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1 Einführung in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 2: Betriebliche Steuerpolitik, page 224 - 225

3. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3697-6, ISBN online: 978-3-8006-4432-2, https://doi.org/10.15358/9783800644322_224

Bibliographic information
Teil III: Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen 1 Einführung Dieser Teil des Buches beschäftigt sich mit der Einbeziehung von Steuern in Investitions- und Finanzierungsentscheidungen. Derartige Entscheidungen sind sowohl bei Gründung eines Unternehmens als auch im Rahmen des laufenden Geschäftsbetriebs zu treffen. Probleme im Zusammenhang mit Investitionen und ihrer Finanzierung werden in der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre üblicherweise im Rahmen der Lehre von den betrieblichen Funktionen behandelt. Neben der Investition und neben der Finanzierung werden als betriebliche Funktionen die Beschaffung, die Produktion und der Absatz genannt. Auf diese drei zuletzt genannten Arten betrieblicher Funktionen wird im Rahmen dieses Buches nicht eingegangen, vielmehr erfolgt eine Beschränkung der Ausführungen auf die Funktionen Investition und Finanzierung. Diese Beschränkung beruht auf zwei Gründen. Der erste besteht darin, dass nach meiner Einschätzung die Bedeutung der Besteuerung für Investitionsund Finanzierungsentscheidungen erheblich größer ist als für Entscheidungen im Beschaffungs-, Produktions- und Absatzbereich. Der zweite Grund ist der, dass die Probleme einer Einbeziehung von Steuern in unternehmerische Entscheidungen gleichstrukturiert sind, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Investitions- und Finanzierungsentscheidungen oder aber um Beschaffungs-, Produktionsoder Absatzentscheidungen handelt. Wenn hier Probleme einer Einbeziehung von Steuern in Investitions- und Finanzierungsentscheidungen behandelt werden, so kann die hierbei angewendete Vorgehensweise als exemplarisch auch für die Einbeziehung von Steuern in andere funktionale Entscheidungen gesehen werden. Probleme, die die Einbeziehung von Steuern in Investitions- und Finanzierungsentscheidungen betreffen, sind typische Probleme einer integrierten Steuerplanung. Damit wird nach der Behandlung von wichtigen Themenkomplexen einer autonomen betrieblichen Steuerpolitik in Teil II dieses Buches nunmehr auf ebenfalls wichtige Fragen einer integrierten betrieblichen Steuerplanung eingegangen. 2 Besteuerung und Investitionsentscheidungen 2.1 Begriff und Arten der Investition Unter einer Investition kann allgemein die Umwandlung liquider Mittel, d. h. von Geldvermögen in dem Betriebszweck dienendes (sonstiges) Unternehmensvermögen, verstanden werden. Miterfasst werden die Folgewirkungen dieser Maßnahme. Investitionen sind demnach Maßnahmen der Zahlungsmittelverwendung für betriebliche Zwecke und deren Folgewirkungen. Die Zahlungsmittel können aus dem Unternehmen selbst, sie können aber auch von außen, insbesondere von den Eigentümern des Unternehmens und von Kreditinstituten, stammen. Außerdem kann als Investition die Einlage von dem Betriebszweck dienenden Vermögen, insbesondere durch die Eigentümer des Unternehmens, angesehen werden. Das dem Betriebszweck dienende Vermögen kann sowohl materieller als auch immaterieller Art sein; es kann sowohl langfristig als auch kurzfristig im Betrieb gebunden sein. Angemerkt sei, dass die hier gewählte Begriffsabgrenzung recht weitgehend ist. Erfasst wird nicht nur die Umwandlung liquider Mittel in Sachanlagen, sondern auch in Finanzanlagen, in Umlaufvermögen und in den Erwerb von Dienstleistungen. Im Sprachgebrauch der Praxis hingegen wird unter einer Investition häufig nur die Umwandlung liquider Mittel in Sachanlagen verstanden. Dies gilt auch für einen Teil des älteren Schrifttums. Klargestellt sei, dass eine enge oder weite Begriffsabgrenzung nicht richtig oder falsch, sondern nur zweckmäßig oder unzweckmäßig sein kann. Eine weite Begriffsabgrenzung erscheint hier zweckmäßig, weil es so gelingt, einen großen Bereich gleichstrukturierter Probleme zu erfassen. Regelmäßig ist es zweckmäßig, zwischen zwei Arten von Investitionen zu unterscheiden, und zwar zwischen • Realinvestitionen einerseits und • Finanzinvestitionen andererseits. Bei einer Realinvestition fließt der Wertstrom unmittelbar von dem Investor in das Investitionsobjekt. Bei einer Finanzinvestition hingegen gelangt der Wertstrom nur mittelbar zu dem Investitionsobjekt. Beispiel Eine GmbH erwirbt: a) eine Maschine, b) festverzinsliche Wertpapiere. Im ersten Fall handelt es sich um eine Real-, im zweiten hingegen um eine Finanzinvestition.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Band 2 dieses zweibändigen Werkes behandelt die Steuerplanung aus der Sicht der einzelnen Unternehmen – das Kerngebiet der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Dabei geht es vor allem um methodische Grundlagen, die Steuerbilanzpolitik, die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sowie um die steuerlichen Aspekte bei der Rechtsformwahl und beim Rechtsformwechsel. Die Neuauflage beruht auf dem im Sommer 2009 geltenden Rechtsstand. Berücksichtigt sind somit bereits die Anfang 2009 in kraft getretenen Erbschaftsteuerreform, das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz 2009 sowie das im Rahmen des Konjunkturpakets II erlassene Gesetz zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilität in Deutschland mit dem veränderten Einkommensteuertarif des Jahres 2010.

* Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium der betrieblichen Steuerpolitik

* Steuerbilanzpolitik, sonstige zeitliche Einkommensverlagerungspolitik

* Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen

* Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel

* Lösungen zu den Aufgaben

Das Buch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen, Angehörige steuerberatender Berufe, Unternehmensberater und Juristen.

Der Autor

Prof. Dr. Dieter Schneeloch, Steuerberater, ist o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen.