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3.1 Die Gemeinsamkeiten der statischen Verfahren in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul

Investition, page 75 - 76

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3658-7, ISBN online: 978-3-8006-4434-6, https://doi.org/10.15358/9783800644346_75

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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3 Die statischen Verfahren der Investitionsrechnung 3.1 Die Gemeinsamkeiten der statischen Verfahren Statische Verfahren der Investitionsrechnung dienen zur Vorbereitung von Einzelentscheidungen, insbesondere der Lösung des Vorteilhaftigkeits- und Wahlproblems; es sollen keine Lösungen für Investitionsprogrammentscheidungen gefunden werden.104 Als Grundzielsetzung der statischen Verfahren gilt nicht Einkommens-, Vermögens- oder Wohlstandsmaximierung; angestrebt wird hier vielmehr Kostenminimierung, Gewinn- und Rentabilitätsmaximierung sowie in bestimmten Situationen auch noch eine Verringerung des Risikos (Realisation einer möglichst geringen Amortisationszeit). Es werden aus diesem Grund nicht Aus- und Einzahlungen für die Rechnung herangezogen, sondern die periodisierten Größen Kosten bzw. Aufwendungen und Erlöse bzw. Erträge.105 Als typische Verfahren angesehen werden in der investitionstheoretischen Literatur ? die Kostenvergleichsrechnung, ? die Gewinnvergleichsrechnung, ? die Rentabilitätsvergleichsrechnung und ? die statische Amortisations(dauer)rechnung.106 104 Vgl. bzgl. des Verständnisses der dargelegten Begriffe Abschnitt 2.2.2. 105 Vgl. dazu u.a. Bieg, Hartmut: Die Verfahren der Investitionsrechnung und ihre Verwendung in der Praxis. In: Der Steuerberater 1985, S. 20; Bieg, Hartmut: Aufgaben, Grundprinzipien und Bestandteile der Finanzwirtschaft. In: Der Steuerberater 1995, S. 19; Kruschwitz, Lutz: Investitionsrechnung. 12. Aufl., München 2009, S. 31-42; Lücke, Wolfgang (Hrsg.): Investitionslexikon. 2. Aufl., München 1991, S. 361; Walz, Hartmut/Gramlich, Dieter: Investitions- und Finanzplanung. 6. Aufl., Heidelberg 2004, S. 112. 106 Vgl. dazu u.a. Adam, Dietrich: Investitionscontrolling. 3. Aufl., München/Wien 2000, S. 105-118; Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 26-53; Blohm, Hans/Lüder, Klaus/Schaefer, Christina: Investition. 9. Aufl., München 2006, S. 134-153; Büschgen, Hans E.: Betriebliche Finanzwirtschaft – Unternehmensinvestitionen. Frankfurt a. M. 1981, S. 35-51; Busse von Colbe, Walther/Laßmann, Gert: Betriebswirtschaftstheorie. Band 3. 3. Aufl., Berlin 1990, S. 21-28; Däumler, Klaus-Dieter: Grundlagen der Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung. 12. Aufl., Herne 2007, S. 201-223; Eilenberger, Guido: Betriebliche Finanzwirtschaft. 7. Aufl., München/Wien 2003, S. 150-164; Götze, Uwe: Investitionsrechnung. 5. Aufl., Berlin u.a. 2006, S. 50-66; Heinhold, Michael: Investitionsrechnung. 8. Aufl., München/Wien 1999, S. 45-74; Kruschwitz, Lutz: Investitionsrechnung. 12. Aufl., München 2009, S. 31-42; Lücke, Wolfgang (Hrsg.): Investitionslexikon. 2. Aufl., München 1991, S. 361; Mellwig, Winfried: Kompendium für das Examen zum vBP/WP, Band 2: Betriebswirtschaft. 2. Aufl., Hamburg 1994, S. 180; Olfert, Klaus/Reichel, Christopher: Investition. 10. Aufl., Ludwigshafen (Rhein) 2006, S. 147-194; Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 25-42; Schierenbeck, Henner: Methodik und Aussagewert statischer Investitionskalküle. In: Wirtschaftswissenschaftliches Studium 1976, S. 217-223; Walz, Hartmut/Gramlich, Dieter: Investitions- und Finanzplanung. 6. Aufl., Heidelberg 2004, S. 111-139. 3 Die statischen Verfahren der Investitionsrechnung52 Im Wesentlichen laufen die Berechnungen hierbei auf der Basis einer Durchschnittsperiode ab; es handelt sich also um einperiodige Verfahren, bei denen die genannten Größen für Investitionsprojekte mit mehrjähriger Nutzungsdauer nicht für alle zukünftigen Perioden errechnet werden, sondern eine Orientierung an durchschnittlichen Erfolgsgrößen erfolgt, indem eine „Durchschnittsperiode“ herangezogen wird, diese Durchschnittswerte als charakteristisch für die gesamte Investition angesehen werden und eine Entscheidungsfindung anhand dieser Durchschnittswerte erfolgt. Zeitliche Unterschiede im Entstehen der in die Rechnung einbezogenen Größen finden keine Berücksichtigung.107 Die Gefahr bei der Heranziehung statischer Verfahren als Entscheidungsunterstützungsmodell liegt darin, dass u. U. falsche bzw. unvollständige Alternativen formuliert und als logische Konsequenz deshalb „unvollständige Vergleiche“ durchgeführt werden. 3.2 Die Kostenvergleichsrechnung 3.2.1 Allgemeine Bemerkungen und Detaildarstellung Hat der Entscheidungsträger die Wahlmöglichkeit zwischen mindestens zwei realisierbaren Alternativen, so kann eine Kostenvergleichsrechnung durch Gegenüberstellung der Kosten der einzelnen Investitionsprojekte zum Zweck der Ermittlung der kostengünstigsten Alternative durchgeführt werden. In den Kostenvergleich einzubeziehen sind alle durch das jeweilige Investitionsvorhaben verursachten zusätzlichen Kosten, die zum einen aufwandsgleich (Löhne und Gehälter einschließlich Nebenkosten, Materialkosten einschließlich Materialnebenkosten, Energiekosten, Raumkosten, Werkzeugkosten, Instandhaltungskosten) und zum anderen kalkulatorischer Art (kalkulatorische Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen) sein können.108 Nicht unbedingt in die Entscheidung miteinbezogen werden müssen solche Kostenarten, die für alle Alternativen in gleicher Höhe anfallen, da sie keinen Einfluss auf das Ergebnis des Vergleichs haben. Möchte der Investor allerdings nicht nur Kenntnis über die Vorteilhaftigkeit der Projekte erlangen, sondern auch über die relative Bedeutung der Kostenunterschiede, so ist von dieser Vernachlässigung abzusehen.109 107 Vgl. Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 26-27; Götze, Uwe: Investitionsrechnung. 5. Aufl., Berlin u.a. 2006, S. 50; Kruschwitz, Lutz: Investitionsrechnung. 12. Aufl., München 2009, S. 32; Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 27 und S. 28; Schierenbeck, Henner: Methodik und Aussagewert statischer Investitionskalküle. In: Wirtschaftswissenschaftliches Studium 1976, S. 219; Walz, Hartmut/Gramlich, Dieter: Investitionsund Finanzplanung. 6. Aufl., Heidelberg 2004, S. 111. 108 Vgl. dazu u.a. Betriebswirtschaftlicher Ausschuß des VCI: Unternehmerische Investitionskontrolle. Herne/Berlin 1974, S. 78; Bieg, Hartmut: Die Verfahren der Investitionsrechnung und ihre Verwendung in der Praxis. In: Der Steuerberater 1985, S. 20; Blohm, Hans/Lüder, Klaus/Schaefer, Christina: Investition. 9. Aufl., München 2006, S. 134; Walz, Hartmut/Gramlich, Dieter: Investitions- und Finanzplanung. 6. Aufl., Heidelberg 2004, S. 114-115. 109 Vgl. Bieg, Hartmut: Die Verfahren der Investitionsrechnung und ihre Verwendung in der Praxis. In: Der Steuerberater 1985, S. 20.

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Zusammenfassung

Zu Beginn dieses Lehrbuches wird auf die grundlegenden Prinzipien und Bestandteile der Finanzwirtschaft eingegangen. Daran schließt sich die umfangreiche Auseinandersetzung mit der Investition (und hier vor allem mit den Verfahren der Investionsrechnung) an. Dabei werden alle theorie- und praxisrelevanten Facetten behandelt. Zur Veranschaulichung der Inhalte dient ein durchgehendes Beispiel. Im letzten Kapitel wird sich mit Fragen der Unternehmensbewertung (inkl. DCF-Verfahren) auseinandergesetzt.

- Einführendes Lehrbuch in die Verfahren der Investitionsrechnung

- Behandelt werden theoretische wie praxisrelevante Fragestellungen.

- Zusammenhänge und finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien

- Einordnung von Investitionsrechnung und Investitionsentscheidungen

- Statische und dynamische Verfahren der Investitionsrechnung

- Dynamische Verfahren der Investitionsrechung

- Bestimmung der optimalen Nutzungsdauer und des Ersatzzeitpunktes von Investitionen

- Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen

- Investitionsprogrammentscheidungen

- Entscheidungen über Finanzinvestitionen

"Insgesamt betrachtet liegt hier ein beachtliches Nachschlagewerk zum Themenkomplex Investition und Finanzierung vor, das jede einschlägige Frage in ihren Grundzügen beantwortet… Angehenden Betriebswirten und Praktikern kann das Handbuch uneingeschränkt empfohlen werden."

Ingo Nautsch in "Die Bank" zur Vorauflage der Bände.

Prof. Dr. Hartmut Bieg ist Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität des Saarlandes.

Professor Dr. Heinz Kußmaul ist Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität des Saarlandes.

Für Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bachelor für das Fach Investition & Finanzierung an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. Das Buch bietet aber auch Praktikern zahlreiche Anhaltspunkte zur Lösung von Investitionsproblemen.