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8.3 Die Behandlung von Sachbezügen in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 350 - 357

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_350

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
8 Personalaufwand330 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 330 Status: Imprimatur tion eines Verrechnungskontos, da als Aufwand in der GuV-Rechnung stets die Bruttoentgelte einschließlich der sozialen Abgaben bzw. Aufwendungen zum Ausweis gelangen. Abgrenzungsprobleme ergeben sich bei der bilanziellen Erfassung von Verpflichtungen des Arbeitgebers zur Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sofern das Kalenderjahr vom Wirtschaftsjahr abweicht. Der Arbeitgeber kann diesbezügliche Zahlungsverpflichtungen dann nur insoweit passivieren, als sie die Zeit vor dem Bilanzstichtag betreffen (BFH v. 26. 6. 1980, BStBl. II 1980, S. 506). Bank 1.852 (1) 160 (2) 626 (3) 1.334 (4) Noch abzuführende Abgaben (3) 626 1.960 (1) (4) 1.334 1.960 1.960 (1) Gehälter (1) 3.307 (2) Ges. sozialer Aufwand (1) 652 Verbindlichkeiten gegenüber Betriebsangehörigen (2) 160 160 (1) 8.3 Die Behandlung von Sachbezügen Häufig erhalten Arbeitnehmer zusätzlich zum monetären Arbeitsentgelt (Geldlohn) noch Sachzuwendungen (Naturallohn) in Form freier oder verbilligter Wohnung und Verpflegung sowie die Möglichkeit des begünstigten oder kostenlosen Warenbezugs. Zu den Einnahmen des Arbeitnehmers, die nicht in Geld bestehen, gehören darüber hinaus sonstige Sachbezüge wie die Benutzung eines betriebseigenen Pkws oder Telefonanschlusses sowie die Erledigung privater Arbeiten durch Betriebspersonal. Zum Arbeitsentgelt zählen somit alle laufenden oder einmaligen Zahlungen oder sonstigen Bezüge aus der Beschäftigung, unabhängig davon, ob ein Rechtsanspruch auf diese Einnahmen besteht, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden und ob sie unmittelbar oder nur im Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis erzielt werden. Sachzuwendungen und sonstige Leistungen werden daher als sozialabgabepflichtige und lohnsteuerbare Leistungen behandelt. Als Maßstab für die Bewertung der Sachbezüge gelten grundsätzlich die üblichen Endpreise am jeweiligen Abgabeort (§ 8 Abs. 2 EStG; R 8.1 Abs. 2 LStR), d. h. der Preis, der gegenüber Letztverbrauchern angegeben wird. Zur vereinfachten Handhabung der steuerlichen Sachbezugsbewertung können die obersten Finanzbehörden der Länder (Finanzministerien) mit Zustimmung des Bundesfinanzministeriums für Sachbezüge der Arbeitnehmer Durchschnittswerte festsetzen, die dann in Tabellenform zur Verfügung stehen. Zusätzlich ist die Bundesregierung durch § 17 Abs. 1 Nr. 4 SGB IV ermächtigt, den Wert der Sachbezüge nach dem Verkehrswert im Voraus für jedes Kalen- 8.3 Die Behandlung von Sachbezügen 331 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 331 Status: Imprimatur derjahr bekannt zu geben. Dies geschieht in der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV). Für 2011 betragen die Sachbezugswerte für freie Verpflegung 217 € (§ 2 Abs. 1 SvEV) und für freie Unterkunft 206 € (§ 2 Abs. 3 SvEV) je Monat. Wird als Sachbezug eine Wohnung unentgeltlich zur Verfügung gestellt, ist der ortsübliche Mietpreis anzusetzen. Da Sachbezüge nach R 8.1 Abs. 1 LStR i. V. m. R 39b.2 Abs. 1 LStR zum laufenden Arbeitslohn oder den sonstigen Bezügen zählen, unterliegen sie nach § 38a EStG dem Steuerabzug vom Arbeitslohn. Der Sachbezugswert ist somit auch für die Lohnsteuer maßgeblich. Die Sachbezugswerte der SvEV für Kost und Wohnung sind auch dann bei der Lohnsteuerberechnung zu verwenden, wenn in einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder in einem Arbeitsvertrag für die Sachbezüge höhere oder niedrigere Werte festgesetzt worden sind (R 8.1 Abs. 4 LStR). Falls die tatsächlichen Aufwendungen im Einzelfall allerdings höher als die Pauschalbeträge ausfallen, so sind bei der Gewinnermittlung die wirklichen Aufwendungen maßgebend. Bis zu einem Betrag von 44 € monatlich, sind Sachbezüge beim Empfänger (Arbeitnehmer) sowohl lohn- als auch sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG; § 1 Abs. 1 Nr. 1 SvEV). Die steuerliche Behandlung von so genannten Belegschaftsrabatten, d. h. die verbilligte Überlassung von Waren oder Dienstleistungen, die vom Arbeitgeber nicht überwiegend für den Bedarf seiner Arbeitnehmer hergestellt, vertrieben oder erbracht werden, wird durch § 8 Abs. 3 EStG gesetzlich geregelt. Für die Bewertung der geldwerten Vorteile sind nun, abweichend von § 8 Abs. 2 EStG, die um 4 vom Hundert geminderten Endpreise, zu denen der Arbeitgeber oder der dem Abgabeort nächstansässige Abnehmer die Waren oder Dienstleistungen fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet, maßgebend (Geldwert des Sachbezugs). Die Differenz zwischen dem um 4 % gekürzten Letztverbraucherpreis und dem vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelt bildet dann den geldwerten Vorteil. Soweit von der Steuerbarkeit dieses Vorteils als Arbeitslohn auszugehen ist, bleibt dieser bei dem einzelnen Arbeitnehmer steuerfrei, falls er im Kalenderjahr insgesamt 1.080 € (Rabattfreibetrag) nicht übersteigt. Der darüber hinausgehende Betrag unterliegt dann der allgemeinen Einkommensbesteuerung, sofern der Arbeitgeber nicht die alternativ mögliche Pauschalbesteuerung nach § 40 EStG wählt, bei der jedoch Preisabschlag und Rabattfreibetrag nicht anzuwenden sind. Die Regelung des § 8 Abs. 3 EStG ist auf Waren- und Dienstleistungen beschränkt, die im Unternehmen des Arbeitgebers hergestellt, vertrieben oder erbracht werden. Sie gilt nicht für Arbeitnehmer von Konzerngesellschaften. Neben diesen Personal- und Belegschaftsrabatten auf eigene Waren und Dienstleistungen existieren eine Reihe weiterer zumindest teilweise steuerfreier Lohnbestandteile. Diese Ausnahmen von der allgemeinen Steuerpflicht begründet der Gesetzgeber mit der Förderung gewünschter Verhaltensweisen, die im gesellschaftlichen Interesse liegen. In diesem Zusammenhang sind betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge und Fortbildung, das sog. Jobticket (oder alternativ Benzingutscheine), Essensgutscheine, Kinderbetreuung, privat genutzte Computer, Bonusmeilen und Mitarbeiterkapitalbeteiligungen bis zu bestimmten Höchstbeträgen oder sogar gänzlich steuer- und sozialabgabenfrei. 8 Personalaufwand332 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 332 Status: Imprimatur Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13. 12. 2006 (BStBl. I 2007, S. 28) wurde mit § 37b EStG eine Regelung in das Einkommensteuergesetz aufgenommen, die es Arbeitgebern ab dem 1. 1. 2007 ermöglicht, die auf Sachzuwendungen an Arbeitnehmer (oder Dritte, z. B. Geschäftspartner) fällige Einkommensteuer mit einem Steuersatz von 30 % (zzgl. Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) pauschal zu übernehmen und ans Finanzamt abzuführen. Die Pauschalierung ist allerdings nur in den Fällen zugelassen, in denen die Sachzuwendungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden (BMF- Schreiben v. 29. 4. 2008, BStBl. I 2008, S. 566 f.). Damit soll eine eventuell aus Sicht des Arbeitgebers vorteilhafte Umwandlung von regulär zu besteuerndem Arbeitslohn in pauschal zu besteuernde Sachzuwendungen ausgeschlossen werden. Grundlage für die Besteuerung bilden die Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer. Diese vom Arbeitgeber pauschal besteuerten Zuwendungen bleiben bei der Ermittlung der Einkünfte des Empfängers (Arbeitnehmers) außer Ansatz (§ 37b Abs. 3 EStG). Zuwendungen i. S. d. § 37b EStG sind nur solche Sachbezüge, für die keine Bewertungsmöglichkeit nach § 8 Abs. 2 Satz 2 bis 8 und Abs. 3 EStG sowie § 40 Abs. 2 EStG besteht (vgl. § 37b Abs. 2 Satz 2 EStG). Die Höchstgrenze für die pauschale Besteuerungsmöglichkeit beträgt für Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr bzw. für die einzelne Aufwendung nach § 37b Abs. 1 Satz 3 EStG 10.000 €. Hiervon ausgenommen sind steuerfreie Sachbezüge innerhalb der 44-Euro-Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG, Sachzuwendungen, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 10 € nicht übersteigen, sowie Mahlzeiten aus besonderem Anlass und sonstige Aufmerksamkeiten, wenn deren Wert 40 € jeweils nicht übersteigt. Wird die Pauschalierungsmöglichkeit des § 40 Abs. 1 EStG genutzt, kann § 37b EStG nicht zur Anwendung kommen (vgl. § 37b Abs. 2 Satz 2 EStG). Die nach § 37b EStG pauschal versteuerten Sachzuwendungen sind Arbeitsentgelt i. S. d. § 14 Abs. 1 SGB IV und damit grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Lediglich für Sachzuwendungen an Arbeitnehmer anderer Unternehmen gilt seit dem 1. 1. 2009 eine diesbezügliche Beitragsfreiheit (§ 1 Abs. 1 Nr. 14 SvEV). Das Wahlrecht nach § 37b EStG zur Anwendung der Pauschalbesteuerung ist einheitlich für alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewährten Zuwendungen an Arbeitnehmer auszuüben (BMF-Schreiben v. 29. 4. 2008, BStBl. I 2008, S. 566). Bezüglich der steuerlichen Behandlung beim Arbeitgeber sind die allgemeinen Grundsätze des Steuerrechts zu befolgen. Demnach sind die mit der Zuwendung einhergehenden Aufwendungen entweder in voller Höhe als Betriebsausgabe (für Arbeitnehmer) oder nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG beschränkt abziehbar (für Dritte). Sachzuwendungen des Unternehmens in Form von Lieferungen oder sonstigen Leistungen an seine Arbeitnehmer sind, wenn sie Vergütung für geleistete Dienste darstellen, als steuerbarer Umsatz i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG zu betrachten. Ebenso sind auch unentgeltliche Zuwendungen – außer wenn sie überwiegend aus dem eigenen betrieblichen Interesse des Arbeitgebers erfolgen, das private Interesse des Arbeitnehmers an diesen Leistungen durch betriebliche Zwecke überlagert wird oder es sich um bloße Aufmerksamkeiten handelt – als steuerbarer Umsatz anzusehen (§ 3 Abs. 1b und Abs. 9a UStG; Abschn. 12 Abs. 2–4 UStR, BFH v. 11. 3. 1988, BStBl. II 1988, S. 643 ff. und S. 651 ff.). Dabei ist 8.3 Die Behandlung von Sachbezügen 333 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 333 Status: Imprimatur für die Steuerbarkeit dieser (Sach-)Leistungen ein eigentlicher „Leistungsaustausch“ nicht erforderlich. Die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage für die unentgeltlichen Zuwendungen richtet sich nach dem Einkaufspreis zuzüglich der Nebenkosten bzw. den Selbstkosten oder den bei der Ausführung dieser Leistung entstandenen Kosten – einschließlich anteiliger Gemeinkosten (§ 10 Abs. 4 Nr. 1 und 2 UStG). Die Umsatzsteuer gehört nicht zur Bemessungsgrundlage. Die Ermittlung des Einkaufspreises zuzüglich der Nebenkosten bzw. der Selbstkosten bezieht sich jeweils auf den Zeitpunkt des Umsatzes. Der Einkaufspreis entspricht in der Regel dem Wiederbeschaffungspreis des Unternehmers. Die Selbstkosten umfassen alle durch den betrieblichen Leistungsprozess entstehenden Kosten. Bezahlt der Arbeitnehmer für die vom Unternehmen an ihn erbrachten Lieferungen oder sonstigen Leistungen – abgesehen von seiner Arbeitsleistung – ein gesondertes Entgelt, so liegt ein entgeltlicher Leistungsaustausch (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG) vor, unabhängig davon, ob der Betrag angemessen ist oder nicht. Sofern der tatsächlich entrichtete Betrag abzüglich Umsatzsteuer dabei allerdings geringer ist als die Bemessungsgrundlage bei völliger Unentgeltlichkeit, wird zur Berechnung der Umsatzsteuer die höhere Bemessungsgrundlage nach § 10 Abs. 4 Nr. 1 oder 2 UStG angewendet (Mindestbemessungsgrundlage, § 10 Abs. 5 Nr. 2 UStG). Beruht die Verbilligung auf einem Belegschaftsrabatt (z. B. bei der Lieferung von sog. Jahreswagen an Werksangehörige der Automobilindustrie), liegen die Voraussetzungen für die Anwendung der Vorschrift des § 10 Abs. 5 Nr. 2 UStG regelmäßig nicht vor. Bemessungsgrundlage ist dann der tatsächlich aufgewendete Betrag abzüglich Umsatzsteuer (Abschn. 12 Abs. 6 UStR). Die in § 10 Abs. 4 UStG vorgeschriebenen Werte weichen somit i. d. R. von den für Lohnsteuerzwecke anzuwendenden Werten (§ 8 Abs. 2 und 3 EStG) ab. Der Rabattfreibetrag von 1.080 € wird bei der Umsatzsteuer nicht berücksichtigt. Für die wichtigsten praktischen Fallgestaltungen, wie z. B. unentgeltliche Überlassung von Kost und Wohnung, unentgeltliche oder verbilligte Abgabe von Mahlzeiten, Sachgeschenke aus Anlass von Betriebsveranstaltungen oder unentgeltliche Überlassung eines Pkw zur privaten Nutzung, wird gleichwohl zugelassen, dass weitgehend die lohnsteuerlichen Werte der Umsatzbesteuerung zugrunde gelegt werden können (s. im Einzelnen Abschn. 12 Abs. 9–19 UStR). Beispiel: Der Textilunternehmer U beschäftigt den Angestellten K, dessen Bruttogehalt 1.020 € im Abrechnungsmonat beträgt. Daneben gewährt ihm der Arbeitgeber freies Wohnen in einem gemieteten Appartement sowie freie Verpflegung im eigenen Haushalt. Zur Berechnung der Lohnsteuer und der Sozialabgaben werden diese Sachbezüge nach dem § 2 Abs. 1, 4 der Sozialversicherungsentgeltverordnung bewertet. Außerdem erhält der Angestellte monatlich für 88 € (Verkaufspreis inkl. MwSt) kostenlos Ware aus dem Betrieb. Die tatsächlichen Bruttoaufwendungen für die Verpflegungszukäufe belaufen sich auf 180 €, die vom Arbeitgeber bezahlte Miete beträgt 210 € im Monat und der Einkaufspreis der unentgeltlich abgegebenen Ware ist 55 € (brutto). Die Gewährung freien Wohnens unterliegt nach § 4 Nr. 12 UStG nicht der Umsatzbesteuerung. 8 Personalaufwand334 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 334 Status: Imprimatur Bruttogehalt 1.020 Sachzuwendungen für + freie Wohnung 210,00 + freie Kost 197,27 + 10 % Umsatzsteuer 19,73 427 Lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtiges Gehalt 1.447 Umsatzsteuer fällt gemäß § 4 Nr. 12 UStG und Abschn. 12 Abs. 9 UStR nur auf die freie Verpflegung an. Die Bemessungsgrundlage ist aus dem Sachbezugswert (für Kost 217 €) rückzurechnen (Abschn. 12 Abs. 11 UStR). Die unentgeltliche Überlassung der Ware ist mit ihrem um 4 v. H. geminderten Endpreis zu bewerten, so dass sich ein Arbeitslohn von monatlich 84,62 € bzw. jährlich 1.015,38 € ergibt, der im Rahmen des Rabatt-Freibetrags von 1.080 € aber steuerfrei ist (§ 8 Abs. 3 EStG). Außerdem unterliegen Belegschaftsrabatte zwar der Beitragspflicht zur Sozialversicherung, gleichgültig ob sie individuell oder pauschal versteuert werden; bei der Individualversteuerung sind sie allerdings in Höhe des steuerlichen Freibetrages von 1.080 € auch beitragsfrei. K nimmt vermögenswirksame Leistungen von 40 € in Anspruch (Bausparvertrag, Sparzulage 10 %), die jedoch gemäß Tarifvertrag von ihm selbst getragen werden müssen. Monatsabrechnung K (angenommene Werte): Lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtiges Gehalt 1.447,00 + Sachbezüge (Waren) 84,62 . /. Lohnsteuer 93,42 . /. Solidaritätszuschlag 5,14 . /. Kirchensteuer (8 %) 7,47 . /. Sozialversicherung 298,45 . /. Vermögenswirksame Leistungen 40,00 (Zugrunde gelegt werden Beitragssätze in Höhe von 19,9 % Renten-, 3,0 % Arbeitslosen-, 15,5 % Kranken- und 1,95 % Pflegeversicherung; Annahme: K ist nicht kinderlos.) In der Praxis könnte das nach § 41 Abs. 1 EStG geforderte Lohn- und Gehaltskonto des Angestellten die auf S. 336 angegebene Gestalt besitzen. In der Finanzbuchführung kann und sollte zwar möglichst die tatsächliche Höhe der Personalaufwendungen erfasst werden, um einen zutreffenden Einblick in die Ertragslage des Unternehmens zu ermöglichen; bei lohn- und umsatzsteuerlichen Vereinfachungen wird aber aus Praktikabilitätsgründen darauf verzichtet werden. Buchungssätze: a) Mietaufwendungen 210,66 an Bank 210 b) Verpflegungsaufw. Vorsteuer* 166,82 13,18 an Privat 180 * Die bei außerbetrieblichem Zukauf bei den Verpflegungsgegenständen anfallende Vorsteuer kann ohne Einzelnachweis mit einem durchschnittlichen Steuersatz von z. Zt. 7,9 % berücksichtigt werden. Dementsprechend ist die abziehbare Vorsteuer mit 7,32 % des einkommensteuerlich anerkannten Wertes (Bruttobetrag) zu errechnen (Abschn. 192 Abs. 23 UStR; BMF v. 29. 4. 1983, DB 1983, Beilage 12/83). c) Wareneinsatz 50 an Wareneinkauf 50 (Verbuchung des Warenabgangs) 8.3 Die Behandlung von Sachbezügen 335 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 335 Status: Imprimatur d) Löhne und Gehälter 1.531,62 an Mieterträge Erträge aus Verpflegung Sonstige Umsatzerlöse Mehrwertsteuer* Noch abzuführende Abgaben Verbindl. gegenüber Betriebsangehörigen Kasse 210,00 197,27 76,93 27,42 404,48 40,00 575,52 e) Gesetzl. sozialer Aufwand 285,42 an Noch abzuführende Abgaben 285,42 * Im Wert der bezogenen Waren von 84,62 € ist ein Umsatzsteuerteil in Höhe von 7,69 € enthalten (unterstellter USt-Satz von 10 %). Besondere Probleme treten bei der privaten Überlassung eines betriebseigenen Pkw auf. In diesem Fall ist der Wert des Sachbezugs mit monatlich 1 % des auf volle 100 € abgerundeten inländischen Listenpreises (unverbindliche Preisempfehlung einschließlich Mehrpreis für Sonderausstattung – ohne Autotelefon – und Umsatzsteuer) anzusetzen. Besteht die Möglichkeit, das Fahrzeug auch zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einzusetzen, erhöht sich der Monatswert (i. d. R.) um 0,03 % vom Listenpreis für jeden Entfernungskilometer. Können die tatsächlichen Aufwendungen für das Fahrzeug sowie die Aufteilung in dienstliche und private Fahrten über ein Fahrtenbuch nachgewiesen werden, kommt auch ein Ansatz des Nutzungswertes anhand der belegten privat veranlassten Aufwendungen in Betracht (R 8.1 Abs. 1, 2, 9 LStR). Umsatzsteuerlich ist der so ermittelte geldwerte Vorteil ein Bruttobetrag. Die abzuführende Umsatzsteuer ist mit dem allgemeinen Steuersatz aus dem Bruttobetrag herauszurechnen (vgl. Abschn. 12 Abs. 8 UStR). Regelungen zur Bestimmung des Nutzungswertes in Sonderfällen enthalten das BMF-Schreiben v. 28. 5. 1996 zur Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer (DB 1996, S. 1213 f.) sowie die BMF-Schreiben zu Vorsteuerabzug und Umsatzbesteuerung bei unternehmerisch genutzten Fahrzeugen vom 8. 6. 1999 (BStBl. I 1999, S. 585 ff.) und vom 27. 8. 2004 (BStBl. I 2004, S. 864). Zur Problematik bei der teilweisen privaten Nutzung betrieblicher Pkw vgl. auch Teil A, Abschn. 4.6, S. 151 f. Beispiel: Einem Arbeitnehmer wird der betriebseigene Pkw für Privatfahrten überlassen. Ein Nachweis der Privatfahrten kann nicht erbracht werden. Der Listenpreis des Fahrzeugs beträgt inklusive USt und Extras 30.780 €. Die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beträgt 10 km. Ermittlung des steuerpflichtigen Sachbezugs pro Monat: 1 % von 30.700 307,00 + Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte 0,03 % km von 30.700 × 10 km 92,10 Steuerpflichtiger Sachbezug 399,10 davon Umsatzsteuer (10 %) 39,91 8 Perso n alau fw an d 336 V ah len s H and bücher – E isele/K nobloch – Tech n ik des betrieblichen R ech nu ngsw esen s (8. A u fl.) – H ersteller: Frau D eu ringer Stand: 05.07.2011 Seite 336 Statu s: Im prim atu r * Sachz. i.S.d. § 8 Abs. 3 EStG (Angabe kann ggf. gemäß § 4 Abs. 3 LStDV unterbleiben). Lohn- und Gehaltskonto 8.4 Vorschüsse und Abschlagszahlungen 337 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 337 Status: Imprimatur 8.4 Vorschüsse und Abschlagszahlungen Lohn- bzw. Gehaltsvorschüsse beinhalten Vorauszahlungen (Antizipationen) künftig fällig werdenden Personalaufwands aus besonderem Anlass, die durch Verrechnung mit dem laufenden Arbeitsentgelt zu tilgen sind. Anders als bei vertraglich vorgesehenen Abschlagszahlungen werden Vorschüsse ohne rechtliche Verpflichtung gewährt; ihre Einbehaltung bei der Lohnzahlung ist unabhängig von für die Aufrechnung gegenseitiger Ansprüche geltenden Beschränkungen. Kurzfristig gewährte Vorschüsse werden in der Praxis häufig bereits mit der Gehalts- oder Lohnzahlung am Monatsende verrechnet und unmittelbar über das Personalaufwandskonto verbucht. Dies birgt bei Erstellung kurzfristiger (z. B. monatlicher) Erfolgsrechnungen die Gefahr unkorrekter Periodenabgrenzung durch Antizipation künftigen Aufwands in sich. Zweckmäßiger erscheint es deshalb, die Vorschüsse auf das Arbeitsentgelt zunächst erfolgsneutral als Forderungen an das Personal zu behandeln und unter Sonstige Forderungen auszuweisen, um diese erst im Zeitpunkt ihrer Verrechnung über das Lohnkonto gewinnmindernd in Ansatz zu bringen. Das gilt uneingeschränkt für langfristige Vorschüsse mit mehrperiodischer Tilgung (vgl. Beispiel, Fall c): Beispiel (gerundete Werte): Vorschuss 500,50 Monatsbruttolohn 2.000,50 Lohnsteuer 226,50 Solidaritätszuschlag 12,50 Kirchensteuer (8 %) 18,50 Sozialversicherung 412,50 Buchungssätze: a) Sofortige Aufwandsverbuchung des Vorschusses: Personalaufwand 500,50 an Kasse 500,50 Personalaufwand 1.500,50 an Kasse Noch abzuführende Abgaben 831,50 668,50 Für den Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung: Gesetzl. sozialer Aufwand 394,50 an Noch abzuführende Abgaben 394,50 b) Erfolgsneutrale Behandlung des Vorschusses bei Fälligkeitstilgung: Sonst. Forderungen 500,50 an Kasse 500,50 Personalaufwand 2.000,50 an Kasse Noch abzuführende Abgaben Sonst. Forderungen 831,50 668,50 500,50 Für den Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung: Gesetzl. sozialer Aufwand 394,50 an Noch abzuführende Abgaben 394,50

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.