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8.3.4 Die jahresabschlusspolitischen Instrumente der Publizitäts politik in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 1041 - 1064

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_1041

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1012 Eine Möglichkeit, die Sekundärliquidität faktisch zu verbessern, besteht darin, Buchforderungen durch G()$)%(=*"+ in Wertpapierforderungen umzuwan4 deln. In der Bilanz wird diese Sekundärliquidität allerdings im Regelfall nicht sichtbar. Damit ist dieses Instrument zwar zur faktischen Verbesserung der Sekundärliquidität, nicht jedoch zum jahresabschlusspolitischen Einsatz ge4 eignet. Kreditinstitute entschließen sich daher oftmals, zur Verbesserung ihrer Liqui4 ditätssituation F>>(:L !-#(1L5(-*)%:%(>4Transaktionen durchzuführen. Dabei handelt es sich um durch Vermögenswerte (insbesondere unverbriefte Forde4 rungen) gedeckte Wertpapiere oder Schuldscheine (vgl. ausführlich zur Kon4 struktion von Asset Backed Securities Q'01-H+01- 1998, S. 4084419; G(,/U7+Y5'+* 2009b, S. 4124419). Die Bedienung der Asset Backed Securities (ABS) erfolgt aus Zahlungsströ4 men, die sich aus den Zins4 und Tilgungszahlungen der Forderungsschuldner „für die an die Zweckgesellschaft veräußerten Forderungen ergeben“ (3,+%6 01-, G+2.,0H'2= 1997, S. 57458). Durch ABS werden bisher nicht liquide Vermögenswerte in handelbare Wertpapiere transformiert. Es handelt sich dabei um eine Form der Mittelbeschaffung, die ebenso wie das Factoring und die Forfaitierung dem Bereich der objektgestützten Finanzierung zugeordnet werden kann, bei der Kreditmittel nicht im Hinblick auf die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers, sondern allein gestützt auf die Werthaltigkeit und Ertrags4 kraft einzelner Vermögenswerte überlassen werden. n9I9J 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() <*$&%'%:A:>U7&%:%# n9I9J9[ 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() U!>>%6(" <*$&%'%:A:>U7&%:%# n9I9J9[9[ 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() U!>>%6(" =%"!"'U7&%:%>-. ;7:%6%():(" <*$&%'%:A:>U7&%:%# e;V;Z;T;T;T !"#H,5,#=+2/,2 In Abschnitt 8.2.3.2 wurde als finanzpolitisch motivierte publizitätspolitische Zielsetzung die G();%::&*"+ (%"(> U7>%:%6(" 0(>!;:$%&1(> der Erfolgs4, Vermögens4, Risiko4 und Liquiditätslage insbesondere durch die Beeinflus4 sung jahresabschlussanalytischer Kennzahlen herausgearbeitet. Als erfolgsori4 entierte Zielgrößen ergaben sich dabei neben den Kennzahlen Jahresüber4 schuss und Bilanzgewinn (vgl. Abschnitt 8.2.3.2.2) auch Rentabilitätskennzif4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1013 fern, wie z. B. die Gewinnspanne sowie die Eigenkapitalrentabilität. Letztere lassen sich nur über die Größe Jahresüberschuss sinnvoll steuern. Instrumente zu seiner Beeinflussung wurden aber bereits in Abschnitt 8.3.3.2 abschließend behandelt. Darüber hinaus ergaben sich im Rahmen der erfolgsorientierten Ziele (relative) Kennzahlen über die R)=7&+>>:)*#:*) (z. B. die einzelnen Er4 tragsspannen). Die Instrumente zur Beeinflussung dieser Kennzahlen werden nachfolgend in Abschnitt 8.3.4.1.1.2 behandelt. Die jahresabschlusspolitischen Instrumente, die auf die Darstellung der Risi4 kolage wirken, lassen sich analog zur Vorgehensweise in Abschnitt 8.2 zu4 rückführen auf solche der G();D+(">>:)*#:*) (z. B. die verschiedenen Risi4 kograde) und auf solche der M!U%:!&>:)*#:*) (z. B. das haftende Eigenkapi4 tal). Sie werden in zwei weiteren Gliederungspunkten (Abschnitte 8.3.4.1.1.3 und 8.3.4.1.1.4) behandelt. Die Zusammenführung beider Kennzahlengruppen zur Ermittlung der Risikolage wurde bereits in Abschnitt 8.2.3.2.3 dargelegt, so dass hier lediglich noch auf Risikoaspekte einzelner Vermögens4 bzw. Ka4 pitalpositionen eingegangen wird. Da die Instrumente zu den finanzpolitischen Liquiditätsgrößen sich mit denen der publizitätswirksamen Kennzahlen zur Y%e*%1%:A:>&!+( decken, kann auf die abschließende Behandlung dieser Instrumente in Abschnitt 8.3.3.2.3.1 verwiesen werden. e;V;Z;T;T;W 3(, l'-#,0'H01-*+004"*(%(01-,2 F20%#+5,2%, 5(% 4#(5>#,# Q(#=+2/ '+& .(, :#&"*/00%#+=%+# In Abschnitt 8.2.3.2.2 wurden als Kennzahlen zur Erfolgsstruktur insbesonde4 re die W%">>U!""(, die <)76%>%7">>U!""( sowie die /!"1(&>>U!""( genannt. Sie geben die Erfolgsquellen der institutsbetrieblichen Tätigkeit an. Da es bei der Zuordnung der Erträge und Aufwendungen aus den einzelnen Geschäften zu den Positionen der Gewinn4 und Verlustrechnung (also der Sachverhalts4 darstellung) aufgrund der relativ eindeutigen gesetzlichen Definitionen kaum jahresabschlusspolitische Spielräume gibt, verbleiben zur Beeinflussung der genannten Kennzahlen lediglich >!-.6().!&:>+(>:!&:("1( P!V"!.;(". So ist z. B. bei Kreditinstituten eine Verlagerung vom Kreditgeschäft hin zum Eigenhandel denkbar, wodurch tendenziell eine im Vergleich zur Zinsspanne höhere Handelsspanne erreicht werden kann. Hierzu ist allerdings zweierlei anzumerken. Zum einen handelt es sich bei der Umstrukturierung des Aktiv4 geschäftes um eine langfristige Entscheidung. Zum anderen werden diese Sachverhaltsgestaltungen in aller Regel durch eine ertragsorientierte Ge4 schäftspolitik dominiert und können damit schwerlich zur Jahresabschlusspo4 litik insbesondere der Kreditinstitute gezählt werden. Zur Beeinflussung des Erfolgsausweises verbleiben somit die .!"1(&>)(-.:&%L -.(" M7;U(">!:%7">?!.&)(-.:( in der Gewinn4 und Verlustrechnung. Nach e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1014 § 340c Abs. 2 HGB dürfen buchmäßige und realisierte Aufwendungen und Erträge aus Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und Wert4 papieren, die wie Anlagevermögen behandelt werden, miteinander verrechnet werden (5!&1%()*"+>?!.&)(-.:; vgl. Abschnitt 3.1.5.4.4). Die mit Durchfüh4 rung der Kompensation bezweckte Verschleierung der tatsächlichen Erfolgs4 quellen wird dadurch noch unterstützt, dass deren in § 268 Abs. 2 HGB für den Anhang geforderte getrennte Darstellung nach § 34 Abs. 3 Satz 2 RechKredV für Institute nicht erforderlich ist. Wenn man das Saldierungswahlrecht des § 33 RechKredV nicht wie in Ab4 schnitt 3.1.5.4.4.3 gemäß dem Wortlaut der Vorschrift, sondern – wie z. B; 9"00&,*. (vgl. 1993b, S. 3404344) – seiner Entstehungsgeschichte entspre4 chend interpretiert, so besteht zudem ein Wahlrecht für die Institute, die reali4 sierten Aufwendungen und Erträge des Finanzanlagevermögens entweder in die kompensationsfähigen Erfolgsrechnungspositionen miteinzubeziehen oder als „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ (GuV4Position 12) bzw. „Sonstige betriebliche Erträge“ (GuV4Position 8) auszuweisen. Zu beachten ist hierbei, dass letztere Positionen jahresabschlussanalytisch seltener zur gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Instituts gezählt werden als die saldierungsfähigen Positionen. Weit bedeutender ist allerdings die N$()#)(*'#7;U(">!:%7" gemäß § 340f Abs. 3 HGB (vgl. Abschnitt 4.1.4.2.3), die in erster Linie dazu dient, die Höhe bzw. Veränderung der stillen Vorsorgereserven für allgemeine Bank4 bzw. Finanzdienstleistungsrisiken nicht offenzulegen. Darüber hinaus bewirkt die Kompensation aber auch, dass buchmäßige und realisierte Ergebnisse des Kreditbereichs und des der Liquiditätsreserve dienenden Wertpapierbereichs, also wesensverschiedene Positionen, gegeneinander aufgerechnet werden und der Saldo in einer Position der Gewinn4 und Verlustrechnung ausgewiesen wird. Das Saldierungswahlrecht dient also einer negativen Publizitätspolitik, die die tatsächlichen Erfolgsquellen verschleiern will, um damit starke Er4 trags4 und Aufwandsschwankungen in den einzelnen Geschäftsbereichen nicht aufdecken zu müssen bzw. um Ertragsschwächen einzelner Geschäftsbereiche unmerklich mit den Erträgen ertragsstarker Bereiche kompensieren zu können. Die bisherige Jahresabschlusspraxis der Kreditinstitute zeigt, dass das Wahl4 recht von den meisten Banken in Anspruch genommen wird. Der Bruttoaus4 weis der entsprechenden Aufwendungen und Erträge in einem Geschäftsjahr würde faktisch dazu zwingen, in den Folgejahren ebenso zu verfahren, hätte doch die Rückkehr zum Nettoausweis eine erhebliche negative Publizitätswir4 kung. Die 2345 gestehen dem Bilanzierenden bei der Erstellung der 0(>!;:U()%7L 1("()=7&+>)(-."*"+ (0%'%,5,2% "& 1"54#,-,20(), (21"5,) ein Wahlrecht zwischen dem sogenannten 0.=&$ 2"2$3$.2 "@@#%"1!, wonach erfolgswirk4 same und erfolgsneutrale R)=7&+>$(>:!"1:(%&( %" (%"(; 4(-.("?()# darge4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1015 stellt werden, und dem 26% 2"2$3$.2 "@@#%"1!, der eine Darstellung mittels '?(%() +(:)("":() 4(-.("?()#( vorsieht, ein (vgl. Abschnitt 3.2). Da die IFRS zudem keine verbindliche Gliederung der Gesamtperiodenerfolgsrech4 nung vorgeben, haben Kreditinstitute ein grundsätzlich weitreichendes Gestal4 tungsermessen. Dieses Ermessen wird noch dadurch gesteigert, dass die IFRS den Ausweis wesentlicher banktypischer Erträge und Aufwendungen in IFRS 7 ?!.&?(%>( %; F".!"+ 71() %" 1() 0(?%""L *"1 G()&*>:)(-."*"+ gestatten. Für Kreditinstitute bietet sich allerdings aufgrund ihrer besonderen Tätigkeit und der damit einhergehenden Bedeutung der genannten Erfolgs4 komponenten die Integration dieser Angaben in die Gewinn4 und Verlustrech4 nung an (vgl. auch 7+-2UB1-'#4& 2006, S. 626). Diese sehr umfangreichen Angabepflichten im Bereich der Finanzinstrumente konkretisieren gerade für Kreditinstitute die eher vagen Ausführungen des IAS 1. Es bleibt allerdings anzumerken, dass IFRS 7 #(%"( 1*)-.+(.("1( )*::71!)>:(&&*"+ 1() R)=7&+>#7;U7"(":(" fordert. So werden pro Klassen finanzieller Vermögenswerte lediglich Nettogrößen ausgewiesen. Buchmäßige Wertminderungen und Erträge aus Zuschreibungen werden mit realisierten Ausbuchungserfolgen verrechnet. Dadurch wird, ähnlich der Kompensations4 möglichkeit des § 340c Abs. 2 HGB, ein Verschleierungspotenzial hinsicht4 lich des Ausweises der Erfolgsquellen geschaffen. e;V;Z;T;T;V 3(, l'-#,0'H01-*+004"*(%(01-,2 F20%#+5,2%, 5(% 4#(5>#,# Q(#=+2/ '+& .(, !,#5I/,200%#+=%+# In Abschnitt 8.2.3.2.3 wurden als Kennzahlen zur Vermögensstruktur insbe4 sondere die 4%>%#7+)!1( hergeleitet. Ihre jahresabschlusspolitische Beeinflus4 sung setzt an den jeweiligen Risikoklassen an. So scheint es im Hinblick auf eine günstige Darstellung der Risikolage sinnvoll, die Höhe risikoreicher In4 stitutsaktiva im Vergleich zu den risikoarmen und risikolosen Institutsaktiva möglichst niedrig auszuweisen. Dabei muss allerdings folgender Zusammen4 hang beachtet werden. Der Risikogehalt einzelner Vermögensgegenstände korreliert grundsätzlich negativ mit ihrer Liquidität und gleichzeitig positiv mit ihrer Ertragskraft (Rentabilität). Soll der Risikogehalt von Vermögenspo4 sitionen möglichst niedrig dargestellt werden, so wird dies demnach grund4 sätzlich einerseits einhergehen mit dem Ausweis eines günstigen Liquiditäts4 bildes, aber andererseits konträr zum Ziel der Darstellung einer möglichst ho4 hen Rentabilität sein. Die positive Beeinflussung der Risikolage ist dabei in aller Regel den erfolgsorientierten Zielen insofern untergeordnet, als sie ins4 besondere nur dann eingesetzt wird, wenn die Ertragslage des Instituts ohne4 hin als gut zu beurteilen ist. Bei einer sonst schlechten Ertragslage wird man eher versucht sein, die Ertragskraft einzelner Vermögensgegenstände auf Kos4 ten der Risikodarstellung zu betonen. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1016 Unter Beachtung dieser Vorüberlegungen ergeben sich vier grundsätzliche /!"1&*"+>;D+&%-.#(%:(": (1) die Liquidisierung risikobehafteter Vermögensgegenstände; (2) der Nichtausweis risikobehafteter Vermögensgegenstände; (3) die Zuordnung von Vermögensgegenständen zu niedrigeren Risikoklassen; (4) die möglichst niedrige Bewertung risikobehafteter Vermögensgegenstände. Zur PD+&%-.#(%: O[Q zählt zum einen der G()#!*= )%>%#7$(.!=:(:() G();DL +(">+(+(">:A"1(. Wenn es sich dabei um betriebsnotwendige, meist aus übergeordneten geschäftspolitischen Entscheidungen angeschaffte Vermö4 gensgegenstände, wie z. B. Beteiligungen oder Anteile an verbundenen Unter4 nehmen, handelt, so kommt dieses Instrument allenfalls in Ausnahmefällen zum Einsatz. Risikobehaftete Vermögensgegenstände können zudem dadurch vorüberge4 hend „liquidisiert“ werden, dass man sie in Pension gibt. Für das hier ange4 strebte Ziel eignen sich allerdings nur solche <(">%7">+(>-.A=:(, bei denen das wirtschaftliche Eigentum auf den Pensionsnehmer übergeht und die damit zu einer Ausbuchung des Vermögensgegenstandes aus der Bilanz des Pensi4 onsgebers führen. Aus zwei Gründen ist dieses Vorgehen nicht unproblematisch. Einerseits kann der Pensionsnehmer das Recht in Anspruch nehmen, den Vermögensgegen4 stand nicht zurückzugeben. Damit würden die zum Instrument des Verkaufs risikobehafteter Vermögensgegenstände gemachten Vorbehalte gelten. Ande4 rerseits ist der Pensionsgeber gemäß § 340b Abs. 5 Satz 2 HGB verpflichtet, den für den Fall der Rückübertragung vereinbarten Betrag in seiner Bilanz unter dem Strich als „Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsge4 schäften“ (Bilanzposition U2a) nachrichtlich zu vermerken. Darüber hinaus muss das pensionsgebende Institut die Verpflichtungen nach Art und Höhe auch im Anhang angeben, sofern sie im Hinblick auf seine Gesamttätigkeit von wesentlicher Bedeutung sind (vgl. § 35 Abs. 6 RechKredV). Der Bilanz4 leser kann damit zwar nicht ersehen, welcher Vermögensgegenstand – und damit welches Risiko – in Pension gegeben wurde; er erhält aber zumindest Hinweise auf den Einsatz dieses jahresabschlusspolitischen Instruments. Diese Hinweise sind im 2345LF$>-.&*>> nicht zu finden, sofern das Pensionsge4 schäft eine Ausbuchung des Pensionsgegenstandes nach sich zieht. Der S%-.:!*>?(%> (%"'(&"() G();D+(">+(+(">:A"1( –PD+&%-.#(%: OBQ – ist nur nach dem Handelsgesetzbuch, nicht jedoch nach den Vorschriften der IFRS, möglich. Er ist gleichbedeutend mit der Nichtinanspruchnahme von Aktivierungswahlrechten. Wird z. B. das Wahlrecht nach § 340e Abs. 2 HGB nicht in Anspruch genommen und werden 37)1()*"+(" im Falle eines Disa4 gios '*; F*>'!.&*"+>$(:)!+ !#:%6%():, was im Falle der Bilanzierung nach e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1017 2345 ohnehin erfolgen muss, so verringert sich die ausgewiesene (risikobe4 haftete) Forderungshöhe. Allerdings steht diese Vorgehensweise im Wider4 spruch zum Ziel einer hohen Bilanzsumme (vgl. Abschnitt 8.3.4.1.2). Da an4 dere Aktivierungswahlrechte für Institute grundsätzlich bzw. unter Risikoas4 pekten nicht bedeutend sind, sei hier lediglich auf die Ausführungen in Ab4 schnitt 8.3.3.2.2.1 verwiesen. Die in PD+&%-.#(%: OIQ aufgeführte W*7)1"*"+ 67" G();D+(">+(+(">:A"L 1(" '* (%"() "%(1)%+()(" 4%>%#7#&!>>( äußert sich z. B. in der R);(>>(">L (":>-.(%1*"+ $(%; /!"1(&>$%&!"'!*>?(%> 67" (:(%&%+*"+(", wobei diese im Gegensatz zum alternativen Ausweis in der Aktivposition 6: „Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere“ insofern als risikobehafteter einge4 schätzt werden, als aufgrund einer – wenn auch nur suggerierten – höheren Beteiligungsquote erstens besondere Bindungen zur Beteiligungsunterneh4 mung vermutet werden, die finanzielle Verpflichtungen auslösen könnten, und zweitens größere Anteilspakete weniger fungibel erscheinen. Zu einer Ermessensentscheidung kann es insbesondere kommen, weil das in § 271 Abs. 1 Satz 1 HGB genannte Kriterium für die Zuordnung zur Beteili4 gungsposition („dem eigenen Geschäftsbetrieb ... zu dienen“) inhaltlich unter4 schiedlich konkretisiert wird. Geht man – wie hier (vgl. Abschnitt 2.1.3.5.5) – davon aus, dass dieses Kriterium bereits mit der Möglichkeit der Gewinnteil4 nahme erfüllt ist, so sind alle langfristig gehaltenen Anteilspapiere, soweit sie nicht Anteile an verbundenen Unternehmen sind, unter der Aktivposition 7: „Beteiligungen“ auszuweisen. Verknüpft man mit diesem Kriterium allerdings weitergehende Voraussetzungen, wie z. B. besondere Bindungen an die Betei4 ligungsunternehmung durch personelle Verflechtungen oder Kooperation von Unternehmungsbereichen, so können sich für den Ausweis von Anteilspapie4 ren Zuordnungsspielräume ergeben. Dies ist allerdings nach dem BGH4Urteil vom 9. Februar 1987 nur noch für Anteile an Unternehmungen fremder Bran4 chenzugehörigkeit mit einer Anteilsquote von höchstens 20 % möglich (vgl. Q'01-H+01- 1992a, S. 3864391). In indirektem Zusammenhang mit der soeben angesprochenen Zuordnungs4 frage steht das jahresabschlusspolitische Instrument, F"+!$(" '* 37)1()*"L +(" !" 6()$*"1("( @":()"(.;(" *"1 !" @":()"(.;("C ;%: 1("(" (%" (:(%&%+*"+>6().A&:"%> besteht, aus der Bilanz in den Anhang zu verlagern (vgl. Abschnitt 5.1.3.6). Gemäß § 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 RechKredV sind die verbrieften und unverbrieften Forderungen an diesen Unternehmungen als Untergliederungspositionen zu den Aktivpositionen 3: „Forderungen an Kre4 ditinstitute“, 4: „Forderungen an Kunden“ und 5: „Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere“ auszuweisen. Diese Forderungen haben aus den oben angeführten Gründen eine besondere Qualität und beinhalten regelmäßig ein höheres Risiko. Die Geschäftsleitung des Instituts könnte des4 halb ein Interesse daran haben, diese Angaben nicht in der – meist als erstes e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1018 Informationsinstrument verwendeten – Bilanz zu machen, sondern sie gemäß § 3 Satz 2 RechKredV in den Anhang zu verlagern. Versierte Jahresabschluss4 leser werden aber die Anwendung des Instruments aufdecken und es so wir4 kungslos machen. Zu beachten ist darüber hinaus, dass m. E. in diesem Fall aus Gründen der Ausweisstetigkeit mit den Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber „na4 hestehenden“ Unternehmungen, deren Qualität im Vergleich zu sonstigen Verbindlichkeiten eher als besser eingeschätzt wird, gleichermaßen verfahren werden muss. Bei Inanspruchnahme des Wahlrechts muss man also auch die positiven Angaben im Anhang „verstecken“. Das gleiche Wahlrecht besteht gemäß § 4 Abs. 2 RechKredV bei "!-.)!"+%L +(" G();D+(">+(+(">:A"1(". Diese sind entweder in der Bilanz bei der je4 weiligen Position oder Untergliederungsposition gesondert auszuweisen oder im Anhang anzugeben. Zur jahresabschlusspolitischen Betrachtung gilt das bereits Gesagte mit dem Unterschied, dass nachrangige Schulden unabhängig vom Ausweis der nachrangigen Vermögensgegenstände in der Passivpositi4 on 9: „Nachrangige Verbindlichkeiten“ auszuweisen sind. Insoweit kann über den Ausweisort der Forderungen entschieden werden, ohne dass dies entspre4 chende Auswirkungen auf Informationen über Passivpositionen zur Folge hät4 te. Auch nach 2345 ist eine jahresabschlusspolitische Gestaltung der Vermö4 gensstruktur möglich. Gerade die Zuordnungsmöglichkeiten von Finanzin4 strumenten zu den einzelnen Bewertungsklassen eröffnen Gestaltungspotenzi4 ale. Dies sei beispielhaft an der Kategorie ')'(*'H*,6&"#60'*, dargestellt. Als ')'(*'H*,6&"#60'*, sind nach IAS 39.9 alle nicht4derivativen finanziellen Ver4 mögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind und nicht als *"'20 '2. #,1,()'H*,0, -,*.6%"65'%+#(%O (2),0%5,2%0 oder &(2'21('* '00,%0 '% &'(# )'*+, %-#"+/- 4#"&(% "# *"00 bewertet werden, anzusehen. Damit kom4 men folgende Finanzinstrumente für die Einordnung in die Bewertungsklasse ')'(*'H*,6&"#60'*, in Betracht: • 5-.*&16()>-.)(%$*"+(", für die keine Halteabsicht oder Haltefähigkeit bis zur Endfälligkeit besteht, • *-.#)(1%:(, die bei Zugang als ')'(*'H*,6&"#60'*, eingestuft wurden, • f():U!U%()(, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden sowie • (:(%&%+*"+(", soweit sie nicht Anteile an verbundenen oder an assoziier4 ten Unternehmungen darstellen. Die Bewertungsklasse ')'(*'H*,6&"#60'*, stellt also eine Sammelposition für all jene Finanzinstrumente dar, die nicht in eine andere Bewertungsklasse auf4 genommen werden dürfen oder müssen. Insbesondere werden >7?7.& 1%( 3%L "!"'%">:)*;(":( 1(> (:(%&%+*"+>$(>:!"1(> !&> !*-. 1() >7+("!"":(" Y%L e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1019 e*%1%:A:>)(>()6( in dieser Position ausgewiesen. Es erfolgt mithin keine Trennung in lang4 und kurzfristige Vermögenswerte. Die Möglichkeit, eine Analyse der Vermögensstruktur nach Fristigkeiten vorzunehmen, wird dem externen Bilanzleser somit verwehrt. Das bedeutendste jahresabschlusspolitische Instrument zur PD+&%-.#(%: OJQ, der ;D+&%-.>: "%(1)%+(" (?():*"+ )%>%#7$(.!=:(:() G();D+(">+(+("L >:A"1(, wurde bereits eingehend im Zusammenhang mit den handelsrechtli4 chen Wahlrechten bei der Bewertung des Umlaufvermögens sowie den Be4 wertungsspielräumen nach IFRS behandelt (vgl. Abschnitt 8.3.3.2.2.2). Die Absetzbarkeit der >:%&&(" G7)>7)+()(>()6(" "!-. H IJK= /0 in beliebigen Teilbeträgen von beliebigen Positionen der Bewertungsbasis eröffnet die Möglichkeit, insbesondere die risikoreichen Institutsaktiva mit einem nie4 drigeren Wert als dem nach § 253 HGB möglichen anzusetzen. Da sich damit das Verhältnis der risikoreichen Aktiva zur Bilanzsumme ermäßigt, stellt das Institut seine Risikolage im Vergleich zur tatsächlichen Lage zu günstig dar. Die Wirkung dieser Maßnahmen kann noch dadurch verstärkt werden, dass der Ersteller des Jahresabschlusses risikoreiche Wertpapiere der Bewertungs4 basis des § 340f HGB zuordnet, worüber relativ frei entschieden werden kann, und dass er anschließend innerhalb der Bewertungsbasis insbesondere die ri4 sikoreichen Wertpapierpositionen vermindert. Zudem stellt § 340f Abs. 4 HGB sicher, dass Angaben über die Bildung und Auflösung dieser Vorsorge4 reserven nicht gemacht werden müssen (vgl. Abschnitt 4.1.4.2), so dass eine unmerkliche stufenlose Regulierung gewisser Risikopositionen innerhalb der Grenzen des § 340f Abs. 1 HGB möglich ist. e;V;Z;T;T;Z 3(, l'-#,0'H01-*+004"*(%(01-,2 F20%#+5,2%, 5(% 4#(5>#,# Q(#=+2/ '+& .(, 7'4(%'*0%#+=%+# In Abschnitt 8.2.3.2.3 wurde als wichtigste Zielgröße der Kapitalstruktur die R%+("#!U%:!&e*7:( unter Berücksichtigung der Eigenmittel herausgearbeitet. Diese lässt sich in der Regel durch T!.)(>E$()>-.*>>().D.("1( P!V"!.L ;(" positiv beeinflussen, die bereits in Abschnitt 8.3.3.2 ausführlich behan4 delt wurden. Darüber hinaus gibt es wenige jahresabschlusspolitische Maß4 nahmen, die auf die Höhe und/oder Qualität des bilanziellen R%+("L *"1 3)(;1#!U%:!&> Einfluss nehmen. Im Folgenden werden zunächst die Gestal4 tungsoptionen nach dem Handelsgesetzbuch, später die sich nach den IFRS ergebenden Möglichkeiten dargestellt. Nach § 25 Abs. 1 RechKredV umfasst die Untergliederungsposition 12a: „ge4 zeichnetes Kapital“ zur Passivposition 12: „Eigenkapital“ alle Beträge, die als von den Gesellschaftern oder anderen Eigentümern gezeichnete Eigenkapital4 beträge zu werten sind. Dazu zählen auch Einlagen stiller Gesellschafter, Do4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1020 tationskapital der Sparkassen sowie Geschäftsguthaben der Mitglieder einer Genossenschaftsbank. Bei 0("7>>(">-.!=:>$!"#(" können die rückständigen fälligen Einzahlungen auf Geschäftsanteile gemäß § 337 Abs. 1 Satz 3 HGB dem Geschäftsguthaben innerhalb der Passivposition 12: „Eigenkapital“ zugeschlagen werden. In die4 sem Fall ist der entsprechende Betrag auf der Aktivseite unter der Positions4 bezeichnung „Rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile“ zu aktivieren. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die rückständigen fälligen Einzahlungen von den Geschäftsguthaben abzusetzen. Entsprechend niedriger wird in diesem Fall die ausgewiesene Höhe des Eigenkapitals sowie die Bi4 lanzsumme sein. Allerdings ist dieses Instrument aus zwei Gründen weitgehend wirkungslos. Zum einen werden die rückständigen fälligen Einzahlungen auf Geschäftsan4 teile nicht als haftendes Eigenkapital anerkannt. Die Institute dürften deshalb regelmäßig an einer Volleinzahlung der Geschäftsanteile interessiert sein, so dass die entsprechenden Beträge damit in der Regel relativ gering sein wer4 den. Zum anderen wird jede ernsthafte Jahresabschlussanalyse die rückständi4 gen fälligen Einzahlungen bei der Berechnung des bilanziellen Eigenkapitals in Abzug bringen (vgl. =E) !&&+(;(%"( !"#)%L >%#(" nicht dem Fremdkapital zuzurechnen. Zum einen werden Mittel für nicht genau bestimmte Risiken gebunden, deren Inanspruchnahme relativ un4 wahrscheinlich ist, weil zuvor in der Regel bereits alle handelsrechtlich zuge4 lassenen sonstigen Maßnahmen der Risikovorsorge angewendet wurden. Zum anderen besteht eine Begrenzung der Bildung des Fonds nur in der Form, dass sie im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zu erfolgen hat. Die4 se weitgefasste Gesetzesformulierung eröffnet einen offensichtlich großen Spielraum, der weit über das zur Risikovorsorge notwendige Maß genutzt werden kann. Damit besitzt der Fonds für allgemeine Bankrisiken Eigenkapi4 talcharakter (vgl. hierzu G(,/UQ'01-H+01- 2005). Er wird bei der Ermittlung der Eigenmittel auch als haftendes Eigenkapital (vgl. § 10 Abs. 2a Satz 1 Nr. 7 KWG) anerkannt (kritisch hierzu Abschnitt 4.1.5.1). Derzeit wird dieses Instrument zur Beeinflussung der Kapitalstruktur zwar vermehrt, aber keineswegs von allen Kreditinstituten angewendet. Dies lässt sich u. a. damit erklären, dass die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bank4 risiken buchtechnisch wie ein Aufwand zu berücksichtigen ist, durch den der Jahresüberschuss gemindert wird, während es sich eigentlich um Gewinnver4 wendung handelt. Der Hauptgrund für die weitgehende Ignorierung der Mög4 lichkeiten des § 340g HGB dürfte allerdings die Tatsache sein, dass die deut4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1021 schen Institute die Möglichkeiten des § 340f HGB bevorzugen (vgl. Ab4 schnitt 4.1.5.2). Die 2345 geben in IAS 32.11 eine exakte Definition dessen, was als Eigen4 kapital und was als finanzielle Verbindlichkeit anzusehen ist (vgl. bereits Ab4 schnitt 4.2.2.1). 3%"!"'%(&&( G()$%"1&%-.#(%:(" resultieren aus der vertragli4 chen Verpflichtung, flüssige Mittel oder einen anderen finanziellen Vermö4 genswert an eine andere Unternehmung abzugeben oder finanzielle Vermö4 genswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten mit einer anderen Unterneh4 mung zu potenziell nachteiligen Bedingungen auszutauschen. Als finanzielle Verbindlichkeiten sind ferner Verträge anzusehen, die in eigenen Eigenkapi4 talinstrumenten der Unternehmung erfüllt werden oder werden können – so z. B. eine Wandelschuldverschreibung. Ein R%+("#!U%:!&%">:)*;(": ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten einer Unternehmung nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründet. Hierunter fallen bspw. Aktien, bestimmte Arten von Vorzugsaktien und Optionsscheinen bzw. Optionsrechte auf Zeichnung oder Erwerb von Aktien des Emittenten (vgl. IAS 32.AG13). Bilanzansatzwahl4 rechte sind den IFRS fremd, so dass sämtliche Finanzinstrumente, welche die Eigenkapitaldefinition erfüllen, auch als Eigenkapital darzustellen sind. Um4 gekehrt sind diejenigen Finanzinstrumente, die keine Eigenkapitaleigenschaft besitzen, als finanzielle Verbindlichkeit auszuweisen. Gestaltungsspielräume ergeben sich allerdings v. a. aus den R);(>>(">(":L >-.(%1*"+(", die mit der Bewertung von Passivpositionen verbunden sind. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auf die vielfach problematische Be4 wertung der Rückstellungen hinzuweisen (vgl. 8.3.3.2.3.4). Je geringer eine Unternehmung ihre Rückstellungen bildet, desto höher werden der bilanzielle Gewinn und damit auch das Eigenkapital ausgewiesen. Maßnahmen zur Gestaltung der Kapitalstruktur setzen jedoch nicht erst bei der Bewertung einzelner Positionen an, sondern bereits bei der F*>+(>:!&:*"+ 1() !*>+(+($("(" 3%"!"'%">:)*;(":(. Je nach Gestaltungsvariation sind Finanzinstrumente dann als Eigenkapital oder als Fremdkapital anzusehen. So hält das F3Q beispielsweise bei #*;*&!:%6(" >:%;;)(-.:&7>(" G7)'*+>!#L :%(" im Sinne des § 139 AktG eine Qualifizierung als Eigenkapital für sachge4 recht und begründet dies mit der fehlenden Rückzahlungsverpflichtung bei gleichzeitiger Abhängigkeit des Zahlungsbeschlusses von der Hauptversamm4 lungsentscheidung (vgl. F3Q 2007, Tz. 55). Demgegenüber sieht das F3Q (2007, Tz. 32) in einer G7)'*+>!#:%( ;%: (%"() +("()(&&(" N$()1%6%1("1( ein zusammengesetztes Finanzinstrument, das in einen Eigen4 und einen Fremdkapitalanteil aufzuspalten ist. Die Höhe des bilanziellen Eigenkapitals kann somit durch die gezielte Ausgestaltung von Vorzugsaktien beeinflusst werden. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1022 R?%+( F"&(%.(", d. h. Anleihen ohne Rückzahlungsverpflichtung, werden als Eigenkapital anerkannt, wenn die Zinszahlung an den Dividendenbeschluss gekoppelt ist. Ein Emittentenkündigungsrecht ist für die Klassifizierung als Eigenkapital unschädlich. In der Praxis werden solche Emittentenkündigungs4 rechte gekoppelt mit einem steigenden Zinsniveau der Anleihe. Dadurch wird der Emittent faktisch zur Ausübung seines Kündigungsrechts nach einer ge4 wissen Zeit getrieben, um übermäßige Zinsbelastungen zu umgehen. Die Ein4 führung dieses faktischen anstelle eines vertraglichen Rückzahlungsanspruchs seitens des Gläubigers kann als gestalterische Maßnahme genutzt werden, um einerseits den Eigenkapitalausweis sicherzustellen, ohne dadurch andererseits den wirtschaftlichen Gehalt des Finanzinstrumentes wesentlich zu verändern. Für +("7>>(">-.!=:&%-.( 2">:%:*:( ergibt sich bei einer Bilanzierung nach den IFRS die Problematik, dass die 0(>-.A=:>+*:.!$(" der Mitglieder gemäß IAS 32.18 nur bei Erfüllung bestimmter Bedingungen als bilanzielles Eigen4 kapital anerkannt werden, da den Mitgliedern ein Kündigungsrecht zusteht und die Genossenschaft nach einer Kündigung zur Auszahlung flüssiger Mit4 tel verpflichtet ist (vgl. bereits Abschnitt 4.2.2.1). n9I9J9[9B 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() U!>>%6(" )(%"(" <*$&%'%:A:>U7&%:%# Im Rahmen der passiven reinen Publizitätspolitik lassen sich ausschließlich die in Abschnitt 8.2.3.3.3 beschriebenen 67&*;("7)%(":%():(" W%(&( verfol4 gen, die durch die repräsentativen Größen %&!"'>*;;( und 0(>-.A=:>67L &*;(" ausgedrückt werden. Zur Definition des Geschäftsvolumens vgl. *;;( *"1 1!> 0(>-.A=:>67&*;(" zu erhöhen (vgl. zu Nr. 148 G(#1=U?,O,# 1979a, S. VII/224VII/25; Q'01-H+01- 1992a, S. 264): (1) die kurzfristige Verschuldung am Bankengeldmarkt; (2) die Gewährung von kurzfristigen Krediten an Kunden bei gleichzeitiger Überlassung dieser Gelder als befristete Termineinlagen über den Ab4 schlussstichtag; e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1023 (3) die Hereinnahme von Tilgungsleistungen seitens der Großkreditnehmer als befristete Einlagen über den Jahresultimo; (4) die Durchführung von sogenannten „Dreiecksgeschäften“ mit Tages4 und/oder Termingeld; (5) der Abschluss von Pensionsgeschäften; (6) die vertragliche Umgestaltung von Verwaltungskrediten in durchlaufende Kredite; (7) die Vereinbarung eines Tilgungstermins für aufgenommene Darlehen im neuen anstatt im alten Geschäftsjahr; (8) die Bestimmung des Wertansatzes von Hypothekendarlehen und anderen langfristigen Forderungen; (9) der Ausweis von rückständigen fälligen Einzahlungen als Geschäftsgut4 haben. Die ersten drei Möglichkeiten führen zu einer erhöhten Bilanzsumme. Aller4 dings besteht die Gefahr, dass es sich um kompensationspflichtige Vorgänge nach § 10 RechKredV bzw. IAS 32.42 handelt (vgl. Abschnitt 2.1.2.4.7). Dann sind die betroffenen Bilanzpositionen in Höhe der durch die Geschäfts4 vorfälle ausgelösten Beträge zu kompensieren und die Bilanzsumme erhöht sich nicht. Eine Kompensationspflicht kann dagegen durch das Instrument 4 in jedem Fall vermieden werden. Bei diesen 8)(%(-#>+(>-.A=:(" legen drei oder meh4 rere Kreditinstitute Tages4 und/oder Termingelder gegenseitig an bzw. neh4 men diese herein. Das heißt, A legt bei B Gelder an, B bei C und C wiederum bei A. Eine Kompensationspflicht entsteht hierbei nicht, da bei keinem Kredit4 institut Gläubiger und Schuldner derselbe Kontoinhaber sind. Der Abschluss eines (-.:(" <(">%7">+(>-.A=:> (Möglichkeit 5) führt beim <(">%7">+($() zu einer Erhöhung der Bilanzsumme, wenn er den erhaltenen Hingabepreis aktiviert (z. B., wenn die Transaktion über die Konten bei der Zentralnotenbank abgewickelt wird) und nicht eine Passivposition um diesen Betrag vermindert. Die sich für den Pensionsgeber aus der späteren Rücküber4 tragung des Pensionsgegenstandes ergebende Verpflichtung ist sowohl nach dem Handelsgesetzbuch als auch nach IFRS in jedem Fall als Verbindlichkeit auszuweisen. Beim <(">%7">"(.;() (%"(> (-.:(" <(">%7">+(>-.A=:(> erhöht sich demge4 genüber die Bilanzsumme nur, wenn sich die Bezahlung des Hingabepreises in einer Erhöhung der Verbindlichkeiten und nicht in einer Verringerung einer Aktivposition (z. B. der Guthaben bei Zentralnotenbanken) niederschlägt. Der Anspruch des Pensionsnehmers auf den vereinbarten Betrag bei der Rück4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1024 übertragung des Pensionsgegenstandes ist bei ihm stets als Forderung zu bi4 lanzieren. @"(-.:( <(">%7">+(>-.A=:( bedingen lediglich beim <(">%7">"(.;() eine Bilanzsummenerhöhung. Voraussetzung hierfür ist, dass seine Zahlung des Hingabepreises bilanziell nicht als eine Verringerung einer Aktivposition (z. B. der Guthaben bei Zentralnotenbanken), sondern als eine Erhöhung einer Passivposition erfasst wird. Im fremden Namen und für fremde Rechnung vergebene Kredite (G()?!&L :*"+>#)(1%:(; Möglichkeit 6) dürfen gemäß § 6 Abs. 3 RechKredV nicht bi4 lanziert werden. Im eigenen Namen, aber für fremde Rechnung gewährte so4 genannte 1*)-.&!*=("1( M)(1%:( sind dagegen nach § 6 Abs. 1 RechKredV in die Bilanz aufzunehmen (vgl. Abschnitt 2.1.2.4.5). Hinsichtlich des Risikos besteht zwischen beiden Varianten kein Unterschied, so dass es unproblema4 tisch möglich ist, Verwaltungskredite vertraglich so umzuformulieren, dass sie zu durchlaufenden Krediten werden. Diese sind – zusammen mit den vom Treugeber zur Verfügung gestellten Mitteln – als Treuhandvermögen bzw. 4verbindlichkeiten in der Bilanz auszuweisen, wobei sie in Ausgliederungspo4 sitionen als Treuhandkredite zu vermerken sind. Die Bilanzsumme erhöht sich entsprechend. Nach 2345 sind Treuhandgeschäfte hingegen nicht in der Bi4 lanz abzubilden. Die Möglichkeit 7 (G()>-.%($*"+ 1(> 6()(%"$!):(" ]%&+*"+>:();%">) be4 wirkt zwar keine Bilanzsummensteigerung, allerdings wird die fällige Redu4 zierung der Bilanzsumme in das nächste Geschäftsjahr verlagert. Die Möglichkeit 8 (f():!">!:' 67" /^U7:.(#("1!)&(.(" etc.) besteht we4 gen des folgenden Zusammenhangs. Übersteigt der Nennbetrag einer Forde4 rung deren Auszahlungsbetrag und hat der Unterschiedsbetrag Zinscharakter (vgl. Abschnitt 4.1.2.2), so sollte zur Erreichung einer möglichst hohen Bi4 lanzsumme in Übereinstimmung mit § 340e Abs. 2 HGB der Nennbetrag akti4 viert werden. Der Unterschiedsbetrag ist nach § 340e Abs. 2 Satz 2 HGB in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten einzustellen, der in den Folgepe4 rioden planmäßig erfolgserhöhend aufzulösen ist. Seine jeweilige Höhe ist in der Bilanz oder im Anhang gesondert anzugeben. Die Bilanzsumme wird dann um den auf die nächsten Geschäftsjahre entfallenden Teil des Unterschiedsbe4 trags, er entspricht dem Betrag des passiven Rechnungsabgrenzungspostens, höher ausgewiesen als bei Bilanzierung des Auszahlungsbetrags und anteiliger Aktivierung der bereits vereinnahmten Teile des Unterschiedsbetrags. Die Wirkung dieser Vorgehensweise nach HGB wird allerdings neutralisiert, wenn im Rahmen der Jahresabschlussanalyse der passivierte Rechnungsab4 grenzungsposten gegen die Forderungen aufgerechnet wird, was jedoch in der Praxis oftmals nicht getan wird. Dies müsste aber geschehen, da der Wert der Forderung (unter Vernachlässigung von Bonitätsrisiken) nicht ihrem Nennbe4 trag entspricht. Tilgt der Kreditnehmer beispielsweise vor Fälligkeit, so hat e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1025 das Kreditinstitut den auf die nächsten Perioden entfallenden Teil des Unter4 schiedsbetrags, er entspricht dem Betrag des passiven Rechnungsabgren4 zungspostens, dem Kreditnehmer zurückzuerstatten. Wenn der Nennbetrag einer Forderung kleiner als deren Auszahlungsbetrag ist und der Unterschiedsbetrag Zinscharakter hat, so spielt es für die Höhe der Bilanzsumme keine Rolle, ob die Forderung zum Auszahlungsbetrag (mit zeitanteiliger Absetzung des Unterschiedsbetrags) oder zum Nennbetrag bi4 lanziert wird. Dies gilt jedoch nur insofern, als im zweiten Fall von der Mög4 lichkeit gemäß § 340e Abs. 2 Satz 3 HGB, den Unterschiedsbetrag in voller Höhe sofort als Aufwand zu verrechnen, kein Gebrauch gemacht wird. Er ist vielmehr als planmäßig aufzulösender aktiver Rechnungsabgrenzungsposten zu aktivieren. Seine jeweilige Höhe ist in der Bilanz oder im Anhang geson4 dert anzugeben, was aber keine jahresabschlussanalytischen Konsequenzen hat. Nach IAS 39.43 sind finanzielle Vermögenswerte bei ihrem Zugang zum &'(# )'*+, zu erfassen, der im Zugangszeitpunkt den Anschaffungskosten ent4 spricht. Unterschiedsbeträge zwischen Nennbetrag und Anschaffungskosten sind auf Grundlage der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des Finanzin4 struments zu verteilen. Gestaltungsspielräume zum Ansatz eines über die An4 schaffungskosten hinausgehenden Wertes gibt es somit bei der Zugangsbe4 wertung finanzieller Vermögenswerte nach 2345 nicht. Nach § 337 Abs. 1 Satz 3 und 4 HGB haben eingetragene (Kredit4)Genossen4 schaften ein f!.&)(-.:C )E-#>:A"1%+( =A&&%+( R%"'!.&*"+(" !*= 0(>-.A=:>L !":(%&( in der Bilanz als Geschäftsguthaben auszuweisen oder die Geschäfts4 guthaben nur mit dem um diese Einzahlungen gekürzten Betrag anzusetzen (Möglichkeit 9). Im ersten Fall sind die rückständigen fälligen Einzahlungen aktivisch gesondert auszuweisen. Die Bilanzsumme ist dann entsprechend höher als im zweiten Fall, bei dem der Betrag der rückständigen fälligen Ein4 zahlungen auf die Geschäftsanteile lediglich auf der Passivseite zu vermerken, also nicht zu passivieren ist. Werden sie in der Bilanz aktiviert bzw. passi4 viert, so steigt die Bilanzsumme entsprechend. Es ist wiederum darauf hinzu4 weisen, dass unter jahresabschlussanalytischen Überlegungen die aktivierten rückständigen Einzahlungen eventuell – dies ist nicht zwingend – von den passivierten Geschäftsguthaben abgesetzt werden, so dass die Wahl der ersten Alternative letztlich zu keiner Bilanzsummensteigerung führen würde (vgl. kritisch hierzu auch Abschnitt 8.3.4.1.1.4). Zum Abschluss dieses Abschnitts ist schließlich noch die Tatsache erwäh4 nenswert, dass sämtliche in Abschnitt 8.3.3.2.2 vorgestellten Maßnahmen, die zu einer Erhöhung des Jahresüberschusses führen, automatisch auch die Bi4 lanzsumme und das Geschäftsvolumen steigern und deshalb entsprechend eingesetzt werden können. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1026 n9I9J9B 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() !#:%6(" <*$&%'%:A:>U7&%:%# n9I9J9B9[ G7)$(;()#*"+(" Maßnahmen der aktiven Publizitätspolitik sind Maßnahmen, die Informati4 onen vermitteln, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen. Die Gren4 ze zwischen aktiver und passiver Publizitätspolitik ist allerdings fließend, da bereits das Ausüben bzw. Nichtausüben von Wahlrechten zu einer Übererfül4 lung der gesetzlichen Mindestanforderungen führen kann. Da zudem gesetzli4 che Regelungen bestehen, die den Umfang der Angaben nicht exakt festlegen, sondern lediglich Aussagen zur Art der Angabe machen, kann nicht genau bestimmt werden, wann eine Erläuterung so ausführlich ist, dass sie über die geforderten Mindestangaben hinausgeht und somit zur aktiven Publizitätspoli4 tik zu zählen ist. Durch die aktive Publizitätspolitik können die Leistungen des Instituts einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Die dabei entstehende U7>%:%6( <*$L &%'%:A:>?%)#*"+ *":()>:E:': wiederum 1%( R))(%-.*"+ +(U&!":() Y(%>:*"+>L '%(&(. Aktive Publizitätspolitik nimmt keinen Einfluss auf die Höhe des Jah4 resergebnisses, sondern bestimmt lediglich das Erscheinungsbild des Jahres4 abschlusses. Beim Einsatz aktiver publizitätspolitischer Instrumente ist allerdings zu be4 achten, dass damit eine Entscheidung getroffen wird, an die zukünftige Jah4 resabschlüsse gebunden sind. Um eine negative Publizitätswirkung in den fol4 genden Geschäftsjahren auszuschließen, ist auch bei Veröffentlichung freiwil4 liger Angaben 2"=7);!:%7">>:(:%+#(%: gefordert. n9I9J9B9B 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( ;%: U)%;A)() f%)#*"+ !*= 1%( o*!":%:A: *"1 o*!&%:A: 1() 2"=7);!:%7"(" e;V;Z;W;W;T 3(, D,0%'*%+2/0$'-*#,1-%, H,( .,# D*(,.,#+2/ .,# G(*'2C +2. .,# D,$(226 +2. !,#*+0%#,1-2+2/ Die Wahlrechte zur Gestaltung der Gliederung der Bilanz und der Gewinn4 und Verlustrechnung beeinflussen direkt zwar nur ihren Umfang. Sie können jedoch – wie im Folgenden zu erkennen sein wird – indirekt Einfluss auf die Aussagekraft der beiden Rechenwerke nehmen. Die hier angesprochenen handelsrechtlichen Wahlrechte (vgl. dazu auch Q'01-H+01- 1992a, S. 4174420) ergeben sich aus § 265 HGB. So ist es gemäß e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1027 § 265 Abs. 5 Satz 1 HGB möglich, die Positionen dieser beiden Rechenwerke über das vorgegebene Maß hinaus tiefergehend zu gliedern. Eine Position darf demnach in alle ihre Bestandteile aufgespaltet und dadurch tiefer untergliedert werden. Es können aber auch nur einzelne Teilkomponenten einer Position ausgegliedert oder aber zusätzliche Ausgliederungspositionen zu einzelnen Haupt4 oder Untergliederungspositionen vorgenommen werden. Außerdem besteht nach § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB das Wahlrecht, neue Positionen hinzu4 zufügen. Alle diese Maßnahmen müssen jedoch einen Beitrag zur R).D.*"+ der gemäß § 243 Abs. 2 HGB geforderten M&!).(%: *"1 N$()>%-.:&%-.#(%: der Gliederung der Bilanz und der Gewinn4 und Verlustrechnung leisten, d. h. der Einblick in die Vermögens4, Finanz4 und Erfolgslage muss durch sie ver4 bessert werden. Durch derartige Maßnahmen können für das bilanzierende Institut günstige Sachverhalte optisch besonders hervorgehoben werden. Das Wahlrecht gemäß § 265 Abs. 8 HGB, Positionen der Bilanz sowie der Gewinn4 und Verlustrechnung wegzulassen, die im abgelaufenen Geschäfts4 jahr keine Beträge aufweisen (sog. Leerposten), sofern sie auch im Vorjahr keinen Betrag aufwiesen, sowie die Möglichkeit, bei Erfüllung bestimmter Bedingungen gemäß § 2 Abs. 2 RechKredV die mit kleinen Buchstaben ver4 sehenen Positionen der Bilanz und der Gewinn4 und Verlustrechnung zusam4 menzufassen, fallen eher in den Bereich der passiven Publizitätspolitik. Sie dienen der Vereinfachung und Entlastung des Jahresabschlusses und stehen ebenfalls im Dienste des Grundsatzes der Klarheit und Übersichtlichkeit. Es muss jedoch festgestellt werden, dass sich die in diesem Abschnitt be4 schriebenen Gestaltungswahlrechte in der Jahresabschlusspraxis von Instituten erst langsam durchsetzen (vgl. Q'/,2,# ,% '*; 1995, S. 46; Q'01-H+01- 1992a, S. 420). Die 2345 geben für Bilanz und Gewinn4 und Verlustrechnung lediglichP%"L 1(>:%".!&:( vor. Diese Mindestinhalte haben darüber hinaus für alle IFRS4 Anwender Gültigkeit, unabhängig von ihrer Branchenzugehörigkeit. Insbe4 sondere für Institute sind die Mindestausweisvorschriften für die %&!"' des IAS 1.54 allerdings wenig hilfreich, da sie vor allem auf den Tätigkeitsbereich von Industrieunternehmungen abstellen. Die Öffnungsklausel des IAS 1.55, wonach Posten hinzugefügt, ihre Bezeichnungen und Reihenfolge oder ihre Zusammenfassung geändert werden können, wenn dies für das Verständnis der Finanzlage relevant ist, ermöglicht es Instituten, ihrer Geschäftstätigkeit entsprechende Bilanzgliederungen zu schaffen. Die fehlende Normierung der Bilanzgliederung von Instituten nach IFRS erschwert die zwischenbetriebliche Vergleichbarkeit der Abschlüsse und ermöglicht ein umfassendes jahresab4 schlusspolitisches Potenzial. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei gleichlautender Positionsbezeichnung der Inhalt divergieren kann. Auch für die 0(?%""L *"1 G()&*>:)(-."*"+ existiert kein institutsspezifi4 sches Gliederungsschema. In IAS 1.82 werden lediglich Mindestangaben ver4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1028 langt, die darüber hinaus auch eher auf Industrieunternehmungen zugeschnit4 ten sind. Damit gilt das bereits für die Bilanz Gesagte: Dem Jahresabschluss4 ersteller verbleibt auch bezüglich der Gewinn4 und Verlustrechnung ein weit4 reichendes gestalterisches Potenzial. e;V;Z;W;W;W 3(, i+'*(%'%(), 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= (5 <2-'2/ +2. (5 L'/,H,#(1-% Wenn in der Folge die Möglichkeiten zur qualitativen Jahresabschlusspolitik im Anhang und im Lagebericht dargestellt werden, so ist zunächst darauf hin4 zuweisen, dass die 2345 keinen dem handelsrechtlichen Lagebericht ver4 gleichbaren Bericht fordern. Stattdessen kann auf freiwilliger Basis ein Be4 richt über die Unternehmungslage veröffentlicht werden (vgl. IAS 1.9). Die Gestaltung dieses Berichtes liegt im Ermessen der Unternehmungsleitung, wobei IAS 1.9 beispielhaft mögliche Berichtsbestandteile nennt. Aufgrund der unverbindlichen Regelungen zur Lageberichterstattung nach IFRS müssen nach IFRS Rechnung legende Unternehmungen die handelsrechtlichen Vor4 schriften zur Lageberichterstattung beachten (vgl. § 315a Abs. 1 HGB). Da die Berichterstattung im .!"1(&>)(-.:&%-.(" F".!"+ *"1 %; .!"1(&>L )(-.:&%-.(" Y!+($()%-.: nicht abschließend normiert ist, besteht ein nicht zu vernachlässigender jahresabschlusspolitischer Spielraum in der Ausgestaltung dieser beiden Rechnungslegungsinstrumente. Gleiches gilt für den 2345L F".!"+; auch hier sind freiwillige Zusatzangaben zulässig, soweit die Syste4 matik und die Verständlichkeit des Anhangs nicht beeinträchtigt wird (vgl. L@.,2H'1- 2009, S. 211). Die 0(>:!&:*"+ 1() 6()$!&(" ()%-.:()>:!::*"+ (Semiotik) im Anhang und im Lagebericht wird als e*!&%:!:%6( %&!"'U7&%:%# bezeichnet. Man unter4 scheidet hierbei drei Ebenen (vgl. 7@%(2/ 1992, S. 6914695 und S. 7284733; G(,/ 1993b, S. 459). Auf der U)!+;!:%>-.(" Ebene wird der Grad der freiwilligen Berichterstat4 tung bestimmt. Hierbei sind die Berichtswahlrechte quantitativer Art von Inte4 resse. Auf der >^":!#:%>-.(" Ebene wird der Präzisionsgrad der Berichterstattung festgelegt. Den Grad der Detailliertheit der Angaben bestimmen die Berichts4 wahlrechte qualitativer Art. Auf der >(;!":%>-.(" Ebene werden die geeigneten Wörter und Wortgruppen für den darzustellenden Sachverhalt gesucht. Dabei ist darauf zu achten, dass viele Wörter bereits mit Assoziationen verbunden sind bzw. in sich bereits positive oder negative Wertungen enthalten (vgl. Abschnitt 8.3.4.2.2.3). e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1029 Die ()%-.:>?!.&)(-.:( e*!":%:!:%6() F): (vgl. auch Q'01-H+01- 1992a, S. 4134414) ergeben sich daraus, dass der Gesetzgeber sowohl für den Anhang als auch für den Lagebericht lediglich den Mindestumfang festgelegt hat. Eine willkürliche Ausdehnung des Anhangs durch freiwillige Aufnahme von Zu4 satzangaben wird jedoch faktisch durch § 243 Abs. 2 HGB verhindert, demzu4 folge die Klarheit und Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses nicht beein4 trächtigt werden darf. Auch die im Lagebericht vorgenommenen Ergänzungen dürfen nicht der Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entspre4 chenden Bildes des Geschäftsverlaufs des Instituts gemäß § 289 Abs. 1 HGB entgegenstehen. Die ()%-.:>?!.&)(-.:( e*!&%:!:%6() F): (vgl. auch Q'01-H+01- 1992a, S. 414) ergeben sich aus der Verwendung unbestimmter Rechtsbegriffe, die den Präzisionsgrad der aufzunehmenden Angaben nicht genau definieren. So legen die Begriffe Angabe, Ausweis, Aufgliederung, Erläuterung, Darstellung und Begründung den Umfang der Berichterstattung nicht genau fest und er4 öffnen somit einen nicht unerheblichen Interpretationsspielraum hinsichtlich des Präzisionsgrades der erforderlichen Angaben, der sich von dem gerade noch akzeptablen Mindestinhalt bis hin zu ausführlichen Erörterungen er4 streckt. Die Gemeinsamkeit zwischen den Berichtswahlrechten quantitativer und qua4 litativer Art besteht darin, dass sie beide Einfluss auf den Umfang des Jahres4 abschlusses haben. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass es bei den quanti4 tativen Berichtswahlrechten lediglich um die Anzahl der freiwillig aufzuneh4 menden Angaben geht, während die qualitativen Berichtswahlrechte die Aus4 gestaltung der einzelnen (freiwillig) aufgenommenen Angaben betreffen. Aufgabe jeglicher quantitativer und qualitativer Ausdehnung über den Min4 destumfang und den Mindestinhalt des Anhangs und des Lageberichts hinaus ist es, das Institut zielgerichtet in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dies kann durch besondere Kommentierung der Positionen der Bilanz und der Gewinn4 und Verlustrechnung, durch die das Verständnis dieser beiden Rechenwerke erhöht werden soll, geschehen. Es ist aber auch denkbar, Informationen über Tatbestände, die bei Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesterläu4 terungen nicht an die Öffentlichkeit dringen könnten, zu geben. So nutzen Institute diesen jahresabschlusspolitischen Spielraum dazu, zusätzliche Anga4 ben über ihre Rentabilitäts4 und Liquiditätsverhältnisse zu veröffentlichen. Außerdem besteht die Möglichkeit, in einem Sozialbericht ergänzende Anga4 ben zur Zusammensetzung der Belegschaft, deren Arbeitsbedingungen sowie Angaben zu den sozialen Verhältnissen und über die Lohn4 und Gehaltsstruk4 tur im Institut darzulegen. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusam4 menhang auch, die Veränderungen einzelner Bilanzpositionen zu begründen (vgl. zum Vorhergehenden Q'01-H+01- 1992a, S. 415). e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1030 e;V;Z;W;W;V 3(, D,0%'*%+2/05I/*(1-=,(%,2 .,0 D,01->&%0H,#(1-%0 • 8() W*>!;;(".!"+ '?%>-.(" X!.)(>!$>-.&*>> *"1 0(>-.A=:>$()%-.: Der Geschäftsbericht enthält im Wesentlichen die gleichen Informationen und Daten wie der zu veröffentlichende Jahresabschluss und Lagebericht. Obwohl seine Aufstellung gesetzlich nicht verpflichtend ist, ist er in der Praxis 1!> Publikationsmittel, mit dem Institute sich nach außen darstellen. Durch den Wettbewerbsdruck wird die Aufstellung und (möglichst frühzei4 tige) Veröffentlichung des Geschäftsberichtes faktisch zur Pflicht. Da seine Ausgestaltung jedoch nicht gesetzlich geregelt ist, kann sie ganz nach den Zielsetzungen des Instituts erfolgen. Aufgrund seiner inhaltlichen Nähe zum Jahresabschluss und zum Lagebericht bietet es sich an, ihn zur Unter4 stützung der mit der Jahresabschlusspolitik verfolgten Ziele einzusetzen. Der Geschäftsbericht ist ein wichtiges M7;;*"%#!:%7">%">:)*;(": zwi4 schen dem Institut und seinem Umfeld und somit ein public relations4 Instrument. Als Medium der Unternehmungskommunikation steht er dem4 nach im Dienste der Unternehmungskultur (1"#4"#'%, 1+*%+#,) und Unter4 nehmungsphilosophie (1"#4"#'%, (.,2%(%O). Da er zu Repräsentationszwe4 cken veröffentlicht wird, muss sein Erscheinungsbild zum 1"#4"#'%, .,0(/2 des Instituts passen. Nur wenn die Präsentation auf allen Ebenen einheitlich erfolgt, kann ein hoher Wiedererkennungswert erzielt und ein besonderes Image des Hauses geprägt werden, durch das sich das Institut eindeutig auf dem Markt positionieren kann (vgl. 7+*5H+#/ 1995, S. 5). Schließlich wendet sich der Geschäftsbericht nicht nur an die derzeitigen Eigentümer (z. B. Mitglieder, Aktionäre) und Fremdkapitalgeber sowie Geschäfts4 und Konsortialpartner, sondern er ist nicht zuletzt auch eine „Visitenkarte“ zur Werbung neuer Eigentümer, wie Mitglieder bzw. Aktionäre sowie poten4 zieller Mitarbeiter oder Geschäftspartner. Im Folgenden wird lediglich auf Besonderheiten bei der Erstellung des Ge4 schäftsberichts eingegangen. Die bei seiner Aufstellung zu berücksichti4 genden Aspekte betreffen drei Gebiete: die rein optischen Merkmale, die Struktur des Geschäftsberichtes und damit auch seinen inhaltlichen Umfang und schließlich seine verbale Ausgestaltung. • 8%( 0(>:!&:*"+>(&(;(":( 1(> A*V()(" R)>-.(%"*"+>$%&1(> 1(> 0(>-.A=:>$()%-.:> Zu den Gestaltungselementen des optischen Erscheinungsbildes des Insti4 tuts, die auch im Geschäftsbericht wiedergefunden werden sollten, gehören (vgl. 7+*5H+#/ 1995, S. 6): − Bestimmung von Hausfarben; − Bestimmung von Schriftarten und ihre Skalierung; e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1031 − Festlegung der Print4Medien4Formate; − Festlegung von wiederkehrenden Stilelementen. Als wichtiges Stilmittel des Layouts ist die Wahl der 5-.)%=:!): besonders hervorzuheben. Die Schrift selbst ist bereits ein Kommunikationsmittel. Sie kann Assoziationen des Lesers wecken, z. B. über die Vertrauenswürdigkeit des Instituts. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle eine Typografie der Schriftarten vorzunehmen und ihre Wirkungsrichtung darzustellen. Der Hinweis auf die Bedeutung der Wahl der richtigen Schriftart sollte hier ge4 nügen. • 8%( (>:%;;*"+ 1() 5:)*#:*) *"1 F*>?!.& 1(> 2".!&:> 1(> 0(>-.A=:>$()%-.:> Auch die Entscheidung über den Aufbau und den inhaltlichen Umfang des Geschäftsberichts ist von großer Bedeutung für seine Wirkung in der Öf4 fentlichkeit. So bietet es sich zum einen an, die 0&%(1()*"+ des Geschäfts4 berichts an den Zielgruppen des Instituts auszurichten, nicht dagegen – wie in der Vergangenheit üblich – die Gliederung nach internen organisato4 rischen Einheiten, nach Fachabteilungen oder Produktgruppen vorzuneh4 men. Der Kunde wird sich dann im Unternehmungsgeschehen wiederfinden und sich eher mit dem Institut identifizieren können. Einen weiteren Beitrag zur Öffentlichkeitswirkung leisten zum anderen die Auswahl und der Umfang der '*>A:'&%-. +(&%(=():(" 2"=7);!:%7"(". So berichten Kreditinstitute vielfach über ihr gesellschaftliches, soziales und ökologisches Engagement. Ein Beispiel hierfür stellt der Geschäftsbericht der Deutsche Bank AG aus dem Jahre 2006 dar. Hervorgehoben wird hierin das +(>(&&>-.!=:&%-.( R"+!+(;(": der Bank (Abstellen von Kundenbera4 tern für Schulbildungsmaßnahmen) ebenso wie die Unterstützung #*&:*)(&L &() <)7T(#:(. Darüber hinaus vermittelt das Institut auch das Bild einer >7L '%!& 6()!":?7):*"+>67&& agierenden Unternehmung, indem auf ein Mikro4 finanzierungsprogramm für Entwicklungsländer hingewiesen wird. Die Deutsche Bank nennt als ihre D#7&7+%>-.( W%(&>(:'*"+ die Bekämpfung des Treibhauseffektes, unter anderem durch Vermeidung von Treibhaus4 gasemissionen und die Nutzung und Förderung erneuerbarer Energien. • 8%( 0(>:!&:*"+>(&(;(":( '*) 7U:%>-.(" F*=$()(%:*"+ 1(> ](\:(> %; 0(>-.A=:>$()%-.: Entscheidend für den Aufbau des gewünschten Images in der Öffentlichkeit ist vor allem, wie der Inhalt präsentiert wird. Die Wahl der Bilder und der Textaufbau sind dabei wichtige Gestaltungselemente. %&1() sind zusam4 men mit der verwendeten Sprache die eigentlichen Bausteine der Kommu4 nikation. Der Geschäftsbericht muss nicht nur dazu geeignet sein, schnell Informationen zu vermitteln, sondern er muss auch genügend Anreize zum e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1032 Weiterlesen bieten. So schaffen Bilder (Fotos, Tabellen, Charts) Lesean4 reize (vgl. 7+*5H+#/ 1995, S. 8). Sie dienen der Auflockerung des Textes und geben häufig mehr Informationen in komprimierter Form als ein um4 fangreicher Text. Allerdings ist dabei zu beachten, dass auch ihre Aussagen klar und schnell verständlich sein sollten. Auch N$()>-.)%=:(" und W?%L >-.("E$()>-.)%=:(" sowie ein vom übrigen Text abgehobener G7)>U!"" erhöhen den Lesefluss und gestalten einen Text !$?(-.>&*"+>)(%-.. Zusammenfassend lassen sich folgende optische Gestaltungsinstrumente, die den für die Aufstellung des Geschäftsberichts Verantwortlichen zur Verfügung stehen, unterscheiden (vgl. B,*1-,#% 1987, S. 25): − Strukturierung des Textes durch Überschriften, Zwischentitel und Ab4 sätze; − Hervorhebungen von wichtigen Textstellen durch Fettdruck oder Un4 terstreichungen; − Hervorhebungen von wichtigen Textpassagen durch Einrückungen, Um4 randungen oder farbliches Hinterlegen; − Verwendung von grafischen Darstellungen, Tabellen und sonstigen Bil4 dern zur Auflockerung des Textes und zur Unterstützung der Aussage. • PD+&%-.#(%:(" 1() 6()$!&(" F*>+(>:!&:*"+ 1(> 0(>-.A=:>$()%-.:> Da die Sprache der eigentliche Informationsträger ist, kommt ihr beim Ver4 fassen des Geschäftsberichts erhöhte Bedeutung zu. Vielfach wird unter4 schätzt, dass sie nicht nur Informationen transportiert, sondern auch andere Botschaften vermittelt. Die Sprachkultur ist die Außenseite der Unterneh4 mungskultur. Vom Sprachniveau kann auf die Qualität einer Unternehmung geschlossen werden (vgl. 9'+005'226:*%,# 1995, S. 11). Folgende 4(+(&" sind bei der Wahl der Sprache und Ausdrucksweise im Geschäftsbericht zu beachten (vgl. 9'+005'226:*%,# 1995, S. 11412): (1) Bereits die Überschriften sollten das Interesse des Lesers wecken. (2) Vorspanne und Zwischenüberschriften sollten dem Leser das schnelle Verstehen des Gelesenen erleichtern. (3) Der Text sollte interessant und verständlich sein. Er sollte in geläufiger Sprache geschrieben und konkret formuliert sein. Dazu eignet sich der Einsatz vieler Verben. Auf gar keinen Fall sollten die Sätze im Behör4 dendeutsch geschrieben sein, denn je größer das Lesevergnügen, desto höher der Grad der Erinnerung an das Gelesene. (4) Die Formulierungen sollten im Interesse der Leser klar und einfach sein. Negative Entwicklungen lassen sich nicht durch unklare Formu4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1033 lierungen verdecken. Besser ist es, die Gründe für die Negativentwick4 lung zu kommentieren. (5) Um Missverständnissen vorzubeugen, sollten eindeutige Formulierun4 gen gewählt werden. (6) Die Aussage des Textes sollte durch Tabellen und Grafiken unterstützt werden. (7) Auf jeden Fall sollte Überflüssiges weggelassen werden. Diese Ratschläge sollen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei der Aufstellung des Geschäftsberichts das Problem darin besteht, wie die zu bewältigende Informationsfülle klar und schnell vermittelt werden kann bzw. wie die komplexen Informationen in einfacher und verständlicher Weise dargestellt werden können. Die Auswahl der in diesem Abschnitt behandelten Gestaltungswahlrechte erfolgt weitgehend unter psychologischen Aspekten und ist damit hinsicht4 lich ihrer Wirkung der Unsicherheit des individuellen Eindrucks unterwor4 fen. Dennoch ist es möglich, allgemein gültige Wirkungsrichtungen dieser Instrumente festzustellen und sie somit im Rahmen einer aktiven Publizi4 tätspolitik zielgerichtet einzusetzen. n9I9J9B9I 8%( '(%:&%-.(" /!"1&*"+>;D+&%-.#(%:(" Gemäß § 240 Abs. 2 Satz 2 HGB darf ein Geschäftsjahr die Dauer von zwölf Monaten nicht überschreiten. Da aber der Beginn und das Ende des Ge4 schäftsjahres gesetzlich nicht kodifiziert sind, bleibt es der rechnungslegenden Unternehmung überlassen, die für die Erstellung des Jahresabschlusses not4 wendige Festlegung des Abschlussstichtags vorzunehmen. Für Unternehmun4 gen, deren Geschäftstätigkeit starken saisonalen Schwankungen unterliegt, bietet dief!.& 1(> F$>-.&*>>>:%-.:!+> eine Möglichkeit, Jahresabschlusspo4 litik zu betreiben. Da das Geschäft der Institute in vielen Fällen keinen derart starken Schwankungen unterliegt, ist es für Institute in der Regel nicht mög4 lich, mithilfe der Wahl des Abschlussstichtages Jahresabschlusspolitik zu betreiben. Es entspricht somit auch der gängigen Praxis der Institute, den 31. Dezember als Abschlussstichtag zu wählen. Ein bestimmter anderer Ab4 schlussstichtag wird manchmal allenfalls aus Gründen der Tradition beibehal4 ten. Auch im Rahmen der X!.)(>!$>-.&*>>$(#!"":+!$( ergeben sich für die Un4 ternehmung jahresabschlusspolitische Gestaltungsspielräume. Diese erstre4 cken sich sowohl auf den Zeitpunkt der Bekanntgabe bzw. Offenlegung als auch darauf, welche Informationen veröffentlicht werden. Allerdings hat der Gesetzgeber diesem Instrument der Jahresabschlusspolitik Grenzen gesetzt, e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1034 denn die spätesten Offenlegungstermine sind gesetzlich vorgegeben (vgl. §§ 325, 326 HGB; § 9 PublG). Das Institut kann demnach den konkreten Veröffentlichungszeitpunkt ledig4 lich innerhalb des durch Abschlussstichtag und spätestem Offenlegungstermin begrenzten Zeitraumes wählen. Dabei ist zu beachten, dass die Öffentlichkeit empfindlich auf Verschiebungen des Offenlegungstermins (gegenüber den Vorjahren) reagiert. Ein Hinauszögern suggeriert in der Regel negative Ver4 änderungen in der Geschäftsentwicklung. Aber auch eine Vorverlegung des Veröffentlichungszeitpunktes, um beispielsweise ein besonders gutes Jahres4 ergebnis so früh wie möglich bekanntzugeben, kann zumindest Verwunderung auslösen; zudem wird man in späteren Jahren diesen früheren Termin als Richtschnur verwenden. In der Jahresabschlusspraxis der letzten Jahre ist zu beobachten, dass sogar ein regelrechter Wettbewerb um den frühestmöglichen Veröffentlichungszeit4 punkt entstanden ist. Dies ist im Hinblick auf die Aktualität – und damit auf die Verwendbarkeit – der veröffentlichten Jahresabschlussdaten so lange zu begrüßen, wie darunter nicht die Zuverlässigkeit und der Wahrheitsgehalt der Informationen leiden. Y%:()!:*)6()'(%-."%> <.*,#X 9'20U3@#(2/X Q'*%-,#UB1-5'*%CX 7+#% (1995a): Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen – Kommentar zum HGB, AktG, GmbHG, PublG nach den Vorschriften des Bilanzrichtlinien4Gesetzes. Bd. 1, 6. Aufl., Stuttgart 1995. <.*,#X 9'20U3@#(2/X Q'*%-,#UB1-5'*%CX 7+#% (1995b): Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen – Kommentar zum HGB, AktG, GmbHG, PublG nach den Vorschriften des Bilanzrichtlinien4Gesetzes. Bd. 2, 6. Aufl., Stuttgart 1995. <.*,#X 9'20U3@#(2/X Q'*%-,#UB1-5'*%CX 7+#% (1997): Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen – Kommentar zum HGB, AktG, GmbHG, PublG nach den Vorschriften des Bilanzrichtlinien4Gesetzes. Bd. 5, 6. Aufl., Stuttgart 1997. <.*,#X 9'20U3@#(2/X Q'*%-,#UB1-5'*%CX 7+#% (1998): Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen – Kommentar zum HGB, AktG, GmbHG, PublG nach den Vorschriften des Bilanzrichtlinien4Gesetzes. Bd. 6, 6. 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References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.