Warum einen Businessplan erstellen? in:

Bernd Fischl, Stefan Wagner

Der perfekte Businessplan, page 11 - 19

2. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3860-4, ISBN online: 978-3-8006-4454-4, https://doi.org/10.15358/9783800644544_11

Series: Vahlen Praxis

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1 Warum einen Businessplan erstellen? „Sorgfältig und ehrlich betrieben zwingt einen das Verfassen des Businessplans zu diszipliniertem Nachdenken. Eine Idee, die einem gerade noch glänzend erschien, mag bei näherer Betrachtung der Details und Zahlen plötzlich völlig unspektakulär wirken.“ Eugene Kleiner, Venture Capitalist 1.1 Grundsätzliche Überlegungen vor der Unternehmensgründung Am Anfang einer Unternehmensgründung steht meist eine relativ vage Geschäftsidee über ein zu vertreibendes Produkt bzw� über das Angebot einer besonderen Dienstleistung am Markt� In der Regel mündet diese erste Geschäftsidee nicht sofort in eine Unternehmensgründung, sondern muss oft über einen längeren Zeitraum überdacht, verändert und neuen Erkenntnissen angepasst werden� Ein Unternehmer, der diesen Prozess einer Unternehmensgründung auf sich nimmt, zeichnet sich dabei erfahrungsgemäß durch eine hohe Geschäftskompetenz (etwa in Form von MarktkenntnisoderBranchenerfahrung) sowie ein enormes kreatives und innovatives Potenzial aus (siehe Abbildung 1)� Er unterscheidet sich somit grundlegend von anderen Rollen, die Mitarbeiter oft in etablierten Unternehmen innehaben� Beispielsweise sind Erfinder der Forschungs- und Entwicklungsabteilung meist durch eine hohe Kreativität gekennzeichnet, verfügen aber aufgrund ihrer hohen Spezialisierung oft nur über geringe Marktkenntnisse� Manager hingegen kennen den Absatzmarkt sehr gut und sind für den reibungslosen Geschäftsbetrieb verantwortlich� Abbildung 1: Typische Rollenverteilung in einem Unternehmen Eine erfolgreiche Unternehmensgründung erfordert vom Unternehmer die Analyse einer Reihe von Fragestellungen� Zu Beginn einer Gründung steht dabei oft eine vage Gründungsidee, die konkretisiert und fast im- Geschäftsidee und -kompetenz Phase der Ideengenerierung 1 Warum einen Businessplan erstellen?12 mer überarbeitet werden muss� Im Rahmen dieser sog� Phase der Ideengenerierung muss vor allem geprüft werden, ob die angedachte Geschäftsidee einen echten → Kundennutzen generiert� Der Schlüssel zum Erfolg Ihrer Unternehmensgründung sind nämlich zufriedene Kunden und nicht technisch einzigartige Produkte� Kunden geben ihr Geld für die Befriedigung eines Bedürfnisses aus – nicht für den Erwerb technischer Spielereien� Aus diesem Grund müssen Sie sich im ersten Schritt Ihrer Unternehmensgründung genau darüber klar werden, welches Bedürfnis Sie mit Ihrem Produkt/mit Ihrer Dienstleistung befriedigen bzw� welchen Kundennutzen Ihre Geschäftsidee stiftet�1 Kundennutzen • Kundennutzen ist der Nutzen, der aus dem Kauf Ihrer Produkte/Dienstleistungen resultiert. („Welches Bedürfnis befriedigt Ihr Produkt?“) • Relevant ist der von den Kunden wahrgenommene, nicht der tatsächliche Nutzen. • Kundennutzen umfasst quantifizierbare Nutzenkomponenten (messbare Kosteneinsparungen, Beschleunigung von Produktionsprozessen, geringeres Verbrauchsmaterial) ebenso wie emotionale Nutzenkomponenten (Image eines Produkts, Freude bei der Anwendung, Anerkennung durch Dritte). • Werden Sie sich darüber klar, welchen Kundennutzen Ihre Geschäftsidee stiftet und wie Sie diesen Kundennutzen kommunizieren können. • Beispiel: Ein Anzug von Hugo Boss stiftet dem Kunden prinzipiell denselben Nutzen wie ein Anzug von C&A. (Er befriedet das Bedürfnis nach Kleidung und Qualität.) Entscheidend ist hier allerdings die Befriedigung des Verlangens nach emotionalen Nutzenkomponenten wie Prestige und Image. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob Ihre Produkte tatsächlich ein wesentliches Bedürfnis erfüllen, sollten Sie Ihre Geschäftsidee unbedingt mit Freunden und, wenn möglich, auch mit potenziellen Kunden diskutieren� Berücksichtigen Sie das Feedback, das Sie auf diese Weise erhalten, und modifizieren Sie gegebenenfalls Ihre Geschäftsidee so lange, bis sie einen konkreten Kundennutzen stiftet� Neben der genauen Definition des Kundennutzens Ihres Produkts muss vor einer Unternehmensgründung auch geklärt werden, ob es überhaupt ausreichend Kunden gibt, die die von Ihnen angebotenen Produkte/ Dienstleistungen kaufen könnten� Bedenken Sie im Rahmen dieser → Marktanalyse auch, welche Konkurrenzangebote bereits existieren und welche Vorteile Ihr Angebot für den Kunden im Vergleich zu den Konkurrenzangeboten bietet� In der frühen Phase der Ideengenerierung ist es im Allgemeinen sehr schwierig, exakte Zahlen über Marktgrößen und zukünftige Marktentwicklungen zu erhalten� Versuchen Sie trotz- 1 Vgl� Sickel, Christian: Verkaufsfaktor Kundennutzen; Gabler Verlag, 3� Auflage, Wiesbaden 2006, S� 16 ff� Feedback holen Gibt es genügend Kunden? 1.1 Gundsätzliche Überlegungen vor der Gründung 13 dem, die relevanten Größen näherungsweise abzuschätzen, um prüfen zu können, ob es sich um einen attraktiven Markt handelt� Marktanalyse • Abgrenzung des relevanten Marktes: An wen richtet sich Ihr Angebot? • Zahl der potenziellen Kunden, die Ihr Produkt kaufen könnten • Identifikation der Wettbewerber, mit deren Produkten Sie konkurrieren • Zukünftige Entwicklung des Marktes in Bezug auf Marktgröße und Zahl der Wettbewerber • Beispiel: Es ist die Einführung einer neuen Biermarke geplant. Zu analysieren sind unter anderem sowohl der Zielmarkt (bspw. über 16-Jährige) als auch die Konkurrenz (lokale oder überregionale Hersteller wie Beck’s etc.) Ein weiterer wesentlicher Aspekt bei der Unternehmensgründung ist auch die → Realisierbarkeit Ihrer Idee� Insbesondere muss geklärt werden, wie viele Mitarbeiter Ihr Unternehmen benötigen wird und über welche Qualifikationen diese Mitarbeiter verfügen sollen� Realisierbarkeit Ihrer Idee • Muss Ihr Produkt noch bis zur Marktreife entwickelt werden oder ist es schon fertig? • Gibt es Genehmigungen, die Sie zum Betrieb Ihres Unternehmens benötigen? • Welches Personal benötigen Sie zur Umsetzung Ihrer Idee? • Beispiel: Verfügt die Region Ihrer geplanten Produktionsstätte für PC-Software über genügend ausgebildete Programmierer? Wenn Sie alle oben skizzierten Fragen zufriedenstellend beantwortet haben, müssen Sie sich mit dem wesentlichen Kriterium jeder Unternehmensgründung auseinandersetzen: Ist Ihre Idee wirtschaftlich tragfähig? Werden Sie mit Ihrem Unternehmen höhere Einnahmen als Ausgaben erzielen und rechtfertigt der daraus resultierende Gewinn den mit der Unternehmensgründung verbundenen Aufwand? Um diese Fragestellung zu beantworten, müssen Sie eine erste → Finanzplanung erstellen, die zukünftige Zahlungen enthält� Wie viele und welche Mitarbeiter? Wirtschaftliche Tragfähigkeit 1 Warum einen Businessplan erstellen?14 Finanzplanung • Erstellen Sie eine realistische, zahlenbasierte Planung der wichtigsten Finanzgrö- ßen für die ersten drei bis fünf Jahre nach Gründung. • Der zu erwartende Gewinn lässt sich als Differenz zwischen zu erwartenden Umsatzerlösen und Kosten, die im Rahmen des Geschäftsbetriebs anfallen, berechnen. • Erstellen Sie verschiedene Szenarien, die auf alternativen Annahmen bezüglich der zukünftigen Geschäftsentwicklung basieren. • Beispiel: Fertigen Sie eine Worst-Case-, eine Best-Case- und eine Base-Case- Planung an. 1.2 Was ist ein Businessplan? Im vorhergehenden Kapitel wurden wesentliche Fragestellungen beschrieben, mit denen sich jeder Unternehmensgründer vor dem Eintritt in die Selbstständigkeit auseinandersetzen muss� Sind diese Fragen hinreichend geklärt, sollten sie in strukturierter Form schriftlich niedergelegt werden� Dies geschieht in der Regel in einem → Businessplan� Businessplan • Bei einem Businessplan handelt es sich um die schriftliche Dokumentation des gesamten unternehmerischen Konzepts. • Er beinhaltet die Produktidee, das wirtschaftliche Umfeld, die gesetzten Ziele sowie den notwendigen Mittelaufwand. • Zusätzlich gibt der Businessplan Informationen über die/den Unternehmensgründer und zeigt mögliche Risiken auf. • Hinweis: Betrachten Sie den Businessplan als Visitenkarte für Ihre Unternehmung. Ein Businessplan ist ein schriftliches Dokument, das in detaillierter und strukturierter Form Ihr unternehmerisches Gesamtkonzept schildert� Er erfasst dabei nicht nur die Beschreibung der eigenen Produktidee, sondern gibt auch wesentliche Aspekte des wirtschaftlichen Umfelds, der gesetzten Ziele und des notwendigen Mittelaufwands wieder� Darüber hinaus werden auch Fragen der Eignung und Erfahrung des Unternehmerteams sowie mögliche Risiken der Unternehmensgründung realistisch dargestellt, um potenziellen Investoren ein realistisches Bild der Erfolgsaussichten Ihrer Unternehmensgründung zu vermitteln�2 Ursprünglich wurden Businesspläne vor allem in den USA eingesetzt, um Kapital bei privaten Investoren und Venture Capitalists (Wagniskapitalgebern) einzuwerben, die sich mittels Eigenkapital als Miteigentümer am 2 Vgl� Nagl, Anna: Der Businessplan; Gabler Verlag, 2� Auflage, Wiesbaden 2005, S� 13–14� 1.3 Von einem guten Businessplan profitieren 15 Risiko der Unternehmensgründung beteiligen� Mittlerweile stellen Businesspläne auch in Deutschland ein weitverbreitetes Kommunikationsinstrument zur Kapitaleinwerbung dar� Der Einsatz von Businessplänen ist dabei nicht nur auf die Vorlage bei potenziellen Eigenkapitalgebern beschränkt, sondern wird insbesondere auch von Banken im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung und von öffentlichen Fördereinrichtungen eingefordert� Businesspläne weisen im Allgemeinen immer die gleiche Gliederungsstruktur auf� Sie sollten bei der Erstellung Ihres Businessplans nur in begründeten Ausnahmefällen von folgendem Gliederungsschema abweichen� Mit Businessplänen vertraute Leser werden sich auf diese Weise schnell in Ihrem Dokument zurechtfinden� In der Regel enthält ein Businessplan folgende acht Abschnitte: Gliederungspunkte eines Businessplans I. Executive Summary – kurze Zusammenfassung aller folgenden Kapitel II. Produktbeschreibung und Geschäftsmodell III. Markt und Wettbewerb IV. Marketing und Vertrieb V. Produkt und Personal VI. Finanzplanung VII. Organisation und Gründer VIII. Anhang Wie Sie sehen, enthalten diese Punkte alle Informationen, die Ihr Geschäftsvorhaben charakterisieren� 1.3 Wie können Sie von einem guten Businessplan profitieren? Das Verfassen eines Businessplans ist kein Selbstzweck� Im Rahmen der Unternehmensgründung erfüllt ein Businessplan eine Reihe wichtiger Aufgaben� Diese Aufgaben lassen sich je nach Adressatenkreis, der mit dem Businessplan angesprochen werden soll, in unternehmensinterne und unternehmensexterne Aufgaben unterteilen� Abbildung 2 gibt einen kurzen Überblick darüber, welche unternehmensinternen und -externen Adressaten mit einem Businessplan angesprochen werden sollen und welche Aufgaben damit verfolgt werden� Identisches Gliederungsschema 1 Warum einen Businessplan erstellen?16 Abbildung 2: Übersicht über unternehmensinterne und unternehmensexterne Aufgaben eines Businessplans Zu den unternehmensinternen Adressaten eines Businessplans zählen vor allem der oder die Unternehmensgründer und leitende Mitarbeiter, die auch häufig bei der (Weiter-)Entwicklung des Businessplans mit eingebunden sind� Die schriftliche Fixierung der Gründungsidee und des Unternehmensgegenstands sowie die Ausarbeitung einer detaillierten Analyse der notwendigen Schritte, um die damit verbundenen Ziele zu erreichen, machen den Businessplan zu einem exzellenten Mittel der internen Unternehmensplanung� Zum einen müssen wesentliche Abläufe der täglichen Geschäftsabwicklung bereits vorab durchdacht und analysiert werden, bevor sie in den Businessplan aufgenommen werden� So muss etwa abgeschätzt werden, wie viele Mitarbeiter für die Produktion benötigt werden, wie die Distribution der hergestellten Produkte erfolgen soll und wie Kunden auf die Unternehmensgründung aufmerksam gemacht werden können� Zum anderen erfordert die Erstellung eines Businessplans eine zahlenbasierte Planung über Waren- und Geldströme, die im Rahmen des Unternehmenswachstums eine wesentliche Basis für Soll-Ist-Vergleiche ist� Der Businessplan wird somit auch in der frühen Phase der Unternehmensentwicklung zu einem zentralen Controllinginstrument� Er ermöglicht den Gründern, frühzeitig zu erkennen, ob sich wesentliche Abweichungen von der ursprünglichen Planung ergeben� Ein Businessplan richtet sich natürlich nicht nur an unternehmensinterne Adressaten, sondern auch an unternehmensexterne Leser� Insbesondere ist dabei an potenzielle Kapitalgeber zu denken, die zur Unternehmensgründung oder für das Unternehmenswachstum notwendige finanzielle Mittel zur Verfügung stellen können� Dies können sowohl Banken (zumeist im Rahmen einer Fremdfinanzierung über Kredite) als auch Venture-Capital-Fonds (zumeist im Rahmen einer Beteiligung am Eigenkapital des Unternehmens) sein� Für diese Zielgruppen ist der Businessplan aufgrund der fehlenden Historie einer Unternehmensneugründung oft die einzige verlässliche Informationsquelle, die Rückschlüsse auf die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Unternehmensgründung zulässt� Insofern ist der Businessplan neben seiner Funktion als Informationsträger auch eine Visitenkarte der Unternehmensgründer� Externe Kapitalgeber bewerten nämlich in der Regel nicht nur die Gründungsidee, sondern auch die Gründerpersonen� Durch einen inhaltlich und formal gut ausgearbeiteten Businessplan können Sie sich in vorteilhaftem Licht gegenüber ex- Unternehmensinterne Kontrolle Unternehmensexterne Visitenkarte 1.4 Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen … 17 ternen Kapitalgebern präsentieren und sich auch gegenüber möglichen Konkurrenten absetzen� 1.4 Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen … ��� sollten Sie sich bewusst machen, dass es verschiedene Detaillierungsgrade von Businessplänen gibt� Wie detailliert ein Businessplan erstellt wird, hängt dabei in der Regel vom Reifegrad des Unternehmens ab� Zu unterscheiden sind der „zusammenfassende Businessplan“, der „vollständige Businessplan“ und der sog� „betriebsfähige Businessplan“� In Abbildung 3 auf der folgenden Seite sind die wesentlichen Elemente der drei Varianten zusammengefasst und einander gegenübergestellt� Ein zusammenfassender Businessplan wird in der Regel das erste Dokument sein, das im Rahmen einer Unternehmensgründung verfasst wird� Auf ca� zehn bis 15 Seiten beinhaltet er nur die wesentlichen Informationen bzgl� des Gründers, der Gründungsidee, des Marktumfelds sowie eine Schätzung der zu erwartenden Unternehmensgewinne sowie des notwendigen Kapitalbedarfs� In der Regel wird diese verkürzte Form eines Businessplans vor der eigentlichen Gründung erstellt� In dieser frühen Phase des Vorhabens stehen meist der Aufbau eines tragfähigen Geschäftskonzepts oder die Entwicklung eines Prototyps für ein Produkt im Vordergrund� Der tatsächliche Markteintritt erfolgt erst in einer anschlie- ßenden Phase, weshalb eine detaillierte Planung meist schwierig ist� Der zusammenfassende Businessplan wird in der Regel zur Akquise von externem Kapital geringeren Umfangs eingesetzt� Der vollständige Businessplan ist die typische Form des Businessplans� Basierend auf dem zusammenfassenden Businessplan wird der vollständige Businessplan in der Regel erst zu einem fortgeschrittenen Stadium der Unternehmensgründung verfasst� Nach Ausarbeitung eines tragfähigen Geschäftskonzepts bzw� nach Abschluss der Produktentwicklung stehen meist umfassendere Informationen bzgl� anfallender Kosten in der Produktion, im täglichen Geschäftsbetrieb und auch über Absatzchancen der angedachten Produkte und Services zur Verfügung� Gleichzeitig erfordert ein anstehender Markteintritt meist den Auf- bzw� Ausbau des Geschäfts- und Produktionsbetriebs� Dies bedarf in der Regel Investitionen, die aus den Mitteln des Gründers nicht abgedeckt werden können� Da jedoch zum Markteintritt auch noch keine ausreichenden Erlöse durch den Absatz von Services bzw� Produkten zu erwarten sind, muss der resultierende (oft nicht unerhebliche) Kapitalbedarf aus externen Quellen gedeckt werden� Der vollständige Businessplan dient deshalb zur Information externer Investoren� Er sollte potenzielle Kapitalgeber in die Lage versetzen, sich ein realistisches Bild über die mit der Unternehmensgründung verbundenen Risiken und Erfolgschancen zu verschaffen� Aus diesem Grund ist es notwendig, alle relevanten Informationen über Ihr Produkt sowie existie- Zusammenfassender Businessplan Vollständiger Businessplan 1 Warum einen Businessplan erstellen?18 rende Konkurrenzprodukte, das Marktumfeld, Produktionsabläufe und geplantes Unternehmenswachstum realistisch darzustellen� Besonders wichtig ist es hier, Ihre Aussagen mit Zahlen zu untermauern� Potenzielle Investoren erwarten von einem ca� 30 bis 50 Seiten umfassenden vollständigen Businessplan, dass er detaillierte Angaben zu abgesetzten Mengen, erzielbaren Preisen und daraus resultierenden Umsatzerwartungen ebenso enthält wie eine Kostenplanung für die Ausgaben für Personal, Materi- Abbildung 3: Gegenüberstellung unterschiedlicher Businesspläne 1.4 Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen … 19 al und Miete für eine Betriebsstätte� Daraus ergibt sich eine Prognose der zu erwartenden Gewinne – und somit eine Berechnungsgrundlage für das eingesetzte Kapital� Vervollständigt wird dies durch eine Planbilanz, die die Entwicklung der im Unternehmen gebundenen Vermögensstände zusammenfasst� Ein betriebsfähiger Businessplan wird im Vergleich zu den beiden anderen Typen seltener angefertigt� Er dient der Dokumentation der Abläufe in bestehenden Unternehmen oder einzelnen Geschäftseinheiten größerer Konzerne� Auf oft mehr als 100 Seiten enthält er alle Informationen, die Außenstehende benötigen würden, um das Geschäft eigenständig weiterzuführen� Das beinhaltet im Vergleich zu den Informationen des vollständigen Businessplans deutlich detailliertere Angaben, die auch Kunden- und Zulieferverzeichnisse enthalten und interne Abläufe dokumentieren� Betriebsfähige Businesspläne werden in der Regel nicht zur externen Weitergabe verfasst� Sie dienen überwiegend der Dokumentation unternehmensinternen Wissens, um einen Wissensverlust durch Weggang von Schlüsselmitarbeitern zu vermeiden� Wie Sie sicher bereits vermuten, soll Sie das vorliegende Buch darauf vorbereiten, zusammenfassende und vor allem vollständige Businesspläne zu erstellen� Betriebsfähige Businesspläne bleiben weitgehend ausgeklammert� Das folgende Kapitel beschreibt alle Punkte, die für einen Businessplan relevant sind� Schritt für Schritt wird darauf eingegangen, welche Informationen für jeden Punkt wichtig sind und worauf Sie bei der Ausformulierung jeweils achten sollten� Das dritte Kapitel widmet sich ausführlich möglichen Fallstricken und Stolpersteinen, die bei der Erstellung eines Businessplans zu berücksichtigen sind, und gibt Ratschläge, wie Sie häufig gemachte Fehler vermeiden können� Wenn Sie diese Tipps berücksichtigen, steht der erfolgreichen Erstellung Ihres Businessplans nichts im Wege� Ein Praxisbeispiel zu den theoretischen Darstellungen erhalten Sie immer am Ende des jeweiligen Kapitels� Diese auf dem Studentenportal SEMESTERBOOKS�de beruhenden Beispiele können Ihnen beim Erarbeiten Ihres Dokuments als Vorlage dienen� Für die Zurverfügungstellung eines realen Businessplans möchten wir uns an dieser Stelle nochmals beim Team von SEMESTERBOOKS�de bedanken� Das Buch schließt mit einer Übersicht über weiterführende Informationsquellen und einer Liste öffentlicher Fördermöglichkeiten für Unternehmensgründer� Betriebsfähiger Businessplan Schwerpunkt: Vollständiger Businessplan

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References

Zusammenfassung

Für einen gelungen Start.

Eine gute Planung ist die Grundlage für Erfolg. Höhere Erfolgschancen: Eine solide Businessplanung ist ein essenzieller Bestandteil vor, bei und nach der Gründung eines Unternehmens und minimiert die finanziellen Risiken. Schritt für Schritt stellt das Buch die relevanten Bereiche einer Geschäftsplanung vor und erläutert diese praxisorientiert für die schnelle Umsetzung.

* Die wichtigsten Elemente eines guten Businessplans

* Executive Summary – das Wesentliche auf einen Blick

* Markt und Wettbewerb – an wen Sie wie viel verkaufen wollen

* Marketing und Vertrieb: Stellen Sie sich vor, Sie gründen und keiner merkt es

* Finanzplanung: Schätzen Sie Ihren zukünftigen Gewinn

Business- bzw. auch Unternehmensplanung wird hier nicht nur als Mittel zur Finanzbeschaffung, sondern als Kontrollinstrument der Gründer verstanden: So können Sie unerwünschten Entwicklungen entgegensteuern. Bei jungen Unternehmen ist der Planungsbedarf am größten und zugleich am schwierigsten zu gestalten. Um eine solide Informationsgrundlage für (potenzielle und tatsächliche) Gründer und Jungunternehmer zu haben, werden im vorliegenden Buch die relevanten Bereiche einer adäquaten Geschäftsplanung dargestellt und erläutert.

Die Autoren

Dr. Stefan Wagner lehrt und forscht im Bereich Strategische Unternehmensführung, Innovationsforschung und Entrepreneurship. Nach seinem Studium an den Universitäten München, Toulouse und Los Angeles (UCLA) hat er an der betriebswirtschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Neben seiner akademischen Tätigkeit konnte Dr. Stefan Wagner umfangreiche Erfahrungen als (Mit-)Gründer mehrerer Unternehmen sammeln.

Bernd Fischls beruflicher Werdegang ist unternehmerisch geprägt. Bereits als Student gründete er sein erstes Unternehmen und später seine eigene Unternehmensberatung (Gründungs- und Mittelstandsberatung) mit Fokus auf die Beurteilung von Businessplänen sowie das Einwerben von Seed und Start-up Kapital sowie Fördermitteln. Bernd Fischl ist akkreditierter und zugelassener Gründerberater und -coach u.a. bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie der Industrie- und Handels kammer (IHK). Bernd Fischl studierte an der Technischen Universität München und hält einen MBA von der Berlin School of Economics für den Bereich Entrepreneurial Management.