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8.2 Die Lohn- und Gehaltsverbuchung in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 348 - 350

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_348

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
8 Personalaufwand328 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 328 Status: Imprimatur 8.2 Die Lohn- und Gehaltsverbuchung Der Standardbuchungssatz für die Auszahlung von Löhnen und Gehältern lautet: Personalkosten (Bruttolohn) an Kasse/Bank (Nettolohn) Noch abzuführende Abgaben (Abzüge) und zur Verbuchung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung: Gesetzliche soziale Aufwendungen an Noch abzuführende Abgaben Um die Abzüge genauer zu spezifizieren, werden regelmäßig für das Konto „Noch abzuführende Abgaben“ Unterkonten nach der Art der Abzüge (Lohnsteuer, Kirchensteuer, AOK, . . .) eingerichtet. Da die Abzüge (Steuern und Sozialabgaben) gegenüber dem Zeitpunkt der Nettolohnauszahlung i. d. R. erst zu einem späteren Termin fällig werden (z. B. einbehaltene Lohnsteuer i. d. R. am 10. des Folgemonats, Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung je nach Satzung der zuständigen Krankenkasse, spätestens aber am 15. des Folgemonats; § 41a EStG, § 23 Abs. 1 SGB IV, § 348 SGB III), sind diese zum Zwecke der korrekten Aufwandserfassung im Zeitpunkt der Lohnzahlung bis zu ihrer Abführung an das Finanzamt und die Sozialversicherungsträger als Schuld zu behandeln und auf dem Konto: Noch abzuführende Abgaben zu sammeln. Ihr bilanzieller Ausweis erfolgt unter den Sonstigen Verbindlichkeiten (antizipative Passiva). In der Regel werden sie bei Fälligkeit durch Banküberweisung beglichen und anschließend erfolgsneutral ausgebucht: Noch abzuführende Abgaben an Bank Die vermögenswirksam angelegten Teile des Arbeitsentgelts sind unmittelbar auf (Prämien-, Bau-, Versicherungs-)Sparkonten zu überweisen. Bei Vorliegen freiwilliger sozialer Leistungen (Beihilfen, Zuschüsse, Unterstützungs- und Fürsorgezahlungen) erfolgt die Belastung auf einem gesonderten Aufwandskonto. Bis auf weiteres wird in den nachfolgenden Beispielen für die betrachteten Arbeitnehmer von einem AOK-Beitrag in Höhe von 15,5 %, Beiträgen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung in Höhe von 19,9 % bzw. 3,0 % und einer paritätischen Aufteilung des Pflegeversicherungsbeitrages von insgesamt 1,95 % zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgegangen. 8.2 Die Lohn- und Gehaltsverbuchung 329 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 329 Status: Imprimatur Beispiel: Monatsgehaltsabrechnung eines Angestellten (nicht kinderlos; angenommene bzw. gerundete Werte in €): Bruttogehalt 3.307 Lohnsteuer 528 Kirchensteuer 42 Solidaritätszuschlag 29 pausch. Lohnsteuer 24 pausch. Kirchensteuer 2 Solidaritätszuschlag auf pausch. Lohnsteuer 1 Sozialversicherungsanteil 682 Vermögenswirksame Leistungen 40 Direktversicherung 120 Der Arbeitnehmer hat mit seinem Arbeitgeber vereinbart, dass sein Gehalt um den Direktversicherungsbeitrag (Altzusage vor dem 1. 1. 2005) von monatlich 120 € zuzüglich 20 % pauschale Lohnsteuer (24 €) und die Kirchensteuer von 7 % der pauschalen Lohnsteuer (2 € mit Rundung) sowie Solidaritätszuschlag von 1 € gekürzt wird. Da der Direktversicherungsbeitrag keine zusätzliche Leistung des Arbeitgebers darstellt, besteht bei dieser Gehaltsumwandlung Sozialversicherungspflicht. Die Lohnsteuer ist dann von 3.160 € zu berechnen; Kirchensteuer (mit 8 % angenommen) und Solidaritätszuschlag knüpfen daran an. Die Sozialversicherungsbeiträge werden dagegen von dem ungekürzten Arbeitsentgelt in Höhe von 3.307 € erhoben. Buchungssätze (vgl. auch die Konten auf S. 330): a) Überweisung an Arbeitnehmer (Betriebsangehörige): (1)  Gehälter Gesetzl. sozialer Aufwand 3.307 652 an Bank Noch abzuführende Abgaben (FA, AOK) Verbindl. gegenüber Betriebsangehörigen 1.839 1.960 160 Dem Personalaufwand und ceteris paribus der Gewinnminderung in der GuV- Rechnung (3.972) entsprechen bilanzmäßig die Bankguthabenreduzierung auf der Vermögensseite (1.852) und die Erhöhung der Sonstigen Verbindlichkeiten auf der Kapitalseite (2.120). b) Überweisungen auf Prämiensparkonto Arbeitnehmer sowie an Finanzamt und Sozialversicherungsträger bei Fälligkeit: (2)  Verbindl. gegenüber Betriebsangehörigen 160 an Bank 160 (3)  Noch abzuführende Abgaben (FA) 626 an Bank 626 (4)  Noch abzuführende Abgaben (AOK) 1.334 an Bank 1.334 Bei Vereinbarung von Nettolöhnen bzw. Nettogehältern kann auch ein besonderes Nettolohnkonto zwischengeschaltet werden (Nettoentgeltverbuchung). Da der Arbeitgeber dann sämtliche Lohnabzüge zu tragen hat, ist das Bruttoentgelt durch Rückrechnung über die Abzüge zu ermitteln. Buchungstechnische Unterschiede zu oben bestehen nicht: Das Nettolohnkonto hat lediglich die Funk- 8 Personalaufwand330 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 330 Status: Imprimatur tion eines Verrechnungskontos, da als Aufwand in der GuV-Rechnung stets die Bruttoentgelte einschließlich der sozialen Abgaben bzw. Aufwendungen zum Ausweis gelangen. Abgrenzungsprobleme ergeben sich bei der bilanziellen Erfassung von Verpflichtungen des Arbeitgebers zur Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sofern das Kalenderjahr vom Wirtschaftsjahr abweicht. Der Arbeitgeber kann diesbezügliche Zahlungsverpflichtungen dann nur insoweit passivieren, als sie die Zeit vor dem Bilanzstichtag betreffen (BFH v. 26. 6. 1980, BStBl. II 1980, S. 506). Bank 1.852 (1) 160 (2) 626 (3) 1.334 (4) Noch abzuführende Abgaben (3) 626 1.960 (1) (4) 1.334 1.960 1.960 (1) Gehälter (1) 3.307 (2) Ges. sozialer Aufwand (1) 652 Verbindlichkeiten gegenüber Betriebsangehörigen (2) 160 160 (1) 8.3 Die Behandlung von Sachbezügen Häufig erhalten Arbeitnehmer zusätzlich zum monetären Arbeitsentgelt (Geldlohn) noch Sachzuwendungen (Naturallohn) in Form freier oder verbilligter Wohnung und Verpflegung sowie die Möglichkeit des begünstigten oder kostenlosen Warenbezugs. Zu den Einnahmen des Arbeitnehmers, die nicht in Geld bestehen, gehören darüber hinaus sonstige Sachbezüge wie die Benutzung eines betriebseigenen Pkws oder Telefonanschlusses sowie die Erledigung privater Arbeiten durch Betriebspersonal. Zum Arbeitsentgelt zählen somit alle laufenden oder einmaligen Zahlungen oder sonstigen Bezüge aus der Beschäftigung, unabhängig davon, ob ein Rechtsanspruch auf diese Einnahmen besteht, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden und ob sie unmittelbar oder nur im Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis erzielt werden. Sachzuwendungen und sonstige Leistungen werden daher als sozialabgabepflichtige und lohnsteuerbare Leistungen behandelt. Als Maßstab für die Bewertung der Sachbezüge gelten grundsätzlich die üblichen Endpreise am jeweiligen Abgabeort (§ 8 Abs. 2 EStG; R 8.1 Abs. 2 LStR), d. h. der Preis, der gegenüber Letztverbrauchern angegeben wird. Zur vereinfachten Handhabung der steuerlichen Sachbezugsbewertung können die obersten Finanzbehörden der Länder (Finanzministerien) mit Zustimmung des Bundesfinanzministeriums für Sachbezüge der Arbeitnehmer Durchschnittswerte festsetzen, die dann in Tabellenform zur Verfügung stehen. Zusätzlich ist die Bundesregierung durch § 17 Abs. 1 Nr. 4 SGB IV ermächtigt, den Wert der Sachbezüge nach dem Verkehrswert im Voraus für jedes Kalen-

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.