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11 Das Interne Kontrollsystem im Versicherungswesen in:

Michael A. Klinger, Oskar Klinger

Das Interne Kontrollsystem im Unternehmen, page 32 - 33

Checklisten, Organisationsanweisungen, Praxisbeispiele und Muster-Prüfberichte

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3656-3, ISBN online: 978-3-8006-4430-8, https://doi.org/10.15358/9783800644308_32

Series: Controlling Competence

Bibliographic information
11 Das Interne Kontrollsystem im Versicherungswesen Wenn das Volumen der notwendigen Versicherungen zu groß wird, sollte der VS/GF das Versicherungswesen einem so genannten Riskmanager übertragen. Dieser hätte in erster Linie die Versicherungspolitik festzulegen. Das heißt: Feststellen der Risiken• Bewerten der Risiken• Minimieren der Risiken (vorbeugende Maßnahmen)• Festlegung der zu versichernden Risiken• Abwicklung aller Versicherungsfälle• Verwaltung der Versicherungspolicen.• Die Versicherungspolitik und das Prozedere der Versicherungsabwicklung sollten in einer Organisationsanweisung formuliert werden. Zunächst muss geprüft werden, ob das Risiko nicht selbst getragen werden kann (z.B. ob eine Vollkaskoversicherung für einen großen Fuhrpark rentabel ist). Auf jeden Fall sollten für jeden Versicherungsbedarf Angebote bei verschiedenen Versicherungsanstalten eingeholt werden. Für den Einkauf von Versicherungsleistungen gelten die gleichen Bedingungen wie für den Einkauf von Wirtschaftsgütern. Das Verbleiben bei einer Versicherungsanstalt ohne Einholung von Angeboten bei neuerlichem Versicherungsbedarf ist zumindest unwirtschaftlich. Hier wäre zu prüfen, wem die Betrauung einer einzigen Versicherungsanstalt mit dem gesamten Versicherungsbedarf nützt. Die Versicherungssumme sollte immer auf den höchstmöglichen Schaden abgestellt sein (Betonfundamente im Boden können nicht brennen, nicht Transportables kann nicht gestohlen werden). Bei Fehlen eines Riskmanagers ist die Zusammenarbeit mit einem Versicherungsmakler zu überlegen. Es sollte aber nicht der Versicherungsvertreter einer Versicherung sein, der eben nicht immer ein objektiver Berater sein kann. Weder der Riskmanager noch der Versicherungssachbearbeiter im Unternehmen dürfen Provisionen von der Versicherungsanstalt beziehen. Geschenkannahmen von Lieferanten oder Kunden sind grundsätzlich verboten und u.a. ein Entlassungsgrund. Solche Zahlungen seitens der Versicherungsgesellschaft sollten als Zusatzrabatt der eigenen Gesellschaft zukommen. Die Lagervorräte, Forderungen, Betriebs- und Geschäftsausstattung und Gebäude sind einer laufenden Veränderung unterworfen. Der Versicherungsschutz sollte kontinuierlich den Veränderungen der Zu- und Abgänge des Anlage- und Umlaufvermögens angepasst werden. Die Sicherheitsmaßnahmen sollten permanent verbessert werden, weil hierdurch die Versicherungsprämien gesenkt werden können. 00I-144.indd Abs1:29 04.08.2009 12:05:36 Uhr 11 Das Interne Kontrollsystem im Versicherungswesen30 Die Kriminalpolizei und auch die Versicherer können hier Ratschläge geben (Verbesserung der Gebäudeabriegelung, Bewachung, Ausleuchtung, Schlüsselprotokolle, Codekarten etc.). Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt. Das Personal muss dazu angehalten werden, keine falschen Schadensmeldungen zu erstellen, keine Schäden betrügerisch zu verursachen bzw. zu deklarieren und die Schadensliquidierung korrekt vorzunehmen. In regelmäßigen Abständen sollte man alle Versicherungspolicen auf die vorgenannten Kriterien von einem Versicherungsfachmann (Makler) überprüfen lassen. 00I-144.indd Abs1:30 04.08.2009 12:05:36 Uhr

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Zusammenfassung

Für jeden Unternehmer ein Muss

Aus den Medien erfährt die Öffentlichkeit immer wieder über Aufsehen erregende Schadensfälle in der Wirtschaft, die durch Fehlmanagement, Fahrlässigkeit oder wirtschaftskriminelle Handlungen verursacht werden. Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) verpflichtet aber die Geschäftsführung von Kapitalgesellschaften, alle den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Entwicklungen durch ein Überwachungs- und Kontrollsystem frühzeitig zu erkennen und Schadensfälle zu vermeiden. Das vom KonTraG geforderte Überwachungssystem lässt sich nur durch ein planvoll installiertes und dauernd den Veränderungen des Unternehmens anzupassendes „Internes Kontrollsystem“ (IKS) erreichen.

* Gliederung und Aufbau eines Internen Kontrollsystems

* Das IKS in der Unternehmensplanung, der Aufbau- und Ablauforganisation

* Das IKS im Rechnungswesen und im Zahlungsverkehr

* Das IKS in der Personalabteilung, Produktion und im Vertrieb

* Einsatz von Checklisten zur Prüfung des IKS

* Beispiele für Organisationsanweisungen

Die Autoren

Dr. Michael A. Klinger ist Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Unternehmensberater sowie Lehrbeauftragter für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Salzburg. Er ist Präsident des österreichischen Steuervereins, Vorstandsmitglied des Vereins IKS (Institut für Interne Kontrollsysteme) sowie Vizepräsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Salzburg.

Oskar Klinger war Leiter der Konzernvision der Porsche Holding Österreich und ist heute Vorstands-mitglied des Vereines IKS.