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V. Zusammenfassung in:

Thomas Foscht, Bernhard Swoboda, Joachim Zentes

Handelsmanagement, page 419 - 420

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4265-6, ISBN online: 978-3-8006-4425-4, https://doi.org/10.15358/9783800644254_419_1

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
376 Drittes Kapitel: Die Dynamik der Betriebs- und Vertriebstypen IV. Betriebstypen der Coop: Großhandelsformate Neben den Einzelhandelsformaten im Food- und Non-Food-Bereich hat die Coop seit der vollständigen Übernahme der Transgourmet-Gruppe im Januar 2011 die Großhandelstätigkeit als zweites strategisches Geschäftsfeld in ihr Portfolio aufgenommen. Mit diesem neuen Geschäftsfeld baut sie zudem das internationale Geschäft merklich aus. Transgourmet Holding S.E. Im Januar 2011 hat die Coop das Unternehmen Transgourmet Holding S.E. übernommen. Der Entscheid, die 50% Beteiligung der Rewe Group zu übernehmen, war nach eigenen Angaben der wichtigste Entscheid für die Coop im Jahre 2010. Mit dem B2B-Geschäft erlangt die Coop zum einen ein zweites Standbein mit guten Zukunftsperspektiven, zum anderen wird dadurch das In- und Auslandsengagement im Gastronomie- und Gewerbegroßhandel verstärkt. So ist die Coop in 2011 mit den Formaten Howeg, Prodega/ Growa C&C, Transgourmet France, Fegro/Selgros sowie Rewe-Food-Service neben der Schweiz in Frankreich, Deutschland, Polen, Rumänien und Russland tätig. Das zweitgrößte Cash+Carry- und Foodservice-Unternehmen in Europa erreichte im Jahre 2010 einen Umsatz von 6,2 Mrd. EUR (ca. 8,6 Mrd. CHF) und konnte somit den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund 7% steigern. Die Transgourmet Holding S.E. beschäftigte Ende 2010 über 22.500 Mitarbeiter. V. Zusammenfassung Die einzelnen Betriebs- und Vertriebstypen tragen in unterschiedlichem Maße zum Gesamtumsatz der Coop bei. Dabei zeigt sich eine überwiegende Bedeutung der Bereiche des Lebensmitteleinzelhandels. Den höchsten Anteil erzielen die Coop Supermärkte und Coop Megastores mit gemeinsam 60,7% am Gesamteinzelhandelsumsatz der Coop. In der Struktur der Coop zeigt sich einerseits eine Tendenz zur Betonung größerer bzw. großer Flächen. Hier findet ein Ausbau der größeren Formate statt. Zudem erfolgt eine konsequente Ausweitung des Betriebstyps der Fachmärkte. Durch die Akquisition von Body Shop in 2010 und der Transgourmet Holding S.E. in 2011 wurde das Spektrum der Betriebs- und Vertriebstypen ausgebaut und der Marktanteil konnte gesteigert werden. Viertes Kapitel Die Optionen des Absatzmarketing A. Gegenstand I. Grundlagen und Bedeutung Die Aktivitäten marktorientierter Unternehmen werden oft aus einer strategischen Sicht betrachtet und mit dem sog. Marketingdreieck verbunden, d.h. das anbietende Unternehmen orientiert sich in den eigenen Aktivitäten an den Kundenbedürfnissen und dem Wettbewerb. In diesem Sinne wird Marketing als Unternehmensführungskonzeption gesehen, was v.a. in der ersten der folgenden Definitionen zum Ausdruck kommt. Das Marketing beinhaltet die aktive und systematische Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die aktuellen und potenziellen Märkte ausgerichteten Unternehmensaktivitäten mit dem Ziel der Verwirklichung der Unternehmensziele durch eine dauerhafte Befriedigung der Kundenbedürfnisse (Meffert/Burmann/Kirchgeorg 2011, S. 20). Marketing is the activity, set of institutions, and processes for creating, communicating, delivering, and exchanging offerings that have value for customers, clients, partners, and society at large (American Marketing Association, www.marketingpower.com, 01. Oktober 2011). In diesem umfassenden Sinne werden unter Handelsmarketing alle Aktivitäten eines Unternehmens aus marktorientierter Sicht betrachtet und es schließt dann – neben den Absatzsatzmärkten – u.a. Beschaffungsmärkte, Supply Chain und Führungsprozesse ein. Dieser Sichtweise wird in der Gliederungslogik dieses Buches nicht ganz gefolgt, da Strategien, Supply-Chain-Prozesse und die Führung des Handelsunternehmens in eigenständigen Abschnitten behandelt werden (siehe die Gliederungslogik im Ersten Kapitel). 1 Das Handelsmarketing i.e.S. umfasst demnach den Einsatz der Absatzinstrumente i.S. einer Strategieumsetzung. Die absatzpolitischen Instrumente eines Handelsunternehmens umfassen sämtliche Aktionsparameter, mit denen ein Handelsunternehmen das Verhalten der Nachfrager beeinflussen kann oder – moderner – mit denen es seine Leistungsangebote zum Nutzen des Kunden gestalten kann. In der Literatur werden die absatzpolitischen Instrumente unterschiedlich strukturiert,2 wobei zwischen drei bis zehn Instrumenten unterschieden wird. Idealtypisch sind diese im Rahmen des Marketing-Mix aufeinander abzustimmen und ebenso idealtypisch ist zwischen einer „Inside-Out- und Outside-In-Perspektive“ zu 1 Es ist darauf zu verweisen, dass in der Marketingforschung selten der Bezug zwischen Marketinginstrumente und Unternehmensführung oder Supply-Chain-Prozessen betrachtet wird, obwohl bspw. naheliegend die Breite des Sortiments oder Preisaktionen die Logistikprozesse und damit bspw. die Kosten und den Erfolg beeinflussen. Derartige Sichtweisen nehmen eher Disziplinen wie Management und Logistik ein. 2 Eine Übersicht zu Systematisierungen von Marketinginstrumenten geben Müller-Hagedorn/Natter (2011, S. 25ff.).

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References

Zusammenfassung

Modernes Handelsmanagement.

Zentes/Swoboda/Foscht, Handelsmanagement

3. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4265-6

Handelsmanagement komplett

Handelsunternehmen bauen ihre Wertschöpfungstiefe sowohl »up-stream« als auch »down-stream« aus. Auch Industrieunternehmen gestalten ihre Wertschöpfungsarchitekturen zunehmend um: Durch absatzmarktorientierte Vertikalisierung werden auch sie zu »Händlern«. Das Buch führt in die neuen Ansätze und Methoden des modernen Handelsmanagements ein und erklärt die Zusammenhänge in der Handelspraxis.

Handelsmanagement in der Praxis

Diese Ansätze und Methoden des Handelsmanagements werden vorgestellt:

* Strategien, Betriebs- und Vertriebstypen des Handels

* Optionen des Absatzmarketing

* Gestaltung der Supply-Chain

* Konzepte der Führung in Handelsunternehmen.