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8.6 Anteilsbasierte Vergütungen nach den IFRS in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 369 - 374

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_369

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
8.6 Anteilsbasierte Vergütungen nach den IFRS 349 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 349 Status: Imprimatur 10) 151 Hauptkasse 300,00 an 1131 Forderungen an Belegschaftsmitglieder 300,00 11) 408 Sonstige Personalkosten (Aufwendungen für Belegschaftsveranstaltungen) 500,00 an 151 Hauptkasse 500,00 12) 406 Aufwendungen für Altersversorgung 2.400,00 an 131 Guthaben bei Kreditinstituten 2.400,00 8.6 Anteilsbasierte Vergütungen nach den IFRS Der Bilanzierung von Aktienoptionen (stock options) und anderen anteilsbasierten Vergütungsformen ist im Regelwerk der IFRS ein eigener Standard, der im Februar 2004 herausgegebene IFRS 2 („Share-based Payment“, „Anteilsbasierte Vergütung“), gewidmet. Zuvor bestand diesbezüglich jahrelang eine Regelungslücke, da IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ keine Ansatz- und Bewertungsvorschriften für derartige Entlohnungsformen vorsah. Der Anwendungsbereich von IFRS 2 umfasst eigenkapitalbezogene Vergütungen bzw. Leistungen, welche das Unternehmen aufgrund schuldrechtlicher Verpflichtungen erbringt. Neben den hier im Mittelpunkt stehenden Vergütungen an Mitarbeiter im Rahmen von (arbeits-)vertraglichen Regelungen kommen grundsätzlich, wenngleich nicht von derselben Bedeutung, auch Vergütungen für Güterlieferanten (z. B. Zulieferer) oder Erbringer von anderen Dienstleistungen (z. B. externe Beratungsunternehmen) in Betracht. Die Vergütung bzw. Leistung, welche das Unternehmen erbringt, kann nach IFRS 2.2 in eigenen Eigenkapitalinstrumenten (equity-settled share-based payment transaction) oder in einer Barvergütung (cash-settled share-based payment transaction) bestehen, welche sich an der Wertentwicklung von eigenen Eigenkapitalinstrumenten orientiert (virtuelle Anteile (phantom shares) respektive virtuelle Optionen); u. U. hat auch das Unternehmen oder der Leistungsempfänger ein Wahlrecht zwischen beiden Erfüllungsformen (vgl. Freiberg/Lüdenbach, IFRS-Kommentar, § 23, Rn. 8). Im Gegensatz zur handelsrechtlichen Vorgehensweise beeinflusst die Art der Kapitalaufbringung (bedingte Kapitalerhöhung, Rückkauf eigener Anteile auf dem Kapitalmarkt, Abwicklung durch Dritte) die bilanzielle Abbildung des (Aktien-)Optionsprogramms selbst nicht (vgl. Coenenberg/Haller/Schultze, Jahresabschluss, S. 382; PricewaterhouseCoopers, IFRS für Banken, S. 1117). Im Folgenden soll zunächst die Bilanzierung von Aktienoptionen (stellvertretend für Optionen auch auf andere Anteilspapiere) bei „echten Eigenkapitalinstrumenten“, d. h. mit tatsächlicher Ausgabe von Unternehmensanteilen, dargestellt werden (equity-settled share-based payment transactions); die unmittelbare Vergütung durch eigene Anteile, wie bspw. im Falle von Belegschaftsaktien, zählt ebenfalls zu den equity-settled share-based payment transactions. Nach IFRS 2 ist zwischen dem Tag der Gewährung der Aktienoptionen (grant day), dem Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit des Anspruchs (vesting period, im Fol- 8 Personalaufwand350 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 350 Status: Imprimatur genden gleich Warte- bzw. Sperrfrist) und dem Ausübungszeitpunkt (excercise date) bzw. -zeitraum zu unterscheiden. Die vom Unternehmen erhaltenen oder erworbenen Güter und Dienstleistungen sind im Empfangszeitpunkt anzusetzen (IFRS 2.7). Wenn die erhaltene Gegenleistung die Ansatzkriterien eines Vermögenswerts gemäß einem IFRS-Standard erfüllt, erfolgt eine entsprechende Aktivierung (nach dem (nicht bindenden) Framework ist ein „Asset“ als Ressource gekennzeichnet, über die das Unternehmen aufgrund eines vergangenen Ereignisses verfügen kann und von der ein künftiger Nutzenzufluss erwartet wird (F. 49(a); CF. 4.4(a); 4.8 ff.; vgl. insbesondere auch F. 83; CF. 4.38(a); 4.40 ff.). Ansonsten muss ein Aufwand erfasst werden (IFRS 2.8). Hinsichtlich der von Mitarbeitern erbrachten Dienstleistungen ist (gewöhnlich) von einer unmittelbaren Verbuchung als (Personal-)Aufwand auszugehen (vgl. Freiberg/Lüdenbach, IFRS-Kommentar, § 23, Rn. 9; Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn, Rechnungslegung, S. 522 f.; vgl. auch IFRS 2.9). Bei equity-settled share-based payment transactions erfolgt die Gegenbuchung im Eigenkapital (vgl. IFRS 2.7; Kapitalrücklage) – insofern kommt es zwar netto zu keiner Eigenkapitalveränderung, allerdings wird der Erfolgsausweis tangiert. Grundsätzlich soll eine Bewertung nach dem Fair Value der erhaltenen Leistung erfolgen (IFRS 2.10). Da eine direkte verlässliche Ermittlung eines Fair Value von empfangenen Arbeitsleistungen i. d. R. aber nicht möglich ist, ergibt sich die Höhe des zu verbuchenden Personalaufwands in diesem Falle indirekt auf Basis des Fair Value der hingegebenen Anteile bzw. Optionen (zwingend nach IFRS 2.11; vgl. auch IFRS 2.16 ff., 2.B2 ff.). Die Bewertung erfolgt zum grant date (IFRS 2.11; grant date model im Unterschied zum service date model bei nicht-mitarbeiterseitigen Dienstleistungen oder sonstigen erhaltenen Gütern, vgl. Freiberg/Lüdenbach, IFRS-Kommentar, § 23, Rn. 62). Sind im Zuge der Vergütung mit Aktienoptionen keine Marktwerte ermittelbar, müssen diese unter Zuhilfenahme geeigneter und allgemein bekannter Bewertungsmodelle bestimmt werden (vgl. IFRS 2.B4 ff.). Beispiel: Die X-AG händigt zehn ihrer Führungskräfte am 31. 12. 10 anstelle einer Sonderzahlung für das vergangene Jahr jeweils 1.000 Aktien (Nennwert: 1 € je Stück) zu einem (Bezugs-)Stückpreis von 70 € aus. Der Marktwert der Aktie beträgt am 31. 12. 10 80 €. Buchungssatz am 31. 12. 10: Personalaufwand Bank 10.000 € 70.000 € an Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage 1.000 € 79.000 € Sofern bei Aktienoptionsprogrammen die Optionen vom Mitarbeiter sofort aus- übbar sind, ist der Personalaufwand i. d. R. direkt in voller Höhe anzusetzen, da widerlegbar vermutet wird, dass die entsprechend vergüteten Arbeitsleistungen bereits vollständig erbracht wurden. Wird demgegenüber eine bestimmte Zeitdauer bis zur Unverfallbarkeit (vesting period) vereinbart, ist davon auszugehen, dass die Optionen für Dienstleistungen gewährt werden, die dem Unternehmen (erst noch) innerhalb dieses Zeitraums zufließen (vgl. IFRS 2.15). Bei Aktienoptionen kann die Frist entweder fest vorgegeben oder vom Erreichen bestimm- 8.6 Anteilsbasierte Vergütungen nach den IFRS 351 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 351 Status: Imprimatur ter vertraglich definierter Erfolgsziele abhängig gemacht werden. Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung sind in diesen Fällen die Leistungen jeweils zum Zeitpunkt ihrer Erbringung als Personalaufwand mit korrespondierender Eigenkapitalerhöhung – ggf. also gleichmäßig über die vesting period bzw. Sperrfrist hinweg – zu erfassen. Herrscht Ungewissheit bezüglich der Länge der vesting period, ist diese zu schätzen (IFRS 2.15(b)). Von der Frage der zeitlichen Verteilung des Aufwands auf die Perioden der Verursachung ist die Frage nach der Gesamthöhe des zu verteilenden Aufwandes zu unterscheiden (vgl. hierzu IFRS 2.19-21A). Letztere betreffend ist zum einen auf den Wert der Leistung im Zusagezeitpunkt, zum anderen auf den Umfang der möglichen Inanspruchnahme abzustellen. Der erste Punkt betrifft die Komponenten, welche in die Ermittlung des Fair Value des Anspruches eingehen sollen (Preisgerüst), der zweite Punkt stellt auf die mengenmäßige Inanspruchnahme ab (Mengengerüst). IFRS 2 sieht diesbezüglich vor, dass die für den Zusagezeitpunkt bestimmte Preiskomponente in der Folge unverändert bleibt. Die Mengenkomponente hingegen wird während der Laufzeit an eine sich ändernde Schätzung angepasst. Die nicht ganz eindeutig zu lösende Frage, was wozu gehört (vgl. bspw. IFRS 2.BC91 ff.), wird durch IFRS 2 in spezifischer Weise gelöst. Hierbei ist nach dem Charakter von verschiedenen für die letztendliche Anforderung an das Unternehmen relevanten Bedingungen zu differenzieren. So bestimmen vesting conditions, ob das Unternehmen seitens des Arbeitnehmers Dienstleistungen erhalten hat, die diesen zum Erhalt der eigenkapitalbasierten Gegenleistung berechtigen (IFRS 2.A). Zu den vesting conditions zählen insbesondere Dienstbedingungen (service conditions), wie eine Mindestdienstzeit im Unternehmen. Daneben werden Leistungsbedingungen (performance conditions) hierunter subsumiert, welche ihrerseits nach kapitalmarktbezogenen Bedingungen (market conditions, bspw. Bezug auf ein Kursziel für den Börsenwert des eigenen Anteilspapieres) und nach nicht-kapitalmarktbezogenen Bedingungen (non market conditions, bspw. Umsatz-, EBIT-Ziele) differenziert werden. Ob eine zu vergütende Dienstleistung erbracht ist, bestimmt sich bei Letzteren somit am Ergebnis der Dienstleistung, gemessen an einer unternehmensbezogenen Größe mit internem Bezug oder mit Kapitalmarktbezug. Die sonstigen, non vesting conditions betreffen zwar nicht die dienstleistungsbezogenen Voraussetzungen, bedingen aber gleichwohl auch die letztlich zur Umsetzung gelangende anteilsbasierte Vergütung. In Betracht kommen hierfür bspw. Ansparbedingungen der Arbeitnehmer, eine etwaige Aufhebungsoption hinsichtlich des Mitarbeiterprogramms seitens des Unternehmens oder eine allgemeine, nicht an der Unternehmenssituation anknüpfende Entwicklung des Marktes (vgl. Freiberg/Lüdenbach, IFRS-Kommentar, § 23, Rn. 55). Die bei Folgebewertungen unveränderliche Preiskomponente wird durch Schätzungen über die Erfüllung der non vesting conditions sowie der kapitalmarktbezogenen performance conditions bestimmt. Demgegenüber legen aktuelle Schätzungen des Bilanzstichtages hinsichtlich des Umfanges der Erfüllung der service conditions und der nicht-kapitalmarktbezogenen performance conditions die Mengenkomponente fest. Bei non vesting conditions, deren Erfüllung im Ermessen des Arbeitnehmers oder des Unternehmens steht, wird allerdings deren Nicht-Erfüllung wie ein Widerruf der Optionszusage 8 Personalaufwand352 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 352 Status: Imprimatur behandelt (IFRS 2.28A; vgl. Freiberg/Lüdenbach, IFRS-Kommentar, § 23, Rn. 76, 112–114). Beispiel: Die X-AG gewährt 50 ihrer Führungskräfte am 31. 12. 10 das Recht, nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist, während der das Dienstverhältnis durchgehend bestehen muss, 100 Aktien zu einem Preis von je 50 € zu erwerben (Nennwert: 1 € pro Stück). Der Marktwert einer Option zum Bezug einer Aktie – unter Berücksichtigung aller Komponenten des Preisgerüsts – beträgt am 31. 12. 10 9 €. Im Gewährungszeitpunkt rechnet die X-AG damit, dass am 31. 12. 13 nur noch 41 der 50 anspruchsberechtigten Manager im Unternehmen beschäftigt sein werden (Ausscheidensquote: 18 %). Am 2. 1. 14 üben sämtliche verbliebenen Manager ihre Aktienoptionen aus; der aktuelle Börsenkurs beträgt zu diesem Zeitpunkt 70 €. Am 31. 12. 10 findet keine Buchung statt, da noch keine Arbeitsleistung seitens der Arbeitnehmer erbracht wurde und daher kein Personalaufwand angefallen ist. Die Buchungen in den Folgejahren hängen insbesondere davon ab, ob sich die erwartete Ausscheidensquote geändert hat (Mengenkomponente). Im Folgenden sollen zwei Fälle betrachtet werden: a) Zum Ende der Jahre 11–13 scheiden wie prognostiziert jeweils 3 Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus. b) Innerhalb des Jahres 11 scheiden (nur) 2 anspruchsberechtigte Manager aus dem Unternehmen aus. Die X-AG geht am Ende des Jahres nunmehr davon aus, dass sich die Ausscheidensquote von 18 % auf 12 % reduziert, d. h. bis zum 31. 12. 13 insgesamt 6 Mitarbeiter das Unternehmen werden vorzeitig verlassen haben. Da im Laufe des Jahres 12 nur ein weiterer Mitarbeiter ausscheidet, revidiert die X-AG am Jahresende nochmals ihre Erwartung hinsichtlich der Ausscheidensquote von 12 % auf 10 %. Am 31. 12. 13 sind letztlich insgesamt vier der 50 anspruchsberechtigten Mitarbeiter während der Sperrfrist aus dem Unternehmen ausgeschieden. Buchungen im Fall a) 31. 12. 11/12/13: Personalaufwand 12.300 an Kapitalrücklage 12.300 Der für den Gesamtzeitraum anzusetzende Personalaufwand in Höhe von 36.900 € und die korrespondierende Erhöhung der Kapitalrücklage ergeben sich aus dem (Gesamt-)Wert der Aktienoptionen (50 x 100 x 9 = 45.000 €), multipliziert mit der geschätzten Anzahl auszugebender Optionen (82 %). Gleichmäßig auf die vesting period von 3 Jahren verteilt, ergibt sich eine jährliche Belastung in Höhe von 12.300 €. 2. 1. 14: Bank 205.000 an Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage 4.100 200.900 Buchungen im Fall b) 31. 12. 11: Personalaufwand 13.200 an Kapitalrücklage 13.200 Der Personalaufwand im Jahr 11 ergibt sich aus: 50 x 100 x 9 x 0,88 x 1/3 = 13.200 €. 31. 12. 12: Personalaufwand 13.800 an Kapitalrücklage 13.800 8.6 Anteilsbasierte Vergütungen nach den IFRS 353 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 353 Status: Imprimatur Der Personalaufwand im Jahr 12 ergibt sich aus: 50 x 100 x 9 x 0,9 x 2/3 – 13.200 = 13.800 €. Am 31. 12. 12 wird demnach von einem erhöhten Gesamtpersonalaufwand von 40.500 € ausgegangen, der eigentlich einem jährlichen Aufwand von 13.500 € entspricht. Da zum 31. 12. 11 lediglich 13.200 € verbucht wurden, muss der entsprechende Mehraufwand für das Jahr 11 in Höhe von 300 € im aktuellen Jahr 12 erfasst werden. 31. 12. 13: Personalaufwand 14.400 an Kapitalrücklage 14.400 Der Personalaufwand im Jahr 13 errechnet sich wie folgt: (46 x 100 x 9 x 3/3) – (13.200 + 13.800) = 14.400 €. Der letztendliche Gesamtaufwand beträgt 41.400 €. 2. 1. 14: Bank 230.000 an Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage 4.600 225.400 Die Bilanzierung von virtuellen Optionen auf Eigenkapitalinstrumente, d. h. durch Barausgleich bediente Ansprüche (cash-settled share-based payment transactions) unterscheidet sich insofern von den equity-settled share-based payment transactions, dass anstelle des Buchungssatzes „(Per) Personalaufwand an Eigenkapital (Kapitalrücklage)“ die Buchung gewöhnlich „(Per) Personalaufwand an Rückstellung“ lautet. Die Gegenbuchung zum Personalaufwand, welcher bei typischerweise nicht aktivierungsfähigen bzw. -pflichtigen vom Unternehmen erhaltenen Arbeitsleistungen vorzunehmen ist, erfolgt also nicht (direkt) im Eigenkapital (Kapitalrücklage), sondern als Rückstellung (vgl. IFRS 2.7 f.). Damit kommt es i. d. R. zu einer Änderung der Höhe des Eigenkapitalausweises. Bezüglich der Frage nach dem Zeitpunkt der Rückstellungsbildung sind die Vorschriften für die equity-settled share-based payment transactions analog zu beachten. Demnach ist die Rückstellung ggf. zeitanteilig während einer Sperrfrist zu bilden bzw. zu erhöhen. Die Bewertung des Entgelts erfolgt gemäß IFRS 2.30 stets indirekt über den Fair Value der Schuldposition, wobei u. U. wiederum geeignete Optionspreismodelle zur Anwendung kommen. Im Gegensatz zum Vorgehen bei equity-settled share-based payment transactions muss die aus den virtuellen Aktienoptionen resultierende Verpflichtung jedoch an jedem folgenden Bilanzstichtag in Bezug auf sämtliche Parameter neu bewertet werden, wobei etwaige Änderungen erfolgswirksam zu erfassen sind. Bedingt durch die stetige Anpassung der Verpflichtungshöhe ergibt sich eine erhöhte Ergebnisvolatilität im Vergleich zur anteilsbasierten Vergütung, welche echte Anteilsansprüche zum Gegenstand hat (vgl. Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn, Rechnungslegung, S. 536). Um Art, Ausmaß und Auswirkungen der in der Berichtsperiode aktuell bestehenden Optionsprogramme für den externen Bilanzleser ersichtlich zu machen, sieht IFRS 2 diesbezüglich umfangreiche Anhangangaben vor. Gefordert werden u. a. folgende Informationen (vgl. IFRS 2.44-52): – Beschreibung der einzelnen Arten von anteilsbasierten Vergütungsvereinbarungen mit deren wesentlichen Merkmalen (z. B. Ausübungsbedingungen, Anzahl gewährter Optionen); 8 Personalaufwand354 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 354 Status: Imprimatur – Anzahl und gewichteter Durchschnitt der Ausübungspreise der Optionen auf Anteile (differenziert nach spezifischen Gruppen gemäß IFRS 2.45(b)); – mittlerer Aktienkurs im Ausübungszeitpunkt für alle innerhalb der Berichtsperiode ausgeübten Optionen; – Bandbreite der Ausübungspreise und mittlere Restlaufzeit der am Bilanzstichtag noch verbleibenden Aktienoptionen; – Informationen zur Art und Weise der Bestimmung der Fair Values der erhaltenen Güter und Dienstleistungen bzw. der Fair Values der gewährten Eigenkapitalinstrumente (Bewertungsmethoden, verwendete Parameter, durchschnittliche beizulegende Zeitwerte der innerhalb der Periode gewährten Optionen); – Informationen zum Einfluss von cash-settled share-based payment transactions auf die Höhe des Periodenergebnisses und auf die Finanzlage der Unternehmung. Ergänzende Literatur zu: 8 Personalaufwand Adler/Düring/Schmaltz, Rechnungslegung, § 275 HGB, Rn. 100–123a Alt/Jenak, Lohnbuchhalter, S. 49–135 Coenenberg/Haller/Schultze, Jahresabschluss, S. 373–394 Bähr/Fischer-Winkelmann/List, Buchführung, S. 130–133 Deppe/Freikamp/Herlemann/Schönwald/Walkenhorst, Buchführung, S. 927–929 Falterbaum/Bolk/Reiß/Kirchner, Buchführung, S. 310–322 Flasse/Gräve/Hanschmann/Heßhaus, Buchhaltung 1, S. 111–114 Müller, Finanzbuchhaltung, S. 107–115 Pellens/Fülbier/Gassen/Sellhorn, Rechnungslegung, S. 515–541 Pricewaterhouse Coopers, IFRS für Banken, S. 1114–1131 Schiederer/Loidl, Buchführung, S. 137–152 Schöttler/Spulak, Rechnungswesen, S. 157–163 Schulze, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Sp. 1238–1242

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.