Präsentation des Businessplans in:

Bernd Fischl, Stefan Wagner

Der perfekte Businessplan, page 128 - 133

2. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3860-4, ISBN online: 978-3-8006-4454-4, https://doi.org/10.15358/9783800644544_128

Series: Vahlen Praxis

Bibliographic information
5 Präsentation des Businessplans Ein schriftlich erstellter Businessplan dient nicht nur internen und externen Adressaten als Orientierungs- und Kontrollinstrument, sondern spielt auch bei der Kapitalbeschaffung eine entscheidende Rolle� Da ein Businessplan alle unternehmensrelevanten Kennzahlen und Informationen besitzt, eignet er sich optimal als Grundlage für die Erstellung einer Präsentation der Geschäftsidee� In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass bei der Präsentation des Businessplans einige Dinge beachtet werden� Im nachfolgenden Kapitel erfahren Sie, wie Sie aus einem Businessplan eine überzeugende Präsentation formen� Unter einer Präsentation wird dabei der mündliche Vortrag einer oder mehrerer Personen verstanden, bei dem einem Publikum bestimmte Inhalte in strukturierter Form unter Verwendung visueller (und ggf� auditiver) Hilfsmittel dargeboten werden� Häufig werden neben Powerpoint- Präsentationen auch Tageslichtprojektoren, Flipcharts oder Wandtafeln verwendet� 5.1 Grundlagen einer Präsentation Grundlegend sind bei einer Präsentation einige Dinge zu beachten� Zum einen sollte eine Präsentation immer auf die Zielgruppe ausgerichtet sein� Wird beispielsweise ein Expertenkreis angesprochen, kann möglicherweise auf Definitionen von Fachbegriffen verzichtet werden� Das Publikum ist mit diesen Begriffen ohnehin vertraut und würde sich bei einer ausgiebigen Erläuterung nur langweilen� Handelt es sich beim Auditorium hingegen um Fachfremde, dürfen Fachbegriffserläuterungen auf keinen Fall fehlen� Andernfalls fehlt dem Publikum das Verständnis und es wird der Präsentation nicht weiter folgen können oder wollen� Prinzipiell sollte eine Präsentation immer über folgenden groben Aufbau verfügen� • Einleitung • Hauptteil • Schluss In der Einleitung werden die Zuhörer begrüßt und neben dem/den Referenten auch das Thema, der Aufbau und der Inhalt kurz dargestellt� Anschließend werden im Hauptteil dem Zuhörer Informationen sowie entsprechende Argumente nähergebracht� Abschließend sollten die wichtigsten Kernpunkte noch einmal wiederholt und das Publikum verabschiedet werden� Dabei sollte die Einleitung ungefähr 15 %, der Hauptteil 75 % und der Schluss die letzten 10 % des Gesamtvolumens einnehmen� Auf die Zielgruppe ausrichten Grundstruktur 5 Präsentation des Businessplans130 Ein weiterer relevanter Punkt ist, dass die Präsentationsfolien nicht zu viel Text enthalten� Durch wenig Text und klare Überschriften können dem Zuhörer die relevanten Informationen kurz und prägnant vermittelt werden� Abbildung 31: Informationsfülle der Präsentation Dies ist insoweit wichtig, als die Präsentation nicht als reines Lesemedium gedacht ist, sondern den Vortragenden bei seinen Erläuterungen unterstützen soll� Je mehr Information dem Zuhörer zugemutet wird, desto weniger wird dieser aufnehmen und verinnerlichen� Plastisch wird dies oft mit einem Tennisball verglichen� Wirft man jemandem einen Tennisball zu, wird er diesen normalerweise ohne Probleme fangen� Wirft man der Person jedoch 20 Tennisbälle gleichzeitig zu, wird sie meistens keinen davon fangen können� Auch sollte die Präsentation eine für den Zuhörer klare Struktur aufweisen� Dabei ist es wichtig, die Gliederung der Präsentation ohne Lücken und für den Zuhörer verständlich darzustellen� Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Schriftgröße verwendet werden� Schriftgröße 10 lässt sich zwar zu Hause am PC sehr gut lesen, ist jedoch für eine Präsentation völlig ungeeignet� Sie sollten deshalb die Schrift so groß wie möglich darstellen� Zudem müssen bei der Ausgestaltung der Präsentationsfolien einige Dinge berücksichtigt werden� Grundlegend sollten Sie eine einheitliche Hintergrundgestaltung wählen, um den Zuhörer nicht durch ständig wechselnde optische Reize zu verwirren� Außerdem ist die Farbwahl von großer Bedeutung� Wählen Sie beispielsweise eine helle Hintergrundfarbe und kombinieren sie mit einer hellen Schriftfarbe, fällt es dem Zuhörer sehr schwer bzw� ist es ihm unmöglich, die dargestellten Präsentationspunkte zu lesen� Dies gilt auch für eine dunkle Schriftfarbe auf einem dunklen Hintergrund wie Abbildung 32 zeigt� Kurz und prägnant Klare Struktur Hintergrund und Farbwahl 5.1 Grundlagen einer Präsentation 131 Businessplan Businessplan Abbildung 32: Schwacher Farbkontrast Bei der Farbwahl sollten Sie deshalb immer eine Hell-dunkel-Kombination bevorzugen� Der extremste Fall einer solchen Kontrastwahl wurde mithilfe von schwarz und weiß in Abbildung 33 dargestellt� Abbildung 33: Starker Farbkontrast Auch sollten Farben nur dezent und nicht übertrieben verwendet werden� Dadurch fällt es dem Zuhörer leichter, sich auf die wesentlichen Inhalte der Präsentation zu konzentrieren� Zusätzlich wirkt je nach Publikum eine zu bunte Präsentation oft unseriös und/oder unprofessionell� Diesbezüglich offenbart die linke Folie der Abbildung 34 nicht nur einen übertriebenen Farbeinsatz, sondern zeigt auch noch einmal, dass bei einer falschen Farbkontrastwahl einzelne Buchstaben für den Zuhörer unlesbar sind� Die rechte Folie hingegen wirkt trotz Farbeinsatzes weiterhin seriös und der Zuhörer hat durch den Hell-dunkel-Kontrast keine Probleme, das Wort „Businessplan“ zu lesen� Abbildung 34: Farbwahl Hell-dunkel-Kombination Dezente Farben Businessplan Businessplan 5 Präsentation des Businessplans132 Auch optische Spielereien, wie beispielsweise das Einfliegen einzelner Punkte, sollten Sie nur dezent einsetzen� Auch hier besteht ansonsten die Gefahr, dass der Zuhörer einer Reizüberflutung ausgesetzt wird und sich dementsprechend weniger auf die relevanten Inhalte konzentriert� Stimmen Sie die Präsentation sowohl inhaltlich als auch optisch immer auf den Anlass und auf das anzusprechende Publikum ab� 5.2 Vortragen der Präsentation Mindestens genauso wichtig wie das Erstellen der Präsentation ist es, diese vorzutragen� Dabei sind in erster Linie folgende Wirkungsfaktoren relevant: Neben der Körperhaltung, die laut Studien mit ca� 50 % am wichtigsten ist, spielt vor allem auch die Stimme mit ca� 35 % eine entscheidende Rolle� Besonders auffällig ist, dass der Inhalt laut Studie mit ca� 7 % eher nebensächlich ist� Die Körperhaltung Stellen Sie sich aufrecht hin und Ihre Beine etwa hüftbreit auseinander� Dies zeugt von Selbstvertrauen und lässt Sie größer wirken� Ein allzu breitbeiniges Stehen wird jedoch eher als Droh- bzw� Machosignal aufgefasst und sollte deshalb vermieden werden� Stehen Sie hingegen mit geschlossenen Beinen vor Ihrem Publikum, wirkt dies eher unsicher und unterwürfig� Bauen Sie außerdem durch Blickkontakt und ein Lächeln eine Beziehung zu Ihrem Publikum auf� Zusätzlich sollten Sie, je nach Zweck des Vortrags, das Publikum mit einbinden� Oft bietet es sich an, mit Gesten und Mimik den gesprochenen Worten Nachdruck zu verleihen� Dabei sollte das monotone Verwenden einer Geste vermieden werden� Auch nervöses „Herumzappeln“ wird eher negativ aufgefasst� Verwenden Sie Gesten deshalb ruhig und dezent� Am besten üben Sie diese zu Hause vor einem Spiegel� Grundlegend gilt jedoch: Je besser Sie auf einen Vortrag vorbereitet sind, desto ruhiger werden Sie und desto einfacher ist es, den Inhalt zu präsentieren� Die Stimme Genau wie Ihre Körperhaltung sollten Sie auch Ihre Stimme ruhig und zielgerichtet einsetzen� Besonders wichtig ist dabei, dass Sie laut und deutlich und im richtigen Sprechtempo vortragen� Sprechen Sie zu leise, werden Sie zum einen nicht richtig verstanden und zum anderen zeugt eine leise Stimme von Unsicherheit� Zu schnelles Sprechen erzeugt neben Verständnisschwierigkeiten beim Zuhörer schnell den Eindruck von übergroßer Nervosität� Vermeiden Sie ebenso zu lautes Sprechen� Neben Optische Spielereien Blickkontakt Tempo und Lautstärke 5.3 Einsatz der Präsentation 133 der Lautstärke sollten Sie auch besonderen Wert auf die Betonung legen� Je monotoner Sie sprechen, desto schwieriger ist es für den Zuhörer zu folgen� Arbeiten Sie neben Stimmmodulation auch mit Betonungen und Sprechpausen� Der Inhalt Der Inhalt sollte klar und verständlich kommuniziert und zielgerichtet mit entscheidenden Argumenten dargelegt werden� Die in Ihrer Präsentation enthaltenen Fakten sollten an Ihren Businessplan adaptiert sein und sich durch eine sinnvolle Struktur auszeichnen� Mit diesen Fakten und Informationen dürfen Sie Ihre Zuhörer jedoch keinesfalls „überfluten“, also präsentieren Sie nicht zu viele Daten auf einmal! Der Zuhörer sollte während des Vortrags die Möglichkeit haben mitzudenken� Vermeiden Sie daher komplizierte Fachbegriffe� Sollte dies nicht möglich sein, ist es wichtig, diese fachspezifischen Begriffe zu erläutern� Vor allem sollten Sie den Inhalt frei vortragen� Auf diese Weise können Sie den im Punkt „Körperhaltung“ angesprochenen Blickkontakt zum Publikum wahren� Außerdem hat es sich als sehr erfolgreich erwiesen, alle Präsentationsfolien sowohl mit Seitenzahlen als auch mit geeigneten Überschriften zu versehen, da dies die Orientierung in Ihrem Vortrag erheblich erleichtert� Vermeiden Sie ein Zuviel an Inhalt pro Seite/Folie� Es ist besser, große Passagen auf mehrere Folien aufzuteilen, als die Zuschauer mit einer Masse an dichtgedrängten Informationen zu „erschlagen“� Es gilt die Devise: „Weniger ist oft mehr!“� Abschließend zu diesem Punkt noch ein kleiner, aber sehr wichtiger Tipp: Überlegen Sie sich einen geeigneten Einstieg für Ihre Ausführungen� Der Beginn Ihres Vortrags ist der Schlüssel zur Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer! Der Zuhörer, der zu diesem Zeitpunkt des Vortrags vom Referenten nicht „abgeholt“ wird, wird dem restlichen Vortrag auch nur schwer folgen (wollen)� Gleichzeitig reduziert ein guter Einstieg das Lampenfieber des Vortragenden ganz erheblich� Prägen Sie sich die ersten Sätze Ihrer Präsentation also besonders intensiv ein! Nur wer über ausreichende Sicherheit in seiner Performance verfügt, kann andere von sich und seinen Ideen überzeugen� 5.3 Einsatz der Präsentation Zu guter Letzt ist neben der Erstellung und der Art und Weise, wie Sie die Präsentation vortragen, auch entscheidend, dass Sie diese inhaltlich und optisch gezielt auf das Publikum zuschneiden� Präsentieren Sie Ihre Geschäftsidee beispielsweise bei einer Bank, sollten Sie sehr darauf achten, dass Fakten und Kennzahlen im Vordergrund stehen� Eine optisch perfekt aufgearbeitete Präsentation wird den Bankangestellten nicht beson- Klare Argumentation Der Einstieg ist entscheidend 5 Präsentation des Businessplans134 ders beeindrucken� Diesen interessiert mehr, ob der gewährte Kredit auch zurückgezahlt werden kann� Gerade hier kann ein unseriöser Auftritt schnell zu einem negativen Ergebnis bzgl� der Kapitalgewährung führen� Betrachtet man den generellen Ablauf von Bankgesprächen, stellt man fest, dass sie immer nach einem ähnlichen Schema ablaufen� Nach anfänglichem Kennenlernen des Gesprächspartners wird im Allgemeinen die Gründungsidee präsentiert� Dabei stehen nur teilweise Hilfsmittel zur Verfügung� Flexibilität, was die Art der Präsentation anbetrifft, steht somit im Vordergrund� Dennoch sollten Sie ein zu improvisiertes Auftreten vermeiden� Schließlich müssen Sie die Bank davon überzeugen, dass Sie die bereitgestellten Mittel auch entsprechend umsichtig verwenden und anschließend samt Zinsen zurückführen können� Am besten üben Sie zu Hause vor dem Spiegel oder tragen Ihre Präsentation Freunden vor� Durch die zusätzlichen Anmerkungen von Bekannten können Sie zum einen die Qualität der Präsentation verbessern und zum anderen werden Sie durch das ständige Üben automatisch sicherer und selbstbewusster� Zudem können Sie dadurch erfahren, ob nicht in die Thematik involvierte Personen ohne größere Probleme der Geschäftsidee folgen können� Schließlich sollten Sie immer bedenken, dass der Kapitalgeber weder in eine Idee, die er nicht versteht, noch in einen Gründer, der seine Idee nicht verkaufen kann, investieren wird� Anschließend an die Präsentation werden in der Regel noch ausstehende Fragen geklärt und einzelne Punkte vertieft� Haben Sie die Bank bzw� den Kapitalgeber erst einmal mit Ihrer Präsentation überzeugt, steht einer Ausarbeitung der entsprechenden Finanzierung nichts mehr im Weg� Normalerweise werden im Zuge dessen auch gleich mögliche Fördermittel geprüft und Ihnen eventuell weitere Produkte der Bank vorgestellt, die für Ihr Vorhaben von Nutzen sein könnten� Flexibilität

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References

Zusammenfassung

Für einen gelungen Start.

Eine gute Planung ist die Grundlage für Erfolg. Höhere Erfolgschancen: Eine solide Businessplanung ist ein essenzieller Bestandteil vor, bei und nach der Gründung eines Unternehmens und minimiert die finanziellen Risiken. Schritt für Schritt stellt das Buch die relevanten Bereiche einer Geschäftsplanung vor und erläutert diese praxisorientiert für die schnelle Umsetzung.

* Die wichtigsten Elemente eines guten Businessplans

* Executive Summary – das Wesentliche auf einen Blick

* Markt und Wettbewerb – an wen Sie wie viel verkaufen wollen

* Marketing und Vertrieb: Stellen Sie sich vor, Sie gründen und keiner merkt es

* Finanzplanung: Schätzen Sie Ihren zukünftigen Gewinn

Business- bzw. auch Unternehmensplanung wird hier nicht nur als Mittel zur Finanzbeschaffung, sondern als Kontrollinstrument der Gründer verstanden: So können Sie unerwünschten Entwicklungen entgegensteuern. Bei jungen Unternehmen ist der Planungsbedarf am größten und zugleich am schwierigsten zu gestalten. Um eine solide Informationsgrundlage für (potenzielle und tatsächliche) Gründer und Jungunternehmer zu haben, werden im vorliegenden Buch die relevanten Bereiche einer adäquaten Geschäftsplanung dargestellt und erläutert.

Die Autoren

Dr. Stefan Wagner lehrt und forscht im Bereich Strategische Unternehmensführung, Innovationsforschung und Entrepreneurship. Nach seinem Studium an den Universitäten München, Toulouse und Los Angeles (UCLA) hat er an der betriebswirtschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Neben seiner akademischen Tätigkeit konnte Dr. Stefan Wagner umfangreiche Erfahrungen als (Mit-)Gründer mehrerer Unternehmen sammeln.

Bernd Fischls beruflicher Werdegang ist unternehmerisch geprägt. Bereits als Student gründete er sein erstes Unternehmen und später seine eigene Unternehmensberatung (Gründungs- und Mittelstandsberatung) mit Fokus auf die Beurteilung von Businessplänen sowie das Einwerben von Seed und Start-up Kapital sowie Fördermitteln. Bernd Fischl ist akkreditierter und zugelassener Gründerberater und -coach u.a. bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie der Industrie- und Handels kammer (IHK). Bernd Fischl studierte an der Technischen Universität München und hält einen MBA von der Berlin School of Economics für den Bereich Entrepreneurial Management.