9. Lagebericht in:

Michael Wehrheim, Anette Renz

Die Handels- und Steuerbilanz, page 125 - 126

Bilanzierung, Bewertung und Gewinnermittlung

3. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3870-3, ISBN online: 978-3-8006-4433-9, https://doi.org/10.15358/9783800644339_125

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

Bibliographic information
9. Lagebericht Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften i.S.d. § 264a HGB haben ihren Jahresabschluss (Bilanz, GuV und Anhang) um einen Lagebericht (§ 289 HGB) zu ergänzen. Ziel ist es, aus vergangenheits- und zukunftsbezogenen Informationen eine Gesamtbeurteilung des Unternehmens in der gegenwärtigen Situation und in der zukünftigen Entwicklung entsprechend den tatsächlichen Verhältnissen zu ermöglichen. Der Lagebericht beinhaltet zwingend 1. den sog. Wirtschaftsbericht. Hier ist - auf den Geschäftsverlauf einzugehen; dies ist eine vergangenheitsbezogene Betrachtung. Inhalt einer solchen Analyse sind die gesamtwirtschaftlichen und branchentypischen Verhältnisse und Entwicklungen, wichtige unternehmerische Ereignisse, der Beschaffungsmarkt, der Leistungserstellungsprozess, der Absatzmarkt, Investitionen und Finanzierung sowie der Personal- und Sozialbereich des Unternehmens; - die Lage des Unternehmens entsprechend den tatsächlichen Verhältnissen darzustellen; diese Ausführungen sind zeitpunktbezogen, d.h. stichtagsbezogen. Die zu tätigenden Angaben beziehen sich auf die Struktur des Unternehmens (Organisationsstruktur, Abteilungen, Sparten, Bereiche), die Absatzlage (Marktanteile, Marktentwicklung, Auftragslage), die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens und weitere wichtige Vorgänge (bspw. Abschluss oder Beendigung wichtiger Verträge, schwebende Geschäfte); - auf die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung einzugehen. Dabei ist insbesondere auf bestandsgefährdende Risiken (bspw. drohende Zahlungsunfähigkeit) und sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (sowohl unternehmensexterne als auch unternehmensinterne Risiken) hinzuweisen. Lagebericht110 2. den Nachtragsbericht. In diesem Berichtsteil ist auf wesentliche Vorgänge (positive und negative) nach dem Bilanzstichtag einzugehen (bspw. Preisveränderungen, Kapitalerhöhung/-herabsetzung, Gründung, Auflösung von Tochterunternehmen/Zweigstellen, Veränderung branchenbezogener Rahmenbedingungen). 3. den Prognosebericht. Hier erfolgt eine Verflechtung mit dem Nachtragsbericht, da auf die Entwicklung des wirtschaftlichen Umfeldes, die Branchenentwicklung und die Entwicklung des Unternehmens sowie der einzelnen Bereiche einzugehen ist. 4. den Forschungs- und Entwicklungsbericht. 5. den Zweigniederlassungsbericht. Anzuführen sind Gegenstand und Sitz von Zweigniederlassungen, deren Errichtung, Zusammenlegung und/oder Auflösung im Berichtsjahr sowie die wirtschaftlich wesentlichen Eckdaten (bspw. Umsatz, Mitarbeiter, Ergebnis).

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Zusammenfassung

In kompakter Form: Handels- und Steuerbilanz.

Dieses Lehrbuch liefert Ihnen in komprimierter Form einen umfassenden Überblick über alle wichtigen handels- und steuerrechtlichen Bilanzierungsfragen des Einzelabschlusses. Vor dem Hintergrund des eingearbeiteten Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) wird zudem aufgezeigt, in welchen Bereichen nach wie vor eine Kongruenz zwischen Handels- und Steuerbilanz besteht, bzw. ob es nach dem Festhalten des Gesetzgebers zumindest an der materiellen Maßgeblichkeit gelingt, weiterhin eine Einheitsbilanz aufzustellen.

Teil A: Die Handelsbilanz

* Einführung in das Rechnungswesen

* Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

* Bilanzgliederung und Inhalt der Bilanzpositionen

* Bilanzbewertungsnormen

* Gewinn- und Verlustrechnung

* Anhang Lagebericht

Teil B: Die Steuerbilanz

* Gewinnbegriff und Gewinnermittlungsverfahren

* Ansatz- und Bewertungsvorschriften der steuerlichen Gewinnermittlung

* Bilanzierung und Bewertung ausgewählter Aktiva und Passiva

Die Autoren

StB Prof. Dr. Michael Wehrheim leitet den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Externes Rechnungswesen an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Prof. Dr. Anette Renz ist Dozentin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.