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5.9.5 Preisaufschlag auf Produkte in:

Eberhard Feess, Andreas Seeliger

Umweltökonomie und Umweltpolitik, page 110 - 110

4. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4668-5, ISBN online: 978-3-8006-4365-3, https://doi.org/10.15358/9783800643653_110

Bibliographic information
Vahlen – Allg. Reihe – Feess/Seeliger, Umweltökonomie und Unweltpolitik, 4. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 18.09.2013 Status: Imprimatur Seite 98 5 Steuern und Abgaben (Preislösungen)98 5.9.5 Preisaufschlag auf Produkte Ein theoretisch wie praktisch interessantes Spezialproblem von Preislösungen stellt sich, sofern diese auf Produkte erhoben werden. Unter diesen Umständen zeigt sich nämlich, dass Probleme bei nur national erhobenen Preislösungen auch durch den mit dem europäi schen Binnenmarkt vollzogenen Übergang vom Bestimmungs- zum Ursprungslandprinzip beim grenzüberschreitenden Warenverkehr entstehen. Unter dem Bestimmungslandprinzip versteht man, dass die Waren beim grenzüberschreitenden Transport im Endeffekt mit dem Steuersatz des importierenden Landes belastet werden. Dies bedeutet beispielsweise, dass der Steuersatz für alle Produkte, die in der Bundesrepublik Deutschland konsumiert werden, identisch ist – unabhängig davon, ob sie im In- oder Ausland erzeugt wurden. Dar aus folgt, dass beim Bestimmungslandprinzip durch national unterschiedliche Steuersätze keine allokativen Verzerrungen entstehen können. Der Nachteil des Bestimmungslandprinzips ist aber, dass eine Ware, die mit einem italienischen Steuersatz von z.B. 10 % nach Deutschland exportiert wird, beim Grenzüberschritt zusätzlich mit 5 % belastet werden muss, sofern der deutsche Steuersatz 15 % ist. Denn nur dann beträgt die Gesamtbelastung für die italienische Ware in der Bundesrepublik Deutschland – wie für deutsche Waren auch – 15 %. Das Bestimmungslandprinzip erfordert also grenzüberschreitende Kontrollen und Steuererhebungen, die im Europäischen Binnenmarkt ja gerade vermieden werden sollen. Aus diesem Grund impliziert die Abschaffung von Grenzkontrollen die Einführung des Ursprungslandprinzips, worunter verstanden wird, dass jede Ware unabhängig vom Ort ihrer Verwendung mit dem Steuersatz des produzierenden Landes belastet wird. Dies bedeutet, dass die gleiche Ware in der Bundesrepublik Deutschland mit unterschiedlichen Steuersätzen belastet ist, wenn sie aus unterschiedlichen Ländern stammt. Daraus folgt, dass national unterschiedliche Steuersätze beim Ursprungslandprinzip zu einer Verzer rung der relativen Preise führen. Das ist der Grund dafür, dass im gemeinsamen Markt eine Steuerharmonisierung angestrebt wird, während dies beim Bestimmungslandprinzip überhaupt nicht erforderlich war. Eine Steuerharmonisierung ist mit dem (ausschließlich nationalen) breiten Einsatz von Preislösungen für Produkte aber kaum zu vereinbaren, so dass in dieser Hinsicht ernsthafte Bedenken bestehen.44 5.9.6 Politische Durchsetzbarkeit Als letztes Problem von Preislösungen wollen wir deren Akzeptanzprobleme ansprechen. Obwohl sich die Beurteilung von Abgaben und Steuern in der (Fach)Öffentlichkeit in den letzten Jahren erfreulicherweise verbessert hat, gibt es immer noch zahlreiche Interes sengruppen, die eher für eine Beibehaltung der traditionellen Auflagenpolitik plädieren: Dies gilt zunächst für Unternehmen und ihre Interessenverbände wie den Bundesver band der Deutschen Industrie (BDI), was angesichts der Tatsache, dass die genehmigten Emissionen bei Auflagen kostenlos sind, nicht verwundert. Insbesondere gilt dies dann, wenn Preislösungen nicht als Ersatz, sondern ergänzend zu Auflagen 44 Inwieweit diese Problematik auch Steuern auf Schadstoffe betrifft, wird im 9. Kapitel ausführlich besprochen.

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Zusammenfassung

Umweltökonomie – neue Aspekte

Die rasanten Entwicklungen in der Umweltpolitik in den vergangenen Jahren führten zu umfangreichen Anpassungen in diesem beliebten Lehrbuch, die insbesondere die anwendungsorientierten Abschnitte betreffen. Hier wurden vor allem die Kapitel über die Umweltinstrumente (Auflagen, Steuern, Zertifikate), die Kosten-Nutzen-Analyse sowie die internationalen Umweltaspekte (bspw. Klimakonferenzen) grundlegend aktualisiert. Darüber hinaus enthält das Kapitel zur Ressourcenökonomie nun ebenfalls eine anwendungsbezogene Diskussion.

Umweltökonomie – die Schwerpunkte

- Spieltheoretische Grundlagen

- Theorie externer Effekte

- Auflagen

- Steuern und Abgaben

- Zertifikate

- Verhandlungslösungen

- Umwelthaftung

- Umwelttechnischer Fortschritt

- Internationale Aspekte des Umweltproblems

- Umweltpolitik bei asymmetrischer Informationsverteilung

- Kosten-Nutzen-Analyse

- Ressourcenökonomie

Zielgruppe

Studierende der Volks- und Betriebswirtschaftslehre an Universitäten und Hochschulen sowie interessierte Praktiker in Wirtschaft, Politik und Verwaltung

Prof. Dr. Eberhard Feess ist seit 2008 Professor für Managerial Economics an der Frankfurt School of Finance and Management. Zuvor hatte er Lehrstühle an der EBS, der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt und der RWTH Aachen.

Prof. Dr. Andreas Seeliger lehrt seit 2011 Volks- und Energiewirtschaftslehre an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach. Zuvor war er bei Frontier Economics, der Trianel European Energy Trading sowie dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln beschäftigt.