Ausweis immer nur auf den Abschlusstermin zu. Für den externen Jahresabschlussleser ist selbst bei den notierten Wertpapie4 ren die Auflösung der stillen Rücklagen nicht möglich, da ihm die Zusam4 mensetzung des Wertpapierbestandes unbekannt ist. Eine Auflösung stiller Rücklagen kann nur von Unternehmungsinternen vorgenommen werden. Dies gilt auch für den im Geschäftsbericht mitgeteilten Anteilsbesitz („Betei4 ligungen“ gemäß Aktivposition 7 sowie „Anteile an verbundenen Unterneh4 men“ gemäß Aktivposition 8), solange die jeweiligen Anschaffungskosten unbekannt sind. Die im F"&!+(6();D+(" enthaltenen stillen Rücklagen sind für Liquiditätsuntersuchungen, die vom Going4Concern4Prinzip ausgehen, allerdings nur dann von Bedeutung, wenn sie durch den Verkauf von im Be4 triebsprozess nicht mehr benötigten Vermögenspositionen realisiert werden sollen. Neben der soeben erörterten /D.( des Bilanzausweises und seiner Eignung für Liquiditätsaussagen geht es im Folgenden um die wesentlich über die zu4 künftigen Zahlungstermine bei Instituten entscheidenden liquiditätsbestim4 menden Faktoren, nämlich um die Laufzeiten bzw. Kündigungsfristen der Forderungen und Verbindlichkeiten, die den ]();%" der vertragsgemäßen Rückzahlung bestimmen. B9[9[9B9J 8%( (1(*:*"+ 1() M7"'(U:%7" 67" F"+!$(" $('E+&%-. 1() 3)%>:(">:)*#:*) 67" F#:%6! *"1 >%6! =E) 1%( R%"$&%-#( %" 1%( Y%e*%1%:A:>&!+( Die folgenden grundlegenden Aussagen von G(#1=U?,O,# – sie stammen aus dem Jahre 1976 und beziehen sich auf Kreditinstitute – haben noch heute Gül4 tigkeit. „Da die Aufrechterhaltung der Zahlungsbereitschaft für die Banken 1%( Lebensfrage ist und sich die Liquiditätsverhältnisse bei Banken besser als bei Unternehmungen anderer Branchen darstellen lassen, >U%(&: 1() 0(>%-.:>L U*"#: 1() W!.&*"+>$()(%:>-.!=: als Gliederungsmerkmal in den Bankbilan4 zen 1%( 17;%"%()("1( 47&&(.“ Deshalb seien „die Aktiven und die Passiven … 67)"(.;&%-. *":() 1(; 0(>%-.:>U*"#: 1() M("":&%-.;!-.*"+ 1() Y%L e*%1%:A:>6().A&:"%>>( gegliedert, untergliedert und durch Ausgliederungsan4 gaben näher erläutert“ (G(#1=U?,O,# 1976, S. II/28 und S. II/27; Hervorhe4 bungen im Original). An diesen, der Bedeutung der Liquidität im Kredit4, aber auch im Finanzdienstleistungsgewerbe entsprechenden Feststellungen muss sich die Bilanzierungsrealität messen lassen. Zu diesem Zwecke wird zunächst die grundsätzliche Frage gestellt, inwieweit Ursprungs4 oder Restlaufzeiten W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2102 dazu geeignet sind, Einblicke in die Liquiditätslage eines Kredit4 bzw. Fi4 nanzdienstleistungsinstituts zu gewähren. Handelsbilanzen sollen die als Jahresabschlussadressaten anerkannten Perso4 nen(gruppen) auch über die Liquiditätslage der Unternehmung informieren, um sie zu eigenverantwortlichen Entscheidungen zu befähigen. Berücksichtigt der Bilanzausweis die Ursprungsfristigkeiten, so vermitteln Bilanzen die ge4 wünschten Informationen nur, wenn die Liquiditätssituation durch die Ursprungsfristigkeiten zutreffend beschrieben wird. Wenn bei der Gliederung von Kreditinstitutsbilanzen – Ähnliches gilt für die Bilanzen von Finanzdienstleistungsinstituten – auf die Ursprungslaufzeiten der einzelnen Kredit4 und Depositenarten abgestellt wird, kommt der „"!-.L .!&:%+( 3)%>:%+#(%:>-.!)!#:()“ (G(#1=U?,O,# 1976, S. II/101) der Ausleihun4 gen und Einlagen zum Ausdruck. Das damit verwirklichte „<)%"'%U 1() >:)*#:*)(&&(" Y%e*%1%:A:“ (G(#1=U?,O,# 1976, S. II/32) mag bei Vergleichen von Kreditinstituten ebenso wie bei der Beurteilung der ursprünglichen Fris4 tenkongruenz eine gewisse Bedeutung haben. Über die Fähigkeit eines Kredit4 instituts, in der Zukunft ständig zahlungsfähig zu sein, sagt diese Art „Liquidi4 tät“ allerdings nichts aus, hängt es doch für die Zahlungsfähigkeit ausschließ4 lich davon ab, ob die Begleichung der zwingend fälligen Auszahlungen aus dem Anfangsbestand der Zahlungsmittel und den Einzahlungen – unter Be4 achtung der zeitlichen Gliederung der Zahlungsvorgänge – möglich ist. Gerade über die für Liquiditätsaussagen bedeutsamen Zahlungsvorgänge in der auf den Abschlussstichtag folgenden Periode geben die nach dem „Prinzip der strukturellen Liquidität“ entscheidenden Ursprungsfristigkeiten keinerlei Auskunft. Wie strikt dieses Gliederungsprinzip bis zum Jahr 1997 anzuwen4 den war, wird besonders deutlich, wenn • eine Forderung oder Verbindlichkeit, deren Laufzeit ursprünglich mit vier Jahren vereinbart wurde, am Jahresabschlussstichtag selbst dann noch in diese langfristige Kategorie einzuordnen war, wenn sie kurz nach dem Jah4 resabschlussstichtag fällig wurde (vgl. A-#(0%('2 1987, S. 231), • die Ursprungsfristigkeit auch dann noch über die Positionszuordnung ent4 schied, wenn längst feststand, dass die ursprüngliche Vereinbarung aus ir4 gendwelchen, meist in der Person des Institutskunden liegenden Gründen nicht eingehalten werden würde, • auch beim Käufer einer Forderung die ursprünglich zwischen dem ersten Kreditgeber und dem Kreditnehmer vereinbarte Laufzeit für die Positions4 zuordnung entscheidend war, mochte die Restlaufzeit noch so sehr davon abweichen, W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 103 • bei Wertpapieren auch eine Rücknahmeerklärung des Emittenten nicht zur Einordnung entsprechend der dadurch materiell verkürzten Laufzeit führte (vgl. G(,/ 1983, S. 2784279). Aus diesen Beispielen wird deutlich, dass in nach Ursprungsfristigkeiten ge4 gliederten Institutsbilanzen überhaupt kein Positionsausweis angestrebt wird, der Aussagen über die Liquiditätslage des rechnungslegenden Instituts erlaubt. Vielmehr geht es dabei ausschließlich um einen strikten Positionsausweis ent4 sprechend dem „Prinzip der strukturellen Liquidität“. Dieses Prinzip hat aber in erster Linie Bedeutung für 67&#>?%):>-.!=:&%-.L>:!:%>:%>-.( N$()&(+*"+(", etwa für die Ermittlung der in einer Periode per Saldo neu gewährten bzw. neu aufgenommenen Kredite, getrennt nach einzelnen Kredit4 und Depositenarten, also für die Veränderung der Bilanzstruktur (vgl. G(#1=U?,O,# 1976, S. II/1104 II/111). Deswegen hält die 3,+%01-, G+2.,0H'2= auch an dem Gliederungs4 prinzip „Ursprungslaufzeit“ für die Monatliche Bilanzstatistik fest. Allerdings wird bei derartigen Strukturbeurteilungen anhand von ursprünglich vereinbarten Gesamtlaufzeiten ausschließlich die Situation im Zeitpunkt der Begründung der Verträge erfasst, während die im weiteren Vertragsablauf planmäßig oder außerplanmäßig eintretende R":?%-#&*"+ 1() 4(>:&!*='(%:(" 6D&&%+ 6()"!-.&A>>%+: wird. Da die nach derartigen Kriterien erstellten Bilan4 zen auch keinerlei Angaben über den Altersaufbau der betroffenen Bilanzpo4 sitionen machen, sind sie "%-.: =E) Y%e*%1%:A:>!*>>!+(" +((%+"(:. Es erscheint nicht gerechtfertigt, diese volkswirtschaftlich4statistischen Erwä4 gungen – angestellt von der 3,+%01-,2 G+2.,0H'2= – bei der Ausgestaltung von Institutsjahresabschlüssen den Interessen der übrigen Jahresabschluss4 adressaten hinsichtlich der Liquiditätsaussagen überzuordnen (vgl. Ab4 schnitt 1.1.3.4.4.3, aber auch 1.1.3.4.4.1; vgl. auch A-#(0%('2 1987, S. 231 und B1-(5'22 1987, S. 1499). Dies vor allem, da sich diejenigen Institutionen, die an Informationen über die Veränderung der „strukturellen Liquidität“ interes4 siert sind, die erforderlichen Informationen jederzeit außerhalb der zu publi4 zierenden Jahresabschlüsse bei den Instituten beschaffen könnten, wie im Üb4 rigen die – im Hinblick auf die Ursprungsfristigkeit wesentlich detaillierteren – Vorschriften über die Monatliche Bilanzstatistik zeigen. Angesichts dieser differenzierteren Information der G+2.,0'20%'*% &@# S(2'2C6 .(,20%*,(0%+2/0'+&0(1-% und der 3,+%01-,2 G+2.,0H'2= durch die Monatliche Bilanzstatistik erlangt die Forderung nach Ausgestaltung der Institutsjahresab4 schlüsse entsprechend den Informationsbedürfnissen der externen Jahresab4 schlussadressaten umso größeres Gewicht. Eine „Zweigleisigkeit“ der Rech4 nungslegung von Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstituten ist allerdings die notwendige Folge der völlig unterschiedlichen Informationsbedürfnisse der verschiedenen Adressaten der Informationsinstrumente. W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2104 Da über die Liquidität (im Sinne von Zahlungsfähigkeit) neben dem Bestand an Zahlungsmitteln die tatsächlichen Termine der Ein4 und Auszahlungen ent4 scheiden, kann es keinem Zweifel unterliegen, dass dem externen Jahresab4 schlussleser nicht Informationen über die ursprünglich vereinbarten Laufzei4 ten und Kündigungsfristen von Forderungen, Verbindlichkeiten, Anleihen und Schuldverschreibungen gegeben werden müssen. Er benötigt vielmehr Infor4 mationen über die Fristen, die zwischen dem jeweiligen Jahresabschlussstich4 tag und den voraussichtlichen Zahlungseingängen bzw. den vertragsgemäß zu erbringenden Auszahlungen verstreichen werden. Aber auch gegen das <)%"'%U 1() 4(>:&!*='(%:(" als Informationsinstrument zur Darstellung der Liquiditätsverhältnisse eines Instituts wurden und werden R%"?A"1( vorgebracht, die sich jedoch, wie im Folgenden zu zeigen sein wird, entkräften lassen. • Es trifft zweifellos zu, dass F"+!$(" '* 1(" @)>U)*"+>=)%>:%+#(%:(" von Aktiva und Passiva (%"=!-.() '* ()>:(&&(" sind als Informationen über Restlaufzeiten, kann doch im ersten Fall die ursprüngliche Zuordnung von Vermögens4 und Schuldpositionen stets beibehalten werden. Dem ist aller4 dings entgegenzuhalten, dass der heute im Kredit4 und Finanzdienstleis4 tungsgewerbe allgemein übliche Einsatz elektronischer Datenverarbei4 tungsanlagen eine Umgliederung der zur Debatte stehenden Aktiv4 und Passivpositionen entsprechend ihrer Restlaufzeit zu jedem Jahresabschluss4 stichtag, wenn auch nicht ohne zusätzlichen Aufwand, zweifellos erlaubt. Weiterhin kommt hinzu, dass derartige Umgliederungen für institutsinterne Dispositionszwecke ohnehin vorzunehmen sind (vgl. G(#1=U?,O,# 1976, S. II/33; B1-(5'22 1987, S. 1498; 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 346). • Auch der Einwand, Informationen über Restlaufzeiten könnten „kein über4 zeugendes Bild der Liquiditätssituation eines Kreditinstituts vermitteln …, da wesentliche Umstände, wie z. B. … die verfügbaren Refinanzierungsli4 nien, die tatsächliche Restlaufzeit der formal täglich fälligen Kontokor4 rentkredite u. ä., hierdurch nicht erfaßt würden“ (G(#1=U?,O,# 1976, S. II/102; ebenso 7#+52"$ ,% '*; 2004, S. 347), überzeugt nicht. Einer verbesserten Darstellung der Liquiditätsverhältnisse kann nicht ent4 gegengehalten werden, der Jahresabschlussleser erhalte #(%"(" 6D&&%+ '*L :)(==("1(" R%"$&%-# %" 1%( Y%e*%1%:A:>>%:*!:%7", weil auch dann noch an4 dere Bilanzierungsvorschriften und 4gepflogenheiten einem zutreffenden Liquiditätsausweis entgegenstünden. Durch diesen Einwand ließe sich jeder Vorschlag zur Verbesserung der Bilanzierungsvorschriften ablehnen, der nicht sofort den denkbar besten Liquiditätsausweis zur Folge hätte, d. h. ei4 ne schrittweise Verbesserung der Informationen im Jahresabschluss im In4 teresse der externen Jahresabschlussadressaten würde unmöglich werden. Gerade derartige schrittweise Verbesserungen dürften aber ein realistisches Ziel wissenschaftlicher Bemühungen sein. W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 105 Auf den konkreten Fall bezogen: Zwar trifft es zu, dass allein die Berück4 sichtigung der Restlaufzeiten in Jahresabschlüssen von Instituten noch kei4 nen völlig zutreffenden Liquiditätsausweis zur Folge haben wird. Aber ei4 nerseits stellt allein schon die Umstellung auf Restlaufzeiten zweifellos ei4 ne Verbesserung des Liquiditätsausweises dar, andererseits steht einer Überprüfung auch anderer, einen zutreffenden Liquiditätsausweis verhin4 dernder Bilanzierungsnormen, z. B. bezüglich schwebender Geschäfte, nichts im Wege. • Für die Liquidität vor allem der Kreditinstitute ergeben sich aus der S%-.:L (%".!&:*"+ 1() ]();%"6()(%"$!)*"+(" durch die Kunden besondere Probleme. Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken werden nicht immer planmäßig, d. h. den Laufzeit4 und Kündigungsfrist4 vereinbarungen entsprechend, abgewickelt. So können einerseits die Ein4 zahlungen aus der Tilgung gewährter Kredite verspätet oder vorzeitig er4 folgen, oder aber die gewährten Kredite müssen prolongiert werden bzw. sind gar eingefroren. Andererseits muss bei den Einlagen damit gerechnet werden, dass sie von den Kunden früher oder später als vereinbart abgezo4 gen werden (vgl. G(#1=U?,O,# 1976, S. II/33). Dieses Liquiditätsproblem ist selbstverständlich unabhängig von der Wahl des Kriteriums für Angaben über Fristenstrukturen. Es kann demnach auch nicht durch die Ersetzung der Ursprungs4 durch die Restlaufzeiten als In4 formationsgrundlage beseitigt werden. Es geht hier aber nicht um die Ge4 staltung der Realität, sondern um eine Vorhersage über die Liquiditätssitua4 tion. Wenn also der Ermittlung der Restlaufzeiten grundsätzlich die ver4 traglichen Terminvereinbarungen zugrunde zu legen sind, so wird doch keineswegs übersehen, dass auch der damit erreichte Liquiditätsausweis nicht der späteren Liquiditätsentwicklung entsprechen muss, da die Institute bei ihren Kunden nicht mit einer derart strikten Einhaltung der Terminver4 einbarungen rechnen können, wie dies offenbar die Kunden von Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstituten erwarten, zumindest wenn sich die Ver4 tragstreue der Institute zum Vorteil der Institutskunden auswirkt. Der mögliche Einwand, nicht erkannte liquiditätsverschlechternde Abwei4 chungen von den Vertragsbestimmungen würden zu einem zu günstigen Liquiditätsausweis führen, ist zwar berechtigt. Trotzdem dürfte die Liquidi4 tätssituation eines Instituts durch auf dem Prinzip der Restlaufzeiten basie4 renden Angaben – wobei grundsätzlich von der Einhaltung der vertragli4 chen Vereinbarungen ausgegangen wird, liquiditätsverschlechternde Ab4 weichungen jedoch weitgehend berücksichtigt werden – generell zutreffen4 der beschrieben werden als durch Informationen über Ursprungsfristen un4 ter ausschließlicher Berücksichtigung der Vertragsvereinbarungen. • Die für eine Restlaufzeitengliederung vorgebrachten Argumente entkräften allerdings nicht die Feststellung, die Positionsaufgliederung nach den W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2106 Ursprungsfristigkeiten sei bei Kreditinstituten „ein wichtiges Kriterium für die Ermittlung der strukturellen Zusammensetzung des aktiven und passi4 ven Kreditgeschäfts“ (G(#1=U?,O,# 1976, S. II/33). Soweit der externe Jah4 resabschlussleser an Informationen über die 5:)*#:*) 1(> R%"&!+("L *"1 1(> M)(1%:+(>-.A=:> von Banken interessiert ist, steht nichts im Wege, ihm im Geschäftsbericht bzw. im Anhang entsprechende Zusatzinformationen zur Verfügung zu stellen. • Außerdem könnten bei Kreditinstituten „die voraussichtlichen Abweichun4 gen von der planmäßigen Abwicklung der nach (Restlaufzeiten) aufgeglie4 derten Bestände … nur dann einigermaßen zutreffend eingeschätzt werden, wenn man solche Betrachtungen für die (%"'(&"( M)(1%:L 71() 8(U7>%:("L !): getrennt“ (G(#1=U?,O,# 1976, S. II/33; Hervorhebung im Original) an4 stelle. Derartige Voraussagen über Abweichungen zwischen der tatsächli4 chen und der planmäßigen Abwicklung dürften externen Jahresabschlussle4 sern ohnehin, auch bei Kenntnis der verschiedenen Kredit4 und Depositen4 arten, nicht möglich sein. Betriebsinterne Personen aber, die derartige Un4 tersuchungen tatsächlich nur für einzelne, aufgrund ihrer Ursprungsfristig4 keiten unterschiedene Kredit4 und Depositenarten anhand interner Unterla4 gen anstellen können, brauchen hinsichtlich der Anforderungen zur Aus4 gestaltung der Fristengliederung in den zu publizierenden Jahresabschlüs4 sen nicht berücksichtigt zu werden. Als Ergebnis der vorangegangenen Untersuchung bleibt festzuhalten, dass die Ersetzung des Kriteriums „Ursprungsfristigkeit“ durch das Merkmal der „Restlaufzeit“ nach Ablehnung aller dagegen gerichteten Einwände eine zu4 treffendere Information der externen Jahresabschlussadressaten über die Li4 quiditätssituation der Institute zur Folge hat. Wie bereits erwähnt, interessieren sich Jahresabschlussadressaten neben der Liquiditätslage auch für die Risikoverhältnisse und die Ertragsgrundlagen ei4 nes Instituts. Inwieweit die Angabe von Laufzeitfristen im Anhang hierzu Hinweise liefert und welche Konzeption dafür besser geeignet ist, wird in Ab4 schnitt 2.1.1.3.3 untersucht. B9[9[9I 8%( 0&%(1()*"+>U)%"'%U%(" 1(> R%"$&%-#> %" 1%( 4%>%#7L *"1 1%( R):)!+>6().A&:"%>>( B9[9[9I9[ 8!> <)%"'%U 1(> R%"$&%-#> %" 1%( 4%>%#76().A&:"%>>( Ein zweites Kriterium für die Gliederung des Bilanzformblattes ist das der Vermittlung eines Einblicks in die vom Kredit4 bzw. Finanzdienstleistungsin4 stitut eingegangenen F*>=!&&)%>%#(" (vgl. G(#1=U?,O,# 1976, S. II/34; D,#6 =,UN-(*(44 1983, S. 55; G(,/U9"00&,*. 1993, S. 53). Hierzu werden zunächst W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 107 )%>%#7&7>( 71() )%>%#7!);( F#:%6U7>%:%7"(" kenntlich gemacht, wie die „Barreserve“ (Aktivposition 1), die „Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind“ (Aktivposition 2), das „Treuhandvermögen“ (Aktivposition 9) und die „Aus4 gleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldver4 schreibungen aus deren Umtausch“ (Aktivposition 10). Bezüglich der Forde4 rungen unterscheidet das Bilanzformblatt für Universalkreditinstitute (Form4 blatt 1 der RechKredV) zudem zwischen „Forderungen an Kreditinstitute“ (Aktivposition 3) und „Forderungen an Kunden“ (Aktivposition 4), wobei Letztere bonitätsmäßig tendenziell schlechter eingestuft werden. Bei den Kundenforderungen erfolgt außerdem ein Ausweis der „durch Grundpfand4 rechte“ besonders gesicherten Forderungen und der wenig ausfallbedrohten „Kommunalkredite“ in Ausgliederungspositionen. Bei den „Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapie4 ren“ (Aktivposition 5) wird zwischen „öffentlichen Emittenten“ (Aktivposi4 tion 5aa) und „anderen Emittenten“ (Aktivposition 5ab) differenziert. Ob durch diese Unterteilung die Ausfallrisiken besser erkannt werden, ist aller4 dings fraglich, da • „in der Rechnungslegungsverordnung bezüglich der öffentlichen Emitten4 ten keine Einschränkung auf inländische oder :D4Emittenten vorgenom4 men wird, so daß in dieser Position auch … Papiere öffentlicher Emittenten aus Ländern mit schlechter Bonität enthalten sein können, und • der Kreis der anderen Emittenten sich aus einer Vielzahl verschiedenster Schuldner zusammensetzt. Hierzu gehören bspw. inländische, aber auch ausländische Kreditinstitute und Großunternehmungen mit normalerweise einwandfreier Bonität“ (G(,/U9"00&,*. 1993, S. 56). Außerdem weisen die „Beteiligungen“ (Aktivposition 7) und die „Anteile an verbundenen Unternehmen“ (Aktivposition 8) auf U7:("'%(&&( R%+(":E;())%L >%#(" für das Institut hin, wobei die Verbindungen zu anderen Kreditinstituten in Ausgliederungspositionen gesondert ausgewiesen werden. Die Beziehun4 gen zu nahe stehenden Unternehmungen und daher auch die damit verbunde4 nen Risiken werden ebenso dadurch transparent, dass gemäß § 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 RechKredV die verbrieften und unverbrieften Forderungen an verbun4 dene Unternehmen und an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, als Untergliederungspositionen zu den „Forderungen an Kreditinstitu4 te“ (Aktivposition 3) und zu den „Forderungen an Kunden“ (Aktivposition 4) sowie zu den „Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpa4 pieren“ (Aktivposition 5) in das Formblatt aufzunehmen sind. Analoges gilt für entsprechende Verbindlichkeiten gemäß § 3 Satz 1 Nr. 3 und 4 RechKredV, d. h., die verbrieften und unverbrieften Verbindlichkeiten gegen4 über verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden als Untergliederungspositionen zu den W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2108 „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ (Passivposition 1) und zu den „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ (Passivposition 2) sowie zu den „Verbrieften Verbindlichkeiten“ (Passivposition 3) und den „Nachrangigen Verbindlichkeiten“ (Passivposition 9) in das Bilanzformblatt aufgenommen. Die genannten Angaben dürfen nach § 3 Satz 2 RechKredV allerdings auch alternativ im Anhang in der Reihenfolge der betroffenen Positionen gemacht werden. Zusätzlich haben Institute "!-.)!"+%+( G();D+(">+(+(">:A"1(, die einem erhöhten Ausfallrisiko unterworfen sind, nach § 4 Abs. 2 Satz 1 RechKredV auf der Aktivseite bei der jeweiligen Hauptposition oder Untergliederungspo4 sition gesondert auszuweisen. Diese Informationen können allerdings gemäß § 4 Abs. 2 Satz 2 RechKredV auch in den Anhang verlagert werden. Zuletzt gewähren schließlich die unter den Bilanzstrich aufzunehmenden „R6(":*!&6()$%"1&%-.#(%:("“ (z. B. Bilanzposition U1a: „Eventualverbind4 lichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln“) und „F"1()(" G()U=&%-.:*"+("“ (z. B. Bilanzposition U2c: „Unwiderrufliche Kreditzusa4 gen“) Einblick in die Risikoverhältnisse eines Kredit4 bzw. Finanzdienstleis4 tungsinstituts (vgl. G(#1=U?,O,# 1976, S. II/344II/35; D,#=,UN-(*(44 1983, S. 55; G(,/ 1992a, S. 248). Sonstige Risiken, denen Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstitute im Rah4 men ihrer Geschäftstätigkeit unterliegen, kommen in der Bilanzgliederung nicht zum Ausdruck. Diesbezüglich ist jedoch auf die Anhangangaben über Termingeschäfte nach § 36 RechKredV und über Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährungen gemäß § 35 Abs. 1 Nr. 6 RechKredV hinzuwei4 sen. Allerdings sind diese Angaben – wie an anderer Stelle gezeigt wird (vgl. die Abschnitte 5.1.3.3 und 5.1.3.4) – zur Beurteilung der Risikolage eines In4 stituts nicht unbedingt geeignet. Inwiefern die Fristengliederung im Anhang zu einzelnen Risiken Hinweise gibt, wird in Abschnitt 2.1.1.3.3 erläutert. B9[9[9I9B 8!> <)%"'%U 1(> R%"$&%-#> %" 1%( R):)!+>6().A&:"%>>( Einblicke in die Ertragsverhältnisse zu vermitteln, ist in erster Linie Aufgabe der Gewinn4 und Verlustrechnung, weshalb dieser Aspekt in der Bilanzgliede4 rung auch am schwächsten zum Ausdruck kommt. Direkte Gliederungskrite4 rien hinsichtlich der Ertragskraft sind nicht zu erkennen. Allerdings gestatten einzelne Positionen %"1%)(#:( 4E-#>-.&E>>( !*= 1%( R):)!+>#)!=:. So weisen etwa die bei den Kundenverbindlichkeiten ausgegliederten „Spareinlagen“ (Passivposition 2a) auf eine bereits erfolgte kostengünstige Mittelhereinnahme hin. W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 109 Auf der anderen Seite erwirtschaftet die Aktivposition 1: „Barreserve“ in der Regel keinen Ertrag (vgl. G(#1=U?,O,# 1976, S. II/354II/36; D,#=,UN-(*(44 1983, S. 55). „Forderungen an Kreditinstitute“ (Aktivposition 3) sind zudem ertragsärmer einzuschätzen als „Forderungen an Kunden“ (Aktivposition 4), während umgekehrt „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ (Passiv4 position 1) tendenziell teurer sind als „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ (Passivposition 2). Anhaltspunkte für die Beurteilung der Ertragskraft ergeben sich auch aus der Angabe nachrangiger Vermögensgegenstände und Schulden gemäß § 4 RechKredV. Das sich aus der Nachrangigkeit für den Gläubiger ergebende höhere Ausfallrisiko muss in der Regel durch einen höheren Zins vergütet werden, so dass nachrangige Vermögensgegenstände vergleichsweise ertragsstark, nachrangige Verbindlichkeiten dagegen vergleichsweise teuer sind (vgl. G(,/U9"00&,*. 1993, S. 57). Die Angabe von Forderungen an und Verbindlichkeiten gegenüber verbunde4 nen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, gemäß § 3 RechKredV gibt insofern Auskunft über die Ertragslage, als davon auszugehen ist, dass sich diese Forderungen geringer verzinsen als entsprechende Forderungen an andere Kreditnehmer und die Verbindlichkei4 ten ebenso billiger sind als vergleichbare Mittelaufnahmen. Auch die im An4 hang gemäß § 34 Abs. 2 Nr. 2 RechKredV vermerkten Organkredite nach § 15 KWG weisen auf Kreditpositionen minderen Ertrags hin. Inwiefern die im Anhang darzustellende Fristengliederung Einblick in die Er4 tragslage gewährt, wird im folgenden Abschnitt 2.1.1.3.3 erörtert. B9[9[9I9I 8%( (1(*:*"+ 1(> F*>?(%>(> 67" 3)%>:(">:)*#:*)(" =E) 1(" R%"$&%-# %" 1%( 4%>%#7L *"1 1%( R):)!+>6().A&:"%>>( Während zunächst jeweils isoliert die Bedeutung der Konzeption von Fristen4 strukturangaben für die Darstellung der Liquiditätslage (vgl. Abschnitt 2.1.1.2.4) sowie die Versuche, durch geeignete Haupt4, Untergliederungs4 und Ausgliederungspositionen (sowie Anhangangaben) Einblicke in die Risiko4 verhältnisse (vgl. Abschnitt 2.1.1.3.1) und die Ertragsverhältnisse (vgl. Ab4 schnitt 2.1.1.3.2) zu geben, erörtert wurden, soll nun eine Verbindung zwi4 schen den drei Gliederungsprinzipien insoweit hergestellt werden, als unter4 sucht wird, inwieweit die Angabe von Laufzeitfristen im Anhang Hinweise zu den Risiko4 und den Ertragsverhältnissen zu liefern vermag und welche Kon4 zeption dafür besser geeignet ist. Die von Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstituten eingegangenen F*>=!&&)%L >%#(" lassen sich, unabhängig davon, ob sie das Ergebnis allgemeiner wirt4 schaftlicher Schwankungen oder unternehmungsspezifischer Veränderungen sind, innerhalb eines kurzen Zeitraums besser beurteilen als auf lange Sicht. Somit kann die Bonität von kurzfristig fälligen Forderungen mit größerer Si4 W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2110 cherheit eingeschätzt werden als dies bei erst längerfristig fälligen Forderun4 gen möglich ist. Soll das Bonitätsrisiko mithilfe der Fristigkeit der Aktivposi4 tionen beurteilt werden, haben deshalb Angaben zur 4(>:&!*='(%: einen höhe4 ren Informationswert als Informationen über Ursprungslaufzeiten. „Am Ab4 schlussstichtag ist nicht mehr maßgebend, innerhalb welchen Zeitraums ein Kreditinstitut (bzw. ein Finanzdienstleistungsinstitut; Anm. d. Verf.) dem Ausfallrisiko ausgesetzt war. Vielmehr sollte aufgezeigt werden, wie lange das Risiko zukünftig noch vorhanden sein wird. Diese Information kann nur das Restlaufzeitenprinzip, nicht jedoch eine strukturelle Fristengliederung, liefern“ (A-#(0%('2 1987, S. 232). Die bei akuten Risiken und notleidenden Engagements häufig bestehenden Prolongationszwänge können allerdings weder mit der Restlaufzeiten4 noch mit der Ursprungslaufzeitengliederung transparent gemacht werden. Die insbesondere von Kreditinstituten betriebene 3)%>:(":)!">=7);!:%7" be4 dingt W%">A"1()*"+>)%>%#(". Die abschließende Beurteilung dieser Risiken allein mithilfe des Jahresabschlusses ist nicht möglich, da hier wichtige Ein4 flussfaktoren des Zinsänderungsrisikos wie z. B. die Höhe der Festzinspositi4 onen und die jeweilige Zinsbindungsdauer nicht offen gelegt werden. Dieses Problem lässt sich mittels der Angabe von Fristenstrukturen nicht beheben, allerdings ergeben sich hieraus Anhaltspunkte. Unterscheiden sich langfristig verzinsliche Aktivpositionen und Passivpositi4 onen, so bestehen grundsätzlich größere Zinsänderungsrisiken als dies bei ent4 sprechenden Differenzen im kurzfristigen Bereich der Fall ist. Die Angabe von 4(>:&!*='(%:(" ist diesbezüglich informativer, denn „für das Risiko am Abschlussstichtag ist bei einer offenen Festzinsposition nicht die einmal ver4 einbarte Laufzeit bestimmend, sondern die Restlaufzeit bis zur Fälligkeit, ge4 nauer gesagt bis zur nächsten Zinsanpassung, über die jedoch der externe Bi4 lanzleser nicht informiert wird“ (A-#(0%('2 1987, S. 233). Dies wird besonders am Beispiel von kurz nach dem Jahresabschlussstichtag zur Zinsanpassung fälligen Forderungen oder Verbindlichkeiten deutlich. Die Angabe von Ur4 sprungslaufzeiten könnte bei Übereinstimmung der ursprünglich vereinbarten Laufzeiten verschiedener Forderungen und Verbindlichkeiten das Fehlen ei4 nes Zinsänderungsrisikos suggerieren, während ein Vermerk der Restlaufzei4 ten verdeutlichen würde, dass Teile der Forderungen oder Verbindlichkeiten unmittelbar nach dem Jahresabschlussstichtag zur Zinsanpassung fällig wer4 den und daher durchaus Zinsänderungsrisiken bestehen können (vgl. A-#(0%('2 1987, S. 233). Hinweise auf die R):)!+>&!+( vor allem eines Kreditinstituts könnten sich aus der Gegenüberstellung der Fristigkeitsstrukturen von Aktiva und Passiva er4 geben. Unterstellt man eine "7);!&( W%">>:)*#:*), d. h. die langfristigen Zinsen sind höher als die kurzfristigen, so erbringen langfristige Aktiva einen höheren Ertrag als kurzfristige, langfristige Passiva verursachen einen höheren W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 111 Aufwand als kurzfristige. Bei %"6()>() W%">>:)*#:*), d. h. die langfristigen Zinsen sind niedriger als die kurzfristigen, weisen dagegen die kurzfristigen Aktiva eine größere Ertragskraft aus, während die kurzfristigen Passiva einen höheren Aufwand verursachen als die langfristigen. Ist nun die ursprünglich vereinbarte Laufzeit der Aktiva und Passiva bekannt, könnte man hiermit auf die entsprechende Ertragsstärke rückschließen; die Angabe von Restlaufzeiten vermittelt diesbezüglich keine adäquaten Informationen. Die Untersuchung der @)>U)*"+>&!*='(%:(" würde jedoch nur dann Hinweise auf die Ertragsla4 ge liefern, wenn die Zinsstruktur, wie sie bei Abschluss der Geschäfte be4 stand, bekannt wäre. Da dies nicht der Fall ist, kann die Fristengliederung (nach Ursprungs4 oder Restlaufzeiten) nur bedingt Einblick in die Ertragslage vermitteln (vgl. A-#(0%('2 1987, S. 233). Die Ertragskraft eines Instituts wird nicht zuletzt auch durch die eingegange4 nen 7"%:A:>L *"1 3)%>:(":)!">=7);!:%7">)%>%#(" beeinflusst. Für den Jah4 resabschlussleser ist es diesbezüglich interessant zu erfahren, wie lange ein Institut noch den in der Vergangenheit übernommenen Risiken ausgesetzt ist und von den daraus resultierenden Erträgen profitiert. Da die Angabe von Ur4 sprungslaufzeiten keine Informationen über den zwischen Geschäftsabschluss und Jahresabschlussstichtag verstrichenen Zeitraum liefert, ist aufgrund dieser Angaben eine Beurteilung der (zukünftigen) Ertragsmöglichkeiten nicht mög4 lich. Restlaufzeiten zeigen demgegenüber „deutlicher, wie sich die aus der Fristentransformation erwachsenen Risiken (und die Ausfallrisiken; Anm. d. Verf.) am Abschlussstichtag darstellen und wie lange sie zukünftig voraus4 sichtlich noch wirksam sein werden, … (und tragen) somit zu einer höheren Transparenz der zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses vorhandenen Ertragsri4 siken und damit zu einer verbesserten Darstellung der Erfolgslage bei“ (A-#(06 %('2 1987, S. 233). Insgesamt betrachtet kommt man zum Ergebnis, dass die Angabe von Rest4 laufzeiten besser dazu geeignet ist, Einblicke in die Liquiditätsverhältnisse, Risikoverhältnisse und Ertragsgrundlagen eines Instituts zu vermitteln als die Ursprungslaufzeitenangabe. B9[9[9J M7"#*))("' 1() 0&%(1()*"+>U)%"'%U%("i Durch die Bilanzgliederung, die Vorschriften über den Inhalt der Bilanzposi4 tionen und über ergänzende Anhangangaben soll dem Verlangen der Jahres4 abschlussleser, Einblicke in die Liquiditäts4 und Risikoverhältnisse sowie die Ertragsgrundlagen der Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstitute zu gewin4 nen, Rechnung getragen werden. ](%&?(%>( lassen sich einzelne Bilanzpositionen $('E+&%-. 1() 1)(% M)%:()%(" )(&!:%6 '?(%=(&>=)(% '*7)1"(". So ist die liquideste Bilanzposition „Bar4 reserve“ (Aktivposition 1) (ausfall)risikolos, gleichzeitig aber auch in der Re4 W 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C )"2 F20%(%+%,2112 gel ertragslos bzw. sehr ertragsschwach. „Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind“ (Aktivposition 2) bergen ein Potenzial günstiger Refinanzierungsmöglichkei4 ten und höchster Liquidität, vorausgesetzt es bestehen freie Refinanzierungs4 linien bei den Zentralnotenbanken. Die Bonität der Schuldner von den in die4 ser Position ausgewiesenen Wertpapieren kann als gut angenommen werden. Die in einer Ausgliederungsposition ausgewiesenen „Treuhandkredite“ der Aktivposition 9: „Treuhandvermögen“ sind liquiditätsneutral und risikolos für die derartige Geschäfte durchführenden Kreditinstitute, weshalb dementspre4 chend auch der mit ihnen erzielte Ertrag gering ist. Von Kreditinstituten her4 eingenommene Gelder sind eine teurere Refinanzierung im Vergleich zu an4 deren Fremdmittelaufnahmen, und es ist davon auszugehen, dass diese Gelder pünktlich zu Liquiditätsabflüssen führen, da stillschweigende Laufzeitverlän4 gerungen – verglichen mit Kundeneinlagen – nur sehr selten vorkommen. Die „Forderungen an Kreditinstitute“ (Aktivposition 3) deuten zwar auf ein – hin4 sichtlich Rückzahlungsbetrag und 4termin – sicheres, gleichzeitig aber wenig ertragsgünstiges Geschäft hin. 2" 6%(&(" 3A&&(" ist es jedoch "%-.: ;D+&%-., einzelne %&!"'U7>%:%7"(" .%"L >%-.:&%-. !&&() M)%:()%(" '* $(*):(%&(". Schuldverschreibungen und Aktien sind bspw. aufgrund der bei ihnen vorausgesetzten Börsenfähigkeit bzw. Bör4 sennotierung liquiditätsmäßig besser einzustufen als (Buch4)Forderungen. Die Bonität der Emittenten der Schuldverschreibungen lässt sich noch mittels der verschiedenen Unter4 und Ausgliederungspositionen (z. B. „Papiere öffentli4 cher Emittenten“ oder „beleihbar bei der 3,+%01-,2 G+2.,0H'2=“) in etwa abschätzen, bei den Emittenten der Aktien ist dies jedoch aufgrund fehlender Angaben nicht möglich. Die Ertragsstärke dieser Wertpapierpositionen kann im Vergleich zu den (Buch4)Forderungen nicht beurteilt werden. Analog las4 sen sich die in den Forderungspositionen enthaltenen Ausfallrisiken nur bei den „Forderungen an Kunden“ (Aktivposition 4) anhand der Ausgliederungs4 positionen („durch Grundpfandrechte gesichert“ und „Kommunalkredite“) abschätzen, während die Ertragskraft hier generell nicht ersichtlich ist. Die Liquidisierbarkeit der Forderungen mag zwar grundsätzlich schlechter sein als die der Wertpapiere, sie kann aber in Einzelfällen besser sein als die der „Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind“, wenn die Refinanzierungskontingente ausgeschöpft sind. An den aufgezeigten Beispielen wurde deutlich, dass bei einer Konkurrenz der Gliederungsgesichtspunkte eine Bilanzgliederung, die gleichzeitig alle Krite4 rien erfüllt, nicht möglich ist. In diesen Fällen kann jeweils nur das Gliede4 rungskriterium zum Tragen kommen, das als das Wichtigste angesehen wird (vgl. G(#1=U?,O,# 1976, S. II/36). Die zunächst nicht beachteten Gliederungs4 W;T 3,# <+0$,(0 (2 .,# G(*'2C 2'1- 9DG 113 prinzipien können dann allenfalls durch Ausgliederungsangaben berücksich4 tigt werden. B9[9B 8%( (>7"1().(%:(" 1() %&!"'(" 67" M)(1%:%">:%:*:(" *"1 3%"!"'1%(">:&(%>:*"+>%">:%:*:(" B9[9B9[ M(%" +(>7"1():() F*>?(%> 67" F"&!+(6();D+(" *"1 @;&!*=6();D+(" B9[9B9[9[ (+)E"1*"+ § 266 Abs. 2 HGB schreibt für die Aktivseite der Handelsbilanzen eine Tren4 nung von Anlage4 und Umlaufvermögen vor, wobei das Abgrenzungskriteri4 um des § 247 Abs. 2 HGB Bedeutung erlangt. Damit rechnen zum F"&!+(L 6();D+(" alle Vermögensgegenstände, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb der Unternehmung zu dienen. Innerhalb des Anlagevermö4 gens werden die eher schwer veräußerbaren immateriellen Vermögensgegen4 stände vor den Sachanlagen und diese vor den in der Regel leichter veräußer4 baren Finanzanlagen ausgewiesen. Im Gegensatz dazu umfasst das @;&!*=L 6();D+(" alle Aktivpositionen, die in ihrer Höhe und ihrer Zusammenset4 zung einer vergleichsweise raschen Veränderung unterliegen. Vor allem han4 delt es sich dabei um Gegenstände, die in den betrieblichen Umsatzprozess eingehen oder die im Zusammenhang mit Umsatzvorgängen entstanden sind, wie z. B. Vorräte an Material, fertige und unfertige Erzeugnisse, aber auch Forderungen, insbesondere aus Lieferungen und Leistungen, Kassenbestände und sonstige geldnahe Bestände (vgl. G(,/U7+Y5'+* 2009a, S. 104). Die Folge ist, dass sich bei Industrie4 und Handelsunternehmungen sowohl im Anlage4 als auch im Umlaufvermögen verbriefte wie unverbriefte Gläubiger4 und Eigentümerpositionen finden. Dies bietet einerseits einen Einblick in die Liquiditätssituation der Unternehmung im Sinne der Darstellung der Selbstli4 quidationsperioden der von ihr gehaltenen Aktiva. Andererseits wird der Bi4 lanzleser aber auch darüber informiert, auf welche Aktivpositionen das stren4 ge und auf welche das gemilderte Niederstwertprinzip anzuwenden ist. Die Gliederung der %&!"'(" 67" M)(1%:%">:%:*:(" kennt dagegen seit jeher grundsätzlich #(%"( ()#(""$!)( ])(""*"+ '?%>-.(" 1(; F"&!+(L *"1 1(; @;&!*=6();D+(" (vgl. 7'*),#'5 1922, S. 9; 9''0,UG+%C, 1925, S. 56; P?8 1932, S. 564 und S. 569; P?8 1936, S. 27430; 9"&&5'22 1938, S. 18). Der Verzicht auf eine Untergliederung in Anlage4 und Umlaufvermögen wird meist damit begründet, dass „dem Anlagevermögen der Kreditinstitute weder von der Größe her noch funktional die gleiche Bedeutung zukommt wie etwa in Produktions4 und Handelsunternehmen“ (B1-(5'22 1985, S. 162). Dies

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.