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4.4 Umsatzsteuerliche Behandlung der GmbH & CoKG in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 2: Betriebliche Steuerpolitik, page 486 - 486

3. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3697-6, ISBN online: 978-3-8006-4432-2, https://doi.org/10.15358/9783800644322_486

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450 Teil IV: Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel gleichen Bewertungsmethoden. Anzuwenden ist grundsätzlich das Ertragswertverfahren oder das DCF-Verfahren. Der Steuerpflichtige kann aber auch das vereinfachte Ertragswertverfahren i. S. d. §§ 199 - 203 BewG anwenden. Von dieser Möglichkeit werden vermutlich die meisten Steuerpflichtigen aus Kostengründen Gebrauch machen. 4.4 Umsatzsteuerliche Behandlung der GmbH & CoKG Umsatzsteuerlich umfasst eine GmbH & CoKG zwei rechtlich selbständige Unternehmer mit zwei voneinander getrennten Unternehmen, und zwar die Komplementär-GmbH einerseits und die KG andererseits. Umsätze zwischen der GmbH und der KG sind somit grundsätzlich steuerbar und steuerpflichtig146. Zu den steuerbaren und steuerpflichtigen Umsätzen gehört auch die Geschäftsführung, die eine Komplementär-GmbH an die KG einer GmbH & CoKG erbringt147. Die GmbH hat diese Umsätze zu versteuern; die KG kann die ihr von der GmbH in Rechnung gestellte Umsatzsteuer im Rahmen des § 15 UStG als Vorsteuer abziehen. 4.5 Einflussfaktoren auf die Vorteilhaftigkeit der GmbH & CoKG 4.5.1 Vergleichsfälle und Übersicht über die möglichen Einflussfaktoren Wie bereits bei dem Vergleich der „einfachen“ Personenunternehmen mit den „einfachen“ Kapitalgesellschaften sollen auch die hier beabsichtigten Vergleiche der Rechtsform der GmbH & CoKG mit anderen Rechtsformen auf steuerliche Partialvergleiche beschränkt werden148. Verglichen werden soll die GmbH & CoKG mit den beiden bereits behandelten Gruppen von Unternehmen, nämlich mit den einfachen Personenunternehmen und mit den einfachen Kapitalgesellschaften. Es ist zu vermuten, dass die bisher herausgearbeiteten Einflussfaktoren auf die Vorteilhaftigkeit von Rechtsformen zueinander auch für die hier beabsichtigten Vergleiche von Bedeutung sind. In große Gruppen aufgeteilt sind in diesem Zusammenhang zu nennen: 146 Eine Ausnahme ergibt sich lediglich im Falle einer sog. Einheits-GmbH & CoKG. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass die KG alleinige Gesellschafterin der Komplementär-GmbH ist. Hier besteht zwischen der Komplementär-GmbH und der KG eine umsatzsteuerliche Organschaft i. S. d. § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG. Dies hat zur Folge, dass Umsätze zwischen der GmbH und der KG nicht steuerbar sind. Vgl. Abschn. 21 Abs. 4 UStR. 147 Vgl. BMF-Schreiben v. 31.05.2007, IV A 5 - S 7100/07/0031, BStBl 2007 I, S. 503. 148 Hinsichtlich der Einbeziehung nicht steuerlicher Aspekte in den Rechtsformvergleich der GmbH & CoKG mit anderen Rechtsformen sei insbesondere verwiesen auf Schneeloch, D., Rechtsformwahl, 2006, S. 21 ff.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Band 2 dieses zweibändigen Werkes behandelt die Steuerplanung aus der Sicht der einzelnen Unternehmen – das Kerngebiet der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Dabei geht es vor allem um methodische Grundlagen, die Steuerbilanzpolitik, die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sowie um die steuerlichen Aspekte bei der Rechtsformwahl und beim Rechtsformwechsel. Die Neuauflage beruht auf dem im Sommer 2009 geltenden Rechtsstand. Berücksichtigt sind somit bereits die Anfang 2009 in kraft getretenen Erbschaftsteuerreform, das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz 2009 sowie das im Rahmen des Konjunkturpakets II erlassene Gesetz zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilität in Deutschland mit dem veränderten Einkommensteuertarif des Jahres 2010.

* Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium der betrieblichen Steuerpolitik

* Steuerbilanzpolitik, sonstige zeitliche Einkommensverlagerungspolitik

* Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen

* Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel

* Lösungen zu den Aufgaben

Das Buch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen, Angehörige steuerberatender Berufe, Unternehmensberater und Juristen.

Der Autor

Prof. Dr. Dieter Schneeloch, Steuerberater, ist o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen.