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Ergänzende Literatur in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 414 - 415

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_414

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
10 Leasing394 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 394 Status: Imprimatur verbleibenden Chancen und Risiken nicht signifikant sind. Infolgedessen ist zu Laufzeitbeginn des Leasingverhältnisses ein Abgang beim Vermögenswert zu bilanzieren, und zwar im Umfang des über den Leasingvertrag abgegebenen Nutzungspotentials (ED-L.46). Vom bisherigen Buchwert des Leasingobjektes soll dabei der Anteil abgehen, der dem Verhältnis des Fair Value der zu erhaltenden Leasingraten zum gesamten Fair Value des Leasingobjektes entspricht (ED-L.50). Der verbleibende Buchwert ist als Residualvermögenswert (residual asset) zu deklarieren und in der Bilanz unter einer separaten Position auszuweisen (ED-L.46(c), 60(b)). Der Wertansatz des residual asset unterliegt in der Folge grundsätzlich keinen Änderungen (ED-L.55). Ausgenommen sind Anpassungen, welche bei Hinweisen auf signifikante Änderungen hinsichtlich der zu erhaltenden Leasingzahlungen nach ED-L.56 zu berücksichtigen sind (vgl. ED-L. B30), oder Wertminderungen im Sinne des IAS 36 (ED-L.59). Korrespondierend zum abgehenden Buchwertanteil des Leasingobjektes ist ein Vermögenswert als „right to receive lease payments“ anzusetzen. Die Zugangsbewertung erfolgt zum Barwert der Leasingraten zuzüglich der beim Leasinggeber anfänglich anfallenden direkten Kosten (ED-L.49). Da der Zinssatz für die Barwertermittlung (rate the lessor charges the lessee) nach Marktverhältnisse, dabei u. U. dergestalt zu ermitteln ist, dass der Barwert der zukünftigen Zahlungen zuzüglich eines Restwertes dem Fair Value des Leasingobjekts entspricht (ED-L.B12), wird sich aus der Gegenüberstellung mit dem abgehenden Buchwert i. d. R. ein Erfolg einstellen, so dass das Leasinggeschäft – in gewisser Weise wie eine Partialver- äußerung des Objektes – gleich zu Beginn erfolgswirksam ist (vgl. wiederum ED-L.B30). Der für das Recht auf Leasingzahlungen aktivierte Vermögenswert ist gemäß der Effektivzinsmethode folgezubewerten; Wertminderungen sind nach den für Finanzinstrumente geltenden Vorschriften des IAS 39 (zukünftig ggf. IFRS 9) vorzunehmen (ED-L.54, 58). Allerdings ist auch hier ein etwaiger Anpassungsbedarf nach ED-L.56 zu beachten. Ergänzende Literatur zu: 10 Leasing Baetge/Kirsch/Thiele, Bilanzen, S. 635–649 Baetge/Ballwieser, Leasingobjekte, S. 3–19 Bordewin, Leasing, S. 17–105 Doll, IFRS-Handbuch, § 22 Falterbaum/Bolk/Reiß/Kirchner, Buchführung, S. 620–638 IDW, WP-Handbuch 06 I, S. 260–265 Kratzer/Kreuzmair, Leasing, S. 15–223 Lüdenbach/Freiberg, IFRS-Kommentar, § 15 Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn, Rechnungslegung, S. 653–696 Schmorleiz, Bilanzierung, S. 392–396 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 395 Status: Imprimatur 11 Materialwirtschaft Bisher wurde davon ausgegangen, dass das betrachtete Unternehmen ein Handelsunternehmen ist, obwohl die Ausführungen im Grundsatz auch für Industrie- und Dienstleistungsunternehmen gelten. Kennzeichnend für Industrieunternehmen sind darüber hinaus jedoch Besonderheiten im Bereich der Material- und der Anlagenwirtschaft. Beide tangieren den Jahresabschluss und sind deshalb den diesen vorbereitenden Tätigkeiten voranzustellen. Zum Bereich der Materialwirtschaft sind unter dem hier verfolgten Zweck sämtliche Vorgänge zu rechnen, die im Zusammenhang stehen mit: (1) Beschaffung und Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Bestandsveränderungen und Verkauf von Erzeugnissen und (2) Bewertung von Beständen und Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Halb- und Fertigfabrikaten. 11.1 Beschaffung, Verbrauch, Bestandsveränderungen und Verkauf Industriebetriebe sind wie Handelsbetriebe auf zwei Seiten mit den Realgütermärkten verbunden: Sie beziehen von Beschaffungsmärkten Waren bzw. Einsatzgüter und setzen auf Absatzmärkten die Waren bzw. die gefertigten Erzeugnisse ab. Während Handelsbetriebe die eingekauften Waren ohne jede Änderung bzw. ohne wesentliche Änderung weiterverkaufen, vollziehen Industrieunternehmen eine Transformation der eingekauften Einsatzgüter (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) in verkaufsfertige Erzeugnisse. Dieser wesentliche Unterschied von Handels- und Industriebetrieb lässt sich schematisch wie folgt darstellen: Handelsbetrieb Wareneinkauf Transformationsprozess Industriebetrieb Materialverbrauch Leistungserstellung Warenverkauf Beschaffungsmärkte Beschaffungsmärkte Absatzmärkte Absatzmärkte Verkauf von Fertigerzeugnissen Kauf von Einsatzgütern Prozessuale Unterschiede von Handels- und Industriebetrieb

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.