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1.6 EDV-technische Systemunterstützung in:

Matthias Sure

Moderne Controlling-Instrumente, page 41 - 43

Bewährte Konzepte für das operative und strategische Controlling

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3616-7, ISBN online: 978-3-8006-4373-8, https://doi.org/10.15358/9783800643738_41

Series: Controlling Competence

Bibliographic information
26 1.6 EDV-technische Systemunterstützung ausgeübt werden, in welcher Qualität sie geleistet werden, welche Kostenobjekte oder anderen Tätigkeiten von ihnen profitieren, wie dies ggfs. zu messen wäre und wo die relevanten Daten erhoben werden können. Darüber hinaus geht es darum im Interview zu eruieren, welche Inputs und Outputs einer Tätigkeit zuzuordnen sind, welche Transaktionsvolumina damit verbunden sind, wann, wie oft und in welcher (Takt-)Frequenz eine Tätigkeit ausgeübt wird und wie lange eine Aktivität dauert. 1.6 EDV-technische Systemunterstützung Im Zusammenhang mit Kostenrechnungs- und Controlling-Systemen entsteht früher oder später die Frage nach dem geeigneten, besser noch optimalen EDVtechnischen System zu dessen Abbildung und professioneller Handhabung. Hierzu bietet der Markt eine Vielzahl von Lösungen professioneller Softwarehersteller an, die mit einer ganzen Reihe von Funktionalitäten zur Berechnung und Aufbereitung von Kosteninformationen aufwarten. An dieser Stelle soll weder ein Königsweg zur EDV-technischen Lösung noch eine konkrete Beurteilung der einzelnen Softwarepakete gegeben werden. Die praktische Erfahrung zeigt, dass sinnvolle Lösungen grundsätzlich mit den meisten Systemen möglich sind. Sie Wer wird interviewt? Welche Aktivitäten/Tätigkeiten werden ausgeübt? Welche Ressourcen werden für diese Aktivitäten benötigt? Wie hoch ist der mit Kosten bewertete Ressourcenverbrauch? Wie ist dieser idealerweise zu messen? Warum werden diese Aktivitäten ausgeführt? In welcher Qualität müssen sie geleistet werden? Für wen werden diese Aktivitäten ausgeführt? Wann, wie oft und in welcher Taktfrequenz werden die Aktivitäten ausgeführt? Wie lange dauern die Aktivitäten im Durchschnitt? Welche Inputs und Outputs sind mit den Aktivitäten unmittelbar verbunden? Welche Kostenobjekte oder anderen Aktivitäten profitieren davon? Wie und in welcher Frequenz kann dies idealerweise gemessen werden? Wo können die relevanten Daten erhoben und bereitgestellt werden? Quelle: Forrest Abb. 11: Standard-Interviewleitfaden Buch.indb 26 16.01.2009 9:32:55 Uhr 1 Activity-based Management 27 zeigt aber auch, dass volumen- und komplexitätsmäßig überschaubare Informations- und Datenmengen durchaus erfolgversprechend mit Tabellenkalkulationsprogrammen in Abstimmung mit der grundsätzlichen IT-Strategie umgesetzt werden können. Dies gilt ebenfalls oder gerade für Anwendungen in Pilotbereichen, bei denen die Brauchbarkeit und Umsetzbarkeit einer prozessorientierten Kostenrechnung und -steuerung im jeweiligen Unternehmen erst noch erprobt werden sollen. Oftmals wird auch in größeren Unternehmen mit einer einfacheren Tabellenkalkulationslösung zur Erstellung des Konzeptes begonnen, das bei entsprechender Reife dann in ein komfortableres Softwarepaket transferiert wird, welches in die im Unternehmen vorherrschende IT-Strategie und daraus abgeleitete Gesamtsystemumgebung passt. Ein weiterer Aspekt, der für den Einsatz einer Tabellenkalkulationslösung zumindest im ersten Schritt spricht, liegt darin begründet, dass mit dieser bereits in frühem Stadium des Modellaufbaus dessen Praktikabilität und Validität durch fallweise oder auch flächendeckende Übergabe an die involvierten operativen Manager und Mitarbeiter ausgiebig getestet und mit Feedback versehen werden kann. Auf diese Weise werden Ressentiments und Berührungsängste frühzeitig entschärft und die Betroffenen werden von vornherein durch praktische Arbeit am Modell zu Beteiligten gemacht, indem sie die physische Umsetzung ihrer Interviewergebnisse unmittelbar verifizieren und ggfs. eigenhändig verbessern können. Genauso jedoch kann es natürlich in Einzelfällen Sinn machen, ein schnittstellenmäßig gut zum im Unternehmen angewendeten ERP-System passendes Softwarepaket gleich von Beginn an einzusetzen. Buch.indb 27 16.01.2009 9:32:55 Uhr 2 Liquiditäts- und Kostencontrolling mittels integriertem Working Capital Management Dieses Kapitel bemüht sich um eine Darstellung praktisch relevanter Aspekte des Themas Working Capital Management unter Einbeziehung der drei dafür wesentlichen Prozessketten. Neben einer grundsätzlichen Beleuchtung des Themas werden vor allen Dingen diese drei Prozessketten, die sogenannten OtC-, PtP- und FtF-Prozessketten, analysiert und auf Verbesserungspotentiale vor dem Hintergrund von Erfahrungswerten aus der betrieblichen Praxis durchleuchtet. In diesem Zuge werden in der Praxis bewährte Lösungsansätze und Maßnahmen zu einer Optimierung des Working Capital aufgezeigt und die dafür notwendigen organisatorischen Strukturen, Prozesse sowie Mess- und Steuerungsinstrumente beschrieben und graphisch illustriert. Außerdem wird der Beitrag eines nachhaltigen Working Capital Managements zu einer wertorientierten Unternehmensführung und zum Shareholder Value analysiert. 2.1 Shareholder Value als Treiber eines integrierten Working Capital Managements Bei der Suche nach Verbesserungspotentialen zur Steigerung des Shareholder Value und der damit verbundenen Kapitalrendite spielt das Zusammenspiel von Kosten- und Liquiditätsoptimierung eine entscheidende Rolle. Dies wird umso evidenter und zugleich problematischer in Zeiten unsicherer und sensibler Märkte, stagnierender oder sinkender Umsätze sowie steigender Umschlagsdauer des Umlaufvermögens und oftmals damit verbundenen höheren Forderungslaufzeiten. Durch optimierte und aufeinander abgestimmte Prozesse in Einkauf, Bestandsführung, Verkauf und Forderungs- bzw. Verbindlichkeitenmanagement können Unternehmen im Rahmen eines integrierten Working Capital Managements Maßnahmen etablieren und umsetzen, welche eine nachhaltig verbesserte Kapitalrendite bei gleichzeitiger Verbesserung der Liquiditätsposition gewährleisten können. Die folgenden Ausführungen geben einen Überblick über das Konzept und die spezifischen Teilbereiche eines integrierten Working Capital Managements und beschreiben darüber hinaus daraus abgeleitete erfolgreiche Lösungsansätze. 2.2 Working Capital Management und sein Beitrag zur Kosten- und Liquiditätsoptimierung Unabhängige Untersuchungen von Gewinn- und Verlustrechnungen und Bilanzen großer Unternehmen in den USA und in Europa haben gezeigt, dass diese im Durchschnitt etwa ein Viertel mehr Barmittel im Working Capital binden als Buch.indb 29 16.01.2009 9:32:55 Uhr

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Zusammenfassung

Die acht effektivsten Methoden im Controlling

Ein zielorientiertes und effektives Controlling ist für eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensführung unerlässlich, zumal der Anpassungsdruck der Unternehmen an neue Herausforderungen ihrer Umwelt stetig steigt. Wichtig ist dabei, dass die Konsequenzen dieser Anpassungen zeitnah erfasst und ihre Wirkungen überprüft werden, sodass Korrekturen oder Nachjustierungen vorgenommen werden können, sobald sich eine ursprünglich eingeleitete Maßnahme als nicht erfolgreich herausstellt.

Eine zeitnahe Überprüfung eingeleiteter Veränderungsaktivitäten ist nur durch den Einsatz wirksamer Controlling-Instrumente möglich. Dieses Buch stellt Ihnen effektive, und in der Unternehmenspraxis erfolgreiche Methoden für das operative und strategische Controlling vor.

* Activity Based Management

* Liquiditäts- und Kostencontrolling mittels Working Capital Management

* Planung, Steuerung und Kontrolle von Outsourcing-Geschäftsbeziehungen

* Balanced Scorecard

* Beyond Budgeting und Advanced Budgeting

* Logistik- und Supply-Chain-Controlling

* Personal-Controlling

* Werkzeuge eines modernen IT-Controllings

Dieses Buch orientiert sich nicht nur an den Herausforderungen zentraler Controlling-Stabsstellen, sondern geht auch auf die Kontroll- und Steuerungsprobleme in den Bereichen Unternehmensfinanzen, Personal- und IT-Management sowie Logistik ein.

Der Autor

Matthias Sure ist Direktor in einem internationalen Beratungsunternehmen. Er hat in seiner langjährigen Beratungspraxis internationale Unternehmen in den Bereichen Performance-, Prozess- und Kostenmanagement beraten, darunter eine Vielzahl börsennotierter Unternehmen. Darüber hinaus hat er über 30 betriebswirtschaftliche Fachartikel veröffentlicht und ist Lehrbeauftragter für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling, an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach.