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5.6 Systematische Darstellung der Zusammenhänge in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 2: Betriebliche Steuerpolitik, page 111 - 113

3. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3697-6, ISBN online: 978-3-8006-4432-2, https://doi.org/10.15358/9783800644322_111_1

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74 Teil I: Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium (73) ∑ t = 0 n S1t · q –t – ∑ t = 0 n S2t · q –t = ∑ t = 0 n (S1t – S2t) · q –t . Alternative (1) ist dann vorteilhafter, wenn gilt: (74) ∑ t = 0 n (S1t – S2t) · q –t < 0. Die Zahlen „1“ und „2“ nach dem Hauptsymbol „S“ in den Gleichungen (73) und (74) kennzeichnen die gleichnamigen Alternativen. Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung wird in den weiteren Ausführungen anstelle des Begriffs des Barwerts der Steuerdifferenzen häufig auch der Begriff des Differenzenbarwerts verwendet. 5.5 Vereinfachende Ersatzkriterien des Vorteilsvergleichs und allgemeingültige Aussagen Endvermögensmaximierung bzw. Kapitalwertmaximierung und Steuerbarwertminimierung erweisen sich oft als aufwendige Verfahren des Vorteilsvergleichs. Daher wird in den nachfolgenden Teilen des Buches versucht, für einzelne Fragestellungen vereinfachende Vorteilskriterien zu finden. Diese müssen aber jeweils mit der Zielsetzung der Kapitalwertmaximierung bzw. der Barwertminimierung vereinbar sein und sich aus ihr ergeben. Bei der Suche nach derartigen Ersatzkriterien des Vorteilsvergleichs wird teilweise auf eine streng mathematische Ableitung aus dem Kapitalwert- bzw. Steuerbarwertkriterium verzichtet. Es werden dann Plausibilitätsüberlegungen, d. h. heuristische Methoden, angewendet. Als brauchbare Ersatzkriterien werden sich z. B. in vielen Fällen des Rechtsformvergleichs die Jahresbelastungsdifferenzen zwischen den zu untersuchenden Rechtsformen erweisen. Als Ersatzkriterien im Rahmen der Steuerbilanzpolitik lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen Zinssätze ableiten. Eine weitere erhebliche Vereinfachung des Vorteilsvergleichs ergibt sich dann, wenn es gelingt, zu allgemeingültigen Aussagen über die Vorteilhaftigkeit von Steuergestaltungsmaßnahmen zueinander zu gelangen. Der Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen derartige Aussagen möglich sind, wird in den Teilen II bis IV wiederholt nachgegangen. 5.6 Systematische Darstellung der Zusammenhänge Abbildung I/5 soll die wichtigsten Zusammenhänge nochmals verdeutlichen. Die Abbildung weist auf der obersten monetären Zielebene das Ziel der Endvermö- 5 Ziele und Vorteilskriterien im Rahmen der betrieblichen Steuerpolitik 75 gensmaximierung aus. Wird von der Anwendung der Regeln der Finanzmathematik ausgegangen, so kann anstelle des Ziels der Endvermögensmaximierung das Ziel der Kapitalwertmaximierung formuliert werden. Endvermögensmaximierung Anwendung der Regeln der Finanzmathematik Kapitalwertmaximierung Außerachtlassung der Einzahlungen Minimierung des Auszahlungsbarwerts Reduktion auf bestimmte Auszahlungen Minimierung eines wohldefinierten Auszahlungsbarwerts Reduktion auf Steuerzahlungen Steuerbarwertminimierung bei Differenzbetrachtung bei Differenzbetrachtung Barwert bestimmter Auszahlungsdifferenzen bzw. Steuerdifferenzen kein Vorzeichenwechsel Jahresbelastungsdifferenz Abbildung I/5: Zielebenen im Rahmen der betrieblichen Steuerpolitik Können im Rahmen des Vorteilsvergleichs die Einzahlungen außer Acht gelassen werden, so kommt man von der Kapitalwertmaximierung zur Minimierung des Auszahlungsbarwerts, bei Reduktion auf bestimmte Auszahlungen zu einem wohldefinierten Auszahlungsbarwert. Wird der Vorteilsvergleich allein auf die Steuerzahlungen und die hieraus entstehenden Supplementinvestitionen reduziert, so kann das weiter vereinfachende Vorteilskriterium des Steuerbarwerts angewendet werden. Zu minimieren ist dann der Steuerbarwert. 76 Teil I: Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium Sollen mehrere Steuerbarwerte miteinander verglichen werden, so reicht es aus, die Barwerte der Steuerdifferenzen zu ermitteln. Mit Hilfe der Differenzbetrachtung wird dann die Alternative mit dem geringsten Steuerbarwert ersichtlich. Erfolgt im Planungszeitraum kein Vorzeichenwechsel, so reicht die Ermittlung einer Jahresbelastungsdifferenz aus. Die Ermittlung aller bisher aufgezeigten Vorteilskriterien kann sehr zeitaufwendig und damit auch kostenträchtig sein. Dies gilt umso mehr, je höher die Zielebene ist, auf der die Vorteilskriterien angesiedelt sind. So dürfte die Ermittlung eines Steuerbarwerts regelmäßig wesentlich weniger zeitaufwendig sein als die Ermittlung des Endvermögens bei gleichem zu beurteilenden Sachverhalt. Dennoch kann aber auch die Ermittlung eines Steuerbarwerts noch sehr zeitaufwendig sein. Es ist daher angebracht, im konkreten Einzelfall nach weiter vereinfachenden Vorteilskriterien zu suchen. Diese müssen aber mit den übergeordneten Zielen vereinbar sein, sie müssen sich aus ihnen ergeben. 5.7 Aufgaben 5 und 6 Aufgabe 5 Ermitteln Sie die Steuerbarwerte (bei i = 6 %) folgender Steuerzahlungsreihen: Jahr Alternative 1 Alternative 2 € € 0 100.000 100.000 1 120.000 125.000 2 130.000 125.000 3 180.000 180.000 ∑ 530.000 530.000 Die Abzinsung soll zum 31.12. des Jahres 0 erfolgen. Es wird davon ausgegangen, dass die Steuerzahlungen jeweils zum 31.12. des Jahres ihrer Entstehung erfolgen. Aufgabe 6 Wählen Sie unter dem Gesichtspunkt der Kapitalwertmaximierung die günstigere der beiden nachfolgend aufgeführten Alternativen aus. Hierbei ist von einem Kalkulationszinsfuß von 8 % p. a. auszugehen. Die Abzinsung soll zum 31.12. des Jahres 0 erfolgen. Alternative 1 Alternative 2 Jahr Einzahlungen Auszahlungen Einzahlungen Auszahlungen T€ T€ T€ T€ 0 90 23 80 26 1 92 24 95 29 2 103 31 109 30 3 117 12 116 12 ∑ 402 90 400 97

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Band 2 dieses zweibändigen Werkes behandelt die Steuerplanung aus der Sicht der einzelnen Unternehmen – das Kerngebiet der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Dabei geht es vor allem um methodische Grundlagen, die Steuerbilanzpolitik, die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sowie um die steuerlichen Aspekte bei der Rechtsformwahl und beim Rechtsformwechsel. Die Neuauflage beruht auf dem im Sommer 2009 geltenden Rechtsstand. Berücksichtigt sind somit bereits die Anfang 2009 in kraft getretenen Erbschaftsteuerreform, das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz 2009 sowie das im Rahmen des Konjunkturpakets II erlassene Gesetz zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilität in Deutschland mit dem veränderten Einkommensteuertarif des Jahres 2010.

* Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium der betrieblichen Steuerpolitik

* Steuerbilanzpolitik, sonstige zeitliche Einkommensverlagerungspolitik

* Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen

* Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel

* Lösungen zu den Aufgaben

Das Buch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen, Angehörige steuerberatender Berufe, Unternehmensberater und Juristen.

Der Autor

Prof. Dr. Dieter Schneeloch, Steuerberater, ist o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen.