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Armin Klein, Kompendium Kulturmanagement – Eine Einführung in:

Armin Klein (Ed.)

Kompendium Kulturmanagement, page 10 - 17

Handbuch für Studium und Praxis

3. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3837-6, ISBN online: 978-3-8006-4426-1, https://doi.org/10.15358/9783800644261_10

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Kompendium Kulturmanagement – Eine Einführung Armin Klein „Die wahre Vermittlerin ist die Kunst. Über Kunst sprechen, heißt die Vermittlerin vermitteln wollen, und doch ist uns daher viel Köstliches erfolgt.“ (Johann Wolfgang von Goethe: Maximen und Reflexionen) Was ist, was tut ein Kulturmanager? Der langjährige Leiter der Salzburger Festspiele und Chef der Pariser Opera Bastille, Gerard Mortier, selbst einer der erfolgreichsten Kulturmanager, brachte die dienende Funktion des Kulturmanagements zu Beginn der neunziger Jahre sehr treffend auf den Begriff: „Gegen die Berufsbezeichnung ‚Kulturmanager’ habe ich nichts einzuwenden, wenn man den Begriff so versteht, dass der Kulturmanager nicht die Kultur managt, sondern für die Kultur managt. Der Kulturmanager ist eigentlich ein Katalysator. Er löst Reaktionen aus. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die richtigen Leute zusammenzubringen, den richtigen Regisseur mit dem richtigen Dirigenten. Kombinationen, aus denen sich Spannungen und Spannendes ergibt.“1 Die ausgehenden achtziger und beginnenden neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts markieren in Deutschland den Durchbruch der Kulturmanagementlehre. 1987 entwickelte Joachim Türke in einem Beitrag für die Kulturpolitischen Mitteilungen angesichts eines enorm expandierenden Kulturbetriebs „Anmerkungen und Vorschläge zu einem aktuellen, aber bislang verdrängten Problem“, wie er schreibt. Er schlägt vor, „eine spezielle Ausbildungsmöglichkeit“ zu schaffen, „um dem Mangel an qualifizierten Führungspersönlichkeiten in der Kulturszene abzuhelfen (...) Deren Aufgabe bestünde in erster Linie in der Ausbildung qualifizierten Nachwuchses für die Arbeit in künstlerischen Organisationen, in Kunstverwaltungen und für Positionen in den Bereichen Musiktheater, Sprechtheater, Konzert, Hörfunk, Fernsehen, Film, Schallplattenproduktionen, Festspiele, Museen, Galerien, Kunsthallen. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Stellen in Kulturverwaltungen und Kultureinrichtungen geschaffen worden (...) In diese Stellen sind aber häufig Beamte oder Angestellte aus der gehobenen Laufbahn aufgerückt. Es wäre nicht verkehrt, würde man statt dessen Fachleute berufen, die von derAusbildung her die Voraussetzungen für den höheren Dienst mitbringen und die außerdem inhaltlich auf solcheAufgaben vorbereitet sind.“2 2 Armin Klein Dieser Gedanke wird in der Kunstkonzeption des Landes Baden-Württemberg von 1990 weiterentwickelt, wenn es dort heißt: „Unter gesellschaftspolitischen und kulturpolitischen Gesichtspunkten (...) zeichnet sich (...) zunehmend ein Bedarf nach umfassender Ausbildung von Kulturvermittlern und Kulturadministratoren ab (...) Da es aller Voraussicht nach eine länger anhaltende Tendenz ist, dass der kulturelle Informations- und Beteiligungswille der Bevölkerung in allen Teilen des Landes zunimmt, wächst der kulturpolitischen Aufgabe der Städte und Gemeinden auch längerfristig zunehmende Bedeutung zu. Ob sie mit ihren Institutionen (z. B. Kultur- ämtern, Bibliotheken, Volkshochschulen, Kommunale Kinos) ein Kulturprogramm erarbeiten und durchführen können, das von der Bevölkerung angenommen wird, hängt zum großen Teil davon ab, ob ein hinreichend kompetenter und engagierter Kreis von Vermittlern zur Verfügung steht.“3 Kulturmanageriales Handeln, das fällt bei beiden Überlegungen auf, ist zum Ende der achtziger Jahre noch fast ausschließlich auf staatliches bzw. kommunales Tätigwerden fixiert. Erst in den neunziger Jahren weitet sich der Blick: Neben dem öffentlichen Kulturbetrieb (also vor allem das Handeln der Bundesländer und der Kommunen, in den letzten Jahren aber verstärkt auch des Bundes) geraten nun der privatrechtlichkommerzielle (also die Kulturwirtschaft) sowie der privatrechtlich-gemeinnützige Kulturbetrieb (also die zahllosen Vereine, Verbände, Gesellschaften, Stiftungen usw., also der sog. Dritte Sektor) in den Blick. Auch in diesen Bereichen bestand und besteht nach wie vor ein hoher Professionalisierungsbedarf, den Wolfgang Sander im Zusammenhang mit der schwierigen Intendantensuche eines Symphonieorchesters beschreibt: „Gute Kulturmanager sind noch immer selten im Musikland Deutschland, in dem die Künstler zumeist nichts vomGeschäft verstehen und die Organisatoren nicht wissen, wie der ‚Tristan’-Akkord klingt. Persönlichkeiten wie der visionäre Pragmatiker August Everding, der Wasser undÖl verbinden konnte und dazu noch erfolgreich denKlingelbeutel durch dieKunstgemeinde trug, wachsen eben auch hierzulande nicht auf den Bäumen.“4Um nicht länger auf ein solches Naturwunder zu warten, wurde zu Beginn der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts die Hochschuldisziplin des Kulturmanagements etabliert. Das Fach Kulturmanagement ist in den angelsächsischen Ländern bereits seit den sechziger Jahren ausgewiesene Hochschuldisziplin, die dort seither an Colleges und Universitäten studiert werden kann. Im deutschsprachigen Raum entstanden zunächst in Wien (seit 1979), dann 1989 in Hamburg, 1990 in Ludwigsburg, in Berlin und an der Fernuniversität Hagen entsprechende Studiengänge; mittlerweile ist die Vielzahl der Angebote in Deutschland auf Anhieb kaum noch überschaubar (vgl. hierzu Siebenhaar 2002: 17-32). ZuBeginn des 21. Jahrhunderts kamen entsprechendeAngebote in der deutschsprachigen Schweiz (hier vor allem an der Universität Basel und der Wirtschaftsfachhochschule Zürich /Winterthur) hinzu. Es handelt sich also durchaus um die „Erfolgsgeschichte eines Orchideenfaches“ (Siebenhaar 2002: 13). Heinrichs konnte daher Ende der neunziger Jahre in seiner bereits in zweiter Auflage erscheinenden Einführung in das Kulturmanagement feststellen: „Nur wenige 3Kompendium Kulturmanagement – Eine Einführung Begriffe haben in den letzten Jahren im Kulturbetrieb eine solche Konjunktur erlebt wie das Wort ‚Kulturmanagement’. Kaum eine einschlägige Publikation, die diesen Terminus nicht mit Eifer verwendet, kaum einAusstellungsmacher, Konzertvermittler oder Kulturreferent, der nicht unversehens die Berufsbezeichnung ‚Kulturmanager’ für sich in Anspruch nimmt“ (Heinrichs 1999a: 13). In der Praxis hat sich die neue Berufsbezeichnung also in weniger als zehn Jahren durchgesetzt. Allerdings ist Kulturmanagement keine traditionelle wissenschaftliche Disziplin, für die bislang ein einheitlicher theoretischer Unterbau zur Verfügung stünde. Darüber hinaus spielen die spezifischen Kulturtraditionen der einzelnen Länder eine prägende Rolle. Deshalb konnte es in Deutschland, das sich nach wie vor als „Kulturstaat“ versteht, bei allem interkulturellenAustausch und aller notwendiger Lernbereitschaft von anderen nicht darum gehen, umstandslos die sehr viel weiter entwickelten angelsächsischen Methoden, Techniken und Instrumente (z. B. des Kulturmarketing, des Sponsoring, des Fundraising, der Freiwilligenarbeit / Volunteering usw.) zu übernehmen. Es kam und kommt vielmehr darauf an, sie zur Kenntnis zu nehmen, sie für die jeweils spezifischen Bedingungen vor Ort zu adaptieren und weiter zu entwickeln. Kapieren statt kopieren steht auch hier im Vordergrund. Da das Kulturmanagement „interdisziplinär und querschnittsorientiert arbeitet“, ist darüber hinaus nach wie vor eine „gewisse Pluralität der theoretischenAnsätze imKontext von Bezugsdisziplinen“ zu beobachten (Heinrichs / Klein 2001: 194f.). So konnte es kaum verwundern, dass seinerzeit bei einem der ersten Treffen von Vertretern der einschlägigen Studiengänge der Versuch, eine „Theorie des Kulturmanagements“ zu entwickeln, zunächst zu einem „Blick über Grenzen“ (Fuchs 1993) geriet – sowohl inhaltlich als auch national. Damals drängende Fragen waren unter anderen etwa: Wie inhaltsneutral sind die Managementmethoden des Wirtschaftsmanagements, und inwieweit sind sie daher im Kulturmanagement tauglich? Wo gibt es Unterschiede undGemeinsamkeiten in den verschiedenenArbeitsfeldern desKulturmanagements?Wie sieht in dieserHinsicht eine sinnvolle Typologie dieser kulturellen Arbeitsfelder aus? Müssen wir etwa Kulturmanagement, Kulturpolitik und Kulturverwaltung säuberlich voneinander trennen oder sind die Unterschiede doch vernachlässigbar? Welche Voraussetzungen müssen die Kulturmanager/innen für die von ihnen ermöglichten Angebote übernehmen? Wie reflektieren Kulturmanager/innen den Managementanteil – und nicht bloß ihr inhaltliches Kulturverständnis – an ihrer Tätigkeit, und wie kann man durch Bildungsangebote zu einer solchen professionellen Reflexion anleiten? Welches sind die Bezugsdisziplinen von Kulturmanagement? Sollte sich eine Theoriediskussion eher auf Probleme beschränken, die sich unmittelbar aus der Praxis ergeben, oder kann sie mit großem historischem und philosophischem Atem weit reichende Erkenntnisse anderer Wissenschaften integrieren (Fuchs 1993: 13)? • • • • • 4 Armin Klein Mit demBegriff „Bezugslehre“ sollte zumAusdruck gebracht werden, dass „die Theorie desKulturmanagements sich nicht auf eine einfacheÜbernahme betriebswirtschaftlicherMethoden beschränken darf, sondern immer auch den Kontext berücksichtigen muss, in dem kulturelles Handeln stattfindet. Das gilt vor allem für die Frage nach der Qualität und dem Erfolg von Kulturmanagement. Gerade in nicht-kommerziellen Kulturbetrieben lässt sich der Erfolg eben nicht allein mit betriebswirtschaftlichen Methodenmessen (z. B. mit Hilfe einer Gewinn- undVerlustrechnung), sondernmuss immer auch im Kontext von Bezugsdisziplinen gesehen werden (...) Solche Bezugsdisziplinen können vorrangig eine Kunstlehre, die Kultursoziologie oder Kulturanthropologie sowie die Kulturpolitik sein.Wird der Erfolg vonKulturmanagement an der Realisierung von Kunst gemessen, sollte eine Kunstlehre (z. B. Musikwissenschaft) die vorherrschendeBezugsdisziplin sein. Verstehtman dagegenKulturmanagement als eine Steuerungshandlung für soziale Prozesse (Kultur findet immer in einem sozialen Kontext statt), so bietet sich die Kultursoziologie als Bezugsdisziplin an.Andererseits kannmanKulturmanagement aber auch – gerade in öffentlichen Kulturbetrieben – als Umsetzung kulturpolitischer Ziele verstehen. In einem solchenVerständnis würde sich die Kulturpolitik als Bezugsdisziplin anbieten. Für die Lehre des Kulturmanagements bedeutet dies, dass sich ein Studienangebot nie allein auf das Kulturmanagement im engeren Sinne (Steuerung von arbeitsteiligen Prozessen in kulturellen Betrieben) beschränken darf, sondern immer auch das Studium einer Bezugsdisziplin anbieten muss“ (Heinrichs / Klein 2001: 38f.). In dieser ersten Phase der Selbstverständigung einer in Deutschland sich neu konstituierendenWissenschaftsdisziplin entstanden zahlreicheVeröffentlichungen, die sowohl der Grundlegungwie auch der ersten Orientierung der Studierenden des neuen Faches dienen sollten. „DieGründungsphasewar zunächst bestimmt durch eher grundsätzliche Erörterungen zu Selbstverständnis, Stellenwert und Funktion des Fachgebiets (Theorie des Kulturmanagements) einerseits bzw. durch ausgesprochen praxisorientierte Handreichungen andererseits. Daneben stand in der unmittelbaren Anwendung ein eher funktionales Management ohne inhaltliche Anbindung im Vordergrund. Da ein professionelles Management nicht für den kommerziellen Kulturbetrieb, wohl aber für den Nonprofit-Bereich neu und herausfordernd war, konzentrierte sich zudem die Diskussion zunächst nur auf den öffentlichen und gemeinnützigen Kulturbetrieb.“ (Heinrichs / Klein 1998: 7) Entsprechend ist der Beginn der neunziger Jahre durch die lebhafte Produktion einschlägiger Literatur geprägt. Heinrichs legte bereits 1993 seine Einführung in das Kulturmanagement vor (die 1999 in zweiter, grundlegend überarbeiteterAuflage unter dem Titel Kulturmanagement. Eine praxisorientierte Einführung neu erschien; 2002 folgte von Bendixen eine Einführung in das Kultur- und Kunstmanagement). Rauhe / Demmer als Herausgeber veröffentlichten 1994 unter dem Titel Kulturmanagement eine Übersicht über die verschiedenen Gegenstandsbereiche undAnwendungsfelder der Disziplin. Und ebenfalls 1994 erschien unter der Herausgeberschaft von Heinze der SammelbandKulturmanagement. Professionalisierung kommunaler Kulturarbeit, der die Ergebnisse eines von der Fernuniversität Hagen veranstalteten internationalen Symposiums zusammenfasste. 5Kompendium Kulturmanagement – Eine Einführung Ebenfalls sehr früh, bereits ab 1992, startete der Raabe-Verlag sein Handbuch KulturManagement, das in der – sicherlich bezeichnenden Form der stets aktualisierbaren Loseblattsammlung – in zahlreichen Einzelartikeln die grundlegenden Bereiche des neu entstehenden Faches ausmaß. Es folgten entsprechende Loseblattsammlungen zum Thema Kultur und Recht sowie ab 2003 Kultur erfolgreich finanzieren. Der raschen, ersten Orientierung der Studierenden diente auch das von Heinrichs / Klein 1995 erstmals vorgelegte TaschenbuchKulturmanagement von A-Z, das 2001 in stark erweiterter Auflage mit dem Untertitel 600 Begriffe für Studium und Beruf erschien und damit seinen Lexikoncharakter signalisierte. Ende der neunziger Jahre ist eine gewisse Konsolidierung des Faches zu beobachten, d. h. „Kulturmanagement wurde so ganz allmählich als Hochschuldisziplin ‚salonfähig’, nachdem anfangs über Jahre dieWissenschaftstauglichkeit oder –weltanschaulich getönt – die Berechtigung einesManagements kultureller Prozesse angezweifelt, ja gänzlich bestritten worden war. Während die studentische Nachfrage zunahm, hielten die akademisch-intellektuellen Diskussionen über das Fach an“ (Siebenhaar 2002: 14). Diesen theoretischen Diskussionen einerseits eine Plattform zu geben, dabei andererseits den Fortschritt der empirischen Forschungen zu dokumentieren, diente das seit 1998 von Heinrichs / Klein herausgegebene Deutsche Jahrbuch für Kulturmanagement. Verlag und Herausgeber waren damals der Meinung, „dass endlich Anlass gegeben ist, durch ein Jahrbuch die Entwicklung des Kulturmanagements dokumentierend zu begleiten (....) In den Studiengängen und Forschungseinrichtungen steht mittlerweile in erheblichem Umfang wissenschaftliches Personal zur Verfügung, das durch eigenständige Projekte oder auch durch dieVergabe vonMagister- bzw.Diplomarbeiten undDissertationen die dringend notwendigen Forschungen leisten kann. Diese wiederum sichern endlich eine auch wissenschaftlich-empirische Basis für das Gebiet des Kulturmanagements, wie dies für andere Wirtschafts- und Managementbereiche längst selbstverständlich ist.“ (Heinrichs / Klein 1998: 8) Seit 2005 erscheint unter dem Titel spiel plan das Schweizer Jahrbuch für Kulturmanagement. 2009 erschien erstmals „forschen im kulturmanagement. Jahrbuch für Kulturmanagement 2009“, herausgegeben von Bekmeier-Feuerhahn u. a. 2007 gründete sich der Fachverband Kulturmanagement. Die Konsolidierung des Faches schlug sich Ende der neunziger Jahre bzw. zu Beginn des neuen Jahrtausends darüber hinaus in einer ganzen Reihe von Monographien zu einzelnen Teilbereichen des Kulturmanagements nieder, so etwa in Publikationen von Braun / Gallus und Scheytt (1996) und Bortoluzzi Dubach / Frey (erstmals 1997) zum Kultursponsoring, vonHeinrichs zuKulturpolitik und Kulturfinanzierung (1997), von Bendixen zur Kultur- und Kunstökonomie (1998), von Colbert (1999), Klein (2001) und Fischer (2001) zum Kulturmarketing (2001), von Klein zur Kulturpolitik (2003) und zum Projektmanagement im Kulturbetrieb (2004), von Mandel zur PR in Kunst und Kultur (2004). Hinzu kamen spartenspezifischeMonographien, so von Heinrichs zumKommunalen Kulturmanagement (1999b), von Röper zum Theatermanagement, von Schneidewind / Tröndle zum Selbstmanagement im Musikbetrieb. Die Vielzahl 6 Armin Klein der Spezialpublikationen zu einzelnen Teilbereichen (z. B. der Besucherbindung, der Publikumsforschung, des Controlling usw.) ist mittlerweile nur noch in entsprechenden Spezialbibliographien zu erfassen. Aber auch Berufsfeld und Karrierechancen des Kulturmanagements wurden nun systematisch analysiert und dargestellt, so etwa in Siebenhaars Karriereziel Kulturmanagement (2002) oder Mandels Lust auf Kultur (2002), die Karrierewege in das Berufsfeld der Kulturvermittlung darstellt. Eine mittlerweile kaum mehr wegzudenkende aktuelle Informationsquelle über Neuerscheinungen aus dem Bereich des Kulturmanagements und Plattform für Diskussion und Austausch bietet darüber hinaus der Internet-Service www.kulturmanagement.net in Weimar. In nur gut zehn Jahren hat sich das Fach Kulturmanagement an Universitäten, Musikhochschulen und Fachhochschulen sowie imBereich privaterAnbieter konsolidiert und seinen kaummehr ernsthaft bestrittenen Platz in Forschung und Lehre gefunden. Das Zentrum für Kulturforschung in Bonn registrierte in seiner Erhebung von 2001 bereits 83 Studiengänge und Qualifizierungsmaßnahmen: „Kulturmanagement entwickelt sich vom Spezialfach zu einem Baukastensystem von Techniken und Fachwissen“ (Siebenhaar 2002: 17). Es ist nun an der Zeit, den Versuch zu unternehmen, das bislang erarbeitete Grundlagenwissen in seinem Umfang knapp und übersichtlich darzustellen und so allen Interessierten in Forschung und Lehre, aber auch in der kulturmanagerialen Praxis in übersichtlicher Form zurVerfügung zu stellen. Dem dient vorliegendes Buch. Um den vorgegebenen Umfang nicht allzu sehr zu sprengen, musste allerdings notgedrungen ausgewählt und konnten daher einige Bereiche bedauerlicherweise nicht in ihrem vollen Umfang dargestellt werden. So wäre der Bereich der empirischen Kulturforschung, hier vor allem der Kulturstatistik und der Evaluation, sicherlich breiter darzustellen. Dies gilt insbesondere auch für den rechtlichen Bereich, wo Beschränkung nötig war und notgedrungen etwa auf die Felder Urheber- und Verwertungsrecht, Sozialversicherungsrecht, Lizenzrecht usw. verzichtet werden musste. Der Internationalität des Faches entsprechend konnten erfreulicherweiseAutorinnen und Autoren aus verschiedenen Ländern gewonnen werden. Schlicht der einfachen Lesbarkeit halber wurde stets die männliche Form gewählt, wobei sich alle Autorinnen undAutoren sehr bewusst sind, dass im heutigen Kulturbetrieb derAnteil von Frauen speziell auch in Leitungsfunktionen einen sehr erfreulichenAnteil gewonnen hat. Der Autor dankt ihnen allen, die auf ihrem Fachgebiet ausgewiesene Kenner sind, dass sie sich zu einer engagierten Mitarbeit bereit erklärt haben. Der Dank gilt dem Verlag, der es unternommen, das umfangreiche Buch zu einem für Studierende noch tragbaren Preis zu veröffentlichen. Und ein ganz besonderer Dank gilt – wie so oft – Ulrike Moser, ohne die dieses Buch sicherlich in der vorliegenden Form nicht zustande gekommen wäre. 7Kompendium Kulturmanagement – Eine Einführung Anmerkungen 1 Mortier, G. in: Frankfurter Allgemeine Magazin vom 2.8.1991 2 Türke, J.: KulturellesManagement.Anmerkungen undVorschläge zu einem aktuellen, aber bislang verdrängten Problem. In: Kulturpolitische Mitteilungen III, 1987: 21 3 Der Kunstkoordinator des Landes Baden Württemberg: Kunstkonzeption des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart 1990: 268 4 Sander, W.: Kopflos. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9.4.2001 Literaturhinweise Bekmeier- Feuerhahn, Sigrid u. a. (Hrsg.) (2009): forschen im kulturmanagement. Jahrbuch für Kulturmanagement 2009, Bielefeld. Bendixen, Peter (2001): Einführung in die Kultur- und Kunstökonomie, Opladen. Bendixen, Peter (2002): Einführung in das Kultur- und Kunstmanagement, Opladen. Bortoluzzi Dubach, Elisa / Hansrudolf Frey (2002): Sponsoring. Der Leitfaden für die Praxis, 3. Aufl., Bern, Stuttgart u. Wien. Braun, Günther / ThomasGallus / Oliver Scheytt (1996): Kultur-Sponsoring für die kommunale Kulturarbeit. Grundlagen, Praxisbeispiele, Handlungsempfehlungen für Kulturmanagement und -verwaltung, Köln. Colbert, Francois (1999): Kultur- und Kunstmarketing. Ein Arbeitsbuch, Wien u. New York. Fischer, Walter Boris (2001): Kommunikation und Marketing für Kulturprojekte, Bern, Stuttgart u. Wien. Fuchs, Max (Hrsg.) (1993): Zur Theorie des Kulturmanagements. Ein Blick über Grenzen, Remscheid. Heinrichs, Werner (1993): Einführung in das Kulturmanagement, Darmstadt. Heinrichs, Werner (1997): Kulturpolitik und Kulturfinanzierung. Strategien und Modelle für eine politische Neuorientierung der Kulturfinanzierung, München. Heinrichs, Werner (1999a): Kulturmanagement. Eine praxisorientierte Einführung, Darmstadt. Heinrichs, Werner (1999b): Kommunales Kulturmanagement, Baden-Baden. Heinrichs, Werner / Armin Klein (1995): Kulturmanagement vonA-Z. Wegweiser für Kulturund Medienberufe, München. Heinrichs,Werner /ArminKlein (2001): Kulturmanagement vonA-Z. 600 Begriffe für Studium und Beruf, München. Heinrichs, Werner / Armin Klein (Hrsg.) (seit 1998): Deutsches Jahrbuch für Kulturmanagement, Baden-Baden. Heinze, Thomas (Hrsg.) (1994): Kulturmanagement. Professionalisierung kommunaler Kulturarbeit, Opladen. Klein, Armin (2005): Kulturmarketing. Das Marketingkonzept für Kulturbetriebe, 2. überarb. Aufl., München. Klein, Armin (2009): Kulturpolitik. Eine Einführung, 3. akt. Aufl., Opladen. 8 Armin Klein Klein, Armin (2008): Projektmanagement für Kulturmanager, 3. Aufl., Wiesbaden. Mandel, Birgit (2002): Lust auf Kultur, Nürnberg. Mandel, Birgit (2004): PR in Kunst und Kultur, Frankfurt. Raabe-Verlag: HandbuchKulturManagement, Stuttgart 1992ff. Raabe-Verlag: Kultur und Recht, Düsseldorf 1994ff. Raabe-Verlag: Kultur erfolgreich finanzieren, Berlin 2003f. Rauhe, Hermann / Christine Demmer (Hrsg.) (1994): Kulturmanagement, Berlin. Röper, Henning (2001): Handbuch Theatermanagement. Betriebsführung, Finanzen, Legitimation und Alternativmodelle, Köln, Weimar u. Wien. Schneidewind, Petra / Martin Tröndle (Hrsg.) (2003): Selbstmanagement im Kulturbetrieb, Bielefeld. Siebenhaar, Klaus (2002): Karriereziel Kulturmanagement. Studiengänge und Berufsbilder im Profil, Nürnberg.

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References

Zusammenfassung

Das Handbuch zum Kulturmanagement.

Das Kompendium Kulturmanagement

bündelt anschaulich und praxisgerecht das komplette Wissen zum gesamten Kulturmanagement. Das Werk hat sich schon längst als Standardwerk bei Studierenden der Kulturwissenschaften und Praktikern in Kultureinrichtungen etabliert.

Die wichtigen Kernthemen zum Kulturmanagement

* Kulturmanagement – Einführung

* Kultursponsoring und Kulturökonomik

* Managementtechniken

* Öffentlichkeitsarbeit

* Rechnungslegung

* Kulturpolitik und Kulturmarketing

* Projektmanagement

* Fundraising

* Öffentliche Zuwendungen

* Recht und Rechtsform

* Controlling

* Kosten- und Leistungsrechnung

* Vertrags- und Arbeitsrecht

* Kulturtourismus und Kulturentwicklungsplanung