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2.4 Handlungsmotive, Ziele, Vorteilskriterien in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 2: Betriebliche Steuerpolitik, page 43 - 44

3. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3697-6, ISBN online: 978-3-8006-4432-2, https://doi.org/10.15358/9783800644322_43

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6 Teil I: Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium einer Steuerbemessungsgrundlage erneut eine Veranlagungssimulation erforderlich ist. Im Rahmen rechnergestützter Veranlagungssimulationen dürfte der so entstehende Nachteil allerdings nicht mehr groß sein. Ein anderer Nachteil kann aber auch durch rechnergestützte Veranlagungssimulation nicht beseitigt werden. Er besteht darin, dass die gegenseitigen Wechselwirkungen der Veränderung von steuerlichen Bemessungsgrundlagen infolge von Steuergestaltungsmaßnahmen nicht sichtbar werden. Diesen Nachteil der Veranlagungssimulation vermeiden die mathematischen Verfahren der Erfassung von Steuerwirkungen. Ansätze zur mathematischen Erfassung von Steuerwirkungen gibt es bereits seit längerem. Sie betrafen zunächst aber nur Teilaspekte betrieblichen Geschehens. So wurden z. B. die Steuerwirkungen bestimmter Finanzierungsmaßnahmen mathematisch erfasst2. Methoden zur Berücksichtigung der steuerlichen Wirkungen beliebiger betrieblicher Dispositionen sind Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sowohl von Rose mit der Teilsteuerrechnung als auch vom Verfasser mit den auf Gesamtbelastungsformeln aufbauenden Steuerbelastungsvergleichen entwickelt worden3. Beide Methoden ermöglichen eine einfache Ermittlung der Jahressteuerbelastung alternativer Gestaltungsmaßnahmen. Berücksichtigt werden in diesen Verfahren ausschließlich Steuerfolgen bestimmter laufend veranlagter Steuerarten. Die Rechenmethoden sind allerdings darüber hinaus für beliebige Steuerarten offen. Die von dem Verfasser entwickelte Methode wird in den Gliederungspunkten 3 und 4 dargestellt. Sind im Rahmen eines Vorteilsvergleichs außer Steuerzahlungen auch andere Zahlungen, wie z. B. Zinsen, zu berücksichtigen, so können diese gesondert neben den sich aus der Teilsteuerrechnung bzw. den Jahresbelastungsformeln ergebenden Beträgen in den Kalkül einbezogen werden. Sind die Jahresbelastungswerte ermittelt worden, so müssen diese ggf. in einem zweiten Verfahrensschritt in einen mehrperiodigen Belastungsvergleich einbezogen werden. Auf die Art dieses mehrperiodigen Vergleichs wird in Gliederungspunkt 5 noch näher einzugehen sein. 2.4 Handlungsmotive, Ziele, Vorteilskriterien Vorteilskriterien für die Beurteilung steuerlicher Gestaltungsmaßnahmen müssen aus den Zielen des Steuerpflichtigen, die ihrerseits wiederum auf verschiedenartigen Handlungsmotiven beruhen können, ableitbar sein. 2 Vgl. z. B. Mertens, P., Ertragsteuerwirkungen, 1962, S. 570ff.; Swoboda, P., Einflüsse, 1967, S. 1 ff. 3 Vgl. Schneeloch, D., Besteuerung, 1972, S. 58 ff.; Rose, G., Steuerbelastung, 1973, S. 56 ff.; Schneeloch, D., Steuerbelastungsvergleiche, 1975, S. 151 ff. 2 Betriebliche Steuerpolitik im Rahmen der Unternehmenspolitik 7 Handlungsmotive können nichtmonetärer, sie können aber auch monetärer Art sein. Nichtmonetär ist beispielsweise das Prestigemotiv. Als monetäre Motive kommen etwa das Verlangen nach dem Besitz eines höheren Vermögens oder der Wunsch nach einer Steigerung des Konsums in Betracht. Nichtmonetäre Motive dürften vermutlich nur selten die Antriebskraft für steuerplanerische Entscheidungen sein. Sie sollen deshalb aus den weiteren Überlegungen ausgeklammert werden. Um planvoll handeln zu können, müssen die oft verschwommenen Motive in klar definierte Ziele, hier also in monetäre Ziele, transformiert werden. Auf derartige monetäre Ziele wird in Gliederungspunkt 5 näher eingegangen. Ist das konkrete monetäre Ziel definiert, so ist das Vorteilskriterium zu bestimmen, anhand dessen ermittelt werden kann, ob und ggf. in welchem Umfang das Ziel erreicht wird. Auf die Definition konkreter monetärer Ziele im Rahmen der betrieblichen Steuerpolitik sowie auf die Bestimmung von Vorteilskriterien wird in Gliederungspunkt 5 noch näher eingegangen. 2.5 Planungszeitraum - Vergleichszeitraum Für den planmäßigen Einsatz steuerlicher Gestaltungsmaßnahmen, d. h. für eine aktive Steuerpolitik, ist die Kenntnis des Zeitraumes, für den geplant werden soll (Planungszeitraum), unerlässlich. Die Bestimmung des Planungszeitraums gehört seit Jahrzehnten zu den umstrittenen Fragen der betriebswirtschaftlichen Theorie, insbesondere der Investitionstheorie. Letztlich nicht befriedigend lösbar ist das Problem der Zahlungen, die jenseits des Planungshorizonts anfallen, aber bereits im Planungszeitraum verursacht werden. Diese Zahlungen beeinflussen nämlich die Höhe des am Ende des Planungszeitraums vorhandenen Vermögens, dessen Kenntnis für den der Planung zugrunde liegenden Vorteilsvergleich unerlässlich ist. Bei einer rein steuerlichen Partialplanung ist das Problem der Bestimmung des Planungszeitraumes weitgehend entschärft. Der Grund liegt darin, dass sich das Problem der Zahlungen jenseits des Planungshorizonts häufig nicht stellt. Oft dürfte es nämlich möglich sein, den Planungszeitraum von vornherein so festzulegen, dass sämtliche entscheidungsrelevanten Steuerzahlungen innerhalb dieses Zeitraums anfallen. Ist z. B. zu entscheiden, ob eine Maschine nur linear-gleichbleibend abgeschrieben oder ob zusätzlich eine Sonderabschreibung in Anspruch genommen werden soll, so ist es sinnvoll, als Planungszeitraum die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer festzulegen. Es ist zu erwarten, dass innerhalb dieses Zeitraums sämtliche für die Entscheidung relevanten Steuerzahlungen entstehen werden. Als Planungszeitraum einer autonomen Steuerpolitik kann mithin vielfach der Zeitraum festgelegt werden, für den unterschiedliche steuerliche Wirkungen der Vergleichsmaßnahmen feststellbar sind (Vergleichszeitraum). Dieser beginnt mit

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Band 2 dieses zweibändigen Werkes behandelt die Steuerplanung aus der Sicht der einzelnen Unternehmen – das Kerngebiet der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Dabei geht es vor allem um methodische Grundlagen, die Steuerbilanzpolitik, die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sowie um die steuerlichen Aspekte bei der Rechtsformwahl und beim Rechtsformwechsel. Die Neuauflage beruht auf dem im Sommer 2009 geltenden Rechtsstand. Berücksichtigt sind somit bereits die Anfang 2009 in kraft getretenen Erbschaftsteuerreform, das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz 2009 sowie das im Rahmen des Konjunkturpakets II erlassene Gesetz zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilität in Deutschland mit dem veränderten Einkommensteuertarif des Jahres 2010.

* Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium der betrieblichen Steuerpolitik

* Steuerbilanzpolitik, sonstige zeitliche Einkommensverlagerungspolitik

* Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen

* Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel

* Lösungen zu den Aufgaben

Das Buch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen, Angehörige steuerberatender Berufe, Unternehmensberater und Juristen.

Der Autor

Prof. Dr. Dieter Schneeloch, Steuerberater, ist o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen.