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5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul

Finanzierung, page 216 - 240

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3625-9, ISBN online: 978-3-8006-4441-4, https://doi.org/10.15358/9783800644414_216

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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188 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 5.4.1 Vorbemerkungen Aus der kurzfristigen Kreditfinanzierung wird zunächst ein Teilaspekt der kurzfristigen Kapitalbeschaffung, nämlich die Aufnahme von Waren- und Geldkrediten, behandelt, während sich der daran anschließende Teil mit der „Kreditleihe“ als einem anderen Teilaspekt der kurzfristigen Kreditfinanzierung sowie mit besonderen Formen der Geldkredite und der „Kreditleihe“ im Auslandsgeschäft beschäftigt. Einen Überblick über die Einordnung von „Kreditleihe“ und Geld- und Warenkrediten in eine Systematik der verschiedenen Beschaffungsmöglichkeiten kurzfristigen Fremdkapitals gibt Abbildung 47. Kurzfristiges Fremdkapital kann grundsätzlich von Nichtbanken (Lieferanten und Kunden) – es handelt sich dann um Warenkredite (siehe hierzu Abschnitt 5.4.2) – oder von Banken zur Verfügung gestellt werden, wobei Letzteres sich in Geldkredite (siehe hierzu Abschnitt 5.4.3) und die „Kreditleihe“ (siehe hierzu Abschnitt 5.4.4) gliedert. Möglichkeiten der Beschaffung kurzfristigen Fremdkapitals Mittel, die von Nichtbanken bereitgestellt werden (Warenkredite) Mittel, die von Kreditinstituten bereitgestellt werden Kreditinstitut stellt Mittel unmittelbar zur Verfügung (Geldkredite) ? Kontokorrentkredit ? Diskontkredit ? Lombardkredit Kreditinstitut stellt seine eigene Kreditwürdigkeit zur Verfügung („Kreditleihe“) ? Akzeptkredit ? Avalkredit ? Lieferantenkredit ? Kundenanzahlung Abbildung 47: Möglichkeiten der Beschaffung kurzfristigen Fremdkapitals616 5.4.2 Die Warenkredite 5.4.2.1 Der Lieferantenkredit Räumt der Verkäufer (Hersteller, Händler) dem Käufer im Zusammenhang mit dem Absatz seiner Betriebsleistungen ein Zahlungsziel ein, so kann der Käufer die Bezahlung u. U. bereits aus seinen Verkaufserlösen leisten. Der Lieferantenkredit ergibt sich also nicht aus der Vergabe liquider Mittel; er entsteht vielmehr durch die Gewährung von Zahlungszielen, 616 Modifiziert entnommen aus Drukarczyk, Jochen: Finanzierung. 10. Aufl., Stuttgart 2008, S. 264. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 189 d. h. durch die im Kaufvertrag vereinbarte Verzögerung der Zahlung an den Lieferanten. Eine Absicherung des Zahlungsanspruchs des Verkäufers kann durch einfachen bzw. verlängerten Eigentumsvorbehalt erfolgen (vgl. dazu Abschnitt 5.2.6.3.3.1). Diese i. d. R. formlos (ohne systematische Kreditwürdigkeitsprüfung) gewährten Kredite sind jedoch mit hohen Kosten verbunden. Da der Verkäufer bei seiner Preisgestaltung die Skontoabzugsmöglichkeit einkalkulieren wird, entstehen bei Überschreitung der vereinbarten Skontofrist Kosten in Höhe des nun nicht mehr möglichen Skontoabzugs (vgl. Abbildung 48). Der Jahreszinssatz i steigt mit zunehmendem Skontosatz S und abnehmender Differenz zwischen Zahlungsziel z und Skontoabzugsfrist f (Skontobezugszeitraum). 360 f-z S=i ? Beispiel: S = 0,03 z = 30 Tage f = 10 Tage i: Zinssatz p. a. S: Skontosatz z: Zahlungsziel (-frist) f: Skontoabzugsfrist a.p.%54=36010-30 0,03=i ? Abbildung 48: Kosten des Lieferantenkredits bei Überschreitung der Skontoabzugsfrist617 Vorteile des Lieferantenkredits: • schnelle und formlose Kreditgewährung im Rahmen des Kaufvertragsabschlusses; • Kreditgewährung in Höhe des durch den vereinbarten Kaufpreis bestimmten Kapitalbedarfs; dies leistet jedoch auch ein Kontokorrentkredit; • Unabhängigkeit von Kreditinstituten; • geringere Kreditsicherheiten als bei Banken; allerdings i. d. R. Eigentumsvorbehalt zugunsten des Verkäufers. Neben der Höhe der Kosten ist auch die wirtschaftliche Abhängigkeit im Falle hoher Verschuldung bei einem Lieferanten als Nachteil des Lieferantenkredits hervorzuheben. Aus Rentabilitätserwägungen ist es günstiger, einen kurzfristigen Bankkredit in Anspruch zu nehmen und innerhalb der Skontoabzugsfrist zu zahlen. 617 Entnommen aus Bieg, Hartmut: Die Kreditfinanzierung. In: Der Steuerberater 1997, S. 350. 190 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) 5.4.2.2 Die Kundenanzahlung Zahlt der Käufer vor Lieferung, so verbessert dieser Kredit an den Lieferanten dessen Liquiditätslage, bietet ihm aber auch die Gewähr der Abnahme. Diese auch von den Marktgepflogenheiten, der Marktstellung des Abnehmers und der Auftragslage des Lieferanten abhängigen Anzahlungen erfolgen insbesondere für individuell erstellte Anlagen, die einen hohen Kapitalbedarf und/oder eine lange Kapitalbindungsfrist bis zur Fertigstellung verursachen (Auftragsproduktion im Schiffs- und Flugzeugbau, Hoch- und Tiefbau, Bau von Groß- oder Spezialmaschinen im Maschinenbau). Aus dem Vorauszahlungskredit schuldet der Kreditnehmer (Lieferant) nicht die Erfüllung einer Zahlungsverpflichtung, sondern eine bestimmte Sach- oder Dienstleistung. Die i. d. R. zinslos zur Verfügung gestellten Anzahlungen verursachen für den Kreditnehmer nur Kreditkosten, wenn ein unter dem normalen Barpreis liegender Rechnungsbetrag vereinbart wird. Zur Ausschaltung des Lieferrisikos wird häufig die Bereitstellung von Bankgarantien gefordert, durch die die Zahlung von Konventionalstrafen für den Fall der Nichtleistung versprochen wird.618 5.4.3 Die Geldkredite 5.4.3.1 Der Kontokorrentkredit Der Kontokorrentkredit, gesetzlich in den §§ 355–357 HGB geregelt, ist ein Kredit in laufender Rechnung (Kontokorrent), der dem Kreditnehmer in einer bestimmten Höhe (Kontokorrentlimit) von seiner Bank eingeräumt wird und über den je nach Bedarf bis zum vertraglich vereinbarten Limit verfügt werden kann. Der im Zeitablauf sehr unterschiedlich in Anspruch genommene Kontokorrentkredit (flexible Anpassung des Kredits an den jeweiligen Kapitalbedarf) bildet die Grundlage des bankmäßigen Zahlungsverkehrs von Unternehmungen und ist in hervorragender Weise geeignet, die täglich schwankenden Liquiditätsanspannungen der Unternehmung auszugleichen. Eine nicht oder nur teilweise in Anspruch genommene Kreditlinie stellt eine entsprechende Liquiditätsreserve dar, die es der Unternehmung erlaubt, einen minimalen Kassenbestand zu halten. Für die Bank erleichtert das Kontokorrentkonto die Beurteilung der Kreditwürdigkeit und die Überwachung des Kredits durch ständigen Einblick in das Finanzgebaren und die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers. Häufig kann der Kontokorrentkreditnehmer allerdings nicht einen einheitlichen Preis in Form eines jeweils für Guthaben bzw. Kreditinanspruchnahmen festgelegten Gesamtzinssatzes durchsetzen, sondern muss verschiedene Teilpreise akzeptieren:619 • Zinsen auf die jeweils in Anspruch genommene Kredithöhe (sogenannter Nettozinssatz), • Überziehungsprovision, d. h. erhöhter Zins bei Überschreitung des vereinbarten Limits, 618 Vgl. Drukarczyk, Jochen: Finanzierung. 10. Aufl., Stuttgart 2008, S. 265. 619 Vgl. hierzu mit Zahlenbeispielen Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9. Aufl., München 2002, S. 311-315. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 191 • Kreditprovision, • Bereitstellungsprovision, • Umsatzprovision oder Kontoführungsgebühren, • Ersatz der Spesen und Barauslagen. In Abbildung 49 werden die Merkmale des Kontokorrentkredits aufgeführt. 1. Mindestens eine der Vertragsparteien muss Kaufmann i.S. des HGB sein (die Bank ist Kaufmann nach § 1 HGB). 2. Nur der jeweilige Soll- oder Habensaldo, in dem eine gegenseitige Verrechnung beiderseitiger Ansprüche erfolgt, ist von rechtlicher Bedeutung. 3. Die Zinsen werden auf Basis des Saldos berechnet. 4. Feststellung und Anerkennung des Saldos in regelmäßigen Zeitabständen; Abrechnung mindestens einmal jährlich, i.d.R. jedoch vierteljährlich. 5. Der formal kurzfristige Kredit nimmt durch ständige Prolongation mitteloder langfristigen Charakter an. 6. Verwendung des Kreditbetrages zur Finanzierung des Umlaufvermögens, aber auch als Zwischenkredit, Überbrückungskredit, Saisonkredit oder Kredit zur Vorfinanzierung von Bauvorhaben. 7. Inanspruchnahme durch Barabhebung, Scheckziehung, Überweisung, Einlösung von Wechseln etc. 8. Relativ hohe Kosten. Abbildung 49: Merkmale des Kontokorrentkredits620 5.4.3.2 Der Wechselkredit 5.4.3.2.1 Die Rechtsgrundlagen Jedem Wechselkredit liegt das Finanzinstrument „Wechsel“ zugrunde. Es handelt sich dabei um eine Urkunde, die den strengen gesetzlichen Vorschriften des Wechselgesetzes unterliegt. Die in der Abbildung 50 (Seite 192) aufgeführten gesetzlichen Bestandteile einer Wechselurkunde verdeutlichen zugleich den Charakter eines Wechsels. Dabei sind zwei Grundformen zu unterscheiden. Der sogenannte gezogene Wechsel verkörpert eine unbedingte Anweisung des Ausstellers (Gläubiger/Trassant) an den Bezogenen (Schuldner/Trassat), eine bestimmte Geldsumme an einem bestimmten Tag an ihn oder einen Drit- 620 Modifiziert entnommen aus Bieg, Hartmut: Die Kreditfinanzierung. In: Der Steuerberater 1997, S. 351. 192 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) ten (Wechselnehmer/Remittent) zu zahlen. Diese Zahlungsverpflichtung erlangt erst durch Unterschrift des Bezogenen Rechtswirksamkeit. Diese Annahmeerklärung wird als Akzept bezeichnet. Nr. Gesetzliche Bestandteile des gezogenen Wechsels eigenen Wechsels 1. die Bezeichnung „Wechsel“ im Text der Urkunde 2. die unbedingte Anweisung, eine bestimmte Geldsumme zu bezahlen das unbedingte Versprechen, eine bestimmte Geldsumme zu bezahlen 3. die Angabe dessen, der bezahlen soll (Bezogener/Trassat) – 4. die Angabe der Verfallzeit (bei Fehlen der Angabe ist der Wechsel bei Vorlage zahlbar: Sichtwechsel) 5. die Angabe des Zahlungsortes (bei Fehlen gilt der beim Namen des Bezogenen angegebene Ort als Zahlungsort) (bei Fehlen gilt der Ausstellungsort als Zahlungsort) 6. den Namen dessen, an den oder an dessen Order gezahlt werden soll (Wechselnehmer/Remittent) 7. die Angabe des Tages und des Ortes der Ausstellung (bei Fehlen des Ausstellungsortes gilt der beim Namen des Ausstellers angegebene Ort als Ausstellungsort) 8. die Unterschrift des Ausstellers Abbildung 50: Die gesetzlichen Bestandteile der Wechselurkunde621, 622 Bei der zweiten Grundform, dem eigenen Wechsel (auch Solawechsel), sind dagegen Aussteller und Bezogener identisch. Damit handelt es sich um ein unbedingtes Zahlungsversprechen des Ausstellers, eine bestimmte Geldsumme an einem bestimmten Tag an den Wechselnehmer zu zahlen. Für die Verbriefung einer Forderung mittels Wechselurkunde sprechen zwei Funktionen, die der Wechsel erfüllt. Als erste Funktion ist die Kreditfunktion zu nennen, die zunächst darin begründet ist, dass der Bezogene die Wechselsumme erst bei Fälligkeit leisten muss. 621 Entnommen aus Bieg, Hartmut: Die Kreditfinanzierung. In: Der Steuerberater 1997, S. 352. 622 Vgl. Art. 1, 2, 75 und 76 WG. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 193 Erster Wechselberechtigter ist der Wechselnehmer, also derjenige, der auf der Urkunde als Zahlungsempfänger angegeben wurde. Dies kann bei einem gezogenen Wechsel sowohl der Aussteller als auch ein Gläubiger des Ausstellers sein, dessen Forderung vereinbarungsgemäß durch den Wechsel erfüllt werden soll. Sowohl bei einem gezogenen als auch bei einem Solawechsel hat der Bezogene den Wechsel nach Akzeptierung dem Wechselnehmer auszuhändigen. Nun hat der Wechselnehmer zwei Möglichkeiten. Entweder behält er den Wechsel bis zur Fälligkeit, um ihn dann dem Bezogenen zur Zahlung vorzulegen. Dies geschieht i. d. R. über die Banken der Beteiligten. Der Wechselnehmer reicht den Wechsel in diesem Falle bei seiner Bank zum Inkasso ein, die ihm den Betrag abzüglich Spesen nach Eingang bzw. Eingang vorbehalten (E. v.) gutschreibt. Die zweite Möglichkeit des Wechselnehmers besteht darin, den Wechsel seinerseits an einen Dritten wegen einer bestehenden Verbindlichkeit oder gegen Zahlung einer bestimmten Geldsumme zu übertragen. Hierin liegt die erweiterte Kreditfunktion des Wechsels, da nun der neue Eigentümer bis zur Fälligkeit des Wechsels Kredit gewährt. Als geborenes Orderpapier kann der Wechsel und damit die Wechselforderung jedoch nur durch Einigung, schriftlichen Übertragungsvermerk auf der Rückseite der Urkunde (Indossament) und Übergabe übertragen werden. Mit der Übertragung wird der Wechselnehmer zum Indossanten, der neue Eigentümer zum Indossatar und damit zum neuen Wechselgläubiger, der wiederum die beiden genannten Möglichkeiten der Wechselverwendung (Behalten des Wechsels bis zur Fälligkeit; Verkauf des Wechsels an einen neuen Wechselgläubiger) hat. Der Bezogene hat am Fälligkeitstag an denjenigen zu zahlen, der den Wechsel in Händen hat und durch eine lückenlose Indossamentenkette als berechtigter Eigentümer ausgewiesen ist. Die durch die Wechselziehung und -einlösung entstehenden Beziehungen zwischen den Wechselbeteiligten verdeutlicht Abbildung 51 (Seite 194). Eng mit der beschriebenen Kreditfunktion verbunden und für diese gleichermaßen Voraussetzung ist die zweite Funktion des Wechsels, die Sicherungsfunktion. Sie äußert sich in den bereits aufgezeigten strengen Formvorschriften, der Abstraktheit der Wechselforderung, d. h. ihrer Loslösung vom Grundgeschäft, den ebenfalls bereits aufgezeigten Übertragungsmodalitäten, den Rückgriffsmöglichkeiten des Wechselberechtigten und der Möglichkeit des Wechselprozesses. Die in der strengen Formvorschriften genügenden Wechselurkunde verbriefte Wechselforderung stellt eine abstrakte Zahlungsverpflichtung des Wechselschuldners (des Bezogenen beim gezogenen Wechsel bzw. des Ausstellers beim eigenen Wechsel) dar. Sie ist von einem eventuell zugrunde liegenden Rechtsgeschäft (z. B. einer Warenlieferung auf Ziel) losgelöst. Diese Abstraktheit der Wechselforderung hat zur Folge, dass der Bezogene keine Einreden aus diesem Grundgeschäft (wie z. B. Mängelrügen) in Bezug auf die Wechselforderung geltend machen kann. Bei Fälligkeit hat er in jedem Falle die Wechselsumme zu bezahlen. Dies ist Voraussetzung für eine problemlose Übertragung und Akzeptierung eines Wechsels als (Ersatz-)Zahlungsmittel. 194 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) (3a) (3b) (4) (5) (4) (5) (1) A zieht einen Wechsel auf B. (2a) B akzeptiert den Wechsel und reicht ihn an A als Wechselnehmer zurück. (2b) Damit entsteht eine Kreditbeziehung; A wird Wechselgläubiger. (3a) A indossiert den Wechsel und reicht ihn an I, den Indossatar, weiter. (3b) Es entsteht eine weitere Kreditbeziehung mit I als Wechselgläubiger. (4) I reicht den Wechsel bei seiner Bank I ein, die ihn bei Fälligkeit über Bank B dem Bezogenen B zur Zahlung vorlegt. (5) B bezahlt die Wechselsumme zuzüglich Spesen über seine Bank B an Bank I, die den Wechselbetrag dem Konto des I gutschreibt. Aussteller und Wechselnehmer A Indossant Bezogener B (2a) (2b) (1) Bank I Bank B(5) (4) Indossatar I Abbildung 51: Beziehungen der Wechselbeteiligten bei einem gezogenen Wechsel623 Eine weitere Sicherung der Wechselforderung besteht in den Rückgriffsmöglichkeiten (Regress) des Wechselberechtigten auf alle Vorindossanten und den Aussteller, die gesamtschuldnerisch in Höhe des Rückgriffsbetrages haften. Dieser ist gesetzlich festgeschrieben und umfasst neben dem nicht eingelösten Teil der Wechselsumme Zinsen in Höhe von 2 % über dem jeweiligen Basiszinssatz nach § 247 BGB, mindestens aber 6 % seit dem Verfall- 623 Entnommen aus Bieg, Hartmut: Die Kreditfinanzierung. In: Der Steuerberater 1997, S. 352. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 195 tag, die Kosten und sonstigen Auslagen des Protests sowie eine Provision in Höhe von 1/3 % der Wechselsumme.624 Für den Regress muss der Wechselberechtigte spätestens am zweiten auf den Fälligkeitstag folgenden Werktag die Zahlungsverweigerung des Bezogenen von einem Notar oder Gerichtsbeamten in einer öffentlichen Urkunde festhalten lassen (Wechselprotest).625 Er kann nun die Wechselsumme und die entstandenen Kosten von einem beliebigen Vorindossanten oder vom Aussteller einfordern; sie alle haften gesamtschuldnerisch.626 Auch die Vorindossanten können dann ihrerseits auf die Vorbesitzer und den Aussteller zurückgreifen.627 Schließlich besteht – als letzte Ausprägung der Sicherungsfunktion – für den jeweiligen Wechselgläubiger die Möglichkeit eines Wechselprozesses zur Durchsetzung der Forderungen aus einem zu Protest gegangenen Wechsel. Der Wechselprozess zeichnet sich gegenüber gewöhnlichen Prozessen durch eine beschleunigte Abwicklung und eine vereinfachte Beweisführung aus.628 Somit kann der Wechselgläubiger vergleichsweise schnell einen vollstreckbaren Titel gegen den Beklagten erwirken. Die im Rahmen der Sicherungsfunktion genannten Regelungen und Möglichkeiten – auch als „Wechselstrenge“ bezeichnet – machen den Wechsel zu einer im Vergleich zu sonstigen kurzfristigen Kreditierungsmöglichkeiten sicheren und durch die Weitergabemöglichkeiten liquiditätsschonenden Kreditart. Sein hauptsächliches Einsatzgebiet ist heute der Außenhandel (vgl. insbesondere Abschnitt 5.4.5.2). 5.4.3.2.2 Die zugrunde liegenden Rechtsgeschäfte Nach dem zugrunde liegenden Rechtsgeschäft unterscheidet man drei Arten des Wechsels: Wechsel, denen ein Waren- oder Dienstleistungsgeschäft zugrunde liegt, werden als Handelswechsel bezeichnet. Sie entstehen aus einem Kauf auf Ziel. Der Lieferant zieht hierbei einen Wechsel auf den Abnehmer der Ware. Finanzwechsel beruhen dagegen nicht auf Handelsgeschäften, sondern werden ausschließlich zum Zwecke der Kreditbeschaffung ausgestellt. So kann beispielsweise eine Konzerntochterunternehmung einen Wechsel auf die Muttergesellschaft ziehen, den diese akzeptiert und der dann von einer der beiden Unternehmungen an eine Bank verkauft wird. Finanzwechsel werden genutzt, weil dieser Weg der Kreditbeschaffung oft kostengünstiger ist als andere kurzfristige Kreditformen. Ein Depotwechsel dient ausschließlich Sicherungszwecken; ein Wechsel, häufig ein Solawechsel des Kreditnehmers, wird hierbei zur Sicherung eines Kreditverhältnisses beim Gläubiger hinterlegt. Kommt der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen ordnungsgemäß nach, so erhält er den Wechsel nach Tilgung des Kredits wieder zurück. Anderenfalls 624 Vgl. Art. 48 Abs. 1 WG. Die Zinsansprüche sind auch vom Ausstellungsort und vom Zahlungsort abhängig; vgl. dazu Art. 48 Abs. 1 Nr. 2 WG. 625 Art. 79 Abs. 1; 48 Abs. 2 und 3; 38 Abs. 1 WG. 626 Vgl. Art. 47 Abs. 1 WG. 627 Vgl. Art. 43 Abs. 1 WG. 628 Vgl. §§ 602-605 ZPO. 196 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) kann der Gläubiger den Wechsel zu Protest geben und dadurch die Vorteile der Wechselstrenge zur beschleunigten Beitreibung seiner Forderung ausnutzen. 5.4.3.2.3 Der Diskontkredit Die im Rahmen der Kreditfunktion des Wechsels bereits angesprochene Weitergabe eines Wechsels gegen Zahlung einer bestimmten Geldsumme bezeichnet man als Diskontierung. Sie stellt zwar streng genommen einen Verkauf bzw. eine Abtretung der Wechselforderung dar. Da der Verkäufer dem Käufer allerdings solange verpflichtet bleibt, bis der Bezogene die Wechselsumme bezahlt hat, handelt es sich wirtschaftlich gesehen um eine Kreditgewährung. Sie erfolgt auf der Grundlage eines dem Verkäufer des Wechsels zuvor eingeräumten Diskontkredits. Die vom Käufer zu leistende Geldsumme errechnet sich aus der mit einem festzulegenden Zinssatz vom Verfalltag auf den Ankaufstag abgezinsten Wechselsumme abzüglich sonstiger Spesen. Die so berechneten Zinsen bezeichnet man als Diskont. In der Hauptsache betreiben Banken diesen Ankauf von Wechseln und bieten damit den Wechselberechtigten eine Möglichkeit, ihre Liquiditätslage zu verbessern. Aufgrund der Haftung des Wechseleinreichers legen sie allerdings unter Berücksichtigung seiner Bonität Diskontkontingente fest, die die Gesamtsumme der diskontierten Wechsel (Wechselobligo) eines Einreichers nach oben beschränkt. Die den Wechsel ankaufende Bank kann nun den Wechsel bis zu seiner Fälligkeit aufbewahren und ihn dann der im Wechsel als Zahlstelle genannten Bank zur Zahlung vorlegen (vgl. Abbildung 52; Seite 197). Die Bank hat aber auch die Möglichkeit, den Wechsel ihrerseits bei einem Dritten – ebenfalls unter Abzug des Diskonts – zu diskontieren, um hierdurch Verbindlichkeiten bei dem Dritten zu begleichen oder sich liquide Mittel zu beschaffen. Der Wechsel (und damit auch der Wechselkredit) hat in den letzten Jahren im Inland, nicht dagegen im Außenhandel629, seine Bedeutung weitgehend verloren, so dass schon die Deutsche Bundesbank ihre Geldmengenpolitik nicht mehr mit Hilfe des Diskontkredits und des Lombardkredits betrieb, sondern – wie heute die Europäische Zentralbank – mit Hilfe von Offenmarktgeschäften (echten Pensionsgeschäften).630 Beim Scheck-Wechsel-Verfahren (auch Umkehrwechsel oder umgedrehter Wechsel genannt) gibt es grundsätzlich zwei Varianten. Bei der ersten Variante erhält der Lieferant einer Warensendung vom Käufer einen Scheck, der auf den Rechnungsbetrag abzüglich Skonto lautet. Gleichzeitig akzeptiert der Käufer einen vom Lieferanten ausgestellten Wechsel. Dieser Wechsel wird vom Bezogenen bei seiner Hausbank zum Diskont eingereicht. Durch die daraus resultierende Gutschrift wird die sich aus der Scheckeinlösung ergebende Belastung des Kontokorrentkontos ausgeglichen. Dieses Verfahren, das entsprechende Bonität des Käufers, nicht jedoch des Verkäufers voraussetzt, hat für den Käufer den Vorteil, dass er einen Skontoabzug vornehmen kann, wobei er sich die erforderlichen finanziellen Mittel aus einem – verglichen mit dem 629 Vgl. hierzu Abschnitt 5.4.5. 630 Vgl. hierzu die Abschnitte 5.4.3.3 und 5.4.3.4. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 197 üblichen Kontokorrentkredit – billigeren Diskontkredit beschafft. Dem Verkäufer steht der Rechnungsbetrag (unter Abzug von Skonto) mit der Scheckgutschrift zur Verfügung, obwohl der Gesamtbetrag vom Käufer erst am Verfalltag des von ihm akzeptierten Wechsels aufgebracht werden muss. (3) (4) (7) (8) (1) A zieht einen Wechsel auf B. (2) B akzeptiert den Wechsel und reicht ihn an A zurück. (3) A reicht den Wechsel bei seiner Bank A zum Diskont ein. (4) Bank A schreibt den Diskonterlös (Wechselsumme – Diskont – Diskontspesen) dem Konto des A gut. (5) Bank A legt den Wechsel bei Fälligkeit der im Wechsel als Zahlstelle genannten Bank B zur Zahlung vor. (6) Bank A erhält den Wechselgegenwert von Bank B. (7) Bank B legt den Wechsel dem Bezogenen B zur Zahlung vor. (8) Sie belastet gleichzeitig das Konto des B mit der Wechselsumme und einer Einlösungsprovision. Aussteller und Wechselnehmer A Indossant Bezogener B (6) (5) Bank A (Indossatar) Bank B (Zahlstelle) (2) (1) Abbildung 52: Die Refinanzierung durch Diskontierung von Wechseln631 Auch bei der zweiten Variante erhält der Verkäufer einen vom Käufer ausgestellten Scheck, der auf den um den Skontobetrag verminderten Rechnungsbetrag lautet. Allerdings wird hier der Wechsel, meist ein Solawechsel, vom Verkäufer akzeptiert. Nach Aushändigung des Wechsels an den Käufer wird er von diesem bei seiner Hausbank zum Diskont eingereicht, so dass auch hier die Scheckeinlösung aufgrund der Gutschrift aus der Wechseldiskontierung erfolgen kann. Dieses Verfahren wird angewendet, wenn der Käufer zwar beim Verkäufer, nicht jedoch bei seiner Hausbank, über den erforderlichen „Kredit“ verfügt. Hier gelingt die Beschaffung der finanziellen Mittel aufgrund der Bonität des Verkäufers. 631 Modifiziert entnommen aus Bieg, Hartmut: Die Kreditfinanzierung. In: Der Steuerberater 1997, S. 354. 198 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) Vereinbart ist allerdings, dass der Käufer den Wechselbetrag am Verfalltag anschaffen wird, so dass der Wechselschuldner, also der Verkäufer, nur in Anspruch genommen wird, wenn der Käufer seiner Zahlungsverpflichtung am Verfalltag nicht nachkommt. 5.4.3.3 Der Lombardkredit In diesem Fall wird ein kurzfristiger Kredit durch Verpfändung beweglicher marktgängiger Vermögensgegenstände (Wertpapiere, Edelmetalle, Waren, Wechsel und Forderungen) gesichert. Kreditgeber können gewerbliche Pfandhäuser oder Kreditinstitute sein. Dabei bleibt der Kreditnehmer als Pfandgeber stets Eigentümer des Pfandgegenstandes, während der Kreditgeber als Pfandnehmer Besitzer des Pfandgegenstandes wird. Im Konfliktfall kann er aus der Versteigerung des bei ihm befindlichen Pfandgegenstandes Befriedigung suchen. Die von den Kreditinstituten festgelegten Beleihungsgrenzen der als Pfänder akzeptierten Vermögensgegenstände schwanken entsprechend der Einschätzung des bei der Liquidisierung zu erwartenden Wertabschlags zwischen ca. 50 % für Waren und 90 % für Wechsel; für Aktien liegen diese Beleihungssätze bei 60 %, für Schuldverschreibungen bei 80 %. Die Merkmale des Lombardkredits werden in Abbildung 53 aufgeführt. 1. Kurzfristiger Buchkredit für eine feste Kreditlaufzeit ohne Prolongation. 2. Festkredit, der am Ende der Laufzeit in einer Summe getilgt wird. 3. Sicherung des Kredits durch einen Pfandgegenstand, dessen Beleihungswert die Kredithöhe bestimmt. 4. Ermöglicht die Beschaffung kurzfristiger finanzieller Mittel, ohne dass Vermögensgegenstände verwertet werden müssten; während der Kreditlaufzeit muss allerdings auf den Besitz der Sicherungsgüter verzichtet werden können, so dass sich als Pfandgegenstände vor allem nicht betriebsnotwendige Vermögensgegenstände eignen. 5. Finanzierung von ? in sich abgeschlossenen Handelsgeschäften, die in einem klar erkennbaren Zeitpunkt die Kreditrückzahlung erlauben, ? Liquiditätsengpässen. Abbildung 53: Merkmale des Lombardkredits632 632 Vgl. hierzu insbesondere Jahrmann, Fritz-Ulrich: Finanzierung. 6. Aufl., Herne 2009, S. 77. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 199 In Abhängigkeit von den verpfändeten Vermögensgegenständen unterscheidet man folgende Formen des Lombardkredits:633 • Effektenlombard Hier erfolgt die Kreditgewährung gegen Verpfändung von Effekten, also fungiblen Wertpapieren (Aktien, Industrieobligationen, Pfandbriefen, Anleihen der öffentlichen Hand), im Falle eines kurzfristigen Kapitalbedarfs des Kreditnehmers, wenn dieser zur Deckung seines Kapitalbedarfs den Verkauf der Effekten vermeiden will, entweder weil die Kurse derzeit ungünstig für einen Verkauf sind oder weil der Kreditnehmer die Effekten weiter halten möchte. • Wechsellombard Da er teurer als der Diskontkredit ist, beschränkt er sich auf die Deckung eines Kapitalbedarfs von nur wenigen Tagen. Bedeutung hatte der Wechsellombard für Kreditinstitute, wenn diese einen auf wenige Tage beschränkten Liquiditätsbedarf (z. B. im Zusammenhang mit der Einhaltung der Mindestreserveverpflichtung) haben, die Diskontierung länger laufender Wechsel jedoch höhere Kosten als die kurzfristige Inanspruchnahme des Wechsellombards verursachen würde. Auch diese Geldbeschaffung erfolgt heute im Rahmen der Offenmarktgeschäfte (echte Pensionsgeschäfte634) der Europäischen Zentralbank; das Lombardgeschäft wurde schon von der Deutschen Bundesbank eingestellt. • Warenlombardgeschäft Diese Form des Lombardkredits erfordert die Einlagerung der Pfandobjekte bei einem Lagerhalter unter Mitverschluss der Bank. Größere Bedeutung hat die Verpfändung von handelsrechtlichen Order- oder Dispositionspapieren, die das Recht an der Ware verbriefen (Orderlagerscheine, Frachtbriefduplikate, Konnossemente). • Lombardierung von Rechten Hier kommen vor allem Forderungen in Frage, wobei die Verpfändung nur wirksam ist, wenn der Gläubiger sie dem Schuldner anzeigt.635 Vor allem Lebensversicherungspolicen werden in Höhe des Rückkaufswertes als Pfand verwendet. • Lombardierung von Edelmetallen, Schmucksteinen und Schmuckstücken Diese Form des Lombardkredits hat nur Bedeutung in der Gold- und Schmuckindustrie (Idar-Oberstein, Pforzheim, Schwäbisch Gmünd). 5.4.3.4 Das Wertpapierpensionsgeschäft Bei einem Wertpapierpensionsgeschäft überträgt der Pensionsgeber ihm gehörende Vermögensgegenstände (z. B. Wertpapiere) gegen Zahlung eines vereinbarten Betrags an den Pensionsnehmer mit der Maßgabe, dass dieser ihm die übertragenen Vermögensgegenstände später gegen Zahlung des ursprünglichen oder eines anderen festgelegten Betrags zu- 633 Vgl. Jahrmann, Fritz-Ulrich: Finanzierung. 6. Aufl., Herne 2009, S. 77-79. 634 Vgl. Abschnitt 5.4.3.4. 635 Vgl. § 1280 BGB. 200 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) rückübertragen muss oder darf. Wertpapierpensionsgeschäfte werden in echte und unechte Wertpapierpensionsgeschäfte unterteilt, je nachdem, ob vereinbart wurde, dass der Pensionsnehmer eine Rückübertragungspflicht (echtes Wertpapierpensionsgeschäft) oder ein Rückübertragungswahlrecht (unechtes Wertpapierpensionsgeschäft) besitzt. Während der Pensionsnehmer also eine Rückgabeverpflichtung oder eine Rückgabeoption hat, ist der Pensionsgeber stets zur Rücknahme des übertragenen Vermögensgegenstandes verpflichtet. Abbildung 54 enthält die in § 340b Abs. 1-3 HGB genannten Merkmale der echten und unechten Pensionsgeschäfte.636 Echtes Pensionsgeschäft Unechtes Pensionsgeschäft Pflicht oder Recht der Rückgabe für den Pensionsnehmer unbedingte Rückgabepflicht selbstbestimmbares Rückgaberecht Pflicht der Rücknahme für den Pensionsgeber unbedingte Rücknahmepflicht bedingte Rücknahmepflicht (fremdbestimmt) Zeitpunkt der Rückübertragung (a) bereits bei Vertragsabschluss vereinbart (b) vom Pensionsgeber noch zu bestimmen (b) vom Pensionsnehmer noch zu bestimmen Art der Gegenleistung Zahlungsmittel (kein Tausch) Höhe der Gegenleistung bei Vertragsabschluss vereinbart Art der Vermögenswerte bei Rückübertragung (a) dieselben(b) gleichartige Vertragspartner – Pensionsgeber (a) Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitute (Institute); (b) Nichtinstitute – Pensionsnehmer (a) Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitute (Institute); (b) Nichtinstitute Abbildung 54: Die Merkmale der Pensionsgeschäftsarten gemäß § 340b Abs. 1-3 HGB637 Für den Pensionsgeber bietet ein Wertpapierpensionsgeschäft den Vorteil, dass er sich auf diese Weise liquide Mittel verschaffen kann, wobei er bei einem echten Pensionsgeschäft 636 Vgl. zum Gesamtkomplex Bieg, Hartmut: Die externe Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute. München 1999, S. 128-161; Bieg, Hartmut/Waschbusch, Gerd/Käufer, Anke: Die Bilanzierung von Pensionsgeschäften im Jahresabschluss der Kreditinstitute nach HGB und IFRS. In: Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft 2008, S. 63-76. 637 Modifiziert entnommen aus Waschbusch, Gerd: Die Rechnungslegung der Kreditinstitute bei Pensionsgeschäften. In: Betriebs-Berater 1993, S. 173; vgl. auch Bieg, Hartmut: Die externe Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute. München 1999, S. 130. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 201 das Eigentum an den übertragenen Wertpapieren nur für eine bestimmte Zeit aufgeben muss; da der Rücknahmepreis bereits bei Vertragsabschluss festgelegt ist, kennt der Pensionsgeber den Mittelbedarf, den er bei Rückübertragung der Wertpapiere aufwenden muss, bereits beim Zufluss der liquiden Mittel. Bei unechten Wertpapierpensionsgeschäften besteht für den Pensionsgeber allerdings das Risiko, dass der Wert der übertragenen Wertpapiere bis zum vereinbarten Rückübertragungszeitpunkt über den vereinbarten Rücknahmepreis gestiegen ist, so dass der Pensionsnehmer sein ihm zustehendes Wahlrecht dahingehend ausübt, die Wertpapiere zu behalten. Der Pensionsgeber erhält dann die (im Wert gestiegenen) Wertpapiere nicht vom Pensionsnehmer zurück; damit unterbleibt in diesem Fall auch ein Abfluss liquider Mittel vom Pensionsgeber an den Pensionsnehmer. Aber auch ein Preisverfall der in Pension gegebenen Vermögensgegenstände ist bei einem unechten Wertpapierpensionsgeschäft für den Pensionsgeber mit einem Risiko verbunden. Der Pensionsnehmer wird, sollte der Wert der übertragenen Wertpapiere geringer als der vereinbarte Rücknahmepreis sein, die Wertpapiere an den Pensionsgeber zurückübertragen. Dieser muss dann einen überhöhten Preis für die (im Wert gefallenen) Wertpapiere bezahlen. Somit trägt bei unechten Wertpapierpensionsgeschäften der Pensionsgeber das gesamte Preisrisiko. Da bei echten Wertpapierpensionsgeschäften keiner der beiden Vertragspartner ein Wahlrecht zur Rückgabe bzw. Rücknahme der übertragenen Vermögensgegenstände besitzt und somit keiner von beiden eine Preisänderung der Wertpapiere zu seinen Gunsten ausnutzen kann, sind echte Wertpapierpensionsgeschäfte sowohl für den Pensionsgeber als auch für den Pensionsnehmer mit einem Preisrisiko verbunden. Für den Pensionsnehmer bieten Wertpapierpensionsgeschäfte die Möglichkeit, dass er flüssige Mittel für eine genau auf seine Liquiditätsverhältnisse abgestellte Dauer unabhängig von der Selbstliquidationsperiode der in Pension genommenen Wertpapiere anlegen kann. Neben den Wertpapierpensionsgeschäften, die Unternehmungen untereinander abschließen können, nehmen die Wertpapierpensionsgeschäfte zwischen dem Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) und den Kreditinstituten eine besondere Stellung ein. Sie stellen – neben den Pfandkrediten – das wichtigste Instrument dar, mit dem das ESZB den Kreditinstituten Zentralbankgeld zur Verfügung stellt.638 Zu diesem Zweck schließt das ESZB mit den Kreditinstituten ausschließlich echte Wertpapierpensionsgeschäfte ab, bei denen das ESZB als Pensionsnehmer auftritt. Es erhält also von den Kreditinstituten bestimmte lombardfähige Wertpapiere übertragen und stellt ihnen im Gegenzug Zentralbankgeld für die Dauer des Pensionsgeschäfts zur Verfügung, womit eine Geldschöpfung verbunden ist. Da die Kreditinstitute am Ende der Laufzeit der Wertpapierpensionsgeschäfte die Wertpapiere gegen Zahlung des Rücknahmepreises zurücknehmen müssen, wird zu diesem Zeitpunkt das früher geschaffene Zentralbankgeld wieder vernichtet. 638 Vgl. Europäische Zentralbank: Die einheitliche Geldpolitik in Stufe 3. Frankfurt a. M. 1998, S. 4-5. 202 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) 5.4.3.5 Die Euronotes Mit dem Begriff Euronotes werden kurz- bis mittelfristige Schuldtitel bezeichnet, die u. a. von Banken und Industrieunternehmungen mit erstklassiger Bonität am Euromarkt begeben werden. Die Laufzeiten von Euronotes bewegen sich i. d. R. zwischen einem und sechs Monaten. Euronotes zeichnen sich dadurch aus, dass der Absatz dieser Papiere, die im Allgemeinen nicht an einer Börse notiert werden, durch Kreditinstitute abgesichert wird. Dies geschieht durch eine Vereinbarung zwischen dem Emittenten der Euronotes und einem Kreditinstitut (bzw. einem Bankenkonsortium, also einer Gruppe von Kreditinstituten), das sich verpflichtet, die Euronotes, die nicht am Markt platziert werden können, selber zu übernehmen oder dem Emittenten einen entsprechenden Kredit einzuräumen. Für diese Übernahmegarantie erhält das Kreditinstitut eine Risikoprämie. Dem Emittenten bieten Euronotes den Vorteil, dass er die Laufzeiten der Schuldtitel genau seinem Kapitalbedarf anpassen kann. Außerdem kann er auf diese Weise Kapital zu einem Zinssatz aufnehmen, der sich am Geldmarktsatz EURIBOR orientiert, wobei die Höhe eines eventuellen Aufschlags u. a. von der Bonität des Emittenten abhängt. Durch die Übernahmegarantie eines Kreditinstituts kann der Emittent sicher sein, dass er sich zum vereinbarten Zeitpunkt Fremdkapital in der gewünschten Höhe beschaffen kann. Werden diese Euronotes als revolvierende Titel ausgegeben, so soll die Tilgung am Ende der kurzen Laufzeit aus liquiden Mitteln erfolgen, die durch die zu diesem Zeitpunkt erfolgende Ausgabe neuer, wiederum kurz laufender Schuldtitel beschafft werden. Die in diesem Fall auch für die revolvierenden Emissionen von den Banken übernommenen Übernahmeverpflichtungen bergen besondere Risiken in sich, weil Banken diese Verpflichtungen nicht nur für den Fall (vorübergehend) nicht aufnahmebereiter Finanzmärkte übernehmen, sondern auch für den Fall verschlechterter Bonität des Emittenten. Über sogenannte escape- Klauseln versuchen sie sich deswegen den Ausstieg aus der Übernahmeverpflichtung offen zu halten. 5.4.3.6 Die Commercial Papers Bei Commercial Papers handelt es sich um Geldmarktpapiere, die mit den Euronotes vergleichbar sind. Da keine Besicherung dieser Schuldtitel stattfindet, können sie nur von Unternehmungen mit erstklassiger Bonität begeben werden. Im Allgemeinen haben sie eine Laufzeit von wenigen Tagen bis zu einem Jahr; allerdings sind auch Laufzeiten bis zu zwei Jahren möglich. Ebenso wie bei Euronotes ist eine Börsennotierung von Commercial Papers nicht üblich. Der Unterschied zu Euronotes liegt in der fehlenden Übernahmegarantie durch ein Kreditinstitut. Der Emittent hat das Platzierungsrisiko somit selbst zu tragen. Da die beteiligten Kreditinstitute keine Garantiefunktion übernehmen und daher auch nicht zu (potenziellen) Kreditgebern werden, erhalten sie keine Risikoprämie, was zu einer vergleichsweise günstigeren Finanzierungsmöglichkeit für den Emittenten von Commercial Papers führt. Die an der Emission beteiligten Kreditinstitute erhalten für die Vorbereitung und Durchführung der Emission lediglich eine Provision. Der Mindestumfang einer Tranche liegt bei 2,5 Mio. EUR. Da die gesamte Tranche i. d. R. in Mindeststückelungen von 250.000 EUR begeben wird, kommen diese Papiere für Klein- 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 203 anleger nicht in Frage.639 Der Anlegerkreis setzt sich daher hauptsächlich aus Investmentfonds, Versicherungen und großen Industrieunternehmungen zusammen. Da Commercial Papers nicht standardisiert sind, kann der Emittent die Konditionen (vor allem hinsichtlich Volumen und Laufzeit) seinen Finanzierungsbedürfnissen anpassen. Hinzu kommt, dass die Kapitalbeschaffung mittels Commercial Papers günstiger als die Finanzierung über ein vergleichbares Bankdarlehen ist. Außerdem entfällt die Stellung von Sicherheiten, so dass diese von der emittierenden Unternehmung anderweitig (z. B. zur Besicherung anderer Kredite) verwendet werden können. Die Tatsache, dass der Emittent von Commercial Papers das Platzierungsrisiko selbst zu tragen hat, kann dazu führen, dass die Emission nicht die benötigten Mittel erbringt, so dass für den Restbetrag eine weitere (teurere) Geldaufnahme durchgeführt werden muss. 5.4.3.7 Die Certificates of Deposit Termineinlagen bei Kreditinstituten stellen üblicherweise Buchforderungen dar, die auf den Namen des Anlegers lauten und sich daher nicht als Handelsobjekte eignen. Der Anleger kann erst zum vereinbarten Zeitpunkt (Festgeld) oder nach Ablauf einer bestimmten Kündigungsfrist (Kündigungsgeld) über die Termineinlage verfügen. Um dem Anleger im Falle eines unvorhergesehenen Kapitalbedarfs eine vorzeitige Verfügung über die in der Termineinlage gebundenen Mittel zu ermöglichen, ohne die vertraglich vereinbarte Termineinlage bei dem Kreditinstitut auflösen zu müssen, wurden sogenannte Certificates of Deposit entwickelt. Bei ihnen handelt es sich um auf den Inhaber lautende Einlagenzertifikate, die Termineinlagen bei Kreditinstituten verbriefen. Die Verbriefung der Termineinlagen in Inhaberpapieren war zusammen mit der Standardisierung der Laufzeiten Voraussetzung für die Möglichkeit, einen Sekundärmarkt einzurichten; auf ihm werden mittlerweile Certificates of Deposit mit standardisierten Laufzeiten zwischen 30 und 180 Tagen gehandelt. So können ansonsten illiquide Termineinlagen bereits vor Fälligkeit vom Inhaber veräußert werden, so dass ein eventueller Kapitalbedarf der Erwerber der Certificates of Deposit schnell gedeckt werden kann, ohne dass die Emittenten der Papiere davon berührt würden. Als Käufer von Certificates of Deposit treten vor allem Geldmarktfonds, Kreditinstitute und Versicherungen sowie große Industrieunternehmungen, die über kurzfristig anzulegende Liquidität verfügen, auf. 5.4.4 Die „Kreditleihe“ 5.4.4.1 Vorbemerkungen Bei der „Kreditleihe“ erhält die Unternehmung im Gegensatz zum Geldkredit keine finanziellen Mittel von der Bank, sondern sie „leiht“ sich die Kreditwürdigkeit einer Bank, d. h., die Bank steht mit ihrem Namen für die Unternehmung ein. An die „Kreditleihe“ kann sich 639 Vgl. Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 424-427; Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9. Aufl., München 2002, S. 330-332. 204 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) jedoch eine Geldleihe anschließen. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn der Kreditnehmer einen Wechsel, den er im Rahmen eines Akzeptkredits auf seine Bank gezogen hat („Kreditleihe“), diskontieren lässt (Geldleihe). 5.4.4.2 Der Akzeptkredit Hierbei zieht der Kunde als Aussteller einen Wechsel auf die Bank, der von dieser als Bezogener akzeptiert wird (Bankakzept). Im Rahmen des Akzeptkredits wird vereinbart, dass der Kunde der Bank die Wechselsumme vor Fälligkeit des Wechsels zur Verfügung zu stellen hat. Die Bank ist damit zwar wechselrechtlich Hauptschuldner, hat jedoch nur dann einzustehen, wenn ihr Kunde den Betrag nicht rechtzeitig anschafft. Für diese Eventualhaftung wird eine Akzeptprovision erhoben. Wie jeden Wechsel kann der Kunde dieses Bankakzept an einen Gläubiger weitergeben oder bei einem Kreditinstitut zum Diskont einreichen. Die Diskontierung erfolgt wegen der Bonität des Bezogenen, also der Bank, zu einem unter dem normalen Zinssatz liegenden Satz. Erfolgt die Diskontierung bei der Akzept erteilenden Bank, so spricht man von Selbstdiskontierung. Die größte Bedeutung erlangt der Akzeptkredit im Rahmen der kurzfristigen Außenhandelsfinanzierung, wobei der Name und die Kreditwürdigkeit der Bank an die Stelle des dem Gläubiger oft nicht hinreichend bekannten Schuldners tritt.640 5.4.4.3 Der Avalkredit Beim (kurz- oder mittelfristigen) Avalkredit übernimmt ein Kreditinstitut im Auftrag eines Kunden (Avalkreditnehmer) gegenüber einem Dritten (Avalbegünstigter) eine Bürgschaft oder Garantie. Der Avalkreditnehmer bleibt Hauptschuldner seines Gläubigers, die Bank wird nur in Anspruch genommen, wenn die Verbindlichkeit vom Avalkreditnehmer nicht beglichen wird (Eventualverbindlichkeit der Bank). Der Avalbegünstigte kann ohne Überprüfung der Kreditwürdigkeit des Avalkreditnehmers an diesen Kredite vergeben oder Aufträge erteilen. Da die Bürgschaftserteilung für die Bank ein Handelsgeschäft darstellt, sind die von Banken übernommenen Bürgschaften selbstschuldnerisch, d. h., den Banken steht die Einrede der Vorausklage nicht zu.641 Ohne vorherige Klageerhebung kann sich der Avalbegünstigte bei Zahlungsverzug des Avalkreditnehmers also sofort an die bürgende Bank wenden. Für die Einräumung des Avalkredits ist im Voraus eine Avalprovision zu entrichten; ihre Höhe ist von Laufzeit, Bürgschaftsbetrag und etwaiger Sicherstellung des Avals abhängig und beträgt ca. 0,5 bis 2,5 % p. a. 640 Vgl. auch Rembourskredit, Abschnitt 5.4.5.2. 641 Vgl. § 349 HGB; vgl. auch Abschnitt 5.2.6.3.2.1. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 205 Die wichtigsten Anwendungsformen des Avalkredits durch Kreditinstitute sind:642 • Zollbürgschaften, auf deren Grundlage die Zollverwaltung Importeuren oder Spediteuren Zahlungsaufschub für zu zahlende Zölle einräumt, so dass der Warenumschlag bzw. die Einziehung der Frachten vor Bezahlung der Zölle erfolgen kann; • Frachtstundungsavale, zur Absicherung von Stundungen der Gebühren im Frachtgeschäft; • Bietungsgarantien zur Absicherung von Konventionalstrafen für den Fall, dass die Unternehmung, die im Falle einer Ausschreibung den Zuschlag erhielt, den Vertrag nicht abschließt; • Anzahlungsgarantien zur Sicherstellung der Rückzahlung von Anzahlungen, falls die Leistung nicht oder nicht fristgerecht erfolgt; • Lieferungs- und Leistungsgarantien zur Absicherung von Konventionalstrafen für den Fall der nicht ordnungsmäßigen Vertragserfüllung; • Gewährleistungsgarantien zur Absicherung der Gewährleistungsansprüche gegen- über dem Hersteller bzw. Lieferanten, z. B. Bauunternehmungen. 5.4.5 Die kurzfristigen Kredite im Auslandsgeschäft 5.4.5.1 Das Dokumentenakkreditiv Grundsätzlich ist ein Akkreditiv ein Auftrag des Akkreditivstellers an eine Bank, einem Dritten, dem Akkreditierten, unter genau festgelegten Bedingungen innerhalb einer bestimmten Frist einen bestimmten Geldbetrag i. d. R. über eine ausländische Bank auszuzahlen. Beim früher im Reiseverkehr zur Bargeldbeschaffung im Ausland verwendeten und heute – wegen der weiten Verbreitung von Kreditkarten und Reiseschecks – nicht mehr gebräuchlichen Barakkreditiv erstreckten sich diese Bedingungen auf die Vorlage von Ausweispapieren und die Leistung einer Unterschrift. Das auch heute noch im außereuropäischen Handel643 bedeutsame Dokumentenakkreditiv dient im Rahmen der kurzfristigen Außenhandelsfinanzierung dagegen der Absicherung der Zahlungsverpflichtung des Importeurs sowie der Lieferungsverpflichtung des Exporteurs. Die vom Importeur beauftragte Bank (Akkreditivbank) wickelt den ihr erteilten Auftrag i. d. R. unter Einschaltung einer Korrespondenzbank (Akkreditivstelle) ab, die ihrem Kunden (Exporteur) die Akkreditivsumme bei Erfüllung der akkreditivmäßigen Bedingungen 642 Vgl. Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9.Aufl., München 2002, S. 329. 643 Süchting weist darauf hin, dass die Integration im Wirtschaftsraum der Europäischen Union zu einem „binnenwirtschaftlichen Verhältnissen vergleichbaren Informationsstand der Handelspartner geführt hat“, so dass das Dokumentenakkreditiv nur noch außerhalb des Wirtschaftsraums der Europäischen Union Bedeutung hat; vgl. Süchting, Joachim: Finanzmanagement – Theorie und Politik der Unternehmensfinanzierung. 6. Aufl., Wiesbaden 1995, S. 195 und die dort angegebene Literatur. 206 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) auszahlt. Diese beinhalten hier die Vorlage von im Akkreditiv spezifizierten Dokumenten durch den Exporteur. Dabei handelt es sich um Ursprungszeugnisse und in der Hauptsache um Transportdokumente (Fracht- und Lagerscheine, Konnossemente644), die den Versand der Ware beweisen und einen Herausgabeanspruch des berechtigten Inhabers verbriefen. Da die Dokumente von den beteiligten Banken geprüft werden und bereits kleinste Abweichungen vom Akkreditiv zu einer Zahlungsverweigerung führen, wird so ein relativ sicherer Zug-um-Zug-Kauf (Geld gegen Ware) auch über große räumliche Distanzen ermöglicht. Abbildung 55 (Seite 207) fasst den Ablauf einer Zahlung unter Heranziehung eines Dokumentenakkreditivs zusammen. Die Absicherung der Zahlungsverpflichtungen des Importeurs wird durch zwei Formen des Akkreditivs verstärkt. Zum einen fordert der Exporteur meist die Eröffnung eines unwiderruflichen Akkreditivs. Dieses kann im Gegensatz zum widerruflichen Akkreditiv nicht auf Veranlassung des Akkreditivstellers von der Akkreditivbank annulliert werden. Die Akkreditivbank geht vielmehr mit der Akkreditiveröffnung eine rechtliche Verpflichtung gegen- über dem Exporteur ein, gegen Vorlage ordnungsgemäßer Dokumente die Akkreditivsumme zu leisten. Damit tritt neben den Importeur als Hauptschuldner die Akkreditivbank als Nebenschuldner der Akkreditivsumme. Zum anderen besteht die Möglichkeit eines unwiderruflichen bestätigten Akkreditivs. In diesem Fall übernimmt die Akkreditivstelle zusätzlich zur Akkreditivbank die Haftung für die Zahlung der Akkreditivsumme bei Vorlage ordnungsgemäßer Dokumente. Aufgrund der dadurch zusätzlich entstehenden Kosten (Bestätigungsgebühren der Akkreditivstelle) ist allerdings das unbestätigte Akkreditiv gebräuchlicher. Die wirtschaftliche Bedeutung des Dokumentenakkreditivs ist zum einen in seiner Sicherungsfunktion begründet. Dabei werden zum einen die Ansprüche des Exporteurs gegen den Importeur gesichert, da Letzterer erst dann über die Ware verfügen kann, wenn er bzw. die Akkreditivbank die Akkreditivsumme geleistet hat. Neben dieser jedem Dokumentenakkreditiv immanenten Eigenschaft bestehen darüber hinaus für den Exporteur die bereits aufgezeigten zusätzlichen Sicherungsmöglichkeiten der Unwiderruflichkeit und der Bestätigung. Zum anderen werden aber auch die Ansprüche des Importeurs gegen den Exporteur durch ein Dokumentenakkreditiv abgesichert, da der Exporteur erst dann die Kaufpreiszahlung verlangen kann, wenn er die akkreditivmäßigen Dokumente beschafft und der Akkreditivstelle eingereicht hat. Zur Erlangung dieser Dokumente muss er die Ware einer Spedition oder einem Reeder verbunden mit dem Auftrag der Versendung übergeben. Damit ist weitgehend sichergestellt, dass die Ware den Importeur erreicht. Auch die Qualität der Ware kann – zumindest in einem gewissen Umfang – akkreditivmäßig abgesichert werden, indem der Importeur die Kaufpreiszahlung von der Vorlage bestimmter zusätzlicher Dokumente 644 Das Konnossement ist ein Dokument mit Wertpapiercharakter, das zum einen den Empfang der Güter durch einen Spediteur oder Reeder verbrieft, zum anderen den Spediteur oder Reeder zur Herausgabe der Güter an den sich ausweisenden Inhaber des Konnossements verpflichtet; vgl. Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9. Aufl., München 2002, S. 324. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 207 abhängig macht, mit denen beispielsweise unabhängige Sachverständige oder Behörden die geforderten Qualitätseigenschaften der Ware bestätigen. Beide Vertragspartner werden zudem dadurch geschützt, dass die Abwicklung des Dokumentenakkreditivs nach den Einheitlichen Richtlinien und Gebräuchen für Dokumenten- Akkreditive der Internationalen Handelskammer Paris (ERA) abgewickelt werden, zu deren Einhaltung sich die Banken und sonstigen Akkreditivbeteiligten verpflichtet haben. (4) (6) (7) (9) (2) (1) Exporteur und Importeur schließen einen Kaufvertrag mit einer Akkreditivklausel ab. (2) Der Importeur beauftragt seine Bank, ein der Akkreditivklausel entsprechendes Akkreditiv zu eröffnen. (3) Die Bank des Importeurs sendet ein Akkreditiveröffnungsschreiben an die Bank des Exporteurs. (4) Die Bank des Exporteurs avisiert diesem die Akkreditiveröffnung. (5) Der Exporteur versendet die Ware. Vom Spediteur/Reeder erhält er die Transportdokumente. (6) Der Exporteur reicht die Dokumente seiner Bank ein. (7) Nach Prüfung der rechtzeitigen Einreichung und Akkreditivmäßigkeit der Dokumente zahlt die Bank die Akkreditivsumme an den Exporteur. (8) Die Bank des Exporteurs sendet die Dokumente an die Bank des Importeurs und belastet diese mit der Akkreditivsumme. (9) Die Bank des Importeurs belastet nach Prüfung der Dokumente den Importeur mit der Akkreditivsumme zuzüglich Spesen und reicht die Dokumente an ihn weiter. (10) Der Importeur kann mit diesen Dokumenten die versandten Waren in Empfang nehmen. Exporteur = Akkreditierter Importeur = Akkreditivsteller Bank des Exporteurs = Akkreditivstelle Bank des Importeurs = Akkreditivbank (8) (3) (5) (1) (10) Zwischenlager Abbildung 55: Dokumentenakkreditiv645 645 Entnommen aus Bieg, Hartmut: Die Kreditfianzierung. In: Der Steuerberater 1997, S. 399. 208 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) Andererseits erstreckt sich die wirtschaftliche Bedeutung des Dokumentenakkreditivs auf die Kredit- oder Finanzierungsfunktion, die sowohl auf der Seite des Importeurs als auch auf der Seite des Exporteurs vorliegen kann. Da die Akkreditivsumme dem Importeur i. d. R. erst bei Eingang der Dokumente belastet wird (ungedecktes Dokumentenakkreditiv), genießt der Importeur den „Kredit“ seiner Bank, der sich bei einem unwiderruflichen Akkreditiv in der rechtlich bindenden Einlösungsverpflichtung der Akkreditivbank äußert. Über diese „Kreditleihe“ hinaus kann mit dem Dokumentenakkreditiv auch ein Geldkredit verbunden sein. Im Falle der Zahlungsvereinbarung „Dokumente gegen Kasse“ erhält der Exporteur nach Übergabe der Dokumente an seine Hausbank den monetären Gegenwert sofort ausbezahlt, obwohl die Ware den Importeur noch nicht erreicht hat. Nimmt die gleichzeitig belastete Akkreditivbank die Sollbuchung bei ihrem Kunden erst nach dem postalischen Eingang der Dokumente vor, so wird dem Importeur für die Dauer des Postlaufs ein Geldkredit gewährt. Ein Wechselkredit liegt dagegen vor, wenn die beiden Vertragspartner die Zahlungsvereinbarung „Dokumente gegen Akzept“ wählen. Bei Vorlage akkreditivmäßiger Dokumente akzeptiert der Importeur dabei einen vom Exporteur auf ihn gezogenen Wechsel. Der Exporteur kann seinerseits diesen Wechsel in den in Abschnitt 5.4.3.2 behandelten Arten zu seiner Refinanzierung einsetzen. Reicht er ihn beispielsweise bei seiner Bank (Akkreditivstelle) zum Diskont ein, kann er sich liquide Mittel in Form von Bankguthaben verschaffen. Die Kosten des Dokumentenakkreditivs setzen sich aus Akkreditiveröffnungsgebühren, Dokumentenaufnahmegebühren sowie gegebenenfalls Unwiderruflichkeits- und Bestätigungsgebühren, die von der Dauer der Zusage des Akkreditivs abhängen, zusammen. 5.4.5.2 Der Rembourskredit Diese Variante des Akzeptkredits wurde zur Absicherung von Zielverkäufen im Außenhandel entwickelt. Dabei akzeptiert die Bank des Importeurs in dessen Auftrag und für dessen Rechnung eine Tratte des Exporteurs gegen Aushändigung akkreditivmäßiger Dokumente. Der Exporteur erhält gegen Übergabe der Dokumente (Versandurkunde, Ursprungszeugnisse) an die Remboursbank den Ausfuhrerlös in Form eines Bankakzepts. Diesen bonitätsmäßig erstklassigen Abschnitt kann er jederzeit diskontieren lassen und verfügt somit über den monetären Gegenwert der gelieferten Waren. Dem Importeur wird für die Dauer der Laufzeit des Wechsels ein Zahlungsziel eingeräumt; er ist im Rahmen des Akzeptkredits verpflichtet, den Akzeptbetrag rechtzeitig bereitzustellen. Beim direkten Rembourskredit akzeptiert die Bank des Importeurs den vom Exporteur ausgestellten Wechsel. Vermittelt dagegen die Importbank den Rembourskredit, so dass eine andere Bank mit Sitz im Exportland, im Importland oder in einem dritten Land Akzeptbank wird, so spricht man vom indirekten Rembourskredit. Abbildung 56 (Seite 209) zeigt den Fall eines direkten Rembourskredites. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 209 Bank des Exporteurs Bank des Importeurs (Akkreditivund Akzeptbank) (5) Versand (11a) Abholung Exporteur Importeur (13) Wechselsumme bei Fälligkeit (14) Akzept ( 8) Akzept (7) Dokumente + Tratte (3) Akkreditiveröffnung ( 1) Kaufvertrag Zwischenlager (4 )A kk re di tiv be na ch ric ht ig un g (6 )D ok um en te + Tr at te (1 0) A kz ep to de rD is ko nt er lö s (1 0a )A kz ep t-I nk as so (1 0b )W ec hs el su m m e (1 2) W ec hs el su m m e be iF äl lig ke it (1 1) D ok um en te (9 )A kz ep tk re di t (2 )A kk re di tiv au ftr ag Abbildung 56: Rembourskredit646 Die einzelnen Schritte des Prozessverlaufes im Rahmen eines Rembourskredites werden im Folgenden erläutert: 647 (1) Exporteur und Importeur schließen einen Kaufvertrag ab mit der Zahlungsbedingung: Bankakzept gegen Transportdokumente im Rahmen eines Akkreditivs.648 (2) Der Importeur beauftragt seine Bank, zugunsten des Exporteurs ein entsprechendes Akkreditiv zu eröffnen und gegen Vorlage der Transportdokumente einen vom Exporteur ausgestellten Wechsel zu akzeptieren.649 646 Modifiziert entnommen aus Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9. Aufl., München 2002, S. 326. 647 Modifiziert entnommen aus Bieg, Hartmut: Die Kreditfinanzierung. In: Der Steuerberater 1997, S. 401. 648 Die Kopplung mit einem Akkreditiv ist nicht zwingend, in der Praxis jedoch der häufigere Fall; vgl. Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9. Aufl., München 2002, S. 325. 210 5 Die Außenfinanzierung durch Fremdkapital (Kreditfinanzierung) (3) Die Bank des Importeurs eröffnet bei entsprechender Bonität des Importeurs das Remboursakkreditiv mit einer Akzeptzusage und sendet ein Akkreditiveröffnungsschreiben an die Bank des Exporteurs. (4) Die Bank des Exporteurs avisiert diesem die Akkreditiveröffnung. (5) Der Exporteur versendet die Ware. Vom Spediteur/Reeder erhält er die Transportdokumente. (6) Der Exporteur reicht die Transportdokumente sowie eine auf die Bank des Importeurs gezogene Tratte seiner Bank zur Weiterleitung und Akzepteinholung bei der Bank des Importeurs ein.649 Er kann grundsätzlich bereits jetzt die Tratte bei seiner Bank diskontieren und bevorschussen lassen, um nicht die Postlaufzeiten der Dokumente abwarten zu müssen (vgl. Abschnitt 5.4.3.2.3). (7) Die Bank des Exporteurs versendet die Dokumente und die Tratte an die Bank des Importeurs. (8) Diese versieht die Tratte nach Prüfung der rechtzeitigen Einreichung und Akkreditivmäßigkeit der Dokumente mit ihrem Akzept und sendet den Wechsel an die Bank des Exporteurs zurück. (9) Durch diesen Vorgang gewährt sie dem Importeur einen Akzeptkredit. (10) Die Bank des Exporteurs reicht den Wechsel an den Exporteur weiter, der diesen nun – i. d. R. bei seiner Bank – diskontieren lässt, falls dies nicht schon bei Dokumentenaufnahme (vgl. Punkt (6) sowie Abschnitt 5.4.3.2.3) geschehen ist. Die Bank schreibt ihm den Diskonterlös gut.650 Denkbar ist aber auch die Aufbewahrung des Wechsels durch den Exporteur und die spätere Einreichung bei seiner Bank zum Inkasso; vgl. Punkte (10a) und (10b). (11) Der Importeur erhält die Transportdokumente von seiner Bank und kann die Ware in Empfang nehmen; vgl. auch Punkt (11a). (12) Der Importeur hat rechtzeitig vor Fälligkeit des Wechsels den entsprechenden Gegenwert bei seiner Bank anzuschaffen. (13) Die Bank des Importeurs (Bezogene) bezahlt den Wechsel und belastet gleichzeitig den Importeur mit dem Gegenwert, wenn (14) ihr der Wechsel bei Fälligkeit vom Wechselinhaber (beispielsweise der Bank des Exporteurs) vorgelegt wird. 5.4.5.3 Der Negoziationskredit Beim Negoziationskredit, einer besonderen Form des Diskontkredits, wird die Hausbank des Exporteurs von der Bank des Importeurs auf Veranlassung des Importeurs ermächtigt, 649 Grundsätzlich gibt es allerdings drei Möglichkeiten: Der Wechsel kann von der Bank des Importeurs, von der Bank des Exporteurs (in beiden Fällen: direkter Rembourskredit) oder von einer besonderen Remboursbank (indirekter Rembourskredit) akzeptiert werden. 650 Der Rembourskredit ist also ein durch Dokumente gesicherter Akzeptkredit (Importeur), der mit einem Diskontkredit (Exporteur) gekoppelt ist. 5.4 Die kurzfristige Kreditfinanzierung 211 zu Lasten der Importeurbank einen vom Exporteur auf den Importeur oder eine Bank gezogenen Wechsel gegen Vorlage der Dokumente noch vor Akzeptierung durch den Importeur oder die Bank anzukaufen oder zu bevorschussen (zu negoziieren). In diesem Fall wird die Tratte zusammen mit den Versanddokumenten der Importeurbank übersandt, die gleichzeitig von der Exporteurbank belastet wird. Der Exporteur kann also bei Vorlage der Versanddokumente bereits über deren Gegenwert verfügen, während er beim Rembourskredit die Postlaufzeit der Dokumente und des Wechsels bzw. des Akzeptes abwarten müsste.651 Dem Importeur, der die Dokumente gegen Akzeptierung der Tratte von seiner Hausbank ausgehändigt bekommt, wird ein Zahlungsziel bis zum Verfalltag des Wechsels eingeräumt. 651 Vgl. Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9.Aufl., München 2002, S. 326. 6 Die Außenfinanzierung durch Mezzanine-Kapital 6.1 Vorbemerkungen 6.1.1 Begriff Mezzanine-Kapital (auch hybrides Kapital) bezeichnet eine Form der Außenfinanzierung, die inhaltlich zwischen der Eigen- und Fremdfinanzierung anzusiedeln ist. Mezzanine Finanzierungsformen vereinen bestimmte idealtypische Merkmale des Eigenkapitals mit idealtypischen Fremdkapitalmerkmalen. Der Mischcharakter mezzaniner Finanzierungsformen leitet sich bereits aus dem Begriff „Mezzanine“ ab, der in der Architektur ein Zwischengeschoss – ein niedriges Geschoss zwischen zwei Hauptetagen – bezeichnet. Mezzanine Finanzierungsformen dienen der Schließung einer möglicherweise auftretenden Finanzierungslücke zwischen klassischer Eigenkapital- und typischer Fremdkapitalfinanzierung. Hierbei strebt das Kapitalnehmer regelmäßig eine Gestaltung der Vertragsbedingungen über das Mezzanine-Kapital derart an, dass eine handelsrechtliche Zurechnung zum Eigenkapital erreicht wird, das Kapital in einem Ratingverfahren als Eigenkapital anerkannt wird, zugleich aber steuerrechtlich eine Einstufung als Fremdkapital erfolgt.652 Im Bereich mezzaniner Finanzierungsformen selbst gibt es wiederum Finanzierungsformen mit völlig unterschiedlichen Ausgestaltungsmerkmalen. Durch die flexible Ausgestaltungsmöglichkeit lassen sich mezzanine Finanzinstrumente auf die unterschiedlichsten Finanzierungsbedürfnisse einer Unternehmung zuschneiden. Aufgrund der enormen Gestaltungsvielfalt ist eine Systematisierung mezzaniner Finanzierungsformen problematisch. Dennoch lassen sich einige typische, übereinstimmendeMerkmale von Mezzanine-Kapital festhalten:653 • Schließung der Finanzierungslücke zwischen Eigen- und Fremdkapital und Stärkung des bilanziellen Eigenkapitalausweises der zu finanzierenden Unternehmung mittels entsprechender Gestaltung der mezzaninen Finanzinstrumente; • Nachrangigkeit der Ansprüche des Inhabers gegenüber typischen Fremdkapitalgebern im Falle der Insolvenz oder der Liquidation sowie Vorrang gegenüber den Ansprüchen der typischen Eigenkapitalgeber; • eine im Vergleich zum klassischen Fremdfinanzierung höhere Entgeltung; 652 Vgl. Waschbusch, Gerd: Mezzanines Kapital. In: Handbuch der Bilanzierung, hrsg. von Rudolf Federmann, Heinz Kußmaul und Stefan Müller, Freiburg i. Br. 1977 ff., Loseblatt, Stand: Juni 2009, Rz. 2. 653 Vgl. zum Folgenden auch Werner, Horst S.:Mezzanine-Kapital – mit Mezzanine-Finanzierung die Eigenkapitalquote erhöhen. 2. Aufl., Köln 2007, S. 261.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Nach einer allgemeinen Einordnung der Finanzierung von Unternehmen werden die einzelnen Instrumente der Außen- und Innenfinanzierung mit ihren theorie- und praxisrelevanten Merkmalen vorgestellt und mit zahlreichen Beispielen untermauert. Darüber hinaus wird auf Finanzinnovationen und Finanzderivate eingegangen.

Einführendes Lehrbuch in die Grundlagen der Unternehmensfinanzierung

Behandelt werden theoretische wie praxisrelevante Fragestellungen.

Grundprinzipien und Bestandteile der Finanzwirtschaft

Finanzierungstheorie

Finanzierungsarten

Außenfinanzierung durch Eigenkapital

Außenfinanzierung durch Fremdkapital

Derivative Finanzinstrumente

Innenfinanzierung^.

Prof. Dr. Hartmut Bieg ist Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität des Saarlandes.

Professor Dr. Heinz Kußmaul ist Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität des Saarlandes.

"Insgesamt betrachtet liegt hier ein beachtliches Nachschlagewerk zum Themenkomplex Investition und Finanzierung vor, das jede einschlägige Frage in ihren Grundzügen beantwortet… Angehenden Betriebswirten und Praktikern kann das Handbuch uneingeschränkt empfohlen werden."

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Für Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bachelor für das Fach Investition & Finanzierung an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. Das Buch bietet aber auch Praktikern zahlreiche Anhaltspunkte zur Lösung von Finanzierungsproblemen.