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3.1 Überblick in:

Eberhard Feess, Andreas Seeliger

Umweltökonomie und Umweltpolitik, page 48 - 48

4. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4668-5, ISBN online: 978-3-8006-4365-3, https://doi.org/10.15358/9783800643653_48

Bibliographic information
Vahlen – Allg. Reihe – Feess/Seeliger, Umweltökonomie und Unweltpolitik, 4. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.09.2013 Status: Imprimatur Seite 35 3 Theorie externer Effekte 3.1 Überblick In diesem Kapitel erläutern wir mit der Theorie externer Effekte den Kern der ökonomischen Interpretation des Umweltproblems und schaffen die Basis zur Beurteilung umweltpolitischer Instrumente. Wir beginnen in Abschnitt 3.2 mit der Definition und der Darstellung der Effizienzbedingungen bei öffentlichen Gütern, die sich bei genauerer Betrachtung als einfacher Spezialfall der allgemeinen Theorie externer Effekte erweisen werden. In Abschnitt 3.3 unterscheiden wir unterschiedliche Typen externer Effekte und leiten die elementaren Bedingungen für eine effiziente Allokation der Ressourcen her. In vielerlei Hinsicht zentral ist Abschnitt 3.4, in dem wir unter Rückgriff auf das im zweiten Kapitel eingeführte spieltheoretische Instrumentarium darstellen, dass das Umweltproblem im Grunde ein Problem ineffizienter Nash-Gleichgewichte ist. Nachdem wir die Möglichkeiten zur Bewältigung des Umweltproblems durch moralisches Verhalten skeptisch beurteilen werden (Abschnitt 3.5), haben wir die Theorie externer Effekte soweit verständlich gemacht, dass wir in Abschnitt 3.6 verschiedene Kriterien zur Beur teilung umweltpolitischer Instrumente systematisieren können, auf die wir in den darauf folgenden Kapiteln zurückgreifen werden. In Abschnitt 3.7 schließlich erläutern wir die Effizienzbedingungen bei externen Effekten in einem formal etwas anspruchsvolleren Modell, das von mathematisch weniger interessierten Leser/ innen ohne allzu großen Verlust übergangen werden kann. 3.2 Eigenschaften und Effizienzbedingungen öffentlicher Güter Ein schon in der Einleitung erwähntes, elementares Ergebnis der Mikroökonomie lautet, dass eine effiziente Ressourcenallokation dann vorliegt, wenn die Grenznutzen jeder produzierten Einheit genau den Grenzkosten entsprechen. Dieses Resultat ist auch intuitiv einsichtig: Wenn für das letzte Glas Bier noch eine Zahlungsbereitschaft (diese interpretieren wir leicht vereinfachend als Grenznutzen) von 2,00 Euro vorliegt und die zusätzlichen Produktionskosten (also die Grenzkosten) erst bei 1,50 Euro liegen, so ist es sinnvoll, dieses Bier noch zu produzieren. Der besondere Vorzug der Marktform vollständiger Konkur renz ist, dass sie genau zu diesem Ausgleich von Grenznutzen und Grenzkosten führt: Die Konsumenten orientieren sich am Ausgleich von Grenznutzen und (Nachfrage-)Preis und die Produzenten am Ausgleich von Grenzkosten und (Angebots-)Preis, so dass im Ausgleich von Nachfrage- und Angebotspreis auch Grenznutzen und Grenzkosten identisch sind. Vollständige Konkurrenz führt daher im theoretischen Idealfall genau zum – pareto-effizienten – Ausgleich von Grenznutzen und Grenzkosten. Dieses „schöne“ Ergebnis gilt nur, wenn die einzelnen Marktteilnehmer den Preis wie bei vollständiger Konkurrenz als Datum betrachten, weil andernfalls – wie beispiels-

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Zusammenfassung

Umweltökonomie – neue Aspekte

Die rasanten Entwicklungen in der Umweltpolitik in den vergangenen Jahren führten zu umfangreichen Anpassungen in diesem beliebten Lehrbuch, die insbesondere die anwendungsorientierten Abschnitte betreffen. Hier wurden vor allem die Kapitel über die Umweltinstrumente (Auflagen, Steuern, Zertifikate), die Kosten-Nutzen-Analyse sowie die internationalen Umweltaspekte (bspw. Klimakonferenzen) grundlegend aktualisiert. Darüber hinaus enthält das Kapitel zur Ressourcenökonomie nun ebenfalls eine anwendungsbezogene Diskussion.

Umweltökonomie – die Schwerpunkte

- Spieltheoretische Grundlagen

- Theorie externer Effekte

- Auflagen

- Steuern und Abgaben

- Zertifikate

- Verhandlungslösungen

- Umwelthaftung

- Umwelttechnischer Fortschritt

- Internationale Aspekte des Umweltproblems

- Umweltpolitik bei asymmetrischer Informationsverteilung

- Kosten-Nutzen-Analyse

- Ressourcenökonomie

Zielgruppe

Studierende der Volks- und Betriebswirtschaftslehre an Universitäten und Hochschulen sowie interessierte Praktiker in Wirtschaft, Politik und Verwaltung

Prof. Dr. Eberhard Feess ist seit 2008 Professor für Managerial Economics an der Frankfurt School of Finance and Management. Zuvor hatte er Lehrstühle an der EBS, der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt und der RWTH Aachen.

Prof. Dr. Andreas Seeliger lehrt seit 2011 Volks- und Energiewirtschaftslehre an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach. Zuvor war er bei Frontier Economics, der Trianel European Energy Trading sowie dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln beschäftigt.