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5.4 Das Nachnahmegeschäft in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 206 - 208

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_206

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
5 Sonderfälle des Warenverkehrs186 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 186 Status: Imprimatur Verbuchung: 3 b) Buchungen wie in Beispiel 1 3 ba) A bucht bei jeder Mahnung Geschuldete Hauptforderungen 5 an Bank Sonstige betriebliche Erträge 2 3 3 bb) K gibt den Fernsehapparat zurück Warenverkauf sonstige Zinsen u. ä. Erträge Sonst. betr. Erträge Mehrwertsteuer 2.500 216 48 250 an Geschuldete Hauptforderungen 3.014 A erhält die Nutzungsvergütung sowie den Aufwendungsersatz; der entstehende Differenzbetrag zu den Zahlungen des K wird ausgeglichen. Geschuldete Hauptforderungen 2.703 an Nicht fällige Hauptforderungen Sonst. betr. Erträge Kasse Mehrwertsteuer 1.332 700 601 70 5.4 Das Nachnahmegeschäft Nachnahmelieferungen sind vor allem im Bereich der Warenzustellung durch den Versandhandel typisch: Die Ware wird überwiegend im Postversand an private Haushalte geliefert, wobei der Kaufpreis durch Nachnahme erhoben wird. Unter Nachnahme ist die gebührenpflichtige Anweisung an den Beförderer der Ware zu verstehen, diese dem Empfänger nur gegen Zahlung des Nachnahmebetrages zu übergeben. Im Bahnverkehr wird die Anweisung durch Eintragung in den Frachtbrief erteilt; bei der Post handelt es sich um ein Einziehungsverfahren bei Aushändigung von freigemachtem Postgut (Nachnahmesendung). Das Nachnahmegeschäft gehört zu den Universaldienstleistungen im Postgeschäft (§ 11 PostG i. V. m. § 1 PUDLV). Dabei haftet das Postunternehmen dem Absender dafür, dass der Nachnahmebetrag bei der Auslieferung der Sendung eingezogen und ordnungsgemäß übermittelt wird. Anstelle der früher jeder Sendung zu diesem Zweck beigefügten Zahlkarte sehen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Post AG heute die Beifügung eines entsprechend ausgefüllten Übermittlungsbeleges vor. Bei einer Nachnahmelieferung hat der Besteller beim Empfang der Sendung neben dem reinen Warenwert auch eine Reihe von Gebühren zu entrichten (Nachnahmespesen). Für die Berechnung des Nachnahmebetrages ist ausschlaggebend, wer die entstehenden Versandkosten trägt; in der Regel wird das der Empfänger der Ware (Kunde) sein. Bei einer Paketsendung setzen sich die Nachnahmespesen zusammen aus der bei Aufgabe der Sendung zu entrichtenden Beförderungsgebühr (Paketgebühr), der Nachnahme(post)gebühr (Vorzeigegebühr) sowie der für die Geldüberweisung in Rechnung gestellten Gebühr. 5.4 Das Nachnahmegeschäft 187 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 187 Status: Imprimatur Außerdem muss der Empfänger (Kunde) die Paketzustellgebühr entrichten, die jedoch nicht im Nachnahmebetrag erscheint. Umsatzsteuerrechtliches Entgelt ist der vom Empfänger der Ware (Besteller) entrichtete Nachnahmebetrag, ungeachtet einer Kürzung um die Überweisungs- oder Postanweisungsgebühr für die Rücküberweisung durch das Postunternehmen. Das umsatzsteuerliche Entgelt deckt sich also nicht mit dem zivilrechtlichen Preis (BFH v. 13. 12. 1973, BStBl. II 1974, S. 191 f.). Folgende Schritte sind bei der Aufzeichnung durch den Versender (Lieferant) zu unterscheiden: 1) Berechnung des Nachnahmebetrages (Kunde trägt Versandkosten): Warenwert 197 Verpackung 4 Paketporto (Beförderungsgebühr) 6 Nachnahmegebühr 2 Überweisungsgebühr 1 210 10 % USt 21 Betrag auf der Nachnahmekarte 231 Überweisungsbetrag 230 Der Kunde hat den Betrag auf der Nachnahmekarte zu entrichten; davon wird dem Versender der Betrag von 230 auf dessen Postbank(giro-)konto gutgeschrieben. Die Überweisungsgebühr (Postanweisungsgebühr) erhält das Postunternehmen für die Geldüberweisung. 2) Verbuchung der Nachnahmesendung: Zur Kontrolle über die laufenden Nachnahmegeschäfte empfiehlt sich die Einrichtung eines speziellen Forderungskontos „Nachnahme-Forderungen“, auf dem die ausgehenden Nachnahmesendungen mit dem Überweisungsbetrag gebucht werden. a) Bezahlung der verauslagten Paket- und Nachnahmegebühren: Versandkosten/Porto 8 an Kasse 8 b) Versendung der Nachnahmelieferung: Nachnahme-Forderungen 230 an Warenverkauf Versandkosten Mehrwertsteuer 197 12 21 (Trägt der Verkäufer die Verpackungs- und Versandspesen, dann vermindert sich der Nachnahmebetrag entsprechend; der Verkäufer belastet das Konto Versandkosten mit den ihm entstandenen Kosten.) Beim Empfänger (Kunde) der Ware gehören die Gebühren für Nachnahmesendungen bezüglich Verbuchung und Verrechnung zu den Beschaffungsaufwendungen. Damit sind zwei Möglichkeiten buchungstechnischer Erfassung gegeben: Lastschrift Warenwert einschließlich Nachnahmegebühr auf Waren- 5 Sonderfälle des Warenverkehrs188 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 188 Status: Imprimatur einkaufskonto oder: Lastschrift Warenwert auf Wareneinkaufskonto und Nachnahmegebühr auf Konto Warenbezugskosten. 3) Einlösung der Nachnahme: Bei Annahme der Ware und Bezahlung des Nachnahmebetrages durch den Kunden überweist das Postunternehmen unter Einbehaltung der Überweisungsgebühr den Überweisungsbetrag an den Absender. Dieser bucht den Zahlungseingang in Höhe von 230 wie folgt: Postbank(giro-)guthaben 230 an Nachnahme-Forderungen 230 4) Nichteinlösung der Nachnahme: Verweigert der Kunde die Annahme der Nachnahmesendung, dann schickt das Postunternehmen die Ware an den Absender zurück. Dieser hat dann die Rücksendungskosten zu tragen. Das löst folgende Buchung aus (Auslagen für Warenrücksendung: 4): Warenverkauf Versandkosten Mehrwertsteuer 197 12 21 an Nachnahme-Forderungen 230 Versandkosten 4 an Kasse 4 Ergänzende Literatur zu: 5 Sonderfälle des Warenverkehrs Bolk/Reiß, Kommissionsgeschäft, S. 385–391 Falterbaum/Bolk/Reiß/Kirchner, Buchführung, S. 336–344 Hahn/Werner, Bilanzsicherheit, Teil A, S. 81–89; 345–357 Juretzek, Umsatzsteuergesetz, S. 10 f. Klimmer, Buchführung, S. 310–313; 313–322; 322–329 Kresse/Püschel, Fallkommentar, S. 10/19; 10/20 f. Lehmann, Konsortial- und Partizipationsgeschäfte, Sp. 827–833 Münstermann/Hannes, Verbraucherkreditgesetz, S. 1–178; 371–481 Scholz, Verbraucherkreditgesetz, S. 215–219 Tanski, Kommissionsgeschäfte, S. 129–156 Weiss, Kommissionsgeschäft, S. 184–188

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.