8. Anhang in:

Michael Wehrheim, Anette Renz

Die Handels- und Steuerbilanz, page 123 - 124

Bilanzierung, Bewertung und Gewinnermittlung

3. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3870-3, ISBN online: 978-3-8006-4433-9, https://doi.org/10.15358/9783800644339_123

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

Bibliographic information
8. Anhang Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften i.S.d. § 264a HGB haben gemäß § 264 Abs. 1 HGB ergänzend zu Bilanz und GuV einen Anhang zu erstellen; Bilanz, GuV und Anhang bilden eine Einheit, den Jahresabschluss, der gemäß § 264 Abs. 2 HGB unter Beachtung der GoB ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermitteln soll. Der Anhang ist damit notwendiger und integraler Bestandteil des Jahresabschlusses einer Kapitalgesellschaft. Neben Kapitalgesellschaften haben auch bestimmte Unternehmen, die unter das PublG fallen, die Pflicht, einen Anhang aufzustellen (§ 1 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. § 5 Abs. 2 Satz 1 PublG). Der Anhang dient folgenden Zwecken: • Interpretationsfunktion: Die in der Bilanz und GuV enthaltenen Daten sollen hier zur Erleichterung des Verständnisses verbal analysiert bzw. kommentiert werden; • Entlastungsfunktion: Eine Vielzahl von Informationen kann entweder in der Bilanz/GuV oder im Anhang erfolgen. Dieses Wahlrecht, Angaben im Anhang vorzunehmen, soll die Übersichtlichkeit und Klarheit der Bilanz/GuV verbessern; • Ergänzungsfunktion: Der Anhang liefert Informationen über Bereiche, die nicht in der Bilanz/GuV ihren Niederschlag finden. Somit findet eine tiefergehende bzw. ergänzende Informationsbereitstellung statt. Der Inhalt des Anhangs, sowie die mit diesem verbundenen Angabe- und Erläuterungspflichten werden durch die §§ 284-288 HGB geregelt. Zwar ist die Gestaltung des Anhanges keinen Formvorschriften unterworfen, doch lässt sich aus § 243 Abs. 2 HGB mittelbar die Pflicht ableiten, den Anhang inhaltlich zu strukturieren. Um die mit dem Jahresabschluss verbundene Informationsfunktion adäquat erfüllen zu können, enthält der Anhang Anhang108 • Pflichtangaben in Form von Erläuterungen, Angaben, Darstellungen, Aufgliederungen zur Bilanz und GuV, einzelne Posten dieser Instrumente, sowie zu den angewandten Bewertungsmethoden einschließlich einer möglichen Durchbrechung des Grundsatzes der Stetigkeit, • Wahlpflichtangaben, die zur Entlastung von Bilanz oder GuV und zur Verbesserung der Transparenz dieser Instrumente von der Bilanz oder GuV in den Anhang verlagert werden sowie • Zusatzangaben, die dann erforderlich werden, wenn durch Bilanz, GuV sowie Pflicht- und Wahlpflichtangaben im Anhang allein kein dem § 264 Abs. 2 HGB entsprechendes Bild der Lage des Unternehmens vermittelt wird. Für kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften hat der Gesetzgeber einzelne Vereinfachungsregeln festgelegt. Diese sind in § 288 HGB kodifiziert. Zusätzliche Angaben (z.B. §§ 58, 152, 158, 160, 240, 261 AktG, § 42 GmbHG, Art. 24, 28, 66, 67 EGHGB) sind notwendigerweise dann vorzunehmen, wenn diese Informationen zur Beurteilung der tatsächlichen Verhältnisse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsprechend erforderlich sind.

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Zusammenfassung

In kompakter Form: Handels- und Steuerbilanz.

Dieses Lehrbuch liefert Ihnen in komprimierter Form einen umfassenden Überblick über alle wichtigen handels- und steuerrechtlichen Bilanzierungsfragen des Einzelabschlusses. Vor dem Hintergrund des eingearbeiteten Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) wird zudem aufgezeigt, in welchen Bereichen nach wie vor eine Kongruenz zwischen Handels- und Steuerbilanz besteht, bzw. ob es nach dem Festhalten des Gesetzgebers zumindest an der materiellen Maßgeblichkeit gelingt, weiterhin eine Einheitsbilanz aufzustellen.

Teil A: Die Handelsbilanz

* Einführung in das Rechnungswesen

* Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

* Bilanzgliederung und Inhalt der Bilanzpositionen

* Bilanzbewertungsnormen

* Gewinn- und Verlustrechnung

* Anhang Lagebericht

Teil B: Die Steuerbilanz

* Gewinnbegriff und Gewinnermittlungsverfahren

* Ansatz- und Bewertungsvorschriften der steuerlichen Gewinnermittlung

* Bilanzierung und Bewertung ausgewählter Aktiva und Passiva

Die Autoren

StB Prof. Dr. Michael Wehrheim leitet den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Externes Rechnungswesen an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Prof. Dr. Anette Renz ist Dozentin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.