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3.1 Bilanz in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 94 - 99

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_94

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 74 Status: Imprimatur 3 System und Technik der doppelten Buchführung Primäre Funktion der Buchführung ist die Erfassung der Gesamtheit aller Güter- und Geldbewegungen des komplexen Unternehmensprozesses. Dabei werden wirtschaftlich bedeutsame Vorgänge (Geschäftsvorfälle) systematisch und lückenlos nach bestimmten Regeln und Ordnungskriterien wertmäßig aufgezeichnet. Die Finanzbuchführung erbringt damit den vollständigen Nachweis über Vermögens- und Kapitalveränderungen und liefert als rechnerisches Ermittlungsmodell unter Beachtung der Rechtsvorschriften periodische Jahresabschlüsse. Ziel der doppelten Buchführung ist die Entwicklung einer Vermögens- (Bilanz) und Erfolgsübersicht (Gewinn- und Verlustrechnung) unter dem System bildenden Leitgedanken einer zweifachen Erfolgsermittlung. Der Weg zu diesem Ziel führt über das Konto und das geschlossene Kontensystem der doppelten Buchführung (Doppik). 3.1 Bilanz Zwischen Inventur, Inventar, Buchführung und Bilanz besteht folgender Zusammenhang: § 240 Abs. 1 HGB Inventur → Inventar → Eröffnungsbilanz § 238 Abs. 1 HGB Erfassung der Geschäftsvorfälle → vorläufiger Bücherabschluss § 240 Abs. 2 HGB Inventur → Inventar → Bücherberichtigung → Jahresabschluss Inventar und Bilanz lassen sich jedoch nicht unmittelbar ineinander überführen. Um eine Bilanz herzuleiten, sind zunächst formale Transaktionen durchzuführen wie: • Zusammenfassung der einzelnen, nach Art, Menge und Wert aufgegliederten Positionen des Inventars zu Gruppen in der Weise, dass nur noch Wert-, jedoch keine Mengenangaben mehr vorliegen (Verdichtung der Informationen; Verbesserung der Übersichtlichkeit); • Ausweis des Eigenkapitals, sofern nicht bereits im Inventar geschehen, und • Gegenüberstellung der Vermögenswerte und Schulden in der Form eines Kontos. Da die einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden häufig zunächst mit ihren Bruttowerten (z. B. Anschaffungs- und Herstellungskosten oder Nennwerte) im Inventar erfasst werden, sind neben den rein formalen Anpassungen auch materielle Wertkorrekturen vorzunehmen, wenn die Inventarwerte und die zwingend erforderlichen Bilanzwerte (z. B. niedrigerer Marktwert bei 3.1 Bilanz 75 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 75 Status: Imprimatur Gegenständen des Umlaufvermögens) bzw. die aufgrund handelsbilanzpolitischer Überlegungen gewählten Bilanzwerte nicht übereinstimmen. Insofern geht die Bücherberichtigung über die einfache Anpassung der Buch-(Soll-)Bestände an die Inventar-(Ist-)Bestände hinaus. Die Überleitung vom Inventar zum Bilanzansatz erfolgt dann in einem gesonderten Bearbeitungsgang (sog. Anhängeverfahren). In den Unterlagen zum Jahresabschluss muss allerdings lückenlos dokumentiert sein, welche Gegenstände nach welchem Verfahren in welcher Höhe für die Bilanz umbewertet worden sind; die Unterlagen sind jedoch nicht als Bestandteil des Inventars anzusehen. Die (Schluss-)Bilanz ist statistisch, d. h. außerhalb des Kontenzusammenhangs, aus den berichtigten Bücherabschlüssen unter Berücksichtigung bestimmter Gliederungsprinzipien abzuleiten. Verbindliche Gliederungskriterien für Jahresabschlussbilanzen existieren allerdings nur für Kapitalgesellschaften (§ 266 Abs. 2 und 3 HGB). Die Struktur der Bilanz soll daher anhand des Gliederungsschemas des § 266 Abs. 2 und 3 HGB aufgezeigt werden (siehe Abbildung auf dieser und der folgenden Seite). Die Vermögenswerte oder Aktiva sind wie im Inventar nach zunehmender Geldnähe angeordnet. Das begründet die Einteilung der Aktivseite in Anlagevermögen, das seiner Zwecksetzung nach dem Geschäftsbetrieb auf Dauer (mehrperiodisch) zu dienen bestimmt ist, und Umlaufvermögen, das sich im Umsatzprozess des Unternehmens laufend umschlägt. Die Passivseite der Bilanz zeigt das zur Finanzierung der Vermögenswerte notwendige Kapital, unterteilt nach der Herkunft der Mittel in Eigen- und Fremdkapital. Die Anordnung des Kapitals erfolgt damit prinzipiell nach zunehmender Fälligkeit, also nach der Dringlichkeit der Verpflichtung. Obwohl sich eine direkte Beziehung zwischen einzelnen Vermögens- und Kapitalteilen nur in wenigen Ausnahmefällen (z. B. bei dinglichen Sicherungen) herstellen lässt, erlaubt dieses Gliederungsschema doch aussagekräftige Einblicke in die Vermögens- und die Kapitalstruktur eines Unternehmens (zu anderen Gliederungsmöglichkeiten der Bilanz s. Eisele, Systematik, Sp. 205 ff.). Gliederung der Bilanz nach dem Bilanzrichtlinien-Gesetz (zuletzt geändert durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)) gem. § 266 HGB für große und mittelgroße Kapitalgesellschaften: Aktiva Bilanz Passiva A. Anlagevermögen: I. Immaterielle Vermögensgegen stände: 1. Selbst geschaffene gewerbli che Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte; 2. entgeltlich erworbene Konzessi onen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rech ten und Werten; 3. Geschäfts oder Firmenwert; 4. geleistete Anzahlungen; A. Eigenkapital: I. Gezeichnetes Kapital; II. Kapitalrücklage; III. Gewinnrücklagen: 1. gesetzliche Rücklage; 2. Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen; 3. satzungsmäßige Rücklagen; 4. andere Gewinnrücklagen; IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag; V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag. 3 System und Technik der doppelten Buchführung76 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 76 Status: Imprimatur Aktiva Bilanz Passiva II. Sachanlagen: 1. Grundstücke, grundstücks gleiche Rech te und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken; 2. technische Anlagen und Maschinen; 3. andere Anlagen, Betriebs und Ge schäftsausstattung; 4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau; III. Finanzanlagen: 1. Anteile an verbundenen Unter nehmen; 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen; 3. Beteiligungen; 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsver hältnis besteht; 5. Wertpapiere des Anlagevermö gens; 6. sonstige Ausleihungen. B. Umlaufvermögen: I. Vorräte: 1. Roh , Hilfs und Betriebsstoffe; 2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen; 3. fertige Erzeugnisse und Waren; 4. geleistete Anzahlungen; II. Forderungen und sonstige Vermö gensgegenstände: 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; 2. Forderungen gegen verbunde ne Unternehmen; 3. Forderungen gegen Unterneh men, mit denen ein Beteili gungsverhältnis besteht; 4. sonstige Vermögensgegen stände; III. Wertpapiere: 1. Anteile an verbundenen Unter nehmen; 2. sonstige Wertpapiere; IV. Kassenbestand, Bundesbankgut haben, Guthaben bei Kredit instituten und Schecks. C. Rechnungsabgrenzungsposten. D. Aktive latente Steuern. E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. B. Rückstellungen: 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen; 2. Steuerrückstellungen; 3. sonstige Rückstellungen. C. Verbindlichkeiten: 1. Anleihen, davon konvertibel; 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinsti tuten; 3. erhaltene Anzahlungen auf Bestel lungen; 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Lei stungen; 5. Verbindlichkeiten aus der Annah me gezo gener Wechsel und der Ausstellung eige ner Wechsel; 6. Verbindlichkeiten gegenüber ver bundenen Unternehmen; 7. Verbindlichkeiten gegenüber Unterneh men, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht; 8. sonstige Verbindlichkeiten, davon aus Steuern, davon im Rahmen der sozialen Sicherheit. D. Rechnungsabgrenzungsposten. E. Passive latente Steuern. 3.1 Bilanz 77 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 77 Status: Imprimatur Beispiel: Überführung des Inventars aus Teil A, Abschn. 2.3.4, S. 72 ff. in eine Bilanz Aktiva Bilanz der Fa. K. Götz zum 31. 12. 20 . . Passiva A. Anlagevermögen Betriebs und Geschäfts ausstattung (BGA) B. Umlaufvermögen Warenvorräte Kundenforderungen Bankguthaben Kasse 22.200 36.000 18.000 2.800 8.200 A. Eigenkapital B. Fremdkapital Darlehensschuld Lieferantenverbindlich keiten 58.000 15.800 13.400 87.200 87.200 Stuttgart, 10. 1. 20 . . gez. Karl Götz Die Verpflichtung des Kaufmanns zur Unterzeichnung des Jahresabschlusses unter Angabe des Datums ergibt sich aus § 245 HGB (vgl. dazu auch HFA, Gesetzliche Vertreter, S. 323 ff.). Die Gesamtheit aller in einem Unternehmen eingesetzten Werte schlägt sich in der Bilanz zweifach nieder: zum einen auf der Passivseite (Kapitalseite), wo die Summe der von Eigentümer(n) und von Dritten (Gläubigern) zur Verfügung gestellten Mittel als abstrakte Kontrollziffer die Ansprüche an das Vermögen des Unternehmens repräsentiert, und zum anderen auf der Aktivseite (Vermögensseite), wo die Verwendung der zur Verfügung gestellten Mittel in verschiedenen Formen konkreter Vermögenswerte ausgewiesen wird. Im Normalfall deckt das Vermögen in seiner Gesamtheit die Summe der Ansprüche von Eigentümern und Gläubigern, d. h. es gilt die Bilanzgleichung: Aktiva = Passiva Vermögen = Eigenkapital + Fremdkapital. Aber auch im Fall der Überschuldung, d. h. wenn das auszuweisende Vermögen geringer als das Fremdkapital ist, verliert diese Gleichung ihre Gültigkeit nicht; es gilt nunmehr: Vermögen + Verlust = Fremdkapital. Geschäftsvorfälle verändern die Bilanz zwar in ihrer Struktur, lassen die Bilanzgleichung jedoch unangetastet. Dabei sind 4 Grundtypen von Bilanzveränderungen zu unterscheiden: Aktivtausch, d. h. bei unveränderter Bilanzsumme finden Umschichtungen innerhalb der Vermögenspositionen statt; Passivtausch, d. h. bei unveränderter Bilanzsumme finden Umschichtungen innerhalb des Kapitals statt; Aktiv-Passiv-Mehrung (Bilanzverlängerung), d. h. durch Zunahme von Vermögens- und Kapitalpositionen um den gleichen Betrag vergrößert sich die Bilanzsumme; Aktiv-Passiv-Minderung (Bilanzverkürzung), d. h. durch Abnahme von Vermögens- und Kapitalpositionen um den gleichen Betrag verkleinert sich die Bilanzsumme. 3 System und Technik der doppelten Buchführung78 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 78 Status: Imprimatur Solange bei Geschäftsvorfällen die eigene Leistung, oder allgemeiner das Erhaltene, und die hierfür erforderlichen Vorleistungen wertmäßig übereinstimmen, resultieren daraus lediglich Bestandsveränderungen ohne Erfolgswirkung (erfolgsunwirksame Geschäftsvorfälle, z. B. Barabhebung von der Bank). Fallen dagegen Leistung und Vorleistung wertmäßig auseinander (z. B. Verkauf von Ware über/unter Einstandspreis), so besitzen die Geschäftsvorfälle zugleich Erfolgswirkung (erfolgswirksame Geschäftsvorfälle). Charakteristisch für Letztere ist die zwingende Verbindung zum Eigenkapital: Wird z. B. Ware über dem Einkaufspreis veräußert, dann nimmt die Position Ware um einen kleineren Betrag ab als die Position Kasse zunimmt. Da dieser Vorgang aber das Fremdkapital nicht berührt, muss die Mehrung der Vermögenswerte entsprechend der Bilanzgleichung dem Eigenkapital zuwachsen. Aus zeitlich asynchron verlaufenden Leistungsprozessen können zudem temporär wirksame Erfolgsniederschläge resultieren: Ein Verbrauch von Heizöl hat eine Abnahme des Heizölbestandes zur Folge, ohne dass dadurch eine andere Vermögensposition unmittelbar zunimmt. Eine entsprechende Abnahme des Fremdkapitals ist durch diesen Vorgang ebenfalls nicht angezeigt, so dass wiederum das Eigenkapital als Residualgröße aus Vermögen und Fremdkapital die Differenz absorbiert. Grundsätzlich gilt für nicht überschuldete Unternehmen, dass sich die Bilanzveränderungen Passivtausch, Aktiv-Passiv-Mehrung und Aktiv-Passiv-Minderung sowohl erfolgswirksam als auch erfolgsneutral auswirken können; nur dem Aktivtausch fehlt die Verbindung zum Eigenkapital, er bleibt daher grundsätzlich erfolgsunwirksam. In Bezug auf Aktiv- und Passivtausch kehrt sich diese Feststellung im eher seltenen Fall einer bilanziellen Überschuldung, bei der ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag auf der Aktivseite ausgewiesen wird, um – sofern durch den Geschäftsvorfall nicht zugleich wieder ein positives Eigenkapital entsteht. Beispiel: Die Schlussbilanz der Firma K. Götz zum 31. 12. 20 . . (s. S. 77) bildet die Grundlage für Buchungen in der Folgeperiode, wobei die separate Wirkung von jedem der folgenden Geschäftsvorfälle auf das Bilanzbild (inkl. Bilanzsumme) dargestellt werden soll. 1. Aktivtausch Kauf einer Bürorechenmaschine gegen Barzahlung 1.200 2. Passivtausch (a) Lieferant wandelt Forderung in Darlehen um (erfolgsunwirksam) 4.000 (b) Rückstellungsbildung für Garantiefälle (erfolgswirksam) 1.700 3. Bilanzverlängerung (a) Zielkauf von Warenvorräten (erfolgsunwirksam) 3.600 (b) Bankgutschrift über Zinserträge (erfolgswirksam) 1.000 4. Bilanzverkürzung (a) Überweisung einer Lieferantenverbindlichkeit (erfolgsunwirksam) 2.000 (b) Barzahlung von Miete (erfolgswirksam) 800 3.2 Bestandskonten 79 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 79 Status: Imprimatur Aktiva Bilanz Passiva Ausgangswerte Fall 1 Fall 3 Fall 4 Ausgangswerte Fall 2 Fall 3 Fall 4 BGA Waren Ford. Bank Kasse 22.200 36.000 18.000 2.800 8.200 + 1.200 – 1.200 (a) + 3.600 (b) + 1.000 (a) – 2.000 (b) – 800 Eigenkap. Garantie rückstellung Darlehen Lieferanten verbindl. 58.000 – 15.800 13.400 (b) – 1.700 (b) + 1.700 (a) + 4.000 (a) – 4.000 (b) + 1.000 (a) + 3.600 (b) – 800 (a) – 2.000 87.200 87.200 (a) 90.800 (b) 88.200 (a) 85.200 (b) 86.400 87.200 (a) 87.200 (b) 87.200 (a) 90.800 (b) 88.200 (a) 85.200 (b) 86.400 Da alle erfolgswirksamen Vorgänge ihren wertmäßigen Niederschlag im Eigenkapital finden, kann durch Vergleich des Eigenkapitals am Ende (EKe) mit dem Eigenkapital am Anfang (EKa) der Erfolg (G) der Abrechnungsperiode bestimmt werden, wenn zusätzlich die erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen (Privatentnahmen [PE], Privateinlagen [PL]) eliminiert werden: G = EKe – EKa + PE – PL. Diese Vorgehensweise ist mit der Gewinnermittlung des § 4 Abs. 1 EStG ([Rein-] Vermögensvergleich) identisch. Zwar verlangt das Gesetz einen Vergleich des Reinvermögens am Ende der Periode (RVen) mit dem Reinvermögen am Ende der Vorperiode (RVen–1); wegen des Grundsatzes der Bilanzidentität müssen RVen–1 und RVan jedoch übereinstimmen, so dass auch hier gilt: G = RVe – RVa + PE – PL. 3.2 Bestandskonten Jeder Geschäftsvorfall ändert das Gefüge der Bilanz. Es wäre aus Wirtschaftlichkeitserwägungen jedoch unzweckmäßig, dafür jeweils gesonderte bilanzielle Abschlüsse zu erstellen. Deshalb werden die Geschäftsvorfälle auf besonderen Verrechnungsstellen erfasst. Das rechnerische Darstellungsmittel dazu ist das Konto in der empirischen Erscheinungsform einer zweiseitigen Aufstellung (T-Konto; Kontenkreuz). Dabei werden Zugänge getrennt von den Abgängen erfasst, so dass die beiden Kontenseiten im mathematischen Sinne entgegengesetzt wirken und jederzeit eine rechnerische Feststellung des aktuellen Bestandes als Differenz bzw. Saldo möglich ist. Die Überschriften „Soll“ auf der linken und „Haben“ auf der rechten Seite des T-Kontos sind nur historisch zu erklären. Zurückgehend auf die ältesten Konten der Schuldverhältnisse (sog. personalistische Kontentheorie; zu Buchhaltungs- und Kontentheorien vgl. Eisele, Kontentheorien, Sp. 347 ff.) bestimmt die Konvention, dass auf der Sollseite die Beträge „belastet“ werden, die der Kunde noch zahlen soll (Debet, Lastschrift), während auf der rechten Seite „erkannt“ wird, welchen Betrag der Kunde gut hat (Kredit, Gutschrift). Mit der Übertragung auf die verschiedensten Konten haben diese Bezeichnungen jedoch ihren ursprünglichen Wortsinn verloren.

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.