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II. Betriebstypen der Coop: Food-Formate in:

Thomas Foscht, Bernhard Swoboda, Joachim Zentes

Handelsmanagement, page 415 - 416

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4265-6, ISBN online: 978-3-8006-4425-4, https://doi.org/10.15358/9783800644254_415

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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372 Drittes Kapitel: Die Dynamik der Betriebs- und Vertriebstypen Die Coop realisierte im Jahre 2009 einen Marktanteil in der Schweiz von 21,9% im Bereich der Lebensmittel sowie einen Marktanteil von 12,7% im Bereich Non-Food. Insgesamt beträgt ihr Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz der Schweiz 17,2%. II. Betriebstypen der Coop: Food-Formate Die Schweizer Coop stellt auf Grund der Vielfalt der Formate und Betriebstypen einMultibetriebstypenunternehmen dar, d.h. mehrere Betriebstypen unterschiedlicher Art werden nebeneinander geführt. Die Betriebstypen der Coop im Bereich des klassischen Lebensmittelhandels sind die Coop Supermärkte, die Coop Megastores, die Coop Pronto Shops an Tankstellen und Bahnhöfen sowie der Online-Shop coop@home. Des Weiteren verfügt die Coop über verschiedene Restaurantketten. Bei der Betriebstypenentwicklung in diesen Bereichen zeigt sich eine Tendenz zu einer Flächenausdehnung und erweiterung, die von der Coop durchgesetzt wird. Die Multibetriebstypenstrategie liegt in einer optimalen Ausschöpfung des Marktpotenzials begründet, da sowohl unterschiedliche Kundensegmente bedient sowie deren Bedürfnissen und Einkaufsmotiven (etwa Wochenendeinkauf oder Impulseinkauf) gezielt Rechnung getragen werden können. Coop Supermärkte Die Kategorie der Coop Supermärkte umfasst Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche zwischen 300 qm und 3.500 qm. Generell wird zwischen Supermärkten mit einer Fläche bis 980 qm, 980 qm - 1.890 qm sowie 1.890 qm - 3.500 qm, die intern als Typ A, Typ B und Typ C bezeichnet werden, unterschieden. Die Coop Supermärkte stellen das Kerngeschäft der Gruppe dar. Sie erwirtschafteten in 2010 einen Umsatz von über 9,6 Mrd. CHF auf einer Verkaufsfläche von insgesamt etwa 785.000 qm. Das Sortiment dieses Betriebstyps umfasst Nahrungs- und Genussmittel, Frischwaren und Waren des kurzfristigen und täglichen Bedarfs. Mit 10.000 bis 15.000 angebotenen Artikeln bietet die Coop die größte Vielfalt im Sortiment und deckt sämtliche Bedürfnisse des täglichen Einkaufs ab. Zudem verfügt die Coop, mit insgesamt 816 Verkaufsstellen in allen Regionen der Schweiz, über das dichteste Verkaufsstellennetz und erfüllt somit einen wichtigen Versorgungsauftrag. 2006 wurde die Integration von Tchibo-Shops in allen größeren Supermärkten vollzogen, um das Leistungsangebot im Non-Food-Bereich zu ergänzen. Coop Megastore Bei den Coop Megastores handelt es sich um großflächige Betriebe mit einer Verkaufsfläche von über 3.500 qm. Dieser Betriebstyp bietet ein komplettes Angebot von Nahrungs- und Genussmitteln sowie Frischwaren und ein tiefes Non-Food-Sortiment, das alle Kundenwünsche erfüllt und -bedürfnisse abdeckt. Insbesondere die großzügigen Frischeabteilungen, die Degustationsmöglichkeiten sowie die einsehbare Hausbäckerei machen das Einkaufen zum Erlebnis. Durchschnittlich werden in einem Coop Megastore rund 40.000 Produkte angeboten. Damit stellt dieser Betriebstyp das Flaggschiff der Coop dar. Im Geschäftsjahr 2010 lag die Gesamtanzahl der Coop Megastores bei 31. Der Umsatz belief sich in 2010 auf 1,6 Mrd. CHF. E. Fallstudie: Coop (Schweiz) 373 Coop Pronto Coop Pronto ist das Convenience-Format der Coop, das dem Kunden die Möglichkeit bietet, nahezu rund um die Uhr einzukaufen. Dieser Betriebstyp findet sich entweder an Tankstellen oder in sog. Stand-Alone-Stores an Bahnhöfen oder innerhalb der Stadt. In 2010 konnten die Coop Pronto Shops vom allgemeinen Trend hin zu Convenience- Einkäufen durch die langen Öffnungszeiten profitieren und generierten mit ihrem Umsatz von über 822 Mio. CHF ein Wachstum von 7% im Vergleich zum Vorjahr. Nach 17 Er- öffnungen und drei Schließungen verfügt die Gruppe nunmehr über 229 Pronto-Shops; für 2011 sind eine Forcierung des Ausbaus des Frischesortiments sowie die Ausweitung der Verkaufsfläche geplant. So wird neben dem üblichen Convenience-Sortiment das Frischesortiment, das etwa Salate, Früchte oder Antipasti umfasst, gezielt ausgebaut. Geführt werden die Coop Pronto-Shops von der Tochtergesellschaft Coop Mineraloel AG, die auch die Coop Tankstellen und den Heizölverkauf betreibt und den Umsatz in 2010 um knapp 10% auf 2,2 Mrd. CHF steigern und somit die Marktführerschaft ausbauen konnte. coop@home Der Internet-Supermarkt coop@home konnte in 2010 mit insgesamt 315.000 Auslieferungen einen Umsatz von 77 Mio. CHF erwirtschaften und somit ein Umsatzwachstum von 15% gegenüber dem Vorjahr erreichen. Auf Grund einer Ausweitung der Belieferung durch coop@home selbst kann der Lieferservice von coop@home nunmehr über 60% der Schweizer Haushalte bedienen. Im Jahre 2010 betrug der durchschnittliche Einkaufswert inklusive Nebengeschäfte wie Blumen oder Gesprächsguthaben 246 CHF. Besonders gut entwickelte sich die im August 2009 lancierte Dienstleistung der Zustellung des kompletten Sortiments von mehr als 13.000 Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs (inklusive Frisch- und Tiefkühlprodukte) per Post. Zudem können durch eine neue Funktion der coop@home-iPhone-App Produkte zuhause am eigenen Kühl- oder Vorratsschrank via EAN-Code gescannt und automatisch der nächsten Bestellung beigefügt werden. Seit diesem Update im Juni 2010 hat sich der Anteil an Bestellungen per iPhone verdreifacht. Coop Restaurants Dieser Betriebstyp, zu dem neben den Coop Restaurants, Bistros und Take-it Shops auch die italienische Gelateria CremAmore, die Cafébar Ca’Puccini und die Da Giovanni Restaurants gehören, zählt bisher 188 Restaurantbetriebe und erwirtschaftete in 2010 einen Nettoerlös von rund 252 Mio. CHF. Diese größte Restaurantkette der Schweiz profiliert sich über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei hoher Qualität sowie über das große Angebot an Bio- und Fair-Trade-Produkten. III. Betriebstypen der Coop: Non-Food-Formate Wie im Food-Bereich verfügt die Coop auch im Non-Food-Bereich über eine Vielzahl parallel existierender Betriebstypen. So können die Potenziale der verschiedenen Warenbereiche über spezifische Formate, die über ein entsprechendes Branding und Image verfügen und so verschiedene Kundengruppen ansprechen, ausgeschöpft werden.

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References

Zusammenfassung

Modernes Handelsmanagement.

Zentes/Swoboda/Foscht, Handelsmanagement

3. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4265-6

Handelsmanagement komplett

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Handelsmanagement in der Praxis

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