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Anhang in:

Thomas Reichmann

Controlling mit Kennzahlen, page 725 - 783

Die systemgestützte Controlling-Konzeption mit Analyse- und Reportinginstrumenten

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3800-0, ISBN online: 978-3-8006-4375-2, https://doi.org/10.15358/9783800643752_725

Series: Controlling Competence

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Anhang: A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata Das in Teil I.B.3.b) dargelegte Jahresabschluss-Kennzahlensystem wird im Folgenden anhand eines zusammenhängenden Fallbeispiels näher erläutert. Dabei werden die Einzelkennzahlen hinsichtlich ihres Aussagewertes und ihrer zweckmäßigen Ermittlung konkretisiert. Das Zahlenbeispiel ist in seiner Struktur an die Maschinenbauindustrie angelehnt und beinhaltet Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen für drei Jahre (01, 02 und 03). Sowohl interne als auch externe Analysegesichtspunkte werden berücksichtigt. Im Hinblick auf die interne Analyse wird davon ausgegangen, dass schon aus Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten der interne Jahresabschluss relativ nahe an die externen Vorschriften angelehnt sein wird. Dies ist ein Grund dafür, dass in den folgenden Bilanzen und Gewinnund Verlustrechnungen von den handelsrechtlichen Gliederungsschemata ausgegangen wird. Ergibt sich dabei für die interne Analyse die Notwendigkeit einer Modifikation, wird im Einzelnen darauf hingewiesen. Gleichzeitig wird auch im Hinblick auf die externe Analyse (Branchen- und Betriebsvergleich) davon ausgegangen, dass über die Grundgliederung gem. §266 (2) und (3) HGB, §275 (2) bzw. (3) HGB sowie §158 (1) AktG hinaus die Angaben, die fakultativ auch in den Anhang aufgenommen werden können, in die Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen einbezogen werden.1 1. Ausgangsdaten:2 Bilanzen Positionen (§ 266 (2) u. (3) HGB) 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Aktiva [–] ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital, – – – davon eingefordert (–) (–) (–) [–] Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs – – – 1 Sollte sich in einem praktischen Anwendungsfall die Notwendigkeit der Einbeziehung von Jahresabschlüssen nach „altem“ Aktienrecht ergeben, so sind die aufgezeigten Schemata entsprechend anzupassen. 2 Die alphanumerischen Gliederungspunkte stimmen mit denen der §§266, 275 HGB überein. Sofern Positionen nicht ausdrücklich in den §§ 266, 275 HGB vorgesehen sind, wurden die entsprechenden Gliederungspunkte in eckige Klammern gesetzt. Zusätzlich für interne Zwecke aufgenommene Größen sind mit einem Punkt versehen. : 718 Anhang Positionen (§ 266 (2) u. (3) HGB) 31.12.01 31.12.02 31.12.03 A. Anlagevermögen: I. Immaterielle Vermögensgegenstände: 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten – – – 2. Geschäfts- oder Firmenwert – – – 3. geleistete Anzahlungen – – – – – – II. Sachanlagen: 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18 000 20 000 22 000 2. technische Anlagen und Maschinen 30 000 40 000 45 000 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8 000 10 000 13 000 4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau – 56000 – 70 000 – 80 000 III. Finanzanlagen: 1. Anteile an verbundenen Unternehmen – – – 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen – – – 3. Beteiligungen 16 000 20 000 25 000 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht – – – 5. Wertpapiere des Anlagevermögens – – – 6. sonstige Ausleihungen – 16000 – 20 000 – 25 000 B. Umlaufvermögen: I. Vorräte: 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15 000 20 000 25 000 2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 74 000 80 000 85 000 3. fertige Erzeugnisse und Waren 16 000 15 000 25 000 4. geleistete Anzahlungen 45 000 150000 60 000 175 000 65 000 200 000 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände: 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, 65 000 70 000 68 000 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (1 000) (1 500) (1 000) 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen, – – – davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (–) (–) (–) 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, – – – davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr (–) (–) (–) 4. sonstige Vermögensgegenstände – 65000 – 70 000 – 68 000 III. Wertpapiere: 1. Anteile an verbundenen Unternehmen – – – 2. eigene Anteile – – – 3. sonstige Wertpapiere – – – IV. Schecks, Kassenbestand, Bundesbankund Postgiroguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten 32000 50 000 44 500 C. Rechnungsabgrenzungsposten: [I.] Disagio – – – [II.] andere Rechnungsabgrenzungsposten 1 000 1000 2 000 2 000 1 500 1 500 [D.] Abgrenzungsposten für latente Steuern – – – 320000 387 000 419 000 A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 719 Positionen (§ 266 (2) u. (3) HGB) 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Passiva A. Eigenkapital: I. Gezeichnetes Kapital 30000 30 000 30 000 II. Kapitalrücklage 16000 16 000 16 000 III. Gewinnrücklagen: 1. gesetzliche Rücklage 3 000 3 000 3 000 2. Rücklage für eigene Anteile – – – 3. satzungsmäßige Rücklagen 6 000 6 000 6 000 4. andere Gewinnrücklagen 8 000 17000 16 000 25 000 16 000 25 000 IV. Bilanzgewinn/Bilanzverlust, 3000 9 000 3 000 davon Gewinn- oder Verlustvortrag (–) (–) (–) [–] Sonderposten mit Rücklageanteil – – – B. Rückstellungen: 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20 000 25 000 28 000 2. Steuerrückstellungen 1 000 1 000 2 000 [–] Rückstellungen für latente Steuern – – – 3. Sonstige Rückstellungen 29 000 50000 34 000 60 000 39 000 69 000 C. Verbindlichkeiten: 1. Anleihen, – – – davon konvertibel (–) (–) (–) davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (–) (–) (–) davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (–) (–) (–) 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 75 000 84 000 92 000 davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (34 000) (40 000) (44 000) davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (30 000) (40 000) (45 000) 3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, 75 000 90 000 95 000 davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (70 000) (84 000) (89 000) davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (–) (–) (–) 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32 000 45 000 58 000 davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (30 000) (43 000) (55 000) davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (–) (–) (–) 5. Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel, – – – davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (–) (–) (–) davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (–) (–) (–) 6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, – – – davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (–) (–) (–) davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (–) (–) (–) 7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, – – – davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (–) (–) (–) 720 Anhang Positionen (§ 266 (2) u. (3) HGB) 31.12.01 31.12.02 31.12.03 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (–) (–) (–) 8. sonstige Verbindlichkeiten, 20 000 27 000 30 000 davon aus Steuern, (–) (–) (–) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (–) (–) (–) davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (18 000) (25 000) (27 000) davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (2 000) 202000 (2 000) 246 000 (3 000) 275 000 D. Rechnungsabgrenzungsposten (2000) 1 000 1 000 320000 387 000 419 000 Gewinn- und Verlustrechnung nach Gesamtkostenverfahren Positionen (§ 275 (2) HGB) 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354 000 405 000 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen +10000 +6000 +5000 3. andere aktivierte Eigenleistungen – – – • Gesamtleistung 300000 360 000 410 000 4. sonstige betriebliche Erträge: [a)] sonstige ordentliche betriebliche Erträge 13 000 15 000 11 500 [b)] periodenfremde Erträge gem. §277 (4) S. 3 HGB, 1 000 1 800 8 000 davon Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens mit Rücklageanteil (–) 14000 (–) 16 800 (–) 19 500 5. Materialaufwand: a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 143 000 165 000 210 000 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen – 143000 – 165 000 – 210 000 • Rohergebnis 171000 211 800 219 500 6. Personalaufwand: a) Löhne und Gehälter 93 000 103 000 125 000 b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung, 16 000 26 000 31 000 davon für Altersversorgung (14 000) 109000 (24 000) 129 000 (27000) 156 000 7. Abschreibungen: a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs, 11 000 15 000 15 000 davon außerplanmäßige Abschreibungen (–) (–) (–) davon steuerliche Abschreibungen (–) (–) (–) b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten, – – – A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 721 Positionen (§ 275 (2) HGB) 31.12.01 31.12.02 31.12.03 davon Abschreibungen des Umlaufvermögens auf den Schwankungsreservewert, (–) (–) (–) davon steuerliche Abschreibungen (–) 11000 (–) 15 000 (–) 15 000 8. sonstige betriebliche Aufwendungen: [a)] sonstige ordentliche betriebliche Aufwendungen 37 000 40 000 37 000 [b)] periodenfremde Aufwendungen gem. §277 (4) S. 3 HGB, 500 500 500 davon Aufwendungen aus der Einstellung in den Sonderposten mit Rücklageanteil (–) 37500 (–) 40 500 (–) 37 500 9. Erträge aus Beteiligungen, 2000 3 000 3 200 davon aus verbundenen Unternehmen, (–) (–) (–) [–] aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrages erhaltene Gewinne – – – 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, – – – davon aus verbundenen Unternehmen (–) (–) (–) 11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, 2000 2 200 2 300 davon aus verbundenen Unternehmen (–) (–) (–) 12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens: 300 1 000 1 000 davon außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen (300) (1 000) (1 000) davon Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens auf den Schwankungsreservewert (–) (–) (–) davon steuerliche Abschreibungen (–) (–) (–) 13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, 6600 6 000 5 500 davon an verbundene Unternehmen (–) (–) (–) [–] Aufwendungen aus Verlustübernahme – – – 14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 10600 25 500 10 000 15. außerordentliche Erträge – – – 16. außerordentliche Aufwendungen – – – 17. außerordentliches Ergebnis – – – 18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5100 6 600 4 800 19. sonstige Steuern 1500 1 900 2 200 20. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag +4000l +17 000+ +3000 [21.] Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr – – – [22.] Entnahmen aus der Kapitalrücklage – – – [23.] Entnahmen aus Gewinnrücklagen: [a)] in die gesetzliche Rücklage – – – [b)] in die Rücklage für eigene Anteile – – – [c)] in satzungsmäßige Rücklagen – – – [d)] in andere Gewinnrücklagen – – – – – – [24.] Einstellungen in Gewinnrücklagen: [a)] in die gesetzliche Rücklage – – – [b)] in die Rücklage für eigene Aktien – – – [c)] in satzungsmäßige Rücklagen – – – [d)] in andere Gewinnrücklagen 1 000 1000 8 000 8 000 – [25.] Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3000 9 000 3 000 722 Anhang Gewinn- und Verlustrechnung nach Umsatzkostenverfahren Positionen (§ 275 (3) HGB) 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354 000 405 000 2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 226000 268 800 327 000 3. Bruttoergebnis vom Umsatz 64000 85 200 78 000 4. Vertriebskosten 31350 36 800 44 000 5. Allgemeine Verwaltungskosten 21550 25 400 30 900 6. sonstige betriebliche Erträge: [a)] sonstige ordentliche betriebliche Erträge 13 000 15 000 11 500 [–] Erträge aus der Auflösung des SoPo mit RL-Anteil (§281 (2) S. 2 HGB) – – – [b)] periodenfremde Erträge 1 000 14000 1 800 16 800 8 000 19 500 7. sonstige betriebliche Aufwendungen: [a)] sonstige ordentliche betriebliche Aufwendungen 11 100 12 000 11 100 [–] Aufwendungen aus der Zuführung zum SoPo mit RL-Anteil (§281 (2) HGB) – – – [b)] periodenfremde Aufwendungen 500 11600 500 12 500 500 11 600 8. Erträge aus Beteiligungen, 2000 3 000 3 200 davon aus verbundenen Unternehmen – – – 9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, – – – davon aus verbundenen Unternehmen – – – [–] aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrages erhaltene Gewinne [–] Erträge aus Verlustübernahme – – – 10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, 2000 2 200 2 300 davon aus verbundenen Unternehmen – – – 11. Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 300 1 000 1 000 [a)] außerplanmäßige Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens (300) (1 000) (1 000) [–] außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen gem. (§277 (3) S. 1) – – – [–] außerplanmäßige Abschreibungen auf das Umlaufvermögen gem. (§277 (3) S. 1) – – – [–] Aufwendungen aus Verlustübernahme – – – 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, 6600 6 000 5 500 davon an verbundene Unternehmen – – – 13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 10600 25 500 10 000 14. außerordentliche Erträge – – – 15. außerordentliche Aufwendungen – – – 16. außerordentliches Ergebnis – – – 17. Steuern vom Einkommen und Ertrag 5100 6 600 4 800 18. sonstige Steuern 1500 1 900 2 200 19. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag +4000 +17000 +3 000 [20.] Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr – – – [21.] Entnahmen aus der Kapitalrücklage – – – A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 723 3 Diese Position ergibt sich, wenn von der GuV-Angabe „sonstige betriebliche Erträge“ die periodenfremden und außerordentlichen Bestandteile subtrahiert werden. Positionen (§ 275 (3) HGB) 31.12.01 31.12.02 31.12.03 [22.] Entnahmen aus Gewinnrücklagen: [a)] aus der gesetzlichen Rücklage – – – [b)] aus der Rücklage für eigene Anteile – – – [c)] aus satzungsmäßigen Rücklagen – – – [d)] aus anderen Gewinnrücklagen – – – – – – [23.] Einstellungen in die Gewinnrücklagen: [a)] in die gesetzliche Rücklage – – – [b)] in die Rücklage für eigene Anteile – – – [c)] in satzungsmäßige Rücklagen – – – [d)] in andere Gewinnrücklagen 1000 1 000 8000 8000 – – [24.] Bilanzgewinn/Bilanzverlust 3 000 9000 3000 2. Systematische Zusammenstellung der Kennzahlen Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Ordentliches Ergebnis (vor Steuern) 10400 25200 3500 ordentliches Betriebsergebnis 6400 20000 –2000– + ordentliches Finanzergebnis + 4000 5200 5500 Aussagewert Das ordentliche Ergebnis umfasst das ordentliche betriebliche und das ordentliche betriebsfremde (Finanz-)Ergebnis. Es stellt die zentrale Erfolgsgröße des Unternehmens dar und verkörpert den tendenziell nachhaltigen Erfolg aus Leistungsund Finanzaktivitäten. Es ist ein besserer Indikator für die Ertragslage des Unternehmens als das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bzw. der Jahresüberschuss, in denen ordentliche und außerordentliche (im bwl. Sinne) Komponenten zusammen ausgewiesen sind. GuV-Pos. gem. § 275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 2. +/./. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 10000 6000 5000 3. + andere aktivierte Eigenleistungen – – – [4.a)] + sonstige ordentliche betriebliche Erträge (Saldo)3 13000 15000 11500 Ermittlung des ordentlichen Betriebsergebnisses 724 Anhang GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position 31.12.01 31.12.02 31.12.03 (2) HGB 5. ./. Materialaufwand 143000 165000 210000 6. ./. Personalaufwand 109000 129000 156000 aus [7.a)] ./. planmäßige Abschreibungen auf immat. Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs (Saldo)4 11000 15000 15000 [8.a)] ./. sonstige ordentliche betriebliche Aufwendungen (Saldo)5 37000 40000 37000 13. ./. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6600 6000 5500 = ordentliches Betriebsergebnis 6400 20000 -2000– (nach GKV): 4 Dieser Saldo ermittelt sich als Differenz der GKV-Position 7 zu den außerplanmäßigen und steuerlichen Abschreibungen. 5 Diese Position ergibt sich, wenn von der GuV-Angabe „sonstige betriebliche Aufwendungen“ die periodenfremden und außerordentlichen Bestandteile subtrahiert werden. 6 Vgl. Lange: Jahresabschlußinformationen und Unternehmensbeurteilung, S.208–223. GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 9. + Erträge aus Beteiligungen 2000 3000 3200 [–] + Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinn- und Teilgewinnabführungs- Verträgen – – – 10. + Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens – – – 11. + sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2000 2200 2300 [–] ./. Aufwendungen aus Verlustübernahme – – – = ordentliches Finanzergebnis: 4000 5200 5500 Ermittlung des ordentlichen Finanzergebnisses Anmerkungen zum Ordentlichen Ergebnis Auch nach geltendem Recht muss im Rahmen der Kennzahlenanalyse eine gesonderte Erfolgsspaltung6 durchgeführt werden: das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ (GuV- Pos.14 gem. §275 Abs.2 HGB) ist nicht dem ordentlichen Ergebnis gleichzusetzen, da insbesondere die periodenfremden Aufwendungen und Erträge im „gewöhnlichen“ Ergebnis enthalten sind. Zudem ist diese Kennziffer durch eine Vermischung betrieblicher und betriebsfremder Komponenten wenig aussagefähig. Die Pos.4 „sonstige betriebliche Erträge“ und 8 „sonstige A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 725 7 Vgl. Lange: Jahresabschlußinformationen und Unternehmensbeurteilung, S.220–222. 8 Die Literatur zur Bilanzanalyse empfiehlt unter dem Aspekt des Vorsichtsprinzips diese Vorgehensweise. Aus Controllersicht sollen jedoch die „richtigen“ Werte durch weitestgehende Aufspaltung ermittelt werden. Falls dies nicht möglich ist, sollte überlegt werden, ob entweder beide Positionen oder keine Position bei der Ermittlung des Betriebsergebnisses zu berücksichtigen sind. betriebliche Aufwendungen“ sind Sammelpositionen, die sowohl periodenrichtige als auch periodenfremde, also außerordentliche Erfolgsbestandteile im Sinne einer betriebswirtschaftlichen Erfolgsspaltung enthalten. Die periodenrichtigen (z.B. Verkauf von Lagerbestandsüberschüssen, Erlöse aus Nebengeschäften, Werbeaufwand, Versicherungen, Garantierückstellungen) und die periodenfremden Erfolgsbestandteile (z.B. Abgang von Vermögensgegenständen, Rückvergütungen, Steuererstattungen/-nachzahlungen, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen) sind somit voneinander zu trennen. Im Beispiel ist dies durch die jeweilige Aufspaltung in die Unterpositionen „periodenfremde Erträge/Aufwendungen“ i. S.v. §277 Abs.4 S.3 HGB, allein steuerlich bedingten Aufwendungen/Erträgen, sowie als Restposition ausgehend von den „sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen“ (Pos.4/8), die „ordentlichen“ sonstigen betrieblichen Erträge/Aufwendungen geschehen. Im Rahmen interner Analysen wird es zweckmäßig sein, diese jeweiligen Positionen in Abhängigkeit von der Kontierung in der Finanz- bzw. Betriebsbuchhaltung weiter aufzuspalten. Bei einer genauen Betrachtung sind die steuerlichen Effekte von Bewertungskorrekturen zu berücksichtigen.7 Für die externe Analyse muss unterstellt werden, dass die periodenfremden Erfolgskomponenten „für die Beurteilung der Ertragslage nicht von untergeordneter Bedeutung sind“ (§277 Abs.4 S.2 HGB) und daher im Anhang nach Art und Betrag erläutert werden. Fehlen dagegen diese Informationen, so kann ein „imparitätisches“ Vorgehen empfehlenswert sein,8 d. h. die Pos.8 „sonstige betriebliche Aufwendungen“ würde insgesamt dem ordentlichen Ergebnis und die Pos.4 „sonstige betriebliche Erträge“ dem außerordentlichen Ergebnis zugerechnet. Die Zinsaufwendungen und -erträge sind nach den Kriterien „überwiegende Zugehörigkeit“ und „kausale Aufwandsentstehung“ dem Betriebs- und Finanzergebnis imparitätisch zugeordnet; die Kapitalbeschaffung (der Zinsaufwand) wird als Voraussetzung der Leistungserstellung und damit in unmittelbarem Zusammenhang zum Betriebsergebnis gesehen, während sich im Zinsertrag überwiegend Folge-/Alternativinvestitionen widerspiegeln. Bei dem berechneten ordentlichen Ergebnis nach Steuern wurden die gesamten Steuern vom Einkommen und Ertrag abgezogen. Bei erheblichen außerordentlichen Erfolgskomponenten kann es zweckmäßig sein, eine anteilige Schätzung der Ertragsteuern auf das ordentliche/außerordentliche bzw. Betriebs-/Finanzergebnis vorzunehmen. Im Rahmen der externen Analyse kann dabei auf die Aufteilung der Ertragsteuerbelastung auf das „gewöhnliche“ und das „außergewöhnliche“ Ergebnis zurückgegriffen werden (§285 Nr.6 HGB). 726 Anhang GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 ordentliches Betriebsergebnis 6400 20000 –2000– + ordentliches Finanzergebnis 4000 5200 5500 18. ./. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5100 6600 4800 19. ./. sonstige Steuern 1500 1900 2200 = ordentliches Ergebnis nach Steuern 3800 16700 –3500– Weitere im Anhang anzugebende Sachverhalte mit außerordentlichem Charakter (z. B. Unterbewertungen durch die Anwendung der Bewertungsmethoden gemäß §240 Abs.4 HGB und §256 HGB) sind bei der Ermittlung des bereinigten ordentlichen Ergebnisses zu berücksichtigen. Ordentliches Ergebnis (nach Steuern) ordentliches Betriebsergebnis + ordentliches Finanzergebnis ./. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ./. sonstige Steuern Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Ordentliches Finanzergebnis 4000 5200 5500 Beteiligungsertrag 2000 3000 3200 + Zinsertrag 2000 2200 2300 ./. Beteiligungsaufwand – – – Aussagewert Das Finanzergebnis ergänzt das Betriebsergebnis um diejenigen Positionen, die zwar auch zur regelmäßigen gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gehören, aber nicht den satzungsgemäß bestimmten Leistungserstellungsprozess betreffen. GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 9. Erträge aus Beteiligungen 2000 3000 3200 10. + Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens – – – Ermittlung des ordentlichen Finanzergebnisses A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 727 GuV-Pos. gem. § 275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 11. + sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2000 2200 2300 [–] + Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinn- und Teilgewinnabführungsverträgen – – – [–] ./. Aufwendungen aus Verlustübernahme – – – = ordentliches Finanzergebnis 4000 5200 5500 9 Im Gegensatz zum ordentlichen betriebsfremden Ergebnis kommt das Finanzergebnis überwiegend durch Erträge und Aufwendungen aus Finanzinvestitionen zustande; d.h. Nebenumsatzerlöse oder andere Positionen untergeordneter Bedeutung müssten unternehmensspezifisch zugeordnet werden. Lachnit ordnet die regelmäßig anfallenden Fremdkapitalzinsen anders als Reichmann allerdings nicht dem ordentlichen Betriebsergebnis, sondern dem ordentlichen Finanzergebnis zu. Vgl. Lachnit, Laurenz: Erfolgsspaltung auf der Grundlage der GuV nach Gesamt- und Umsatzkostenverfahren, in: Wpg, 44. Jg. (1991), S.773–783. Die Position „Erträge aus Verlustübernahme“ und die Position „auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinne“ sind bei den Untergesellschaften aufzuführen. Zur Problematik der Ermittlung des Finanzergebnisses vgl. auch die Anmerkungen zu den Kennzahlen Ordentliches Ergebnis und Außerordentliches Ergebnis im bwl. Sinne. Das hier definierte Finanzergebnis ist insofern nicht deckungsgleich mit einem „betriebsfremden Ergebnis“, als im ordentlichen Finanzergebnis nur die nachhaltigen, periodenrichtigen Komponenten erfasst werden;9 außerordentliche Komponenten des betriebsfremden Ergebnisses (Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens), werden bei der nachfolgend erläuterten Kennziffer „außerordentliches Ergebnis im betriebswirtschaftlichen Sinn“ erfasst. Anmerkungen Kennzahl Das außerordentliche Ergebnis im betriebswirtschaftlichen Sinne („außerordentliches“ Ergebnis) umfasst die unregelmäßig anfallenden (außergewöhnlichen und periodenfremden) Erfolgskomponenten sowie Bewertungserfolge, die unregelmäßig wiederkehrend anfallen und somit indirekt Einfluss auf den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens haben können. 31.12.01 31.12.02 31.12.03 „außerordentliches“ Ergebnis 200 300 6500 „außerordentlicher“ Ertrag 1000 1800 8000 ./. „außerordentlicher“ Aufwand 800 1500 1500 Aussagewert 728 Anhang GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 [4.b)] + periodenfremde Erträge (§277 (4) S.3 HGB) 1000 1800 8000 15. + außerordentliche Erträge (§277 (4) HGB) – – – aus 7.a) ./. außerplanmäßige Abschreibungen – – – aus 7.a) ./. steuerliche Abschreibungen 7.b) ./. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten – – – [8.b)] ./. periodenfremde Aufwendungen 500 500 500 12. ./. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 300 1000 1000 16. ./. außerordentliche Aufwendungen (§277 (4) HGB) – – – = „außerordentliches“ Ergebnis 200 300 6500 10 Ähnlich verfährt Lachnit, der die unregelmäßig anfallenden Bestandteile des handelsrechtlichen Betriebsergebnisses sowie das außerordentliche Ergebnis nach Handelsrecht zu einem „außerordentlichen Ergebnis im weiteren Sinne“ zusammenfasst. Vgl. Lachnit, Laurenz: Erfolgsspaltung auf der Grundlage der GuV nach Gesamt- und Umsatzkostenverfahren, S. 773–783. Diese Erfolgsgröße kann nicht als nachhaltig und damit nur schwer prognosefähig angesehen werden.10 Ermittlung des „außerordentlichen“ Ergebnisses Anmerkungen Im Beispiel ist unterstellt (vgl. Anmerkungen zur Kennzahl Ordentliches Ergebnis), dass die periodenfremden Erträge und Aufwendungen gesondert angegeben sind. Hierbei handelt es sich um die Positionen, die nach altem Aktienrecht in der GuV gesondert ausgewiesen werden, z.B. • Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens und aus Zuschreibungen zu Gegenständen des Anlagevermögens, • Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, • Verluste aus Wertminderungen oder dem Abgang von Gegenständen des Umlaufvermögens außer Vorräten, • Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens. Im Rahmen interner Analysen kann es zweckmäßig sein, eine weitere Untergliederung in Abhängigkeit von der Kontierung in der Finanzbuchhaltung vorzunehmen. Fehlt dagegen im Rahmen der externen Analyse eine Aufspaltung dieser Positionen, so kann ein „imparitätisches“ Vorgehen empfehlenswert A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 729 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Ordentliches Betriebsergebnis 4900 18100 –4200– Betriebsleistung 313000 375000 421500 ./. Kosten 308100 356900 425700 sein (vgl. Anmerkungen zur Kennzahl Ordentliches Ergebnis). Es empfiehlt sich, die Positionen4 und 8 gesondert in ihrer Entwicklung zu beobachten. Im Rahmen der externen Analyse kann das außerordentliche Ergebnis um Angaben aus dem Anhang korrigiert werden, wie z.B.: • Betrag der im Geschäftsjahr aus steuerlichen Gründen unterlassenen Zuschreibungen (§ 280 Abs.2 und 3 HGB), • Betrag der im Geschäftsjahr allein nach steuerlichen Vorschriften vorgenommenen Abschreibungen im Anlage- und Umlaufvermögen (§281 Abs.2 HGB), • Unterbewertungen durch die Anwendung der Bewertungsmethoden gem. § 240 Abs.4 HGB und §256 HGB. Kennzahl Aussagewert Das ordentliche Betriebsergebnis umfasst die regelmäßig anfallenden Aufwendungen und Erträge aus der Erzeugung und dem Vertrieb der vom Unternehmen im Rahmen seines jeweiligen Geschäftszweiges erzeugten und gelieferten Produkte. Man kann es als den nachhaltigen Erfolg aus der Umsatztätigkeit bezeichnen. Ermittlung des ordentlichen Betriebsergebnisses nach Steuern (GKV) GuV-Pos. gem. § 275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 2. +/./. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 10000 6000 5000 3. + andere aktivierte Eigenleistungen – – – [4.a)] + sonstige ordentliche betriebliche Erträge (Saldo) 13000 15000 11500 = Betriebsleistung 313000 375000 421500 5. ./. Materialaufwand 143000 165000 210000 6. ./. Personalaufwand 109000 129000 156000 aus [7.a)] ./. planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie aktivierte – – – Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs (Saldo) 11000 15000 15000 730 Anhang GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 [8.a)] ./. Sonstige ordentliche betriebliche Aufwendungen (Saldo) 37000 40000 37000 13. ./. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6600 6000 5500 = Kosten vor Kostensteuern 306600 355000 423500 19. ./. sonstige Steuern 1500 1900 2200 = ordentliches Betriebsergebnis (GKV) 4900 18100 –4200– 11 Vgl. hierzu die grundsätzlichen Ausführungen im Text, S.82 ff. 12 Diese Position ergibt sich unter Verwendung von Anhangsangaben als Saldogröße. Vgl. hierzu Anhang S. 842 ff. Bei den Kosten sind nur die aufwandsgleichen Kosten (Grundkosten) erfasst, d. h. es gehen – aus externer Sicht – keine kalkulatorischen Kosten in die Analyse ein. Bei der Ermittlung des Betriebsergebnisses nach GKV sind die Positionen 1.–8. nach Aufwandsarten unterteilt. Bei Anwendung des Umsatzkostenverfahrens (UKV)11 ändern sich die Inhalte einiger Positionen (z.B. sonstiger betrieblicher Aufwand, Pos. 7); bezüglich des Ermittlungsschemas ändert sich die Ermittlung des Betriebsergebnisses. Anmerkungen GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (3) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 2. ./. Herstellungskosten des Umsatzes 226000 268800 327000 3. = Bruttoergebnis vom Umsatz 64000 85200 78000 6. + sonstige ordentliche betriebliche Erträge12 13000 15000 11500 4. ./. Vertriebskosten 31350 36800 44000 5. ./. Allgemeine Verwaltungskosten 21550 25400 30900 7. ./. sonstige ordentliche betriebliche Aufwendungen 11100 12000 11100 12. ./. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6600 6000 5500 18. ./. sonstige Steuern, soweit nicht unter Pos.2, 4 oder 5 ausgewiesen 1500 1900 2200 = Ordentliches Betriebsergebnis (UKV) 4900 18100 –4200– Ermittlung des ordentlichen Betriebsergebnisses nach Steuern (UKV) Anmerkungen keine A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 731 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Gesamtkapitalrentabilität 3,3% 5,9% 2,0% Jahresüberschuss/fehlbetrag + Zinsaufwand 10600 23000 8500⋅ 100 Gesamtkapital 320000 387000 419000 13 Ausstehende Einlagen besitzen einen Doppelcharakter; rechtlich stellen sie eine Forderung, wirtschaftlich einen Korrekturposten zum gezeichneten Kapital dar. Eine Unterscheidung der ausstehenden Einlagen in eingeforderte und nicht eingeforderte Beträge (§ 272 Abs. 1 S.2 u. 3 HGB) ist insofern für die Haftungsgrundlage der Unternehmung (Kapitalgesellschaft) unerheblich, als sämtliche ausstehenden Einlagen rechtlich als Forderung zu qualifizieren sind. Die ausstehenden Einlagen sind nur dann bei der Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität abzuziehen, wenn eine Relation zwischen Periodenerfolg und eingesetztem Kapital hergestellt werden soll. Eine Bewertung der ausstehenden Einlagen kann nur aus interner Sicht und unter Berücksichtigung der Bonität des einzelnen Anteilseigners erfolgen. Kennzahl Aussagewert Die Gesamtkapitalrentabilität verdeutlicht die Ertragskraft des Unternehmens, losgelöst von der Kapitalstruktur. Diese Kennzahl gibt an, wie vorteilhaft das Unternehmen insgesamt mit dem eingesetzten Kapital gearbeitet hat und lässt somit einen Vergleich mit der Leistungskraft anderer Unternehmen derselben oder anderer Branchen zu. GuV-Pos. gem. § 275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 20. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 4000 17000 3000 13. + Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6600 6000 5500 = Gesamtgewinn+Fremdkapitalzinsen 10600 23000 8500 Ermittlung der Summe aus Gesamtgewinn und Fremdkapitalzinsen Ermittlung des Gesamtkapitals 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Bilanzsumme 320000 387000 419000 [–] ./. ausstehende Einlagen auf das Grundkapital (§272 Abs.1 S.2 u. 3 HGB)13 – – – = Gesamtkapital 320000 387000 419000 732 Anhang Es werden jeweils die Endbestände für die Ermittlung des Gesamtkapitals zugrunde gelegt. Die Verwendung von Durchschnittsgrößen [1/2 ⋅ (AB + EB)] ist jeweils im Einzelfall zu prüfen. In dieser Kennzahl ist die Rentabilität des Eigenkapitals und die des Fremdkapitals untrennbar vermengt. Die über die gezahlten Zinsen hinaus erwirtschafteten Erfolge des Fremdkapitals wirken sich in der Eigenkapitalrentabilität aus (leverage-effect). Um unterschiedliche Steuerwirkungen auszuschalten, empfiehlt es sich, die Gesamtkapitalrentabilität vor und nach Steuern zu ermitteln. 14 Aus Vereinfachungsgründen wurde der Anteil der Steuerschuld, die bei der späteren Auflösung des Sonderpostens mit Rücklageanteil entsteht, mit 50% unterstellt. Anmerkungen 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Eigenkapitalrentabilität 6,3% 23,9% 4,2% Jahresüberschuss/fehlbetrag 4000 17000 3000⋅ 100 Eigenkapital 63000 71000 71000 Kennzahl Die Eigenkapitalrentabilität dient der Beurteilung der Ertragskraft, also der Fähigkeit eines Unternehmens, Gewinne zu erzielen, bezogen auf das (bilanzielle) Eigenkapital. Aussagewert GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Gesamtgewinn entspricht der GuV-Position20 (GKV) bzw. 19 (UKV). 4000 17000 3000 Ermittlung des Gesamtgewinns Ermittlung des Eigenkapitals 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Gezeichnetes Kapital (Passiva A.I.) 30000 30000 30000 ./. ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital (§272 (1) S.2 und 3 HGB) + Kapitalrücklage (Passiva A.II.) 16000 16000 16000 + Gewinnrücklagen (Passiva A.III.) 17000 25000 25000 + Rücklageanteil (=50%)14 aus dem Sonderposten mit Rücklageanteil (§273 HGB) – – – A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 733 ./. Bilanzverlust – – – ./. eigene Anteile (Aktiva B.III.2) – – – = Eigenkapital 63000 71000 71000 Anmerkungen Es werden jeweils die Endbestände der Periode für die Ermittlung des Eigenkapitals zugrunde gelegt. Sollten erhebliche Abweichungen zwischen Anfangsbestand und Endbestand zu verzeichnen sein, kann sich die Ermittlung eines Durchschnittsbestandes [1/2 ⋅ (AB + EB)] empfehlen. Ein Bilanzverlust ist in jedem Fall bei der Eigenkapitalermittlung abzuziehen. Der Bilanzgewinn wird, soweit es sich um Kapitalgesellschaften handelt, bei denen er zur Dividendenzahlung vorgesehen ist, nicht zum Eigenkapital gezählt. Bei erheblichen a. o. Erfolgskomponenten kann es zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der erzielten Rentabilität zweckmäßig sein, nur den ordentlichen Erfolg zu berücksichtigen. Um unterschiedliche Steuerwirkungen zu verdeutlichen, sollte die Eigenkapitalrentabilität vor und nach Steuern ermittelt werden. 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Return on Investment 1,6% 4,9% –1,1% Betriebsergebnis (nach Kostensteuern) 4900 18100 –4200– ⋅ 100 Gesamtkapital (betriebsbedingt) 304000 367000 394000 Kennzahl Beurteilung des aus der betrieblichen Tätigkeit erwirtschafteten, nachhaltigen Periodenerfolgs im Verhältnis zu dem dafür eingesetzten Gesamtkapital. Aussagewert Ermittlung des Betriebsergebnisses 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Betriebsergebnis siehe Kennzahl ordentliches Betriebsergebnis, S.841 f. 4900 18100 –4200– Ermittlung des betriebsbedingten Gesamtkapitals 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Gesamtkapital (= Gesamtvermögen) (siehe Kennzahl Gesamtkapitalrentabilität, S.849 f.) 320000 387000 419000 ./. Finanzanlagen (Aktiva A.III.) 16000 20000 25000 ./. sonstige Vermögensgegenstände (Aktiva B.II.4) – – – ./. Wertpapiere (Aktiva B.III.) – – – = betriebsbedingtes Gesamtkapital (Vermögen) 304000 367000 394000 734 Anhang Im Rahmen der externen Analyse ist es schwierig, das betriebsnotwendige Vermögen festzustellen, da nur unzureichende Informationen über die betriebliche Nutzung vorliegen. Für das obige Ermittlungsschema gilt das Kriterium der überwiegenden Zugehörigkeit, das bei Verfügbarkeit genauer Angaben im Einzelfall zu modifizieren ist. Diese Kennzahl ist nach geltendem Recht im Rahmen der externen Analyse nur berechenbar, wenn die Umsätze gesondert ausgewiesen werden, was nur für große Kapitalgesellschaften vorgeschrieben ist (§276 HGB). Dies gilt auch für die Berechnung der Umsatzrentabilität, der Erzeugnisumschlagszeit und der Forderungsumschlagszeit. Ggf. lässt sich die Kennzahl Return on Investment nicht nur mit dem Betriebsergebnis nach Kostensteuern, sondern auch mit dem vor Kostensteuern errechnen. Anmerkungen 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Return on Investment 2,1% 5,5% –0,0% Betriebsergebnis (vor Kostensteuern) 6400 20000 –2000–⋅ 100 Gesamtkapital (betriebsbedingt) 304000 367000 394000 Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Umsatzrentabilität 1,7% 5,1% –1,0% Betriebsergebnis 4900 18100 4200⋅ 100 Umsatz 290000 354000 405000 Aussagewert Die Umsatzrendite gibt an, wie viel ordentlicher betriebsbedingter Gewinn je Einheit Umsatz erzielt wird. Ermittlung des Betriebsergebnisses 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Betriebsergebnis (siehe Kennzahl ordentliches Betriebsergebnis, S.729 f.) 4900 18100 –4200– Ermittlung des Umsatzes GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 735 Für die interne Analyse empfiehlt sich eine imparitätische Behandlung der Zinsaufwendungen und Zinserträge. Es ist davon auszugehen, dass die Aufnahme von Fremdkapital hauptsächlich der Finanzierung betriebsbedingter Tätigkeiten, d.h. zur Durchführung des eigentlichen Leistungserstellungsprozesses dient. Dementsprechend sind die daraus folgenden Zinsaufwendungen dem Betriebsergebnis zuzurechnen. Die Zinserträge dagegen resultieren in der Hauptsache aus der Anlage liquider Mittel zur Erzielung zusätzlicher Erträge, die nicht mit der eigentlichen Betriebstätigkeit zusammenhängen. Somit sind die Zinserträge nicht im Rahmen des Betriebsergebnisses zu berücksichtigen, sondern gehen in das Finanzergebnis ein. Anmerkungen Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Kapitalumschlagshäufigkeit 0,95 0,96 1,03 Umsatz 290000 354000 405000 Gesamtkapital (betriebsbedingt) 304000 367000 394000 Diese Kennzahl lässt erkennen, wie oft das betriebsbedingte Kapital bzw. Vermögen durch den Umsatz umgeschlagen worden ist. Die Kapitalumschlagshäufigkeit ist ein Ausdruck dafür, wie intensiv die Vermögensgegenstände genutzt werden. Aussagewert Ermittlung des Umsatzes GuV-Pos. gem. § 275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 31.12.01 31.12.02 31.12.03 betriebsbedingtes Kapital siehe Kennzahl Return on Investment, S.733 f. 304000 367000 394000 Ermittlung des betriebsbedingten Gesamtkapitals Anmerkungen Im Rahmen der externen Analyse ist es schwierig, das betriebsnotwendige Vermögen festzustellen, da nur unzureichende Informationen über die betriebliche Nutzung vorliegen. Für das obige Ermittlungsschema gilt das Kriterium der überwiegenden Zugehörigkeit, das bei Verfügbarkeit genauer Angaben 736 Anhang im Einzelfall zu modifizieren ist. Diese Kennzahl ist nach geltendem Recht im Rahmen der externen Analyse nur berechenbar, wenn die Umsätze gesondert ausgewiesen werden, was nur für große Kapitalgesellschaften vorgeschrieben ist (§276 HGB). Dies gilt auch für die Berechnung der Umsatzrentabilität, der Erzeugnisumschlagszeit und der Forderungsumschlagszeit. Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Erzeugnisumschlagszeit 20 Tage 15 Tage 22 Tage Erzeugnisbestand 16000 15000 25000⋅ T ⋅ 360 ⋅ 360 ⋅ 360 Umsatz 290000 354000 405000 Aussagewert Die Erzeugnisumschlagszeit gibt die Zahl der Tage an, die benötigt werden, um das Erzeugnislager einmal umzuschlagen. Man kann hieraus etwaige Rentabilitätsbelastungen aus zu hohen Erzeugnisbeständen, die Kapital binden und Zinsen kosten, erkennen. Ggf. ist mit exakt 365 Tagen pro Jahr zu rechnen, wenn das DV-System dies erfordert. Ermittlung des Erzeugnisbestandes 31.12.01 31.12.02 31.12.03 fertige Erzeugnisse und Waren (Aktiva B.I.3) 16000 15000 25000 Ermittlung des Umsatzes GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 Anmerkungen Wenn erhebliche Bestände an unfertigen Erzeugnissen kurz vor der Fertigstellung gelagert werden, ist im Einzelfall zu überprüfen, ob diese Bestände in den Erzeugnisbestand einzubeziehen sind oder eine eigene Kennzahl zu bilden ist. Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Materialumschlagszeit 38 Tage 44 Tage 43 Tage Materialbestand 15000 20000 25000⋅ T ⋅ 360 ⋅ 360 ⋅ 360 Materialeinsatz 143000 165000 210000 A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 737 Die Materialumschlagszeit ist ein Indikator für die Güte der betrieblichen Materialwirtschaft. Anhand der Materiallagerreichweite lässt sich erkennen, ob sich das Lager entsprechend den Verbrauchsgegebenheiten entwickelt oder nicht. Mit dieser Kennzahl lassen sich etwaige Rentabilitätsbelastungen durch zu hohe Materialbestände, die Zins- und Lagerkosten verursachen, erkennen. 15 Obwohl die Gesetzesformulierung offen lässt, ob es sich um den Materialaufwand der Periode oder des Umsatzes handelt, ist nach h.M. in Analogie zum Gesamtkostenverfahren der Periodenaufwand gemeint. Aussagewert 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (Aktiva B.I.1) 15000 20000 25000 Ermittlung des Materialbestandes Ermittlung des Materialeinsatzes GuV-Pos. gem. § 275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 5.a) Aufwendungen für RHB-Stoffe und für bezogene Waren 143000 165000 210000 Anmerkungen Bei Anwendung des Umsatzkostenverfahrens kann der Materialverbrauch näherungsweise dem Anhang entnommen werden. Im Anhang sind gem. §285 Nr.8 Buchstabea HGB die Materialaufwendungen gesondert anzugeben.15 Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Forderungsumschlagszeit 81 Tage 71 Tage 60 Tage Forderungsbestand 65000 70000 68000⋅ T ⋅ 360 ⋅ 360 ⋅ 360 Umsatz 290000 354000 405000 Diese Kennzahl gibt das durchschnittliche Zahlungsziel an, das den Kunden gewährt wird. Es ist unter Kosten-, Risikound Absatzgesichtspunkten zu würdigen. Aussagewert 738 Anhang 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Aktiva B.II.1) 65000 70000 68000 + Forderungen gegen verbundene Unternehmen (Aktiva B.II.2) – – – + Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Aktiva B.II.3) – – – = Forderungsbestand 65000 70000 68000 Ermittlung des Forderungsbestandes Ermittlung des Umsatzes GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 Anmerkungen Bei interner Analyse sollen von den Forderungen an verbundene Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, nur die Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen berücksichtigt werden. Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Liquide Mittel 32000 50000 44500 Anfangsbestand an liquiden Mitteln + Gesamteinzahlungen ./. Gesamtauszahlungen Ausweis der Mittel, die in Geld oder geldnaher Form vorhanden und damit als sofort greifbarer Bestand zur Sicherung der Liquidität verfügbar sind. Aussagewert Ermittlung der liquiden Mittel 31.12.01 31.12.02 31.12.03 sonstige Wertpapiere (Aktiva B.III.3.) – – – + Schecks, Kassenbestand, Bundesbank- und Postgiroguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten (Aktiva B.IV.) 32000 50000 44500 = liquide Mittel 32000 50000 44500 A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 739 Die Gesamteinnahmen und -ausgaben sind im Rahmen interner Analysen als Plangröße der jeweils folgenden Periode der Finanzplanung zu entnehmen. Anmerkungen Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Cash Flow (überschlägig) – 43000 28000 Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag – 17000 3000 + Abschreibungen – 16000 16000 +/./. Veränderungen der Rückstellungen – +10000+ +9 000+ Aussagewert Der Cash Flow im Sinne der betrieblichen Nettoeinnahmen verdeutlicht, in welchem Umfang in der betrachteten Periode durch die laufende Betriebstätigkeit Einnahmenüberschüsse erwirtschaftet worden sind. Die Zahl gibt an, in welchem Umfang das Unternehmen aus eigener Kraft, das heißt, ohne auf Dritte angewiesen zu sein, durch seine betriebliche Umsatztätigkeit finanzielle Mittel erwirtschaften kann bzw. bei rückschauender Betrachtung erwirtschaften konnte. Der Cash Flow verkörpert Finanzmittel, die für Investitionen, Schuldentilgungen, Dividendenzahlungen und Aufstockung der Liquiditätsbestände benutzt werden können; er ist ein Indikator für die Schuldentilgungskraft des Unternehmens und insoweit eine zentrale Größe für die Liquiditätsplanung und Liquiditätsbeurteilung. Überschlägige Ermittlung des Cash Flow 31.12.01 31.12.02 31.12.03 GuV- Pos.20 Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag – 17000 3000 GuV- + Abschreibungen auf immaterielle Ver- Pos.7.a) mögensgegenstände des Anlagevermögens sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs – 15000 15000 GuV- + Abschreibungen auf Vermögensgegenstände Pos.7.b) des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten – – – GuV- + Abschreibungen auf Finanzanlagen und Pos.12. auf Wertpapiere des Umlaufvermögens – 1000 1000 Bil.-Pos. Passiva B. +/./. Veränderungen der Rückstellungen – +10000+ +9000 = Cash Flow (überschlägige Ermittlung) – 43000 28000 740 Anhang Zusätzlich ist eine gesonderte Erfassung der Aufwendungen und Erträge aus der Zuführung bzw. der Auflösung des Sonderpostens mit Rücklageanteil zweckmäßig. 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Cash Flow (genau) – 47500 36500 Zahlungsbegleiteter Ertrag – 376000 430000 ./. Zahlungsbegleiteter Aufwand – 348500 415500 +/./. Bestandskorrekturen – +20000+ +22 000+ Genaue Ermittlung des Cash Flow (nach GKV) GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Zahlungsbegleiteter Ertrag: 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 [4.a)] + sonstige ordentliche betriebliche Erträge 13000 15000 11500 [4.b)] + periodenfremde Erträge (§277 (4) S.3 HGB) 1000 1800 8000 9. + Erträge aus Beteiligungen 2000 3000 3200 [–] + auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinn-Abführungsvertrages erhaltene Gewinne – – – 10. + Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens – – – 11. + sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2000 2200 2300 15. + Außerordentliche Erträge – – – GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (2) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Zahlungsbegleiteter Aufwand: 5. ./. Materialaufwand 143000 165000 210000 6. ./. Personalaufwand 109000 129000 156000 [8.a)] ./. sonstige ordentliche betriebliche Aufwendungen 37000 40000 37000 13. ./. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6600 6000 5500 [–] ./. Aufwendungen aus Verlustübernahme – – – 18. ./. Steuern vom Einkommen und Ertrag 5100 6600 4800 19. ./. sonstige Steuern 1500 1900 2200 = Cash Flow vor Bestandsveränderungen 5800 27500 14500 A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 741 Zu bzw. von (vorläufigem) Cash Flow 31.12.01 31.12.02 31.12.03 RHB-Stoffe (B.I.1.) Zunahme (+) subtrahieren – –5000– –5000– Abnahme (–) addieren geleistete Anzahlungen + sub. – –15000– –5000– – add. Forderungen aus Lieferungen und + sub. – –5000– +2000 Leistungen (B.II.1.) – add. Forderungen gegen verbundene + sub. – – – Unternehmen aus Lieferungen – add. und Leistungen (aus B.II.2.) Forderungen gegen Unternehmen, + sub. – – – mit denen ein Beteiligungsverhältnis – add. besteht aus Lieferungen und Leistungen (aus B.II.3.) Rückstellungen für Pensionen und + add. – +5000+ +3000 ähnliche Verpflichtungen (B.1.) – sub. Steuerrückstellungen (B.2.) + add. – – +1000 – sub. Rückstellungen für latente Steuern + add. – – – – sub. sonstige Rückstellungen (B.3.) + add. – +5000+ +5000 – sub. erhaltene Anzahlungen auf + add. – +15000+ +5000 Bestellungen (C.3.) – sub. Verbindlichkeiten aus Lieferungen + add. – +13000+ +13000 und Leistungen (C.4.) – sub. Verbindlichkeiten gegenüber ver- + add. – – – bundenen Unternehmen aus Liefe- – sub. rungen und Leistungen (aus C.6.) Verbindlichkeiten gegenüber Unter- + add. – – – nehmen, mit denen ein Beteiligungs- – sub. verhältnis besteht aus Lieferungen und Leistungen (aus C.7.) sonstige Verbindlichkeiten (C.8.) + add. – +7000+ +3000 – sub. = Cash Flow (betriebliche Nettoeinnahmen) – 47500 36500 Korrektur des (vorläufigen) Cash Flow um solche Bestände, die die betrieblichen Nettoeinnahmen aus Umsatztätigkeit beeinflussen: 742 Anhang GuV-Pos. gem. §275 Bezeichnung der Position (3) HGB 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Zahlungsbegleiteter Ertrag: 1. Umsatzerlöse 290000 354000 405000 [6.a)] + sonstige ordentliche betriebliche Erträge 13000 15000 11500 [6.b)] + soweit periodenfremd (§277 (4) S.3 HGB) 1000 1800 8000 8. + Erträge aus Beteiligungen 2000 3000 3200 [–] + auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrages erhaltene Gewinne – – – 9. + Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens – – – 10. + sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2000 2200 2300 14. + außerordentliche Erträge – – – Zahlungsbegleiteter Aufwand: [aus 2.] ./. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen ohne Abschreibungen16 217611 257087 315593 4. ./. Vertriebskosten ohne Abschreibungen17 30800 36050 43550 5. ./. Allgemeine Verwaltungskosten ohne Abschreibungen18 19900 23150 27950 [7.a)] ./. sonstige ordentliche betriebliche Aufwendungen 11100 12000 11100 12. ./. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6600 6000 5500 [–] ./. Aufwendungen aus Verlustübernahme – – – 17. ./. Steuern vom Einkommen und Ertrag 5100 6600 4800 18. ./. sonstige Steuern 1500 1900 2200 = Cash Flow vor Korrektur der Bestandsveränderungen 15389 33213 19307 16 Unabhängig von einer Bestandsveränderung ergibt sich entsprechend unternehmensinterner Zusatzinformationen, dass die Materialaufwendungen der Periode zu 90% aus dem Produktionsbereich resultieren (128 700€; 148 500€; 189 000€); für Personalaufwendungen ergibt sich dieser Kostenursprung zu 70% (76300€; 90300€; 109 200€) und für Abschreibungen zu 80 % (8 800€; 12 000€; 12 000€). Sonstige betriebliche Aufwendungen werden verglichen mit den Werten des GKV mit 60% (22200€; 24000€; 22220€) in die Herstellungskosten einbezogen, wobei diese Position als zahlungswirksamer, nicht von einer Bestandsveränderung abhängiger, Periodenaufwand zu sehen ist. Unter der Prämisse der Zahlungswirksamkeit von Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden die zahlungsbegleiteten Herstellungskosten des Umsatzes a) durch Abzug der Herstellungskosten der Bestandsveränderung und b) durch Abzug der Abschreibungen (ohne den Anteil, der in den Bestandsveränderungen enthalten ist, d. h. ohne: Abschreibungen/[Abschreibungen + Materialaufwand + Personalaufwand] ⋅ Bestandsveränderung lt. GKV) ermittelt. 17 Ausgehend von den Aufwendungen der Periode setzen sich die Vertriebskosten aus 5 % des Materialaufwands (7150€; 8250€; 10 500€), 20 % des Personalaufwands (21 800€; 25 800€; 31200€), 5% der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (1850€; 2000€; 1850€) und aus 5% des Abschreibungsaufwands (550€; 750€; 750€) zusammen. Bestandsveränderungen seien für die Vertriebskosten ohne Bedeutung. Genaue Ermittlung des Cash Flow (nach UKV) A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 743 Korrektur des (vorläufigen) Cash Flow um solche Bestände, die die betrieblichen Nettoeinnahmen aus Umsatztätigkeit beeinflussen: 18 Die Verwaltungskosten setzen sich analog aus 5 % des Materialaufwands (7 150€; 8250€; 10500€), 10% des Personalaufwands (10 900€; 12 900€; 15600€), 5 % der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (1 850€; 2 000€; 1 850€) und aus 15 % des Abschreibungsaufwands der Periode (1 650€; 2 250€; 2250€) zusammen. Bestandsveränderungen seien auch hier irrelevant, weil Vertriebs- und Verwaltungskosten ebenso wie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen als Periodenkosten definiert werden. 19 Materialkosten/[Abschreibungen + Materialaufwand + Personalaufwand] ⋅ Bestandsver- änderung lt. GKV. 20 Personalkosten/[Abschreibungen + Materialaufwand + Personalaufwand] ⋅ Bestandsver- änderung lt. GKV. Zu bzw. von (vorläufigem) Cash Flow 31.12.01 31.12.02 31.12.03 RHB-Stoffe (B. I. 1.) Zunahme(+) subtrahieren – –5000– –5000– Abnahme (–) addieren Materialkosten der Bestandsveränderung19 + sub./- add. – –3553– –3047– Personalkosten der Bestandsveränderung20 + sub./- add. – –2160– –1760– geleistete Anzahlungen + sub. – –15000– –5000– – add. Forderungen aus Lieferungen und + sub. – 5000– +2000 Leistungen (B.II.1.) – add. Forderungen gegen verbundene + sub. – – – Unternehmen aus Lieferungen – add. und Leistungen (aus B.II.2.) Forderungen gegen Unternehmen, + sub. – – – mit denen ein Beteiligungsver- – add. hältnis besteht aus Lieferungen und Leistungen (aus B.II.3.) Rückstellungen für Pensionen und + add. – +5000+ +3000 ähnliche Verpflichtungen (B.1.) – sub. Steuerrückstellungen (B.2.) + add. – – +1000 – sub. Rückstellungen für latente Steuern + add. – – – – sub. sonstige Rückstellungen (B.3.) + add. – +5000+ +5000 – sub. erhaltene Anzahlungen auf Be- + add. – +15000+ +5000 stellungen (C.3.) – sub. Verbindlichkeiten aus Lieferun- + add. – +13000+ +13000+ gen und Leistungen (C.4.) – sub. Verbindlichkeiten gegenüber verbun- + add. – – – denen Unternehmen aus – sub. Lieferungen und Leistungen (aus C.6.) Verbindlichkeiten gegenüber Unter- + add. – – – nehmen, mit denen ein Beteiligungs- – sub. verhältnis besteht aus Lieferungen und Leistungen (aus C.7.) sonstige Verbindlichkeiten (C.8.) + add. – +7000+ +3000+ – sub. = Cash Flow (betriebliche Nettoeinnahmen) – 47500 36500 744 Anhang Die genaue Ermittlung des Cash Flow ist mit erheblicher Rechenarbeit verbunden. Für verschiedene Analysezwecke kann es ausreichen, den Cash Flow überschlägig zu ermitteln. Im Rahmen interner Analysen sollte der Cash Flow (Umsatzüberschuss bzw. lfd. Zahlungsüberschuss nach Zins- und Steuerzahlungen) anhand der Finanzrechnung bzw. Finanzplanung, soweit im Unternehmen vorhanden, ermittelt werden. Anmerkungen Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Dynamischer Verschuldungsgrad – 6,6 9,5 Gesamte Verbindlichkeiten – 315000 347000 Cash Flow – 47500 36500 Aussagewert Der dynamische Verschuldungsgrad gibt an, wie oft der Cash Flow des entsprechenden Jahres eingesetzt werden muss, um das Fremdkapital zurückzahlen zu können. Ermittlung der gesamten Verbindlichkeiten 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Aus Passiva: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Pos. B.1.) 20000 25000 28000 + Steuerrückstellungen (Pos. B.2.) 1000 1000 2000 + Rückstellungen für latente Steuern – – – + sonstige Rückstellungen (Pos. B.3.) 29000 34000 39000 + Anleihen (Pos. C.1.) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Pos. C.2.) 75000 84000 92000 + erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (Pos. C.3.) 75000 90000 95000 + Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Pos. C.4.) 32000 45000 58000 + Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und aus der Ausstellung eigener Wechsel (Pos. C.5.) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Pos. C.6.) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Pos. C.7.) – – – + sonstige Verbindlichkeiten (Pos. C.8.) 20000 27000 30000 + Steueranteil (ca. 50 %) der Sonderposten mit Rücklageanteil – – – + Bilanzgewinn (vorgesehene Dividendenzahlung) 3000 9000 3000 = gesamte Verbindlichkeiten 255000 315000 347000 A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 745 Siehe Kennzahl Cash Flow (genau) S.740 Ermittlung des Cash Flow Der Betrag nicht bilanzierter Pensionsrückstellungen (Art. 28 EGHGB) ist zusätzlich zu berücksichtigen. Bei interner Analyse wird man zur Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrades von einer zahlungsstromorientierten Berechnung des Cash Flow (lfd. Zahlungsüberschuss nach Zins- und Steuerzahlungen) ausgehen. Außerdem kann es sinnvoll sein, nicht von den gesamten Verbindlichkeiten, sondern vermindert um die liquiden Mittel nur von den Netto-Verbindlichkeiten auszugehen. Anmerkungen Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Working Capital 61000 57500 52500 Umlaufvermögen 246000 293500 311500 ./. Kurzfristige Verbindlichkeiten 185000 236000 259000 Aussagewert Das Working Capital dient zur Beurteilung des Überschusses des Umlaufvermögens über die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Das Working Capital stellt also einen Überschuss an geldnahem Vermögen dar, das etwa zur Deckung eines ungeplanten Liquiditätsbedarfes verwendet werden kann. Ermittlung des Umlaufvermögens 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Aus Aktiva: Vorräte (Pos. B.I.) 150000 175000 200000 + Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (aus Pos. B.II.; ohne Forderungen mit einer Restlaufzeit>1Jahr) 64000 68500 67000 + Wertpapiere (Pos. B.III.) – – – + Schecks, Kassenbestand, Bundesbank- und Postgiroguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten (Pos. B.IV.) 32000 50000 44500 = Umlaufvermögen 246000 293500 311500 746 Anhang 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Aus Passiva B. und C.Beträge mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: Anleihen (aus Pos. C.1.; Restlaufzeit bis zu einem Jahr) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (aus Pos. C.2.; Restlaufzeit bis zu einem Jahr) 34000 40000 44000 + erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (aus Pos. C.3.; Restlaufzeit bis zu einem Jahr) 70000 84000 89000 + Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (aus Pos. C.4.; Restlaufzeit bis zu einem Jahr) 30000 43000 55000 + Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel (aus Pos. C.5.; Restlaufzeit bis zu einem Jahr) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (aus Pos. C.6.; Restlaufzeit bis zu einem Jahr) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (aus Pos. C.7.; Restlaufzeit bis zu einem Jahr) – – – + sonstige Verbindlichkeiten (aus Pos. C.8.; Restlaufzeit bis zu einem Jahr) 18000 25000 27000 + Bilanzgewinn (vorgesehene Dividendenzahlung) 3000 9000 3000 + Steuerrückstellungen (Pos. B.2.) 1000 1000 2000 + Rückstellungen für latente Steuern – – – + sonstige Rückstellungen (Pos. B.3.) 29000 34000 39000 = kurzfristige Verbindlichkeiten 185000 236000 259000 Ermittlung der kurzfristigen Verbindlichkeiten Nach geltendem Recht ist gegenüber dem vormals geltendem Recht eine genauere Erfassung der kurzfristigen Verbindlichkeiten möglich, da der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr bei jedem gesondert ausgewiesenen Posten zu vermerken ist (§ 268 (5) HGB). Bei interner Analyse empfiehlt sich zusätzlich ein Vergleich der kurzfristig erwarteten umsatzbezogenen Einzahlungen mit den entsprechenden Auszahlungen unter Berücksichtigung der Liquiditätsreserven in der Zeitreihe. Anmerkungen 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Liquiditätskoeffizient 17,3% 21,19% 17,18% Liquide Mittel 32000 50000 44500⋅ 100 Kurzfristige Verbindlichkeiten 185000 236000 259000 Kennzahl A. RL-Jahresabschlusskennzahlen-Ermittlungsschemata 747 Gegenüberstellung der kurzfristigen Verbindlichkeiten, d.h. der aus der Bilanz ersichtlichen kurzfristigen Auszahlungsverpflichtungen mit den Beständen an liquiden Mitteln, die zu ihrer Deckung verwendet werden können. Aussagewert Ermittlung der liquiden Mittel siehe Kennzahl Liquide Mittel, S.738 f. Ermittlung der kurzfristigen Verbindlichkeiten siehe Kennzahl Working Capital, S.745 f. Anmerkungen keine Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Anlagendeckung 159,7% 153,3% 140,0% Eigenkapital + Langfristiges Fremdkapital 115000 138000 147000⋅ 100 Anlagevermögen 72000 90000 105000 Diese Kennzahl setzt das langfristige Kapital zum Anlagevermögen, dem Vermögen, das „dauernd dem Betriebszweck zu dienen bestimmt“ ist, in Beziehung. Sie verdeutlicht, in welchem Umfang das Anlagevermögen durch langfristiges Kapital finanziert ist. Sie zeigt damit, ob das Prinzip fristenkongruenter Finanzierung eingehalten ist. Aussagewert Ermittlung des langfristigen Kapitals 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Gezeichnetes Kapital (Passiva A.I.) 30000 30000 30000 + Kapitalrücklage (Passiva A.II.) 16000 16000 16000 + Gewinnrücklagen (Passiva A.III.) 17000 25000 25000 + Rücklageanteil (≈ 50%) aus dem Sonderposten mit Rücklageanteil (§ 273 HGB) – – – ./. ausstehende Einlagen auf das Grundkapital (§272 S.2 u. 3. HGB) – – – ./. Bilanzverlust (§268 (1) HGB) – – – = Eigenkapital 63000 71000 71000 748 Anhang + Anleihen (aus Passiva C.1.; Restlaufzeit größer 5 Jahre) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (aus Passiva C.2.; Restlaufzeit größer 5 Jahre) 30000 40000 45000 + erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (aus Passiva C.3.; Restlaufzeit größer 5 Jahre) – – – + Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (aus Passiva C.4.; Restlaufzeit größer 5 Jahre) – – – + Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel (aus Passiva C.5.; Restlaufzeit größer 5 Jahre) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (aus Passiva C.6.; Restlaufzeit größer 5 Jahre) – – – + Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (aus Passiva C.7.; Restlaufzeit größer 5 Jahre) – – – + sonstige Verbindlichkeiten (aus Passiva C.8.; Restlaufzeit größer 5 Jahre) 2000 2000 3000 + Steueranteil (≈ 50%) der Sonderposten mit Rücklageanteil – – – + Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Passiva B.1.) 20000 25000 28000 = langfristiges Kapital 115000 138000 147000 Ermittlung des Anlagevermögens 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Anlagevermögen (Aktiva A.) 72000 90000 105000 Anmerkungen Bei interner Analyse empfiehlt sich zusätzlich ein Vergleich der langfristig erwarteten umsatzbezogenen Einzahlungen (Finanzmittelherkunft) mit den entsprechenden Auszahlungen (Finanzmittelveränderung). Kennzahl 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Verschuldungsgrad 80,3% 81,7% 83,1% Fremdkapital 257000 316000 348000⋅ 100 Gesamtkapital 320000 387000 419000 Aussagewert Der Verschuldungsgrad gibt den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital an. Er gilt als Indikator für das Finanzierungsrisiko. B. Ratingkriterien und Rating-Check 749 1 Der Rating Coach ist im Internet unter www.cic-online.de abrufbar. Vgl. hierzu auch Scheer, Reichmann, Diederichs: Risikoanalyse, S.289–293. 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Bilanzsumme 320000 387000 419000 ./. Eigenkapital (siehe Kennzahl Eigenkapitalrentabilität S.850 ff.) 63000 71000 71000 = Fremdkapital 257000 316000 348000 Ermittlung des Fremdkapitals 31.12.01 31.12.02 31.12.03 Gesamtkapital (siehe Kennzahl Gesamtkapitalrentabilität S849 f.) 320000 387000 419000 Ermittlung des Gesamtkapitals Anmerkungen keine B. Ratingkriterien und Rating-Check Die Erhebung von Informationen über Ausprägungen wesentlicher qualitativer Kriterien im Rahmen eines Ratings durch Banken oder Ratingagenturen erfolgt im Allgemeinen in Form von Fragenkatalogen, wobei die einzelnen Fragestellungen bzw. Antworten zur Bewertung und abschließenden Notenbildung gewichtet in ein Scoring-Modell einfließen. Die dabei verwendeten Gewichtungen können dabei sowohl abhängig von der Branche als auch von der Unternehmensgröße definiert sein und variieren im Vergleich zwischen den Banken und Ratingagenturen ebenso wie die konkreten Analysebereiche und Fragestellungen. Wesentliches Ziel der qualitativen Beurteilung ist es, die für die zukünftige Entwicklung wesentlichen Erfolgstreiber bzw. Risiken abzugreifen, die nicht bereits durch die stärker vergangenheitsbezogenen quantitativen Kennzahlen abgedeckt sind, und diese möglichst objektiv zu bewerten. Die im Folgenden dargestellten Fragestellungen sind entnommen aus dem neuen Rating Coach, einem aktuellen Rating-Tool, das kleinen und mittelständischen Unternehmen mit einem allgemeinen objektiven Rating eine qualifizierte Hilfestellung bei der Ratingvorbereitung leisten kann.1 Der Rating Coach besteht aus vier verschiedenen Modulen mit verschiedenen Fragen zu den Themengebieten. Die vorgegebenen Antwortalternativen werden auf einer Skala von 1–5 (sehr gut – mangelhaft) bewertet und fließen im Rahmen eines erweiterten Scoringmodells mit branchen- bzw. größenabhängigen Gewichtungen in die Bewertung der vier 750 Anhang Einzel-Ratings ein, die wiederum gewichtet zum Gesamtergebnis zusammengefasst werden. 1. Vermögen, Kapital, Erfolg, Liquidität Das Modul „Vermögen, Kapital, Erfolg, Liquidität“ umfasst überwiegend quantitative Fragestellungen zu relevanten Kennzahlen, diese werden jedoch auch um qualitative Fragestellungen ergänzt werden, um die zukünftige Entwicklung der Kennzahlen abschätzen zu können. Einschätzungen über das Forderungsmanagement oder die bisherige Kreditliniennutzung können bspw. Aufschluss über das genutzte bzw. ungenutzte Potenzial zur Stabilisierung oder Verbesserung der Kennzahlenausprägungen geben.2 Da die Bewertung der Kennzahlenausprägungen vorhandene Brancheneigenheiten berücksichtigen muss, wird in Folge bei den quantitativen Kriterien von der Branche „verarbeitendes Gewerbe“ ausgegangen. 2 Vgl. z.B. Frage 3 bzw. Frage 16. Vermögen, Kapital, Erfolg, Liquidität > 60% > 35% > 20% > 10% < 10% 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Ratingskala 1. Eigenkapitalquote: Zu welchem Anteil ist das Unternehmen durch Eigenkapital finanziert? 2. Anlagendeckung: Sind die Vermögensgegenstände über angemessene Fristen finanziert? Der Wert des Anlagevermögens ist deutlich geringer als das Eigenkapital und langfristige Fremdkapital. Das Anlagevermögen wird durch das Eigenkapital und langfristige Fremdkapital getragen. Das Anlagevermögen ist die größte Position in der Bilanz und wird durch das Eigenkapital und langfristige Fremdkapital getragen. Das Anlagevermögen übersteigt das Eigenkapital und langfristige Fremdkapital. Das Anlagevermögen wird durch das Eigenkapital und langfristige Fremdkapital und z.T. durch das kurzfrisitige Fremdkapital getragen. 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ B. Ratingkriterien und Rating-Check 751 Zahlungszeitpunkte werden innerhalb von Verträgen eindeutig definiert. Bei Zahlungsverzug von säumigen Kunden erfolgt immer eine rechtzeitige Mahnung. Das Mahnverfahren ist gut organisiert und standardisiert. Zahlungszeitpunkte werden innerhalb von Verträgen definiert. Bei Zahlungsverzug von säumigen Kunden erfolgt in der Regel eine Mahnung. Das Mahnverfahren funktioniert mit Ausnahmen gut. Zahlungszeitpunkte werden innerhalb von Verträgen definiert. Bei Zahlungsverzug von Kunden erfolgt in den meisten Fällen eine Mahnung. Das Mahnverfahren wird manchmal etwas träge gehandhabt und birgt noch Potential. Das Mahnverfahren ist theoretisch strukturiert. In der Praxis wird dieses oft vernachlässigt, so dass Ausfälle und Zeitverzögerungen auftreten. Das Mahnverfahren ist unstrukturiert. Ausfälle und Zeitverzögerungen kommen oft vor. 3. Forderungsreichweite: Wie ist das Forderungsmanagement organisiert? 4. Wie war ihre Gewinnsituation in den letzten fünf Jahren? In allen Jahren konnten Gewinne erzielt werden. Zum größten Teil konnten Gewinne erzielt werden. Im Schnitt wurde eine schwarze Null erwirtschaftet. Es wurden größtenteils Verluste realisiert. In allen Jahren wurden negative Ergebnisse erwirtschaftet. 5. Wie schätzen sie ihre Gesamtkapitalrendite ein? > 15% < 15% < 10% < 5% < 0% 6. Return on Investment: Wie hoch ist die Relation Ihres Betriebsergebnisses zum betriebsbedingten Kapital? > 15% < 15% < 10% < 5% < 0% 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 752 Anhang < 1/2 Periode > 1/2 Periode > 1 Periode > 2 Periode Nicht bekannt 7. Umsatzrentabilität: Wieviel betriebsbedingter Gewinn wird je Umsatzeinheit erzielt? > 15% > 10% > 3% < 3% Nicht bekannt 8. Kapitalumschlaghäufigkeit: Wie oft wird das betriebsbedingte Kapital während der Geschäftsperiode durch den Umsatz umgeschlagen? > 2 mal > 1 mal > 1/2 mal < 1/2 mal Nicht bekannt 9. Erzeugnisumschlaghäufigkeit: Wie häufig wird der Erzeugnisbestand während der Geschäftsperiode durch den Umsatz umgeschlagen? > 4 mal > 2 mal > 1 mal < 1 mal Nicht bekannt 10. Materialumschlaghäufigkeit: In welcher Zeit schlägt sich der Materialbestand innerhalb einer Periode um? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ B. Ratingkriterien und Rating-Check 753 11. Cash-Flow-Rate: Wie hoch ist der Anteil des Cash Flow am Umsatz? > 15% > 10% > 5% < 5% Nicht bekannt 12. Wie schätzen sie ihre Liquidität ein? Die Kontokorrentkredite werden nicht in Anspruch genommen, und alle Zahlungen werden mit Skonto bezahlt. Die Kontokorrentkredite werden nicht in Anspruch genommen, Rechnungen werden immer pünktlich bezahlt. Die Kontokorrentkredite werden teilweise im Rahmen ihres Limits in Anspruch genommen, Rechnungen werden immer pünktlich bezahlt. Die Kontokorrentkredite werden ständig über Limit beansprucht. Die Kontokorrentkredite werden ständig über das Limit hinaus in Anspruch genommen, teilweise können Rechnungen nicht bezahlt werden. 13. Wie beurteilen Sie die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens? Investitionen zur Instandhaltung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs werden in vollem Umfang durch die betrieblichen Zahlungsmittelüberschüsse finanziert. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens können mit dem Cash Flow eines Jahres getilgt werden. Der betriebliche Zahlungsmittelüberschuss erlaubt neben der Deckung aller laufenden Auszahlungen eine kontinuierliche Verbesserung der Liquidität. Der betriebliche Zahlungsmittelüberschuss deckt die laufenden Auszahlungen einschließlich Zins- und Tilgungszahlungen. Der betriebliche Zahlungsmittelüberschuss reicht nicht zur Deckung der laufenden Zins- und Tilgungszahlungen aus. 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 754 Anhang Kreditlinien wurden bislang nur kurzfristig benötigt. Momentan werden diese sporadisch bis zu ca. 40% ausgeschöpft. Kreditlinien werden auf lange Sicht genutzt. Die Ausschöpfung liegt ca. zwischen 40–70%. Kreditlinien sind notwendig für die Aufrechterhaltung des Geschäfts. Sie werden oft bis zu ca. 70% ausgeschöpft. Kreditlinien sind notwendig für die Aufrechterhaltung des Geschäfts. Sie werden oft bis zu ca. 90% ausgeschöpft. Ohne Kredite kann die Geschäftsfortführung nicht mehr funktionieren. Ausschöpfung erfolgt zu 100%. 14. Dynamischer Verschuldungsgrad: Wie lange benötigen Sie, um mit den selbstgeschaffenen Zahlungsmitteln Ihr aufgenommenes Fremdkapital zurückzuführen? < 1 Perioden < 4 Perioden < 8 Peioden > 8 Perioden Nicht bekannt Mit den liquiden Mitteln lassen sich die Verbindlichkeiten jederzeit tilgen. Bei einer sofortigen Tilgung des kurzfristigen Fremdkapitals müssten neben den liquiden Mitteln bis zu 50 % der Vorräte veräußert werden. Bei einer sofortigen Tilgung des kurzfristigen Fremdkapitals müssten neben den liquiden Mitteln mehr als 50 % der Vorräte veräußert werden. Bei einer sofortigen Tilgung des kurzfristigen Fremdkapitals müssten neben den liquiden Mitteln die gesamten Vorräte und zusätzlich Teile der kurzfristigen Forderungen veräußert werden. Das kurzfristige Fremdkapital ist nicht durch das Umlaufvermögen gedeckt. 15. Liquidität I–III: Zu welchen Anteilen sind die kurzfristigen Vermögensgegenstände des Unternehmens durch Fremndkapital finanziert? 16. In welchem Maße sind bereits Kreditlinien eingeräumt bzw. in Anspruch genommen? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ B. Ratingkriterien und Rating-Check 755 17. Kreditorenreichweite: Wie ist Ihr Zahlungsverhalten bei eingehenden Rechnungen? Bei der Begleichung von Eingangsrechnungen wird immer der Skontoabzug in Anspruch genommen. Grundsätzlich entscheidet das Cash-Management über die Skontonutzung. In der absolut überwiegenden Anzahl der Fälle wird aber Skonto in Anspruch genommen. Die Zahlung der Rechnungen erfolgt zwar häufig ohne den Skonto auszunutzen, aber immer innerhalb der vertraglich vereinbarten Fristen. Das Zahlungsverhalten ist theoretisch strukturiert. In der Praxis wird dieses oft vernachlässigt, so dass nicht selten Rechnungen angemahnt werden. Das Zahlungsverhalten ist unstrukturiert und abhängig von den liquiden Mitteln. Meistens werden die Rechnungen erst nach Eingang der zweiten Mahnung beglichen. 18. Sind die Privatentnahmen angemessen? Die Privatentnahmen erfolgen stets nur zu einem Bruchteil des Gewinns. Die Privatentnahmen sind stets kleiner oder gleich dem Gewinn. Die Privatentnahmen sind zeitweilig höher als der Gewinn, das Eigenkapital bleibt aber langfristig konstant. Die Privatentnahmen sind regelmäßig höher als der Gewinn, so dass sich langfristig eine Verringerung des Eigenkapitals eingestellt hat. Die Privatentnahmen erfolgen stets in voller Höhe des entnahmefähigen Kapitals. 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 2. Markt, Wettbewerb, Produkt Markt- und Wettbewerbsstrukturen, Produktpositionierung und Macht- bzw. Abhängigkeitsverhältnisse von Abnehmern und Zulieferern bestimmen in erheblichem Umfang die zukünftigen Erfolgsaussichten eines Unternehmens. Fragen im Bereich „Markt, Wettbewerb, Produkt“ zielen auf die Analyse der wesentlichen Erfolgstreiber der potenziellen Liquiditätsgenerierung. 756 Anhang Wachstumsmarkt: Absatzentwicklung verläuft steigend. Das Wachstum verläuft überproportional zum prognostizierten Wirtschaftswachstum. Eingeschränktes Wachstum: Absatzentwicklung steigt verhalten in einigen Marktbereichen. Das Wachstum kann unterproportional zum prognostizierten Wirtschaftswachtum ausfallen. Stagnation: Der Markt stagniert in den nächsten 5 Jahren. Eingeschränkte Schrumpfung: Absatzentwicklung sinkt verhalten in einigen Marktbereichen. In einigen Marktnischen kann noch Stagnation erreicht werden. Schrumpfungsmarkt: Negative Absatzentwicklung in nahezu allen Leistungsbereichen. Markt, Wettbewerb, Produkt Ratingskala 1. Wie beurteilen Sie die Entwicklung Ihres Marktes in den nächsten 5 Jahren? 2. Wie beurteilen Sie die Situation Ihres Leistungsprogramms im Marktlebenszyklus? Optimale Marktposition: Das Unternehmen befindet sich mit seinen Leistungen überwiegend im Wachstum. Es hat mit seinem attraktiven, zukunftssicheren Leistungsspektrum einen relativ hohen Marktanteil. Hohe Umsatzsteigerungen in den nächsten 3 Jahren sind zu erwarten. Starke Marktposition: Das Unternehmen kann im Markt aufgrund verschiedener Alleinstellungsmerkmale zumindest mit einigen Leistungsbereichen bzw. in Nischenbereichen wachsen. Der relative Marktanteil ist in Teilen hoch. In den nächsten 3 Jahren werden Umsatzzuwächse erwartet. Mittlere Marktposition: Das Leistungsprogramm des Unternehmens befindet sich hinsichtlich Wachstum und relativem Marktanteil im durchschnittlichen Bereich. Vorteile gegenüber der Konkurrenz sind nur temporär vorhanden. Umsätze schwanken. Das Unternehmen wächst mit seinem Leistungsprogramm nicht. Absatzrückgänge kommen vor. Der Marktanteil ist eher gering. Allerdings sind Chancen aufgrund zukünftiger Potenziale vorhanden, die ein Marktwachstum unterstützen. Das Unternehmen schrumpft mit seinen Leistungen. Der Marktanteil geht zurück. Zukünftige Marktchancen sind eher gering. 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ B. Ratingkriterien und Rating-Check 757 Das Unternehmen ist stetig gewachsen. Das Unternehmen ist in konjunkturell starken Phasen gewachsen. Das Unternehmen ist verhalten gewachsen. Das Unternehmen stagnierte. Das Unternehmen ist geschrumpft. 3. Wie stark ist das Unternehmen in der Vergangenheit gewachsen? 4. Kennzeichnen Sie Ihre Konkurrenzsituation! Konkurrenten sind kaum vorhanden bzw. ihre Anzahl verringert sich. Markteintrittsbarrieren (Preise, Kostendegression, etc.) und Spezialisierungen schrecken Konkurrenten ab. Die Konkurrenzsituation verbessert sich. An Konkurrenten stellen sich aufgrund hoher Markteintrittsbarrieren hohe Anforderungen. Eigene Unternehmensvorteile und Spezialisierungen ermöglichen eine positive Abgrenzung zur Konkurrenz. Konkurrenten sind im normalen Umfang vorhanden. Es existiert ein gesunder Wettbewerb Konkurrenzsituation ist bedenklich. Überangebot schränkt den Absatz/Umsatz ein. Konkurrenzsituation ist kritisch. Das Unternehmen befindet sich im aggressiven Verdrängungswettbewerb. 5. Wie ist die Entwicklung des Auftragsvolumens des Unternehmens? Das Auftragsvolumen des Unternehmens steigt stetig. Das Auftrtagsvolumen des Unternehmens unterliegt saisonalen Schwankungen, weist aber tendenziell eine moderat positive Entwicklung auf. Der Auftragseingang des Unternehmens wächst aufgrund konjunktureller Nachfragerückgänge nur verhalten. Die Auftragseingänge stagnieren und erreichen nicht die erwarteten Planwerte. Das Volumen der Auftragseingänge ist rückläufig. 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 758 Anhang Durch die generierten Aufträge ist die Auslastung der Produktion über ein Jahr hinaus gesichert. Das Auftragsvolumen sichert die Beschäftigung über das nächste halbe Jahr hinaus. Die Beschäftigung für die nächsten drei Monate ist durch die Aufträge gewährleistet und mehrere Aufträge stehen kurz vor der Unterzeichnung. Die Beschäftigungslage ist immer sehr schwankend und hängt von wenigen großen Aufträgen ab. In der Produktion herrscht Unterbeschäftigung und es stehen keine Angebote vor einer kurzfristigen Unterzeichnung. 6. Wie lang ist Ihre Auftragsreichweite? 7. Wie bewerten Sie Ihre Kundenbeziehungen? Die Erfolgskriterien auf der Kundenseite sind bekannt und führen zu einer hohen Kundenbindung. Die Kundenstruktur (Neu-, Altkunden, Kundengruppen etc.) ist definiert. Das Image und der Bekanntheitsgrad des Unternehmens sind hervorragend. Der Vertrieb ist optimal ausgerichtet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Die Kundenstruktur ist bekannt. Eine feste Kundenbindung ist allerdings schwierig. Der Vertrieb ist hinreichend ausgestaltet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Vertriebsarbeit ist vorhanden, allerdings können hier noch Verbesserungen erfolgen. Erfolgsfaktoren gegenüber den Kunden sind vorhanden, müssen jedoch besser kommuniziert bzw. ausgebaut werden. Vertriebsarbeit ist nur rudimentär vorhanden und muss ausgebaut werden. Eine explizite Kundenpositionierung erfolgt kaum. Vertriebsarbeit ist unorganisiert. Kundenstruktur und entsprechende Erfolgskriterien sind weitgehend unbekannt. 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ B. Ratingkriterien und Rating-Check 759 Die Marktsituation ist analysiert, die Wettbewerbsposition ist bekannt. Entsprechende Strategien mit adäquaten (Teil-)Zielen und Maßnahmen in den Unternehmensbereichen sind darauf eingestellt. Die Markt- und Wettbewerbsposition ist eingeschätzt. Allerdings existiert keine Marktforschung bzw. Marktbeobachtung als Institution oder in Form von externen Berichten. Strategien mit Zielvorgaben und Maßnahmenkatalogen sind im Unternehmen weitgehend ausgestaltet. Die operative Ausrichtung anhand der Strategien erfolgt in Teilen. Die Markt- und Wettbewerbsposition ist eingeschätzt. Die richtige Strategie ist auf Leitungsebene bekannt. Allerdings erfolgen keine Strategiereviews. Strategieverfolgung erfolgt nur im Rahmen der Jahresplanung und wird nicht explizit betont. Die Markt- und Wettbewerbsposition ist grob seitens der Unternehmensleitung bekannt. Entsprechende Strategievorgaben existieren auf der Leitungsebene, werden allerdings nicht weiter kommuniziert. Strategien werden kaum beachtet. Das operative Geschäft bestimmt den langfristigen Erfolg des Unternehmens. 8. Wie bewerten Sie Ihre Lieferantenbeziehungen? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Die Abnehmermacht gegenüber Lieferanten ist hoch. Es kann aufgrund der hohen vertikalen Integration selbst hergestellt werden, was benötigt wird bzw. die Produktverfügbarkeit ist preislich und qualitativ unproblematisch. Einkaufspreise können abgewälzt werden. Einkaufsseitig wird auf die richtige Qualität in Verbindung mit adäquaten Preisen geachtet. Eine Lieferantenselektion ist notwendig und wird durchgeführt. Das Angebot ist breit. Die Abnehmermacht ist gering vorhanden. Einkaufsseitig kommt es in hohem Maß auf die richtige Qualität in Verbindung mit adäquaten Preisen an. Die Auswahl der Lieferanten ist wichtig, da gute Leistungen zu entsprechenden Preisen gesucht werden müssen. Die Lieferantenabhängigkeit ist vorhanden. Verhandlungsmacht schwindet. Eine Kostenabwälzung auf Verkaufsseite kann nur teilweise erfolgen. Die Lieferantenabhängigkeit ist sehr hoch. Auf andere Anbieter kann nicht ausgewichen werden. 9. Wie würden Sie die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens charakterisieren? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 760 Anhang < 15% > 15% > 40% > 75% > 85% 10. Welchen Anteil am Umsatz erwirtschaften Sie mit Ihrem stärksten Produkt? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 11. Welchen Anteil am Umsatz erwirtschaften Sie mit Ihren drei besten Kunden? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ < 15% > 15% > 40% > 75% > 85% 12. Welchen Anteil des gesamten Einkaufsvolumens entfällt auf Ihre drei besten Lieferanten? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ < 15% > 15% > 40% > 75% > 85% 13. Wird auf Produktebene kalkuliert? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Die Kalkulation erfolgt stets auf Basis der planmäßig angefallenen und zuzurechnenden Kosten. Angebote/Produkte werden vor- und nachkalkuliert. Die Kalkulation erfolgt stets auf Basis der planmäßig angefallenen und zuzurechnenden kosten. Angebote/Produkte werden vorkalkuliert. Produktpreise sind vom Markt determiniert und können selten beeinflusst werden. Es folgt eine jährliche Plankalkulation, um Über-/Unterdeckung festzustellen. Eine Kalkulation erfolgt fallweise. I. d.R. sind die Preise der Produkte vom Markt vorgegeben. Eine Kalkulation der Produkte erfolgt nicht. B. Ratingkriterien und Rating-Check 761 14. Ermitteln Sie differenzierte Deckungsbeiträge? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Es erfolgt eine Ermittlung differenzierter Deckungsbeiträge (nach variablen Kosten, Erzeugnisfixkosten etc.) für alle relevanten Objekte (Produkte, Kunden, Länder). Es erfolgt eine Ermittlung differenzierter Deckungsbeiträge für Produkte. Für Produkte wird ausschließlich der Deckungsbeitrag nach variablen Kosten ermittelt. Bei der Ermittlung von Deckungsbeiträgen bestehen DV-seitige Probleme. Es werden keine Deckungsbeiträge errechnet. 15. Wie bewerten Sie Ihre Innovationskraft? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Sehr hohes Innovationsniveau: Das Unternehmen ist gegen- über Innovationen offen. Technologieentwicklungen, Patentfindungen etc. werden mit der hauseigenen FuE gesucht und unterstützt. Erhöhte Innovationsbereitschaft: Das Unternehmen ist gegenüber Innovationen offen. FuE-Aktivitäten werden in den Funktionsbereichen aktiv betrieben. Innovationsoffen: Das Unternehmen sieht Markt-, Wettbewerbs- und Produktneuerungen positiv und berücksichtigt so bedingte Änderungen. Innovationsträge: Das Unternehmen beachtet Innovationen erst wenn diese für den Wettbewerb und den Markt unausweichlich geworden sind. Negatives Innovationsniveau: Das Unternehmen steht Innovationen äußerst kritisch gegenüber und bleibt i. d.R. bei Bewährtem. 3. Prozesse, Systeme, Personal Der Bereich „Prozesse, Systeme, Personal“ erfasst Analysebereiche, deren Bedeutung für den Unternehmenserfolg fortwährend wächst. Schwachstellen in unternehmensinternen Prozessverläufen, die unzureichende Nutzung von Systemen zur Führungsunterstüzung sowie eine mangelhafte Personalführung und -entwicklung können nachhaltig negativen Einfluss auf die gesamte Unternehmensentwicklung ausüben. 762 Anhang Monatlich Quartalsweise Halbjährlich Jährlich Fallweise, nie Prozesse, Systeme, Personal Ratingskala 1. In welchen Abständen erhalten Sie Kostenrechnungsberichte oder führen Kostenanalysen durch? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 2. Welcher Anteil Ihrer Gesamtkosten ist variabel? > 75% > 50% > 25% < 25% Nicht bekannt 3. Führen Sie eine Kosten- und Erlösplanung durch? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Eine Kostenplanung erfolgt rollierend auf allen relevanten Objekten, Sollkosten und differenzierte Abweichungen werden ermittelt. Eine Kostenplanung erfolgt jährlich, Sollkosten und differenzierte Abweichungen werden ermittelt. Eine Kostenplanung erfolgt jährlich, Plan/Ist-Abweichungen werden ermittelt. Die Kostenplanung erfolgt unsystematisch, Abweichungen können aufgrund unterschiedlicher Strukturen/Systeme nur schwer ermittelt werden. Eine Kostenplanung ist nicht implementiert. Es werden rollierend Bilanz, GuV und Liquidität geplant. Die Planung von Bilanz, GuV und Liquidität erfolgt jährlich. Die Planung der GuV und Liquidität erfolgt jährlich. Es wird ausschließlich das Unternehmensergebnis geplant. Es existiert keine Planung. 4. In wie weit wird in ihrem Unternehmen eine Planung (Bilanz, GuV, Liquidität) durchgeführt? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ B. Ratingkriterien und Rating-Check 763 5. Wie gut ist Ihre Liefertreue? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Sämtliche vertragliche Lieferfristen werden stets eingehalten. Der Stand der Auftragsbearbeitung wird über eine DV-Prozessverfolgung kontrolliert. Sämtliche Zulieferer sind über ein Supply-Chain Modell in den Fertigungsprozess eingegliedert. Die Anzahl der termingerecht abgewickelten Aufträge liegt bei über 98%. Das Verhältnis zu den Zulieferern ist beständig gut, so dass auch kurzfristige Materialbeschaffungen in Ausnahmefällen durchgeführt werden können. Eine Produktionsplanung ist im Fertigungsprozess integriert. Die Auftragsabwicklung erfolgt in den überwiegenden Fällen termingerecht. In den Ausnahmefällen überschreitet die Auslieferung nie 10 % der gesamten Fertigungsdauer. Aufgrund von Kapazitätsengpässen oder Beschaffungsschwierigkeiten bei den Lieferanten verzögert sich teilweise unsere Auftragsabwicklung. Unter Umständen müssen unsere Kunden auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Eine Auftragsverfolgung und Produktionssteuerung existieren nicht. Anfragen über neue Liefertermine gehen häufig ein. 6. Sind Unternehmensziele definiert? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Unternehmensziele leiten sich aus der Unternehmensphilosophie ab, werden stets gepflegt und auf die Unternehmensbereiche heruntergebrochen. Unternehmensziele sind vorhanden und bilden das Unternehmensleitbild ab. Sie sollten von allen Mitarbeitern berücksichtigt werden und fließen so in das Geschäft der Unternehmung ein. Unternehmensziele sind definiert. Sie spielen eine untergeordnete Rolle im operativen Geschäft und sind eher strategisch bedeutsam. Unternehmensziele sind intuitiv deutlich. Das Geschäft sollte daran ausgerichtet werden. Unternehmensziele sind für unser Unternehmen nicht wichtig. 764 Anhang 7. Wie beurteilen Sie die Qualität Ihrer Kosten- und Leistungsrechnung insgesamt? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Die Kostenrechnung erfüllt sämtliche steuerungsrelevanten Anforderungen hinsichtlich Qualität und Aktualität der Zahlen. Die Kostenrechnung liefert im Allgemeinen alle erforderlichen Informationen, gelegentlich sind jedoch Nachfragen erforderlich. Die Kostenrechnung ist zwar konzeptionell recht ausgereift, aufgrund DV-technischer Mängel erfolgt das Reporting allerdings mit Zeitverzug. Die Kostenrechnung weist sowohl konzeptionelle als auch systemseitige Mängel auf. Eine Kostenrechnung ist nicht implementiert, die Unternehmenssteuerung erfolgt mit Finanzbuchhaltungsdaten. 8. Setzen Sie ein DV-System in der Kostenrechnung ein? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Es ist ein leistungsfähiges und benutzerfreundliches DV-System im Einsatz. Auftragsmanagement, FiBu, Kostenrechnung und Reporting sind integriert, es bestehen keine Schnittstellenprobleme. Die DV-Landschaft ist weitgehend integriert, es entsteht ein vetretbarer manueller Aufwand. Einige Systeme sind veraltet und sollten ausgetauscht werden. Es ist ein erheblicher manueller Aufwand notwendig. Es liegt zwar ein DV-System für die Kostenrechnung vor, Berichte werden jedoch manuell in Excel/Access erstellt. Es ist kein DV-System im Einsatz. B. Ratingkriterien und Rating-Check 765 9. Messen Sie den Erfolg und die Fachkompetenz Ihrer Mitarbeiter? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Jeder weisungsbefugte Mitarbeiter bewertet in einem klar definierten und öffentlichen Standardverfahren Erfolg und Fachkompetenz der ihm unterstellten Mitarbeiter. Die Messung, deren Kriterien und deren Ergebnisse sind dem jeweiligen Mitarbeiter zugänglich und werden in einem Mitarbeitergespräch mit dem Vorgesetzten diskutiert. Im Rahmen eines öffentlich kommunizierten Standardverfahrens bewertet die Unternehmensführung den Erfolg von Führungskräften und ausgewählten Mitarbeitern. Die Ergebnisse sind vertraulich und nur der Unternehmensführung zugänglich. Die Unternehmensführung misst den Erfolg der Führungskräfte sowie einzelner Mitarbeiter. Dies geschieht aber nicht öffentlich. Die Messung selbst, deren Kriterien sowie deren Ergebnisse sind nur der Unternehmensführung zugänglich. Vereinzelt werden Mitarbeiter an ihrem Erfolg gemessen (z.B. Vertrieb). Ausbildungsstatus bzw. Erfolg der Mitarbeiter werden nicht gezielt überwacht oder gemessen. Eine Einschätzung der Mitarbeiter findet nur im Rahmen der Bewerberselektion/Einstellung statt. 10. Wie bewerten Sie die Produktivität der Mitarbeiter? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Die Produktivität unserer Mitarbeiter ist stets hoch. Die Mitarbeiterzahl ist dem Arbeitsanfall – aufgrund stetiger Auslastung – angemessen. Die Motivation ist vorbildlich. Die Produktivität der Mitarbeiter ist meist hoch. Sie steigt und fällt mit dem Arbeitsanfall. Die Motivation ist gut. Die Produktivität der Mitarbeiter ist durchwachsen. Sie steigt und fällt mit dem Arbeitsanfall. Arbeitsausfälle können aufgrund von Nachfrageeinbrüchen vorkommen. Die Motivation ist zufriedenstellend. Die Produktivität der Mitarbeiter ist verbesserungswürdig. Arbeitsausfälle aufgrund von Nachfrageeinbrüchen kommen durchaus vor. Eine Personalanpassung kann bei Arbeitsausfällen kaum erfolgen. Die Motivation ist eher schlecht. Die Produktivität der Mitarbeiter ist schlecht. Eine Personalanpassung kann bei Arbeitsausfällen nicht schnell genug erfolgen. Die Motivation ist eher schlecht. 766 Anhang 11. Wie gestaltet sich Ihr Aus- und Weiterbildungskonzept? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Ein klar definiertes Aus- und Weiterbildungskonzept ist fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Neben einem Seminarangebot mit allgemeinen, unternehmensrelevanten Inhalten wird für jeden Mitarbeiter ein individuelles Weiterbildungsprogramm erstellt. Der Mitarbeiter nimmt dabei aktiv an der Gestaltung teil und hat die Möglichkeit, eigene Wünsche und Vorstellungen einzubruingen. Weiterbildungserfolge fließen in die Leistungsmessung des Mitarbeiters ein. Die Teilnahme ist obligatorisch („grow or go“). Es gibt ein klar definiertes Aus- und Weiterbildungsprogramm für jeden Mitarbeiter. Dabei werden auf den Arbeitsplatz zugeschnittene Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt. Die Teilnahme ist vorgeschrieben. Für Mitarbeiter in bestimmten Positionen gibt es Aus- und Weiterbildungsprogramme. Diese sind auf die Tätigkeit des Mitarbeiters zugeschnitten, die Teilnahme ist freiwillig. Im Rahmen eines einfachen Schulungs- und Seminarprogramms werden den Mitarbeitern verschiedene, allgemeine Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig, die Themenwahl für alle Mitarbeiter frei. Es gibt kein klares Konzept bzgl. Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Im Bedarfsfall werden Weiterbildungsmaßnahmen ergriffen. 12. Wie beurteilen Sie Ihre Fluktuationsrate unter Berücksichtigung Ihrer Branche und Ihrer Wettbewerber? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Wir haben eine überdurchschnittlich niedrige Fluktuationsrate im Branchenvergleich. Deren Überwachung ist fester Bestandteil der Unternehmenspolitik. Wir versuchen, unsere Mitarbeiter zu einer persönlichen Identifikation mit unserer Unternehmenskultur zu bewegen. Dazu bieten wir gezielt Aktivitäten außerhalb des Arbeitsalltags an. Wir haben eine dem Branchendurchschnitt entsprechende Fluktuationsrate. Deren Überwachung ist fester Bestandteil der Unternehmenspolitik. Wir bieten gezielt Aktivitäten außerhalb des Arbeitsalltages an. Wir haben eine überdurchschnittlich hohe Fluktuation im Branchenvergleich. Die Gründe dafür sind uns bekannt, wir unternehmen gezielte Anstrengungen zu deren Senkung. Ein Grenzwert für die Fluktuationsrate ist in der Formulierung der Unternehmenspolitik definiert. Wir haben eine sehr hohe Fluktuation, die Gründe dafür sind uns nur zum Teil bekannt. Leider kommt es vermehrt zum Ausscheiden von Schlüsselpersonen, deren Kernwissen geht dem Unternehmen dauerhaft verloren. Die Mitarbeiterfluktuation wird bei uns nicht ausgewertet. Vergleichswerte der Branche bzw. von Wettbewerbern liegen nicht vor. B. Ratingkriterien und Rating-Check 767 13. Gibt es in Ihrem Unternehmen eine leistungsorientierte Vergütung? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Es existiert eine klar strukturierte leistungsorientierte Vergütung mit einheitlichen Messkriterien und Konditionen. Mit jedem Mitarbeiter, bei dem eine entsprechende Leistungsmessung möglich ist, werden zusätzlich genaue Zielvereinbarungen getroffen. Diese sollen anspruchsvoll, aber realisierbar sein und so auf der einen Seite den Unternehmenserfolg, auf der anderen Seite die Mitarbeitermotivation steigern. Es gibt ein festes System zur leistungsorientierten Vergütung. Dabei werden einheitliche Messkriterien und Konditionen für alle betroffenen Mitarbeiter herangezogen. Mit ausgewählten Mitarbeitern (z.B. Vertrieb) wird eine leistungsorientierte Vergütung im Arbeitsvertrag vereinbart. Dabei erhält der Mitarbeiter z.B. eine Umsatzprovision. Die Konditionen werden individuell ausgehandelt und sind vertraulich. Ein festes Konzept zur leistungsorientierten Vergütung existiert nicht. Im Einzelfall werden besondere Leistungen in Form von Prämien o. ä. honoriert. Obwohl sich große Unterschiede in der Leistung von Mitarbeitern mit gleicher Arbeitsplatzbeschreibung ergeben, existiert keine Leistungsorientierung mit einem entsprechenden Vergütungskonzept. Es gibt daher keine ausreichende Motivation zur Leistungssteigerung. 14. Ist die Unternehmensführung optimal auf das Unternehmen ausgerichtet? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ In der oberen Führungsebene sind die Kompetenzen, Verantwortungen und Aufgaben verbindlich definiert. Die Unternehmensziele liegen stets im Fokus. Die Qualität der Führungsarbeit ist hervorragend. In der oberen Führungsebene sind die Kompetenzen, Verantwortungen und Aufgaben strukturiert. Im Tagesgeschäft sind jedoch oft Überschneidungen möglich. Die Qualität der Führungsarbeit ist gut. In der Führungsebene sind die Kompetenzen, Verantwortungen und Aufgaben intuitiv klar. Im Tagesgeschäft geht diese Aufteilung leider oft unter. Die Qualität der Führungsarbeit ist ausreichend. In der Führungsebene sind die Kompetenzen, Verantwortungen und Aufgaben unklar, da jedes Führungsmitglied alle Führungsaufgaben wahrnehmen kann. Im Tagesgeschäft kommt es daher zu Widersprüchen. Die Qualität der Führungsarbeit ist nicht zufriedenstellend. In der Führungsebene sind die Kompetenzen, Verantwortungen und Aufgaben unklar, da jedes Führungsmitglied alle Führungsaufgaben wahrnehmen kann. Die Qualität der Führungsarbeit ist nicht hinreichend. 768 Anhang Die Motivation der Mitarbeiter ist überdurchschnittlich hoch. Fehlzeiten treten nur in absoluten Ausnahmefällen auf. Ein variables Vergütungsmodell berücksichtigt zusätzlich individuell die Fehlzeiten der Mitarbeiter. Der Krankenstand der Belegschaft ist aufgrund des guten Arbeitsklimas überdurchschnittlich niedrig. Es lassen sich keine charakteristischen Fehlzeitenspitzen erkennen. Die Fehltage der Mitarbeiter entsprechen dem Branchendurchschnitt. Sämtliche Fehlzeiten werden durch die Personalabteilung erfasst und sind Bestandteil des Berichtswesens. Alle Arbeitsvorgänge und Prozesse sind mindestens zwei Mitarbeitern bekannt. Die Fehlzeitenquote wird durch eine geringe Anzahl von Mitarbeitern stark beeinflusst und könnte insgesamt niedriger sein. Die Erfassung der Fehlzeiten wird durch eine Abteilung oder einen einzelnen Mitarbeiter gewährleistet. Die Fehlzeiten der Mitarbeiter werden nur von dem direkten Vorgesetzten wahrgenommen. Vermutlich könnte der Krankenstand gesenkt werden. 15. Wie hoch ist die Fehlquote in Ihrem Unternehmen? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ 4. Recht, Haftung, Risiko Der Analysebereich „Recht, Haftung, Risiko“ umfasst diejenigen Elemente, die größtenteils vom Unternehmen selbst nicht gesteuert werden könne. Neben der Abfrage des Risikomanagements werden häufig auch Sicherheiten und die Haftungsbasis abgefragt. Rechtsform, Nachfolgeregelung sowie die Position von Schlüsselpositionen zählen insofern ebenso zu den standardmäßig bewerteten qualitativen Kriterien in diesem Bereich. B. Ratingkriterien und Rating-Check 769 Recht, Haftung, Risiko Ratingskala 1. Ist die Rechtsnachfolge der Gesellschafter, die zukünftige Wahrnehmung der Geschäftsführung und die Besetzung von Schlüsselpositionen bestimmt? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Die Rechtsnachfolge der Gesellschafter ist bestimmt, die Geschäftsführung wird durch sie wahrgenommen und für Schlüsselpositionen sind Nachfolger bestimmt, deren fachliche wie persönliche Qualifikation entwickelt wird. Sowohl für das Unternehmenseigentum, die Geschäftsführung als auch die fachlichen Schlüsselpositionen sind mögliche Nachfolger geplant. Das Unternehmen befindet sich im Eigentum einer Vielzahl von Gesellschaftern. Die Kompetenzen der Geschäftsführung sind auf einige von Ihnen bzw. Geschäftsführer mit ausgewiesener Qualifikation für ihr Ressort verteilt. Die Geschäftsführung wird von den Eigentümern wahrgenommen, die gleichzeitig die fachlichen Kompetenzträger des Unternehmens sind. Die Ressorts könnten auch von den Übrigen vertreten werden, sofern sie durch die zweite Führungsebene fachlich unterstützt werden. Der geschäftsführende Gesellschafter ist älter als 55 Jahre. Die Unternehmenssituation erlaubt keine Nachfolgeplanung bzw. die Entwicklung von Mitarbeitern. 2. Existieren gesellschaftsrechtliche Verflechtungen oder langfristige Absatzverträge bzw. -beziehungen mit der öffentlichen Hand? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Das Unternehmen befindet sich zu wesentlichen Teilen im Eigentum der öffentlichen Hand, bestreitet den Großteil seines Absatzes mit ihr oder genießt eine öffentliche Förderung. Das Unternehmen unterhält intensive Liefer- bzw. Leistungsbeziehungen zur öffentlichen Hand und erzielt daraus wesentliche Teile des Umsatzes oder erhält Subventionen. Öffentliche Auftraggeber zählen ebenso wie privatwirtschaftliche zu den Kunden des Unternehmens. Das Unternehmen steht in keinem gesellschaftsrechtlichen Vertragsverhältnis oder einer dauerhaften Lieferbeziehung zur öffentlichen Hand. Die Produkte oder Leistungen des Unternehmens konkurrieren mit denen der öffentlichen Hand. Es besteht keinerlei vertragliche Bindung an öffentliche Institutionen. 770 Anhang 3. Wie beurteilen Sie die Konsequenzen möglicher gesetzlicher oder politischer Veränderungen für Ihr Unternehmen? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Das Leistungsspektrum des Unternehmens unterliegt keinen gesetzlichen Bestimmungen, der Unternehmensstandort ist von nachrangiger Bedeutung und der Anteil öffentlicher Auftraggeber ist gering. Die Unterschreitung von Grenzwerten stellt einen Wettbewerbsvorteil des Unternehmens dar. Veränderungen im Unternehmens- und Steuerrecht lassen keine wesentlichen Veränderungen erwarten. Produkte und Leistungen des Unternehmens werden unter kontinuierlicher Beobachtung gesetzlicher Bestimmungen folgend weiterentwickelt und abgesetzt. Rechtliche Veränderungen betreffen das Unternehmen in gleichem Maße wie die Wettbewerber. Die Produkte und Leistungen unterliegen strengen Regularien, deren Einhaltung dem Unternehmen erhebliche Aufwendungen verursacht. Die Produkte und Leistungen sind Gegenstand aktueller gesetzgeberischer Bemühungen (z.B. Umwelt-/Ausfuhr-/ Steuervorschriften). Wesentliche Teile des Absatzes sind durch mögliche Gesetzesänderungen gefährdet. 4. In welchem Umfang stehen Ihnen Kreditsicherheiten zur Verfügung? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Die verfügbaren Sicherheiten erlauben die problemlose Finanzierung von Investitionen einer Wachstumsstrategie. Kurzfristig zusätzliche Liquiditätsbedarfe in planmäßigem Umfang können mit den verfügbaren Sicherheiten gedeckt werden. Das Unternehmen verfügt über ungenutzte stille Reserven in Immobilien, Maschinen oder Wertpapieren, die als zusätzliche Sicherheiten verwertbar wären. Kurzfristig zusätzliche Liquiditätsbedarfe in planmäßigem Umfang können mit den verfügbaren Sicherheiten gedeckt werden. Die verfügbaren Sicherheiten decken die aktuell genutzten Kreditlinien. B. Ratingkriterien und Rating-Check 771 5. Sind Haftungsfälle vorstellbar oder Gerichtsverfahren dazu anhängig? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Rechtsstreitigkeiten mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern oder Gesellschaftern sind derzeit nicht anhängig und im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs nicht zu erwarten. Es sind keinerlei aktuelle Rechtsstreitigkeiten mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern oder Gesellschaftern anhängig. Mögliche Umwelt- oder Produkthaftungsfälle sind grundsätzlich nicht von bestandsgefährdendem Ausmaß. Derzeit anhängige Verfahren sowie die möglichen Konsequenzen zusätzlich zu erwartender sind durch die dafürgebildeten Rücklagen abgedeckt. Sie sind grundsätzlich jedoch nicht von bestandsgefährdendem Ausmaß. Aktuell sind keine Verfahren anhängig, die Möglichkeit bestandsgefährdender Haftungsfälle ist jedoch nicht grundsätzlich auszuschließen. Es sind einzelne Verfahren anhängig. Bei ungünstigem Verlauf ist mit bestandsgefährdenden Folgen rechnen. 6. Wie ist das Unternehmen gegen Verluste aus Zahlungsausfällen, Produktionsausfällen, Schadensfällen oder Schadensersatzleistungen abgesichert? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Alle versicherbaren Risiken sind erkannt und bewertet und für Schadensfälle in realistisch vorstellbarem Umfang abgesichert. Zur Sicherung von Marktpreisrisiken werden derivate Finanzinstrumente eingesetzt. Die wesentlichen existenzbedrohenden und erfolgsrelevanten Risiken sind soweit möglich versichert. Risiken mit existenzbedrohenden Ausmaßen sind erkannt und soweit möglich versichert. Die Risikosituation ist bekannt. Die weitere Versicherbarkeit der relevanten Risiken wird geprüft und ist zum Teil in die Wege geleitet. Es existieren keine Versicherungen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus. 7. Existieren in Ihrem Unternehmen Rücklagen? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Es werden jährlich hohe Rücklagen gebildet. Es werden nur Rücklagen bei Steuervorteilen in die Bilanz eingestellt. Es werden nur Rücklagen entsprechend der gesetzlichen Mindestvorschriften eingestellt. Aus wirtschaftlichen Gründen können keine Rücklagen gebildet werden. Es existieren keine Rücklagen im Unternehmen. 772 Anhang 8. Wie hoch sind die stillen Reserven Ihres Unternehmens im Verhältnis zum Gesamtvermögen? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ > 30% < 30% < 20% < 10% Nicht bekannt 9. In welchem Maße ist das Unternehmen nach Ihrer Einschätzung von Risiken veränderlicher Preise, Qualitäten oder Verfügbarkeiten auf den Absatzund Beschaffungsmärkten abhängig? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Veränderliche Bedingungen in kurzfristig zu erwartendem Maße sind erkennbar und können durch die planmäßige Einleitung von Reaktionsmaßnahmen ausgeglichen werden. Sofern rechtzeitig erkennbar, können veränderliche Bedingungen in kurzfristig zu erwartendem Maße durch die planmäßige Einleitung von Reaktionsmaßnahmen ausgeglichen werden. Kurzfristige Veränderungen führen zu einer Beeinträchtigung des Erfolgs, sind jedoch mittelfristig kompensierbar und damit nicht existenzbedrohend. Wesentliche Veränderungen der Bedingungen können eine mittelfristige Gefährdung der Unternehmensexistenz zur Folge haben. Schon geringfügige Veränderungen führen zu einer erheblichen Gefährdung des Unternehmens. 10. In welchem Maße ist das Unternehmen nach Ihrer Einschätzung von Risiken der Produktionsunterbrechung, Durchlaufzeit oder Lieferbereitschaft abhängig? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Veränderliche Bedingungen in kurzfristig zu erwartendem Maße sind erkennbar und können durch die planmäßige Einleitung von Reaktionsmaßnahmen ausgeglichen werden. Sofern rechtzeitig erkennbar, können veränderliche Bedingungen in kurzfristig zu erwartendem Maße durch die planmäßige Einleitung von Reaktionsmaßnahmen ausgeglichen werden. Kurzfristige Veränderungen führen zu einer Beeinträchtigung des Erfolgs, sind jedoch mittelfristig kompensierbar und damit nicht existenzbedrohend. Wesentliche Veränderungen der Bedingungen können eine mittelfristige Gefährdung der Unternehmensexistenz zur Folge haben. Schon geringfügige Veränderungen führen zu einer erheblichen Gefährdung des Unternehmens. B. Ratingkriterien und Rating-Check 773 11. In welchem Maße ist das Unternehmen nach Ihrer Einschätzung von Risiken veränderlicher Zinsen, Börsen- oder Devisenkurse abhängig? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Veränderliche Bedingungen in kurzfristig zu erwartendem Maße sind erkennbar und können durch die planmäßige Einleitung von Reaktionsmaßnahmen ausgeglichen werden Sofern rechtzeitig erkennbar, können veränderliche Bedingungen in kurzfristig zu erwartendem Maße durch die planmäßige Einleitung von Reaktionsmaßnahmen ausgeglichen werden. Kurzfristige Veränderungen führen zu einer Beeinträchtigung des Erfolgs, sind jedoch mittelfristig kompensierbar und damit nicht existenzbedrohend. Wesentliche Veränderungen der Bedingungen können eine mittelfristige Gefährdung der Unternehmensexistenz zur Folge haben. Schon geringfügige Veränderungen führen zu einer erheblichen Gefährdung des Unternehmens. 12. Sind Sie über aktuelle oder zu erwartende Entwicklungen und Ereignissen in Ihrem Unternehmen und seinem Umfeld informiert, die zu beständsgefährdenden Risiken führen könnten? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Im Rahmen einer regelmäßig stattfindenden Früherkennung werden gefährdende Entwicklungen und Ereignisse umfassend identifiziert und beobachtet. Durch die Mitarbeit in Verbänden, Arbeitskreisen etc. sind wir über aktuelle Entwicklungen informiert. Durch die Mitarbeit in Verbänden, Arbeitskreisen etc. sind wir über aktuelle Entwicklungen informiert. Als bestandsgefährdend erkannte Risiken werden in die Entscheidungsfindung einbezogen. Gemeinhin bekannte Trends und Entwicklungen werden im Rahmen der Entscheidungsfindung berücksichtigt. Die Risiken des Unternehmens sind nicht bzw. nicht vollständig bekannt. 774 Anhang 13. Nehmen Sie eine Analyse und Bewertung erkannter Risiken und ihrer Auswirkungen vor und setzen Sie die Verantwortlichen davon in Kenntnis? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Sowohl bestandsgefährdende als auch erfolgsrelevante Risiken werden einer umfassenden Analyse ihrer Auswirkungen auf das Unternehmen unterzogen und hinsichtlich ihrer finanziellen Konsequenzen bewertet. Ein umfassendes Berichtswesen informiert die Entscheidungsträger im gesamten Unternehmen. Potenziell bestandsgefährdende Risiken werden einer umfassenden Analyse ihrer Auswirkungen auf das Unternehmen durch die betroffenen Verantwortlichen unterzogen und hinsichtlich ihrer finanziellen Konsequenzen bewertet. Die Ergebnisse werden in schriftlicher Form festgehalten. Als potenziell bestandsgefährdend erkannte Risiken werden fallweisen Analysen durch die jeweils betroffenen Verantwortlichen unterzogen. Die Verantwortlichen sind gegenüber der Geschäftsführung berichtspflichtig. Gemeinhin bekannte Trends und Entwicklungen werden fallweisen Analysen durch die jeweils betroffenen Verantwortlichen unterzogen. Risiken sind Bestandteil jeder unternehmerischen Tätigkeit und werden im Rahmen des laufenden Managements bewältigt. 14. Wie reagieren Sie auf erkannte Risiken? 1 ✔ 2 ✔ 3 ✔ 4 ✔ 5 ✔ Zur Bewältigung von Risiken aus zukünftigen Entwicklungen und Ereignissen werden mehrere Maßnahmenvorschläge erarbeitet, durch die Geschäftsführung ausgewählt und an dafür geschaffene Gremien delegiert. Für akute Risikosituationen existieren Notfallpläne. Zur Bewältigung erkannter Risiken werden durch die betroffenen Bereichen Maßnahmen eingeleitet. Im Rahmen gesetzlicher Anforderungen existieren Notfallpläne für einzelne Risiken (Sicherheit in der Fertigung, Umweltschutz, etc.). Nur auf potenziell bestandsgefährdende Risiken wird mit gesonderten Maßnahmenpaketen reagiert. Andere Risiken werden akzeptiert. Risiken sind üblicherweise nicht der Auslöser für Maßnahmen. Diese werden vielmehr im Rahmen des Managements der laufenden Geschäftstätigkeit ergriffen. Es werden üblicherweise keine besondere Maßnahmen zur Reaktion auf Risiken eingeleitet. Literaturverzeichnis Albach, Horst: Finanzierungsregeln und Kapitalstruktur der Unternehmung, in: Finanzierungshandbuch, 2. Aufl., hrsg. von Friedrich Wilhelm Christians, Wiesbaden 1988, S. 1–10. Albach, Horst: Kosten, Transaktionen und externe Effekte im Rechnungswesen, in: ZfB, 58. Jg. (1988), S. 1143–1170. Albach, Horst: Strategische Planung und Strategische Führung, in: Unternehmenserfolg: Planung – Ermittlung – Kontrolle, hrsg. von Michel Domsch, Wiesbaden, 1988, S. 1–10. Albrecht, Thomas: Was wissen wir über die Höhe der Marktrisikoprämie bei Aktien?, in: BFuP, 49. Jg. (1997), S. 567–579. Ammann, Helmut: PC-gestützte Systeme der Erfolgslenkung. Anwendungsmöglichkeiten und Ausgestaltung für eine qualifizierte Unternehmensführung in Klein- und Mittelbetrieben, Frankfurt a. M. u. a. 1989. 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References

Zusammenfassung

Das Standardwerk für Wissenschaft und Controllingpraxis.

Transparenz und nachhaltiges Handeln werden immer mehr als Erfolgsfaktoren anerkannt. Übertragen auf die Aufgaben des Controllings wird Transparenz mit den Instrumenten des Rechnungswesens und den Analyseinstrumenten des Controllings geschaffen. Nachhaltigkeit bedeutet, belastbare Informationen für die strategische Ausrichtung des Unternehmens zur Verfügung zu stellen. Dieses Standardwerk weist nunmehr bereits in der 8. Auflage den Weg zu einer systemgestützten Controlling-Konzeption und gibt – State of the Art – konkrete Empfehlungen für den Aufbau einer unternehmensbezogenen Controlling-Applikation mit Kennzahlen und Analyseinstrumenten. Es liefert sowohl wertvolle, praxiserprobte Anregungen als auch fundiertes, theoriegestütztes Wissen bei der Implementierung des Controllings im Unternehmen:

- Kennzahlen und Kennzahlensysteme, systemgestützte Controlling-Konzeption

- Kosten- und Erfolgs-Controlling, Konjunktur und Fixkostenmanagement

- Finanz- und Investitions-Controlling, Rating-Check

- Beschaffungs-, Produktions- und Logistik-Controlling

- Marketing-Controlling, DV-gestütztes Controlling

- Strategisches Controlling und internationales Standort-Controlling

- Risikomanagement und Risiko-Controlling, BCR-Card

- Corporate Governance und Controlling, wertorientiertes Konzern-Controlling

Der Autor

Prof. Dr. Thomas Reichmann ist Direktor in einem internationalen Beratungsunternehmen. Er hat in seiner langjährigen Beratungspraxis internationale Unternehmen in den Bereichen Performance-, Prozess- und Kostenmanagement beraten, darunter eine Vielzahl börsennotierter Unternehmen.