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9.1 Vorbemerkungen in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul

Finanzierung, page 303 - 303

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3625-9, ISBN online: 978-3-8006-4441-4, https://doi.org/10.15358/9783800644414_303

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
9 Derivative Finanzinstrumente 9.1 Vorbemerkungen Die Finanzierung einer Unternehmung ist im Allgemeinen nicht frei von Risiken. So kann eine Kreditaufnahme in fremder Währung für eine Unternehmung mit hohen Verlusten verbunden sein, wenn sich die Wechselkursrelationen bis zum Zeitpunkt der Rückzahlung des Kredits zuungunsten der Unternehmung verändert haben. Auch eine Finanzierung zu einem variablen Zinssatz kann risikoreich sein, da sich bei steigendem Zinssatz erhöhte Zinskosten ergeben. Aber auch die Investition liquider Mittel in Aktien oder Schuldverschreibungen ist nicht ohne Risiko. Wer derartige Vermögensbestände hält, trägt das Risiko fallender Kurse, das bei Schuldverschreibungen nicht nur aus dem Verfall der Bonität des Schuldners, sondern vor allem aus einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen resultiert. Wer solche Bestände zu erwerben beabsichtigt, trägt das Risiko, bei einem späteren Erwerb höhere Kurse als bei einem jetzt vorgenommenen Erwerb bezahlen zu müssen. Derivative Instrumente können eingesetzt werden, um derartige Risiken zu vermindern oder zu eliminieren oder die Finanzierungskosten zu senken. Mit ihrer Hilfe können aber auch Risikopositionen aufgebaut werden. Kennzeichen derivativer Finanzinstrumente ist die zeitliche Diskrepanz zwischen dem Zeitpunkt der Konditionenfestlegung und dem Zeitpunkt der Kapitalbereitstellung. Deshalb werden derivative Finanzinstrumente auch als Termingeschäfte bezeichnet, wobei sich unbedingte und bedingte Termingeschäfte unterscheiden lassen.807 Zu den wichtigsten derivativen Finanzinstrumenten zählen Optionen, Futures, Forward Rate Agreements und Swaps. Diese Instrumente sollen im Folgenden dargestellt und ihre Einsatzmöglichkeiten erläutert werden. 9.2 Finanzmanagement mit Optionen 9.2.1 Grundbegriffe 9.2.1.1 Der Begriff der Option Der Käufer einer Option (Optionsinhaber) erwirbt gegen Zahlung des Optionspreises (Optionsprämie) gegenüber seinem Kontraktpartner, dem Verkäufer (Stillhalter, Schreiber), das Recht, an oder bis zu einem bestimmten Fälligkeitstermin (Verfalltermin) zu einem im Voraus vereinbarten Preis (Basispreis) eine bestimmte Menge (Kontraktgröße) eines Handelsobjektes (Basiswert, Underlying) zu kaufen (Kaufoption, Call) oder zu 807 Vgl. hierzu ausführlich auch Abschnitt 8.3.3.1.

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References

Zusammenfassung

Nach einer allgemeinen Einordnung der Finanzierung von Unternehmen werden die einzelnen Instrumente der Außen- und Innenfinanzierung mit ihren theorie- und praxisrelevanten Merkmalen vorgestellt und mit zahlreichen Beispielen untermauert. Darüber hinaus wird auf Finanzinnovationen und Finanzderivate eingegangen.

Einführendes Lehrbuch in die Grundlagen der Unternehmensfinanzierung

Behandelt werden theoretische wie praxisrelevante Fragestellungen.

Grundprinzipien und Bestandteile der Finanzwirtschaft

Finanzierungstheorie

Finanzierungsarten

Außenfinanzierung durch Eigenkapital

Außenfinanzierung durch Fremdkapital

Derivative Finanzinstrumente

Innenfinanzierung^.

Prof. Dr. Hartmut Bieg ist Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität des Saarlandes.

Professor Dr. Heinz Kußmaul ist Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität des Saarlandes.

"Insgesamt betrachtet liegt hier ein beachtliches Nachschlagewerk zum Themenkomplex Investition und Finanzierung vor, das jede einschlägige Frage in ihren Grundzügen beantwortet… Angehenden Betriebswirten und Praktikern kann das Handbuch uneingeschränkt empfohlen werden."

Ingo Nautsch in "Die Bank" zur Vorauflage der Bände.

Für Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bachelor für das Fach Investition & Finanzierung an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. Das Buch bietet aber auch Praktikern zahlreiche Anhaltspunkte zur Lösung von Finanzierungsproblemen.