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Ergänzende Literatur in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 60 - 62

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_60

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
1 Grundlagen der Buchführung40 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 40 Status: Imprimatur • Tagebuch oder Journal (Grundbuch) zur fortlaufenden, zeitnahen und chronologischen Aufzeichnung sämtlicher Geschäftsvorfälle einschließlich der zugehörigen Belegsammlung. Die im Interesse der Umsatzbesteuerung erforderlichen Aufzeichnungen (umsatzsteuerpflichtige Einnahmen und deren Aufteilung nach Steuersätzen) sind durch Vorspalten zu berücksichtigen. • Wareneingangsbuch (§ 143 Abs. 1 AO) und Warenausgangsbuch (§ 144 Abs. 1 AO), jeweils als neben dem Grundbuch zu führendes, selbstständiges Buch mit eigenen Aufgaben, soweit keine Befreiung vorliegt. • Kontokorrentbuch bei laufendem, nicht nur gelegentlichem unbaren Geschäftsverkehr mit Geschäftsfreunden (Geschäftsfreundebuch) neben der Erfassung der Kreditgeschäfte im Grundbuch, wie bspw. dem Journal. Bei verhältnismäßig geringer Zahl der Kreditgeschäfte genügen Grundbuchaufzeichnungen der unbaren Geschäftsvorfälle und die Erstellung von Personenübersichten über die am Bilanzstichtag bestehenden Debitoren und Kreditoren. Für Einzelhändler und Handwerker können der Vermerk der Forderungen in einer Kladde, die Aufzeichnung der Schulden in einer besonderen Spalte des Wareneingangsbuches sowie die Aufstellung von Personenübersichten für den Bilanzstichtag ausreichen (R 5.2 Abs. 1 lit. a und b EStR). Das Kontokorrentbuch kann als Offene-Posten-Buchführung oder als kontenlose Buchführung in Form einer geordneten Ablage der nicht beglichenen Rechnungen geführt werden (§ 239 Abs. 4 HGB, § 146 Abs. 5 AO). • Jährliche Bestandsaufnahme (Inventur) mit Inventarverzeichnis und Abschluss (Bilanzbuch bzw. die gesammelten Bilanzen) zum Bilanzstichtag (§ 240 HGB). • Bestandsverzeichnis (Anlagenkartei) für das bewegliche Anlagevermögen (BFH v. 14. 12. 1966, BStBl. III 1967, S. 247). Mit Ausnahme des tägliche Aufzeichnungen erfordernden baren Zahlungsverkehrs sind die übrigen Bücher zeitgerecht zu führen (§ 239 Abs. 2 HGB, § 146 Abs. 1 AO). Zeitgerechte Erfassung beinhaltet die Vornahme der Verbuchung in möglichst nahem Anschluss an den Geschäftsvorfall: Die Frist von einem Monat wird als zulässig angesehen, sofern organisatorische Vorkehrungen den zwischenzeitlichen Verlust der Buchführungsunterlagen ausschließen (R 5.2 Abs. 1 EStR; zur Organisation der Buchführung vgl. auch Teil A, Kap. 15, S. 645 ff.). Ergänzende Literatur zu: 1 Grundlagen der Buchführung Adler/Düring/Schmaltz, Rechnungslegung, Anm. zu den §§ 252, 257, 258, 259, 260, 261 HGB Baetge, Grundsätze, Sp. 860–870 Bieg/Waschbusch, Rechnungslegung, A 100 Coenenberg/Haller/Mattner/Schultze, Rechnungswesen, S. 1–58 Falterbaum/Bolk/Reiß/Kirchner, Buchführung, S. 73–96; 279–285 Freericks, Bilanzierungsfähigkeit, S. 53–57; 93–114 Heinen, Handelsbilanzen, S. 153–180 IDW, WP-Handbuch 06 I, S. 251 ff., 327 ff. Körner, Bilanzsteuerrecht, S. 15–60 1.4 Mindesterfordernisse der Buchführung 41 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 41 Status: Imprimatur Leffson, Grundsätze, S. 157–492 Leffson/Baetge, Buchführungsvorschriften, Sp. 314–319 Mellerowicz/Brönner, Rechnungslegung, S. 65–81 Peter/von Bornhaupt/Körner, Ordnungsmäßigkeit, S. 106–138; 172–208; 314–350 Schildbach, Jahresabschluss, S. 60–101 Schneider, Betriebswirtschaftslehre, S. 93–106 Steinbach, Rechnungslegungsvorschriften, S. 60–66; 81–88 Wöhe, Bilanzierung, S. 175–214 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 42 Status: Imprimatur 2 Inventur und Inventar Ausgangspunkt für die Eröffnungsbilanz zu Beginn eines Handelsgewerbes und damit Grundlage für die doppelte Buchführung ist das Inventar (§ 240 Abs. 1 HGB). Es handelt sich dabei um ein unabhängig von der Buchführung zu erstellendes vollständiges, detailliertes art-, mengen- und wertmäßiges Verzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden zu einem Stichtag. Aber nicht nur zur Eröffnung der Buchführung, auch zur Ableitung von Jahresabschlussbilanzen ist ein Inventar notwendig. Die Dauer des Geschäftsjahres, für dessen Schluss ein solches Inventar regelmäßig zu erstellen ist, darf 12 Monate nicht überschreiten, wobei Geschäftsjahr und Kalenderjahr nicht notwendigerweise übereinstimmen müssen (§ 240 Abs. 2 HGB). Kürzere Geschäftsjahre (sog. Rumpfgeschäftsjahre) können sich z. B. bei Gründung eines Unternehmens zur Angleichung des Geschäfts- an das Kalenderjahr ergeben. Die zur Erstellung des Inventars erforderliche Tätigkeit wird Inventur genannt. Zeitlich ist zwischen der Inventurdurchführung, dem Stichtag des Inventars und der Inventaraufstellung zu unterscheiden. Während der Zeitpunkt der Bestandsaufnahme und der Stichtag des Inventars von dem jeweiligen Inventursystem abhängen, gibt es für die Aufstellung des Inventars keine genauen Zeitvorgaben. § 240 Abs. 2 HGB besagt lediglich, dass die Aufstellung innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit zu bewirken ist. Da das Inventar der Erstellung des Jahresabschlusses vorausgehen muss, begrenzen die rechtsform- und größenabhängigen Aufstellungsfristen des Jahresabschlusses (s. Abb. S. 20 f.), die in der Regel nicht voll ausgeschöpft werden können, auch die Frist für die Erstellung des Inventars. Obwohl in § 317 Abs. 1 HGB nicht explizit aufgeführt, umfasst die handelsrechtliche Jahresabschlussprüfung auch die Prüfung der Inventur und des Inventars, da diese stets die Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Buchführung und damit auch für den Jahresabschluss bilden. Die diesbezüglich vom Abschlussprüfer zu beachtenden Vorschriften sind dem 2003 veröffentlichten IDW PS 301 zu entnehmen (vgl. HFA, Prüfung der Vorratsinventur, S. 715 ff.). Durch die eigenständige Erfassung sämtlicher Vermögensgegenstände und Schulden werden eine wirksame Kontrolle und ein Abgleich der Buchführung mit den tatsächlichen Beständen ermöglicht. Die Zwecke der Inventur und des Inventars sind deshalb primär in einer Sicherungs- und Überwachungsfunktion zu sehen. Darüber hinaus wird durch eine Beeinflussung des Mitarbeiterbewusstseins in Richtung auf eine möglichst frühzeitige Reaktion auf Ursachen von Mengendifferenzen eine Präventivfunktion, im Hinblick auf eine Veränderung der Vorgehensweise bei der buchhalterischen Erfassung der Geschäftsvorfälle eine Initiatorfunktion erreicht. Werden in der Bestandsbuchführung nur die Zugänge, nicht aber auch die Abgänge buchmäßig festgehalten – was bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren häufig der Fall ist –, dann

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.