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Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon in:

Marcell Schweitzer, Hans-Ulrich Küpper

Systeme der Kosten- und Erlösrechnung, page 865 - 890

10. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3804-8, ISBN online: 978-3-8006-4414-8, https://doi.org/10.15358/9783800644148_865

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Absatzerfolgsrechnung: ? Kurzfristige Erfolgsrechnung, bei der die Differenz zwischen den ? Erlösen und ? Kosten der abgesetzten Produkte als ? Betriebserfolg ermittelt wird. Absatzerlösmodell: Strukturgleiche (-ähnliche) Abbildung der Entstehung und Verwertung der Leistungen einer Unternehmung mit Absatz-Einflussgrößenfunktionen für Marktsegmente. Abschreibungen: Rechnerische Erfassung der Wertminderung von ? Anlagegütern. Abschreibungsquote: Anteil vom Gesamtwert des ? Anlagegutes, der in den einzelnen Rechnungsabschnitten des ? Abschreibungszeitraums als Wertminderung angesetzt wird. Abschreibungssumme: Gesamtwert eines ? Anlagegutes oder einer Gesamtheit von Anlagegütern, der auf die Nutzungsdauer zu verteilen ist. Abschreibungsverfahren: Verfahren zur Verteilung der ? Abschreibungssumme auf den ? Abschreibungszeitraum entsprechend dem (vermuteten) Verbrauchsvorgang des jeweiligen ? Anlagegutes im Zeitablauf. Sie stellen gewöhnlich Setzungen (Konstatierungen) dar. Abschreibungszeitraum: (Geschätzte) Technisch-wirtschaftliche Nutzungsdauer des ? Anlagegutes bzw. verfügbare Zeitdauer bei zeitlich begrenzter Nutzungsmöglichkeit des Gebrauchsgutes. Abweichung zweiten Grades: Multiplikation von Preisdifferenz mal Mengendifferenz. Sie lässt sich nicht verursachungsgemäß in eine ? Preis- und eine?Mengenabweichung aufteilen. Abweichungsanalyse: Untersuchung der Ursachen von Kostenabweichungen und ihrer Auswirkungen auf die Kostenhöhe. Abweichungsanalyse, alternative: Verfahren der Ermittlung von Teilabweichungen für ? mehrdimensionale Kostenfunktionen, bei dem die betrachtete ? Kosteneinflussgröße mit der Planausprägung und alle anderen Kosteneinflussgrößen mit der Istausprägung angesetzt werden. Abweichungsanalyse, kumulative: Verfahren der ? Abweichungsanalyse für ? mehrdimensionale Kostenfunktionen, bei dem die Teilabweichungen den verschiedenen ? Kosteneinflussgrößen in einer bestimmten Reihenfolge zugeordnet werden und die Summe der Teilabweichungen mit der Gesamtabweichung übereinstimmt. 834 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Abweichungsursache: Abweichung der Istausprägung einer ? Kosteneinflussgröße von der Planausprägung. Acivity-based Costing: System der? Prozesskostenrechnung. Äquivalenzziffer: Verhältniszahl zur Umrechnung der Fertigungsmengen verschiedenartiger Produkte auf einen einheitlichen Maßstab (Grundsorte) in der ? Äquivalenzziffernrechnung. In der Regel wählt man eine Produktart zur Grundsorte mit der Äquivalenzziffer 1. Äquivalenzziffernrechnung: ? Kalkulationsverfahren zur Bestimmung der ? Stückkosten eng verwandter Produkte bei dem die verschiedenartigen Fertigungsmengen mit Hilfe von ? Äquivalenzziffern auf einen einheitlichen Maßstab umgerechnet werden. Allowable Costs: Differenz zwischen dem geschätzten Marktpreis und dem geplanten Stückerfolg eines Produkts als mögliche Kostenobergrenze. Anlagegut (Potentialgut, Gebrauchsgut): Gegenstand, welcher der Unternehmung für längere Dauer dient bzw. zu dienen bestimmt ist und durch einmalige Nutzung nicht verbraucht wird. Anlagenrechnung: Nebenbuchhaltung zur Erfassung der Bestände und Bewegungen an ? Anlagegütern nach Art, Menge und Wert einschließlich der Bemessung der? Abschreibungen. Anpassungsform (Variationsform): Möglichkeit der Unternehmung, auf Änderungen der ? Beschäftigung durch Variation einer (oder mehrerer) ? Kosteneinflussgrößen zu reagieren. Aufwand: Erfolgswirksamer ? Güterverbrauch einer Periode, der mit ? Auszahlungen verbunden ist. Aufwand, der (nicht) zugleich ? Kosten darstellt, wird als Zweckaufwand (neutraler Aufwand) bezeichnet. Ausbringungserfolgsrechnung: ? Kurzfristige Erfolgsrechnung, bei der die Differenz zwischen den ? Erlösen und ? Kosten der in einer Periode hergestellten Produkte als? Betriebserfolg ermittelt wird. Ausbringungsgut (Produkt, Erzeugnis): Von der Unternehmung hergestelltes und im Markt oder in der Unternehmung verwertbares Realgut. Ausgliederungsstelle: Rechnungsmäßige Stelle im ? Betriebsabrechnungsbogen für zu aktivierende Eigenleistungen (z.B. selbsterstellte Maschinen), die in der Bilanz zu aktivieren sind. Ausschusskosten: ? Kosten, die für den Ersatz oder die Nacharbeit mangelhafter (schlechter) Zwischen- oder Endprodukte anfallen. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 835 Auswertungsrechnung:Rechnung, in welcher Informationen aus der ? Grundrechnung im Hinblick auf einzelne ? Rechnungsziele ausgewertet werden. So werden beispielsweise geeignete Kennzahlen für Kontrollzwecke und relevante ? Deckungsbeiträge für betriebliche Entscheidungstatbestände ermittelt. Auszahlungen: Von der Unternehmung an Dritte gezahlte Geldbeträge. Befundrechnung: Verfahren der indirekten Erfassung des Verbrauchs an Sachgütern mit Hilfe ihrer Bestandsaufnahme. Behavioral Accounting: Verhaltenswissenschaftlicher Ansatz einer ? verhaltenssteuerungsorientierten Kosten- und Erlösrechnung. Befasst sich mit den Beziehungen zwischen dem menschlichen Verhalten und der ? Unternehmensrechnung, wobei die hierbei auftretenden ein- und wechselseitigen Wirkungen in den Mittelpunkt der Untersuchung gerückt werden. Bereitschaftskosten: Kurzfristig nicht veränderliche ? Kosten, die nicht von Art, Menge und Wert der tatsächlich erzeugten bzw. abgesetzten Produkte abhängen. Beschäftigung: Die während einer Periode realisierte bzw. zu realisierende Leistung. Sie wird in der Kostentheorie als wichtigste ? Kosteneinflussgröße hervorgehoben und kann u. a. durch Ausbringungsmengen, Fertigungszeiten oder Einsatzmengen gemessen werden. Beschäftigungsabweichung (Capacity Variance): ? Leerkosten der Istbeschäftigung =? Sollkosten -? verrechnete Plankosten bei Istbeschäftigung. Beschreibungsmodell: Strukturgleiche (-ähnliche) Abbildung eines Betrachtungsgegenstands, die nur singuläre Aussagen enthält und keine Gesetzmä- ßigkeiten wiedergibt (Beispiele: Bilanz, Kapitalflussrechnung, ? Betriebsabrechnungsbogen,? Kalkulation). Betriebsabrechnungsbogen (BAB): Tabellarische Übersicht über die ? Verteilung der Gemeinkosten einer Periode. Diese ist zeilenmäßig nach ? Kostenarten und spaltenmäßig nach ? Kostenstellen gegliedert. Zusätzlich können die ? Einzelkosten aufgezeichnet sein. Im BAB werden die Verteilung der Gemeinkosten auf Kostenstellen, die ? innerbetriebliche Leistungsverrechnung, die Ermittlung der Gemeinkostenzuschlagssätze sowie ggf. die? Kalkulation und die kurzfristige Erfolgsrechnung durchgeführt. Betriebsdatenerfassungssystem, online: Maschinell betriebenes System zur zeitnahen Erfassung von? Güterverbräuchen und Bewertungsansätzen u.a. Betriebserfolg (Kalkulatorischer Erfolg): Differenz zwischen ? Erlösen und ? Kosten einer Periode unter Berücksichtigung von Bestandsveränderungen. Betriebsmodell: Strukturgleiche (-ähnliche) Abbildung der ? Kosten und deren? Einflussgrößen (? Kostenfunktionen). 836 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Betriebsstoffe: Einsatzgüter zur Durchführung und Inganghaltung des Produktionsprozesses; sie gehen nur mittelbar in die Erzeugnisse ein (z.B. Schmierstoffe, Heizöl, Putzwolle u.a. in Maschinenfabriken). Betriebsvergleich: Gegenüberstellung der Kosten- (oder sonstiger) Größen verschiedener Unternehmungen zu einem Zeitpunkt zur Beurteilung ihrer wirtschaftlichen Lage. Eine neue Form allgemeinen ? Betriebsvergleichs ist das Benchmarking. Bewertung: Zielorientierte Zuordnung eines Preises zu einem wirtschaftlichen Sachverhalt. Sie stellt eine Abbildung des ? Güterverbrauchs bzw. der ? Güterentstehung in Geld dar, durch die eine Verrechnung und ggf. Lenkung verschiedenartiger ? Güterverbräuche und -entstehungen möglich wird. Bezugsgröße: Größe (z.B. Produkteinheit, Planungsperiode), auf die ? Kosten,? Erlöse und Erfolge im Rechnungssystem zugerechnet werden. Bezugsgrößen, direkte: Maßgrößen der Leistung oder Ausbringung einer Stelle, bei der eine direkte Beziehung zwischen der Ausbringungsmenge einer? Kostenstelle und der? Bezugsgröße besteht. Bezugsgrößen, indirekte: Hilfs- und Verrechnungsbezugsgrößen, die nicht den Voraussetzungen der ? direkten Bezugsgrößen entsprechen. Zentraler Unterschied zu Umlageschlüsseln der ? Vollkostenrechnung ist, dass sich die indirekten Bezugsgrößen am? Verursachungsprinzip orientieren. Bezugsgrößenhierarchie: Rangordnung von ? Bezugsgrößen, denen die gegliederten Gesamtkosten als ? relative Einzelkosten zugerechnet werden können. Break-even-Analyse (Gewinnschwellenanalyse): Ermittlung und Untersuchung der Absatzmenge oder des ? Erlöses, von dem ab die Gesamtkosten gerade gedeckt sind oder ein Mindestgewinn gerade erzielt wird. Budgetary Control:? Prognosekostenrechnung. Budgetkostenrechnung:? Prognosekostenrechnung. Controlling: Koordination des gesamten Führungssystems der Unternehmung, d.h. des Informations-, des Kontroll-, des Personalführungs-, des Planungssystems sowie der Organisation. Cost Driver:? Prozessbezugsgröße. Dauerverbrauch (Gebrauch): Verbrauchsart der Wirtschaftsgüter, die wiederholt zur Herstellung und Verwendung von ? Ausbringungsgütern verwendet werden können. Deckungsbeitrag: Differenz zwischen ? Erlösen und ? variablen Kosten oder? relativen Einzelkosten. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 837 Deckungsbeitrag, relativer: ? Deckungsbeitrag je Engpasseinheit. Deckungsbeitragsrechnung: Zur Erfolgsrechnung ausgebautes System der ? Teilkostenrechnung, bei der die Differenz zwischen ? Erlösen und ? variablen Kosten bzw. relativen Einzelkosten als? Deckungsbeitrag ermittelt wird. Deckungsbeitragsspanne: Prozentuales Verhältnis von ? Deckungsbeitrag zu Nettoerlös. Dienstleistungen: Güter, die durch die drei Merkmale Immaterialität, Synchronität von Produktion und Verbrauch sowie der Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung eines Leistungspotentials für ihre Erstellung gekennzeichnet sind. Direct Costing (Variable Costing): Systeme der ? Teilkostenrechnung auf der Basis variabler Kosten. Bei einfach gestuftem Direct Costing werden die gesamten ? Fixkosten als ein Block behandelt, beim mehrfach gestuften Direct Costing werden sie nach rechnungszielabhängigen Merkmalen in verschiedene Anteile gegliedert. Divisionsrechnung: ? Kalkulationsverfahren bei der Erzeugung eines oder weniger homogener Produkte, bei dem die anfallenden Gesamtkosten einer Produktart durch die Zahl der Leistungseinheiten des ? Kostenträgers dividiert werden. Sie kann als einfache oder mehrfache sowie als einstufige oder mehrstufige Divisionsrechnung durchgeführt werden. Drifting Costs: Kosten eines Produkts bei gegebenen bzw. geplanten Potential-, Produkt-, Prozess- und Programmstrukturen (häufig die Standard- Stückkosten) als mögliche Kostenobergrenze. Dualwerte (Duale, Schattenpreise): Lösungswerte des zu einem linearen oder nichtlinearen Mengenproblem dualen Preisproblems, die als Grenzdeckungsbeiträge, Schattenpreise, Grenzerfolgssätze oder ? Opportunitätskosten je Einheit der im Optimum voll ausgenutzten Kapazitäten interpretiert werden können. Durchschnittsprinzip: Prinzip einer nicht verursachungsgemäßen ? Kostenbzw. Erlösverteilung, bei dem die ? Gemeinkosten bzw. –erlöse durchschnittlich auf Leistungseinheiten oder sonstige ? Bezugsgrößen aufgeteilt werden. Einflussgröße (Bestimmungsgröße):? Kosteneinflussgröße. Einsatzgut (Produktor, Anfangsprodukt, Produktionsfaktor): Ein zur Herstellung und Verwertung von? Ausbringungsgütern verbrauchtes Realgut. Einwirkungsprinzip:? Kosteneinwirkunsprinzip. Einzahlungen: Von Dritten an eine Unternehmung gezahlte Geldbeträge. 838 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Einzelkosten: ? Kosten, die einer ? Bezugsgröße (im Normalfall Kostenträgereinheit) direkt zurechenbar sind. Einzelkosten, relative: Einer bestimmten? Bezugsgröße (Kostenträgereinheit, Produktart, Produktgruppe, Kostenstelle, Bereich, Unternehmung) direkt zurechenbare ? Kosten. Sie bilden die Grundlage der ? Teilkostenrechnung auf der Basis relativer Einzelkosten. Endkostenstelle: Nach rechnungstechnischen Gesichtspunkten gebildete ? Kostenstelle, deren ? Gemeinkosten mit Hilfe eines ? Zuschlagssatzes auf die? Kostenträger verteilt werden. Entscheidungsmodell: Strukturgleiche (-ähnliche) Abbildung einer Entscheidungssituation, die einen Lösungsraum (realisierbare Alternative und deren Beschränkungen) sowie eine Zielvorstellung (Zielfunktion und Entscheidungskriterium) enthält. Entsprechungsprinzip: Grundsatz für die Gestaltung von ? Kosten- und Erlösrechnungen, der die Äquivalenz zwischen den Entscheidungsvariablen des Entscheidungsmodells (bzw. –problems) und den ? Bezugsgrößen des Rechnungssystems verlangt. Erfolg, kalkulatorischer: Differenz zwischen? Erlösen und? Kosten. Erfolgsermittlung, kalkulatorische: ? Rechnungsziel der ? Kostenträgerrechnung, nach dem die Differenz zwischen ? Erlösen und ? Kosten für eine Periode (kalkulatorischer Periodenerfolg) oder für eine Kostenträgereinheit (kalkulatorischer Stückerfolg) zu bestimmen ist. Erfolgspotential: Zentrale Zielgröße der strategischen ? Planung, die als langfristig wirksame Voraussetzung für die Erfolgsrealisierung das Ausmaß der Deckung von Stärken (Fähigkeiten) der Unternehmung und markt-/umfeldbezogenen Chancen zum Ausdruck bringt. Durch systematische Erschließung bestehender und Schaffung neuer Erfolgspotentiale sollen Wettbewerbsvorteile gesichert bzw. neu geschaffen und damit die langfristige Existenzsicherung der Unternehmung gewährleistet werden. Erfolgswirksamkeit: Eigenschaft der Input- und Outputbewegungen von Wirtschaftsgütern einer Unternehmung, welche die Höhe des Periodenerfolgs beeinflussen. Erklärungsmodell: Strukturgleiche (-ähnliche) Abbildung eines Betrachtungsgegenstandes, die singuläre Aussagen über Randbedingungen und generelle Aussagen über Gesetzmäßigkeiten (theoretische Aussagen) enthält. Erlös: Bewertete, sachzielbezogene ? Güterentstehung einer Abrechnungsperiode. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 839 Erlösart: Teil von Erlösen, bei denen ein bestimmtes Merkmal (z.B. Art der Ausbringunsgüter, ? Bezugsgröße, Wertansatz, Zurechenbarkeit, Veränderlichkeit, Erlösbereich, -stelle, -träger) gleich ausgeprägt sind. Erlösartenrechnung: Teilsystem der ? Erlösrechnung, bei dem die ? Erlöse einer Periode isomorph und exakt nach getrennten Erlösgütern erfasst werden. Erlösfunktion (Erlöshypothese): Generelle Aussage (nomologische Hypothese) über die gesetzmäßige Beziehung zwischen der Erlöshöhe und den Ausprägungen der Erlöseinflussgrößen. Erlösrechnung: Feststellung der Höhe der faktisch angefallenen bzw. geplanten sachzielbezogenen bewerteten Güterentstehung. Sie ist outputorientiert und damit als Gegenstück zur inputorientierten ? Kostenrechnung konzipiert. Erlösstellen: Stellen, in denen für Absatzgüter Markterlöse erzielt werden. Ihre Abgrenzung sollte so erfolgen, dass zum einen erkennbar wird, welche Größen und Bedingungen für die Erlösentstehung maßgeblich sind und zum anderen die Bestimmung von ? Erlösfunktionen, welche die Beziehung zwischen Markterlösen und ihren Bestimmungsfaktoren erfasst, ermöglicht wird. Erlösstellenrechnung: Teilsystem der ? Erlösrechnung, in dem die für jede ? Erlösstelle entstehenden ? Erlöse einer Abrechnungsperiode ermittelt werden. Erlösträger: In der Regel die von der Unternehmung erstellten Absatzgüter oder innerbetrieblichen Leistungen, denen? Erlöse zugerechnet werden. Ermittlungsmodell: Quantitatives? Beschreibungsmodell. Ertrag: Erfolgswirksame ? Güterentstehung einer Periode, die mit ? Einzahlungen verbunden ist. Fallkosten: ? Einzel- und ? Gemeinkosten eines Behandlungsfalles im Krankenhaus, die nach dem Fallpauschalengesetz (FPG) als DRG-relevant bestimmt werden (DRG = Diagnosis – Related – Groups). Für die fallbezogene Kostenzurechnung wird in der Regel eine Bezugsgrößenkalkulation verwendet. Fertigungskosten: Summe aus Fertigungslohn, Fertigungsgemeinkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung im Schema der? Zuschlagsrechnung. Fertigungsstellen: ? Kostenstellen des Fertigungsbereichs, in denen Arbeitsgänge an Haupt- und Zwischenprodukten (Fertigungshauptstellen), an Hilfsprodukten (Fertigungshilfsstellen) oder an Nebenprodukten (Fertigungsnebenstellen) vollzogen werden. 840 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Finanzrechnung: Rechnung in ? Ein- und ? Auszahlung zur Ermittlung eines periodischen Liquiditätssaldos. Fixkosten:? Kosten, fixe. Fixkostendeckungsrechnung: System der ? Teilkostenrechnung auf der Basis variabler Kosten, bei dem eine mehrfach gestufte ? Deckungsbeitragsrechnung durchgeführt und in der progressiven ? Kalkulation die gestuften ? Fixkosten als prozentuale Anteile nach dem ? Tragfähigkeitsprinzip entsprechende den unmittelbar vorausgehenden ? Deckungsbeiträgen der jeweiligen Produktart zugeschlagen werden. Fixkostenstufung: Gliederung des Fixkostenblocks in mehrfach gestuften ? Deckungsbeitragsrechnungen nach rechnungszielabhängigen Merkmalen. Vor allem wird nach der Zurechenbarkeit auf ? Bezugsgrößen (z.B. Produkte, Produktarten, Produktgruppen), Abrechnungsbereiche (z.B. Kostenstellen und Bereiche) oder nach der Abbaufähigkeit gegliedert. Fristablauf: Ursache für ? Abschreibungen, bei der die Wertminderung durch den Ablauf einer fixierten Frist bestimmt wird. Gemeinkosten: ? Kosten, die einer Bezugsgröße (im Normalfall Kostenträgereinheit) nicht direkt zurechenbar sind. Gemeinkosten, unechte:? Kosten, die für eine? Bezugsgröße direkt erfasst und ihr als ? Einzelkosten direkt zugerechnet werden könnten, bei denen jedoch (i.d.R. aus Wirtschaftlichkeitsgründen) auf eine direkte Erfassung verzichtet wird (z.B. Kosten für?Hilfsstoffe und Energie). Gesamtkostenverfahren: Verfahren der ? kurzfristigen Erfolgsrechnung, bei dem der ? Betriebserfolg einer Periode durch die Gegenüberstellung von nach ? Kostenarten gegliederten Gesamtkosten der Periode und ? Herstellkosten der Bestandsminderungen sowie Periodenerlösen, ? Herstellkosten der Bestandsmehrungen und zu aktivierenden Eigenleistungen an Halb- und Fertigprodukten ermittelt wird. Gesamtzuschlag der Gemeinkosten: Zuschlag der ? Gemeinkosten zu den ? Einzelkosten in der? Zuschlagsrechnung, der nicht nach? Kostenstellen, jedoch ggf. nach? Kostenarten gegliedert wird. Gewinnschwellenanalyse:? Break-even-Analyse. Grenzkosten: Ausmaß der Kostenänderung bei Variation einer ? Kosteneinflussgröße um eine (unendlich kleine) Einheit. Grenzkostenrechnung: System der ? Kostenrechnung, das auf ? Grenzkosten basiert. Bei der Annahme linearer Kostenverläufe und der Gestaltung als Planungsrechnung entspricht ihm die? Grenzplankostenrechnung. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 841 Grenzplankostenrechnung: System der ? Teilkostenrechnung auf der Basis von geplanten variablen Kosten, in dem lineare Kostenverläufe unterstellt werden und die ? Rechnungsziele der ? Plankostenrechnung sowie die Bedeutung von ? Grenzkosten für die Entscheidungsfindung besonders betont werden. Grenzplankostenrechnung, dynamische: Grenzplankostenrechnung, in welcher mehrere ? Kostenplanungen mit unterschiedlichen Fristigkeitsgraden vorgenommen werden. Durch dieses Vorgehen ist es möglich, ? Anpassungsformen an Beschäftigungsänderungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Fristigkeitsgrad des Planungszeitraums zu bestimmen. Grenzplankostenrechnung, prozesskonforme: Modifikation der ? Grenzplankostenrechnung, in der die ? proportionalen Kosten des indirekten Leistungsbereichs wie in der ? Prozesskostenrechnung über ? Prozesse auf ? Kostenträger verrechnet werden. Grundrechnung: Im Rahmen der ? relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung werden regelmäßig erhobene Daten und die laufend durchzuführenden Rechnungen in einer Grundrechnung zusammengefasst. Sie beziehen sich auf angefallene und/oder geplante ? Kosten und ? Erlöse und können zusätzlich Teilsysteme zur Erfassung der ? Ein- und Auszahlungen und ggf. der Potentiale enthalten. Güterentstehung: Wertschöpfung, die durch Kombination und Transformation von ? Einsatzgütern zu werthaften ? Ausbringungsgütern entsteht. Güterverbrauch: Ein Güterverbrauch liegt vor, wenn Güter im Rahmen eines Kombinations- und Transformationsprozesses zu neuen (halbfertigen bzw. fertigen) Ausbringungsgütern führen und damit ganz oder teilweise ihre Fähigkeit verlieren, zu einer weiteren betrieblichen Gütererstellung/-verwertung beizutragen. Herstellkosten: Summe aus Materialkosten (Fertigungsmaterial + Materialgemeinkosten) und Fertigungskosten (Fertigungslohn + Fertigungsgemeinkosten + Sondereinzelkosten der Fertigung) im Schema der ? Zuschlagsrechnung. Herstellungskosten: Umfassen nach dem Handels- und Steuerrecht neben den ? Einzelkosten und den variablen ? Gemeinkosten der Fertigung angemessene Teile der Betriebs- und? Verwaltungskosten. Nach den §§ 252- 256 des HGB und § 6 EStG sind in der jeweiligen Bilanz Bestände an fertigen bzw. halbfertigen Erzeugnissen sowie eigenerstellte Vermögens-gegenstände zu diesen Kosten zu bewerten. Hilfsstoffe: Stoffe, welche direkt in die Produkte eingehen, ohne zu einem wesentlichen Bestandteil der Produkte zu werden (z.B. die Druckfarben in einer Druckerei). 842 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Identitätsprinzip: Prinzip der ? Kostenverteilung, nach dem ? Kosten bestimmten ? Leistungen nur dann zugerechnet werden können, wenn Kosten und Leistungen durch dieselbe (identische) Entscheidung ausgelöst werden. Informationsbedarf: Von einem Entscheidungs- bzw. Aufgabenträger benötigte Menge an Informationen über Entscheidungsproblem, Zielvorstellung, Erfolgsgröße und deren Komponenten, die durch eine spezielle Entscheidung bzw. Aufgabenerfüllung ausgelöst wird. Informationskosten: Kosten für die Gewinnung, Speicherung und Verarbeitung von Informationen (zweckorientiertem Wissen). Intensitätsabweichung: Kostenabweichung, die auf die Differenz zwischen Plan- und Istintensität zurückzuführen ist. Istkosten (realisierte Kosten): Für eine realisierte Produktion (Istbeschäftigung) tatsächlich entstandene? Kosten. Istkosten- und -erlösrechnung: System der ? Kosten- und -erlösrechnung, bei dem lediglich eine ? Nachrechnung realisierter ? Kosten und ? Erlöse durchgeführt wird. Kalkulation: Ermittlung von ? Kosten, die für die Herstellung und Verwertung einer Mengeneinheit (bzw. Los, Partie, Charge) eines ? Kostenträgers entstehen. Kalkulation, konstruktionsbegleitende: Verfahren zur Ermittlung der ? Kosten von Produkten, die noch nicht in allen Produktmerkmalen festliegen. Es dient der Planung und Steuerung der Produktkosten in der Konstruktion. Kalkulationsverfahren: System von Regeln, nach dem die ? Kosten je Kostenträgereinheit (Stückkosten) zu ermitteln sind. Als wichtigste Kalkulationsverfahren unterscheidet man ? Divisionsrechnung, ? Äquivalenzziffernrechnung und? Zuschlagsrechnung. Kameralistische Rechnungslegung: Innerhalb der öffentlichen Verwaltung gebräuchlicher Rechnungsstil mit grundsätzlicher Orientierung an kassenmäßig relevanten Vorgängen. Das Rechnungsziel besteht in der Ermittlung eines finanzwirtschaftlichen Ergebnisses. Hierin liegt der zentrale Unterschied zur kaufmännischen Rechnungslegung begründet, deren Ziel in der Bestimmung eines erfolgswirtschaftlichen Ergebnisses besteht. Kapital, betriebsnotwendiges: Das zur Erfüllung des Sachziels der Unternehmung erforderliche Kapital. Zur Bestimmung der kalkulatorischen Zinsen wird es um das zinsfrei zur Verfügung stehende Abzugskapital vermindert. Kapitalwert: Wert der zum Kalkulationszinsfuß abgezinsten Zahlungen einer Zahlungsreihe. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 843 Kapitalwertfunktion: Abbildung der ? Einflussgrößen, von welchen der ? Kapitalwert einer? Investition abhängig ist. Kontrolle (Überwachung): Geordneter, informationsverarbeitender ? Prozess zur Ermittlung und Analyse von Abweichungen zwischen Plan- und Vergleichsgrößen. Allgemeine Vergleiche sind: ? Zeitvergleich, ? Soll-Ist- Vergleich (Ergebniskontrolle), ? Betriebsvergleich. Besondere Vergleichsarten: Soll-Wird-Kontrolle (Planfortschrittskontrolle), Wird-Ist-Vergleich (Prämissenkontrolle), Wird-Wird-Vergleich (Prognosekontrolle). Kosten: Bewerteter, sachzielbezogener (leistungsbezogener) ? Güterverbrauch einer Abrechnungsperiode. Beim wertmäßigen Kostenbegriff soll der ? Kostenwert die Funktion der Lenkung der Wirtschaftsgüter in ihre zieloptimale Verwendung übernehmen, während beim pagatorischen Kostenbegriff der Anschaffungspreis als Kostenwert verwendet wird. Kosten, fixe: ? Kosten, deren Höhe bei der Variation einer ? Kosteneinflussgröße (im Normalfall der ? Beschäftigung) konstant (in Bezug auf diese Einflussgröße) bleibt. Kosten, kalkulatorische: ? Kosten, die keinen ? Aufwand darstellen (Zusatzkosten) bzw. nicht mit Aufwand übereinstimmen (Anderskosten). Als wichtigste kalkulatorische ? Kostenarten werden kalkulatorische ? Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen, kalkulatorische Wagnisse und der kalkulatorische Unternehmerlohn unterschieden. Kosten, primäre: ? Kostenart für originäre ? Einsatzgüter, die von außerhalb des jeweiligen Abrechnungsbezirks bezogen werden. Kosten, proportionale: ? Kosten, deren Höhe sich bei Variationen einer ? Kosteneinflussgröße im gleichen Verhältnis wie die Kosteneinflussgröße ändert. Bei linearer ? Kostenfunktion stimmen sie mit den ? variablen Kosten überein Kosten, relevante: Kosten, die von den jeweiligen Entscheidungsvariablen abhängen. Kosten, sekundäre: ? Kostenart für derivative ? Einsatzgüter, die innerhalb des Abrechnungsbezirks erstellt und wiedereingesetzt werden. Kosten, sprungfixe: ? Kostenarten, die bei bestimmten Ausprägungen der ? Kosteneinflussgröße(n) sprunghafte Veränderungen aufweisen und zwischen diesen Ausprägungen konstant sind. Kosten, variable: ? Kosten, deren Höhe sich bei Variation der Ausprägung einer? Kosteneinflussgröße verändert. 844 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Kosten- und Erlösrechnung: - funktionale Sicht: Bereitstellung von Informationen über sachzielbezogene, bewertete ? Güterverbräuche und? Güterentstehungen. - instrumentale Sicht (Kosten- und Erlösrechnungssystem): Intern orientiertes Rechnungssystem (Informationsgenerator), das einen spezifischen, strukturellen Aufbau (Kalkülstruktur) besitzt und die Aufgabe hat, Kosten, Erlöse und Erfolge nach bestimmten Prinzipien und Regeln (Deduktions- oder Transformationsregeln) unter spezifischen Zielsetzungen bestimmten Bezugsgrößen zuzurechnen. - instituionelle Sicht: organisatorische Einheit (Stelle, Abteilung, Bereich) der Unternehmung mit der oben beschriebenen Aufgabe der Informationsbereitstellung über Kosten und Erlöse. Kosten- und Erlösrechnung, verhaltensteuerungsorientierte: Rechnungssystem, in dem die Verhaltenseigenschaften von Mitarbeitern, ihre individuellen Ziele sowie ihre jeweiligen Informationsstände zu berücksichtigen und die Informationsbereitstellung auf diese auszurichten sind. Es dient der zielführenden Beeinflussung des Mitarbeiterverhaltens. Kostenanalyse: Untersuchung der Beziehungen zwischen Kostenhöhe und der für sie bestimmenden Ausprägungen von ? Kosteneinflussgrößen zur Durchführung der? Kostenplanung. Kostenart: ? Kosten, bei denen ein bestimmtes Merkmal in gleicher Weise ausgeprägt ist. Die Höhe einer Kostenart ist der Wert eines verbrauchten Kostengutes. Kostenartenrechnung: Teilsystem der ? Kostenrechnung, in dem die ? Kosten einer Periode isomorph und exakt nach getrennten Kostengütern erfasst werden. Kostenauflösung (Kostenzerlegung, Kostenspaltung): Aufteilung der Gesamtkosten nach bestimmten Verfahren bei Änderungen der ? Beschäftigung in verschiedene? Kostenkategorien. Kostenauswertung: Durchführung zielgerichteter Rechenoperationen mit ? Kosten zur? Planung und? Steuerung des Unternehmungsprozesses. Kostenbewertung: Zuordnung eines Preises zu einem sachzielbezogenen ? Güterverbrauch. Kosteneinflussgröße (Kostenbestimmungsgröße): Größe, von deren Ausprägung die Höhe von? Kosten abhängig ist (? Kostentheorie). Kosteneinwirkungsprinzip: Prinzip, nach dem Güterverbräuche als Wirkursachen der ? Ausbringungsgüter zu verstehen sind, die ohne sie nicht zustande kommen würden. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 845 Kostenerfassung: Ermittlung der Kostenhöhe für entstandene ? Kosten in der ? Kostenartenrechnung. Messung der in einer Rechnungsperiode anfallenden Güterverbrauchsmengen und Bewertung der ? Güterverbräuche (getrennte Mengen- und Preiserfassung) bzw. Erfassung des Güterverbrauchswertes (undifferenzierte Werterfassung). Kostenfunktion (Kostenhypothese): Generelle Aussage (nomologische Hypothese) über die gesetzmäßigen Beziehungen zwischen der Kostenhöhe und den Ausprägungen der? Kosteneinflussgrößen. Kostenfunktion,mehrdimensionale (mehrvariablige): ? Kostefunktion, in der die Höhe der ? Kosten durch die Ausprägung mehrerer ? Kosteneinflussgrößen bestimmt wird. Kostenkategorie: Klasse von Kosten einer Periodenrechnung. Kostenkategorien werden durch spezielle, quantitative Kostenbegriffe erfasst und können in ein klassifikatorisches System eingeordnet werden, das eine hierarchische Differenzierung der Kostenkategorien in verschiedene Klassen, Ordnungen und Gruppen ermöglicht (Einzel- und Gemeinkosten, fixe und variable Kosten usw.). Kostenkontrolle: Vergleich verschiedener Kostenziffern zur Beurteilung des ? Unternehmungsprozesses. Die Kostenkontrolle beruht vor allem auf ? Zeitvergleich,? Soll-lst-Vergleichen und? Betriebsvergleichen. Kostenmanagement: Zielorientierte Beeinflussung und Gestaltung von ? Kosten und Kostenstrukturen (bzw. ? Erlösen). Der Schwerpunkt liegt im Aufdecken von Ansatzpunkten und in der Entwicklung praktisch anwendbarer Instrumente zur Kostenbeeinflussung. Maßgebliche Ansatzpunkte sind z.B. Potentiale (Ressourcen), Programme und ? Prozesse, womit eine stärkere Ausrichtung auf taktische und strategische Planungsbereiche erfolgt. Kostenplanung: Bestimmung der zu erwartenden (? Kostenprognose) oder der wirtschaftlichsten? Kosten einer künftigen Abrechnungsperiode. Kostenprognose: Voraussage der in einer zukünftigen Abrechnungsperiode zu erwartenden tatsächlichen Höhe der? Istkosten. Kostenprozessrechnung: Teilsystem der ? Prozesskostenrechnung, in der die ? Kostenstellenrechnung der traditionellen Kostenrechnung durch eine Prozessorientierung erweitert wird. Die ? Gemeinkosten des indirekten Leistungsbereiches werden dabei nicht über mengen- und wertabhängige Kalkulationsbezugsgrößen auf Produkte (? Kostenträger), sondern über die jeweilige? Prozessmenge, die vom Produkt beansprucht wirde, verrechnet Kostenrechnung, kombinierte: ? Voll- und Teilkostenrechnung, kombinierte. 846 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Kostenrechnung, prozessorientierte: Modifikation der ? Grenzplankostenrechnung zur kostenorientierten Planung und Steuerung flexibler Fertigungssysteme. Kostenrechnungsgrundsätze: Von überbetrieblichen oder öffentlichen Institutionen erlassene Regeln bzw. Richtlinien zur Gestaltung der betrieblichen ? Kostenrechnung. Von besonderer Bedeutung sind die Leitsätze für die Preisermittlung aufgrund der ? Selbstkosten bei Leistungen für öffentliche Aufträge (LSÖ) und die Leitsätze für die Preisermittlung aufgrund von Selbstkosten (LSP). Kostensammelbogen: Tabellarische Übersicht zur Durchführung der kombinierten ? Kostenarten-, ? Kostenstellen- und ? Kostenträgerrechnung in der Grundrechnung der ? relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung. Sie entspricht dem ? Betriebsabrechnungsbogen der herkömmlichen Kostenrechnung. Kostenschlüssel: ? Bezugs- oder Maßgröße zur Verteilung von ? Gemeinkosten. Kostenstelle: Rechnungsmäßig abgegrenzter Abrechnungsbezirk der Unternehmung. Nach produktionstechnischen Gesichtspunkt unterscheidet man Haupt-, Hilfs- und Nebenkostenstellen. Nach rechnungstechnischen Gesichtspunkten trennt man? Vor- und? Endkostenstellen. Kostenstellen, allgemeine: Hilfskostenstellen, deren Leistungen der gesamten Unternehmung zur Verfügung stehen. Kostenstellenplan (Kostenstellenblatt): Übersicht über die (geplanten) ? Gemeinkosten, die ? Bezugsgrößen zur Messung der ? Beschäftigung, den Plankostenverrechnungssatz und ggf. die Kostenabweichungen einer ? Kostenstelle. Kostenstellenrechnung: Teilsystem der ? Kostenrechnung, in dem die für jede ? Kostenstelle entstehenden ? Kostenarten einer Abrechnungsperiode ermittelt werden, die den Produkten nicht als ? Einzelkosten zugerechnet werden. Kostenstellenumlage: Verteilung von ? Gemeinkosten zwischen vor und Endkostenstellen nach Art und Umfang der gegenseitigen Belieferung mit Leistungen im Rahmen der? innerbetrieblichen Leistungsverrechnung. Kostentabellenkatalog: Verzeichnis, das über die ? Kosten eines Kalkulationsobjekts (Produkt, Baugruppe, Einzelteil) bei alternativen Ausprägungen wichtiger? Kosteneinflussgrößen informiert. Kostentheorie: Analyse und Formulierung eines Systems genereller Aussagen über funktionale Zusammenhänge zwischen dem sachzielbezogenen bewerteten ? Güterverbrauch und dessen ? Einflussgrößen (vgl. auch? Kostenfunktionen). Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 847 Kostenträger: In der Regel die von der Unternehmung erstellten Absatzgüter oder innerbetrieblichen Leistungen, denen? Kosten zugerechnet werden. Kostenträgerrechnung: Teilsystem der ? Kostenrechnung, in dem die Zurechnung von ? Kosten auf die von der Unternehmung erstellten Güter durchgeführt wird. Sie wird in ? Kostenträgerstück- (? Kalkulation) und ? Kostenträgerzeitrechnung (Betriebsergebnisrechnung) gegliedert. Kostenträgerstückrechnung: Teilsystem der ? Kostenträgerrechnung zur Kostenermittlung je Produkt(einheit) und je Periode. Kostenträgerzeitrechnung: Teilsystem der ? Kostenträgerrechnung, in dem ermittelt wird, welche ? Kosten auf die bearbeiteten ? Kostenträger einer Abrechnungsperiode entfallen. Durch Einbeziehung der Erlöse wird sie vielfach zu einer kalkulatorischen Erfolgsrechnung (Betriebsergebnisrechnung) ausgebaut. Kostenverteilung (Kostenzurechnung, Kostenallokation, Kostenaufbereitung): Zuordnung erfasster bzw. geplanter Kostenbeträge auf ? Bezugsgrößen nach bestimmten Prinzipien. Kostenverursachung, heterogene: Zurückführung der ? Kosten einer ? Kostenstelle auf eine ? Kostenfunktion mit mehreren ? Einflussgrößen (Variablen), von welchen jede bei einer Kostenzurechnung eine ? Bezugsgröße werden kann. Kostenverursachung, homogene: Zurückführung der ? Kosten einer ? Kostenstelle auf eine ? Kostenfunktion mit einer einzigen ? Einflussgrößen (Variablen), die bei einer Kostenzurechnung auch die einzige ? Bezugsgröße ist. Kostenverursachungsprinzip (Verursachungsprinzip): Prinzip, nach dem die ? Kosten denjenigen ? Kosteneinflussgrößen zuzurechnen sind, von deren Ausprägung ihre Höhe abhängig ist, d. h. von welchen sie verursacht sind. Kostenvorgabe: Festlegung von ? Plankosten für ? Kostenstellen als zu erreichende oder zu erwartende Kostenziele einer künftigen Abrechnungsperiode. Kostenwert: Dem sachzielbezogenen ? Güterverbrauch zugeordneter Preis, durch den eine Verrechnung und ggf. eine optimale Lenkung verschiedenartiger Güter erreicht werden kann (? Kosten). Krankenhauskostenrechnung: Kosten- und Erlösrechnung für Krankenhäuser (Kliniken, Sanatorien, Spitäler). Sie wurde als ? Istkostenrechnung auf der Basis von ? Vollkosten entwickelt und umfasst eine ? Kostenarten-, ? Kostenstellen- und ? Kostenträgerrechnung. In der Stellenrechnung wird eine vereinfachte ? Verrechnung innerbetrieblicher Leistungen durchgeführt. 848 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Kuppelproduktion: Fertigungsprozess, aus dem technisch zwangsläufig mehrere Güterarten hervorgehen. Kuppelproduktkalkulation: Verfahren zur Verteilung der ? Kosten auf die verschiedenen Kuppelprodukte (mehrere technisch zwangsläufig in einem Produktionsprozess entstehende Güterarten), auf der Basis des Tragfähigkeitsprinzips oder anderer meist nicht verursachungsgerechter Verteilungsschlüssel. Kurzkalkulation: Verfahren der ? konstruktionsbegleitenden Kalkulation auf der Basis von ? Kostenfunktionen, die nur konstruktive Produktmerkmale als unabhängige Variable berücksichtigen. Leerkosten: Differenz zwischen? Fixkosten und?Nutzkosten. Leistungsabweichung (Ausbeuteabweichung): Differenz zwischen ? Planund ? Istkosten, die auf eine Abweichung zwischen der geplanten und der tatsächlichen Ausbringungsmenge (Ausbeute) je Maschinenzeiteinheit zurückzuführen ist. Leistungsbezogenheit: Weithin verwendetes Begriffsmerkmal der ? Kosten, durch das die Ausrichtung des ? Güterverbrauchs auf das ? Produktionsprogramm (Leistungen) als Sachziel der Unternehmung zum Ausdruck gebracht werden soll. Es ist jedoch zweckmäßiger, für diesen Sachverhalt den Begriff? „Sachzielbezogenheit“ zu verwenden. Leistungsentsprechungsprinzip: Prinzip der ? Kostenverteilung, nach dem die Gesamtkosten derart auf die Leistungseinheiten zu verteilen sind, dass gleich großen Leistungseinheiten gleiche Kostenanteile und umfangreicheren Leistungseinheiten größere Kostenanteile zuzuordnen sind. Leistungskosten: Vom tatsächlich realisierten Fertigungs- und Absatzprogramm abhängige ? Kosten, die sich bei kurzfristigen Veränderungen von Art und Menge der Leistungen ebenfalls ändern (P. Riebel). Leistungsverrechnung, innerbetriebliche: Verteilung der ? Kosten von Wiedereinsatzgütern und verbrauchten selbsterstellten Zwischen- oder Endprodukten. Die Verteilung kann nach dem Einzelkostenverfahren, dem Kostenstellenumlageverfahren (Blockumlage, Treppenumlage), dem Kostenstellenausgleichsverfahren (Gutschrift-/Lastschriftverfahren, iteratives Verfahren, Gleichungsverfahren) oder dem Kostenträgerverfahren erfolgen. Lenkung, pretiale: System der optimalen Unternehmungssteuerung mit Hilfe von ? Lenkungspreisen für ? Einsatzgüter und Zwischenprodukte bei dezentraler Planung. Lenkungspreis: Preis für ? Einsatzgüter, durch den eine optimale Verwendung der Einsatzgüter und eine Steuerung des ? Unternehmungsprozesses (bei dezentraler? Planung und? Steuerung) erreicht werden soll. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 849 Lohnabweichung: Differenz zwischen ? Plan- und ? Istkosten, die auf Unterschiede zwischen geplantem und realisiertem Einsatz an Arbeitsleistung (?Mengenabweichung) oder zwischen geplanter und tatsächlicher Höhe des Lohnsatzes (? Preisabweichung) zurückzuführen ist. Lohn- und Gehaltsrechnung: Nebenbuchhaltung zur Erfassung, Berechnung, Buchung und Zahlungsregulierung sämtlicher Arbeitsentgelte der Beschäftigten sowie zur Vorbereitung der Verteilung von Lohn- und Gehaltskosten auf? Kostenstellen und? Kostenträger. Losgrößenabweichung: Differenz zwischen rüstzeitabhängigen ? Plan- und ? Istkosten, die auf Unterschiede zwischen geplanten und tatsächlichen Losgrößen zurückzuführen ist. Lücke-Theorem: Es besagt, dass der ? Kapitalwert auf Basis von Zahlungs- überschüssen mit dem Kapitalwert auf Basis von Periodenerfolgen übereinstimmt, sofern die Summe der Zahlungsüberschüsse aller Perioden gleich der Summe aller Periodenerfolge ist und die Periodenerfolge um kalkulatorische Zinsen auf den Kapitalbestand der jeweiligen Vorperiode vermindert werden. Marktwert: Der Marktwert eines Finanzierungstitels ist der Preis, zu dem der mit dem Titel verbundene Zahlungsstrom am Markt gekauft werden kann. Er entspricht dem ? Kapitalwert des Zahlungsstroms. Der Marktwert der Unternehmung ergibt sich aus der Summe der Marktwerte der von ihr ausgegebenen Finanzierungstitel. Maschinensatzrechnung: ? Kalkulation, die bis auf einzelne Maschinen als Kostenplätze heruntergeht. Die anteiligen maschinenabhängigen ? Gemeinkosten werden über einen Maschinenstunden- oder Maschinenminutensatz berücksichtigt. Materialabweichung: Differenz zwischen geplanten und tatsächlich entstandenen Materialeinzelkosten, die auf Unterschiede im Materialverbrauch (? Mengenabweichung) oder in den Materialpreisen (? Preisabweichung) zurückzuführen ist. Materialrechnung (Stoffrechnung): Nebenbuchhaltung zur Abbildung der Bestände und Bewegungen an Werkstoffen, ? Hilfsstoffen, ? Betriebsstoffen, fremdbezogenen Teilen, Handelswaren und Büromaterial. Materialhilfsstelle: Hilfskostenstelle, in der die Bestellung, Annahme, Prüfung, Lagerung und Bereitstellung der im Fertigungsprozess eingesetzten ? Roh-,?Hilfs- und? Betriebsstoffe durchgeführt wird. Mengenabweichung: Summe aus ? Beschäftigungsabweichung und ? Verbrauchsabweichung. Mengenschlüssel: ? Kostenschlüssel in Form einer Mengengröße (Zähl-, Zeit-, Raum-, Gewichts- oder technische Größe). 850 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Mitlaufkalkulation: Ausprägung der ? Kostenträgerstückrechnung, bei der eine zeitnahe? Kostenzurechnung erfolgt. Nachrechnung: Abbildung der (in der Vergangenheit) realisierten Ausprägung eines Betrachtungsgegenstands in Zahlen. Normalbeschäftigung: Durchschnittlich erzielbare, mittlere ? Beschäftigung (Ausnutzung der Kapazität). Normalkalkulation: ? Kalkulation zukünftiger ? Kosten auf der Basis durchschnittlicher oder bereinigter? Istkosten vergangener Perioden. Normalkosten: Durchschnittliche oder bereinigte ? Istkosten vergangener Perioden. Normkostenrechnung:? Standardkostenrechnung. Nutzkosten: Differenz zwischen? Fixkosten und? Leerkosten. Opportunitätskosten (Schattenpreise, Grenzerfolgssätze, Dualwerte): In der optimalen Lösung eines simultanen Planungsmodells berechneter Zielbeitrag (meist Deckungsbeitrag) je Engpasseinheit. Optimalbeschäftigung: Wirtschaftlich günstigste Ausbringungsmenge(n) einer Unternehmun, eines Bereichs, einer ? Kostenstelle oder eines Aggregats. Parallelverfahren: Verfahren der isolierten rechnungstechnischen Durchführung von ? Vor- und ? Nachrechnung in der ? Plankostenrechnung. Es wird vor allem bei der? Prognosekostenrechnung angewandt. Periodenerfolgsrechnung, kurzfristige (Kalkulatorische Erfolgsrechnung): Rechnungssystem, in dem der ? Betriebserfolg (-ergebnis) einer Periode durch Gegenüberstellung von ? Kosten und ? Erlösen ermittelt wird. Sie wird in der Regel für kurze Abrechnungsperioden aufgestellt (z.B. monatlich). Periodenkosten: Gesamtkosten einer Abrechnungsperiode. Periodenrechnung: Auf eine Periode bezogene Abrechnung des? Unternehmungsprozesses. Planbeschäftigung: In der ? Plankostenrechnung für die Planperiode vorgegebene ? Beschäftigung. Dabei kann es sich um die erwartete Istbeschäftigung (? Prognosekostenrechnung) sowie die ? Normal- oder die ? Optimalbeschäftigung (? Standardkostenrechnung) handeln. Planerfolgsrechnung: ? Kurzfristige Erfolgsrechnung für die Planperiode in der? Plankostenrechnung. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 851 Plan-Ist-Abweichung, budgetbezogene: Differenz zwischen geplanten Gesamtkosten bei? Planbeschäftigung und bei Istbeschäftigung. Plankalkulation: Stückbezogene Vorrechnung für in der Planperiode zu erstellende Produkte, Lose usw. in der? Plankostenrechnung. Plankosten ( in der ? Standardkostenrechnung): Auf die ? Planbeschäftigung bezogene? Kosten der Planperiode. Plankosten, verrechnete: Auf die Beschäftigung (einer Stelle) proportionalisierte ? Plankosten. Sie entsprechen der Differenz zwischen den Sollkosten bei Istbeschäftigung und den ? Leerkosten bzw. der Summe aus den ? Nutzkosten bei Istbeschäftigung und den ? proportionalen Kosten bei Istbeschäftigung. Plankostenrechnung: Durch eine ? Vorrechnung gekennzeichnetes System der ? Kostenrechnung, in dem die erwarteten (? Prognosekostenrechnung) oder die wirtschaftlichsten (? Standardkostenrechnung) ? Kosten einer künftigen Abrechnungsperiode bestimmt und nach Periodenablauf den ? Istkosten gegenübergestellt werden. Plankostenrechnung, flexible: System der ? Plankostenrechnung, bei dem der Einfluss von Beschäftigungsänderungen auf die Kostenhöhe bei der ? Kostenplanung berücksichtigt werden. Plankostenrechnung, starre: System der ? Plankostenrechnung, in dem bei der ? Kostenvorgabe nur von einem Beschäftigungsgrad ausgegangen wird und andere mögliche Ausprägungen der ? Beschäftigung unberücksichtigt bleiben. Planung: Geordneter informationsverarbeitender ? Prozess zur Erstellung eines Entwurfs, welcher die Größen für das Erreichen von Zielen vorausschauend festlegt. Preisabweichung: Differenz zwischen ? Plan- und ? Istkosten, die auf Unterschiede zwischen den geplanten (Festpreisen oder prognostizierten Preisen) und den tatsächlichen Preisen der Verbrauchsgüter zurückzuführen ist. In der Regel wird sie durch Multiplikation der Differenz zwischen Planund Istpreis mit der tatsächlichen Verbrauchsmenge ermittelt. Preisdifferenzbestandskonto: Konto in der ? Plankostenrechnung zur Erfassung der? Preisabweichungen bei Materialeinzelkosten. Preisgrenze: Absatzpreis (Preisuntergrenze) bzw. Beschaffungspreis (Preisobergrenze), bei dessen Unter- bzw. Überschreitung Absatz- bzw. Beschaffungsmaßnahmen im Hinblick auf das Unternehmungsziel nicht mehr durchgeführt werden. 852 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Principal-Agent-Ansätze: Teil der Institutionentheorie zur Erfassung der Beziehungen zwischen einem oder mehreren Auftraggebern (Principals) und einem oder mehreren Beauftragten oder Auftragnehmern (Agents) mit dem Ziel, das Verhalten des bzw. der Beauftragten unter bestimmten Bedingungen durch vertragliche Regelungen im Sinne des Auftraggebers (optimal) zu gestalten. Produktionsfunktion: Abbildung der gesetzmäßigen Beziehungen zwischen den Mengen an ? Ausbringungsgütern und ? Einsatzgütern einer Unternehmung. Produktionsprogramm: Art- und mengenmäßige Zusammensetzung sowie zeitliche Verteilung der von einer Unternehmung während einer Periode herzustellenden Wiedereinsatz- und? Absatzgüter. Produktionsverfahren: Kombination von Aggregaten (technischen ? Prozessen), die zur Herstellung eines ? Ausbringungsgutes aus bestimmten ? Einsatzgütern führen. Produktkosten, lebenszyklusorientierte: Summe aus Vorleistungs-, Leistungserstellungs- und Nachleistungskosten eines Produkts. Prognosekostenrechnung: System der ? Plankostenrechnung, in dem die tatsächlich erwarteten ? Istkosten einer zukünftigen Abrechnungsperiode vorausgesagt und nach Periodenablauf den entstandenen ? Istkosten gegenübergestellt werden. Proportionalitätsprinzip: Prinzip der ? Kostenverteilung, nach dem ? Gemeinkosten proportional zu bestimmten ? Bezugs- oder Maßgrößen auf ? Kostenstellen bzw. Kostenträgen zu verteilen sind. Mit ihm wird eine verursachungsgemäße? Kostenverteilung angestrebt. Prozess: Folge von Aktivitäten (Vorgängen, Tätigkeiten, Arbeitsgängen), die sich auf ein bestimmtes Arbeitsobjekt beziehen und bei erneutem Arbeitsvollzug identisch wiederholt werden. Prozessbezugsgröße (cost driver): Maßgröße der ? Prozessmenge (Prozesswiederholungen). Prozesskoeffizient: Anzahl der erforderlichen Prozessbezugsgrößeneinheiten für die Bearbeitung einer Einheit des Kalkulationsobjekts (z.B. Produkteinheit, Los). Prozesskostenrechnung: Kostenrechnungssystem, das ? Kosten von Vorgängen (Prozessen, Aktivitäten) über ? Prozessbezugsgrößen (driver) und? Prozesskoeffizienten auf? Kostenträger verrechnet. Prozesskostensatz: Quotient aus den ? Kosten eines ? Prozesses (Kostenpool) und der ? Prozessbezugsgröße (Stückkosten einer Prozessbezugsgröße). Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 853 Prozessmenge: Häufigkeit, mit der ein? Prozess in der Abrechnungsperiode wiederholt wird. Realmodell: Strukturgleiche (-ähnliche) Abbildung eines Teilzusammenhangs aus der Realität mit Anspruch auf empirische Geltung seiner Aussagen. Rechnungswesen: Zielorientiertes Informationsinstrument zur quantitativen Beschreibung, ? Planung und ? Steuerung des ? Unternehmungsprozesses. Rechnungsziel: Zwecksetzung oder Norm, die durch eine aufgestellte Rechnung angestrebt wird. Relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung: Von P. Riebel entwickeltes Rechnungssystem, bei dem sämtliche ? Kosten als (relative) Einzelkosten definierter ? Bezugsgrößen erfasst und verrechnet werden. ? Kosten und ? Erlöse sind nach dem ? Identitätsprinzip den betrieblichen Entscheidungen zuzuordnen. Relativkostenkatalog: Sonderform eines ? Kostentabellenkatalogs, welche über die Kostenrelation einer Lösungsalternative zu einem Bezugsobjekt informiert. Residualkosten: Differenz zwischen Gesamtkosten und den mit der ? Beschäftigung multiplizierten? Grenzkosten. Restwertrechnung: ? Kalkulationsverfahren für Kuppelprodukte, nach dem von den ? Kosten der ? Kuppelproduktion die ? Deckungsbeiträge von Nebenprodukten subtrahiert und die restlichen Kosten dem Hauptprodukt zugerechnet werden. Rohstoffe (Werkstoffe): Ausgangs- und Grundstoffe, die einen Hauptbestandteil des fertigen Produktes ausmachen. Rückrechnung: Methode zur mengenmäßigen Erfassung des Stoffverbrauchs, nach der aus dem Produktionsprogramm einer Periode auf den dafür erforderlichen Stoffverbrauch geschlossen wird. Sachzielbezogenheit: Begriffsmerkmal der ? Kosten bzw. ? Erlöse, durch das die Ausrichtung des ? Güterverbrauchs bzw. der ? Güterentstehung auf das ? Produktionsprogramm als Sachziel der Unternehmung ausgedrückt wird. Selbstkosten: Summe aus ? Herstellkosten, Verwaltungsgemeinkosten Vertriebsgemeinkosten und Sondereinzelkosten des Vertriebs im Schema der ? Zuschlagsrechnung. Sie geben die ? Stückkosten für eine Kostenträgereinheit in der? Vollkostenrechnung an. Shareholder: Anteilseigner (Eigentümer) einer Unternehmung. 854 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Sofortverbrauch: Verbrauchsart, bei der ein Wirtschaftsgut nur einmal zur Erstellung von? Ausbringungsgütern verwendet werden kann. Soll-Deckungsbeitrag: ? Zuschlagssatz auf die variablen ? Stückkosten für anteilige ? Fix- oder ? Gemeinkosten und einen Anteil am geplanten Gewinn. Soll-Ist-Vergleich (Ergebniskontrolle): Gegenüberstellung der vorgegebenen Sollgrößen und tatsächlich realisierten Istgrößen für gleiche wirtschaftliche Sachverhalte. Sollkosten (in der ? Standardkostenrechnung) : Auf die Istbeschäftigung umgerechnete? Plankosten der Planperiode. Sonderkosten: Aus verfahrenstechnischen Gründen ausgesonderte ? Kostenarten, die für eine Produktart (Sondereinzelkosten wie Kosten für Sonderbetriebsmittel, Sonderwerkzeuge, Lizenzen, Verpackung, Umsatzprovision) oder für mehrere Produktarten (Sondergemeinkosten) entstehen. Stakeholder: Anspruchsgruppen einer Unternehmung. Dazu zählen u.a. Arbeitnehmer, Gläubiger, Kunden, Lieferanten, aber auch die Anteilseigner. Standardkostenrechnung ( Standard Cost Accounting): Stellenorientiertes System der ? Plankostenrechnung, in dem die mit Festpreisen bewerteten, wirtschaftlichsten ? Güterverbräuche für eine künftige Periode und nach Periodenablauf den ? Istkosten gegenübergestellt werden. Die ? Kostenvorgabe kann auf der Basis von ? Normalbeschäftigung oder von ? Optimalbeschäftigung erfolgen. Stellenzuschlag: ? Zuschlagssatz der ? Gemeinkosten zu den ? Einzelkosten für eine? Kostenstelle in der? Zuschlagsrechnung. Steuerung: Geordneter, informationsverarbeitender ? Prozess zur Durchsetzung,? Kontrolle und Sicherung von Planvorgaben. Stoffrechnung:?Materialrechnung. Stückkosten: Für die Herstellung einer Einheit eines ? Kostenträgers insgesamt anfallende? Kosten. Stückliste: Geordnete Zusammenstellung von Fertigungsteilen, Bezugsteilen und Normteilen, welche für die Fabrikation eines Produktes benötigt werden. Stufenplan: Verfahren zur Berücksichtigung mehrerer Beschäftigungsgrade bei der Planung der? Gemeinkosten einer? Kostenstelle. Suchkalkulation: Verfahren der ? konstruktionsbegleitenden Kalkulation, das die ? Kosten des zu konstruierenden Produkts aus den ? Kosten bereits gefertigter Produkte bestimmt, die dem zu konstruierenden Produkt in ausgewählten Produktmerkmalen am ähnlichsten sind. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 855 Target Costing: Ansatz einer erfolgszielorientierten ? Kostenplanung und -steuerung. Teilkostenrechnungen: Systeme der ? Kostenrechnung, bei denen lediglich ein Teil der anfallenden Gesamtkosten auf die ? Kostenträger verrechnet wird. Sie werden vor allem auf der Basis von ? variablen Kosten bzw. von? relativen Einzelkosten durchgeführt. Total Efficiency Variance: Differenz zwischen ? verrechneten Plankosten bei Istfertigungszeit und verrechneten Plankosten bei Standardfertigungszeit. Tragfähigkeitsprinzip: Prinzip der ? Kostenverteilung, nach dem die ? Gemeinkosten entsprechend den Bruttogewinnen auf die ? Kostenträger verteilt werden. Umsatzkostenverfahren: System der ? Absatzerfolgsrechnung, bei dem der ? Betriebserfolg als Differenz zwischen den nach Produktarten oder Produktgruppen gegliederten ? Erlösen und den entsprechend gegliederten Gesamtkosten (? Vollkostenrechnung) bzw. ? variablen Kosten sowie dem Fixkostenblock (? Teilkostenrechnung) ermittelt wird. Unternehmungsrechnung: Als Generator entscheidungsrelevanter Informationen hat die Unternehmungsrechnung möglichst viele Entscheidungsprozesse zu bedienen, die in der Unternehmung realisiert werden können. Sie beinhaltet? Finanz-, Bilanz-, Investitions-,? Kosten- und Erlösrechnung. Unternehmungsprozess: Komlexes Netz betrieblicher Aktivitäten, die der Erfüllung gesetzter Ziele dienen. Value Control Chart: Grafik zur Unterstützung der Kostensteuerung in der Entstehungsphase des Produktlebenszyklus. Sie dient der Auswahl von kritischen Produktkomponenten, für die kostengünstige Lösungen gesucht werden sollen. Variable Efficiency Variance: Differenz zwischen geplanten Gesamtkosten bei Istfertigungszeit und geplanten Gesamtkosten bei Standardfertigungszeit. Variatormethode: Verfahren zur Berücksichtigung unterschiedlicher Beschäftigungsgrade bei der ? Planung der ? Gemeinkosten von ? Kostenstellen. Ein Variator gibt an, um welchen Prozentsatz sich die Gesamtkosten der ? Kostenstelle bei ? Planbeschäftigung im Falle einer Beschäftigungsvariation von 10% ändern. Verbrauchsabweichung: Differenz zwischen ? Istkosten und ? Sollkosten eines Beschäftigungsgrades. Verfahrensabweichung (Arbeitsablaufabweichung): Differenz zwischen ? Plan- und ? Istkosten, die auf Unterschiede zwischen der geplanten und der tatsächlichen Maschinenbelegung und damit auf die Wahl eines anderen Fertigungsverfahrens zurückzuführen ist. 856 Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon Verfahrensvergleich: Gegenüberstellung und Beurteilung unterschiedlicher Herstellungsverfahren nach verschiedenen Merkmalen. Verhaltenssteuerung: Geplante Beeinflussung des Entscheidungsverhaltens sowie des Ausführungsverhaltens von Menschen mit individuellen Zielen und Informationsständen. Verrechnungspreis (Festpreis): Preis, der den ? Einsatzgütern in der ? Standardkostenrechnung zur Gleichnamigmachung unterschiedlicher Güterarten und Kennzeichnung des Mengenverbrauchs zugeordnet wird. Er wird über längere Zeit hinweg konstant gehalten. Vertriebskosten: Beim Absatz der ? Ausbringungsgüter anfallende ? Kosten. Nach der Zurechenbarkeit auf die ? Kostenträger unterscheidet man Sondereinzelkosten des Vertriebs und Vertriebsgemeinkosten. Verwaltungskosten: Für die Verwaltung anfallende ? Kosten (z.B. Kosten der Geschäftsleitung, des ? Rechnungswesens, der ? Planung und ? Steuerung). Vollkostenrechnung: System der ? Kostenrechnung, bei dem die gesamten ? Kosten einer Periode den? Kostenträgern zugerechnet werden. Voll- und Teilkostenrechnung, kombinierte: Um eine Verteilung der ? Fixkosten ergänzte? Teilkostenrechnung auf der Basis? variabler Kosten. Vorkostenstelle: Nach rechnungstechnischen Gesichtspunkten gebildete ? Kostenstelle, deren ? Kosten auf andere Kostenstellen und nicht direkt auf ? Kostenträger verteilt werden. Bei ? innerbetrieblicher Leistungsverrechnung gibt sie ihre Kosten vollständig an ? Endkostenstellen ab. Eine Vorkostenstelle hat damit keinen? Zuschlagssatz für? Gemeinkosten. Vorrechnung: Quantitative (zahlenmäßige) Abbildung von Größen oder Merkmalen des zukünftigen? Unternehmungsprozesses. Wertschlüssel: ? Kostenschlüssel in Form von Wertgrößen (Kosten-, Einstands-, Absatz-, Bestands- oder Verrechnungsgrößen). Wertsteigerungsmanagement: Es umfasst praktisch anwendbare Konzepte, die darauf ausgerichtet sind, strategische Erfolgsfaktoren im Sinne von Wertsteigerungspotentialen aufzudecken, um so den Marktwert des Eigenkapitals (Shareholder Value) zu erhöhen. Wertsteigerungspotentiale lassen sich durch Betrachtung der (Wert-)Lücke zwischen dem gegenwärtigen ? Marktwert und dem Marktwert nach Realisierung potentieller Restruk-turierungsmaßnahmen ermitteln. Zeitvergleich: Gegenüberstellung und Beurteilung der Ausprägungen wirtschaftlicher Größen desselben Betrachtungsgegenstands in verschiedenen Zeiträumen oder Zeitpunkten. Zusatzkosten: Teil der Gesamtkosten, der nicht zugleich ? Aufwand darstellt. Betriebswirtschaftliches Kurzlexikon 857 Zuschlagsrechnung: ? Kalkulationsverfahren, bei dem die (Kostenträger-) ? Gemeinkosten auf die ? Einzelkosten bzw. ? Herstellkosten mit Hilfe von ? Zuschlagssätzen aufgeschlagen werden. Das Grundschema der Zuschlagsrechnung setzt sich aus Materialkosten, ? Fertigungskosten, Verwaltungsgemeinkosten, Vertriebsgemeinkosten und Sondereinzelkosten des Vertriebs zusammen. Zuschlagssatz: Prozentuales Verhältnis zwischen ? Gemeinkosten einer ? Kostenstelle (? Stellenzuschlag) oder der Unternehmung (? Gesamtzuschlag) und den während einer Periode angefallenen Mengeneinheiten einer ? Bezugsgröße. Multipliziert man die Zahl der für eine Kostenträgereinheit anfallenden Bezugsgrößeneinheiten mit dem entsprechenden ? Zuschlagssatz, so erhält man die auf eine Kostenträgereinheit entfallenden ? Gemeinkosten. Literaturverzeichnis AALBREGTSE, JOHN R.: Target Costing. In: Handbook of Cost Management. 1994 Edition. New York 1993, S. D2-1-D2-26. ADAM, DIETRICH: (Kostenbewertung) Entscheidungsorientierte Kostenbewertung, Wiesbaden 1970. AGTHE, KLAUS: (Fixkostendeckung) Stufenweise Fixkostendeckung im System des Direct Costing. 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References

Zusammenfassung

Dieses Standardwerk liefert Ihnen einen umfassenden Überblick über die Aufgaben, Techniken und Systeme der Kosten- und Erlösrechnung. Zunächst führt es in die Grundlagen ermittlungsorientierter Systeme ein. Dazu gehören die Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung, ein Spektrum, das in jeder Vorlesung zur Kostenrechnung gelehrt wird. Daran schließt sich die Darstellung planungs- und verhaltenssteuerungsorientierter Systeme an. Dabei handelt es sich um Methoden wie Prozesskosten-, Grenzplankosten- oder Deckungsbeitragsrechnungen und Target Costing, die im Alltag von höchster praktischer Relevanz sind. Abgeschlossen wird das Buch durch die Behandlung aktueller Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Kostenrechnung. Hierbei spielen insbesondere die Herausforderungen der Preisregulierung bei den Strom-, Gas- und Telekommunikationsmärkten eine große Rolle.

Die Autoren

Prof. Dr. Marcell Schweitzer lehrte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Tübingen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Ulrich Küpper ist Inhaber des Lehrstuhls für Produktionswirtschaft und Controlling an der LMU in München.