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VII.In-Store-Management in:

Thomas Foscht, Bernhard Swoboda, Joachim Zentes

Handelsmanagement, page 625 - 626

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4265-6, ISBN online: 978-3-8006-4425-4, https://doi.org/10.15358/9783800644254_625

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
582 Viertes Kapitel: Die Optionen des Absatzmarketing Kataloge Flugblatt Direkt-Marketing Internet Social Media. Im Bereich Social Media ist bauMax sowohl auf Facebook als auch auf YouTube vertreten. Die Facebook-Seite dient vorwiegend als Information für Kunden, wird aber auch für Verkaufsfördermaßnahmen und Gewinnspiele genutzt. Auf dem eigenen YouTube-Kanal von bauMax findet man z.B. die TV-Spots des „bauMax“ sowie Videos zu Veranstaltungen des Unternehmens. Auf der Website bietet das Unternehmen im Bereich Service ein Heimwerkerforum an, wo Kunden Ratschläge und Tipps zu allen Heimwerker-Problemen finden oder auch ihre eigenen Erfahrungen weitergeben können. Auf der virtuellen bauMax-Pinnwand können Kunden online Angebote posten und sich über Angebote von anderen Kunden informieren. Außerdem können sich Heimwerker im eigenen Ratgeber – der thematisch entsprechend des Vier-Welten-Konzepts aufgebaut ist – über relevante Themen um Bauen, Wohnen und Garten informieren. Im April 2011 startete bauMax mit einer neuen Kommunikationslinie. Neben „Großer Wert, kleiner Preis“ lautet der Slogan von bauMax in allen neun Ländern: „Hör auf deinen bauMax!“ Unter diesem Motto wurde ein neuer Markenbotschafter vorgestellt. Der „bauMax“ ist nur 60cm groß, etwas untersetzt, aber voller Weisheit. Das Konzept ist so ausgelegt, dass der bauMax den Konsumenten nicht belehren, sondern ihn mit „schrägen Weisheiten“ zur richtigen Entscheidung leiten will. „Mit seiner Erscheinung, seinen weisen Sprüchen und seiner markanten Stimme steht er als Symbol für unser Unternehmen.“ (KR Martin Essl, Vorstandsvorsitzender von bauMax zur neuen Identifikationsfigur) Der bauMax kommt als Markenbotschafter in allen Medienkanälen im Einsatz. Es werden im TV u.a. verschiedene Themen-Spots eingesetzt. Die neue Werbekampagne startete zunächst in Österreich, Kroatien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Türkei. Tschechien und Slowenien folgen zeitlich versetzt. bauMax fördert zeitgenössische Kunst Mit dem Essl Museum, das im Jahre 1999 in Klosterneuburg bei Wien eröffnet wurde, bietet bauMax seinen Mitarbeitern sowie einem breiten Publikum die Möglichkeit, Kunst als Kraftquelle für den Alltag zu erfahren. Die Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 6.000 Werke zeitgenössischer Kunst und zählt zu den wichtigsten Privatsammlungen Europas. Quelle: www.baumax.at, 01. September 2011. VII. In-Store-Management Das neue Marketing-Konzept der Vier-Welten Bauen, Garten, Wohnen und Werkzeug wird sowohl bei der Ladengestaltung als auch auf der Website umgesetzt. Die Farbleitsysteme, die zu einer leichteren Orientierung der Kunden beitragen sollen, sind den vier Sortimentswelten entsprechend gestaltet (siehe Abbildung 4.118). So wird der Sorti- I. Fallstudie: bauMax 583 mentsbereich „Garten“ bei der Ladengestaltung durch die Farbe grün umgesetzt. Abteilungen des Sortimentsbereichs „Bauen“ sind in blau gehalten, jene des Bereiches „Wohnen“ in lila und jene der Sortimentswelt „Werkzeug“ in orange. Abbildung 4.118: Laden- und Ladenfrontgestaltung nach dem Vier-Welten-Konzept Quelle: www.baumax.at. Die Abteilungen der Sortimentsbereiche „Garten“ und „Wohnen“ werden darüber hinaus so gestaltet, dass sich Kunden emotional angesprochen fühlen. Neben der übersichtlichen Präsentation der Artikel ist das einheitliche Corporate Design ein zentrales Kriterium der Ladengestaltung. Die Ladenfrontgestaltung greift das Konzept der „Vier Welten“ wieder auf. Abbildung 4.118 zeigt die Außenansicht eines Mega-bauMax. Hier wurden das Gartencenter und der Baumarkt unter einem Dach integriert. Durch die glasverkleidete Stahlkonstruktion gelangt viel Tageslicht in den Verkaufsraum, wodurch eine angenehme Einkaufsatmosphäre geschaffen wird. VIII.Servicemanagement In den letzten Jahren haben sich die Sortimente der Anbieter in der Do-it-yourself- Branche stark angeglichen. Deshalb sind Baumarktunternehmen bestrebt, sich über ein marktorientiert gestaltetes Servicemanagement von den Wettbewerbern abzuheben. Diesen Überlegungen folgt bauMax, indem auf absolute Kundennähe gesetzt und dem Servicemanagement ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Auf der Basis einer Heimwerkerstudie konnten in der Do-it-yourself-Branche in Abhängigkeit der Intention der jeweiligen Heimwerker drei Kundensegmente identifiziert werden: Bastel- und Verschönerungskunden, Renovierungskunden und Neubaukunden. Bei bauMax konnten 80,2% der Kunden dem Segment der Bastel- und Verschönerungskunden zugerechnet werden. 15,2% der Kunden entfielen auf die Gruppe der Renovierungskunden und 4,6% auf jene der Neubaukunden. Darüber hinaus wurde im Rahmen der empirischen Untersuchung festgestellt, dass Renovierungs- und Neubaukunden ca. die Hälfte des gesamten Baumarkt-Umsatzes verursachten. Daraus leitete bauMax zwei Ziele für das Customer Relationship Management ab. Erstens sollten diese Kundensegmente über das Kommunikationsmanagement gezielt angesprochen werden, um auf diesem Weg zusätzliche „Heavy User“ (Renovierungs- und Neubaukunden) zu akquirieren. Zweitens galt es, bestehende Renovierungs- und Neubaukunden an das Unternehmen zu binden, um so den Durchschnittsumsatz zu steigern. Ladengestaltung nach dem Vier-Welten-Konzept Außenfront eines Mega-bauMax

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References

Zusammenfassung

Modernes Handelsmanagement.

Zentes/Swoboda/Foscht, Handelsmanagement

3. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4265-6

Handelsmanagement komplett

Handelsunternehmen bauen ihre Wertschöpfungstiefe sowohl »up-stream« als auch »down-stream« aus. Auch Industrieunternehmen gestalten ihre Wertschöpfungsarchitekturen zunehmend um: Durch absatzmarktorientierte Vertikalisierung werden auch sie zu »Händlern«. Das Buch führt in die neuen Ansätze und Methoden des modernen Handelsmanagements ein und erklärt die Zusammenhänge in der Handelspraxis.

Handelsmanagement in der Praxis

Diese Ansätze und Methoden des Handelsmanagements werden vorgestellt:

* Strategien, Betriebs- und Vertriebstypen des Handels

* Optionen des Absatzmarketing

* Gestaltung der Supply-Chain

* Konzepte der Führung in Handelsunternehmen.