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6.1 Einführung in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 2: Betriebliche Steuerpolitik, page 521 - 521

3. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3697-6, ISBN online: 978-3-8006-4432-2, https://doi.org/10.15358/9783800644322_521

Bibliographic information
6 Steuergestaltungsmaßnahmen durch den Erwerb qualifizierter Beteiligungen 6.1 Einführung Häufig lassen sich durch den Erwerb qualifizierter Beteiligungen Steuerersparnisse erheblichen Umfangs erzielen. Derartige qualifizierte Beteiligungen lassen sich in zwei Gruppen einteilen, und zwar in • Schachtelbeteiligungen und • Beteiligungen, die die Herstellung einer Organschaft ermöglichen. Schachtelbeteiligungen können sowohl im nationalen als auch im grenzüberschreitenden Bereich bestehen. Organschaften hingegen können nach derzeit geltendem Recht lediglich im rein nationalen Bereich hergestellt werden. Sie können sowohl bei der Körperschaft- und der Gewerbe- als auch bei der Umsatzsteuer bestehen. Nachfolgend sollen zunächst die Voraussetzungen und die steuerlichen Folgen im Zusammenhang mit der Herstellung einer Schachtelbeteiligung behandelt werden. Danach wird auf die entsprechenden Fragen im Zusammenhang mit der Herstellung einer Organschaft eingegangen. Voneinander zu unterscheiden sind hierbei die körperschaftsteuerliche, die gewerbesteuerliche und die umsatzsteuerliche Organschaft. In diesem Zusammenhang soll auch auf die Frage eingegangen werden, ob es vorteilhaft ist, die Wirkungen einer Organschaft herbeizuführen. 6.2 Schachtelprivilegien 6.2.1 Schachtelprivilegien im rein nationalen Bereich Ein Schachtelprivileg im rein nationalen Bereich gibt es derzeit (Stand Sommer 2009) nur nach § 9 Nr. 2a GewStG für die Gewerbesteuer. Eine Beteiligung der in der genannten Vorschrift definierten Art wird üblicherweise als Schachtelbeteiligung bezeichnet. Gesetzlich verwendet wird der Begriff in der genannten Vorschrift allerdings nicht; gleiches gilt für den Begriff der Schachtelvergünstigung bzw. den des Schachtelprivilegs. § 9 Nr. 2a GewStG setzt eine mindestens 15 %ige Beteiligung am Grund- oder Stammkapital einer nicht steuerbefreiten inländischen Kapitalgesellschaft voraus. Auch Beteiligungen an bestimmten anderen inländischen Körperschaften sind begünstigt. Nachfolgend sollen allerdings stets nur die bezeichneten Kapitalgesellschaften genannt werden. Die Schachtelbeteiligung muss nach § 9 Nr. 2a

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Band 2 dieses zweibändigen Werkes behandelt die Steuerplanung aus der Sicht der einzelnen Unternehmen – das Kerngebiet der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Dabei geht es vor allem um methodische Grundlagen, die Steuerbilanzpolitik, die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sowie um die steuerlichen Aspekte bei der Rechtsformwahl und beim Rechtsformwechsel. Die Neuauflage beruht auf dem im Sommer 2009 geltenden Rechtsstand. Berücksichtigt sind somit bereits die Anfang 2009 in kraft getretenen Erbschaftsteuerreform, das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz 2009 sowie das im Rahmen des Konjunkturpakets II erlassene Gesetz zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilität in Deutschland mit dem veränderten Einkommensteuertarif des Jahres 2010.

* Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium der betrieblichen Steuerpolitik

* Steuerbilanzpolitik, sonstige zeitliche Einkommensverlagerungspolitik

* Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen

* Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel

* Lösungen zu den Aufgaben

Das Buch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen, Angehörige steuerberatender Berufe, Unternehmensberater und Juristen.

Der Autor

Prof. Dr. Dieter Schneeloch, Steuerberater, ist o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen.