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1.1 Wesen und Zweck der Buchführung in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 34 - 36

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_34

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 13 Status: Imprimatur Teil A Finanz (Geschäfts )Buchführung und Abschluss Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 15 Status: Imprimatur 1 Grundlagen der Buchführung 1.1 Wesen und Zweck der Buchführung Als quantitatives Beschreibungs- bzw. Ermittlungsmodell wird die Buchführung von Maßgrößen, Definitionen, Axiomen und Rechenregeln bestimmt. Ihr Wesen besteht im Sammeln, Registrieren und Systematisieren realer, d. h. durch Beobachtung wahrnehmbarer und faktisch existenter Tatbestände der Zustands- und Vorgangserscheinungen (Schweitzer, Struktur, S. 28 f. und 32 f.). Die Buchführung verzeichnet demnach chronologisch, systematisch, lückenlos und ordnungsmäßig alle in Zahlenwerten festgehaltenen, wirtschaftlich bedeutsamen Vorgänge (Geschäftsvorfälle), die sich im Zeitablauf zwischen Gründung und Liquidation der Unternehmung ereignen. Wirtschaftlich bedeutsam sind dabei alle Vorgänge, welche die Höhe und/oder die Zusammensetzung des Vermögens oder des Kapitals eines Betriebes ändern. Die Finanzbuchführung ist zuvorderst eine Zeitabschnittsrechnung, die prinzipiell am Anschaffungswert orientiert ist und im Jahresabschluss mündet. Für eine Abrechnungsperiode erfasst sie neben den unmittelbar mit Zahlungsvorgängen verbundenen Geschäftsvorfällen den Zugang und Abgang von Leistungsgütern bzw. Leistungswerten, also Aufwand und Ertrag. Die Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag geschieht in der Erfolgsrechnung (Gewinn- und Verlustrechnung); sie ist zeitraumbezogen und ermittelt durch Saldierung den Erfolg der Periode (Gewinn oder Verlust). Die Bestände des Betriebes an Vermögen und Kapital werden für einen bestimmten Stichtag in der Bilanz (Bestandsrechnung) erfasst; auch sie ermittelt indirekt den Erfolg, indem die periodische Veränderung der Differenz zwischen Vermögens- und Fremdkapitalteilen berechnet wird (s. dazu Teil A, Abschn. 3.1, S. 74 f.). Bilanz und Erfolgsrechnung zusammen bilden den Jahresabschluss einer Personengesellschaft. Bei einer Kapitalgesellschaft (sowie bei einer nicht unter die Ausnahme des § 264b HGB fallenden haftungsbeschränkten Personengesellschaft nach § 264a HGB) enthält der Jahresabschluss noch den Anhang; ist sie darüber hinaus kapitalmarktorientiert und nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet, kommen eine Kapitalflussrechnung sowie ein Eigenkapitalspiegel und fakultativ eine Segmentberichterstattung hinzu (§ 264 Abs. 1 HGB). Ergänzt wird der Jahresabschluss ggf. noch um einen Lagebericht. Buchführung und Jahresabschluss verarbeiten rationale Zahlen in einem formalen und geschlossenen System bestimmten Inhalts. Die Abgrenzung gegenüber anderen wirtschaftlichen Rechenwerken lässt sich demzufolge auch messtheoretisch, d. h. aus dem diesem Ermittlungsmodell eigenen Formalismus vornehmen (Stützel, Bemerkungen, S. 314 ff.; Stehli, Mathematische Betrachtungen, S. 13 f.; Eisele, Kontentheorien, Sp. 342 ff.): 1 Grundlagen der Buchführung16 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 16 Status: Imprimatur • Als Rechenoperationen im geschlossenen Rechnungskreis der Buchführung kommen nur Additionen und Subtraktionen vor, also Rechenarten 1. Stufe. • Buchführung und Jahresabschluss verzeichnen Geldgrößen, „Währungsbeträge gleicher Währung“, in zweifacher Ausprägung: Zeitpunktorientierte Bestandsgrößen werden in Geldeinheiten, zeitraumbezogene Strom- bzw. Leistungsgrößen in Geldeinheiten pro Zeiteinheit (pro Abrechnungsperiode) gemessen. • Hinsichtlich Herkunft und Bestimmtheit der in Buchführung und Jahresabschluss eingehenden Währungsbeträge ist zu unterscheiden zwischen: (1) Währungsbeträgen, die sich als einfache Abzählergebnisse darstellen, wie Kassenbestände oder Kassenumsätze, (2) Währungsbeträgen, die allein durch Rechtsgeschäft entstehen und vorwiegend dem Bereich der abstrakten Kontrollgrößen der Kapitalseite zugeordnet sind, und (3) Währungsbeträgen, die als Ergebnis von Bewertungsmaßnahmen zustande kommen und vorwiegend im Bereich des Vermögens zu den sog. ausgewiesenen Werten (Buchwerten) führen. Messtheoretisch entsprechen dieser Klassifizierung unterschiedliche Genauigkeitsgrade der Geldgrößenerfassung. • Die Aufzeichnung der Währungsbeträge erfolgt in Buchführung und Jahresabschluss ausschließlich für nach rechtlichen Kriterien abzugrenzende Gebilde, also Unternehmen bzw. Rechtspersonen und Haftungssubjekte. Der Buchführung und Bilanz innewohnende Formalismus lässt grundsätzlich unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Aufzeichnung von Geschäftsvorfällen zu. Die dem Bereich der Buchführungsorganisation zuzuordnenden Systeme oder Stile der Buchführung werden an anderer Stelle und in Verbindung mit den Buchführungsformen zu behandeln und gegenüberzustellen sein (vgl. Teil A, Abschn. 15.3, S. 654 ff.). Der überragenden praktischen Bedeutung des Systems der doppelten Buchführung (Doppik) wegen folgen die weiteren Ausführungen zur buchungstechnischen Erfassung des Buchungsstoffes dem Formalismus einer doppelten Niederschrift jedes Buchungstatbestandes. Jede Aufzeichnung erfolgt demnach paarweise als Doppelbuchung, an der Sollposten und Habenposten mit gleichem absoluten Betrag beteiligt sind. 1.2 Die gesetzlichen Bestimmungen zur Buchführung 1.2.1 Handels und steuerrechtliche Vorschriften Dokumentation und Rechenschaftslegung gegenüber einem breiten Interessentenkreis erfordern einheitliche Regelungen hinsichtlich Erfassung und Darstellung des Buchungsstoffes sowie Vorschriften über dessen Sicherung gegen Verlust und Verfälschung. Insbesondere sind es die Interessenlagen von Gläubigern und Fiskus, die schwerpunktmäßig in den gesetzlichen Regelungen zur

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.