Content

1.3 Die Bestandteile der Finanzwirtschaft in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul

Finanzierung, page 41 - 47

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3625-9, ISBN online: 978-3-8006-4441-4, https://doi.org/10.15358/9783800644414_41

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
1.3 Die Bestandteile der Finanzwirtschaft 11 1.3 Die Bestandteile der Finanzwirtschaft 1.3.1 Die Investition31 Der Investor verfolgt mit einer zum gegenwärtigen Zeitpunkt erfolgenden Geldauszahlung für bestimmte Vermögensgegenstände oder Dienstleistungen das Ziel, dadurch in späteren Perioden höhere Geldeinzahlungen oder Minderauszahlungen zu erwirtschaften. Charakteristische Merkmale von Investitionen sind demnach die Transformation eines gegenwärtigen Zahlungsmittelbestandes in materielle oder andere immaterielle Güter, sowie das Ziel, dadurch auf direkte bzw. indirekte Weise zusätzliche Einzahlungen oder geringere Auszahlungen zu erreichen.32 Es lässt sich also eine enge Verknüpfung zwischen der güter- bzw. leistungswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Ebene einer Unternehmung erkennen. Jedoch kann bei der Beratung, Beurteilung und Entscheidung über eine Investition prinzipiell eine Trennung zwischen leistungswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Aspekten vorgenommen werden. Betrachtet man die innerhalb des Bereichs des betrieblichen Finanz- bzw. Rechnungswesens ablaufenden Prozesse hinsichtlich Entscheidungsvorbereitung, Treffen von Entscheidungen sowie Informationserstellung und -verwertung, so wirken sich die mit einer Investition in Zusammenhang stehenden Aktionen zum einen deutlich auf die Aktivseite einer Bilanz sowie auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Finanzrechnung aus, zum anderen macht sich die Planung und Berechnung von realisationsfähigen und auch zur Verwirklichung geeigneten Investitionsobjekten (Investitionsrechnung) im Bereich der mittel- bis langfristigen Unternehmungsplanung bemerkbar (vgl. Abbildung 4; Seite 12). 1.3.2 Die Finanzierung In der Literatur herrscht keine Einigkeit über die Definition des Finanzierungsbegriffes. Die klassische Interpretation der Finanzierung orientiert sich an dem in der Bilanz ausgewiesenen Kapital.33 Finanzierung beschränkt sich dann auf die Vorgänge der Kapitalbeschaffung, wobei der Begriff der Kapitalbeschaffung eng oder weit gefasst werden kann. So kann der Begriff der Kapitalbeschaffung anhand nachfolgender Kriterien eingeschränkt werden: • entsprechend der Form der Kapitalbeschaffung, z. B. Beschränkung auf die Beschaffung finanzieller Mittel durch Ausgabe von Wertpapieren; • entsprechend der Dauer der Kapitalbereitstellung, z. B. Beschränkung auf die Beschaffung langfristiger Mittel; 31 Vgl. dazu ausführlicher Bieg, Hartmut/Kußmaul, Heinz: Investition. 2. Aufl., München 2009, Abschnitt 1.3.1. 32 Vgl. Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 1. 33 Vgl. Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 347. 12 1 Die Finanzwirtschaft • entsprechend der Verwendung der beschafften Kapitalbeträge, z. B. Beschränkung auf die Kapitalbeschaffung zum Zwecke der Gründung und Erweiterung oder zum Zwecke der Finanzierung von aus dem Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit herausfallenden Vorhaben. Rechnungswesen Internes Externes Kostenrechnung Finanzrechnung Jahresabschluss (+ Lagebericht) kurzfristig langfristig Rechnungen Abbildung der Leistungsund Finanzströme Bilanz Fin.Inv. Investition(srechnung) Mittelverwendung Finanzierung Mittelherkunft Finanzwesen Abbildung 4: Zusammenhänge zwischen betrieblichem Rechnungswesen und Finanzwesen34 In der weitesten Fassung dieser klassischen Definition der Kapitalbeschaffung erfolgt keine Einschränkung bezüglich Form, Fristigkeit und Verwendung der finanziellen Mittel. Sie umschließt über die Kapitalbeschaffung hinaus sämtliche Kapitaldispositionen, die im Zusammenhang mit dem Betriebsprozess stehen, also auch die Kapitalrückzahlung und die Kapitalumschichtungen.35 Aber auch in dieser Fassung bezieht sich der Finanzierungsbegriff nur auf die Vorgänge der Passivseite, die extern ausgelöst werden. Der am abstrakten Kapital orientierte Finanzierungsbegriff wird erweitert durch die Einbeziehung der Vermö- 34 Entnommen aus Kußmaul, Heinz: Grundlagen der Investition und Investitionsrechnung. In: Der Steuerberater 1995, S. 101. 35 Vgl. ausführlich zur Abgrenzung der einzelnen Finanzierungsbegriffe und ihrer Vertreter Grochla, Erwin: Finanzierung, Begriff der. In: Handwörterbuch der Finanzwirtschaft, hrsg. von Hans E. Büschgen, Stuttgart 1976, Sp. 413-415. 1.3 Die Bestandteile der Finanzwirtschaft 13 gensseite. Damit setzt sich Finanzierung nicht nur mit der Beschaffung externer Mittel, sondern auch mit der internen Mittelbeschaffung durch Gewinne, Mittelfreisetzungen, Abschreibungen usw. auseinander. Dies bezeichnet man als den am Realkapital orientierten Finanzierungsbegriff.36 Definiert man Finanzierung als „die Summe der Tätigkeiten, die darauf ausgerichtet sind, den Betrieb in dem entsprechendem Umfang mit Geld und anderen Vermögensteilen auszustatten, der zur Realisation der betrieblichen Ziele erforderlich ist“,37 so handelt es sich um einen – weiten – entscheidungsorientierten Finanzierungsbegriff. Ebenfalls um einen entscheidungsorientierten – wenn auch engeren und damit möglicherweise operationaleren – Ansatz handelt es sich, wenn Finanzierung als zielgerichtete Gestaltung und Steuerung sämtlicher Zahlungsströme einer Unternehmung verstanden wird. Dies führt zu dem pagatorischen, d. h. an Zahlungsströmen orientierten, Finanzierungsbegriff. Köhler definiert diesbezüglich: „Zusammenfassend sei die Finanzierung, Teil der Finanzwirtschaft, definiert als Gesamtheit der Zahlungszuflüsse (Einzahlungen) und der beim Zugang nichtmonetärer Güter vermiedenen sofortigen Zahlungsmittelabflüsse (Auszahlungen)“.38 Diese Definition beinhaltet alle Formen der internen und externen Geld- und Kapitalbeschaffung, einschließlich der Kapitalfreisetzungseffekte. In Anlehnung an Vormbaum und Wöhe/Bilstein gehen wir im Folgenden von einer vier Kernbereiche umfassenden Auslegung des Finanzierungsbegriffs aus.39 Danach fallen in den Bereich der Finanzierung als Erstes alle betrieblichen Maßnahmen der Versorgung der Unternehmung mit disponiblem (für unternehmerische Entscheidungen zur Verfügung stehendem) Kapital • zur Durchführung der betrieblichen Leistungserstellung und Leistungsverwertung (Erfüllung des eigentlichen Betriebszwecks) und • zur Vornahme bestimmter außerordentlicher finanztechnischer Vorgänge (Unternehmungsgründung, Kapitalerhöhung, Fusion, Umwandlung, Sanierung, Liquidation). Ergänzend zu dieser Bereitstellung von finanziellen Mitteln jeder Art (Kapitalbeschaffung im weitesten Sinne) kommen als Zweites Maßnahmen zur optimalen Strukturierung des Kapitals der Unternehmung hinzu (Kapitalumschichtung, Umfinanzierung). Durch die vorgenommene Einbeziehung der Sanierung und Liquidation wird der Finanzierungsbegriff als Drittes auf den Verlust und die Rückzahlung früher beschafften Kapitals ausgeweitet (Kapitalabfluss beispielsweise in Form von Kapitalentnahmen, Kredittilgungen, Gewinn- 36 Perridon/Steiner beziehen sich hierbei auf Beckmann, Liesel: Die betriebswirtschaftliche Finanzierung. 2. Aufl., München 1956, S. 28 und Rössle, Karl: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 5. Aufl., Stuttgart 1956, S. 105. Vgl. Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 347. 37 Grochla, Erwin: Finanzierung, Begriff der. In: Handwörterbuch der Finanzwirtschaft, hrsg. von Hans E. Büschgen, Stuttgart 1976, Sp. 414. 38 Köhler, Richard: Zum Finanzierungsbegriff einer entscheidungsorientierten Betriebswirtschaftslehre. In: Zeitschrift für Betriebswirtschaft 1969, S. 451. 39 Vgl. Vormbaum, Herbert: Finanzierung der Betriebe. 9. Aufl., Wiesbaden 1995, S. 26-30; Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9. Aufl., München 2002, S. 2-5. 14 1 Die Finanzwirtschaft ausschüttungen, Verrechnungen anfallender Periodenverluste mit Rücklagepositionen). Als Viertes umfasst der verwendete Finanzierungsbegriff schließlich die Freisetzung von in Sach- und Finanzwerten investierten Geldbeträgen in liquide Form durch den sich über den Markt vollziehenden betrieblichen Umsatzprozess. Es handelt sich hierbei um die Wiederbeschaffung früher investierter Mittel und deren Bereitstellung für erneute Finanzierungsvorgänge. Derartige Kapitalfreisetzungen finden ihren Niederschlag nicht nur auf der Passivseite der Bilanz (wegen der Erfolgswirksamkeit), sondern sie zeigen sich vor allem auf der Aktivseite in Form von Vermögensumschichtungen. Zudem sind Vermögensumschichtungen auch möglich, wenn die auf der Passivseite ausgewiesenen Kapitalpositionen konstant bleiben. Dadurch fällt auch die Bereitstellung finanzieller Mittel, die nicht zu einer Vergrößerung des auf der Passivseite ausgewiesenen Kapitals führt, unter den Finanzierungsbegriff. Der Begriff Finanzierung beschränkt sich darüber hinaus nicht nur auf die reine Geldbeschaffung (liquide Mittel), sondern er umschließt auch die Zurverfügungstellung von Sachgütern in Form von Sacheinlagen oder die Einbringung von Wertpapieren. Kapitalbeschaffung (Finanzierung) und Kapitalverwendung (Investition) erfolgen in diesen Fällen als einheitlicher Vorgang. Finanzierung umfasst infolgedessen nicht nur die Geldbeschaffung, sondern Kapitalbeschaffung in allen Formen. Das zur Nutzung überlassene Eigen- oder Fremdkapital findet seinen vermögensmäßigen Gegenwert in Form von Geld, Sachgütern, Wertpapieren oder anderen Vermögensgegenständen. Der Kapitalbereich der Bilanz (Passivseite) gibt demzufolge Auskunft darüber, welche Kapitalbeträge in welcher rechtlichen Form (Eigenkapital oder Fremdkapital) dem Betrieb zur Nutzung überlassen werden, während der Vermögensbereich der Bilanz (Aktivseite) zum Ausdruck bringt, in welchen Vermögensarten die von den Kapitalgebern zur Verfügung gestellten Mittel derzeit gebunden sind. In diesem Zusammenhang lassen sich grundsätzlich vier Arten von Finanzierungsvorgängen, die sich in einer Änderung des Bilanzinhalts niederschlagen, unterscheiden (siehe Abbildung 5; Seite 15). Bilanzverlängernde Finanzierungsmaßnahmen führen zu einer Erhöhung des dem Betrieb zur Verfügung stehenden Vermögens bei gleichzeitiger, gleichgewichtiger Erhöhung des Kapitals. Diese Vorgänge werden in Abbildung 6 (Seite 16) als Kapitalbeschaffung bezeichnet. Mit dem Ausweis des neu aufgenommenen Kapitals (Eigenkapital und/oder Fremdkapital) auf der Passivseite wird der juristische Anspruch dokumentiert. Auf der Aktivseite zeigt sich diese Kapitalerhöhung in ihrer konkreten Form, nämlich als Zufluss von liquiden Mitteln (z. B. Bareinlage, Kreditaufnahme) oder als Erhöhung der Sachgüter (z. B. Sacheinlage, Kauf auf Ziel). Vermögensumschichtende Finanzierungsvorgänge (Aktivtausch) führen bei gleich bleibender Bilanzsumme zu einer Umstrukturierung des Vermögens, indem z. B. Sachgüter oder Finanztitel in liquide Mittel umgewandelt werden; gebundenes Vermögen wird also durch Veräußerung freigesetzt. Es gibt allerdings Finanzierungsvorgänge, die neben einer Vermögensumschichtung gleichzeitig auch zu einer Bilanzverlängerung oder -verkürzung führen. Dies ist der Fall, wenn beim Verkauf von Vermögensgegenständen zu einem über dem Buchwert liegenden Preis stille Rücklagen gewinnerhöhend aufgedeckt werden oder wenn durch deren vorherige Überbewertung ein außerordentlicher Aufwand entsteht. Finan- 1.3 Die Bestandteile der Finanzwirtschaft 15 zierungsmaßnahmen, die zu einer Vermögensumschichtung führen, werden in Abbildung 6 (Seite 16) als Kapitalfreisetzung bezeichnet. I. Bilanzverlängerung IV. Bilanzverkürzung III. Kapitalumschichtung II. Vermögensumschichtung Bilanz Vermögen (= konkretes Kapital) Abstraktes Kapital Nachweis der Kapitalverwendung Nachweis der Kapitalherkunft + – Abbildung 5: Finanzierungsvorgänge und Bilanzinhalt40 Bei kapitalumschichtenden Finanzierungsvorgängen (Passivtausch) kommt es bei gleichbleibender Bilanzsumme zu einer Umstrukturierung der Passivseite. Die Veränderung der Rechtsposition des Kapitalgebers gegenüber der Unternehmung (Eigentümer wird Gläubiger bzw. umgekehrt) zählt ebenso zu dieser Kapitalumschichtung wie Strukturveränderungen innerhalb des Eigenkapitals (z. B. Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln) und des Fremdkapitals (z. B. Vereinbarung, einen kurzfristigen Kredit auf langfristige Darlehensbasis umzustellen); vgl. Abbildung 6 (Seite 16). Bilanzverkürzende Finanzierungsmaßnahmen führen zu einer Verkleinerung der Bilanzsumme durch Verminderung des dem Betrieb zur Verfügung stehenden Vermögens bei gleichzeitiger, gleichgewichtiger Verminderung des Kapitals. Dieser Kapitalabfluss zeigt sich in konkreter Form als Verminderung der liquiden Mittel bzw. von Sachgütern, schlägt sich aber auch in einer entsprechenden Verminderung der die Rechtsansprüche der Kapitalgeber repräsentierenden Eigen- oder Fremdkapitalpositionen nieder (vgl. Abbildung 6; Seite 16). 40 Modifiziert entnommen aus Vormbaum, Herbert: Finanzierung der Betriebe. 9. Aufl., Wiesbaden 1995, S. 27. 16 1 Die Finanzwirtschaft Finanzierung i.w.S. Kapitalbeschaffung Kapitalerhöhung Kapitalfreisetzung Kapitalrückfluss Kapitalumschichtung Umfinanzierung Kapitalabfluss Kapitalherabsetzung von außen von innen Kapitalaufnahme von EK oder FK Kapitalzuwachs durch Gewinnthesaurierung bzw. Bildung von Rückstellungen Erhöhung, Beschleunigung der Freisetzung von disponiblem Kapital durch Vermögensumstrukturierungen Veränderung der Kapitalstruktur innerhalb des Betriebes nach außen Kapitalverlust am EK und/oder FK Kapitalrückzahlung von EK und/oder FK Abbildung 6: Elemente des Finanzierungsbegriffs41 41 Modifiziert entnommen aus Vormbaum, Herbert: Finanzierung der Betriebe. 9. Aufl., Wiesbaden 1995, S. 29. 2 Überblick über die Finanzierungstheorie 2.1 Vorbemerkungen Finanzwirtschaftliche Planungen und Entscheidungen wirken mitunter weit in die Zukunft hinein. So führen beispielsweise Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten zu vertraglich vereinbarten Auszahlungsverpflichtungen für Zinsen und Tilgung in späteren Zeitpunkten. Aus der Aufnahme von Eigenkapital entstehen zwar keine rechtlichen Zahlungsverpflichtungen, wohl aber müssen die Erwartungen der Eigentümer durch Gewinnausschüttungen erfüllt werden. Im Bereich der Leistungsein- und -auszahlungen bestehen ebenfalls intertemporale Zusammenhänge; insbesondere ermöglichen Investitionsauszahlungen spätere Einzahlungsüberschüsse im Leistungsbereich. Zudem sind die Auswirkungen finanz- und leistungswirtschaftlicher Vorgänge auf die Zahlungen an den Staat (Steuern) bzw. vom Staat (Subventionen) zu berücksichtigen. Bei der Abstimmung zukünftiger Ein- und Auszahlungen muss angesichts einer ungewissen Zukunft zudem stets so disponiert werden, dass nicht nur beim planmäßig vorgesehenen Ablauf der Zahlungsströme der erforderliche Ausgleich von Ein- und Auszahlungen erreicht wird; man muss sich auch Entwicklungen anpassen können, die vom planmäßigen Verlauf abweichen. Hierzu ist ein hinreichend großes Potenzial von Anpassungsmöglichkeiten (ungenutzte Finanzierungsmöglichkeiten, Einschränkung des Investitionsprogramms, Liquidation von Finanzanlagen) notwendig.42 Daraus ergibt sich die Aufgabe, die aus den wechselseitigen geld- und güterwirtschaftlichen Beziehungen einer Unternehmung resultierenden Zahlungsmittelbewegungen im Gleichgewicht zu halten, also den Mittelbedarf und die verfügbaren Mittel aufeinander abzustimmen und die Leitung der Unternehmung auf (mögliche) finanzielle Engpässe hinzuweisen. Bei allen unternehmerischen Entscheidungen, die das Ziel verfolgen, den Erfolg langfristig zu maximieren, ist die strenge Nebenbedingung zu beachten, dass die Liquidität ständig gesichert sein muss. Der maximale Gewinn muss allerdings nicht zur Sicherung der Liquidität führen, was sich u. a. durch den Zusammenbruch illiquider Unternehmungen zeigt, die eine günstige Gewinnsituation aufweisen. Durch Nichtbeachtung dieser Liquiditätsproblematik wird der Bestand der Unternehmung bedroht, da • die Liquiditätssituation von Ein- und Auszahlungen (Zahlungsmittelbestandsveränderungen)43 mit beeinflusst wird; diese kann (und wird i. d. R.) aufgrund der Periodisierung der Zahlungsvorgänge zu Aufwendungen und Erträgen von der Erfolgssituation einer Periode abweichen; 42 Vgl. Hax, Herbert: Finanzierung. In: Vahlens Kompendium der Betriebswirtschaftslehre, Band 1, 4. Aufl., München 1998, S. 179-180. 43 Vgl. zu diesen Begriffen ausführlicher Bieg, Hartmut/Kußmaul, Heinz: Investition. 2. Aufl., München 2009, Abschnitt 1.1.1.1.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Nach einer allgemeinen Einordnung der Finanzierung von Unternehmen werden die einzelnen Instrumente der Außen- und Innenfinanzierung mit ihren theorie- und praxisrelevanten Merkmalen vorgestellt und mit zahlreichen Beispielen untermauert. Darüber hinaus wird auf Finanzinnovationen und Finanzderivate eingegangen.

Einführendes Lehrbuch in die Grundlagen der Unternehmensfinanzierung

Behandelt werden theoretische wie praxisrelevante Fragestellungen.

Grundprinzipien und Bestandteile der Finanzwirtschaft

Finanzierungstheorie

Finanzierungsarten

Außenfinanzierung durch Eigenkapital

Außenfinanzierung durch Fremdkapital

Derivative Finanzinstrumente

Innenfinanzierung^.

Prof. Dr. Hartmut Bieg ist Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität des Saarlandes.

Professor Dr. Heinz Kußmaul ist Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität des Saarlandes.

"Insgesamt betrachtet liegt hier ein beachtliches Nachschlagewerk zum Themenkomplex Investition und Finanzierung vor, das jede einschlägige Frage in ihren Grundzügen beantwortet… Angehenden Betriebswirten und Praktikern kann das Handbuch uneingeschränkt empfohlen werden."

Ingo Nautsch in "Die Bank" zur Vorauflage der Bände.

Für Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bachelor für das Fach Investition & Finanzierung an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. Das Buch bietet aber auch Praktikern zahlreiche Anhaltspunkte zur Lösung von Finanzierungsproblemen.